03.3476
SBB. Projekt Rail Control Center
Frick Bruno · 1VP-M · Ständerat · Schwyz · Christlichdemokratische Fraktion
Ist der Interpellant von der Kürzestantwort des Bundesrates befriedigt?
Gentil Pierre-Alain · Mit-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
Monsieur le président, comme vous l'avez souligné, cette réponse a un grand mérite que j'aimerais pouvoir souligner brièvement.
Frick Bruno · 1VP-M · Ständerat · Schwyz · Christlichdemokratische Fraktion
Herr Gentil beantragt eine kurze Diskussion. - Sie sind damit einverstanden.
Gentil Pierre-Alain · Mit-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
La réponse du Conseil fédéral à mon interpellation a un grand mérite: elle tient en dix lignes si l'on compte le titre. C'est son principal et, d'ailleurs, son seul mérite. Alors, je ne suis évidemment pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral. Entre-temps, les CFF ont toutefois communiqué que, de leur côté, ils avaient entrepris un réexamen approfondi de ce problème, ce qui fait que la situation - et non la réponse du Conseil fédéral - me satisfait.
Büttiker Rolf · 2VP-M · Ständerat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich möchte dem Bundesrat für die äusserst kurze Antwort danken. Die SBB liegen mit ihrem Entscheid richtig. Ich verstehe Herrn Gentil und den Hintergrund seiner Interpellation. Im Übrigen ist es etwas seltsam: Herr Gentil ist in diesem Bereich für die Dezentralisierung. Das ist ja sein Hauptanliegen. Ich bin in dieser Frage natürlich für die Zentralisierung, weil ich der Meinung bin, dass der Entscheid der SBB, für das Rail Control Center (RCC) den Standort Olten vorzusehen, richtig ist. Da springe ich über meinen Schatten und bin in dieser Frage für die Zentralisierung.
Ich möchte Ihnen aber kurz erklären, warum in dieser Frage, gestützt auf die technologische Ausgangslage, der Entscheid der SBB für eine Zentralisierung richtig ist. Die Bahntechnologie entwickelt sich weiter, dies nicht nur, weil Brüssel ein europäisches Zugsteuersystem forciert; das ist auch eine Tatsache. Automatisierung und eine leistungsfähigere Zugsteuerung sind eine Bedingung dafür, dass das heutige Angebot im Güter- und Personenverkehr sicher betrieben sowie auf die zukünftigen Bedürfnisse ausgedehnt werden kann.
Das Projekt der zentralen Netzlenkung RCC ist für die SBB AG ein Schlüssel-, ein Kernprojekt, damit sie ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt sicherstellen kann. Der Verkehr auf dem am dichtesten befahrenen Bahnnetz Europas - das ist jenes der Schweiz - wächst kontinuierlich weiter. Wenn wir die Prognosen anschauen, dann sind das etwa 30 Prozent in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Ein dazu proportionaler Ausbau der Strecken und Knoten ist nicht rechtzeitig machbar und möglicherweise auch nicht finanzierbar. Das heisst doch im Klartext: Die vorhandene Infrastruktur muss maximal ausgenutzt werden, der Verkehr muss also weiter verdichtet werden. Das ist die Schlüsselausrichtung in der Strategie. Die Leistungsfähigkeit der Lenkung dieses dichteren Verkehrs beeinflusst deutlich die Qualität der Bahnproduktion im Personen- und Güterverkehr beziehungsweise entscheidet mit über die Machbarkeit einer weiteren Verdichtung.
Die Optimierung der Lenkung ist eine zwingende Voraussetzung für den sukzessiven Ausbau des Fahrplanangebotes. Die Lenkung der Bahnproduktion ist heute auf viele Standorte verteilt - das ist heute noch so, Herr Gentil -, an denen kleinere Teams mit lokalem Fokus ihre Teilaufgaben wahrnehmen. Dieses historisch entstandene Organisationsmodell führt in der Lenkung zu einem enormen Kommunikationsaufwand, der die Lenkung stark verlangsamt und behindert. Den dichteren Verkehr der kommenden Jahre kann man mit den traditionellen Organisationsmodellen nicht beherrschen, und darum ist Ihr Dezentralisierungsansatz nicht richtig, Herr Gentil. Durch die Automatisierung der Stellwerke der SBB wird in den nächsten Jahren eine Anpassung dieses Organisationsmodelles möglich, da die Bedienungsarbeitsplätze auf Computertechnik umgestellt werden und örtlich nicht mehr direkt bei den Stellwerken stehen müssen.
Was ist die Antwort auf diese Ausgangslage? Die strategische Antwort ist das RCC. Das RCC beschleunigt und verdichtet die Prozesse der Lenkung, indem die Kommunikationsabläufe der Lenkung deutlich verkürzt und beschleunigt werden. Im Rahmen einer schrittweisen Zentralisierung wird das Lenkungsnetzwerk Schweiz in einer einzigen Betriebszentrale durch ein eng zusammenarbeitendes Teamnetzwerk abgebildet, das den Verkehr des nächsten Jahrzehnts steuern kann. Die Betriebszentrale führt das zentrale Netz und wird rund 700 Mitarbeiter der SBB umfassen. Rund 70 Prozent der Mitarbeiter können von ihrem heutigen Wohnort aus zum Standort der Betriebszentrale pendeln. Das ist auch sichergestellt; der Standort Olten hat diesen Vorteil.
In diesem Sinne bin ich der Meinung, dass der ursprüngliche Entscheid für dieses RCC richtig ist. Er ist von der Sache und auch von der Standortwahl her absolut richtig.
Gentil Pierre-Alain · Mit-M · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
J'allais dire que je remerciais le Conseil fédéral de ses explications .... Je remercie mon collègue Büttiker de ses explications. Et puis, je ne résiste pas au plaisir de lui dire que j'observerai avec intérêt son enthousiasme centralisateur le jour où, par hasard, on déclarera que cette extraordinaire installation sera implantée non plus à Olten-Soleure, mais à Zurich-Zurich! Et cela m'intéresse de voir comment son opinion évoluera à ce moment-là! (Hilarité)
Leuenberger Moritz · BR-M · Bundesrat · Zürich
Herr Gentil hat detaillierte Fragen gestellt, und er hat eine sehr kurze, nicht detaillierte Antwort erhalten. Er ist darüber ungehalten; das mag ich verstehen. Aber ich ersuche Sie andererseits, unsere Position zu sehen. Sie stellen konkrete Fragen, die das Unternehmen SBB gerade jetzt in einer länger dauernden Arbeit abklärt. Deswegen kann der Bundesrat diese zwar berechtigten Fragen gar nicht im Detail beantworten - erstens einmal deswegen, weil die SBB hier als Unternehmen eine Selbstständigkeit haben, und zweitens, weil die SBB gerade daran sind, diese Fragen zu klären. Es gibt zeitliche Situationen, wo wir nicht darum herumkommen zu sagen: Das klären wir jetzt gerade ab. Das ist nicht eine Arroganz den Interpellanten gegenüber - im Gegenteil: Statt dass wir oberflächlich etwas dahinschwatzen, sagen wir: Ihre Fragen sind berechtigt, die Fachleute der SBB - nicht der Bundesrat - klären sie jetzt ab.
Immerhin, drei Punkte möchte ich nennen: Das Projekt Schienenkontrollzentrum geht nicht vom Ziel aus zu rationalisieren; das ist kein Rationalisierungsprojekt. Vielmehr geht es um die Qualität und um die Leistungsfähigkeit der Betriebsführung bzw. die Verringerung der Störmöglichkeiten. Das ist die Ausgangslage; dies ist nicht eine Rationalisierungsmassnahme. Ob dieses Zentrum überhaupt zu einem Stellenabbau oder gar zu einem regionalen Stellenabbau führt, ist keineswegs gesagt. Es kommt darauf an, wie das ausgeführt wird; das kann man aber jetzt nicht einfach voraussetzen. Zudem möchte ich auch noch sagen, dass die SBB zugesichert haben: Dieses Projekt wird nur dann umgesetzt, wenn alle Fragen zur Sicherheit restlos geklärt sein werden.
Wie gesagt, es tut mir Leid, dass ich noch nicht weiss, wie die Antworten ausfallen werden. Aber das sind die Parameter.