04.5140
Kriminalität und Geschlecht
Blocher Christoph · BR-M · Bundesrat · Zürich
Ich beantworte zunächst die Frage von Frau Bühlmann. In der entsprechenden Statistik fehlt der Geschlechteraspekt nicht. Obwohl in der Medienmitteilung nicht spezifisch auf diese Thematik hingewiesen wurde, gibt es für jede Verzeigungskategorie der Erhebung eine detaillierte Aufteilung zwischen männlichen und weiblichen Tatverdächtigen. Der Bundesrat empfiehlt daher, für die detaillierten Abklärungen die vollständige öffentliche Version der Statistik - es ist eine ziemlich dicke - im Internet unter www.fedpol.ch zu konsultieren.
Was Ihren Einwand gegenüber der Kriminalstatistik anbelangt, haben Sie Recht. Das ist nicht eine Statistik, welche bei absoluten Zahlen völlig zuverlässig wäre. Erstens sind dort nicht die Verurteilungen drin, sondern die Anzeigen, und zweitens werden sie, weil es kantonale Statistiken sind, nicht überall gleich erhoben. Aber statistisch weiss man, dass die Bewegungen zutreffen, wenn man immer die gleichen Grundlagen nimmt, und wir haben im Sicherheitsbericht auch eine Verurteilungsstatistik veröffentlicht.
Ich kann Ihnen aber in Bezug auf Ihre letzte Frage versichern, dass dem Geschlechteraspekt auch weiterhin Rechnung getragen wird.
Bühlmann Cécile · Mit-F · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion
Herr Bundesrat, am 18. Juni 1999 hat eine Kollegin von uns, die nicht mehr im Rat ist, Frau Ammann Schoch, ein Postulat eingereicht, um die statistischen Grundlagen für diese Kriminalitätsstatistik zu verbessern. Das Postulat ist vom Bundesrat am 8. Oktober 1999 entgegengenommen worden. Offenbar hat man das damals schon beklagt, was Sie jetzt sagen, dass nämlich diese statistischen Grundlagen mangelhaft sind und schlussendlich bei der Veröffentlichung zu Fehlinterpretationen Anlass geben. Das ist bei der Veröffentlichung dieser Statistik wieder beklagt worden.
Gedenken Sie, da etwas zu unternehmen, damit diese Datengrundlage endlich Hand und Fuss bekommt und Daten liefert, die auch wirklich vergleichbar sind, oder beklagen wir einfach jedes Jahr bei der Veröffentlichung, dass dieses Datenmaterial so schlecht ist?
Blocher Christoph · BR-M · Bundesrat · Zürich
Wir sind mit 26 Kantonen im Gespräch, um das auf eine gleiche Ebene zu bringen. Bis jetzt ist es nicht gelungen, eine einheitliche Statistik zu schaffen. Der Bund kann diese Statistik nicht erstellen. Es fehlen ihm natürlich die Daten, weil das Polizeiwesen in die Kompetenz der Kantone gehört. Ich habe aber nach der Veröffentlichung dieser Statistik, mit der ich mich jetzt das erste Mal intensiv befasse, den Präsidenten der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren gebeten, man solle jetzt endlich vorwärts machen und eine einheitliche Statistik schaffen. Ich habe ihm gesagt, ich sei dieser Meinung. Da hat man mir das zugesagt; aber man hat das wahrscheinlich auch schon 1999 getan.