AS 2020 4675

Verordnung
zur Reduktion von Risiken beim Umgang
mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen,
Zubereitungen und Gegenständen
(Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV)

Änderung vom 14. Oktober 2020

Der Schweizerische Bundesrat
verordnet:

I

Anhang 2.5 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 18. Mai 20051 wird gemäss Beilage geändert.

II

Die Änderung eines anderen Erlasses wird in der Beilage geregelt.

III

Diese Verordnung tritt am1. Januar 2021 in Kraft.

14. Oktober 2020 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Die Bundespräsidentin: Simonetta Sommaruga Der Bundeskanzler: Walter Thurnherr Beilage (Ziff. I)

Anhang 2.5

(Art. 3) Pflanzenschutzmittel

Ziff. 4

Ausfuhr 4.1 Verbot Verboten ist die Ausfuhr oder das Verbringen folgender Stoffe und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager in einen anderen Staat:

Atrazin 1912-24-9 Diafenthiuron 80060-09-9 Methidathion 950-37-8 Paraquat 4685-14-7 und dessen Salze, einschliesslich: ‒ Paraquat-dichlorid 1910-42-5, 75365-73-0 ‒ Paraquat-dimethylsulfat 2074-50-2 Profenofos 41198-08-7 4.2 Ausfuhrbewilligung 4.2.1 Bewilligungspflicht Einer Bewilligung des BAFU bedarf, wer folgende Stoffe und Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, ausführen will oder aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager in einen anderen Staat verbringen will:

1,3-Dichlorpropen 542-75-6 Acephat 30560-19-1 Acetochlor 34256-82-1 Allethrin 584-79-2 Ametryn 834-12-8 Amitraz 33089-61-1 Anthrachinon 84-65-1 Arsen und Arsenverbindungen 7440-38-2 und weitere Bendiocarb 22781-23-3 Bensulid 741-58-2 Bensultap 17606-31-4 Bioallethrin 584-79-2 Bioresmethrin 28434-01-7 Bis(trichlormethyl)sulfon 3064-70-8 Bitertanol 55179-31-2 Bromacil 314-40-9 Butafenacil 134605-64-4 Butralin 33629-47-9 Butylat 2008-41-5 Cadusafos 95465-99-9 Carbaryl 63-25-2 Carbendazim 10605-21-7 Carbosulfan 55285-14-8 Chlorfenvinphos 470-90-6 Chlorpikrin 76-06-2 Chlorthal-Dimethyl 1861-32-1 Cholinchlorid 67-48-1 Cinidon-Ethyl 142891-20-1 Cyanamid 420-04-2 Cyanazin 21725-46-2 Cybutryn 28159-98-0 Cyfluthrin 68359-37-5 Cyhexatin 13121-70-5 Diazinon 333-41-5 Dichlobenil 1194-65-6 Dichlorvos 62-73-7 Dicloran 99-30-9 Dicrotophos 141-66-2 Dimethenamid 87674-68-8 Diniconazol-M 83657-18-5 Dinocap 131-72-6 Dinoterb 1420-07-1 Ethion 563-12-2 Ethoxyquin 91-53-2 Fenarimol 60168-88-9 Fenbutatinoxid 13356-08-6 Fenitrothion 122-14-5 Fenpropathrin 39515-41-8 Fenthion 55-38-9 Fentinhydroxid 76-87-9 Fentinacetat 900-95-8 Fenvalerat 51630-58-1 Flurenol 467-69-6 Fluzilazol 85509-19-9 Furathiocarb 65907-30-4 Guazatin 108173-90-6 Hexaconazol 79983-71-4 Hydramethylnon 67485-29-4 Ioxynil 1689-83-4 Isoproturon 34123-59-6 Malathion 121-75-5 Methabenzthiazuron 18691-97-9 Metoxuron 19937-59-8 Mevinphos 7786-34-7 Monolinuron 1746-81-2 Nabam 142-59-6 Naled 300-76-5 Novaluron 116714-46-6 Omethoat 1113-02-6 Oxadiargyl 39807-15-3 Oxydemeton-methyl 301-12-2 Pebulat 1114-71-2 Permethrin 52645-53-1 Phosalon 2310-17-0 Procymidon 32809-16-8 Prometryn 7287-19-6 Propachlor 1918-16-7 Propanil 709-98-8 Propargit 2312-35-8 Propazin 139-40-2 Propham 122-42-9 Propoxur 114-26-1 Resmethrin 10453-86-8 Rotenon 83-79-4 Siduron 1982-49-6 Simazin 122-34-9 Temephos 3383-96-8 Terbacil 5902-51-2 Terbufos 13071-79-9 Terbutryn 886-50-0 Tetrachlorvinphos 22248-79-9 Tetradifon 116-29-0 Tetramethrin 7696-12-0 Thiocyclamhydrogenoxalat 31895-22-4 Thiodicarb 59669-26-0 Thiometon 640-15-3 Tolylfluanid 731-27-1 Triadimefon 43121-43-3 Triasulfuron 82097-50-5 Tridemorph 24602-86-6 Trifluralin 1582-09-8 Vamidothion 2275-23-2 Vinclozolin 50471-44-8 Zineb 12122-67-7 4.2.2 Bewilligungsvoraussetzungen

Eine Ausfuhrbewilligung wird erteilt, wenn die Gesuchstellerin ein vollständiges Gesuch nach Ziffer 4.2.3 stellt.

Soll die Ausfuhr in einen Staat erfolgen, der nicht Vertragspartei2 des Rotterdamer Übereinkommens vom 10. September 19983 ist, so wird eine Ausfuhrbewilligung zudem nur erteilt, wenn dem BAFU eine Bescheinigung des Einfuhrstaates vorliegt, dass dieser der Einfuhr zustimmt.

Soll die Ausfuhr in einen Staat erfolgen, der Vertragspartei des Rotterdamer Übereinkommens ist, so wird eine Ausfuhrbewilligung zudem nur erteilt, wenn dem BAFU die Zustimmung des Einfuhrstaates vorliegt.

4.2.3 Gesuch

Ein Gesuch muss enthalten:

  1. den Namen und die Adresse der Gesuchstellerin;

  2. die Namen und die Adressen der ausländischen Importeurinnen, aufgeschlüsselt nach Empfängerstaaten;

  3. den Namen des Stoffes nach Ziffer 4.2.1, der Zubereitung oder der Zubereitungen, die einen solchen Stoff enthalten, und gegebenenfalls den Namen und die Gehalte des Stoffes in den Zubereitungen;

  4. die vorgesehene jährliche Ausfuhrmenge des Stoffes oder der Zubereitungen in Kilogramm pro Importeurin und Einfuhrland;

  5. Hinweise auf die Gegenmassnahmen im Unglücksfall, auf Massnahmen zur schadlosen Entsorgung und auf sonstige Vorsichtsmassnahmen, namentlich zur Expositions- und zur Emissionsminderung;

  6. Angaben zu den vorgesehenen Anwendungen;

  7. das Sicherheitsdatenblatt oder die Sicherheitsdatenblätter nach Artikel 20 der Chemikalienverordnung vom5. Juni 20154;

  8. gegebenenfalls eine Bescheinigung nach Ziffer 4.2.2 Absatz 2.

4.2.4 Entscheid

Das BAFU entscheidet innerhalb von 30 Tagen, nachdem ihm alle erforderlichen Unterlagen vorliegen.

Die Liste kann beim BAFU, 3003 Bern gegen Verrechnung bezogen, kostenlos eingesehen oder abgerufen werden unter www.pic.int > Countries > Status of ratifications

Eine Ausfuhrbewilligung wird für eine Dauer von höchstens 12 Monaten und jeweils befristet auf das Ende eines Kalenderjahres erteilt; sie wird mit einer länderspezifischen Nummer versehen.

4.2.5 Pflichten bei der Ausfuhr

Die nach Artikel 26 des Zollgesetzes vom 18. März 20055 anmeldepflichtige Person muss in der Zollanmeldung angeben:

  1. dass die Ausfuhr der Stoffe nach Ziffer 4.2.1 oder der Zubereitungen, die solche Stoffe enthalten, nach diesem Anhang bewilligungspflichtig ist;

  2. die länderspezifische Nummer der Ausfuhrbewilligung.

Auf Verlangen der Zollstelle muss die anmeldepflichtige Person eine Kopie der Ausfuhrbewilligung nach diesem Anhang vorlegen.

Bei der Auslagerung aus einem offenen Zolllager, einem Lager für Massengüter oder einem Zollfreilager muss die Lagerhalterin oder die Einlagererin die länderspezifische Nummer der Ausfuhrbewilligung in einer Bestandesaufzeichnung vermerken.

Für die Kennzeichnung und die Bereitstellung des Sicherheitsdatenblattes gelten die Bestimmungen von Artikel 5 Absätze1 und 3 der PIC-Verordnung vom 10. November 20046.

Beilage (Ziff. II) Änderung eines anderen Erlasses Die PIC-Verordnung vom 10. November 20047 wird wie folgt geändert:

Art. 3 Abs. 2

Von der Mitteilungspflicht nach Absatz 1 ausgenommen sind Chemikalien nach Anhang 1, die für eine Verwendungen als Pflanzenschutzmittel ausgeführt werden sollen und die der Bewilligungspflicht nach Anhang 2.5 Ziffer 4.2.1 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 18. Mai 20058 unterliegen.

Anhang 1

Die Einträge für die Stoffe Atrazin, Diafenthiuron, Methidathion, Paraquat und Profenofos werden gelöscht.