Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

E-6830/2009

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren)

Rubrum

Abteilung V E-6830/2009/ {T 0/2}

Abschreibungsentscheid vom 27. November 2009

Besetzung

Einzelrichter Markus König, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

Parteien

A._______, Nigeria, unbekannten Aufenthalts, Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.

Gegenstand

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. September 2009 / N (...)

E-6830/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. September 2009 gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 27. Juli 2009 nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien sowie den sofortigen Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer am 9. Oktober 2009 beim BFM eine Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 30. September 2009 eingereicht hat,

dass das BFM die unmissverständlich als "Verwaltungsbeschwerde" bezeichnete – und auch sonst als solche erkennbare – Eingabe am 2. November 2009 erst Wochen später (und zehn Tage nach dem vorgesehenen Vollzugstermin vom 23. Oktober 2009) zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiterleitete,

dass zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers in Italien geltend gemacht wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Instruktionsrichter mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. November 2009 den Vollzug der Wegweisung vorsorglich aussetzte,

dass der Aufenthaltsort des Beschwerdeführers gemäss einer Meldung der zuständigen kantonalen Behörde vom 23. Oktober 2009 an das Bundesamt seit dem 22. Oktober 2009 nicht mehr bekannt war,

dass der Instruktionsrichter die Vorinstanz mit Verfügung vom 13. November 2009 zur Beantwortung verschiedener Fragen zur verzögerten Übermittlung des Rechtsmittels aufforderte,

dass am 13. November 2009 die zuständige Poststelle die an den Beschwerdeführer gerichtete Verfügung vom 2. November 2009 dem

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Bundesverwaltungsgericht mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retournierte,

dass die Vorinstanz ihre Stellungnahme am 25. November 2009 einreichte, die verspätete Übermittlung der Beschwerde bedauerte, die auf ein "singuläres und menschliches Versehen" zurückzuführen sei, im Übrigen an ihren Erwägungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte,

dass der Beschwerdeführer trotz intensiver Abklärungsbemühungen des Instruktionsrichters nach wie vor unbekannten Aufenthalts ist,

dass der Beschwerdeführer für das Bundesverwaltungsgericht nicht erreichbar ist und das Rekursverfahren unter diesen Umständen praxisgemäss im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden abgeschrieben werden muss (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG, Art. 111 Bst. a AsylG),

dass angesichts der Verfahrensumstände keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Regeste

Wegweisung Dublin (Art. 107a AsylG) Wegweisung Dublin (Art. 107a AsylG)

Dispositiv

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Das Beschwerdeverfahren muss infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden.

2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. Dieser Entscheid geht an den Beschwerdeführer (bei Bekanntwerden seiner Adresse), an das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand: 30. November 2009

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Asylgesetz, Art. 34, Art. 105, Art. 107a und Art. 111 — gelesen in der Fassung vom 12. Dezember 2008; der Erlass wurde am 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 29. September 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Februar 2014, 1. Juli 2015, 20. Juli 2015, 29. September 2015, 1. Oktober 2015, 29. September 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. März 2019, 1. Juni 2019, 1. Januar 2020, 1. April 2020, 1. November 2020, 1. Januar 2021, 1. Juni 2022, 1. September 2022, 22. November 2022, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Juni 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2025, 1. Juni 2026 und 12. Juni 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Bundesgericht, Art. 83 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2009; der Erlass wurde am 1. Januar 2011, 1. April 2011, 5. Dezember 2011, 1. Januar 2012, 1. April 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 1. Februar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. August 2014, 1. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Juni 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2024, 1. Februar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2026 und 13. Mai 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht, Art. 31, Art. 32 und Art. 33 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2009; der Erlass wurde am 1. Januar 2011, 1. Februar 2011, 5. Dezember 2011, 1. Januar 2012, 1. April 2012, 16. Juli 2012, 1. Dezember 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2015, 1. November 2015, 1. Juli 2016, 1. Januar 2017, 1. September 2017, 1. Januar 2019, 1. Januar 2020, 1. Juli 2020, 1. Januar 2021, 1. März 2021, 1. September 2023, 15. Mai 2025, 15. Juni 2025 und 12. Juni 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Art. 48 und Art. 63 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2009; der Erlass wurde am 1. Januar 2011, 1. Mai 2013, 1. Januar 2015, 1. Januar 2017, 1. Januar 2018, 1. April 2019, 1. April 2020, 1. Januar 2021 und 1. Juli 2022 erneut konsolidiert.