26.1027
Ergänzende Zahlen und Daten zu "UNICEF Report Card 20"
Wortlaut
Im Mai 2026 wurde die neue "UNICEF Report Card 20" zur Situation von Kindern und Jugendlichen in wohlhabenden Ländern veröffentlicht. Untersucht wurde z.B., warum es Kindern trotz Wohlstand besser oder schlechter geht oder inwiefern sich Ungleichheit auf die Lebenszufriedenheit, schulische Kompetenzen und Gesundheit auswirkt.Insgesamt wird der Schweiz zwar ein gutes Zeugnis ausgestellt, die Studie zeigt aber auch, dass sich ökonomische Ungleichheiten in allen Bereichen auf das Leben von Kindern auswirken. Gemäss Studie wäre es zentral, dass detailliertere Zahlen und Daten auf nationaler Ebene zur Verfügung stehen würden. Deswegen bitte ich den Bundesrat zur Beantwortung folgender Fragen:
1. Verfügt das Bundesamt für Statistik über weitere Zahlen zu den untersuchten Bereichen im Report (z.B. zur Gesundheit oder zur Suizidrate verbunden mit dem sozioökonomischen Hintergrund)?
2. Können Daten zu Kindern für weitere Erkenntnisse aufgeschlüsselt zur Verfügung gestellt werden?
3. Wo sieht der Bundesrat den stärksten Optimierungsbedarf in der Erfassung der Daten zur Situation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz?
Stellungnahme des Bundesrates
1: Das Bundesamt für Statistik (BFS) verfügt über weitere Daten zu Kindern und Jugendlichen bezüglich psychischer Belastung, körperlicher Gesundheit, Gesundheits-versorgung, sozialer Situation und Bildung. In Bezug auf die soziale Situation existieren insbesondere Daten zur kinderspezifischen Deprivation, Armutsgefährdungsquote, Armutsquote und Entbehrung von Pflegeleistungen. Darüber hinaus verfügt beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit dem «Survey HBSC (Health Behaviour in School aged Children)» Daten zur Gesundheit und Lebensstil von 11- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler. Zudem wird das Programme for International Student Assessment (PISA)- von der Eidgenossenschaft (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) und den Kantonen (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen- und direktoren ,EDK) gemeinsam getragen; die EDK führt darüber hinaus die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) durch.
Beispiele für die Auswertungen dieser Daten zeigen die Arbeiten des Gesundheits-observatorium (Obsan) wie der Nationale Gesundheitsbericht aus den Jahren 2020 und 2025 oder der am 22. Juni 2026 durch das BAG publizierte Bericht «KidsHealthCH» mit Ergebnissen aus dem Schweizer Monitoring der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Der Bericht des BAG stellt mit über 100 Indikatoren die aktuelle Datenlage zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar und weist auch auf Datenlücken hin.
Regelmässige Analysen zum Schweizer Bildungssystem werden von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF), eine gemeinsame Institution der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der EDK, durchgeführt. Der Bildungsbericht Schweiz 2026 der SKBF ist nach Bildungsstufen gegliedert und beurteilt das Schweizer Bildungssystem anhand von Effizienz, Effektivität und Chancengerechtigkeit. Ziel ist es, eine aktuelle Gesamtschau zu bieten, die als verlässliche Referenz für Bund und Kantone zur Weiterentwicklung des Bildungssystems dient.
2 und 3: Es gibt die Möglichkeit, Daten zu Kindern und Jugendlichen stärker zu differenzieren, insbesondere durch die Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Bereichen wie Bildung, Gesundheit und sozialer Lage. Ein Beispiel hierfür findet sich in der Publikation des BFS über den «Erwerb eines Abschlusses der Sekundarstufe II nach dem sozioökonomischen Hintergrund der Jugendlichen». Die Erkenntnisse aus diesem Bericht wurden auch im Rahmen des nationalen Armutsmonitoring verwendet (siehe Schwerpunktheft «Bildung und Armut in der Schweiz). Das Obsan hat im Nationalen Gesundheitsbericht (NGB) 2020 sowie im NGB 2025 die Situation zur Datenlage analysiert und Empfehlungen ausgesprochen. Es wurde festgestellt, dass Daten zur Situation von Kindern und Jugendlichen grundsätzlich vorliegen, dies jedoch fragmentiert über verschiedene Themenbereiche und Institutionen. Aufgrund unterschiedlicher Datenquellen- und Erhebungen sind sie nur eingeschränkt vergleichbar. Die derzeitige finanzielle Lage des Bundes und die Aufgabenkürzung lassen momentan jedoch keine zusätzlichen Projekte zu.