26.4034

Herausforderungen rund um den Ressourcenverbrauch von Rechenzentren

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, der einen Überblick über die Herausforderungen rund um den Ressourcenverbrauch von Rechenzentren in der Schweiz gibt.

Begründung

Die Zahl der Rechenzentren in der Schweiz nimmt stetig zu, ohne dass jemand den Gesamtüberblick hat. Die Zentren sind grosse Energie- und Wasserverbraucher und produzieren gleichzeitig Abwärme, die genutzt werden kann.

Ein kürzlich vom Bundesamt für Energie veröffentlichter Bericht hält fest, dass die Rechenzentren bereits 2024 rund 2,1 Terawattstunden Strom verbrauchten, was 3,6 Prozent des Gesamtstromverbrauchs der Schweiz entspricht. Bis 2030 wird ein zusätzlicher Anstieg des Stromverbrauchs um 2,5 bis 3,2 Terawattstunden erwartet.

Rechenzentren müssen zudem mit grossen Wassermengen gekühlt werden. In den Sommermonaten kann sich der Wasserverbrauch der Rechenzentren gegenüber dem Jahresdurchschnitt verdreifachen, an einzelnen Tagen kann er sogar das Zehnfache des Jahresdurchschnitts erreichen. In der Schweiz können diese Schwankungen noch ausgeprägter ausfallen, und der Wasserverbrauch der Rechenzentren kann mit anderen Bereichen (Haushalte, Landwirtschaft, Energie usw.) in Konflikt geraten.

In diesem Zusammenhang soll der Bericht namentlich folgende Punkte behandeln:

  1. Eine Erhebung der bestehenden Rechenzentrumsprojekte und jener in Planung sowie eine Schätzung der Projekte, die in den nächsten 5–10 Jahren entstehen könnten;

  2. den zu erwartenden Stromverbrauch und die Massnahmen, mit denen dieser Verbrauch reduziert und durch Strom aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden und mit denen die Abwärme genutzt werden kann;

  3. den zu erwartenden Wasserverbrauch und die Massnahmen, mit denen dieser Verbrauch reduziert werden kann, sowie zu erwartende Nutzungskonflikte mit anderen Bereichen;

  4. mögliche Anpassungen rechtlicher Grundlagen, die zur Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen erforderlich sind.

Heute besteht keine Übersicht über die von Rechenzentren verbrauchten Ressourcenmengen. Wächst der Sektor in diesem Tempo weiter, könnte der Strom- und Wasserverbrauch in der Schweiz zu einem Problem werden, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist. Eine Gesamtsicht würde es ermöglichen, das Ausmass der Herausforderungen besser einzuschätzen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

Antrag des Bundesrates

Ablehnung

Stellungnahme des Bundesrates

1. Gemäss der im Jahr 2026 veröffentlichten Studie «Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenzial» des Bundesamts für Energie (BFE) hat der Ausbau der Rechenzentren in der Schweiz zwischen 2019 und 2024 zu einer Zunahme ihres Stromverbrauchs um rund 20 Prozent geführt. Die Studie weist darauf hin, dass sich die mittelfristige Entwicklung angesichts des rasanten technologischen Fortschritts in diesem Sektor nur schwer abschätzen lässt. Langfristige Prognosen über das Jahr 2030 hinaus sind mit noch grösseren Unsicherheiten behaftet, da die künstliche Intelligenz das digitale Nutzungsverhalten grundlegend verändern könnte.

2. / 3. Die Massnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs sind hinlänglich bekannt. Die Branche konnte ihre Energieeffizienz in den letzten Jahren bereits deutlich steigern. Zudem können die Kantone und Gemeinden beim Bau neuer Rechenzentren Vorgaben zur Energieeffizienz, zum Einsatz erneuerbarer Energien oder zur Nutzung der Abwärme machen. Hinsichtlich der Abwärmenutzung hat der Bundesrat vor Kurzem einen Bericht in Erfüllung des Postulates 23.3020 der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates veröffentlicht. Gestützt auf europäische Durchschnittswerte kann davon ausgegangen werden, dass die Rechenzentren in der Schweiz derzeit insgesamt rund 1 000 000 m³ Wasser pro Jahr verbrauchen. Das entspricht dem jährlichen Wasserverbrauch von rund 20 000 Personen. Dabei handelt es sich um den Bruttoverbrauch: Ein Teil des Wassers wird anschliessend wieder zurückgeführt und kann erneut genutzt werden. Es obliegt den kantonalen Behörden und je nach Kantonsrecht teilweise auch den Gemeindebehörden, die Auswirkungen eines solchen Projekts auf die Wasserressourcen zu beurteilen, bevor sie die Bewilligung dafür erteilen. Ausserdem müssen sie allenfalls erforderliche Vorkehrungen zur Vermeidung von Nutzungskonflikten treffen und dafür sorgen, dass bei der Entnahme oder Rückführung von Wasser alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.

4. Der bestehende Rechtsrahmen im Energie- und Wasserbereich erlaubt es bereits heute, den Herausforderungen im Zusammenhang mit der Ressourceneffizienz von Rechenzentren zu begegnen. Für die Zukunft gilt es, den tatsächlichen Energie- und Wasserverbrauch dieser Infrastrukturen systematisch zu überwachen und bei Bedarf Massnahmen zu ergreifen.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.