Komplexe Endo-Urologie (SIWF)
Anhang 3
1 Allgemeines
Der Schwerpunkt Komplexe Endo-Urologie umfasst die Weiterbildung der Fachärztin oder des Facharztes für Urologie zum Erlernen und Beherrschen von operativen Eingriffen und Therapien auf dem Gebiet der Endo-Urologie höheren Schwierigkeitsgrades.
2 Dauer und Gliederung und weitere Bestimmungen
2.1 Dauer und Gliederung
Die Dauer der Weiterbildung beträgt 3 Jahre. Für Titelträgerinnen und Titelträger der Schwerpunkte Uro-Onkologie und/oder Rekonstruktive Urologie beträgt die Dauer der Weiterbildung 2 Jahre.
Ein Jahr der Weiterbildung kann im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzttitel für Urologie absolviert werden, sofern es in den letzten 2 Jahren der fachspezifischen Weiterbildung zum Facharzttitel stattfindet (vgl. Ziffer 2.1.2 des Weiterbildungsprogramms Urologie).
Mindestens die Hälfte der Weiterbildung muss an einer Weiterbildungsstätte der Kategorie A1 oder A2 erfolgen.
Mindestens die Hälfte des Operationskataloges (für alle Kategorien einzeln betrachtet) muss an anerkannten Weiterbildungsstätten in der Schweiz absolviert werden.
2.2 Weitere Bestimmungen
2.2.1 Geforderter Facharzttitel
Voraussetzung für den Erwerb des Schwerpunktes ist der Besitz des Facharzttitels für Urologie.
2.2.2 Anrechnung ausländischer Weiterbildung
Höchstens 1 1/2 Jahre der gesamten Weiterbildung zum Schwerpunkt können im Ausland absolviert werden (Art. 33 WBO), wenn der Nachweis der Gleichwertigkeit für alle Weiterbildungsanforderungen erbracht ist. Es wird empfohlen, die Zustimmung der Titelkommission SIWF (TK, Anfrage an die Geschäftsstelle des SIWF) einzuholen. Dies gilt auch bei Vorliegen eines gleichwertigen ausländischen Diploms.
2.2.3 Teilnahme an Kongressen
Die Kandidatinnen und Kandidaten nehmen an mindestens zwei internationalen oder nationalen Kongressen aus folgender Liste im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt teil: European Association of Urology (EAU), American Association of Urology (AUA), Société Internationale d’Urologie (SIU), Endourological Society, International Continence Society (ICS), Association Française d’Urologie (AFU), Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU).
SIWF Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung | ISFM Institut suisse pour la formation médicale postgraduée et continue Postfach | 3000 Bern 16 | Telefon +41 31 503 06 00 | info@siwf.ch | www.siwf.ch
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2.2.4 Kurzperioden und Teilzeit (vgl. Art. 30 und 32 WBO)
Die gesamte Weiterbildung kann in Teilzeit absolviert werden (vgl. Auslegung).
3 Inhalt der Weiterbildung
Die Lernziele für den Schwerpunkt ergeben sich aus dem unter Ziffer 3.1 aufgeführten Operationskatalog.
Die aufgeführten Operationen müssen selbständig als Operateurin oder Operateur durchgeführt werden. Instruktionsassistenzen können anerkannt werden. Die Operationstechnik ist für die Anerkennung der Operationen nicht relevant.
3.1 Operative logbook as operator
Upper trakt endoscopy, PCNL, combined approaches, tumours and strictures 40 BPH surgery: at least 25 of 2 of the following techniques; TURP, endoscopic vaporization, prostate enucleation Ureteroscopies (excluding those from Urology title) 75 Others: kidney and ureteral operations from catalogue of Uro-Oncology and Reconstructive Urology: Nephrectomy, partial nephrectomy, nephro-ureterec- 10 tomy, urinary diversions, ureteral reimplants and reconstructions, pyeloplasties Total 200
4 Prüfungsreglement
4.1 Prüfungsziel
Es wird geprüft, ob die Kandidatin oder der Kandidat die unter Ziffer 3 des Weiterbildungsprogramms aufgeführten Lernziele erfüllt und somit befähigt ist, Patientinnen und Patienten im Gebiet des Schwerpunktes Komplexe Endo-Urologie selbständig und kompetent auszuführen.
4.2 Prüfungsstoff
Der Prüfungsstoff umfasst den ganzen Lernzielkatalog unter Ziffer 3 des Weiterbildungsprogramms.
4.3 Prüfungskommission
4.3.1 Wahl
Die Mitglieder der Prüfungskommission werden für zwei Jahre an der Jahresversammlung der SGU durch das Plenum gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich.
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4.3.2 Zusammensetzung
Sie besteht aus 5 Mitgliedern und ist wie folgt zusammengesetzt:
1 Präsidentin / Präsident
1 Vertreterin / Vertreter einer Weiterbildungsstätte der Kategorie A1
1 Vertreterin / Vertreter einer Weiterbildungsstätte der Kategorie A2 oder B
2 Urologinnen / Urologen in freier Praxis
Die Präsidentin oder der Präsident und die beiden Vertreterinnen oder Vertreter der Weiterbildungsstätten müssen im Besitz des Schwerpunktes sein.
4.3.3 Aufgaben der Prüfungskommission
Die Prüfungskommission hat folgende Aufgaben:
Organisation und Durchführung der Prüfung;
Bezeichnung von Expertinnen / Experten für die praktisch-mündliche Prüfung;
Prüfungsbewertung und Mitteilung des Prüfungsresultates;
Festlegung der Prüfungsgebühr;
Periodische Überprüfung bzw. Überarbeitung des Prüfungsreglements;
Gewährung der Akteneinsicht in die Prüfungsunterlagen;
Stellungnahme und Auskunftserteilung im Einspracheverfahren.
4.4 Prüfungsart
Es handelt sich um eine praktisch-mündliche Prüfung. Die Kandidatin oder Der Kandidat führt eine unter Ziffer 3.1 aufgeführte Operation als Operateurin oder Operateur durch.
4.5 Prüfungsmodalitäten
4.5.1 Zeitpunkt
Es wird empfohlen, die Prüfung im letzten Jahr der Schwerpunktweiterbildung zu absolvieren.
4.5.2 Zulassung
Zur Schwerpunktprüfung wird nur zugelassen, wer über ein eidgenössisches oder anerkanntes ausländisches Arztdiplom und über einen eidg. oder anerkannten Facharzttitel für Urologie verfügt sowie den OP-Katalog gemäss Ziffer 3.1 zu 80% erfüllt.
4.5.3 Ort und Datum der Prüfung
Die Prüfung findet in der Regel am aktuellen Weiterbildungsort der Kandidatin oder des Kandidaten statt und wird einzeln auf Vereinbarung mit der Prüfungskommission durchgeführt. Prüfungen im Ausland sind nicht möglich.
4.5.4 Protokoll
Über die praktisch-mündliche Prüfung wird ein Protokoll geführt. Die Kandidatin oder der Kandidat erhält eine Kopie des Protokolls.
4.5.5 Prüfungssprache
Die praktisch-mündliche Prüfung kann auf Deutsch, Französisch und Italienisch abgelegt werden. Mit Einverständnis der Kandidatin oder des Kandidaten kann sie auch auf Englisch erfolgen.
4.5.6 Prüfungsgebühren
Die Schweizerische Gesellschaft für Urologie erhebt eine Prüfungsgebühr, welche vom Vorstand der SGU festgelegt und zusammen mit der Ankündigung auf der Website des SIWF publiziert wird.
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Die Prüfungsgebühr ist mit der Anmeldung zur Schwerpunktprüfung zu entrichten. Bei Rückzug der Anmeldung wird sie nur zurückerstattet, wenn die Anmeldung mindestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin zurückgezogen worden ist. Bei Rückzug zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt die Gebührenrückerstattung nur aus wichtigen Gründen.
4.6 Bewertungskriterien
Die Prüfung wird mit «bestanden» oder «nicht bestanden» bewertet.
4.7 Eröffnung des Prüfungsresultates, Wiederholung der Prüfung und Einsprache
4.7.1 Eröffnung
Das Ergebnis der Prüfung ist der Kandidatin oder dem Kandidaten unter Angabe einer Rechtsmittelbelehrung schriftlich zu eröffnen.
4.7.2 Wiederholung
Die Prüfung kann beliebig oft wiederholt werden.
4.7.3 Einsprache
Der Entscheid über die Nichtzulassung zur Schwerpunktprüfung kann innert 30 Tagen, derjenige über das Nichtbestehen der Prüfung innert 60 Tagen ab schriftlicher Eröffnung bei der Einsprachekommission Weiterbildungstitel (EK WBT) angefochten werden (Art. 12 Abs. 2 WBO in Verbindung mit Art. 23 und Art. 27 WBO).
5 Kriterien für die Anerkennung und Einteilung der Weiterbildungsstätten
Kategorie A1 (3 Jahre)
Kategorie A2 (3 Jahre)
Kategorie B (1½ Jahre)
Es gelten die Kriterien für die Einteilung der Weiterbildungsstätten in Urologie (vgl. Ziffer 5 des Weiterbildungsprogramms für den Erwerb des Facharzttitels für Urologie).
Die Leiterin oder der Leiter ist dafür verantwortlich, dass mindestens eine andere Kaderärztin oder ein anderer Kaderarzt, über den Schwerpunkt Komplexe Endo-Urologie verfügt, falls sie oder er selbst nicht Inhaberin oder Inhaber desselben ist.
6 Übergangsbestimmungen
Das SIWF hat das vorliegende Weiterbildungsprogramm am 17. Juni 2021 genehmigt und per 1. Juli 2025 in Kraft gesetzt.
Inhaberinnen und Inhaber des bisherigen Schwerpunktes «operative Urologie» erhalten die Schwerpunkte «Uro-Onkologie», «Komplexe Endo-Urologie» und «Rekonstruktive Urologie» ohne weitere Voraussetzungen und können gegen einen Unkostenbeitrag gemäss Gebührenordnung neue Diplome verlangen.
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Wer sämtliche Bedingungen des Weiterbildungsprogramms (inklusive Anmeldung zur Prüfung) «operative Urologie» vom 1. Juli 2015 (letzte Revision: 19. Oktober 2017) bis am 30. Juni 2028 abgeschlossen hat, erhält die Schwerpunkte «Uro-Onkologie», «Komplexe Endo-Urologie» und «Rekonstruktive Urologie» automatisch (anstelle des Schwerpunktes «operative Urologie»). Es wird nur die Gebühr für den Erwerb eines Schwerpunktes in Rechnung gestellt. Anmeldungen zur Schwerpunktprüfung für den Schwerpunkt operative Urologie können längstens bis Ende 2027 entgegengenommen werden.
Bern, 23.06.2025/pb