Use Case «Absturzsicherheit»: Hilfsmittel 2
Use Case «Absturzsicherheit»: Hilfsmittel 2 Planungshilfe für die Phase Projektplanung Anwendung der BIM-Methode zur Gewährleistung der Absturzsicherheit während der Bauphase
Dieses Dokument ist ein Hilfsmittel für Planerinnen und Planer für das Bauen mit der BIM-Methode (Building Information Modeling). Diese Planungshilfe zeigt Ihnen auf, worauf bei der Modellierung von kollektiv genutzten Sicherheits- und Gesundheitsschutzmassnahmen mit BIM geachtet werden muss und wie sie auszuschreiben sind.
Alle Informationen der Suva zu BIM und weitere Hilfsmittel für die Modellierung und Ausschreibung der Absturzsicherungsmassnahmen finden Sie auf www.suva.ch/bim.
Den Use Case «Absturzsicherheit» finden Sie auf der Website ucm.buildingsmart.org.
1 Einführung
Im Beschrieb des Use Case «Absturzsicherheit» wird Folgendes festgehalten1:
«Als Grundlage für die Ausschreibung erstellt der Planer anhand der koordinierten Fachmodelle aller Gewerke das Fachmodell «Absturzsicherheit», die Ablaufplanung und das Leistungsverzeichnis für die kollektiven Schutzmassnahmen. Das «Planungswerkzeug Baustellenspezifische Massnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz» unter www.suva.ch/88218.d gibt dazu weitere Hilfe 1 Fertig modelliertes Fachmodell «Absturzsicherheit» stellung.»
Alle in diesem Dokument erwähnten Publikationen Das vorliegende Dokument bietet Planerinnen und und Hilfsmittel finden Sie auf: www.suva.ch/bim Planern eine Hilfe für die Modellierung des Fachmodells «Absturzsicherheit» und die Ausschreibung der kollektiven resp. baustellenspezifischen Massnahmen.
Punkt 4.2.1 «Phase Projektplanung (inkl. Ausschreibung)» im Abschnitt «Ausschreibung, Auftragsvergabe und Projektorganisation»
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2 Baustellenspezifische
Absturzsicherungsmassnahmen
Wenn Sicherheits- und Gesundheitsschutzmassnahmen 2.2 Hilfsmittel für die Modellierung auf einer Baustelle von mehreren Unternehmen benützt werden, gelten sie gemäss Bauarbeitenverordnung (BauAV) als baustellenspezifische Massnahmen. Solche Massnahmen müssen gemäss Artikel 3 der BauAV geplant (und damit ausgeschrieben) und während der Ausführung der Bauarbeiten koordiniert werden.
2.1 Absturzsicherungstypen
1 Seitenschutz: konventionell
3 Beispiel aus Solibri: Überprüfung eines Tragwerkmodells auf
Absturzrisiken LOG 100 / LOI 300/400 Attribute Projektplanung • Klasse (gem. Norm) Ausschreibung • Höhe
Länge
Baufortschritt (Zeit von bis)
Optionen: System, Verankerungssystem Projektplanung • wie Projektplanung Angebot Ausschreibung
System
Verankerungssystem Nebst den Absturzsicherungstypen als parametrischen
Preis Ausführungsplanung • wie Projektplanung Angebot Erstellung • wie Ausführungsplanung Bauteilen bieten wir auch Hilfsmittel für die Überprüfung Gewerk: Baumeister, Betonelementbau, Dachdecker, Fassadenbau, Holzbau, Stahlbau
Eigenschaften und technische Daten von IFC-Modellen auf Absturzrisiken und für die automa-
Absturzhöhe > 2,0 m
Pfostenabstand ≤ 2,5 m
Regelquerschnitt Längsbauteile (Massivholz) 125 x 27 mm tisierte Erstellung des Fachmodells «Absturzsicherheit» an.
Oberkante Geländerholm ≥ 100 cm
Oberkante Bordbrett ≥ 15 cm
vertikaler Abstand Längsbauteile ≤ 47 cm
Klasse A
Neigung der Arbeitsebene bis 10 °
max. 55 mm Durchbiegung/Auslenkung bei Belastung von 30 kg
Klasse B ≤ 470 • Neigung der Arbeitsebene 10 ° bis 30 ° • Pendelschlagversuch gemäss SN EN 13374
≥ 1000 Normen und Standards • BauAV Art. 22, 23
≤ 470 • SN EN 13374
Dokumente der Suva ≥ 150 • Factsheet «Seitenschutz. Anforderungen an die Bauteile», www.suva.ch/33017.d
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2 Beispiel aus dem Hilfsmittel 3 zum Use Case
Absturzsicherheit: www.suva.ch/88326-3.d
Für die Planung der Absturzsicherungsmassnahmen wurden im Use Case «Absturzsicherheit» 20 Absturzsicherungstypen definiert. Diese basieren auf der Bauarbeitenverordnung und den einschlägigen Normen. Die Suva stellt zu den einzelnen Typen auch detaillierte Unterlagen zur Verfügung. Alle Informationen zu den Typen 1 – 20 sind im Dokument «Use Case ‹Absturzsicherheit›: Hilfsmittel 3. Beschrieb der Absturzsicherungstypen», www.suva.ch/88326-3.d, zusammengestellt.
Diese Absturzsicherungstypen stehen als parametrische Bauteile in den gängigsten Software-Tools für die Modellierung zur Verfügung.
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3 Hinweise für die Modellierung und
Ausschreibung
3.1 Seitenschutz
Ungeschützte Stellen mit mehr als 2 m Absturzhöhe müssen mit einem Seitenschutz gesichert werden. Bei mehr als 3 m Absturzhöhe ist ein Fassadengerüst zu erstellen (siehe Punkt 3.2).
Hinweise für die Modellierung der Absturzsicherungstypen 1 bis 3
Bodenplatten benötigen am Rand einen Seitenschutz, bis die Baugrube hinterfüllt ist.
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 314 D/2013 Maurerarbeiten 1 Seitenschutz: konventionell 914 Provisorische Geländer erstellen. Inkl. Vorhalten und 2 Seitenschutz: mit rot-weissen Absperrlatten Entfernen.
3 Seitenschutz: mit Auffangnetzen
NPK 331 D/2014 Zimmerarbeiten: Tragkonstruktionen 143 .100 Provisorische Geländer NPK 332 D/2008 Elementbau in Holz 133 .100 Provisorische Geländer NPK 333 D/2014 Holzbau: Bekleidungen und Ausbau 143 .100 Provisorische Geländer
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3.2 Fassadengerüst • Gerüst muss in jeder Bauphase die oberste Absturzkante um 80 cm oder, wenn der Seitenschutz des Bei Hochbauarbeiten muss ab einer Absturzhöhe von 3 m Gerüstes näher als 60 cm zur Absturzkante liegt, um ein Fassadengerüst erstellt werden. Auch in Innenhöfen mindestens 100 cm überragen (vor allem in Ausfühkann ein Fassadengerüst zur Anwendung kommen. rungsplanung und Erstellungsphase beachten).
Mindestens einen regelkonformen Treppenaufgang pro Hinweise für die Modellierung der Gebäude erstellen. Absturzsicherungstypen 6 bis 10 sowie 16 • Für jeden Arbeitsplatz auf dem Gerüst ist in höchstens
Gerüst in Elementen von je einer Höhe von 2 m 25 m Entfernung ein Zugang zu erstellen. modellieren (üblicher vertikaler Abstand zwischen 2 • An Gerüsten, die höher als 25 m sind, ist zudem min- Gerüstläufen) destens ein Aufzug zu montieren, der vom Hersteller
Abstand zur Fassade max. 30 cm für Material- und Personentransporte vorgesehen ist.
Je nach Aufbau der Fassade Innenkonsolen (Typ 9) oder Innengeländer (Typ 10) vorsehen.
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 114 D/2012 Arbeitsgerüste 6 Fassadengerüst: leichtes Arbeitsgerüst (Verputz- / Maler- 210 Fassadengerüste, Lastklasse 3 gerüst) 7 Fassadengerüst: schweres Arbeitsgerüst (Maurergerüst) 220 Fassadengerüste, Lastklasse 4 8 Fassadengerüst: Besonders schweres Arbeitsgerüst 230 Fassadengerüste, Lastklasse 5 (Steinhauergerüst) 9 Innenkonsole für Fassadengerüst 321 Gerüstverbreiterungen mit Konsolen nach innen (nur für Lastklasse 3 *) 10 Innengeländer für Fassadengerüst 323 Innerer Geländerholm, innerer Seitenschutz und Innenrohre auf Höhe Gerüstgang (nur für Lastklasse 3*)
16 Gerüstzugang 361 Treppen
* für Lastklassen 4 und 5 ist Pos. 371 massgebend: Mehrleistungen zu Gerüstergänzungen von Fassadengerüsten. Für Lastklassen ausserhalb Lastklasse 3.
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3.3 Dächer
3.3.1 Dachrandsicherung
Die Dachrandsicherung erfolgt durch das Gerüst, welches je nach Dachneigung unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden muss.
Hinweise für die Modellierung der Absturzsicherungstypen 11 bis 15
Abstand Belag unterhalb der Absturzkante ≤ 100 cm
Abstand Seitenschutz von der fertigen Dachtraufe oder von der Aussenkante des Daches ≥ 60 cm
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 114 D/2012 Arbeitsgerüste
11 Gerüst am Dachrand: Flachdach bis 10° 210 Fassadengerüste, Lastklasse 3
220 Fassadengerüste, Lastklasse 4
230 Fassadengerüste, Lastklasse 5
12 Gerüst am Dachrand: Dachneigung bis 30°: 311 Spenglergänge für dynamische Beanspruchung Spenglergang (nur für Lastklasse 3 *) 13 Gerüst am Dachrand: Dachneigung 30° bis 60 °: 315 Dachdecker-Schutzwände (nur für Lastklasse 3 *) Dachdeckerschutzwand 14 Gerüst am Dachrand: Giebelseite ohne Arbeitsraum 316 Giebelseitige Absturzsicherungen (nur für Lastklasse 3 *) 15 Gerüst am Dachrand: Giebelseite mit Arbeitsraum 316 Giebelseitige Absturzsicherungen (nur für Lastklasse 3 *)
* für Lastklassen 4 und 5 ist Pos. 371 massgebend: Mehrleistungen zu Gerüstergänzungen von Fassadengerüsten. Für Lastklassen ausserhalb Lastklasse 3.
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3.3.2 Sicherung gegen Sturz nach innen
Auffangnetz
Hinweise für die Modellierung des Absturzsicherungstyps 19
Absturzhöhe (Skelett- und Elementbau) > 2,0 m
Absturzhöhe ins Netz ≤ 3 m
Netzdurchhang bei Sturz ≤ 2,0 m
Sturzraum freihalten (gegebenenfalls als Freihalteraum modellieren)
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 114 D/2012 Arbeitsgerüste
19 Auffangnetz 561 Auffangnetze als Absturzsicherung
Hinweis zu Stahlbauten Sicherheitseinrichtungen sind im Montagepreis inbegriffen. Sie müssen nur ausgeschrieben werden, wenn diese Einrichtungen und Leistungen bauseits zusätzlich erforderlich sind.
Absturzsicherungstyp NPK 321 D/2013 Montagebau in Stahl
19 Auffangnetz 734 Sicherheitseinrichtungen. Antransport, Aufstellen und
Einrichten, Vorhalten, Entfernen und Abtransport.
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Fanggerüst Fanggerüste sind so anzubringen, dass Personen, Gegenstände und Materialien nicht tiefer als 2 m abstürzen können.
Hinweise für die Modellierung des Absturzsicherungstyps 20
Minimale horizontale Auskragung 1,5 m
Sturzseitig muss bei einer Absturzhöhe > 2 m ein Seitenschutz angebracht werden, damit man nicht vom Fanggerüst stürzen kann.
Zugänge zu den Arbeitsplätzen sicherstellen (keine Behinderung durch Fanggerüst)
max. 2.0 m
max. 2.0 m
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 114 D/2012 Arbeitsgerüste
20 Fanggerüst 565 Fanggerüste
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3.4 Liftschächte, Wandöffnungen
Liftschächte werden bei gerüstloser Liftmontage mit einem Seitenschutz, sonst mit Liftschachtgerüsten gesichert.
3.4.1 Seitenschutz bei Liftschacht- oder
Wandöffnungen
Hinweise für die Modellierung des Absturzsicherungstyps 4 Der Abstand zwischen der obersten Kante des Seitenschutzes und der Unterkante des Sturzes muss < 47 cm sein.
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 314 D/2013 Maurerarbeiten 4 Seitenschutz: für Liftschacht- und Wandöffnungen 912 Provisorische Abschlüsse von Tür- und Fensteröffnungen erstellen. Inkl. Befestigungsmittel und Befestigen am Bauteil, Vorhalten und Entfernen.
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3.4.2 Liftschachtgerüst
Hinweise für die Modellierung des Absturzsicherungstyps 18 Abstand zur Schachtwand < 30 cm (sonst Seitenschutz erforderlich)
Ausschreibung mittels NPK Absturzsicherungstyp NPK 314 D/2013 Maurerarbeiten
18 Liftschachtgerüst 942 Schachtgerüste
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3.5 Bodenöffnungen
Bodenöffnungen, in die man hineinfallen oder hineintreten kann, müssen unabhängig von der Absturzhöhe mit einem Seitenschutz oder einer durchbruchsicheren und unverrückbaren Abdeckung gesichert werden.
3.5.1 Seitenschutz
Hinweise für die Modellierung der Absturzsicherungstypen 1 bis 3
Ausschreibung mittels NPK
Meist bauseitige Leistung.
Absturzsicherungstyp NPK 314 D/2013 Maurerarbeiten 1 Seitenschutz: konventionell 914 Provisorische Geländer erstellen. Inkl. Vorhalten und Entfernen.
2 Seitenschutz: mit rot-weissen Absperrlatten
3 Seitenschutz: mit Auffangnetzen
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3.5.2 Durchbruchsichere und unverrückbare
Abdeckung
Hinweise für die Modellierung des Absturzsicherungstyps 17
Ausschreibung mittels NPK
Meist bauseitige Leistung.
Absturzsicherungstyp NPK 314 D/2013 Maurerarbeiten 17 Durchbruchsichere und unverrückbare Abdeckung 934 Provisorisches Abdecken von Deckenöffnungen und Schächten.
14 Use Case «Absturzsicherheit»: Hilfsmittel 2
4 Weitere Informationen
Use Case «Absturzsicherheit»
Planungswerkzeug Baustellenspezifische Massnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz www.suva.ch/88218.d
Seitenschutz. Anforderungen an die Bauteile www.suva.ch/33017.d
Rot-weisse Absperrlatten im Seitenschutz. Anforderungen www.suva.ch/33008.d
Seitenschutz mit Auffangnetzen. Anforderungen www.suva.ch/33028.d
Fassadengerüste. Sicherheit durch Planung www.suva.ch/44077.d
Anforderungen an Gerüstbeläge im Spenglergang www.suva.ch/33021.d
Dachdeckerschutzwand beim Fassadengerüst www.suva.ch/33022.d
Gerüstzugänge mit Treppen www.suva.ch/33025.d
Sicherheitsanforderung für Auffangnetze www.suva.ch/33001.d
Sicheres Arbeiten im Bereich von Liftschächten www.suva.ch/44046.d
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Das Modell Suva Die vier Grundpfeiler
Die Suva ist mehr als eine Gewinne gibt die Suva in Versicherung; sie vereint Form von tieferen Prämien an Prävention, Versicherung die Versicherten zurück. und Rehabilitation.
Die Suva wird von den Sozial- Die Suva ist selbsttragend; partnern geführt. Die ausgewo- sie erhält keine öffentlichen gene Zusammensetzung des Gelder. Suva-Rats aus Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgeberverbänden, Arbeitnehmerverbänden und des Bundes ermöglicht breit abgestützte, tragfähige Lösungen.
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Auskünfte Bereich Bau Tel. 058 411 12 12 kundendienst@suva.ch
Download www.suva.ch/88326-2.d
Titel Use Case «Absturzsicherheit»: Hilfsmittel 2. Planungshilfe für die Phase Projektplanung
Abdruck – ausser für kommerzielle Nutzung – mit Quellenangabe gestattet. Erstausgabe: November 2022
Publikationsnummer 88326-2.d (nur als PDF erhältlich)