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Entscheid

87-559

Verwaltungsbehörden 21.09.1989 87.559

21. September 1989Deutsch16 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Der Bundesrat soll eine Liste derjenigen Pestizide erstellen, die nur für den Export bestimmt sind und die in der Schweiz nicht angemeldet, zurückgezogen oder verboten sind, damit wir überhaupt wissen, um welche Pestizide es geht.

2.

Diese Pestizide, ihre Produktion und Lagerung soll verboten werden. Es handelt sich vor allem um Agro-Gifte, und diese verursachen in der Dritten Welt jährlich zahlreiche Unfälle, Vergiftungen und sogar Todesfälle. Nach konservativen Schätzungen kommt es bei den rund 500 000 Tonnen Agro-Giften, die jährlich in diesen Ländern eingesetzt werden, zu annähernd

400000.

Vergiftungsunfällen, davon enden etwa 10000 tödlich. Die Stellung des Bundesrates, der ja die Motion ablehnt, kann keinesfalls befriedigen. Ich möchte auf drei Punkte seiner Stellungnahme eingehen.

1.

Der Bundesrat gibt selbst zu, dass die im Anhang der Stoffverordnung genannten Stoffe nur einen Teil der exportierten Agro-Gifte bilden. Ein Teil der exportierten Agro-Gifte ist also im Anhang schon aufgeführt, aber ein grosser Teil ist nicht erfasst.

2.

Die Aussage des Bundesrates, dass die Schweizer Behörden die Verwendbarkeit eines Produktes im Ausland nicht genügend abzuschätzen vermögen, zeugt doch von einer gravierenden Hilflosigkeit oder - man kann es auch so sehen von einem masslosen Zynismus. Die Sache ist ziemlich einfach: Was bei uns zu giftig und deshalb verboten ist, kann doch nicht plötzlich in einem anderen Land gesund sein.

3.

Auch die vom Bundesrat genannten Empfehlungen und Richtlinien der OECD und der FAO können nicht genügen. Dazu nur ein Beispiel: Nach den von der FAO verabschiedeten Pestizid-Verhaltensabkommen - das gibt es - sollten Importländer von Agro-Chemikalien über allfällige Auflagen und Verbote im Ursprungsland informiert werden. Nun ist es aber so, dass diese Agro-Gifte in den produzierenden Ländern oft gar nicht angemeldet sind und darum das Ursprungsland diese Empfehlungen schlicht und einfach umgehen kann. Ich meine, es ist schon eine schreiende Ungerechtigkeit, dass Schweizer Firmen mit hochtoxischen Agro-Giften, vor allem in der Dritten Welt, Geschäfte und Profit machen können. Aber es ist auch so, - und das müssen wir sehen - dass wir in der Schweiz, dass die Schweizer Bevölkerung betroffen ist. Diese Agro-Gifte sind zwar hier verboten, aber sie werden hier für den Export produziert und gelagert, und wozu das führen kann, das wissen wir spätestens seit «Schweizerhalle». Damals flössen nämlich viele dieser Gifte, die ausschliesslich für den Export bestimmt waren, in den Rhein. Damals, im ersten Schrecken, wurde von seilen der Behörden und auch der Chemie immer wieder gesagt, dass es nun gelte, Massnahmen zu ergreifen, dass es auch darum gehe, die Produktion gewisser giftiger Stoffe einzustellen. Aber seither ist nicht gerade viel geschehen. Ich meine, hier gilt es nun. Hier können Sie einen Anfang machen und die Produktion und Lagerung von giftigen Pestiziden verbieten. Es handelt sich wie gesagt vor allem um Agro-Gifte, die für den Export bestimmt sind. Ich bitte Sie um Zustimmung. M. Cotti, conseillerfédéral: Je n'ai pas beaucoup à ajouter à la réponse que le Conseil fédéral a donnée à Mme Fetz, il y a deux ans. Je préciserai cependant que chaque pays utilise les matières auxiliaires agricoles qui sont adaptées à sa situation géographique, à sa politique agricole, à son climat ainsi qu'à la faune et à la flore locales. Il en va de même en ce qui concerne les médicaments et les denrées alimentaires. Il serait donc trop facile de pouvoir classifier de manière absolue ici un secteur de produits interdits, là un secteur de produits non interdits. Certains d'entre eux sont à déconseiller dans un secteur et, sous un autre climat, au contraire pourraient être conseillés. Des exemples d'ordre pratique pourraient être cités en la matière. C'est pourquoi les autorités suisses ne sont pas en mesure de juger de manière suffisante les possibilités d'utilisation d'un produit dans un pays étranger. Il revient avant tout à ce pays d'évaluer le produit sur la base des effets qu'il pourrait y engendrer. Il appartient à l'autorité compétente du pays concerné de juger si un produit convient et s'il peut être admis. Je répète que l'ordonnance sur les substances dangereuses n'interdit pas les exportation, mais bien la production de toute une série de produits. Il est donc logique: pas de production, pas d'exportation! Les autorités des pays en voie de développement sont, par ailleurs, Madame Fetz, assistées par l'Organisation de coopéra-- 2 of 4 -Motion Müller-Wiliberg. Listériose et marché du fromage 1398 N 21 septembre 1989 tion et de développement économiques, l'OCDE, et le Programme des Nations Unies pour l'environnement. J'ai pu constater que ce programme opère de façon tout à fait fiable, surtout face aux problèmes des pays en voie de développement. L'Organisation des Nations Unies pour l'alimentation et l'agriculture a également élaboré une recommandation des lignes directrices et un code international de conduite concernant l'exportation de produits chimiques, notamment des pesticides. On suit ce code international et ces lignes directrices. Par conséquent, les autorités compétentes des pays souverains, conseillées par toute une série d'organisations internationales, disposent de l'information nécessaire afin d'adapter leur législation comme le font déjà, d'ailleurs, bon nombre d'entre elles. Si plusieurs produits sont déjà interdits au stade de leur production et ne peuvent donc pas être exportés, la plupart des problèmes posés sont par conséquent réglés. Il reste toutefois en cause la responsabilité des pays preneurs qui sont conseillés par trois organisations internationales distinctes. En conclusion, le Conseil fédéral rejette la motion. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung der Motion 30 Stimmen Dagegen Bestimmen #ST# 87.964 Motion Müller-Wiliberg Käsemarkt und Listériose Listériose et marché du fromage Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1987 Verschiedene Ereignisse der letzten Tage rund um den Käsemarkt haben ein Ausmass angenommen, die nach rasch wirkenden Massnahmen verlangen. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt:

1.

Raschmöglichsteinen nationalen Koordinationsstab einzusetzen, in dem alle interessierten Kreise (Behörden, Produzenten, Handel, Konsumenten) vertreten sind. Dieser Koordinationsstab soll die Durchführung der nötigen Untersuchungs-, Bewertungs-, Vollzugs- und Informationsaufgaben.überwachen, aufeinander abstimmen und nötigenfalls selbst wahrnehmen. Er soll insbesondere klare Untersuchungskriterien und Beurteilungsmassstäbe aufstellen, die auch im internationalen Vergleich standhalten.

2.

Einheitliche Bewertungsmassstäbe und Vollzugskriterien für alle Kantone zu erlassen.

3.

Eine koordinierte, kontinuierliche und klare Informationspolitik durch die Behörden des Bundes und der Kantone sicherzustellen. • Texte de la motion du 15 décembre 1987 Les événements qui ont touché le marché du fromage ces derniers jours ont pris une ampleur telle qu'il est devenu indispensable d'arrêter des mesures produisant rapidement de l'effet. C'est pourquoi le Conseil fédéral est chargé:

1.

d'instituer le plus rapidement possible un état-major national de coordination, composé de représentants de tous les milieux intéressés (pouvoirs publics, producteurs, commerçants, consommateurs). Cet état-major aura pour tâche de surveiller l'exécution des travaux d'analyse, de l'évaluation de leurs résultats, de l'application de mesures arrêtées et de l'information de l'opinion publique; il devra coordonner ces tâches et, le cas échéant, les assumer lui-même. Il devra notamment établir des critères précis d'analyse et des règles pour l'évaluation des résultats, normes qui devront être harmonisées au niveau international;

2.

d'édicter des critères d'analyse et des règles pour l'évaluation, qui soient uniformes pour tous les cantons;

3.

d'assurer la coordination, la continuité et la clarté de la politique d'information des autorités fédérales et cantonales. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Basler, Berger, Blatter, Bühler, Burckhardt, Bürgi, Dünki, Eggly, Etique, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Friderici, Graf, Hänggi, Mari, Hess Otto, Hess Peter, Humbel, Kohler, Kühne, Leuba, Loeb, Loretan, Luder, Müller-Meilen, Nebiker, Neuenschwander, Oester, Philipona, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Rutishauser, Rüttimann, Rychen, Sager, Savary-Fribourg, Schnider, Schwab, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spalti, Wanner, Widrig, Wyss William, Zölch, Zwingli (48) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Durch die gegenwärtige, teilweise widersprüchliche Lage werden die Konsumenten, die Produzenten und der Handel immer mehr verunsichert. Um den wachsenden Schaden einzudämmen, sind Massnahmen im aufgezeigten Sinne vordringlich. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Juni 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 juin 1988

1.

Zur Koordination der Information im interdepartementalen Bereich wie auch gegenüber den Vollzugsbehörden, den Produzenten, dem Handel und den Konsumenten hat das BAG die entsprechenden Kreise konsultiert. Ebenso wurden die Untersuchungsverfahren und die Beurteilung der Analysenergebnisse mit dem Ausland verglichen und diskutiert. Die Durchführung und Ueberwachung der Massnahmen sowie die Festlegung von Untersuchungskriterien und Beurteilungsmassstäben sind jedoch nach wie vor eindeutig Vollzugsaufgaben, die nach geltendem Recht dem BAG sowie im Bereich der Rechtsetzung dem EDI zukommen. Die Zuordnung von Vollzugs- und Rechtsetzungskompetenzen an einen Koordinationsstab wäre unzweckmässig und nach geltendem Recht (Verordnung 172.15) nicht möglich. Die geltende Regelung ordnet die Kompetenzausscheidung und schafft Klarheit über die Verantwortlichkeit.

2.

Am 25. Februar 1988 hat das Departement des Innern in der Verordnung vom 1. Juli 1987 über die hygienisch-mikrobiologischen Anforderungen an Lebensmittel, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände den Grenzwert für Listeria monocytognes von «nicht nachweisbar in 10 g genussfertigem Lebensmittel» festlegt und auf den 15. März a. c. in Kraft gesetzt. Dieser Grenzwert ergibt Gewähr für die Einheitlichkeit der Beurteilung der Untersuchungsresultate aller genussfertigen Lebensmittel, einschliesslich Fleisch und Fleischwaren und den von den Kantonen verfügten Vollzugsmassnahmen. Der Bundesrat verfolgt zudem auch die internationale Entwicklung zur Harmonisierung von Präventivmassnahmen im internationalen Warenverkehr.

3.

Unter dem Vorsitz des Departementschefs haben zwei Treffen mit den Vertretern der Käseproduzenten und des -handels stattgefunden. Ueber die dabei erarbeitete Kontrollstrategie wurde die Oeffentlichkeit durch eine Pressemitteilung des Departements informiert. Es muss jedoch festgehalten werden, dass nach geltendem Recht die Information Sache der Kantone ist. Es ist deshalb vorgesehen, im Rahmen der Totalrevision des Lebensmittelgesetzes die zukünftige, koordinierte Informationspolitik zu regeln. Der Bundesrat hat im April dem Departement des Innern den Auftrag zur Totalrevision des Lebensmittelgesetzes erteilt. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt: Ziffer 1 der Motion abzulehnen. Ziffer 2, weil erfüllt, abzuschreiben. Ziffer 3 als Postulat entgegenzunehmen.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Fetz Verbot giftigster Pestizide Motion Fetz Interdiction des pesticides hautement toxiques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.559 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.09.1989 - 08:00 Date Data Seite 1396-1398 Page Pagina Ref. No 20 017 717 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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