88-267
Verwaltungsbehörden 27.11.1991 88.267
27. November 1991Deutsch9 min
Source admin.ch
27. November 1991 969 Petitionen zu überprüfen. In diesem Sinn wird es notwendig sein, an unseren Vorschriften über die Dienstpflicht sowie an deren Modalitäten, deren Organisation und den damit verbundenen Rechtsmechanismen die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen und allenfalls eine Alternative zum obligatorischen Militärdienst einzuführen. Texte de l'initiative du 30 juillet 1990 Le Grand Conseil de la République et Canton de Genève invite les Chambres fédérales à analyser les diverses composantes de la défense nationale dans la perspective de l'évolution européenne. Dans cet esprit, il y aura lieu de proposer les adaptations nécessaires de notre ordre juridique au plan de l'obligation de servir, de ses modalités, de son organisation et des mécanismes judiciaires qu'elle implique, ainsi que l'introduction éventuelle d'une alternative au service militaire obligatoire. #ST# 91.302 Standesinitiatiye Jura Rechtsstatut für Dienstverweigerer aus Gewissensgründen Initiative du canton du Jura Statut de l'objecteur de conscience Beschluss des Nationalstes vom 16. September 1991 Décision du Conseil national du 16 septembre 1991 Wortlaut der Initiative vom 10. Januar 1991 Unser Land behandelt Dienstverweigerer aus Gewissensgründen auf eine Weise, die eines modernen Staates unwürdig ist, und wird deswegen Jahr für Jahr im Bericht von Amnesty International aufgeführt Dienstverweigerung aus Gewissensgründen wird in den meisten Fällen mit unverhältnismässigen Gefängnisstrafen geahndet Daran werden auch die minimen Verbesserungen, die der Nationalrat kürzlich beschlossen hat, kaum etwas ändern. Es ist an der Zeit, das Problem grundsätzlich anzugehen und so rasch als möglich Lösungen zu finden. Gestützt auf Artikel 93 Absatz 2 der Bundesverfassung verlangt das jurassische Parlament, der Bund solle für Dienstverweigerer aus Gewissensgründen endlich ein Rechtsstatut schaffen, das diesen Namen verdient. Texte de l'initiative du 10 janvier 1991 Cité chaque année dans le rapport d'Amnesty International pour sa manière de traiter les objecteurs de conscience, notre pays dispose en la matière d'un statut indigne d'un Etat moderne. L'objection de conscience se voit, la plupart du temps, fortement pénalisée par des peines de prison disproportionnées. Et, il faut le dire, les améliorations minimes votées récemment par le Conseil national n'apporteront que peu de changement. Il s'agit donc de faire avancer le problème, afin de le résoudre dans les plus brefs délais, Aussi, le Parlement jurassien, se fondant sur l'article 93, 2e alinéa, de la Constitution fédérale, demande que la Confédération se dote enfin d'un statut de l'objecteur de conscience digne de ce nom. Küchler, Berichterstatter: Ich werde gleich zu beiden Initiativen sprechen. Nachdem Sie vorhin auf die parlamentarische Initiative 91.408 «Zivildienst» eingetreten sind und sich für eine diesbezügliche Verfassungsbestimmung ausgesprochen haben, können wir die Standesinitiative Genf «Stellung der Dienstverweigerer» und die Standesinitiative des Kantons Jura «Rechtsstatut für Dienstverweigerer aus Gewissensgründen» abschreiben. Beide Initiativen verlangen eine rasche Lösung des Dienstverweigererproblems. Das Parlament ist nun gewillt, dies mildem Bundesbeschluss über die Einführung eines Zivildienstes für Dienstverweigerer zu tun. Ich bitte Sie, die Initiativen abzuschreiben, wie dies der Nationalrat bereits getan hat Präsidentin: Die Kommission beantragt Abschreibung der Standesinitiativen 90.202 und 91.302. Abgeschrieben - Classé #ST# Petitionen - Pétitions 88.267 Petition Beck Friedrich Verfassungsrecht. Armee und Zivilschutzfragen Pétition Beck Friedrich Droit constitutionnel. Service militaire et protection civile Herr Küchler unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
Erwägungen
1.
Mit Eingabe vom 17. März 1988 verlangt der Petitionär, dass sich die Bundesversammlung damit befasse, wie sich die in Artikel 49 der Bundesverfassung garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit mit der allgemeinen Wehrpflicht vereinbaren lasse. Er ist der Auffassung, dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit vorgehe und dass Militärdienstverweigerer nicht bestraft werden dürfen, die sich auf Glaubensansichten berufen.
2.
Die Anliegen des Petitionärs werden mit der vom Volk im Juni 1991 angenommenen Revision des Militärstrafgesetzes und der Militärorganisation zum Teil erfüllt Hingegen lehnt die Kommission die Auffassung ab, dass Glaubensansichten generell von der Erfüllung der Wehrpflicht befreien. Sie verweist darauf, dass gemäss Artikel 49 Absatz 5 der Bundesverfassung Glaubensansichten nicht von der Erfüllung der bürgerlichen Rlichten entbinden. Auch die parlamentarische Initiative 91.408, Zivildienst, darf nicht in diesem Sinne interpretiert werden. M. Küchler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: '
1.
Par lettre du 17 mars 1988, le pétitionnaire demande à l'Assemblée fédérale d'examiner la compatibilité de l'obligation générale de servir dans l'armée avec la liberté de conscience et de croyance garantie par l'article 49 de la Constitution fédérale. Il estime que ladite liberté prime l'obligation de servir et que les objecteurs invoquant leurs croyances ne doivent pas être punis.
2.
Les demandes du pétitionnaire ont été partiellement réalisées lors de l'adoption par le peuple, en juin 1991, de la révision du Code pénal militaire et de la loi sur l'organisation militaire. Par contre, la commission rejette l'avis selon lequel les croyances devraient libérer d'une façon générale de l'obligation de servir. Elle souligne que, selon l'alinéa 5 de l'article 49 de la Constitution fédérale, nul ne peut, pour cause d'opinion religieuse, s'affranchir de l'accomplissement d'un devoir civique. L'initiative parlementaire 91.408, Service civil, ne peut être interprétée dans ce sens, elle aussi.
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Motion Rhinow 970 27 novembre 1991 Antrag der Kommission Die Kommission beantragt, die Petition zur Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben. Proposition de la commission La commission propose de prendre acte de la pétition sans lui donner suite. Küchler, Berichterstatter: Die Kommission hat sich mit der Petition Beck Friedrich am 5. November 1991 befasst Sie hat einen schriftlichen Bericht ausgearbeitet, der Ihnen zugestellt worden ist Die Kommission beantragt, die Petition zur Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben. Angenommen -Adopté 88.268 Petition Beratungsstellen für Militärdienstverweigerer und Zivildienst Schweiz Für die Entkriminalisierung und die Entpsychiatrisierung der Militärdienstverweigerer Pétition Bureaux-conseils pour les objecteurs et le Service civil Pour la décriminalisation et la dépsychiatrisation de l'objection de conscience Herr Küchler unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
1.
Die Beratungsstellen für Militärverweigerer haben am 28. September 1988 Bundesrat und Parlament eine Petition eingereicht, die nach ihren Angaben von 5100 Personen unterschrieben ist Sie verlangen, dassdie Bundesversammlung und der Bundesrat das Problem der Militärdienstverweigerung neu, umfassend und grundsätzlich angehen und auf die Einführung eines echten Zivildienstes hinwirken sollen. Nur durch die Anerkennung der Dienstverweigerung als Menschenrecht könne der Glaubens- und Gewissensfreiheit Nachdruck verschafft und verhindert werden, dass Dienstpflichtige zunehmend aus psychischen Gründen vom Militärdienst befreit werden müssten.
2.
Mit der parlamentarischen Initiative 91.408, Zivildienst, wird das Anliegen der Petition erfüllt. Der Nationalrat hat diese Initiative angenommen, die Kommission des Ständerates beantragt ebenfalls Zustimmung. M. Küchler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
1.
Les services-conseils pour objecteurs ont adressé le
28.
septembre 1988 une pétition au Conseil fédéral et à l'Assemblée fédérale. Cette requête a été, au dire des pétitionnaires, signée par 5100 personnes. Les signataires demandent au gouvernement et parlement fédéraux de réexaminer à fond le problème du refus de servir dans l'armée et d'instituer un vrai service civil. Seule la reconnaissance du refus de servir en tant que droit fondamental peut redonner à la liberté de conscience et de croyance le statut qu'elle mérite et éviter qu'un nombre croissant d'objecteurs de conscience cherchent à être libérés pour des motifs psychiatriques.
2.
Les exigences formulées par la pétition sont satisfaites avec l'initiative parlementaire 91.408, Service civil. Le Conseil national a accepté cette initiative et la commission du Conseil des Etats recommande également son approbation. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt, die Petition als erfüllt abzuschreiben. Proposition de la commission La commission propose de classer la pétition, son but étant réalisé. Küchler, Berichterstatter: Auch diese Petition wurde von der Kommission am 5. November 1991 behandelt. Hier liegt ebenfalls ein schriftlicher Bericht vor, den Sie zur Kenntnis nehmen konnten. Mit der Zustimmung zur Zivildienst-lnitiative haben wir das Anliegen der Petition erfüllt. Sie kann abgeschrieben werden. Angenommen -Adopté #ST# 91.3143 Motion Rhinow Gemeinschaftsdienste Service communautaire Wortlaut der Motion vom 4. Juni 1991 Ich ersuche den Bundesrat, den eidgenössischen Räten eine Vorlage zur Revision der Bundesverfassung mit folgender Zielsetzung zu unterbreiten:
1.
Jeder Schweizer leistet Dienst in der Armee oder in einem anderen (zivilen) Gemeinschaftsdienst
2.
Verfassung und Gesetz regeln die Aufträge der verschiedenen Dienste.
3.
Die freie Wahl zwischen gleichwertigen Diensten ist grundsätzlich gewährleistet. Das Gesetz sichert die notwendigen Minimalbestände für die einzelnen Dienste und regelt die Dienstverweigerung aus Gewissensgründen. Texte de la motion du 4 juin 1991 Je prie le Conseil fédéral de soumettre aux Chambres un projet de révision de la Constitution fédérale visant les buts suivants:
1.
Tout Suisse accomplit un service communautaire, militaire ou civil.
2.
Les tâches des organes compétents sont fixées dans la constitution et dans la loi.
3.
Le principe de libre choix entre des services équivalents est garanti. La loi fixe les effectifs minimaux et règle l'objection de conscience fondée sur des convictions personnelles. Mitunterzeichner-Cosignataires: Béguin, Ducret, Hänsenberger, Iten Andreas, Jagmetti, Meier Josi, Onken, Piller, Roth, Schiesser, Schoch, Simmen, Weber Monika, Zimmerli (14) Rhinow: Der Bericht 90 des Bundesrates über die schweizerische Sicherheitspolitik im Wandel vermittelt eine eindrückliche Uebersicht über die existentiellen Gefährdungen der Schweiz: Wir stehen vor globalen Herausforderungen bisher unbekannten Ausmasses. Sie umfassen ein ganzes Bündel zusammenhängender Probleme. Diese ergeben sich aufgrund demographischer, ökologischer und wirtschaftlicher Entwicklungen, der Möglichkeit natur- und zivilisationsbedingter Katastrophen, aber auch machtpolitischer Veränderungen inner- und ausserhalb Europas. Für die Schweiz bedeutet dies, dass wir Antworten auf alle Gefährdungen zu finden haben. Anders formuliert: Die Sicherung unserer Existenz, des Lebens unserer Bevölkerung unter menschenwürdigen Bedingungen, ist nicht mehr ausschliesslich eine Aufgabe der Landesverteidigung mit bewaffneten Streitkräften, ist nicht nur Wahrung unserer Unabhängigkeit, sondern bedarf zusätzlich anderer Instrumente. Diesen anderen Instrumenten kommt ein zunehmend stärkeres Gewicht zu. Die anderen Instrumente der allgemeinen Existenzsicherung sind ebenfalls teilweise auf die Mitwirkung der Bevölkerung -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Petitionen Pétitions In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 03 Séance Seduta Geschäftsnummer --Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 27.11.1991 - 08:00 Date Data Seite 969-970 Page Pagina Ref. No 20 020 817 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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