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Entscheid

89-018

Verwaltungsbehörden 05.10.1989 89.018

5. Oktober 1989Deutsch46 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Braucht die Armee wirklich das Material, um den Auftrag zu erfüllen?

2.

Ist die vorliegende Vorlage planungskonform?

3.

Sind die einzelnen Komponenten sachlich richtig?

4.

Wie verhält sich diese Vorlage zur «Armee 95», die in die Oeffentlichkeit geworfen wurde, um es einmal so zu formulieren?

5.

Können wir uns dieses Rüstungsprogramm finanziell leisten?

6.

Ist die Beschäftigungswirksamkeit und die angemessene regionale Verteilung der Aufträge, ein zentraler Punkt öfter in dieser Diskussion, gegeben? Der Journalist Oskar Reck hat am 22. September 1989 geschrieben: «Weil nichts, aber auch gar nichts in Sicht ist, was auch nur im entferntesten für einen bewaffneten Konflikt in Europa spräche, ist in der Tat die militärische Entrümpelung der Sicherheitspolitik dringend fällig.» Stimmt diese Behauptung? Ergibt sich daraus, wie andere folgern, dass die Rüstungsausgaben massiv reduziert werden können? Dazu ist meines Erachtens dreierlei zu sagen:

1. Ich teile die Auffassung, dass die weltpolitischen Akteure zurzeit einen bewaffneten Konflikt in Europa nicht wollen. Das ist aber nicht entscheidend. Tatsache ist, dass sie ihn vom Potential her in kürzester Zeit auch nur konventionell entfesseln können. Das, was Herr Reck nicht erkennt oder nicht kennt, sind die gewaltigen beidseitigen Potentiale, die in sich eine massive Bedrohung darstellen und die im Osten nach wie vor in einem Angriffsdispositiv disloziert sind.

1. Ich teile die Auffassung, dass die weltpolitischen Akteure zurzeit einen bewaffneten Konflikt in Europa nicht wollen. Das ist aber nicht entscheidend. Tatsache ist, dass sie ihn vom Potential her in kürzester Zeit auch nur konventionell entfesseln können. Das, was Herr Reck nicht erkennt oder nicht kennt, sind die gewaltigen beidseitigen Potentiale, die in sich eine massive Bedrohung darstellen und die im Osten nach wie vor in einem Angriffsdispositiv disloziert sind.

2. Kann man in der Zeit der Entspannung und der Abrüstung diese Rüstungsbotschaft und diese Verpflichtungskredite bewilligen? Es ist überaus erfreulich, dass zwischen Ost und West wieder einmal ein Klima der Entspannung Platz gegriffen hat und dass substantiell verhandelt wird. Wir sind uns indessen wohl einig, dass die Ergebnisse bis heute sehr, sehr bescheiden sind. Mit dem INF-Vertrag sind rund 4 Prozent der nuklearen Komponente im Abbau begriffen. Die konventionellen Veränderungen hat der Departementsvorsteher kürzlich zutreffend so umschrieben, dass quantitative Reduktionen zumeist von qualitativen Verstärkungen gefolgt sind. Die uns umgebenden Grossmächte in ihren Bündnissystemen haben noch keine substantiellen Schritte in Richtung Verlust der Angriffsfähigkeit getan. Solange ist es für den neutralen Kleinstaat unabdingbar notwendig, dass er seine Rüstung bedrohungs- und auftragskonform, dem Einsatzraum angemessen aufrechterhält. Dies um so mehr, als es sich bei Rüstungsvorhaben um langfristige Programme handelt.. Meine zweite Frage geht dahin, ob das vorliegende Rüstungsprogramm dem Armeeleitbild, mit dem sich die eidgenössischen Räte mehrfach auseinandergesetzt haben, und dem Ausbauschritt 1988-1991-entspricht. Nach der Planungskonformität wird also gefragt. Das Armeeleitbild schiebt die beiden zentralen Begriffe der Dissuasion und der Kampfführung bei Versagen der Abhaltung in den Vordergrund. Verbesserung der Panzerabwehr, Kampfwertsteigerung der Schützenpanzer, um die Leo-Verbände voll kampffähig zu machen, oder die Einführung des Stinger entsprechen den Oberzielen der militärischen Sicherheitspolitik' augenfällig. Wenn man die Unterlagen über den Ausbauschritt konsultiert, so findet man alle Vorhaben, denen zuzustimmen man uns heute auffordert, in den vorderen Prioritäten, und zwar ausdrücklich. Ich stelle fest, dass die dem EMD attestierte gute Planungsarbeit sich auch hier manifestiert, und ich bestätige die Planungskonformität. Meine dritte Frage geht dahin, ob von der Sache her die vorgeschlagenen Lösungen für die einzelnen Bedürfnisse richtig sind. Der Wegfall der Hohlpanzergranate, der für die Truppe überraschend gekommen ist, und das von uns bedauerte Ausbleiben einer modernen Panzerabwehrwaffe auf der gefechtstechnischen Stufe machen die Einführung neuer Munition für das Raketenrohr unabdingbar. Die Bedrohung aus der Luft hat im unteren und untersten Segment massiv zugenommen. Ich denke an den Kampfhelikopter als ein Mittel, das die Gefechtstechnik und -taktik grundlegend verändert, wenn auch viele das nicht begriffen haben. Die Einführung der Stinger, die Kampfwertsteigerung der Flab und die neue Munition für die 20-mm-Flab sind Schritte in die richtige Richtung. Wenn wir die Vorteile des neuen Leo-Panzers ausnützen wollen, so haben wir zwingend die alten Schützenpanzer zu modernisie-- 4 of 9 -Programme d'armement 1989 602 5 octobre 1989 ren, sonst nützt uns - gerade bei Gegenschlägen im Kampf und in der Abwehr-die Modernität des Leo wenig bis nichts. Die Vermehrung der Zahl der Transporthelikopter erhöht bei zunehmendem Tempo militärischer Aktionen entscheidend die Möglichkeiten der Schwerpunktbildung oder Beseitigung überraschender Bedrohungen auf dem Gefechtsfeld. Das kann ernsthaft überhaupt nicht bestritten werden. Das Gefecht erfordert zudem vom Einzelkämpfer hohe körperliche und geistige Leistungen. Er muss trotz umfangreicher Ausrüstung sehr beweglich sein. Eine neue Kampfausrüstung soll hierfür günstige Voraussetzungen schaffen. Schliesslich hilft uns der Ausbildungssimulator Elsaleo, höhere Ausbildungseffizienz bei besserem Schutz der Umwelt zu gewähren. Ich bin daher der Meinung, dass die vom Bundesrat vorgeschlagene Beschaffung auch sachlich richtig ist. Meine vierte Fragestellung geht dahin, ob das, was wir beschaffen, auch im Rahmen der «Armee 95», die Herr Bundesrat Villiger in groben Zügen vorgestellt hat, gebraucht werden kann. Das Konzept «Armee 95» basiert immer noch auf der Konzeption der militärischen Landesverteidigung aus dem Jahre 1966, setzt aber sieben zum Teil sehr beachtliche neue Akzente. Die konkrete Fragestellung lautet heute für uns: Wird hier 1989 über Materialeinkäufe entschieden, die beim Konzept 1995 nicht mehr gebraucht werden, weil zum Beispiel die entsprechenden Verbände aufgehoben werden? Das ist bei keiner der vorgeschlagenen Massnahmen der Fall. Bei der Kampfausrüstung bestellen wir eine erste Tranche. Die Schrumpfung der Verbände beispielsweise betrifft spätere Tranchen. Gesamthaft gesehen wird man sagen können, dass das neue Konzept, das das EMD sich über Jahre ausgedacht hat, eher zusätzliche Beschaffungen nach sich zieht als eine Reduktion dessen, was uns heute vorliegt. Ich denke etwa an die Uebermittlungsnetze bei der Ueberwachung kriegswichtiger Objekte oder an die Fliegerabwehr in den Grenzräumen. Zusammenfassend stelle ich fest, dass das Rüstungsprogramm 1989 und das Konzept «Armee 95» einander - zumindest beim heutigen Wissensstand, das möchte ich klar sagen - nicht widersprechen. Als Parlament sind wir verpflichtet, uns mit den Kosten der Beschaffung auseinanderzusetzen, und unser Kommissionspräsident hat das einlässlich getan. Wir stellen fest, dass die zu erwartende Zahlungsspitze im Hinblick auf die Beschaffung desjieuen Kampfflugzeuges bei dieser Vorlage bereits eine gewisse Mässigung verraten lässt. Das ist indessen nur der aktuelle Ansatz. In grundsätzlicher Hinsicht ist gerade im Hinblick auf die laufende Diskussion darauf hinzuweisen, dass der Anteil des EMD am Bruttosozialprodukt von 2,5 Prozent im Jahre 1966 auf 1,7 Prozent zurückgegangen ist. Die getroffene Feststellung, dass der Anteil der Militärausgaben am Bundeshaushalt kleiner wird und dass die Landesverteidigung nie ein Hindernis war, andere Aufgaben des Bundeshaushaltes überdurchschnittlich wachsen zu lassen, trifft zu. Die Aufwendungen für die Landesverteidigung sind seit 1960 um den Faktor 5 gewachsen, die Gesamtausgaben des Bundes um den Faktor 11. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Aufwendungen für die Landesverteidigung allgemein und das vorgelegte Rüstungsprogramm 1989 angemessen sind im Verhältnis zum Auftrag und zur Bedrohungslage. Gerade der kürzlich getane Rückblick auf das Jahr 1939 und die damalige Rüstungssituation hat uns gezeigt, dass kontinuierliche Rüstungsaufwendungen notwendig sind. Schliesslich und abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Botschaft zu jedem einzelnen Beschaffungsvorhaben vorbildlich, individuell - die Beschäftigungswirksamkeit eingeschlossen - die Kompensationen aufzeigt und dass die regionale Verteilung der Aufträge im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten angemessen ist. Dabei dürfen wir nicht übersehen es ist in einem Nebensatz der Botschaft festgehalten -, dass dem Budget des EMD die dabei anfallenden Transportkosten angelastet werden. Bevor ich schliesse, möchte ich noch zwei, drei Sätze sagen zum SE-225; er ist angefochten worden. Ich bin der Ueberzeugung, dass der Entwicklungsprozess anfechtbar ist dass aber das Endprodukt und vor allem seine jetzige Verwendung absolut angemessen und richtig sind, dass wir daher auch diesem Kredit ohne weiteres zustimmen können. Man hat hier im Zusammenhang mit einer anderen notwendigen Beschaffung einen Ausweg aus einer rüstungspolitisch unerfreulichen Situation gefunden, der als ausgesprochen günstig bezeichnet werden darf. Aufgrund all dieser Ueberlegungen empfehle ich Ihnen, den Anträgen des Bundesrates - sektoriell wie gesamthaft - zuzustimmen. Mme Jaggi: J'enchaîne directement sur les propos de l'intervenant précédent concernant le fameux émetteur-récepteur SE-225. Le message retrace l'historique - il faudrait dire les aléas - du développement de ce système radio. Cette histoire, qui s'étale sur un demi-siècle déjà, m'a paru assez intéressante pour me donner l'envie d'y regarder de plus près. S'agit-il d'une histoire du niveau de l'anecdote, coûteuse certes, ou s'agit-il d'une affaire vraiment importante? Pour tenter de le savoir, j'ai interrogé plusieurs personnes, j'ai même dérangé un commandant de corps, et surtout j'ai lu un épais dossier constitué pour les besoins de la Délégation des finances, qui a notamment suivi l'affaire de très près dans les années 1979-1981. Dans ce dossier, on trouve cinq rapports volumineux du contrôle des finances, retraçant l'évolution des crédits au fur et à mesure de leur engagement ainsi que des dépenses effectuées entre 1966 et le 1er octobre 1984. Avec les factures qui ont été réglées depuis lors, les 106 millions accordés pour le développement de ce système ont bel et bien été engouffrés, et cela pour un système radio dont une partie de l'armée de terre - les troupes combattantes si j'ai bien compris - ne semble pas vouloir. Je crois que la résistance à la nouveauté est au moins aussi déterminante dans ce refus que les arguments techniques avancés en la matière, mais peu importe. L'impression générale que laisse une étude plus attentive de ce dossier n'est pas celle qu'a rappelée tout a l'heure le président de la commission, qui parlait d'une course-poursuite entre le progrès technique et le développement du système. J'en retire une impression toute différente: celle d'une mauvaise pièce du genre tragi-comédie onéreuse. Il est effectivement tragi-comique de voir l'acheteur - c'était tout d'abord la défunte Division KTA et, depuis une vingtaine d'années, le Groupement de l'armement - modifier le cahier des charges, redéfinir à plusieurs reprises les besoins, changer de calendrier, bref, modifier en cours d'exécution le volume et la nature de la commande. La démonstration faite en l'occurrence ne parle pas exactement en faveur de l'Etat consommateur, surtout quand il porte l'uniforme. Si on avait voulu mettre en évidence les faiblesses des procédures d'achat du matériel militaire, on ne s'y serait pas pris autrement. Mais il y a plus tragique encore, et plus du tout comique; car aux hésitations du client correspondent les difficultés du fournisseur. Malgré la mise en commun de leurs forces au sein du consortium ABZ d'abord, puis de l'ASCOM-Holding, les concepteurs et fabricants du système radio SE-225 ont été incapables de livrer, dans les délais prévus - bien que continuellement reportés - un émetteur-récepteur susceptible de convenir à l'ensemble des utilisateurs potentiels. Cela me semble très grave pour une branche-clé de l'industrie suisse: les télécommunications. Son évidente importance stratégique et technologique suppose qu'on la protège en lui passant commande plutôt qu'à des fournisseurs étrangers américains, allemands, germano-américains ou japonais - qui seraient en mesure de livrer des matériels moins coûteux. Je ne discute pas cette protection, mais elle devrait être, par la qualité des prestations fournies, mieux méritée. Ni le Conseil fédéral ni le chef du Département militaire fédéral n'y peuvent grand-chose, mais cette affaire doit être un signal d'alarme quant à la situation des technologies avancées dans notre pays, dont l'économie repose entièrement sur la haute valeur ajoutée. Cela dit, je ne m'oppose pas à ce que l'on visionne jusqu'à sa fin amère la mauvaise pièce jouée par les responsables du -- 5 of 9 -5. Oktober 1989 603 Rüstungsprogramm 1989 dossier SE-225. Je me prononcerai donc en faveur du programme d'armement 1989 parce qu'il comprend, par ailleurs, des éléments importants, notamment les Super-Puma, qui me paraissent correspondre aux nécessités de transports de troupes et de matériel dans des reliefs difficiles, ainsi que les Stinger, dont la mise en oeuvre requiert le fameux SE-225. C'est peut-être la seule et heureuse coïncidence dans toute cette affaire. Zumbühl: Ich stimme der Vorlage in allen Teilen zu. Unsere Armee - soll sie ihrer Aufgabe gewachsen sein - kommt ja nicht darum herum, ihre Ausrüstung immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Aber meine Frage: Sind wir Schweizer oft nicht allzu bescheiden in Sachen Bedingungen, die wir an unsere Lieferanten im Ausland stellen? Ich möchte ein klassisches Beispiel anführen: Es betrifft den Super-Puma. Wir beziehen eine neue Serie, und wahrscheinlich werden noch weitere dazukommen. Es ist eine tolle Maschine; wir beziehen sie aus Frankreich. Ich sage dies trotz dem grossen Respekt vor dem Train, und ich möchte dem Präsidenten bestens danken, dass er diese Waffe so gewürdigt hat. Wir Schweizer hätten hingegen im Bereich Flugzeuge auch etwas anzubieten! Ich möchte nicht in Schleichwerbung machen, darf aber doch ein paar Stichworte erwähnen: PC-7, PC-9 und andere. Frankreich müsste nicht auf Südamerika usw. ausweichen. Vielleicht bin ich zuwenig orientiert über allfällige Gegengeschäfte. Ich bitte deshalb Herrn Bundesrat Villiger, uns - soweit er dazu in der Lage ist - über diesen Punkt Aufschluss zu geben. Ich danke ihm zum voraus. Kündig: Die Aeusserùngen zum SE-225, die heute in diesem Saal gemacht wurden, müssen in irgendeiner Form korrigiert werden; denn man könnte in der Oeffentlichkeit den Eindruck bekommen, dass das Parlament durch Genehmigung oder Zustimmung zu den Forschungskrediten während 25 Jahren tatenlos zugesehen hätte. Dies ist nun tatsächlich nicht der Fall. Die Entwicklungsgeschichte, diefürdieses Gerät fast 25 Jahre gedauert hat, wurde vom Parlament vor etwa zehn Jahren aufgenommen und hat- neben anderen Mängeln in der Waffenbeschaffung - dazu geführt, dass die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte sich dem Problem der Rüstungsbeschaffung eingehend angenommen haben. In einer fast zweijährigen Arbeit wurde eine Analyse durchgeführt und wurden dem Bundesrat auch die entsprechenden Empfehlungen unterbreitet. Der Bundesrat war bereit, diese Empfehlungen anzunehmen und die Gewichtsverteilung in bezug auf die Rüstungsbeschaffung zu verschieben, und zwar zugunsten der Armee. Wenn man also die Entwicklung die.ses Gerätes betrachtet, muss man sehen, dass einmal eine Zession gemacht wurde und dass nachher die Endentwicklung stattfand. Ob die ganze Geschichte nicht ein Drama darstellt, diese Frage möchte ich heute nicht wiederaufrollen. Wir haben das damals dem Ständerat sehr eingehend vorlegen können. Ich glaube aber, dass man heute nicht mehr auf dieses Problem venweisen sollte, sondern dankbar sein muss, dass aus der Entwicklung schliesslich ein Gerät entstanden ist, das tauglich ist für die Einsatzdoktrin, die heute dafür ausgelegt wird. Ich möchte in diesem Sinne der Vorlage zustimmen. Bundesrat Villiger: Ich möchte Ihnen und Ihrem Kommissionspräsidenten für die wohlwollende Aufnahme dieses Rüstungsprogramms danken. Wenn ich es generell charakterisieren müsste- Sie wissen, es ist mit 1,8 Milliarden gegenüber 2,2 Milliarden etwas niedriger als im letzten Jahr -, würde ich sagen: es ist sehr ausgewogen. Die Finanzierung ist gesichert; darauf wurde hingewiesen. Es sind auch längerfristig wichtige Vorhaben mit unseren Finanzplänen und dem Budget 1990 in Uebereinstimmung zu bringen, insbesondere auch das neue Kampfflugzeug, dessen Finanzierung in die neue Legislatur fallen wird. Die Vorlage ist auch ausgewogen, indem sie verschiedene Waffengattungen berücksichtigt. Auf den ersten Blick hat man vielleicht den Eindruck, sie sei etwas flieger- und flab-lastig. Das stimmt zwar formal, aber in Wirklichkeit kommen natürlich viele dieser zu beschaffenden Rüstungsgüter anderen Waffengattungen, vor allem der Infanterie, zugute, beispielsweise der Stinger, aber auch der Transporthelikopter Super-Puma. Typisch für unsere Beschaffungsweise - wir sind ja fast Weltmeister im möglichst langen Ausnutzen von Rüstungsgütern sind die vielen Kampfwerterhaltungs- und Kampfwertsteigerungsprogramme, zu denen wir vor allem aus Kostengründen gezwungen sind. Kampfwerterhaltung heisst, dass wir die Geräte möglichst lange im Einsatz haben wollen; Kampfwertsteigerung, dass wir sie für neue Herausforderungen tauglich machen wollen. Ein Beispiel für Kampfwerterhaltung ist die 35-mm-Flab, die allerdings auch ein Steigerungselement enthält. Beispiele für die Kampfwertsteigerung sind die Investitionen für Raketenrohrmunition, Schützenpanzer M 113 usw. Ein ausgesprochenes High-Tech-Vorhaben ist der Elsaleo, der Ausbildungssimulator für den Leopard 2. Er dient dazu, diese Ausbildung möglichst umweltschonend und effizient zu machen. Wir können also damit sehr viele durch Herumfahren und Schiessen entstehende Belastungen reduzieren. Ich glaube, wir sind hier Weltspitze, was wir nicht ganz ohne Stolz sagen dürfen. Ich muss allerdings darauf hinweisen: So sehr wir uns Mühe geben, die Simulation einzusetzen - ich werde beim Super-Puma noch kurz darauf zurückkommen -, so sehr müssen wir natürlich erkennen, dass wir nicht die ganze Armee nur mit Simulatoren ausbilden können, sondern dass die Eins-zu-Eins-Ausbildung in vielen Bereichen auch in Zukunft unerlässlich bleiben wird. Von besonderem Interesse ist die Fliegerabwehrlenkwaffe Stinger, die seit ihrem Einsatz in Afghanistan einen fast legendären Ruf hat. Das Modell, das wir Ihnen vorschlagen, ist eine Weiterentwicklung des afghanischen Modells, das auch durch Täuschfackeln, welche Flugzeuge abwerfen können, nicht mehr irregeführt werden kann. Wir können später noch Freund-Feind-Erkennungsgeräte aufsetzen, so dass man sagen kann: Dieser Stinger bringt ein ziemlich gutes Kampfwertsteigerungspotential mit. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns für eine Lizenzherstellung entschlossen haben. Wir werden vor allem das anspruchsvolle Griffstück - das ist nicht einfach ein Plastikstück, sondern darin ist die ganze Software der Elektronik enthalten in Lizenz machen. Wir können damit in der Schweiz unser Know-how-Potential für den Lenkwaffenbau wieder aufdatieren. Sie wissen, dass wir schon den Dragon, den Rapier und den Tow erfolgreich produziert haben. Der Stinger ist zwar voll miliztauglich, aber er muss aus verschiedenen Gründen - die ich jetzt hier nicht erläutern will von Spezialisten bedient werden. Deshalb wird er in der dunkelblauen Flab eingeteilt. Wir werden in allen Divisionen und Kampfbrigaden Teile der 20-mm-Flabverbände auf Stinger umrüsten. Ich weise hier noch auf die Kampfbekleidung und auf die Kampfausrüstung hin; Ihr Präsident hat das auch getan. Ich glaube, dass diese das äussere Erscheinungsbild unserer Soldaten in Zukunft prägen und sicher ein durchaus wichtiger Motivationsfaktor sein werden. Nun möchte ich doch auf diese zwei oder drei kontroversen Probleme eingehen. Das eine ist das SE-225, und ich bin dankbar für die sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema. Vor allem Frau Jaggi bin ich dankbar, weil sich ihre Kritik wohltuend von anderen Kritiken abhebt. Die Stinger-Verbände benötigen sehr rasch neue Uebermittlungsgeräte. Die heutige Gerätegeneration genügt bezüglich Reichweite den Anforderungen nicht. Zudem werden wegen der modernen Bedrohungen auch die Flab-Dispositive heute sehr viel weiträumiger, in schwierigem Gelände bis zu 30 Kilometer, was eben andere Anforderungen an die Funkgeräte stellt. Nun hat dieses SE-225 Stärken und Schwächen. Die Stärken sind: Reichweite, telefonähnlicher Betrieb, gute Nutzung der Frequenzbänder, zuverlässig Nemp-geschützt. Aber das SE-225 hat auch einige Schwächen: die häufige Besetztsituation; das Mithören (es hat sich in der Zwischenzeit heraus -- 6 of 9 -Programme d'armement 1989 604 5 octobre 1989 gestellt, dass das Mithören möglich ist, aber nur, wenn es geplant wird; die Einsatzmöglichkeiten des Gerätes werden sich wahrscheinlich noch verbessern, aber es ist nicht so problemlos möglich wie bei den heutigen); die elektronische Kriegsführungsresistenz ist auch verbessert, aber vielleicht nicht in sehr hohem Masse; die Frage Verschlüsselung/Verschleierung: keine Verschlüsselung, nur Verschleierung (was aber im taktischen Einsatz gar nicht so von Bedeutung ist). Diese Schwächen haben dazu geführt, dass die Truppengattungen, die den Kampf der verbundenen Waffen führen müssen - Infanterie, Artillerie, Mechanisierte und Leichte Truppen -, dieses Gerätes für nicht truppentauglich erklärt haben. Ich muss aber noch auf etwas hinweisen, was man zuwenig bedenkt: dass dieses Gerät, das jetzt eingeführt werden soll, nicht mehr das gleiche Gerät ist, wie es in hundert Exemplaren für Truppenversuche verwendet worden ist. Es ist in der Zwischenzeit weiterentwickelt worden, und zwar in einem Ausmasse, dass Leute, die damit gearbeitet haben, fanden, man hätte es umtaufen sollen, um diese Kritik etwas zu mildern. Aber das wollten wir dann doch nicht tun. Dass die Technologie tauglich ist, zeigt das, worauf der Präsident hingewiesen hat: dass nämlich die deutschen Leopard-2-Verbände diese Technologie nun auch einführen; und das ist doch ein Indiz dafür, dass andere, die sicher nicht dümmer sind als wir, diese Technologie als durchaus zeitgerecht und zeitgemäss betrachten.. Ich habe von der Nicht-Truppentauglichkeit bei den verbundenen Waffen gesprochen. Bei den statisch eingesetzten Flab-Verbänden spielen die Mängel keine Rolle. Die Vorteile, die das Gerät hat, waren hier ausschlaggebend: Es eignet sich ausgesprochen gut für diesen Einsatz. • Wir haben nun zwei Alternativen: Die erste wäre die Flucht nach vorne: Verzicht auf Eigenentwicklung und Beschaffung eines Gerätes im Ausland. Da steht diese Frequenzhüpfer-Technologie im Vordergrund. Solche Geräte sind erst als Prototypen vorhanden. Wir konnten keine finden, die schon für Truppenversuche reif gewesen wären. Das kommt also im Moment nicht in Betracht. Wir werden aberfür die Bedürfnisse der anderen Truppengattungen solche Geräte in die Evaluation miteinbeziehen. Das zweite wäre der Verzicht auf die Neubeschaffung und das Zurückgreifen auf die Technologie der fünfziger Jahre mit dem alten Gerät SE-227/412. Diese Geräte werden nicht mehr hergestellt. Aber man könnte sie natürlich herstellen lassen. Das wäre für unsere relativ kleinen Serien vielleicht nicht sehr sinnvoll, aber es wäre theoretisch möglich. Es würde wahrscheinlich auch rechnerisch etwas billiger, ungefähr einen Drittel; das ist grob geprüft worden. Aber ich meine doch, dass wir so etwas nicht in Erwägung ziehen sollten, und zwar deshalb, weil die Leistung der alten Geräte für diese Bedürfnisse einfach nicht mehr ganz genügend ist. Wegen der geringeren Reichweite würde es mehr Relaisstationen und pro Relais zwei Geräte brauchen - nicht nur eines wie beim SE-225-, und weil das SE-227 nicht gleichzeitig in mehreren Netzen adressierbar ist, müssten wir 500 weitere Geräte beschaffen. Wir brauchten 2000 zusätzliche Wehrmänner und ungefähr 160 zusätzliche Fahrzeuge. Gerade im Hinblick auf die «Armee 95», wo ohnehin die Bestände stark reduziert werden, sollten wir nicht 2000 Wehrmännerfür Dinge einsetzen, die nicht nötig sind, wenn man sich technologisch anders ausrüstet. Nun zur Geschichte: Ich teile die Meinung von Herrn Kündig, dass wir uns jetzt nicht nur mit der Geschichte befassen sollen, aber ich glaube, wir dürfen sie auch nicht beschönigen. Frau Jaggi hat sehr sachlich geschildert, wie das vor sich gegangen ist. Wir sind auch bereit, daraus Lehren zu ziehen - wir haben das in der Botschaft dargelegt-: eine umfassendere Risikobeurteilung am Anfang; vielleicht eine etwas umfassendere Recherche nach anderen Technologien im Ausland; auch das Einfrieren der militärischen Anforderungen - dauernde Pflich-tenhefte-Wechsel sind natürlich auch für den, der entwickeln muss, tödlich -; eine klarere Einteilung in Meilensteine - also in Punkte, wo man das Projekt überprüft und sich überlegt, ob man abbrechen soll oder nicht. Ich möchte aber doch das sagen, was ich auch im Nationalrat gesagt habe: Wir müssen nun aufpassen, dass wir nicht bei allen Neuentwicklungen einem übersteigerten Sicherheitsbedürfnis zum Opfer fallen und so viele Sicherheitsmöglichkeiten einbauen, dass überhaupt jeder Anreiz zur Entwicklung von etwas Neuem verschwindet. Entwicklung und Innovation beinhalten immer auch Risiken, und wir werden, solange wir neue Dinge entwickeln, immer wieder mit Fehlschlägen rechnen müssen. Aber man kann es besser machen. Dieses Gerät erfüllt das Pflichtenheft, d. h. die Aufgaben, für die wir es jetzt brauchen, voll und ganz. Es mehren sich sogar bei uns langsam die Stimmen von Fachleuten, die prophezeien, in drei bis vier Jahren kämen vielleicht die anderen Waffengattungen auch und möchten dieses neue Gerät. Aber das werden wir dann zur gegebenen Zeit sehen. Ich glaube, dass wir das SE-225 bedenkenlos beschaffen können. Zum Super-Puma wurde das Wesentliche gesagt. «Armee 95» ist ein weiteres Argument für höhere Mobilität. Wir werden höhere Mobilitätsbedürfnisse auch im Alpenraum haben, wo natürlich die Bestandesreduktionen besonders schmerzlich sein könnten. Die Erfahrungen mit den drei vorhandenen Pumas haben gezeigt, dass dieses Gerät ausgesprochen geeignet und in den Leistungen natürlich den alten Alouettes sehr überlegen ist. Wir können mit dem Super-Puma grössere Truppenverschiebungen innert Minuten durchführen, auch schweres Material transportieren; das ist sehr wesentlich. Wir können diese Super-Pumas auch für Katastropheneinsätze brauchen. Die Einsätze Uri und Puschlav haben gezeigt, dass wir damit eine wesentlich effizientere Hilfe haben als mit den alten Alouettes. Die Flugstunde bei der Alouette ist zwar billiger - etwa 1000 Franken; beim Super-Puma kostet sie etwas mehr als 2000 Franken -, aber wir haben die sechsfache Leistung. Vielleicht noch etwas zur Angst von der Umwelt her: Herr Lauber hat mich vorhin privat rasch gefragt, wie es damit stünde, weil da gewisse Aengste in seinem Kanton herrschen. Ich kann dazu sagen: Wir können mit einem Puma-Flug mindestens dasselbe leisten wie mit drei Alouette-Flügen. Das ist umweltmässig schon etwas Günstiges. Der Super-Puma ist in bezug auf Lärm ungefähr gleich wie die anderen Helikopter. Sie haben gesehen, dass wir sehr viel Geld für den Simulator ausgeben. Wir werden also einen grossen Teil der Ausbildung - im Gegensatz zu den Alouettes - mit dem Simulator durchführen können; das ist umweltmässig von Bedeutung. Ich kann Ihnen auch sagen, dass ich natürlich die Herren Flieger immer wieder bitten werde, nicht nutzlos in der Welt herumzufliegen, sondern sich auf das Nötige zu beschränken. Ihr Präsident und Herr Zumbühl haben die Frage der Kompensationsgeschäfte aufgeworfen, das Verhältnis zu Frankreich. Ich muss Ihnen gestehen, dass - nachdem sich Frankreich nicht für den PC-7 bzw. den PC-9 entschieden hatte - das Verhältnis zwischen unseren Rüstungsbeschaffungsorganen und den Franzosen etwas abgekühlt war. Ich habe deshalb dieses Problem bei meinem Besuch bei Herrn Verteidigungsminister Chevènement aufs Tapet gebracht. Das Klima zwischen Frankreich und uns hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. Zwar ist das PC-7-Geschäft so nicht mehr machbar, das ist gelaufen. Aber wir haben natürlich den Franzosen anhand von Zahlen dargelegt, dass die Rüstungshandelsbilanz zwischen Frankreich und der Schweiz seit Jahrzehnten für uns negativ ist, dass wir also immer mehr beschafften, als wir liefern konnten. Man hat uns gesagt, dass es für Frankreich nicht ganz leicht sei, auf solche Wünsche einzugehen, weil Frankreich eine ausgesprochene Rüstungsexportnation sei, die Exporte systematisch pflege und ohnehin eine aktive Rüstungsexportzahlungsbilanz habe. Beim Super-Puma ist die Kompensation aber indirekt zu 100 Prozent gesichert. Wir werden also den ganzen Betrag mit Aufträgen an einschlägige Firmen kompensieren können, so dass hier rein finanziell die Bilanz stimmen sollte. Es wurde uns zugesichert, dass man das Problem grundsätzlich studieren wird; wir hoffen sehr, dass sich das gelegentlich in Zahlen niederschlägt. Vielleicht zur Gesamtkompensation: Wir liegen mit den Kompensationen im Mittel für die Schweizer Wirtschaft höher als früher. In den sechziger Jahren lag das bei 60 Prozent, ging dann auf 80 Prozent. Heute haben wir einen Inlandprodukti-- 7 of 9 -5. Oktober 1989 605 Rüstungsprogramm 1989 onsanteil von 61 Prozent. Wir haben 26 Prozent Gegengeschäfte, so dass 87 Prozent dieser 1,8 Milliarden in der Schweiz beschäftigungswirksam bleiben werden. Ich komme zum Schluss: Ich habe am Anfang darauf hingewiesen - und damit möchte ich vielleicht noch auf Herrn Huber kurz zu sprechen kommen -, dass dieses Programm ein Baustein in einem langfristigen Entwicklungsprozess und -konzept ist und dass wir das Ziel haben, die Schlagkraft unserer Armee ständig auf einem hohen Stand zu halten. Es ist vielleicht doch wichtig, zu diesen Fragen etwas zu sagen: Ist die Schlagkraft der Armee noch nötig oder nicht? Ich gehe darauf ein, weil es gerade in diesem Jahr für unsere Bürger von besonderer Bedeutung ist. Ich bin mir bewusst, dass wir- wenn wir die Nullen, die vor dem Komma stehen, zählen für unsere Armee viel Geld ausgeben. Ich verstehe alle besorgten Bürger, die sich fragen, ob das angesichts der Veränderungen in der geopolitischen Lage überhaupt noch nötig sei. Aber Napoleon hat schon die gleiche Erkenntnis vorweggenommen, die vorher Herr Huber angeführt hat. Er hat nämlich immer gesagt, Armeen müssten sich nach den vorhandenen Potentialen und nicht nach den deklarierten politischen Absichten richten; zwar ganz einfach deshalb, weil sich diese deklarierten Absichten jederzeit ändern können. Sie wissen, dass strategische Grosswetterlagen auch sehr rasch umschlagen können. Wir haben im Fernen Osten ein solches Beispiel unlängst erlebt. Lieber Abrüstung wird zwar sehr viel geschrieben, aber bisher ist ausser dem erwähnten INF-Mittelstreckenraketenvertrag nur gesprochen, aber nicht eigentlich abgerüstet worden. Die militärischen Potentiale um uns herum sind so gross wie nie zuvor in der Geschichte Europas, und sie werden ständig modernisiert. Auch nach allfälligen Abrüstungsverträgen, auf die wir hoffen und denen wir eine gewisse Chance geben vielleicht eine grössere Chance als auch schon -, werden wir von modernen Armeen umgeben sein: hoffentlich von weniger angriffsfähigen, aber sicher von solchen, die auch ständig ihre Technologie erneuern werden. Unsere Armee muss diesen Potentialen gewachsen sein, weil sie nur so eine gewisse Abhaltewirkung hat. Die schöne Idee von der Partisanenarmee, die im Falle einer Besetzung dann den Gegner bald wieder verjage, ist deshalb eine Illusion, weil eine Partisanenarmee keine Armee der Welt daran hindern könnte, durch unser Territorium zu marschieren und es zu missbrauchen. Deshalb müssen wir auch von der Technologie her einigermassen - natürlich im Verbund mit unserem starken Gelände - diesen Potentialen um uns herum gewachsen sein. Nur so hat die Armee eine Abhaltewirkung, und nur so kann sie ihre Hauptaufgabe erfüllen, nämlich den Krieg zu verhindern. Wenn wir die Kosten, die wir für diese Versicherungsprämie aufwenden müssen, anschauen - mit 1,8 Prozent des Bruttosozialproduktes gerade noch vor Oesterreich, aber sonst hinter den meisten europäischen Staaten -; wenn wir bedenken, dass sie lediglich 8 Prozent unserer totalen öffentlichen Ausgaben (Gemeinde, Kanton und Bund) betragen; wenn wir sehen, dass wir mit der militärischen Verteidigung an fünfter Stelle hinter dem Bildungswesen, der sozialen Wohlfahrt, Verkehr und Energie und dem Gesundheitswesen rangieren wenn wir all das in Betracht ziehen -, so meine ich doch, dass sich unsere wirtschaftlich starke Nation diese Versicherungsprämie leisten kann und leisten wollen sollte. Wir müssen uns natürlich auch finanziell nach der Decke strecken. Damit komme ich auf eine leise Kritik, die Herr Huber angeführt hat. Er hat bedauert, dass wir auf dies oder jenes verzichten müssen. Wir werden in Zukunft sogar Verzichtplanungen vornehmen müssen, damit wir unsere Armee aufrechterhalten können, und wir werden absolut klare Prioritäten setzen müssen. Wir werden auf das nur Wünschenswerte verzichten müssen. Aber damit müssen wir uns abfinden. Wir sind auch gesonnen, das so zu tun. Das EMD, so sehr es immer wieder kritisiert werden mag, setzt alle Kraft daran, aus dem Rüstungs- und Militärfranken ein Maximum herauszuholen, damit der Bürger sicher sein kann, dass nicht mit vollen Händen Geld zum Fenster hinausgeworfen wird. In diesem Sinne bitte ich Sie um Zustimmung zu diesem Rüstungsprogramm. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Titre et préambule Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral Angenommen - Adopté Art. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral û Jagmetti, Berichterstatter: Die einstimmige Militärkommission beantragt Ihnen die volle Zustimmung zum ganzen Kredit, mit anderen Worten: die Zustimmung zu allen Vorhaben. Das wollte ich noch festhalten. Gestatten Sie mir noch zwei kurze Bemerkungen, gleichsam als Folgerungen aus der Eintretensdebatte. Die erste, die von Herrn Huber und von Herrn Bundesrat Villiger unterstrichen worden ist: Diese Vorlage ist eine Etappe auf einem langen Weg, auf dem wir nicht auf und ab gehen können je nach internationaler Schönwetterlage. Ein Beispiel dazu: Wir haben 1984 die Beschaffung des Leopard-Panzers beschlossen. Das letzte umgeschulte Bataillon wird 1994 bereitstehen. Wir brauchen für die Einführung eines solchen komplexen Systems zehn Jahre. Wir müssen deshalb langfristig denken und uns nicht von der momentanen Lage, sondern von den langfristigen Perspektiven leiten lassen. Die zweite Folgerung. Ich hatte in den letzten Wochen Gelegenheit zu drei Gesprächen mit ausländischen Politikern: mit je einem Vertreter erstens eines Nachbarstaates, zweitens eines anderen Neutralen in Europa, drittens eines Staates in einem Konfliktgebiet. Alle drei haben mich spontan auf unsere Landesverteidigung angesprochen und insbesondere der Vorstellung Ausdruck gegeben, dass unsere Neutralitätspolitik als aktive Neutralitätspolitik notwendigerweise mit einer Verteidigungspolitik gekoppelt sei. Es ist interessant, das von ausländischen Betrachtern aus drei verschiedenen Gesichtspunkten bestätigt zu erhalten. Ich bitte Sie, das in Ihrem Entscheid zu berücksichtigen. Die Kommission beantragt Ihnen, dem ganzen Kredit zuzustimmen. Angenommen - Adopté Art. 2, 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 33 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat-Au Conseil national -- 8 of 9 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Rüstungsprogramm 1989 Programme d'armement 1989 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 11 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.018 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 598-605 Page Pagina Ref. No 20 017 985 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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