89-521
Verwaltungsbehörden 06.10.1989 89.521
6. Oktober 1989Deutsch6 min
Source admin.ch
6. Oktober 1989 N 1719 Postulat Bäumlin Ursula #ST# 89.521 Postulat Oft Internationale Konvention zur Einschränkung des Waffenhandels Convention internationale limitant les exportations d'armes Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen, in welcher Form die Schweiz eine Initiative zum Abschluss einer internationalen Konvention ergreifen könnte, welche die Waffenausfuhr nach Regionen, wo Krieg geführt wird oder akute Spannungen herrschen, unterbindet, und/oder entsprechende schon im Gang befindliche Bestrebungen im Europarat wirksam unterstützen könnte. Texte du postulat du 21 juin 1989 Le Conseil fédéral est prié d'examiner comment la Suisse pourrait prendre l'initiative d'oeuvrer à la conclusion d'une convention internationale interdisant toute exportation d'armes vers des régions en proie à la guerre ou à de violentes tensions, et/ou comment elle pourrait appuyer efficacement les efforts déjà engagés en ce sens au Conseil de l'Europe. Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann, Auer, Bär, Bäumlin Ursula, Béguelin, Berger, Biel, Bircher, Bodenmann, Braunschweig, Brélaz, Brügger, Bundi, Caccia, Carobbio, Darbellay, David, Diener, Dormann, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggly, Fankhauser, Fehr, Grendelmeier, Günter, Hafner Ursula, Jaeger, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder, Meier-Glattfelden, Meizoz, Morf, Müller-Aargau, Nabholz, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Petitpierre, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruffy, Rychen, Sager, Schmid, Seiler Rolf, Spalti, Stamm, Stappung, Stocker, Ulrich, Weder-Basel, Widmer, Wiederkehr, Zbinden Hans, Züger, Zwygart (63) Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Erwägungen
1.
Seit dem Ende des 2. Weltkriegs sind über 150 kriegerische Konflikte geführt worden, welche Millionen von Todesopfern gefordert haben. Solche regionalen Konflikte (früher zuweilen «Stellvertreterkriege» genannt) bilden anerkanntermassen eine Gefahr für den Weltfrieden und führen zuweilen zur Entstehung von internationalem Terrorismus.
2.
Derartige Konflikte werden zwar nicht ausgelöst, sie können aber geschürt, ausgeweitet und verlängert werden durch den Waffenhandel von Drittstaaten mit den Konfliktparteien. Dadurch wird die Anwendung von Mechanismen gewaltloser Konfliktlösung behindert oder verunmöglicht.
3.
Die Schweiz hat sich, in der Folge eines nur knapp unterlegenen Volksbegehrens zur Einschränkung der Waffenausfuhr an neutrale Staaten Europas, ein Gesetz gegeben, welches Ausfuhr von Kriegsmaterial in Kriegs- oder Spannungsgebiete verbietet.
4.
Eine zuverlässige Einschränkung des Waffenhandels kann aus der Natur der Sache heraus nur völkerrechtlich durch internationale Vereinbarungen erfolgen.
5.
Als Nation, die sich immer für Mechanismen friedlicher Konfliktbeilegung eingesetzt hat, und als Sitz des IKRK hat die Schweiz - auch als Nichtmitglied der Uno - eine Legitimation, um eine Initiative auf diesem Gebiete zu ergreifen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 30. August 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 30 août 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.547 Postulat Bäumlin Ursula Menschenrechtsklausel bei Staatsabkommen Conventions internationales. Clause sur les droits de l'homme Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, bis Ende 1989 einen Bericht zu erstellen, der die Möglichkeit prüft, eine Menschenrechtsund eventuell eine subsidiäre Rücktrittsklausel bei wirtschaftsund handelspolitischen Staatsabkommen (zum Beispiel Nuklearabkommen) vorzusehen. In Analogie zur Regelung des Warfenexportes im Kriegsmaterialgesetz Artikel 9 bis 12 mit der sogenannten Menschenrechtsklausel in Artikel 11 Absatz 2 Buchstabe b sollte der verlangte Bericht darlegen, welche Gesetze und Verordnungen zu diesem Zweck und in diesem Zusammenhang abgeändert werden müssten und wie eine Uebergangsregelung bei den meistens langjährigen Staatsabkommen durchzuführen wäre. Texte du postulat du 22 juin 1989 Le Conseil fédéral est prié de présenter d'ici fin 1989 un rapport qui examinera la possibilité d'introduire une clause sur les droits de l'homme et éventuellement une clause de retrait dans les traités internationaux économiques et commerciaux, par exemple les traités sur l'énergie nucléaire. Par analogie avec la clause sur les droits de l'homme contenue à l'article 11, 2ème alinéa, lettre b de la loi fédérale sur le matériel de guerre, qui règle l'exportation d'armes aux articles 9 à 12, le projet devra déterminer les lois et ordonnances qui devront être modifiées dans ce but et également établir les possibilités d'application d'une réglementation de transition rendue nécessaire par la longue durée de la plupart des traités internationaux. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bär, Bäumlin Richard, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, David, Diener, Dünki, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Fehr, Fierz, Grendelmeier, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Hess Peter, Hubacher, Jaeger, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, LeuteneggerOberholzer, Longet, Mauch Ursula, Meizoz, Müller-Aargau, Neukomm, Oester, Ott, Petitpierre, Pini, Pitteloud, Rechsteiner, Ruffy, Salvioni, Schmid, Segond, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Zbinden Hans, Züger, Zwygart (60) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ein in seiner Wirkung nicht zu unterschätzendes Protestmittel gegen das Verbrechen der chinesischen Regierung an den unbewaffneten Demonstranten war der Stopp eines grösseren, bereits angelaufenen Schweizer Waffenexportes. Diese Aktion basierte offensichtlich auf der sogenannten Menschenrechtsklausel im Kriegsmaterialgesetz. Trotz aller Kritik und Warnungen hat das Bundesparlament letztes Jahr das Nuklearabkommen mit China genehmigt. Die Ereignisse in Peking haben unterdessen die Schweizerischen AKW-Betreiber dazugebracht, ihre Vertragsverhandlungen mit der Volksrepublik betreffend Wiederaufbereitung von Brennelementen und Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Tibet oder der Mongolei zu sistieren. Dem Vernehmen nach soll dabei auch und vielleicht sogar entscheidend eine Rolle gespielt haben, dass diese Atomabfallentsorgungsverträge mit hohen Preisforderungen verbunden waren. Um zu verhindern, dass dieses wirtschaftliche Kriterium nach einer gewissen Beruhigung und Stabilisierung der politischen Lage in China allein bestimmend wird, so dass die Atomabfallexportverhandlungen wieder aufgenommen und in Tat um-- 1 of 2 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Ott Internationale Konvention zur Einschränkung des Waffenhandels Postulat Ott Convention internationale limitant les exportations d'armes In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.521 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 1719-1719 Page Pagina Ref. No 20 017 785 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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