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Entscheid

89-546

Verwaltungsbehörden 06.10.1989 89.546

6. Oktober 1989Deutsch10 min

Source admin.ch

Erwägungen

7.

Comment le Ministère public de la Confédération lutte-t-il contre les groupements d'extrême-droite? Quel rôle joue-t-il dans la coordination des actions policières en vue de combattre les actes de violence perpétrés par les extrémistes de droite? Quelles mesures a-t-on prises? Lesquelles sont prévues?

8.

Quelles autres mesures le Conseil fédéral prévoit-il en vue de combattre l'extrémisme de droite? Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Baggi, Bär, Basler, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Biel, Bircher, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Brélaz, Brügger, Bundi, Burckhardt, Caccia, Carobbio, Cavadini, Cevey, Columberg, Cotti, Daepp, Danuser, David, Déglise, Dietrich, Diener, Dormann, Ducret, Dünki, Eggly, Engler, Euler, Fankhauser, Fierz, Früh, Gros, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Hess Otto, Hubacher, Humbel, Jaeger, Jeanprêtre, Kühne, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Loeb, Longet, Luder, Maeder, Maître, Matthey, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Morf, Müller-Aargau, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ott, Petitpierre, Philipona, Pini, Pitteloud, Portmann, Rechsteiner, Reimann Fritz, Reimann Maximilian, Ruffy, Rutishauser, Rychen, Salvioni, Savary-Vaud, Schmid, Segond, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spielmann, Stamm, Stappung, Stocker, Stucky, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Widmer, Wiederkehr, Wyss Paul, Zbinden Hans, Ziegler, Zölch, Züger, Zwingli, Zwygart (105) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In letzter Zeit häufen sich in beunruhigendem Ausmass die Meldungen über gewalttätige Ausschreitungen rechtsextremer Gruppen gegen Ausländer, insbesondere gegen Flüchtlinge und Asylbewerber. Zugleich wird in Publikationen (z. B. «Eidgenoss»), aber versuchsweise auch in Demonstrationen (geplanter Fackelzug von Winterthur) das Naziregime verherrlicht und offener Rassismus und Antisemitismus propagiert. Die Publikation rechtsextremer Schriften in der Schweiz und deren Export in Nachbarländer, in denen solche Erzeugnisse verboten sind, schädigen das Ansehen der Schweiz. Zum Aufsehen mahnen ferner die Angriffe auf ausländische Bewohner unseres Landes. Es genügt nicht, wenn solche Attacken als Werk politisch unwissender Jugendlicher abgetan werden. Es scheint, dass rechtsextremes Gedankengut zumindest als Kristallisationspunkt solcher gewalttätiger Gruppierungen dient. Eine organisatorische Basis ermöglicht offenbar rechtsextremen Gewalttätern ein rasches und konzentriertes Zuschlagen und scheint die Strafverfolgung zu behindern. Derartige Vorkommnisse müssen deshalb in einem politischen Gesamtrahmen gesehen werden. Es ist deshalb an der Zeit, dass sich das Parlament anhand eines bundesrätlichen Berichtes mit dieser Frage befasst. Zu den einzelnen Punkten:

1.

Hier geht es vor allem um eine Bestandesaufnahme der rechtsextremen Gewaltszene. Zu erfassen sind nicht nur die physischen Täter, sondern auch die Propagandisten im Hintergrund.

2.

Die Strafverfolgung ist primär Sache der Kantone. Da es sich jedoch bei den rechtsextremen Gewaltdelikten um ein gesamtschweizerisches Phänomen handelt, drängt sich auch eine gesamtschweizerische Erfassung auf, die nicht zuletzt den kantonalen Polizeibehörden dienlich wäre.

3.

Rechtsextremen Ideologen verbunden mit Gewalttaten mögen lediglich als spezifische Ausdrucksform erscheinen, in welcher sich gewisse asoziale Jugendliche betätigen. Eine solche Verharmlosung erscheint aber verhängnisvoll: Das Phänomen des wiederaufflackernden Faschismus bedarf einer genauen Beobachtung und kann nur erfasst werden, wenn die Verbindungen zu den anderen - offiziell «gemässigten» und «demokratischen» - rassistischen und fremdenfeindlichen Organisationen offen dargelegt werden. Eine gewichtige Rolle scheint dabei die «Nationale Koordination» zu spielen, die vermutlich auch entsprechende Kontakte zu ausländischen Organisationen unterhält.

4.

In letzter Zeit fallen vermehrt rechtsextreme rassistische Publikationen auf. Solche Druckerzeugnisse sind nicht nur ein Aergernis für demokratisch gesinnte Schweizer, sondern sie stellen auch eine Provokation und Beleidigung der ausländischen Bewohner unseres Landes und der jüdischen Minderheit in der Schweiz dar.

5.

Es stellt sich die Frage, ob die Revision der Strafgesetze nicht beschleunigt werden sollte, um dem rechtsextremen Treiben ein Ende zu machen.

6.

Andere Länder haben diese Revisionen bereits vorgenommen. Es besteht die Gefahr, dass die Schweiz wegen ihrer largen Gesetzgebung zum Hort des europäischen Rechtsextremismus wird (Lager der Wiking-Jugend, Versand des «Eidgenoss» in die BRD, rechtsextremistische Verlage).

7.

Da es sich - losgelöst von der allgemeinen kriminellen Motivation der Täter- um ein politisch begründetes Delikt handelt, scheint eine Abklärung durch die Bundesanwaltschaft angebracht zu sein.

8.

Das Problem des Rechtsextremismus, als Nährboden von Gewalt, lässt sich sicher nicht mit Repression allein lösen, obwohl diese bei Gewaltvergehen aufgrund des Offizialprinzips natürlich stattfinden muss. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.546 Postulat Frey Walter Wechselschilder Plaques de police interchangeables Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1989 Gemäss Artikel 13 Absatz 2 der Verkehrsversicherungsverordnung (SR 741.31 ) ist die Benützung von Wechselschildern zwischen Autos und Motorrädern ausgeschlossen, weil Wechselschilder nur unter solchen Fahrzeugen erlaubt sind, die gleichartige Kontrollschilder tragen können. Diese Regelung stellt eine Benachteiligung von Motorradhaltern gegenüber den Haltern anderer Motorfahrzeuge dar. Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert, den letzten Satz von Artikel 13 Absatz 2 Verkehrsversicherungsverordnung zu ersetzen oder zu ergänzen mit einer Formulierung, welche die Möglichkeit vorsieht, dass anstelle des Wechselschildes eine Plakette zwischen den gleichlautenden Kontrollschildern von Motorrad und Motorwagen ausgewechselt werden kann. Texte du postulat du 22 juin 1989 Selon l'article 13, 2e alinéa, de l'ordonnance sur l'assurance des véhicules (RS 741.31), on ne saurait utiliser les mêmes plaques pour les voitures et les motocyclettes, parce que les plaques interchangeables ne sont autorisées que pour les véhicules pouvant porter le même genre de plaques de contrôle. Une telle réglementation constitue un désavantage pour les motocyclistes par rapport aux détenteurs d'autres véhicules à moteur. C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à remplacer ou à compléter la dernière phrase de l'article 13, 2e alinéa, de l'ordonnance susmentionnée par une disposition prévoyant la possibilité d'utiliser, à la place de la plaque interchangeable, une plaquette pouvant passer d'une voiture à une motocyclette portant une plaque de contrôle identique. Mitunterzeichner- Cosignataires: Berger, Bonny, Burckhardt, Burgi, Cavadini, Cincera, Coutau, Daepp, David, Eisenring, -- 1 of 3 -Postulat Fäh 1732 N 6 octobre 1989 Fäh, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Friderici, Giger, Hess Otto, Hildbrand, Hösli, Jeanneret, Loeb, Luder, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Nebiker, Oester, Ott, Portmann, Reimann Maximilian, Rutishauser, Schmidhalter, Schule, Seiler Hanspeter, Spoerry, Steinegger, Stucky, Weber-Schwyz, Widrig, Wyss Paul, Wyss William, Zölch (40) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.578 Postulat Gysin Schutz des Schweizerwappens Protection des armoiries suisses Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1989 Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob das Bundesgesetz über den Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen vom 5. Juni 1931 nicht in dem Sinne geändert werden sollte, dass der fortschreitenden Verkommerzialisierung des schweizerischen Hoheitszeichens Einhalt geboten wird. Texte du postulat du 23 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne conviendrait pas de modifier la loi fédérale du 5 juin 1931 pour la protection des armoiries publiques et autres signes publics afin de mettre un frein à la commercialisation abusive de l'emblème suisse. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Bühler, Büttiker, Cincera, Daepp, Fäh, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Giger, Hänggi, Loretan, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Neuenschwander, Portmann, Reichling, Rutishauser, Rychen, Scheidegger, Schmidhalter, Wyss William, Zwingli (22) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Immer wieder ist festzustellen, dass die geltende Regelung des Schutzes des schweizerischen Hoheitszeichens von Werbung und Wirtschaft verletzt wird. Missbräuchen wird mit ungenügender, unannehmbarer Gleichgültigkeit durch die zuständigen Instanzen begegnet, so dass im Bereich des Wappenschutzes von einer mangelnden Durchsetzung geltenden Rechts gesprochen werden kann. Der Eindruck eines mangelnden Rechtsdurchsetzungswillens verstärkt sich angesichts des Antrags des EJPD, im Rahmen der Totalrevision des Markenschutzgesetzes das Bundesgesetz über den Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen gänzlich abzuschaffen. Damit würden sämtliche Dämme gegen eine totale Verkommerzialisierung des Schweizerwappens abgebrochen. Eine unbegrenzte Verkommerzialisierung unseres nationalen Hoheitszeichens verletzt nationale und patriotische Gefühle breiter Bevölkerungskreise. Das Hoheitszeichen der Schweizerischen Eidgenossenschaft sollte deshalb der Verkommerzialisierung und Profanisierung entzogen und strikt den schweizerischen Institutionen und den öffentlich-rechtlichen Körperschaften der Schweiz vorbehalten sein. Es erscheint uns unverständlich, wenn einerseits vom Bürger als Soldat Achtung und Respekt vor dem Schweizerwappen erwartet wird, anderseits das schweizerische Hoheitszeichen auf allen möglichen Produkten und Werbeerzeugnissen vorzufinden ist. Zudem verletzt die Verkommerzialisierung des Schweizerwappens das Genfer Abkommen vom 12. August 1949 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde. Artikel 53 Absatz 2 des 1. Genfer Abkommens lautet wie folgt: «Im Hinblick auf die der Schweiz durch die Annahme der umgestellten eidgenössischen Landesfarben erwiesene Ehrung und auf die zwischen dem Schweizerwappen und dem Schutzzeichen des Abkommens mögliche Verwechslung ist der Gebrauch des Wappens der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie aller Zeichen, die eine Nachahmung darstellen, durch Privatpersonen, Gesellschaften und Handelsfirmen, sei es als Fabrik- oder Handelsmarke oder als Bestandteil solcher Marken, sei es zu einem gegen die kaufmännische Ehrbarkeit verstossenden Zweck oder unter Bedingungen, die geeignet sind, das schweizerische Nationalgefühl zu verletzen, jederzeit verboten.» Beispiele für die zunehmende Verkommerzialisierung des nationalen Hoheitszeichens und für die mangelnde Durchsetzung geltenden Rechts und internationaler Abkommen sind - Kreditkarten einer ausländischen Organisation, auf denen das «offizielle» Schweizerwappen der Eidgenossenschaft und der Bundesverwaltung vorzufinden ist; - die grafisch verfremdeten Schweizerwappen, die von den zuständigen Richtern zugelassen werden und ungeahndet bleiben. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. September 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 septembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.482 Postulat Fäh Armeereform 95 und Gesamtverteidigung Réforme de l'armée 95 et défense générale Wortlaut des Postulates vom 12. Juni 1989 Die geplante Armeereform 95 hat Auswirkungen auf alle übrigen Bereiche der Gesamtverteidigung. Besonders betrifft dies den personalpolitischen Bereich. Der Bundesrat wird gebeten, die Möglichkeiten und Chancen, welche die Armeereform 95 den übrigen Bereichen der Gesamtverteidigung bietet, zu überprüfen und zusammen mit der Botschaft über die Armeereform 95 auch über das Ergebnis dieser Ueberprüfung Bericht zu erstatten bzw. entsprechende Anträge zu unterbreiten. Texte du postulat du 12 juin 1989 La réforme de l'armée 95 qui est prévue aura des répercussions sur tous les autres domaines de la défense générale, notamment sur la politique en matière de personnel. Le Conseil fédéral est prié d'examiner les possibilités et les chances qui s'offrent ainsi à tous les autres domaines de la défense générale et de soumettre, en même temps que le message sur la réforme de l'armée 95, un rapport sur les résultats de cet examen et des propositions à ce sujet.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Frey Walter Wechselschilder Postulat Frey Plaques de police interchangeables In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.546 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 1731-1732 Page Pagina Ref. No 20 017 806 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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