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Entscheid

89-801

Verwaltungsbehörden 23.03.1990 89.801

23. März 1990Deutsch10 min

Source admin.ch

Erwägungen

24.

août 1988. En janvier 1988, le département des affaires étrangères a constitué un «Groupe de réflexion sur la Suisse et l'Europe» dont les travaux ont été présentés à la Commission des affaires étrangères. Le Conseil fédéral est invité à présenter dès que possible au Parlement un nouveau rapport d'ensemble sur l'Europe qui analyse en particulier la «politique de neutralité et les aspects institutionnels des relations de la Suisse avec les Communautés européennes» et sur lesquels il prendra position. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.801 Postulat Braunschweig Konfliktbewältigung durch internationale kulturelle Zusammenarbeit Coopération culturelle et règlement des conflits Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1989 Die Schweiz ist nur gerade in einigen westlichen Kulturzentren und in Tokio durch Kulturattaches vertreten, die zudem als erstes die Aufgabe haben, die Schweiz im Ausland zur Darstellung zu bringen. Wir bitten den Bundesrat, die internationale kulturelle Zusammenarbeit unter anderem durch die Ernennung von Kulturattaches in zahlreichen Staaten, die uns geographisch, politisch, kulturell weniger nahe sind, ganz wesentlich auszubauen. Durch die Ernennung von Frauen kann ihr Anteil unter den Diplomaten in gewünschter Weise endlich erhöht werden. Dies drängt sich um so mehr auf, als Frauen häufig in Konfliktsituationen die zusätzlich Benachteiligten sind. Bei dieser Ausgestaltung soll es nicht in erster Linie um Werbung für unser Land und unsere Kultur gehen, sondern langfristig um Konfliktbewältigung. Möglicherweise können Kultur- und Geistesschaffende selber diese Aufgabe mit mehr Aussicht auf Erfolg lösen. Im Ausland besteht eine vorbildliche Tradition, während der letzte Schweizer Diplomat dieses Formats Carl J. Burckhardt war - vor 50 Jahren in Danzig! Texfe du postulat du 14 décembre 1989 La Suisse n'est représentée que dans quelques centres culturels occidentaux et à Tokyo par des attachés culturels, dont la tâche principale est par ailleurs de présenter la Suisse à l'étranger. Nous invitons le Conseil fédéral à renforcer substantiellement la coopération culturelle internationale, plus particulièrement en nommant des attachés culturels dans de nombreux pays qui nous sont moins proches sur les plans géographique, politique et culturel. La désignation de femmes pourrait répondre au souhait de voir augmenter leur représentation au sein du corps des diplomates. Cela s'avère d'autant plus nécessaire que les femmes sont souvent les victimes les plus touchées dans des situations conflictuelles. Cette manière de voir signifie qu'il ne s'agit pas en premier lieu de publicité en faveur de notre pays et de notre culture, mais bien, à long terme, de règlement des conflits. Des personnes appartenant aux milieux culturel et intellectuel -- 1 of 3 -23. März 1990 N 703 Postulat Weder-Basel pourraient vraisemblablement assumer elles-mêmes de telles tâches avec succès. L'on trouve une telle tradition à l'étranger, alors que l'exemple suisse le plus récent remonte à 50 ans, lorsque le dernier diplomate suisse répondant à ce profil - Cari J. Burckhardt-était en posteàDantzig. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Ammann, Bär, Bäumlin Ursula, Bodenmann, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, Diener, Eggenberg-Thun, Fetz, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, LeuteneggerOberholzer, Longet, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Morf, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Reimann Fritz, Stappung; Stocker, Thür, Uchtenhagen.Vollmer. (35). Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zur Begründung vier Beispiele:

1.

In den letzten Monaten konnten wir die Erfahrung machen, dass Aufbruchbewegungen zuerst im kulturellen Bereich spürbar werden. Nehmen wir als jüngste Beispiele die Tschechoslowakei oder die DDR. Kulturschaffende spüren oft als erste, was in der Luft liegt, was die Menschen beschäftigt, wo sie leiden. Es wäre eine zusätzliche Aufgabe des Kulturattaches, neue Entwicklungen, Tendenzen - gute oder schlechte - herauszuspüren, mitzuteilen, Vorschläge zu unterbreiten, wie sie gefördert werden können, wenn sie förderungswürdig sind. Der Postulant war letztes Jahr als Mitglied einer Parlamentarier-Delegation in der DDR und konnte übereinstimmend mit der ganzen Delegation feststellen, dass in den Bereichen Literatur, Theater, Film, Cabaret viel freiheitliche und kritische Bewegung sichtbar war, ganz im Gegensatz zu den Bereichen der Politik und der Medien (Information). Wäre der Bundesrat nicht bereit, als Sofortmassnahme je einen Kulturattache nach Bukarest und nach Tirana zu entsenden? Es versteht sich von selbst, dass die Aufgabe der Konfliktlösung durch Kulturvermittlung besser erfüllt werden kann, wenn der Sprachenfrage grösste Wichtigkeit zugemessen wird.

2.

Der Fundamentalismus des Islam bereitet vielen Menschen grosse Sorgen (obwohl diese Geisteshaltung sich auch bei uns auf dem Vormarsch befindet). Schweizerische Kulturattaches in den arabischen Städten müssten uns diesen Fundamentalismus aus Geschichte, Kultur und Religion erklären, müssten uns auf Auseinandersetzungen und zukünftige Entwicklungen aufmerksam machen und als wichtigstes den Dialog zwischen Menschenrechten und Fundamentalismus führen.

3.

In Jugoslawien, in der Sowjetunion und in vielen anderen Staaten müssten Schweizer Kulturattaches vertiefte Kenntnisse über Föderalismus oder Sprachenvielfalf besitzen.

4.

Zahlreiche Konflikte in Afrika und in anderen Teilen der Dritten Welt ergaben sich aus der Spannung zwischen eigener kultureller Vergangenheit und der Verarbeitung der Kolonialzeit. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.638 Postulat Weder-Basel Aenderung der Giftverordnung Postulat Weder-Bâle Toxiques. Révision de l'ordonnance Wortlaut des Postulates vom 2. Oktober 1989 Der Bundesrat wird eingeladen, Artikel 4 der Giftverordnung vom 19. September 1983 (Giftklasseneinteilung) unverzüglich zu revidieren und den europäischen Normen (3 Giftklassen anstatt 5) anzupassen. Texte du postulat du 2 octobre 1989 Le Conseil fédéral est invité à réviser sans tarder l'article 4 de l'ordonnance du 19 septembre 1983 sur les toxiques (classes de toxicité) pour l'adapter aux normes européennes (3 classes au lieu de 5). Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Diener, Dünki, Grendelmeier, Hafner Rudolf, Jaeger, Maeder, Meier-Glattfelden, Schmid, Stocker, Thür, Wiederkehr, Zwygart (13) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Als praktisch einziges Land kennt die Schweiz für toxische Substanzen eine Einteilung in fünf Giftklassen. Die Giftklasseneinteilung beruht auf einem Routineversuch, dem LD50-Test an Labortieren. Gemäss Definition ist bei diesem Test eine Substanz dann hochtoxisch, wenn innerhalb von 14 Tagen mindestens die Hälfte der Gruppe weisser Ratten von

200.

bis 500 g Körpergewicht an einer einzigen Dosis von 50 mg pro kg Körpergewicht stirbt. Die Substanzen müssen oral verabreicht werden. Um eine Einteilung in fünf Giftklassen vorzunehmen, ist eine wiederholte Verabreichung in steigenden Dosen nötig. Aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen wird der LD50-Test schon seit Jahren heftig kritisiert. Er ruft bei den betroffenen Tieren unter Umständen starke Schmerzen hervor und liefert sie einem qualvollen Tod aus. Aus wissenschaftlicher Sicht besitzt der Test wenig Aussagewert und sollte so rasch als möglich durch genauere und wissenschaftlich relevantere Abklärung zur akuten Toxizität ersetzt werden. Nach G. Zbinden «Acute ToxicityTesting, Public Responsibility and Scientific Challenges» / Benchmarcks «Alternative Methods in Toxicology» (Princeton, N.J., 1989), weist der LD50-Test u. a. folgende Mängel auf: - Er ist keine biologische Konstante, sondern wird durch eine Reihe innerer und äusserer Faktoren beeinflusst. - LD50-Werte von Tieren besitzen zur Abschätzung tödlicher Giftdosen für den Menschen kaum Aussagewert. - LD50-Werte stellen für weitergehende Toxizitätsstudien keine ausreichende Basis dar. - LD50-Werte als Basis für die Einteilung gefährlicher Substanzen in Giftklassen sind unspezifisch und lassen wesentliche Eigenschaften einer Substanz ausser acht. Es ist somit offensichtlich, dass der LD50-Test unzureichend ist und sobald als möglich durch ein relevanteres Testsystem ersetzt werden sollte (inkl. Alternativmethoden). Die wissenschaftlichen und administrativen Absprachen sind gegenwärtig im Gang. Als Sofortmassnahme sollte die Schweiz unverzüglich wenigstens eine Anpassung an die internationalen Normen vornehmen (3 Giftklassen). Die Beibehaltung von fünf Giftklassen auf der Basis eines veralteten Tests ist unsinnig und unverantwortlich, denn er führt nur zu einem sinnlosen Verschleiss von Labortieren. Damit verstösst die Giftverordnung gegen Artikel 14 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes: «Tierversuche sind auf das unerlässliche Mass zu beschränken.»

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Braunschweig Konfliktbewältigung durch internationale kulturelle Zusammenarbeit Postulat Braunschweig Coopération culturelle et règlement des conflits In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.801 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.03.1990 - 08:00 Date Data Seite 702-703 Page Pagina Ref. No 20 018 435 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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