90-818
Verwaltungsbehörden 22.03.1991 90.818
22. März 1991Deutsch12 min
Source admin.ch
Interpellation Iten 784 N 22 mars 1991 durchschnittlich pro Fiche aber 2,8 Karteikarten-Seiten existieren, ergibt sich daraus, dass pro Person, Organisation oder Ereignis demnach durchschnittlich zwei Karteikarten bestehen müssten. Geht man davon aus, dass gemäss Puk-Bericht eine Fiche einer Karteikarte entspricht, müsste sich die Zahl der registrierten Personen, Organisationen oder Ereignisse jeweils um die Hälfte reduzieren. Ich frage deshalb den Bundesrat an:
Erwägungen
1.
Entspricht eine Fiche einer Karteikarte?
2.
Entsprechen 2,8 Karteikarten-Seiten einer Karte mit zwei vollgeschriebenen Seiten plus einer Karte mit 0,8 Seiten Inhalt?
3.
Die Bundespolizei umfasst einerseits die politische und andererseits die gerichtliche! Polizei. Wie viele der bei der Bundespolizei registrierten und noch lebenden Personen sind wegen eines gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens in die Kartei gelangt, und wie viele von ihnen sind nur wegen ihrer politischen Ausrichtung, also ohne gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren, registriert worden? Texfe de l'interpellation du 3 octobre 1990 Durant les derniers mois et semaines, les fiches établies par la police fédérale sur des personnes, des organisations et des événements ont laissé apparaître certaines zones d'ombre dont le préposé spécial au traitement des documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat a dû rendre compte dans son quatrième rapport intermédiaire à la fin du mois de septembre. A la page 170 de son rapport final, la CEP écrit que «les principaux renseignements son t enregistrés au sujet de personnes, d'organisations ou d'événements sur des cartes de contrôle d'un fichier» (fiche). «Le fichier central.... contient quelque
900.
000 fiches». Dans son rapport complémentaire, la CEP écrit: Le fichier «contient des renseignements concernant plus de 900 000 personnes ou portant sur des événements Selon l'ampleur des informations recueillies, une même personne peut donner lieu à une ou plusieurs fiches». A la fin du mois de septembre, le préposé spécial confirmait l'existence de quelque 850 000 fiches. Il précisait de plus que 1000 fiches représentent en moyenne 2800 pages. Si une carte de contrôle comporte deux pages mais que l'on nous dit qu'une fiche compte en moyenne 2,8 pages, il faut admettre que deux cartes en moyenne sont établies par personne, organisation ou événement. Si l'on part du principe retenu par le rapport de la CEP, en vertu duquel une fiche de la police fédérale correspond à une carte, le nombre des personnes, organisations et événements enregistrés devrait diminuer de moitié. Je prie dès lors le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
1.
Une fiche de la police fédérale équivaut-elle à une carte de contrôle?
2.
2,8 pages de carte de contrôle équivalent-elles à une carte de deux pages pleines plus une carte de 0,8 page?
3.
La police fédérale regroupe d'une part la police politique et d'autre part la police judiciaire. Quel est le nombre des personnes enregistrées par la police fédérale et encore en vie qui ont été fichées à la suite d'une enquête de police judiciaire, et combien d'entre elles n'ont-elles été fichées que du seul fait de leurs opinions politiques, en d'autres termes sans avoir fait l'objet d'une enquête de police judiciaire? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine-Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Dezember 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 décembre 1990
1.
Die Zahl von 850 000 Fichen betrifft die registrierten Personen, Organisationen und Ereignisse; jede dieser Fichen besteht aus einer oder mehrerer Karten.
2.
Die einzelnen Karteikarten im Format A5 wurden auf der Vorderseite und Rückseite beschriftet; das bedeutet, dass im Durchschnitt das Deckblatt und 1,8 Seiten Text bestehen.
3. Die Einträge auf den Fichen beziehen sich nicht nur auf Erkenntnisse der gerichtlichen oder politischen Polizei, sondern dienen in grosser Zahl der Geschäftskontrolle. Eintragungen im Präventivbereich führen naturgemäss nicht immer zur Eröffnung eines gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens. Die Auszahlung der Einträge nach dem Eintragungsgrund ist bei der manuellen Führung ohne ganz unverhältnismässigen Aufwand nicht möglich. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 90.818 Interpellation Iten Kreuz und Kruzifix inderOeffentlichkeit Croix et crucifix dans les lieux publics Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1990 Der Interpellant ist empört über den sogenannten Kruzifix-Entscheid des Bundesgerichts, wonach das Aufhängen eines Kreuzes oder Kruzifixes in öffentlichen Lokalen gegen den Verfassungsgrundsatz der konfessionellen Neutralität verstossen soll, und fragt deshalb an, ob sich jetzt nicht auch der Bundesrat veranlasst sehen müsste, die offenen Hinweise auf die christlichen Wurzeln Europas aus unserer Rechtsordnung zu verdrängen und die freie Präsentation unseres Landessymbols, des Kreuzes, einzuschränken? Texfe de l'interpellation du 4 octobre 1990 L'auteur de l'interpellation est scandalisé par l'arrêt du Tribunal fédéral concernant les crucifix suspendus aux murs des classes de la commune de Cadrò, arrêt selon lequel la présence de crucifix ou de croix dans les locaux publics serait contraire au principe constitutionnel de la neutralité confessionnelle. Le Conseil fédéral ne se verrait-il pas dès lors amené à faire disparaître de notre ordre juridique toute référence directe aux racines chrétiennes de l'Europe, voire à limiter l'emploi de notre emblème national, la croix? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bürgi, Dietrich, Hess Peter, Jung, Portmann, Ruckstuhl, Segmüller, Widrig (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Dezember 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 décembre 1990 Der Bundesrat hatte am 29. Juni 1988 die Beschwerde der Gemeinde Cadrò in der fraglichen Angelegenheit gegen ein Urteil des Tessiner Verwaltungsgerichts namentlich unter Berufung auf die Gemeindeautonomie gutheissen und festgestellt, dass keine Verletzung von Artikel 27 Absatz 3 der Bundesverfassung vorliegt, wonach die öffentlichen Schulen von den Angehörigen aller Bekenntnisse ohne Beeinträchtigung ihrer Glaubens- und Gewissensfreiheit besucht werden können. Dieser Entscheid wurde an die Bundesversammlung weitergezogen, die sich für die Zuständigkeit des Bundesgerichts entschied.
3. Die Einträge auf den Fichen beziehen sich nicht nur auf Erkenntnisse der gerichtlichen oder politischen Polizei, sondern dienen in grosser Zahl der Geschäftskontrolle. Eintragungen im Präventivbereich führen naturgemäss nicht immer zur Eröffnung eines gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens. Die Auszahlung der Einträge nach dem Eintragungsgrund ist bei der manuellen Führung ohne ganz unverhältnismässigen Aufwand nicht möglich. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 90.818 Interpellation Iten Kreuz und Kruzifix inderOeffentlichkeit Croix et crucifix dans les lieux publics Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1990 Der Interpellant ist empört über den sogenannten Kruzifix-Entscheid des Bundesgerichts, wonach das Aufhängen eines Kreuzes oder Kruzifixes in öffentlichen Lokalen gegen den Verfassungsgrundsatz der konfessionellen Neutralität verstossen soll, und fragt deshalb an, ob sich jetzt nicht auch der Bundesrat veranlasst sehen müsste, die offenen Hinweise auf die christlichen Wurzeln Europas aus unserer Rechtsordnung zu verdrängen und die freie Präsentation unseres Landessymbols, des Kreuzes, einzuschränken? Texfe de l'interpellation du 4 octobre 1990 L'auteur de l'interpellation est scandalisé par l'arrêt du Tribunal fédéral concernant les crucifix suspendus aux murs des classes de la commune de Cadrò, arrêt selon lequel la présence de crucifix ou de croix dans les locaux publics serait contraire au principe constitutionnel de la neutralité confessionnelle. Le Conseil fédéral ne se verrait-il pas dès lors amené à faire disparaître de notre ordre juridique toute référence directe aux racines chrétiennes de l'Europe, voire à limiter l'emploi de notre emblème national, la croix? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bürgi, Dietrich, Hess Peter, Jung, Portmann, Ruckstuhl, Segmüller, Widrig (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Dezember 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 décembre 1990 Der Bundesrat hatte am 29. Juni 1988 die Beschwerde der Gemeinde Cadrò in der fraglichen Angelegenheit gegen ein Urteil des Tessiner Verwaltungsgerichts namentlich unter Berufung auf die Gemeindeautonomie gutheissen und festgestellt, dass keine Verletzung von Artikel 27 Absatz 3 der Bundesverfassung vorliegt, wonach die öffentlichen Schulen von den Angehörigen aller Bekenntnisse ohne Beeinträchtigung ihrer Glaubens- und Gewissensfreiheit besucht werden können. Dieser Entscheid wurde an die Bundesversammlung weitergezogen, die sich für die Zuständigkeit des Bundesgerichts entschied.
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22. März 1991 N 785 Interpellation Baerlocher Das Bundsgericht hat befunden, im Kruzifix als Symbol könne ein Hinweis auf eine Unterstellung des Unterrichts unter den Einfluss eines bestimmten Bekenntnisses erblickt werden, welche mit Artikel 27 Absatz 3 der Bundesverfassung unvereinbar sei. Nach dem Entscheid der Bundesversammlung und mit Rücksicht auf den Grundsatz der Gewaltenteilung steht es dem Bundesrat nicht an, das von seinem Entscheid abweichende Urteil des Bundesgerichts zu kritisieren. Die Rechtskraft des Urteils ist auf den entschiedenen Fall beschränkt und dürfte ausserhalb der öffentlichen Schulen keinen Präjudizcharakter haben. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 90.844 Interpellation Salvioni Strafbarkeit der Fabrikation von ABC-Waffen Interpellanza Salvioni Punibilità secondo il CPS della fabbricazione di armi ABC Interpellation Salvioni Punissabilité de la fabrication des armes ABC Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1990 Im Januar 1989 habe ich mit einer Motion gefordert, dass bestraft wird, wer nukleare, bakteriologische oder chemische Waffen (ABC-Waffen) herstellt, finanziert oder vermittelt oder bei ihrer Herstellung mitwirkt. Der Bundesrat hat die Motion dem EMD zugewiesen. Meine Motion bezieht sich aber nicht auf die Ausfuhr solcher Waffen. Sie will vielmehr, dass absolut jede Person bestraft wird, die in irgendeiner Weise an der Herstellung oder am Handel mit solchen Waffen beteiligt ist. Ich frage den Bundesrat, ob er meine Motion nicht dem EJPD zur Behandlung und Ausarbeitung eines in das Strafgesetzbuch aufzunehmenden Textes zuweisen will. Testo dell'interpellanza del 4 ottobre 1990 Nel gennaio 1989 ho introdotto una mozione chiedente che fosse punito chiunque avesse fabbricato, collaborato alla fabbricazione, finanziato o mediato armi atomiche, chimiche o batteriologiche (ABC). Il Consiglio federale ha trasmesso la mozione al DMF. La mia mozione non si riferisce all'esportazione di tali armi, ma tende a rendere punibile in assoluto chiunque in qualsiasi modo è coinvolto nella fabbricazione o nel commercio di tali armi. Chiedo se il Consiglio federale non intenda trasmettere la mia mozione al DFG per la trattazione e l'elaborazione di un testo da inferire nel CPS. Texte de l'interpellation du 4 octobre 1990 En janvier 1989, j'ai déposé une motion demandant que l'on punisse quiconque aura fabriqué, collaboré à la fabrication, financé ou négocié des armes atomiques, chimiques ou bactériologiques (ABC). Cette motion, que le Conseil fédéral atransmise au DMF, ne portait pas spécifiquement sur l'exportation mais voulait rendre punissable de manière générale quiconque serait impliqué d'une quelconque manière dans la fabrication ou le commerce de telles armes. Je prie le gouvernement de dire s'il est disposé à transmettre ma motion au DFJP pour qu'il prépare un projet de modification du Code pénal à cet effet. Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Keine - Nessuno - Aucun Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinuncia alla motivazione e desidera une risposta scritta. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Februar 1991 Risposta scritta del Consiglio federale del 27 febbraio 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 février 1991 II 31 gennaio 1990, il Consiglio federale ha incaricato un gruppo di lavoro interdipartimentale di elaborare un disegno di legge inteso a impedire che il nostro Paese possa, direttamento o indirettamente, contribuire alla proliferazione di armi chimiche e batteriologiche. Detta legge dovrebbe disciplinare anche il trasferimento della tecnologia relativa ai missili. Il Consiglio federale è del parere che lo scopo mirato non può essere raggiunto con l'inserimento di una disposizione suppletiva nel CPS. Il principio «Nessuna pena senza legge» obbliga infatti il legislatore a definire con precisione l'azione che intende incriminare. Nel presente caso, tenuto conto della complessità del problema dovuta al fatto che sia gli impianti di fabbricazione, sia le tecnologie, si prestano all'uso sia civile, sia militare, occorrerebbe aggiungere numerose disposizioni al CPS, il che metterebbe in discussione la sua sistematica. Il Consiglio federale è perciò del parere che sia preferibile disciplinare questa materia in una legge separata. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates befriedigt. #ST# 90.972 Interpellation Baerlocher Schweizerischer Nachrichtendienst Service suisse de renseignements Wortlaut der Interpellation vom 14. Dezember 1990 Mit der Veröffentlichung des Puk-EMD Berichtes und den aktuell täglich neuen Enthüllungen stellen sich Fragen betreffend die Kontakte, die Zusammenarbeit zwischen der Una, der P-27 und möglicherweise anderen geheimen Diensten mit ausländischen Geheimdiensten sehr intensiv. Insbesondere muss eine Interpellation von alt Nationalrätin Mascarin in dieser Frage aus dem Jahre 1982 (20.9.1982) neu beurteilt und beleuchtet werden. Frau alt Nationalrätin Mascarin bezog sich damals auf einen «Spiegel»-Artikel, wonach aus den sogenannten «Langemann-Papieren» hervorging, dass Kontakte zwischen BND-Agenten, Mitgliedern des CIA, des SIS und des SDECE, einem auserwählten Zirkel, zu Schweizern und dem schweizerischen Nachrichtendienst bestanden habensollen. Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass in Anbetracht der neuesten Enthüllungen im Rahmen des Puk-EMD-Berichtes die damalige Antwort des Bundesrates auf die Interpellation Mascarin neu beurteilt werden müsste?
2. Wie verhält sich der Bundesrat zu Tätigkeiten ausländischer Nachrichtendienste auf schweizerischem Territorium, welche die Beziehungen der Schweiz zu ausländischen Staaten beeinträchtigen könnten?
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Iten Kreuz und Kruzifix in der Oeffentlichkeit Interpellation Iten Croix et crucifix dans les lieux publics In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.818 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.03.1991 - 08:00 Date Data Seite 784-785 Page Pagina Ref. No 20 019 792 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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