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Entscheid

90-830

Verwaltungsbehörden 04.06.1991 90.830

4. Juni 1991Deutsch7 min

Source admin.ch

Erwägungen

27.

Mitunterzeichnerinnen und Mitunlerzeichnern eingereicht habe, in der letzten Session aus Zeilgründen nichl behandell worden. Nun isl sie durch die Ereignisse überholt Bundespräsidenl Colti hat nämlich am letzten Montag an einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit einer neuen Bolschafl über Kredite nach dem Hochschulförderungsgeselz für die Jahre 1992 bis 1995 - ausgeführt, dass er die Intenlion der Molion zu erfüllen gedenkt Darin sind die in meiner Molion - wie ich gesagl habe - erhobenen Forderungen an sich vollumfänglich erfüllt worden. Ich kann mich deshalb heute kurz fassen und muss nicht mehr um die Erfüllung meiner Postulale kämpfen. Die vom Bundesral vorgeschlagenen Sondermassnahmen zur Förderung des akademischen Nachwuchses berücksichligen meine Anliegen. Ich will deshalb nur noch kurz darlegen, warum die Sondermassnahmen sehr zu begrüssen sind: Es werden in den nächsten 10 Jahren an die 900 Lehrstühle zu besetzen sein. Die wichtigsten Gründe hierfür sind die Abnahme der Anzahl Doklorale, die Abnahme der Anzahl Schweizer Professoren und die verschwindend geringe Anzahl von Professorinnen. Die slarke Abnahme der Anzahl Doktorate verringert das Rekrutierungspolential für den akademischen Nachwuchs in gefährlichem Ausmass. Dieser unerwünschte Trend muss möglichst rasch gebremst werden.

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4.

Juni 1991 S 379 Motion Iten Die Anzahl der Professoren schweizerischer Nationalität nimmt ab, und die Anzahl ausländischer Professoren nimmt stark zu. Im Jahre 1989 waren insgesamt weniger Schweizer Professoren angestellt, nämlich 1670, als im Jahre 1980, damals waren es 1693. Die Anzahl ausländischer Professoren in der Schweiz hat in derselben Periode hingegen um 39 Prozent -von 493 auf 685 Dozenten-zugenommen. Da die umliegenden Länder vor ähnlichen Nachwuchsproblemen stehen, kann in vielen Disziplinen kaum noch auf zusätzliche ausländische Professoren gezählt werden. Zudem ist hervorzuheben, dass sich das Betreuungsverhältnis Dozent/Studenten in den letzten Jahren verschlechtert hat. 1981 kamen insgesamt durchschnittlich rund 33 Studenten auf einen Dozenten, während heute rund 55 Studenten auf einen Dozenten gezählt werden. Im Entwicklungsplan 1992 bis 1995 hat darum die Hochschulkonferenz den kantonalen Hochschulträgern und dem Bund empfohlen, die generell schlechten Betreuungsverhältnisse dringend zu verbessern. Wenn aufgrund der starken Belastung durch Lehre und administrativen Aufwand der Kontakt zu den Studierenden, Doktoranden, Assistenten und Habilitanden eingeschränkt wird, beeinträchtigt dies die Förderung des akademischen Nachwuchses. Zum letzten Punkt: Der Lehrkörper der schweizerischen Hochschulen besteht aus 2283 Dozenten und 72 Dozentinnen. Im letzten Jahr studierten zum erstenmal mehr als 30 000 Frauen an den Schweizer Hochschulen. Das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl heute Frauen vermehrt ein Studium aufnehmen, entfallen in der Schweiz auf 100 Studierende nur 38 Frauen. Der Anteil der Frauen an der höheren Ausbildung hat zugenommen, bleibt aber vergleichsweise niedrig gegenüber demjenigen von 45 bis 50 Prozent in den ändern OECD-Ländern. Dieser positiven Entwicklung ist mit aller Deutlichkeit der unerfreuliche Zustand entgegenzuhalten, dass heute nur rund

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Prozent aller Ordinariate durch Frauen besetzt sind und dass dieser Anteil stagniert. Von den 72 Dozentinnen sind zudem nur 46 schweizerischer Nationalität. Die hochschulpolitischen Organe erkennen diesen unerfreulichen Zustand als Problem an. Die Hochschulen sehen in ihren Mehrjahresplänen verschiedene Massnahmen vor, die Frauen zu fördern. Zur vermehrten Besetzung der frei werdenden Lehrstühle durch wissenschaftlich und didaktisch qualifizierte Frauen wird jedoch ein gesamtschweizerisches Vorgehen unerlässlich sein. Ich danke dem Bundesrat sehr für die rasche Realisierung meiner Motion. Dies ist ein schönes Beispiel für ein schnelles und flexibles Handeln der Verwaltung. Ich betrachte damit, Herr Bundespräsident Cotti, meine Motion als erfüllt. Zurückgezogen - Retiré Schluss der Sitzung um 11.45 Uhr La séance est levée à 11 h 45 -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Iten Impulsprogramm zur Förderung des akademischen Nachwuchses Motion Iten Mesures propres à assurer la relève universitaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 02 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.830 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 04.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 378-379 Page Pagina Ref. No 20 020 186 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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