91-017
Verwaltungsbehörden 24.09.1991 91.017
24. September 1991Deutsch11 min
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24. September 1991 N 1635 Entwicklungsländer. Zollpräferenzensystem Landwirtschaft und das Bundesamt für Sozialversicherung mit der Wohnungspolitik. Sehr oft stellt die Wohnbaupolitik auch einen Nebenaspekt bei der Erfüllung anderer Aufgaben dar. Die Zusammenfassung sämtlicher wohnungspolitischer Massnahmen bei einer Bundesstelle dürfte deshalb zu weit gehen. Die Wohnungsfürsorge für das Bundespersonal etwa will die Attraktivität des Bundesdienstes steigern und gehört damit als personalpolitisches Instrument klar zum Aufgabenbereich des EFD. Insbesondere im technischen und qualitativen Bereich der Wohnbauförderung und der Wohnungsversorgung des Bundes bestehen jedoch gewisse Ueberschneidungen. Deshalb klärt der Bundesrat im Rahmen der in Gang gesetzten Ueberprüfung der Organisation der Bundesverwaltung insbesondere auch weitere mögliche Regelungen der Zuständigkeiten für wohnungspolitische Massnahmen näher ab. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Loeb: Ich bin mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Ich bitte aber den Bundesrat, wirklich zu schauen, dass in der gesamten Bundesverwaltung die gleichen Instrumentarien angewendet werden - auch im Finanzdepartement, wo es ja vornehmlich darum geht, Wohnbau für die Bundesangestellten zu betreiben. Ich glaube, dass wir gesamthaft mit gleichen Ellen messen müssen. Wir können nicht verschiedene Masse haben, je nachdem, ob nun jemand in den Bundesdiensten ist oder nicht. Dass es ein Instrument ist für die Personalförderung, ist ganz selbstverständlich, aber wir sollten die gleichen Instrumentarien anwenden. Wir haben ja im Bundesamt für Wohnungswesen die entsprechenden Instrumentarien geschaffen. Da ist es einfach nicht einsichtig, dass die verschiedenen Departemente verschiedene Arten von Förderung betreiben und unterschiedliche Instrumentarien verwenden. Ich bitte also den Bundesrat darum, dass er sich überlegt, ob er eventuell in Form einer Untersuchung, also einer möglichen Prüfung - von aussen oder durch eigene Mittel - der Frage nachgehen sollte, ob da nicht eine Verbesserungsmöglichkeit bestünde. Ich möchte dem Bundesrat danken, dass er bereit ist, mein Anliegen als Postulat anzunehmen und die nötigen Massnahmen zu ergreifen. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 91.017 Entwicklungsländer. Zol l präferenzensystem Pays en développement. Système de préférences douanières Botschaft und Beschlussentwurf vom 20. Februar 1991 (BBI11410) Message et projet d'arrêté du 20 février 1991 (FF 11342) Beschluss des Ständerates vom 13. Juni 1991 Décision du Conseil des Etats du 13 juin 1991 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Herr Oehler unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht: Der letztmals um zehn Jahre verlängerte Zollpräferenzenbeschluss läuft am 29. Februar 1992 aus. Der Bundesrat beantragt eine Verlängerung um fünf Jahre, weil im Lichte der Resultate der Uruguay-Runde und eventuell der EWR-Verhandlungen der Umfang der schweizerischen Zollpräferenzen geprüft werden muss. Die vom Bundesrat während der Geltungszeit getroffenen Massnahmen werden wie bisher jeweils in den halbjährlich erscheinenden Berichten über zolltarifarische Massnahmen dem Parlament unterbreitet. Dieses entscheidet dann darüber, ob diese Massnahmen in Kraft bleiben können oder nicht. Mit der Gewährung von Zollpräferenzen an die Entwicklungsländer durch die Industrieländer sollen die Importe von verarbeiteten Produkten aus Entwicklungsländern gefördert werden, damit sich diese Länder von ihrer Abhängigkeit von den Rohstoffen befreien können. Aufgrund dieser Idee entwickelte die Uno-Konferenz für Handel- und Entwicklung (Unctad) das seit 1972 bestehende allgemeine Präferenzensystem (APS). Dieses System berücksichtigt die unterschiedlichen Interessen der Industrieländer und deren Zollschutzsysteme. Das APS besteht somit aus einer Reihe von nationalen Schemen, die auf gemeinsamen Zielen und Prinzipien aufgebaut sind. Diese Schemen sind alle als einseitige und autonome Massnahmen konzipiert. Die Eingliederung des APS in das multilaterale Handelssystem erforderte eine Ausnahme von den Gatt-Satzungen im Zusammenhang mit der Meistbegünstigungsklausel. Die Industrieländer wurden ermächtigt, die Entwicklungsländer bevorzugt zu behandeln, ohne diese Vorzugsbehandlung auch den anderen Vertragsparteien zugestehen zu müssen. Als langfristiges Ziel wird aber die völlige Integrierung der Entwicklungsländer in das internationale Handelssystem angestrebt. Die Ausnützungsquote, d. h. der Teil der Importe mit möglichen APS-Zollvergünstigungen, für den effektiv Präferenzen verlangt und erteilt wurden, ist bezüglich der Schweiz mit einer seit 1972 unverändert gebliebenen Ausnützungsquote zwischen 35 und 40 Prozent die niedrigste aller OECD-Länder. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass unser Land bedeutende Importe an Metallen und Edelsteinen tätigt, die wohl von einer präferentiellen Behandlung profitieren könnten, welche aber in Anbetracht der unbedeutenden Zollbelastung (weniger als ein halbes Prozent) nur selten verlangt wird. Schliesst man diese Importe aus, dann bewegt sich die Ausnützung in der Grössenordnung von 65 Prozent, eine Quote, die durchaus vergleichbar ist mit jener der Mehrheit der OECD-Länder. Zudem weist die Schweiz für Industrieprodukte von allen OECD-Ländern die handelsanteilmässig gewichtete niedrigste durchschnittliche Zollbelastung auf (2,2 Prozent vor der Uruguay-Runde). Das schweizerische Präferenzensystem wird in erster Linie auf die Industriegüter der Kapitel 25 bis 99 des Gebrauchszolltarifs angewendet. Ausnahmen bestehen bei jenen Produkten, wo die Entwicklungsländer besonders wettbewerbsfähig sind. Bei diesen Produkten beträgt der préférentielle Zollansatz
Erwägungen
50.
Prozent des Normaltarifs. Die Schweiz ist das einzige Land, welches in seinem Präferenzensystem keine mengenmässigen Beschränkungen oder den Ausschluss von Textilien und Bekleidungen vorsieht. Obwohl die Wirkung der Zollpräferenzen begrenzt sind, denkt kein einziges Industrieland daran, die Zollpräferenzen in naher Zukunft ausser Kraft zu setzen. Die Gewährung von Zollpräferenzen ist mit Einbussen bei den Zolleinnahmen verbunden. Von 1972 bis 1984 belief sich der kumulierte Einnahmeausfall auf 295,5 Millionen Franken. Die Verlängerung des Präferenzenschemas bewirkt keine zusätzliche Verminderung der Zolleinnahmen. Die Verlängerung des Präferenzenbeschlusses hat keine Erhöhung des Personalbestands zur Folge. Die Ausführung des Präferenzenbeschlusses obliegt ausschliesslich dem Bund. M. Oehler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: Depuis 1972, la Suisse accorde des préférences tarifaires douanières généralisées aux pays en développement. L'arrêté sur les préférences douanières, prolongé de dix ans en 1981, arrivera à échéance le 29 février 1992. Le Conseil fédéral propose une nouvelle prolongation de cinq ans: il sera en effet nécessaire de réexaminer l'étendue des préférences -- 1 of 3 -Investissements en faveur des régions de montagne 1636 N 24 septembre 1991 octroyées par la Suisse à la lumière des résultats du cycle d'Uruguay et, le cas échéant, des négociations sur l'EEE. Les mesures que le Conseil fédéral prendra durant la période de prolongation seront soumises au Parlement, comme par le passé, dans le cadre du rapport semestriel concernant les modifications du tarif d'usage des douanes suisses. L'Assemblée fédérale décidera alors de maintenir ou de supprimer ces mesures. En octroyant des préférences tarifaires douanières aux pays en développement, les nations industrialisées encouragent les importations de produits manufacturés provenant des pays en développement et permettent à ces derniers de se libérer de leur dépendance à l'égard des produits de base. S'inspirant de cette idée, la Conférence des Nations Unies sur le commerce et le développement (CNUCED) a développé le système généralisé de préférences tarifaires (SGP) institué en 1972. Ce système tient compte des divers intérêts et systèmes de protection douanière des pays industrialisés. Le SGP est ainsi un ensemble de schémas nationaux fondés sur des objectifs et des principes communs. Ces schémas sont tous conçus comme une mesure unilatérale et autonome. L'intégration du SGP dans les mécanismes du commerce international multilatéral a nécessité une dérogation aux principes du GATT, en relation avec la clause de la nation la plus favorisée. Les nations industrialisées ont été autorisées à accorder un traitement préférentiel aux pays en développement sans devoir consentir ces mêmes avantages aux autres parties contractantes. Mais l'objectif à terme reste l'intégration totale des pays en développement au commerce mondial. Pour la Suisse, le taux d'utilisation, c'est-à-dire la part des importations éligibles au titre du SGP pour laquelle les préférences ont été effectivement demandées et accordées, est resté stable depuis 1972 et a oscillé entre 35 et 40 pour cent; ce taux est le plus faible des pays de l'OCDE et s'explique notamment par l'importance de nos importations de pierres et de métaux précieux qui, bien que pouvant bénéficier d'un traitement préférentiel, ne font que rarement l'objet d'une demande eu égard à l'incidence tarifaire insignifiante (moins d'un demi pour cent). Si l'on ne tient pas compte de ces importations, le taux d'utilisation s'élève à quelque 65 pour cent, taux comparable à celui de la majorité des pays de l'OCDE. En outre, la Suisse affiche le taux moyen pondéré le plus bas des pays de l'OCDE pour ce qui est de l'ensemble des produits industriels (2,2 pour cent avant le cycle d'Uruguay). Le schéma suisse de préférences tarifaires s'applique en premier lieu aux produits industriels des chapitres 25 à 99 du tarif d'usage des douanes. Les exceptions concernent les produits pour lesquels les pays en développement sont particulièrement compétitifs. Pour ces marchandises, le taux préférentiel correspond à 50 pour cent du droit normal. La Suisse est le seul pays qui ne prévoit pas, dans son régime préférentiel, de restrictions quantitatives ou d'exclusions de produits des secteurs du textile et de la confection. Si les effets des préférences tarifaires douanières sont limités, aucun pays industrialisé ne songe à abolir un tel système. L'octroi de préférences tarifaires douanières est lié à des pertes de recettes douanières: les pertes cumulées se sont élevées à 295,5 millions de francs pour la période de 1972 à 1984. La prolongation de l'arrêté sur les préférences tarifaires n'entraînera pas d'autre diminution des recettes douanières et ne nécessitera aucune augmentation de l'effectif du personnel; son exécution est de la seule compétence de la Confédération. Antrag der Kommission Die einstimmige Kommission beantragt Ihnen, auf die Vorlage einzutreten und dem Bundesbeschluss über die Gewährung von Zollpräferenzen zugunsten der Entwicklungsländer zuzustimmen. Proposition de la commission La Commission unanime vous propose d'entrer en matière et d'approuver l'arrêté fédéral concernant l'octroi de préférences tarifaires en faveur des pays en développement. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Ziff. l, II Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, eh. l, II Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 79 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Ständerat-Au Conseil des Etats #ST# 91.020 Investitionshilfe an die Berggebiete Investissements en faveur des régions de montagne Botschaft und Beschlussentwurf vom 4. März 1991 (BBI11548) Message et projet d'arrêté du 4 mars 1991 (FF 11472) Beschluss des Ständerates vom 10. Juni 1991 Décision du Conseil des Etats du 10 juin 1991 Kategorie III, Art. 68GRN -Catégorie III, art. 68 RCN Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière Bürgi, Berichterstatter: Das Bundesgesetz über Investitionshilfe für Berggebiete strebt durch gezielte Massnahmen eine Angleichung der Lebensbedingungen zwischen wirtschaftlich schwachen und wirtschaftlich starken Gebieten unseres Landes an. Die Bundeshilfen werden auf Antrag und durch Vermittlung der Kantone gewährt, die jeweils eine gleichwertige Leistung zu erbringen und die Haftung für Verluste auf Investitionshilfeverpflichtungen zu übernehmen haben. Damit solche finanziellen Hilfen überhaupt ausbezahlt werden können, müssen sich die Regionen - das sind gewöhnlich ganze Talschaften - zusammenschliessen und gemeinsam Entwicklungskonzepte ausarbeiten. Seit Inkrafttreten des Investitionshilfegesetzes im Jahre 1975 wurden vom Bund 54 Regionen anerkannt, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Das so abgegrenzte schweizerische Berggebiet umfasst etwa zwei Drittel der Landfläche, gegen einen Viertel unserer Bevölkerung und total 1250 Gemeinden. Damit diese Konzepte dem neuesten Stand angepasst werden, hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement im Jahre 1989 neue Richtlinien für die Berggebietsförderung, das heisst für die Ausarbeitung einer zweiten Generation von Entwicklungskonzepten erlassen. Inzwischen sind bereits mehr als 20 Regionen mit der Revision ihres Entwicklungskonzeptes beschäftigt. Bis Ende 1990 wurden Investitionshilfedarlehen an 3723 Projekte in der Höhe von 1,103 Milliarden Franken ausgerichtet. Das damit zusammenhängende Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 6,9 Milliarden Franken. Die starke Beanspruchung des Fonds führte 1984 zu einprprsten Aijfstnrkunn vnnfïfin Millionen Franken auf finn Mil-- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Entwicklungsländer. Zollpräferenzensystem Pays en développement. Système de préférences douanières In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.017 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 24.09.1991 - 08:00 Date Data Seite 1635-1636 Page Pagina Ref. No 20 020 326 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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