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Entscheid

91-035

Verwaltungsbehörden 25.09.1991 91.035

25. September 1991Deutsch5 min

Source admin.ch

Erwägungen

08.00

h Vorsitz - Présidence: Herr Hänsenberger Präsident: Die beiden Büros haben sich damit einverstanden erklärt, dass in beiden Kammern ein Vertreter der Jugendlichen, die die heutige Jugendsession im Bundeshaus organisiert haben, das Wort erhält. Bei uns spricht Herr Dominik Büchel, Mitglied der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Jugendsession, Oekonom aus Basel. Dominik Büchel: «Bezaubert nicht gerade am meisten an der Jugend, dass sie nicht bei Vernunft ist?» Falls Erasmus von Rotterdam recht hat, werden wir Sie heute alle bezaubern! Heute findet also diese Jugendsession statt. Wir danken Ihnen, dass wir hier noch zwei, drei Worte dazu sagen können. Wären wir rational Denkende, hätten wir von Anfang an gesagt: Ach, das bringt doch nichts, eine Jugendsession: eine Goodwill-Veranstaltung, die Jugend vorzeigen usw. Nach der Frauensession hätten wir uns den Schneid wohl endgültig abkaufen lassen - wären wir vernünftig gewesen. Das waren wir aber nicht. So diskutierten wir weiter, entwarfen und verwarfen Konzepte, organisierten, versuchten uns selber zu organisieren und legten dabei Tausende von Zugkilometern zurück. Auf das Ergebnis sind wir nun selber gespannt. Wir, die Organisierenden, haben uns Mühe gegeben und erwarten nun unvernünftigerweise ein Echo, ein Echo in einem Land, in dem die schweigenden Mehr- und Minderheiten wie Schallschlucker funktionieren und Abnormales, Aussergewöhnliches, Unvernünftiges schnell, schnell zum Vertonen bringen. Wir glauben - ach, werden Sie jetzt sagen, wie unvernünftig, glauben macht selig, Wissen allein führt zur Macht -, wir glauben aber trotzdem, dass auch anderes möglich ist, dass die Jugend, eine der mehr oder minder schweigenden «-heilen» in diesem Lande, sich regt, auch auf politischer Ebene, wenn Möglichkeiten dazu gegeben sind. Nun wollen wir aber die Unvernunft auf die Spitze treiben und hoffen tatsächlich, dass wir mit der heute stattfindenden Jugendsession etwas erreichen können, das nicht immer in greifbarer Nähe liegt, nämlich Sie. Kommen Sie doch bitte um die Mittagszeit in die Eingangshalle des Bundeshauses. Da gibt es was zu futtern und jede Menge interessante Gesprächspartner und Konversationsbetreiberinnen, nämlich Jugendliche aus dem Land, das Sie von hier aus mitlenken. Daraus ergibt sich für Sie schon fast so etwas wie eine vaterländische Pflicht, nach der Vormittagssitzung im Bundeshaus zu bleiben und am Nachmittag ab

14.

Uhr die Plenumssitzung der Jugendsession von den Tribünen des Nationalratssaales aus mitzuverfolgen. Selbstverständlich sind Sie auch um 17.45 Uhr herzlich zum Apéro in den Wandelhallen eingeladen. Wenn Sie junge Leute in blauen T-Shirts durch dunkle Gänge hetzen sehen, können Sie auch diese noch fragen. Das sind die Organisierenden. Da wäre noch etwas: Sehen Sie, wir möchten gerne, dass nach dieser Jugendsession, die die erste ist, weitere folgen. Von einigen von Ihnen wissen wir, dass Sie das unterstützen, von anderen wissen wir, dass sie eher dagegen sind. Und bei einigen vermuten wir auch, dass Sie weder das eine noch das andere, sondern vor allem Ihre Ruhe wollen. Wir haben uns schon einige Gedanken dazu gemacht, wie es weitergehen könnte. Aber Definitives lässt sich wohl erst nach der Auswertung der heutigen Erfahrungen sagen. Unsere Bitte an Sie: Dass Sie, wenn unsere Vorschläge schlussendlich bei Ihnen landen, diese beachten, diskutieren, durchkauen, mit in den Zug und nach Hause nehmen, kurzum so tun, als ob sie nicht von uns kämen, sondern von einer Versicherung, von den Arbeitgebern, von den Gewerkschaften, vom Bauernverband, aus den Berggebieten, von einem Elektrizitätswerk oder von sonst woher. Unsere Lobby müssen Sie alle sein. Bundesrat Cotti hat da kürzlich auf einer schrägen Wiese am Vierwaldstättersee gesagt,, dass die Jugend aufmüpfig sein solle, dass die Schweiz die Träume der Jugendlichen benötige. Damit entfernt er sich ja nicht allzusehr von Erasmus. Hat etwa der Humanismus doch noch Chancen in der Politik? Nun ist es aber gut zu wissen, dass Erasmus den Liebreiz der unvernünftigen Jugend in seiner Satire «Das Lob der Torheit» beschrieben hat. Und die Satiriker sind bekanntlich die Avantgarde der Subversion. Keine Angst! Wir sind für einmal vernünftig genug einzusehen, dass hier Bewegung ohne Ihre Erlaubnis nicht möglich ist, denn die Verhältnisse, die sind halt so. Wir sind bereit, mit Ihnen über diese Bewegung zu reden. Deshalb sind wir schliesslich hier. Und Sie? Packen wir es hier und heute an. Einverstanden? Präsident: Ich danke Ihnen, Herr Büchel. Ich fordere die Mitglieder des Rates auf, am Mittagessen teilzunehmen und sich, soweit möglich, heute nachmittag auch auf die Tribüne des Nationalratssaales zu begeben und der Jugendsession beizuwohnen. #ST# 91.035 Institutionen von Bretton Woods. Beitritt Institutions de Bretton Woods. Adhésion Differenzen - Divergences Siehe Seite 527 hiervor - Voir page 527 ci-devant Beschluss des Nationalrates vom 17. September 1991 Décision du Conseil national du 17 septembre 1991 B. Bundesgesetz über die Mitwirkung der Schweiz an den Institutionen von Bretton Woods B. Loi fédérale concernant la participation de la Suisse aux institutions de Bretton Woods Art. 2 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Art. 2 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national Angenommen -Adopté -- 1 of 2 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Institutionen von Bretton Woods. Beitritt Institutions de Bretton Woods. Adhésion In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.035 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 25.09.1991 - 08:00 Date Data Seite 772-772 Page Pagina Ref. No 20 020 566 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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