91-3028
Verwaltungsbehörden 21.06.1991 91.3028
21. Juni 1991Deutsch11 min
Source admin.ch
21. Juni 1991 N 1363 Interpellation Ruf Orient. Or une paix équitable et durable a pour préalable la reconnaissance du droit à l'existence de l'Etat d'Israël. Les Israéliens considèrent Jérusalem comme leur capitale. C'est dans cette ville que se trouvent le Ministère des affaires étrangères, la Knesset et le siège de la présidence. La Bible fournit elle aussi des indications selon lesquelles Jérusalem appartient au peuple d'Israël. A cet égard, je prie le Conseil fédéral de bien vouloir répondre aux questions suivantes:
Erwägungen
1.
Estime-t-il lui aussi qu'après la guerre du Golfe et vu l'ordre nouveau qui en découle dans la région, le moment est venu de reconnaître Jérusalem comme capitale de l'Etat d'Israël et de transférer l'ambassade de Suisse de Tel-Aviv à Jérusalem?
2.
Maintient-il la réponse qu'il a donnée à la question ordinaire Oester, Zurich, le 16 septembre 1985, dans laquelle il disait qu'il ne voyait aucun motif de changer d'attitude face à la question de Jérusalem puisque les conditions juridiques et concrètes n'avaient pas changé?
3.
Ne pense-t-il pas lui aussi que l'issue de la guerre du Golfe et la retenue d'Israël sur le plan militaire (même après les attaques de fusées irakiennes) ont beaucoup modifié les conditions concrètes?
4.
Au cas où le Conseil fédéral se déclarerait défavorable à un transfert de notre ambassade à Jérusalem, nous le prions de nousfaire savoir pourquoi, dans d'autres cas, il aaccepté sans réserve des capitales qui étaient également contestables du point de vue du droit international, par exemple Berlin-Est comme capitale de l'ancienne République démocratique allemande? Mitunterzeichner- Cosignataires: Dünki, Widmer, Zwygart (3) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. Mai 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 8 mai 1991 Der Bundesrat sieht auch im Lichte der neuesten Entwicklung im Mittleren Osten und nach dem Ende des Konfliktes um Irak und Kuwait keine Veranlassung, seine Haltung in der Jerusalem-Frage zu ändern, wie er sie zuletzt in seiner Antwort auf die Einfache Anfrage Oester vom 16. September 1985 dargelegt hat. Was die Frage einer Verlegung der Schweizer Botschaft von Tel-Aviv nach Jerusalem betrifft, haben sich die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen auch im Lichte des Endes des Golfkrieges und der Zurückhaltung Israels nach den irakischen Raketenangriffen nicht massgeblich verändert. Wie in der Antwort auf die Einfache Anfrage Oester ausgeführt, gibt es im diplomatischen Verkehr nicht eine formelle Anerkennung einer bestimmten Stadt als Hauptstadt durch ausländische Staaten. Das Völkerrecht kennt nur die Anerkennung von Staaten als gleichwertige Völkerrechtssubjekte durch die anderen Staaten. Welche Stadt als Hauptstadtsitz der Regierung, der gesetzgebenden Behörde und damit auch im Normalfall der dort etablierten ausländischen Vertretungen ist, bestimmt jeder Staat grundsätzlich selbst. Es gibt auch Staaten, bei denen sich mehrere Städte in diese Funktion teilen. Probleme ergeben sich bei dieser Ordnung lediglich da, wo die territoriale Zugehörigkeit einer Stadt, die zur Hauptstadt erklärt werden soll, völkerrechtlich umstritten ist. Dies ist bei Jerusalem der Fall. Jerusalem samt näherer Umgebung wurde von der Uno-Generalversammlung noch vor Gründung des Staates Israel zu einer für Juden und Araber gleichermassen zugänglichen Stadt unter internationaler Schirmherrschaft bestimmt. Nach der Gründung des Staates Israel und des Waffenstillstandes, der den Kämpfen zwischen Juden und Arabern folgte, wurde der westliche Teil der Stadt von Israel, der östliche von Jordanien verwaltet. Nach dem Krieg von 1967 geriet auch der östliche Teil unter israelische Kontrolle. Am 30. Juli 1980 verabschiedete das israelische Parlament ein Verfassungsgesetz, welches das gesamte Gebiet der Stadt Jerusalem-West und Ostvereinigt-zur israelischen Hauptstadt erklärte. Diesem einseitigen Akt ist bis heute die internationale Anerkennung versagt geblieben, und zwar in Anwendung des völkerrechtlichen Grundsatzes, wonach gewaltsamer Gebietserwerb bis zum Abschluss einer friedensvertraglichen Regelung keinerlei Rechtswirkungen zu bewirken vermag. Dieser Friedensvertrag ist in bezug auf Jerusalem bis heute nicht zustande gekommen. Als Folge des umstrittenen Status von Jerusalem hat die überwiegende Mehrzahl aller Staaten, die in Israel eine diplomatische Mission unterhalten, ihre Vertretung in Tel-Aviv errichtet. Auch die schweizerische Botschaft befindet sich seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen in Tel-Aviv. Eine Verlegung wird aus den obgenannten Gründen nicht erwogen. Währendem Jerusalem, wie angedeutet, bis heute nur von ganz wenigen Ländern als Hauptstadt akzeptiert worden ist, wurde das erwähnte Ost-Berlin von sämtlichen Staaten, die im Laufe der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg die DDR als souveränen Staat anerkannten, als Sitz ihrer Botschaften gewählt. Wenn die Schweiz ihre Vertretung ebenfalls in Ost-Berlin eröffnete, so geschah dies somit im Einklang mit der einhelligen Praxis der Völkergemeinschaft. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 91.3028 Interpellation Ruf Schutz des Flachmoors Saanenmöser Sauvegarde du bas-marais de Saanenmöser Wortlaut der Interpellation vom 24. Januar 1991 Kürzlich hat der Regierungsrat des Kantons Bern eine Beschwerde des bernischen Naturschutzverbands gegen die Erweiterung des Golfplatzes Saanenland aus formellen Gründen abgewiesen. Die nun immer drohendere Realisierung dieses Projekts würde ein Flachmoor von voraussichtlich nationaler Bedeutung zerstören, das im provisorischen Inventar des Bundes über schützenswerte Flachmoore (Anhang zum Vernehmlassungsentwurf der Flachmoorverordnung) enthalten ist. Bereits im Frühling/Sommer 1990 hatte Bundesrat Flavio Cotti die Berner Regierung wiederholt aufgefordert, das betroffene Flachmoor Saanenmöser provisorisch zu schützen, da die verfassungsmässigen Moorschutzbestimmungen gemäss Artikel 24sexies Absatz 5 der Bundesverfassung direkt anwendbar seien. Nichtsdestotrotz bewilligte der Regierungsrat Ende Mai 1990 die entsprechende Ueberbauungsordnung. Im August 1990 genehmigte sodann der Grosse Rat einen Staatsbeitrag von 1,2 Millionen Franken an die Vergrösserung des Golfplatzes. Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1.
In der Fragestunde des Nationalrates vom 24. September 1990 antwortete Bundesrat Cotti auf entsprechende Fragen des Interpellanten betreffend des Schutzes des Flachmoors Saanenmöser u. a.: «Wir haben auf einen dringlichen Bundesbeschluss verzichtet, weil wir von den Kantonen Gewähr erhalten hatten, dass der provisorische - ich unterstreiche: provisorische - Schutz tatsächlich gewährleistet wäre. Ich werde demnächst auch mit der Berner Behörde Kontakt aufnehmen; denn es geht natürlich nicht, dass man auf Umwegen von der allgemeinen - ich möchte sagen: stillschweigenden-Vereinbarung abrückt, die in diesem Frühjahr zur allgemeinen Zufriedenheit getroffen wurde. Ich möchte Ihnen mit Genugtuung sagen, dass der -- 1 of 3 -Interpellation Carobbio 1364 N 21 juin 1991 Fall, den Sie erwähnen, der einzige mir bisher bekannte ist, in dem über die Entscheide dieses Frühjahres hinweg gleichsam versucht wird, sich über diesen provisorischen Schutz wegzusetzen.» Wie beurteilt der Bundesrat die Handlungsweise der Berner Behörden in dieser Angelegenheit vor dem Hintergrund der von Bundesrat Cotti erwähnten «stillschweigenden Vereinbarung», namentlich unter dem Aspekt des Grundsatzes von Treu und Glauben?
2.
Welche konkreten Schritte hat der Bundesrat seit Sommer/ Herbst 1990 unternommen, um - gemäss entsprechenden Ankündigungen von Bundesrat Cotti in der gleichen Fragestunde des Nationalrates - die Berner Behörden zu veranlassen, keine Präjudizien vor der definitiven Inventarisierung der zu schützenden Flachmoore von nationaler Bedeutung zu schaffen?
3.
Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat im einzelnen zu treffen, um die drohende Zerstörung des Flachmoors Saanenmöser vorläufig - mindestens bis zum Erlass der Flachmoorverordnung und des definitiven Inventars (voraussichtlich 1992) - zu verhindern? Ist der Bundesrat bereit, nötigenfalls die erforderliche eidgenössische Rodungsbewilligung zu verweigern oder sogar Artikel 16 des Natur- und Heimatschutzgesetzes anzuwenden und das fragliche Gebiet direkt unter den Schutz des Bundes zu stellen? Texfe de l'interpellation du 24 Januar 1991 Récemment, le Conseil-Exécutif du canton de Berne a rejeté pour des motifs d'ordre formel un recours déposé par l'Association cantonale bernoise pour la protection de la nature contre l'agrandissement du terrain de golf de Saanenmöser. Or ce projet, qui risque de plus en plus d'être réalisé, détruirait un bas-marais probablement d'importance nationale, puisqu'il figure dans l'inventaire provisoire des bas-marais dignes d'être protégés qui a été dressé par la Confédération (cf. appendice du projet d'ordonnance sur la protection des basmarais envoyé en consultation). Au cours du premier semestre de 1990 déjà, le conseiller fédéral Flavio Cotti avait exhorté à plusieurs reprises le gouvernement bernois à protéger le bas-marais de Saanenmöser à titre provisoire, considérant que les dispositions de la Constitution fédérale sur la sauvegarde des marais (article 24sexies, 5e alinéa) étaient directement applicables. L'exécutif bernois a malgré tout accordé à la fin mai 1990 l'autorisation nécessaire à la réalisation du projet. En août de la même année, le Grand Conseil a à son tour approuvé l'octroi d'une contribution cantonale de 1,2 million de francs en faveur de l'agrandissement du terrain de golf. Le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions suivantes: LLors de l'heure des questions du Conseil national du
24.
septembre 1990, le conseiller fédéral Flavio Cotti a répondu de la manière suivante aux questions posées par le soussigné sur la sauvegarde du bas-marais de Saanenmöser: «Si nous avons renoncé à édicter un arrêté fédéral urgent, c'est que les cantons nous ont certifié qu'une protection était effectivement assurée, à titre provisoire cependant. Je prendrai prochainement contact avec les autorités bernoises, car un canton ne saurait s'écarter, par des voies détournées, d'un accord tacite passé au début de cette année à la satisfaction générale. Je suis heureux de pouvoir dire que le cas dont vous parlez est le seul connu à ce jour.» (traduction de la Chancellerie fédérale) Que pense le Conseil fédéral de la façon de procéder des autorités bernoises, dans le contexte de l'accord tacite mentionné par le conseiller fédéral Flavio Cotti, plus particulièrement en regard du principe de la bonne foi?
2.
Quelles démarches le Conseil fédéral a-t-il entreprises depuis le second semestre de 1990? Est-il, comme le conseiller fédéral Flavio Cotti l'a annoncé à l'occasion de l'heure des questions précitée, intervenu auprès des autorités bernoises pour éviter que des précédents soient créés avant l'établissement d'un inventaire définitif des bas-marais d'importance nationale?
3.
Quelles mesures le Conseil fédéral entend-il prendre afin d'empêcher la destruction imminente du bas-marais de Saanenmöser, c'est-à-dire au moins jusqu'à l'édiction de l'ordonnance sur la protection des bas-marais et l'établissement d'un inventaire définitif, probablement en 1992? Envisage-t-il le cas échéant de refuser la demande d'autorisation de défrichement qui lui sera adressée, ou encore d'appliquer l'article 16 de la loi sur la protection de la nature et du paysage et de placer la zone concernée sous la protection directe de la Confédération? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. Mai 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 8 mai 1991
1. Nach Meinung des Bundesrates ist Artikel 24sexies Absatz 5 der Bundesverfassung direkt anwendbar. Mit dieser Frage wird sich aber noch das Bundesgericht beschäftigen müssen, weil der vom Interpellanten erwähnte Entscheid des Regierungsrates des Kantons Bern vom Schweizerischen Bund für Naturschutz angefochten worden ist.
1. Nach Meinung des Bundesrates ist Artikel 24sexies Absatz 5 der Bundesverfassung direkt anwendbar. Mit dieser Frage wird sich aber noch das Bundesgericht beschäftigen müssen, weil der vom Interpellanten erwähnte Entscheid des Regierungsrates des Kantons Bern vom Schweizerischen Bund für Naturschutz angefochten worden ist.
2. Am 16. November 1990 fand eine Begehung bezüglich Rodungsgesuch im fraglichen Perimeter statt. Hierbei wiederholte das federführende Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) den Standpunkt des Bundesrates. Inzwischen ist auch das Inventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung, in welchem das fragliche Objekt unter der Nummer 374 enthalten ist, in Vernehmlassung gegangen.
3. Es muss betont werden, dass die Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern trotz dieses Streitpunktes auf einer konstruktiven und befriedigenden Basis steht. Der Rodungsentscheid wird durch das Buwal erst dann getroffen, wenn das Flachmoorinventar bereinigt ist, denn es ist nicht zweckmässig, während der laufenden Vernehmlassung und vor einer definitiven Bewertung des Objektes einen Rodungsentscheid zu fällen. Solange der Rodungsentscheid noch aussteht, besteht keine unmittelbare Gefährdung des Objektes und mithin kein Anlass für das Eidgenössische Departement des Innern, Artikel 16 des Natur- und Heimatschutzgesetzes anzuwenden. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt. #ST# 91.3055 Interpellation Carobbio Bekanntmachungen der Bundesämter in italienischer Sprache Interpellanza Carobbio Comunicazioni dei servizi federali. Uso della lingua italiana Interpellation Carobbio Publications des services fédéraux. Version italienne Wortlaut der Interpellation vom 7. März 1991 Im Januar dieses Jahres hat der Dienst «Strassenrechnung» der Sektion Transporte, Abteilung Raumwirtschaft, des Bundesamtes für Statistik die Gemeinden in einem Brief auf Aenderungen in der Pflicht zur Ausfüllung der Formulare für die Strassenrechnung 1988 und 1989 aufmerksam gemacht.
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Ruf Schutz des Flachmoors Saanenmöser Interpellation Ruf Sauvegarde du bas-marais de Saanenmöser In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3028 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1363-1364 Page Pagina Ref. No 20 020 088 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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