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Entscheid

91-3420

Verwaltungsbehörden 20.03.1992 91.3420

20. März 1992Deutsch13 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Wie beurteilt der Bundesrat die Kündigung des GAV durch die Swissair?

2.

Wie und mit welcher Stellungnahme nahmen die Vertreter des Bundes Einfluss auf die erwähnte GAV-Kündigung?

3.

Ist der Bundesrat bereit, durch seine Vertreter im Verwaltungsrat der Swissair seinen Einfluss für den Abschluss eines neuen GAV geltend zu machen?

4.

Wie schätzt der Bundesrat die Auswirkungen eines möglichen vertragslosen Zustandes bei der Swissair bezüglich der sozial-, Verkehrs- und unternehmungspolitischen Dimensionen sowie des Ansehensverlusts seiner nationalen Fluggesellschaft ein?

5.

Gerät die Swissair durch einen möglicherweise vertragslosen Zustand nicht in Gefahr, die ihr erteilte Konzession zu verletzen? Texte de l'interpellation du 12 décembre 1991 La Confédération étant représentée au Conseil d'administration de Swissair et pouvant exercer son influence par d'autres moyens, le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions suivantes en rapport avec la dénonciation par Swissair de la Convention collective de travail applicable au personnel au sol de la compagnie:

1.

Comment le Conseil fédéral juge-t-il le fait que Swissair a dénoncé cette convention collective?

2.

Comment et en défendant quelle position les représentants de la Confédération ont-ils influé sur cette dénonciation?

3.

Le Conseil fédéral est-il prêt, par l'intermédiaire de ses représentants au Conseil d'administration de Swissair, à exercer son influence en vue de la conclusion d'une nouvelle convention collective?

4.

Comment le Conseil fédéral juge-t-il les conséquences qu'entraînerait une éventuelle absence de contrat collectif chez Swissair, sous l'angle de la politique sociale, de la politique des transports et de la politique d'entreprise ainsi qu'en rapport avec l'atteinte portée à l'image de la compagnie nationale helvétique?

5. En cas d'absence de contrat, Swissair ne risque-t-elle pas de violer la concession qui lui a été octroyée? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bodenmann, Borei François, Brunner Christiane, Bundi, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Jeanprêtre, Jori, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Ruffy, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Züger (22) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Am21. Oktober1991 hatdieSwissairdem Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) sowie dem Schweizerischen Kaufmännischen Verband (SKV) per 30. Juni 1992 den Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal gekündigt. Davon sind rund 11 500 Beschäftigte betroffen. Als Begründung wurden die Uneinigkeiten zwischen den Vertragsparteien betreffend die Gewährung des vollen Teuerungsausgleichs und weitere für das Personal einschneidende Sparmassnahmen geltend gemacht In seiner Botschaft vom 13. November 1991 bezüglich des Teuerungsaugleichs für das Bundespersonal für die Jahre 1993-1996 hält demgegenüber sogar der Bundesrat fest, dass der Grundsatz des vollen Teuerungsausgleichs als wichtiges Element des Arbeitsfriedens zu betrachten sei. Es gibt zu ernsthafter Besorgnis Anlass, wenn ein bisher als fortschrittlich bekannter (halböffentlicher) Arbeitgeber die bisherigen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Zukunft offensichtlich nicht mehr respektieren will. In Artikel 107f. der Luftfahrtverordnung sind die sogenannte Flugplan- und Tarifpflicht, die Betriebspflicht sowie die Beförderungspflicht statuiert. Ein möglicherweise vertragsloser Zustand könnte - wie verschiedene ausländische Beispiele zeigen - dazu führen, dass die aus der Konzession erwachsenden Pflichten nicht mehr ohne weiteres eingehalten werden könnten. Der Eidgenossenschaft als wichtigem Aktionär stehen im Verwaltungsrat statutengemäss immerhin mindestens vier Vertreter zu, und sie ist im weiteren für die Erteilung, Aufsicht und den Entzug der Konzession zum betrieblichen Linienverkehr zuständig. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bund ist am Aktienkapital der Swissair mit rund 7 Prozent beteiligt. Weitere 15 Prozent der Aktien sind im Besitze der öffentlichen Hand (insbesondere der Flughafenkantone und -Städte). Die Swissair ist demnach ein mehrheitlich privates Unternehmen. Es muss den nötigen unternehmerischen Spielraum besitzen, um die Eigenwirtschaftlichkeit bewahren zu können. Dies liegt auch im Interesse des Bundes, der schweizerischen Wirtschaft und einer weiteren Oeffentlichkeit -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Etique Situation der Schweizer Wirtschaft Interpellation Etique Conjoncture économique In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3420 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1992 - 08:00 Date Data Seite 646-647 Page Pagina Ref. No 20 021 088 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

5. En cas d'absence de contrat, Swissair ne risque-t-elle pas de violer la concession qui lui a été octroyée? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bodenmann, Borei François, Brunner Christiane, Bundi, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Jeanprêtre, Jori, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Ruffy, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Züger (22) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Am21. Oktober1991 hatdieSwissairdem Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) sowie dem Schweizerischen Kaufmännischen Verband (SKV) per 30. Juni 1992 den Gesamtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal gekündigt. Davon sind rund 11 500 Beschäftigte betroffen. Als Begründung wurden die Uneinigkeiten zwischen den Vertragsparteien betreffend die Gewährung des vollen Teuerungsausgleichs und weitere für das Personal einschneidende Sparmassnahmen geltend gemacht In seiner Botschaft vom 13. November 1991 bezüglich des Teuerungsaugleichs für das Bundespersonal für die Jahre 1993-1996 hält demgegenüber sogar der Bundesrat fest, dass der Grundsatz des vollen Teuerungsausgleichs als wichtiges Element des Arbeitsfriedens zu betrachten sei. Es gibt zu ernsthafter Besorgnis Anlass, wenn ein bisher als fortschrittlich bekannter (halböffentlicher) Arbeitgeber die bisherigen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Zukunft offensichtlich nicht mehr respektieren will. In Artikel 107f. der Luftfahrtverordnung sind die sogenannte Flugplan- und Tarifpflicht, die Betriebspflicht sowie die Beförderungspflicht statuiert. Ein möglicherweise vertragsloser Zustand könnte - wie verschiedene ausländische Beispiele zeigen - dazu führen, dass die aus der Konzession erwachsenden Pflichten nicht mehr ohne weiteres eingehalten werden könnten. Der Eidgenossenschaft als wichtigem Aktionär stehen im Verwaltungsrat statutengemäss immerhin mindestens vier Vertreter zu, und sie ist im weiteren für die Erteilung, Aufsicht und den Entzug der Konzession zum betrieblichen Linienverkehr zuständig. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bund ist am Aktienkapital der Swissair mit rund 7 Prozent beteiligt. Weitere 15 Prozent der Aktien sind im Besitze der öffentlichen Hand (insbesondere der Flughafenkantone und -Städte). Die Swissair ist demnach ein mehrheitlich privates Unternehmen. Es muss den nötigen unternehmerischen Spielraum besitzen, um die Eigenwirtschaftlichkeit bewahren zu können. Dies liegt auch im Interesse des Bundes, der schweizerischen Wirtschaft und einer weiteren Oeffentlichkeit -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Etique Situation der Schweizer Wirtschaft Interpellation Etique Conjoncture économique In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3420 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1992 - 08:00 Date Data Seite 646-647 Page Pagina Ref. No 20 021 088 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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