92-075
Verwaltungsbehörden 02.03.1993 92.075
2. März 1993Deutsch10 min
Source admin.ch
2. März 1993 N 53 Rechtshilfe. Vertrag mit Australien Das Postulat der Mehrheit birgt eine Gefahr in sich, weil es ganz allgemein die Ueberwachung der Bankkonten im Strafprozess anstrebt, so dass wir mit dem Bankgeheimnis, mit einem anderen Rechtsgut, in Konflikt kommen könnten. Wir müssen uns fragen: Wollen wir das effektiv, wollen wir, dass bei irgendeiner geringfügigen strafrechtlichen Angelegenheit die Ueberwachung von Bankkonten angeordnet werden kann? Diese Gefahr birgt die Version der Mehrheit in sich. Wir müssen uns wirklich fragen: Wollen wir ein solches Postulat dem Bundesrat zur Ueberprüfung überweisen, oder können Sie, Herr Bundesrat, eine Erklärung abgeben, dass sich der Prüfungsantrag, der Prüfungsspielraum, beispielsweise auf die schwere Kriminalität beschränken soll? Kollege Rechsteiner deutete mit seinem Wort «insbesondere» wohl an, dass es auch bei ihm primär um die internationale Rechtshilfe geht, aber so wie wir ihn kennen, liebäugelt er zweifellos damit, über diese Hintertür ganz allgemein eine Attacke gegen das Bankgeheimnis zu reiten. Das will die Kommissionsminderheit nicht Deshalb beschränkt sich unser Antrag auf den Bereich dieses Abkommens, auf die Geldwäscherei. Von Ihrer Antwort, Herr Bundesrat, machen wir es abhängig, ob wir unser Postulat als Ergänzung oder als Alternative zum Postulat der Mehrheit betrachten. Die anderen Unterschiede zwischen den beiden Versionen sind, wie Ihrer Stellungnahme bereits zu entnehmen war, offensichtlich nicht mehr von Belang. Wir haben mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, dass bei den Postkonten der Geldwäscherei bereits nach geltendem Recht ein Riegel vorgeschoben werden kann, zumindest theoretisch. Wie es in der Praxis aussieht, sei offengelassen. Ebenfalls mit Genugtuung ist zu konstatieren, dass auch vorgesehen ist, die Wechselstuben künftig besser in die Ueberwachung mit einzubeziehen. M. Borradori, rapporteur: La commission a présenté un postulat qui invite le Conseil fédéral à examiner l'opportunité de créer, spécialement en relation avec l'entraide judiciaire internationale, des bases juridiques pour la surveillance de comptes bancaires dans le cadre de procès pénaux et àfaire rapport de cela au Parlement. Les raisons qui soutiennent ce postulat sont les suivantes: l'article 4 chiffre 2 de la convention oblige les parties contractantes à envisager l'introduction de techniques spéciales d'investigation afin de faciliter le dépistage des produits délictueux. Parmi ces techniques sont citées aussi les ordonnances de surveillance des comptes bancaires. Dans le message, on peut lire qu'une partie des mesures citées dans la convention sont déjà applicables en Suisse. En revanche, la Suisse ne connaît jusqu'ici aucune réglementation légale qui prévoit, à la manière d'un contrôle téléphonique par exemple, la surveillance permanente des comptes bancaires pour une certaine durée. Afin que la convention ne reste pas un instrument vide et abstrait, la commission a pensé qu'il faudrait inviter le Conseil fédéral à examiner l'opportunité de créer une base légale pour la surveillance des comptes bancaires. En définitive, la commission a voulu ainsi donner un signal pour une meilleure concrétisation de la convention. C'est surtout au niveau de la Confédération que doivent être examinées les bases juridiques, car ce n'est pas le but du postulat de résoudre d'ores et déjà la question des compétences entre Confédération et cantons, question qui peut donc rester ouverte. Ce postulat a eu la préférence en commission sur une autre proposition, celle de M. Reimann Maximilian, par 10 voix contre 9, avec le «Stichentscheid» du président. Cette dernière vise, d'une part, un champ d'application plus étroit en limitant expressément le mandat d'examen dans le cadre de la convention du Conseil de l'Europe. Donc seule la convention fait l'objet du mandat. D'autre part, cette proposition veut que les comptes postaux et les bureaux de change soient aussi considérés dans le mandat. Pour terminer, cette proposition vise à ce que le Conseil fédéral puisse examiner aussi si l'on doit intervenir au niveau des lois fixant les procédures pénales cantonales, dans la mesure où il y aurait une nécessité d'agir. Bundesrat Koller: Wie Sie unserer schriftlichen Stellungnahme haben entnehmen können, ist der Bundesrat bereit, das Postulat der Kommission entgegenzunehmen. Dies gilt auch für das Postulat der Minderheit der Kommission, soweit es nicht - was vor allem die Postcheckkonten anbelangt - als erfüllt abgeschrieben werden kann. Zur Frage von Herrn Reimann Maximilian folgendes: Wir haben in der schriftlichen Stellungnahme zum Postulat der Minderheit der Kommission ausdrücklich auf die Rechtsprobleme hingewiesen, die wir bei der Prüfung dieses zusätzlichen Mittels der Bankkontenüberwachung zu analysieren und nachher zu lösen haben. Es ist einmal das Problem der Kompetenzausscheidung zwischen Bund und Kantonen, und es sind auch Probleme, die wir eigentlich ganz analog im Bereich der Telefonabhörung kennen. Der Bundesrat hat sich jüngst aufgrund eines Berichtes Ihrer Geschäftsprüfungskommission ohnehin bereit erklärt, diese ganze Frage der Voraussetzungen derTelefonabhörungen neu zu überprüfen. Nun kann ich natürlich das Resultat dieser Prüfungen nicht vorwegnehmen. Ich glaube, dafür müssen Sie Verständnis haben. Aber das zeigt, in welche Richtung unsere Analysen gehen werden; es ist ganz klar, dass das Bankgeheimnis natürlich gewahrt bleibt. Hingegen steht auch fest, dass das Bankgeheimnis im Bereich der Kriminalität immer zurücktreten musste. Und bei der Prüfung dieses zusätzlichen Mittels der Bankkontenüberwachung werden wir natürlich, analog zur Telefonabhörung, genau zu prüfen haben, aufgrund welcher Taten wir zu diesem ausserordentlichen Strafverfolgungsmittel greifen wollen. Aber das Resultat werden wir Ihnen natürlich erst nach Abschluss dieser Prüfungen bekanntgeben können. So viel zu Ihrer Frage. Im übrigen kennen Sie unsere Stellungnahme. Posfu/af93.3023 Ueberwiesen - Transmis Postulat 93.3024 Bankkonten und Wechselstuben Comptes bancaires et bureaux de change Ueberwiesen - Transmis Postkonten - Comptes postaux Abgeschrieben - Classé #ST# 92.075 Rechtshilfe. Vertrag mit Australien Entraide judiciaire. Traité avec l'Australie Botschaft und Beschlussentwurf vom 9. September 1992 (BBIV1185) Message et projet d'arrêté du 9 septembre 1992 (FF V1181 ) Beschluss des Ständerates vom 10. Dezember 1992 Décision du Conseil des Etats du 10 décembre 1992 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 6XLRCN Herr Engler unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht: Ausgangslage Der am 25. November 1991 mit Australien unterzeichnete Rechtshilfevertrag in Strafsachen regelt den Rechtshilfeverkehr zwischen den beiden Staaten und soll die Zusammenarbeit bei der Verbrechensbekämpfung und -Verfolgung verstärken.
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Initiative du canton du Valais 54 2 mars 1993 Bis anhin gab es keine vertragliche Grundlage für den Rechtshilfeverkehr zwischen der Schweiz und Australien. Die Rechtshilfe in Strafsachen regelte sich nach dem jeweiligen innerstaatlichen Recht, womit für die Schweiz das Bundesgesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen zur Anwendung kommt. Der vorliegende Vertrag lehnt sich eng an das Europäische Uebereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen, das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen und den Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA über gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen an. Aus Rücksicht auf die angelsächsische Rechtstradition Australiens wurde jedoch ein unabhängiger Vertrag erarbeitet, der den praktischen Erfordernissen der gegenseitigen Rechtshilfe zu genügen vermag. Erwägungen der Kommission Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates hat sich an ihrer Sitzung vom 18. Januar 1993 mit dieser Vorlage befasst Sie hält dazu folgendes fest: Angesichts der stark gewachsenen internationalen Kriminalität, bedingt durch die Zunahme der Mobilität und des technischen Fortschritts auf allen Gebieten, vermag die geltende Situation nicht zu befriedigen. Ein gegenseitiger Rechtshilfevertrag in Strafsachen entspricht der Politik der Schweiz, einen verstärkten Beitrag zur Bekämpfung und Verfolgung der internationalen Kriminalität zu leisten. Der vorliegende Rechtshilfevertrag in Strafsachen mit Australien steht schliesslich in keinem Widerspruch zum geltenden schweizerischen Recht, dessen wichtigste Grundsätze beachtet werden. M. Engler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: Le traité signé le 25 novembre 1991 règle les modalités de l'entraide judiciaire en matière pénale entre la Suisse et l'Australie et entend renforcer la coopération des deux pays dans la poursuite et la répression des activités criminelles. Jusqu'ici, l'entraide judiciaire entre la Suisse et l'Australie ne reposait sur aucune base contractuelle. L'entraide judiciaire en matière pénale se fondait sur la législation interne de chaque Etat, la Suisse appliquant la loi fédérale sur l'entraide internationale en matière pénale. Le présent traité s'inspire fortement de la Convention européenne d'entraide internationale en matière pénale, de la loi fédérale sur l'entraide judiciaire en matière pénale et du Traité entre la Confédération Suisse et les Etats-Unis d'Amérique sur l'entraide judiciaire en matière pénale. Eu égard à la tradition juridique anglo-saxonne de l'Australie, un traité séparé a cependant été élaboré, afin de satisfaire aux exigences pratiques de rapports mutuels en matière d'entraide judiciaire. Considérations de la commission La Commission des affaires juridiques du Conseil national a traité cet objet le 18 janvier 1993. Elle a fait les constatations suivantes: Compte tenu de l'augmentation importante des actes de criminalité internationale, favorisée par la mobilité accrue et le progrès techniques réalisés dans tous les secteurs, la situation actuelle n'est plus satisfaisante. Un traité sur l'assistance judiciaire réciproque en matière pénale correspond donc aux objectifs politiques de la Suisse, qui entend renforcer sa contribution à la lutte contre la criminalité internationale et à sa répression. Enfin, le présent Traité sur l'entraide judiciaire en matière pénale conclu avec l'Australie n'est en rien contraire au droit suisse en vigueur, dont les principes essentiels sont respectés. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, den Bundesrat zur Ratifikation des Rechtshilfevertrages in Strafsachen mit Australien zu ermächtigen. Proposition de la commission La commission propose à l'unanimité d'habiliter le Conseil fédéral à ratifier le Traité entre la Suisse et l'Australie sur l'entraide judiciaire en matière pénale. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1,2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1,2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 105 Stimmen Dagegen 3 Stimmen An den Bundesrat-Au Conseil fédéral #ST# 92.300 Standesinitiative Wallis Koordination und Beschleunigung von Projektbewilligungsverfahren Initiative du canton du Valais Coordination et accélération des procédures d'autorisation de projets Beschluss des Ständerates vom 10. Dezember 1992 Décision du Conseil des Etats du 10 décembre 1992 Kategorie V, Art 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Wortlaut der Initiative vom 18. Juni 1992 Gestützt auf Artikel 93 Absatz 2 der Bundesverfassung beantragt der Stand Wallis den eidgenössischen Räten, die Gesetzgebung auf eidgenössischer Ebene derart anzupassen, dass - in Berücksichtigung der grundlegenden Volksrechte -:
Erwägungen
1.
eine schnellere Durchführung der Bewilligungsverfahren ermöglicht wird, vor allem durch die Ausschaltung von Doppelspurigkeiten auf allen Stufen der öffentlichen Hand;
2.
den Entscheidungsinstanzen Behandlungsfristen angesetzt werden;
3.
die Integration von Spezialbewilligungen in ein einziges oder koordiniertes Verfahren möglich wird;
4.
die finanzielle Verantwortlichkeit derjenigen geregelt wird, welche mutwillig Einsprachen erheben und die Verfahren in die Länge ziehen. Texte de l'initiative du 18 juin 1992 Basé sur l'article 93 alinéa 2 de la Constitution fédérale, l'Etat du Valais demande aux Chambres fédérales d'adapter la législation au niveau fédéral de telle façon que -tenant compte des droits fondamentaux du peuple:
1.
une exécution plus rapide des procédures d'autorisation soit rendue possible, essentiellement par l'élimination de doubles voies sur tous les niveaux des collectivités publiques;
2.
l'on impose des délais de traitement aux instances de décision;
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Rechtshilfe. Vertrag mit Australien Entraide judiciaire. Traité avec l'Australie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 02 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.075 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.03.1993 - 08:00 Date Data Seite 53-54 Page Pagina Ref. No 20 022 328 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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