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Entscheid

92-3057

Verwaltungsbehörden 19.03.1992 92.3057

19. März 1992Deutsch11 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Ist der Bundesrat grundsätzlich bereit, gezielt konjunkturstützende Massnahmen zu treffen? Wenn ja, von welchen wirtschaftlichen Indikatoren macht der Bundesrat konjunkturpolitische Massnahmen abhängig?

2.

Ist der Bundesrat bereit, zur Stützung des Wohnungsbaus zusätzliche Mittel über das WEG bereitzustellen?

3.

Ist der Bundesrat bereit, zusätzliche Mittel für die zügigere Ausführung baureifer Projekte im Tiefbau («Bahn 2000» und Nationalstrassen) bereitzustellen?

4.

Ist der Bundesrat bereit, die Instrumente der Arbeitslosenversicherung, insbesondere im Bereich der Präventivmassnahmen, grosszügig einzusetzen?

5.

Ist der Bundesrat bereit, im Falle einer länger dauernden wirtschaftlichen Abschwächung auch steuerpolitische Massnahmen zur Stützung der Konjunktur einzusetzen? Texte de l'interpellation du 3 mars 1992 La conjoncture s'est détériorée en Suisse au cours de ces derniers mois et la situation ne semble pas vouloir s'améliorer. En particulier le nombre des demandeurs d'emploi s'est accru rapidement. Quelques régions comme la Suisse romande et le Tessin, sont plus touchées que d'autres. Nous soumettons les questions suivantes au Conseil fédéral:

1.

Le Conseil fédéral accepte-t-il, dans son principe, l'idée de prendre des mesures propres à soutenir la conjoncture? Dans l'affirmative, sur quels indicateurs économiques s'appuie-t-il pour décider d'intervenir?

2.

Est-il prêt à engager davantage de moyens, par l'intermédiaire de la LCAP, pour soutenir le secteur de la construction de logements?

3.

Est-il disposé à engager davantage de moyens pour avancer l'exécution de travaux d'infrastructure dont les projets sont prêts (RAIL 2000 et routes nationales)?

4.

Est-il prêt à mettre en oeuvre de façon plus libérale les instruments de l'assurance-chômage, notamment dans la perspective de mesures préventives?

5.

Est-il disposé, au cas où un fléchissement économique de longue durée se ferait sentir, à prendre également des mesures de politique fiscale pour soutenir la conjoncture? Sprecher-Porte-parole: Fasel Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort -- 1 of 3 -Situation économique. Interpellations urgentes 586 N 19 mars 1992 Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. #ST# 92.3061 Dringliche Interpellation der grünen Fraktion Wirtschafts- und Beschäftigungslage Interpellation urgente du groupe écologiste Situation économique et état de l'emploi Wortlaut der Interpellation vom 3. März 1992 Angesichts der anhaltend schlechten Wirtschafts- und Beschäftigungslagefragen wir den Bundesrat:

1.

Ist der Bundesrat der Auffassung, dass seine im Oktober 1991 vorgenommene Lagebeurteilung der Wirtschafts- und Beschäftigungssituation nach wie vor zutreffend ist, oder sind aufgrund der eingetretenen Entwicklung Korrekturen notwendig?

2.

Ist der Bundesrat der Auffassung, dass gezielte Beschäftigungsprogramme ausgelöst werden müssen?

3.

Ist der Bundesrat auch der Auffassung, dass solche Beschäftigungsprogramme nur dann zu rechtfertigen sind, wenn sie auch ökologischen Anforderungen genügen? Liegen im Bereich des Projektes «Energie 2000» konkrete Programme vor, welche rasch beschäftigungswirksam werden könnten?

4.

Wie beurteilt der Bundesrat die Lage in der Bauwirtschaft? Ist er auch der Meinung, dass die Lage im Tiefbau Beschäftigungsprogramme in diesem Bereich nicht rechtfertigen würde? Gibt es Konzepte, welche eine Nutzungsänderung von Büroräumlichkeiten in Wohnungen erleichtern und fördern? Liegen in diesem Bereich Projekte vor, welche rasch beschäftigungswirksam wären und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot leisten könnten?

5.

Wie sind die Prognosen bezüglich der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit? Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass diesem Problem in Zukunft vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken ist und entsprechende Massnahmen in die Wege zu leiten sind? Texte de l'interpellation du 3 mars 1992 Vu la persistance de la mauvaise situation de l'économie et de l'emploi, nous posons les questions suivantes au Conseil fédéral:

1.

Pense-t-il que l'examen de la situation de l'économie et de l'emploi qu'il a effectué en octobre 1991 est encore pertinent à l'heure actuelle ou révolution qui a eu lieu depuis rend-elle des adaptations nécessaires?

2.

Pense-t-il qu'il convient de mettre sur pied des programmes pour l'emploi ciblés?

3.

Pense-t-il aussi que de tels programmes ne se justifient que s'ils satisfont également aux exigences en matière d'écologie? Le projet «Energie 2000» contient-il des programmes concrets susceptibles de stimuler rapidement le secteur de l'emploi?

4.

Comment juge-t-il la situation dans le secteur de la construction? Pense-t-il que la situation dans le domaine du génie civil ne justifie pas que l'on mette en place des programmes pour l'emploi dans ce domaine? Existe-t-il des projets permettant de faciliter et de promouvoir la transformation de surfaces de bureaux en logements? Y at-il des projets qui puissent rapidement stimuler le secteur de l'emploi et contribuer par la même occasion à lutter contre la pénurie de logements?

5.

Quelles sont les prévisions concernant l'évolution du chômage de longue durée? Le Conseil fédéral pense-t-il comme nous qu'il faudra, à l'avenir, accorder une attention accrue à ce problème tout en mettant en oeuvre les mesures nécessaires? Sprecher - Porte-parole: Thür Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates zu den Vorstössen 92.3014,92.3057 und 92.3061 vom 16. März 1992

1.

Aktuelle Lage (SP-Fraktion Frage 1, grüne Fraktion Frage 1) In den letzten Monaten hielt die Konjunkturschwäche in den grossen Industrieländern an. In den USA stagnierte die Wirtschaft, und in Japan und Deutschland verlangsamte sich der Gang der wirtschaftlichen Aktivitäten. Auch in der Schweiz blieb die Konjunktur im 4. Quartal 1991 schwach. Das Bruttoinlandprodukt verharrte - wie bereits im

3.

Quartal - auf dem Stand der Vorperiode. Daraus darf gefolgert werden, dass der konjunkturelle Abschwung ein Ende gefunden hat und die Talsohle erreicht ist. Auch der Höhepunkt der Teuerung ist überschritten. Dagegen wird die Arbeitslosigkeit vorerst noch weiter zunehmen. Der Bundesrat hält somit an seiner Lagebeurteilung vom Oktober 1991 fest. Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftszweige verläuft unterschiedlich. Die gewichtige Maschinenindustrie konnte nach kontinuierlichem Absinken des Auftragseingangs im

4.

Quartal 1991 wieder einen leichten Anstieg verzeichnen. Damit ist wohl noch keine Trendwende eingetreten, indes dürfte die Phase rückläufiger Entwicklung durchschritten sein. Die Uhren-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie haben erfreulicherweise bisher keine namhaften Einbrüche entgegennehmen müssen, vielmehr konnten sie ihren gemässigten Expansionskurs beibehalten. Die Textilindustrie, die oftmals Vorläufer konjunktureller Trendänderungen ist, erreichte bereits früh in der jüngsten Abschwungphase ihr zyklisches Tief, ohne dass sie sich in der Zwischenzeit davon lösen konnte. Die Bauwirtschaft, der beschäftigungspolitisch gewichtigste Inlandbereich, hat demgegenüber die Talsohle noch nicht erreicht. Sie musste bis in die jüngste Zeit fühlbare Einbussen entgegennehmen und befindet sich in einem Anpassungsprozess an ein neues Gleichgewicht auf tieferer Stufe. Indessen wäre es falsch, ein eigentliches Katastrophenszenarium an die Wand zu malen. An einer kürzlichen Sitzung des «Gesprächsforums für Baufragen», in dem alle massgeblichen Kreise der Bauwirtschaft vertreten sind, wurde von keiner Seite ein Beschäftigungsprogramm herkömmlichen Zuschnitts verlangt. Gefordert wurden indessen gezielte Massnahmen im Bereich des kostengünstigen Wohnungsbaus sowie des Nationalstrassenbaus, soweit dieser dem Rotstift der eidgenössischen Räte zum Opfer gefallen ist. Bei der Beurteilung der bauwirtschaftlichen Lage darf zudem nicht ausser acht gelassen werden, dass der derzeitige Abschwung von einem sehr hohen Niveau erfolgt ist, das mittel- und längerfristig nicht hätte gehalten werden können. Beim tertiären Sektor war die Abkühlung weniger ausgeprägt als bei der verarbeitenden Produktion und beim Baugewerbe. Der Tourismus kann auf eine überraschend gute Wintersaison zurückblicken. Beschäftigungsgrad und -aussichten der Banken und Versicherungen werden von diesen immer noch als gut bezeichnet. Der Dienstleistungssektor weist denn auch nach wie vor ein Beschäftigungswachstum auf, allerdings das schwächste seit 1986.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Dringliche Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Konjunkturpolitische Massnahmen Interpellation urgente du groupe démocrate-chrétien Mesures conjoncturelles In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 11 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3057 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.03.1992 - 08:00 Date Data Seite 585-586 Page Pagina Ref. No 20 021 039 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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