92-3079
Verwaltungsbehörden 19.06.1992 92.3079
19. Juni 1992Deutsch11 min
Source admin.ch
19. Juni 1992 N 1229 Interpellation Aguet zivilen Luftfahrt. So steht ein Teil der Militärflugplätze auch der Zivilaviatik zur Verfügung - sei es für den Motor- oder den Segelflug. Für die zivile Luftfahrt generell geöffnet sind die Militärflugplätze Sion, Locarno-Magadino, Samedan und Saanen. Gegen eine Oeffnung von weiteren Militärflugplätzen für den zivilen Flugbetrieb sprechen verschiedene Gründe: Behörden und Bevölkerung einer Flugplatzregion dürften nur schwer dafür zu gewinnen sein, neben dem militärischen Flugbetrieb noch zusätzliche Belastungen durch zivilen Fluglärm hinzunehmen, vor allem ausserhalb der militärischen Flugbetriebszeiten. Es kommt dazu, dass die Militärflugplätze für militärische Zwecke gebaut wurden und das EMD hiefür zum Teil Land enteignen musste. Bei vermehrter Benützung für zivile Zwecke müsste damit gerechnet werden, dass gegen den Betrieb und die Benützung durch Dritte Einsprachen erhoben würden.
Erwägungen
2.
Die angeführten Argumente gelten insbesondere auch für die Flugplätze in Payerne und Interlaken. Der Militärflugplatz Payerne gehört zu den militärisch am meisten benützten und damit wichtigsten Ausbildungsanlagen der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen. Neben der fliegerischen Ausbildung der Piloten wird hier zweimal jährlich eine Fliegerrekrutenschule durchgeführt. Payerne verzeichnet jährlich eine grosse Zahl von Einsätzen mit Kampfflugzeugen sowie mit Ausbildungs- und Verbindungsflugzeugen der Flugwaffe, was für die Bevölkerung der Region mit einer nicht zu negierenden Lärmbelastung verbunden ist. Aus diesem Grund untersteht der militärische Flugbetrieb strengen zeitlichen Einschränkungen mit klar geregelten Unterbrüchen. Ein ziviler Flugbetrieb würde mit Sicherheit diese Lücken - vor allem an den Abenden und den Wochenenden - füllen. Zu berücksichtigen sind im weitern Aspekte der Sicherheit. Bei der grossen Zahl von Starts und Landungen von Kampfflugzeugen, die mit wesentlich höherer Geschwindigkeit starten und landen als Zivilflugzeuge, wäre ein gemischt zivil-militärischer Flugbetrieb auf dem Flugplatz Payerne mit grossen Sicherheitsproblemen verbunden. Dazu kommt, dass sich in Payerne auf beiden Seiten der Flugpiste militärische Bauten und Einrichtungen befinden und sich deshalb die für den zivilen Flugbetrieb erforderliche Infrastruktur nicht in genügendem Umfang von den militärischen Anlagen trennen liesse. Dies würde - denkt man an die Benützung des Flugplatzes durch ausländische Zivilflugzeuge - zu einer unerwünschten Vermischung führen. Payerne kann in dieser Beziehung nicht mit den Flugplätzen in Sion und Locarno-Magadino verglichen werden. Auf diesen Flugplätzen geht die gemischte Benützung auf die Anfänge der Aviatik zurück; zivile und militärische Infrastrukturen haben sich im Lauf der Jahrzehnte nach und nach getrennt entwickelt und stören sich gegenseitig nicht In Sion ist der Umfang des militärischen Flugbetriebs überdies wesentlich kleiner als in Payerne. Locarno-Magadino schliesslich ist ein reiner Ausbildungsflugplatz für Propellerflugzeuge und Helikopter. Auf dem Militärflugplatz Interlaken sind die Forderungen des Interpellanten bereits weitgehend erfüllt Obgleich auch dieser Flugplatz nach rein militärischen Gesichtspunkten errichtet wurde, hat ihn das EMD in den vergangenen Jahrzehnten trotzdem immer wieder für eine beschränkte zivile Benützung - beispielsweise durch Charter-Fluggesellschaften -freigegeben. Seit 1971 steht er dem Verkehrsverein Interlaken für den gewerbsmässigen Zubringerdienst von Feriengästen und die Mitbenützung durch private Fluggesellschaften zur Verfügung. Das vertraglich vereinbarte Kontingent von zivilen Flugbewegungen ist-vor allem aus Gründen der Lärmbelastungin den letzten Jahren nie vollständig ausgeschöpft worden. Die besonderen topographischen Verhältnisse - relativ enge Ein- und Ausflugschneisen - und das Fehlen von Instrumentenlandehilfen sind weitere Gründe, die gegen eine weitere Oeffnung des Flugplatzes Interlaken für den zivilen Flugbetrieb sprechen. Zusammenfassend kann der Bundesrat der Oeffnung weiterer Militärflugplätze - insbesondere desjenigen in Payerne - für den zivilen Flugbetrieb nicht zustimmen, und er hält es für richtig, dass der Flugplatz Interlaken auch in Zukunft nur in beschränktem Umfang von zivilen Flugzeugen mitbenutzt werden soll. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates befriedigt #ST# 92.3079 Interpellation Aguet Transparenz in der Militärjustiz Transparence de la justice militaire Wortlaut der Interpellation vom 11. März 1992 Die Praxis der Militärgerichte ist derart uneinheitlich, dass wir zu behaupten wagen, dass die Bestimmungen über den Militärstrafprozess nicht beachtet werden. Wirfragen deshalb den Bundesrat:
1.
Nach welchen Regeln werden die Prozessverhandlungen angekündigt?
2.
Könnten die zu beurteilenden Tatbestände nicht zum voraus schriftlich bekanntgemacht werden?
3.
Ueber welchen Handlungsspielraum verfügen die Gemeinden bei ihrer Mitwirkung im Verfahren?
4.
Will der Bundesrat nicht auch faktisch eine offene und transparente Politik verfolgen - nach den Aussagen von Bundesrat Villiger der beste Vertrauensbeweis, den es gibt? Texte de l'interpellation du 11 mars 1992 Les pratiques des tribunaux militaires sont fort diverses au point que nous pouvons affirmer que les règles de la procédure pénale militaire n'est pas respectée. Nous posons dès lors les questions suivantes au Conseil fédéral:
1.
Comment les pratiques relatives à l'information sur les procès sont-elles réglées?
2.
Les causes jugées ne pourraient-elles pas être révélées au préalable et par écrit?
3.
Quelle autonomie est laissée aux communes dans cette procédure?
4.
Le Conseil fédéral ne juge-t-il pas souhaitable d'appliquer, dans les faits, «une politique ouverte et transparente qui est le meilleur gage de confiance qui puisse exister», selon l'affirmation de M. Villiger, conseiller fédéral? Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguelin, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Carobbio, Caspar, de Dardel, Duvoisin, Haering Binder, Hafner Ursula, Jeanprêtre, Jöri, Ledergerber, Leemann, Matthey, Ruffy, Vollmer (16) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Selon l'article 48 de la procédure pénale militaire (PPM), «Les débats des tribunaux militaires sont publics, mais non la délibération et les votes». Pour que cet article ne reste pas lettre morte, il est évident que l'information doit circuler entre les greffes des tribunaux militaires et les personnes intéressées à suivre les procès militaires. Or, la pratique pour le greffe des tribunaux de division I, II,
10.
A, ainsi que des tribunaux d'appel qui y sont attachés est la suivante: - Pour obtenir des informations, il faut se rendre personnellement au greffe, à Lausanne. - Les informations ne concernent que les tribunaux de division, les dates et les lieux des procès militaires. - Ces informations sont transmises oralement; il n'est donc pas possible de montrer qu'elles ne se révèlent pas toujours exhaustives. On ne peut que constater certaines omissions. Selon l'article 50 de la PPM, «.... les communes mettent gratuitement à la disposition des tribunaux militaires les locaux -- 1 of 3 -Interpellation Meier Hans 1230 N 19 juin 1992 nécessaires ». Il s'ensuit que les communes requises sont averties des procès militaires qui se déroulent sur leur territoire. Dans la pratique, on constate d'importantes différences entre ces communes. Ici (par exemple à Lancy), les dates des procès sont publiées au panneau d'affichage officiel, là (par exemple à Nyon), il est impossible d'obtenir une quelconque information (sauf éventuellement erronée, et par téléphone). Schrittliche Stellungnahme des Bundesrates vom 29. April 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 avril1992 Selon l'article 48 de la procédure pénale militaire (PPM), les audiences des tribunaux militaires de division et des tribunaux militaires d'appel sont publiques. L'obligation des chancelleries des tribunaux ou des présidents d'informer activement au sujet des débats prévus n'est cependant pas inscrite dans la loi. Cette obligation n'existe pas non plus dans les procédures pénales cantonales. Le Conseil fédéral partage l'avis selon lequel l'accès aux informations concernant le lieu et l'heure des débats publics des tribunaux devrait pouvoir être facilité dans la mesure du possible sans difficultés particulières. Récemment encore, la pratique appliquée par les chancelleries des tribunaux militaires à cet égard n'était pas unitaire. C'est pourquoi l'auditeur en chef a émis des directives à l'intention des chancelleries des tribunaux afin d'assurer que les intéressés puissent obtenir sur demande, oralement ou par écrit, des renseignements concernant le lieu et la date des audiences, ainsi que les points principaux de l'accusation. Pour des motifs de protection de la personnalité, les noms des accusés ne peuvent pas être communiqués. Les cantons et les communes mettent à disposition des tribunaux militaires les locaux nécessaires aux audiences. La publication des dates des débats ne leur incombe pas et ne peut pas leur être imposée. Par contre, il n'y a pas de raison d'empêcher une commune de publier les dates des débats si de telles publications répondent à un usage. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt #ST# 92.3112 Interpellation Meier Hans Lärmverteilpolitik des BAMF Aérodromes militaires. Répartition équitable des nuisances dues au bruit Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1992 Pressemeldungen des EMD über die Entwicklung der Startzahlen liegen für einzelne Militärflugplätze vor. Sie erlauben indes keinen Einblick in die Lärmverteilpolitik des Bundesamtes für Militärflugwesen und Riegerabwehr. Ich frage den Bundesrat an:
1.
Wie lauten die Start- und Landezahlen auf den schweizerischen Militärflugplätzen in den Jahren 1971 bis 1991, aufgeteilt nach Jet-, Propeller- und Helikopterflügen?
2.
Wie lauten die projektiven Start- und Landezahlen auf schweizerischen Militärflugplätzen für die kommenden fünf Jahre, aufgeteilt nach Jet-, Propeller- und Helikopterflügen?
3.
Wie lauten die Bevölkerungszahlen der jeweiligen Flugplatzanliegergemeinden, die durch den Fluglärm beeinträchtigt werden?
4.
Nach welchen Kriterien geschieht die Belegung der schweizerischen Militärflugplätze? Texte de l'interpellation du 18 mars 1992 On dispose de communiqués du DMF concernant la variation du nombre des décollages sur certains aérodromes militaires. On n'en peut cependant en tirer des conclusions relatives à la manière dont l'Office fédéral de l'aviation militaire et de la défense contre avions entend répartir les nuisances dues au bruit
1.
Le Conseil fédéral peut-il donner, séparément pour les avions à réaction, les avions à hélice et les hélicoptères, le nombre de décollages et d'atterrissages qui ont eu lieu de 1971 à 1991 sur nos aérodromes militaires?
2.
Quels sont les chiffres correspondants selon les prévisions établies pour les cinq prochaines années?
3.
Quel est le nombre d'habitants des communes avoisinantes incommodées par le bruit des avions?
4.
Quels sont les critères déterminants pour la répartition des appareils entre nos aérodromes militaires? Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Baumann, Diener, Gardiol, Gonseth, Hafner Rudolf, Hollenstein, Maeder, Meier Samuel, Misteli, Rebeaud, Robert, Schmid Peter, Thür, Weder Hansjürg (15) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. Juni 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er juin 1992
1.
Für die Grundausbildung von jährlich 50 bis 60 Pilotenanwärtern in Pilotenschulen und rund 20 Aspiranten in Offiziersschulen der Fliegertruppe sowie für das laufende Training der rund 600 ausgebildeten Piloten der Flugwaffe sind im jährlichen Mittel zwischen 85 000 und 95 000 Einsätze ab Militärflugplätzen (davon 43 000 bis 53 000 mit Düsenflugzeugen) und 25 000 bis 30 000 Helikoptereinsätze im Gelände erforderlich. Rund drei Viertel aller Einsätze erfolgen ab den Haupttrainings- und Ausbildungsflugplätzen Dübendorf, Payerne, Emmen, Sion, Locamo, Meiringen (für den FliegerschiessplatzAxalp) und Alpnach (Helikopterschulung). Die restlichen Starts und Landungen verteilen sich auf die verschiedenen Flugplätze, die nicht für den permanenten Ausbildungsbetrieb eingerichtet sind. Art und Umfang des Flugbetriebs sind auf jedem Flugplatz verschieden und hängen ab von den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schulen und Kurse und der jeweiligen baulichen und personellen Infrastruktur. Die Bewegungen auf den einzelnen Flugplätzen sind Wechseln unterworfen; die Einführung neuer Flugzeuge, Neuerungen in den Schulungsabläufen und in der Trainingsgestaltung der Flugwaffe, aber auch Unterhaltsarbeiten mit vorübergehenden Pistensperrungen wirken sich auf die Belegung der Militärflugplätze aus. Ein Vergleich der einzelnen Flugplätze über einen Zeitraum von
20.
Jahren mit den einzelnen Start- und Landezahlen würde deshalb keine zuverlässigen Rückschlüsse auf eine «Lärmverteilpolitik» des Bundesamtes für Militärflugplätze (BAMF) zulassen.
2.
Die für die Ausbildung der Fliegertruppe erforderlichen Flüge werden von Jahr zu Jahr im einzelnen geplant Es geht darum, die Operationellen Bedürfnisse der Flugwaffe für Ausbildung und Training auf die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten und die Besonderheiten der einzelnen Flugplätze abzustimmen. Dies lässt eine längerfristige, verbindliche und auf die einzelnen Flugzeugtypen bezogene Belegungsplanung für jeden Militärflugplatz nur sehr schwer zu. Immerhin hat das BAMF den Besonderheiten des Flugplatzes Dübendorf Rechnung getragen und für diesen Flugplatz im Sinne einer «Lärmbewirtschaftung» eine Zukunftsprognose mit voraussichtlich 7000 bis 8000 Starts von Düsenflugzeugen pro Jahr erstellt Die Oeffentlichkeit in der betroffenen Flugplatzregion ist darüber orientiert worden.
3.
Das Ausmass der Lärmbelastung und die Anzahl betroffener Flugplatzanwohner sind zurzeit erst teilweise und nur für
-- 2 of 3 --
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Aguet Transparenz in der Militärjustiz Interpellation Aguet Transparence de la justice militaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3079 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.06.1992 - 08:00 Date Data Seite 1229-1230 Page Pagina Ref. No 20 021 313 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
-- 3 of 3 --