92-3111
Verwaltungsbehörden 07.06.1993 92.3111
7. Juni 1993Deutsch9 min
Source admin.ch
7. Juni 1993 N 1065 Landwirtschaftliche Forschungsanstalten. Vorstösse - Koordination Naturschutz/Landwirtschaft/Landschaftspflege/Erholung; - Information der landwirtschaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung über landschaftsökologische Gesichtspunkte; - Erarbeiten von fachbezogenen Entscheidungsgrundlagen auf Gemeinde-, Kantons-und Bundesebene; - Erarbeiten von Grundlagendaten über den ökologischen und landwirtschaftlichen Wert von Landschaftselementen wie artenreiche Wiesen, Riedwiesen, Hecken, Borden, Einzelbäumen, usw. Der landwirtschaftlichen Forschung stellen sich hier eine Fülle neuer komplexer Fragen, auf die keine einfache bündige Anwort möglich ist. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993 Der Bundesrat ist mit dem Anliegen der Motion, wie es in der Begründung zum Ausdruck kommt, weitgehend einverstanden. In seinem 7. Landwirtschaftsbericht hat der Bundesrat klar zum Ausdruck gebracht, dass die Qualität der Nahrungsmittel, die umweltschonenden Produktionsmethoden sowie die Erhaltung einer vielfältigen Kulturlandschaft zu den wichtigsten Zielen der Landwirtschaftspolitik und der landwirtschaftlichen Forschung gehören. Auch wenn die durch den Bundesrat im Rahmen der Sanierung des Bundeshaushaltes verfügte Kürzung der Budgetzahlen bei den Forschungsanstalten (1994 um 7 Millionen und 1995 um 14 Millionen Franken) zu einer Restrukturierung der Forschungsanstalten führt, soll die Bearbeitung gerade in den vom Motionär aufgelisteten Aufgabenbereichen noch verstärkt werden. Umweltbezogenes Denken muss in allen Forschungsbereichen Eingang finden. Die offensichtliche Ausrichtung der notwendigen Forschungsarbeiten auf eine einzige Anstalt, wie sie der Motionär verlangt, würde dieser Forderung nicht entsprechen. Aus diesem Grunde beantragt der Bundesrat, die Motion abzulehnen. Weil er aber mit dem Anliegen einer verstärkten agrar- und landschaftsökologischen Forschungsarbeit einverstanden ist, beantragt er die Umwandlung in ein Postulat Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in Form eines Postulates zu überweisen. #ST# 92.3111 Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Avenir des stations de recherches agricoles Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1992 Dem Vernehmen nach soll gegenwärtig die Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten überprüft werden. Unter anderem steht die Schliessung von Forschungsanstalten zur Diskussion. Wäre dies der Fall, würde beispielsweise die jahrzehntelang erfolgreich betriebene Zucht und Entwicklung von Getreidesorten in unserem Land aufgegeben. Damit würde nicht nur eine über unsere Landesgrenzen hinaus anerkannte Forschungstätigkeit verschwinden, sondern dies würde zu einem Zeitpunkt erfolgen, da im Zuge der veränderten Agrarpolitik, die Zucht von Getreidesorten, die sich zum Anbau in unserem Land eignen und die den Anforderungen des extensivierten Getreidebaus entsprechen, von ganz besonderer Bedeutung ist. Ich frage deshalb den Bundesrat an:
Erwägungen
1.
Stimmt es, dass die Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz erwogen wird?
2.
Wenn ja, ist sich der Bundesrat bewusst, dass dann künftig nur noch ausländische Züchtungen berücksichtigt und in der Schweiz Verwendung finden werden?
3.
Wie steht es in diesem Fall mit unseren speziellen ökologischen Anforderungen und den vorhandenen Voraussetzungen in Bezug auf die Anbaubedingungen?
4.
International wird die Patentierung von Pflanzen angestrebt Falls sich dies nicht verhindern lässt, müssen die Bauern in unserem Land künftig damit rechnen, höhere Lizenzgebühren an einige wenige grosse Saatgutfirmen entrichten zu müssen?
5.
Würde die Aufgabe der eigenen Sortenzucht zusammen mit der möglichen Patentierung von Pflanzen die Abhängigkeit unseres Landes und seiner Nahrungsmittelgrundlagen von in diesem Bereich tätigen internationalen Organisationen und Unternehmen noch mehr verstärken?
6.
Wäre damit eine weitere Verarmung der Sortenvielfalt zu erwarten?
7.
Hängt die Idee der Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz mit der Patentierungsidee von Pflanzen zusammen, da bei der Einführung der Patentierung diese Forschungsanstaltwohl nicht mehr konkurrenzfähig wäre?
8.
Wie stellt sich der Bundesrat die Erfüllung der vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Bereich der umweltschonenden Produktion, der Landschaftsökologie sowie der Qualitätssicherung landwirtschaftlicher Produkte vor?
9.
Wie wären die zahlreichen Aktivitäten im Bereiche des Vollzuges gesetzlicher Aufgaben (Umweltschutzgesetz, Hilfsstoffkontrolle, Gewässerschutz, Pflanzenschutz, Tierschutz usw.) im deutschsprachigen Raum zu vollziehen? Texte de l'interpellation du 18 mars 1992 On apprend que l'avenir des stations de recherches agronomiques est à l'étude. La fermeture de certaines de ces stations serait envisagée. Si tel était le cas, il faudrait par exemple abandonner la culture et le développement de variétés de céréales à laquelle on s'adonne avec succès dans notre pays depuis des décennies. Une forme de recherche dont la valeur est reconnue sur le plan international, dispraîtrait ainsi, juste à un moment où, en raison des modifications apportées à la politique agricole, le développement de variétés de céréales qui peuvent être produites dans notre pays et qui remplissent les conditions d'une culture plus extensive, est particulièrement nécessaire. Je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
1.
Est-il exact que l'on envisage de fermer la Station de recherches agronomiques de Zurich-Reckenholz?
2.
Le gouvernement se rend-il compte que, si tel était le cas, nous ne disposerions plus en Suisse que des variétés cultivées à l'étranger?
3.
Comment pourrait-il alors obtenir que les exigences particulières en matière d'écologie et les conditions concertant la culture de céréales dans notre pays soient respectées?
4.
Sur le plan international, on cherche à breveter des variétés de plantes. S'il n'est pas possible d'empêcher un tel développement, nos paysans doivent-ils s'attendre à payer des redevances de licence élevées à quelques grandes entreprises faisant le commerce des semences?
5.
L'abandon de la culture de variété de plantes dans notre pays et l'éventuelle création d'un système de brevets pour celles-ci ne renforceront-ils pas notre dépendance, sur le plan de l'approvisionnement, par rapport à des organisations et à des entreprises internationales dans ce domaine?
6.
Faudrait-il s'attendre à une nouvelle réduction du nombre des variétés de plantes?
7.
L'idée de fermer la Station de recherches agronomiques de Zurich-Reckenholz est-elle une conséquence de la création de brevets pour les plantes, étant donné que ce centre ne serait plus concurrentiel si une telle mesure était prise?
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Stations de recherches agricoles. Interventions 1066 N 7 juin 1993
8.
Comment, selon le Conseil fédéral, serait-il possible de mener à bien les nombreuses recherches et autres activités ayant trait à une production ménageant l'environnement, à l'écologie du paysage et à la garantie de la qualité des produits agricoles?
9.
Comment se dérouleraient, dans les régions de langue allemande, les nombreuses activités qu'impliqué l'exécution des tâches imposées par la loi (loi sur la protection de l'environnement, contrôle des matières auxiliaires, protection des eaux, des plantes, des animaux, etc.)? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Nabholz, Scheidegger, Wittenwiler (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993
1.
Der Bundesrat hat im Rahmen der Sparmassnahmen unter anderem das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, die künftigen Aufgaben, Ziele und Strukturen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten zu überprüfen und im Bereich der landwirtschaftlichen Forschung die Ausgaben bis zum Jahr 1995 um 14 Millionen Franken zu reduzieren. Das EVD arbeitet gegenwärtig Pläne für eine Neustrukturierung und Reduktion der landwirtschaftlichen Forschung aus.
2.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Forschungsanstalten auch weiterhin im Rahmen ihrer Pflichtenhefte den inländischen Züchtungsfragen ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden werden.
3.
Im Rahmen der geplanten Neustrukturierungen werden sich die Forschungsanstalten in Zukunft verstärkt mit Fragen der Agrarökologie unter besonderer Berücksichtigung der spezifisch schweizerischen Anbaubedingungen zu befassen haben.
4.
International sind Bestrebungen in Gang, welche die Patentierung von Pflanzenmaterial zum Ziele haben. Die damit verbundenen Fragen werden gegenwärtig von einer bundesinternen Arbeitsgruppe bearbeitet Diesbezügliche Entscheide liegen aber noch nicht vor.
5.
Die Schweiz war und wird auch in Zukunft bestrebt sein, eine unabhängige Sortenzucht und die damit verbundene Sicherung der Nahrungsgrundlage soweit als möglich zu erhalten.
6.
Gerade durch die vorgesehene Verstärkung des Bereiches Agrarökologie bei den eidgenössischen Forschungsanstalten wird einer Verarmung der heute noch vorhandenen Sortenvielfalt entgegengewirkt
7.
Die geplante Neustrukturierung der Forschungsanstalten hat keinerlei Einfluss auf deren gesetzlichen Auftrag, und es besteht auch kein Zusammenhang mit einer allfälligen Konkurrenzierung durch private Pflanzenzüchter.
8.
Es ist vorgesehen, die landwirtschaftliche Forschung gerade in bezug auf die umweltschonende Produktion, die entsprechende Qualitätssicherung der landwirtschaftlichen Produkte und die Agrarökologie zu verstärken und im Rahmen einer vorzunehmenden Reorganisation auszubauen.
9.
Auch bei einer möglichen Neustrukturierung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten werden deren Aktivitäten im Bereich des Vollzuges der gesetzlichen Aufgaben gesamtschweizerisch gewährleistet #ST# 92.3312 Interpellation Baumann Landwirtschaftliche Forschungsanstalten Stations de recherches agricoles Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2784 - Voir année 1992, page 2784 92.3315 Interpellation Hämmerle Landwirtschaftliche Umweltforschung Recherche agronomique sur l'environnement Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2785 - Voir année 1992, page 2785 92.3349 Interpellation Grossenbacher Schliessung der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Liebefeld-Bern Fermeture de la station d'essais agricoles de Liebefeld-Berne Diskussion -Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2786-Voir année 1992, page 2786 93.3151 Postulat Zölch Neue Aufgaben für die Forschungsanstalt Liebefeld Nouvel les tâches pour la station de recherches de Liebefeld Wortlaut des Postulates vom 18. März 1993 Der Bundesrat wird eingeladen: - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung (BLWund Buwal); - mit Rücksicht auf die gesamtschweizerische Koordination ökologischer Forschungsanliegen in der Landwirtschaft; - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit unter den betreffenden Institutionen in den verschiedenen Sprachgebieten (insbesondere Romandie);
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Interpellation Wanner Avenir des stations de recherches agricoles In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3111 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 07.06.1993 - 14:30 Date Data Seite 1065-1066 Page Pagina Ref. No 20 022 808 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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