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Entscheid

92-3164

Verwaltungsbehörden 09.10.1992 92.3164

9. Oktober 1992Deutsch11 min

Source admin.ch

Erwägungen

5.

Dans l'intérêt d'un bon déroulement d'une mission de maintien de la paix de l'ONU, les membres de l'unité sanitaire suisse ne peuvent être déliés ni de leur obligation de réserve ni de l'interdiction de prendre parti dans un conflit Präsident: Der Interpellant beantragt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion 60 Stimmen Dagegen 48 Stimmen Verschoben - Renvoyé #ST# 92.3164 Interpellation der liberalen Fraktion Pilotversuch mit Drogenabhängigen Interpellation du groupe libéral Expérience pilote sur des drogués Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1992 Im Mai wurde der Beschluss des Bundesrates bekannt, in einem Pilotversuch einigen hundert Drogenabhängigen unter ärztlicher Kontrolle Betäubungsmittel, darunter auch Heroin, abzugeben. Die liberale Fraktion stellt dem Bundesrat dazu folgende Fragen:

1.

Wie werden die am Versuch teilnehmenden Personen über die damit verbundenen Risiken informiert?

2.

Welche Informationen und Zusicherungen erhalten die Betroffenen, um die von der medizinischen Ethik verlangte bewusste Einwilligung geben zu können?

3.

Wie vergewissert sich der Bundesrat, dass diese Einwilligung gegeben wurde?

4.

Wird die Behandlung in geschlossenen Institutionen durchgeführt, um jedes Risiko für die Teilnehmenden und ihre Umgebung zu vermeiden?

5.

Welche Massnahmen sieht der Bundesrat für den Fall vor, dass ein Teilnehmer den Versuch abbricht?

6.

Wie lange muss der Versuch mindestens dauern, damit daraus glaubwürdige Schlüsse gezogen werden können?

7.

Unter welchen Bedingungen wird der Bundesrat das Gesamtresultat als positiv bewerten?

8.

Wird der Bundesrat, falls das Ergebnis des Versuchs nicht als positiv beurteilt wird, definitiv auf dessen Weiterführung verzichten?

9.

Welche Massnahmen sieht der Bundesrat für die am Versuch beteiligten Personen vor, wenn dieser beendet ist? Texte de l'interpellation du 1er juin 1992 Ayant appris la décision du Conseil fédéral, en mai dernier, de soumettre plusieurs centaines de drogués à une expérience pilote comportant la prescription, sous contrôle médical, d'autres stupéfiants, dont l'héroïne, le groupe libéral pose au Conseil fédéral les questions suivantes:

1.

De quelle manière les personnes soumises à l'expérience seront-elles informées des risques liés à l'expérience?

2.

Quelles informations et quelles assurances les intéressés recevront-ils pour pouvoir donner le «consentement éclairé» requis par les normes d'éthique médicale?

3.

Comment le Conseil fédéral s'assurera-t-il que le «consentement éclairé» a été donné?

4.

Le traitement sera-t-il effectué en mileu fermé afin d'éviter tous les risques tant pour les volontaires que pour leur environnement?

5.

Quelle(s) mesure(s) le Conseil fédéral prévoit-il lorsqu'un volontaire renoncera en cours d'expérience?

6.

Quelle durée minimale l'expérience doit-elle avoir pour qu'un résultat crédible puisse être tiré?

7.

A quelles conditions un résultat global sera-t-il jugé positif?

8.

Si le résultat de l'expérience n'est pas jugé positif, le Conseil fédéral renoncera-t-il définitivement à cette expérience?

9.

Quelle(s) mesure(s) le Conseil fédéral prévoit-il, en ce qui concerne les personnes soumises à expérimentation, lorsque cette expérience sera terminée? Sprecherin-Porte-parole: Sandoz Schriftliche Begründung Obwohl diese Methode im Ausland keine überzeugenden Ergebnisse zeitigte, will der Bundesrat einen Pilotversuch mit mehreren hundert Drogenabhängigen durchführen lassen; unter ärztlicher Kontrolle sollen neben Methadon auch andere Betäubungsmittel, namentlich Heroin, abgegeben werden. Bei der Abgabe dieser unter Umständen tödlichen Substanz stützt sich der Bundesrat auf eine unsichere Basis (vgl. Seite 1 und 2 oben des Pressecommuniqués vom Mai 1992). Es ist unerlässlich, wenigstens die Menschen zu schützen, die an diesem Versuch teilnehmen. Der Versuch soll im Herbst 1992 beginnen; es ist dringend, vorher dafür zu sorgen, dass ein unerlässliches Minimum an Vorsichtsmassnahmen ergriffen wird, um die Rechte der Drogenabhängigen und den Schutz der Umgebung zu sichern. Dies ist das Ziel der dringlichen Interpellation der liberalen Fraktion. Développement par écrit Bien que la méthode n'ait pas donné de résultats probants à l'étranger, le Conseil fédéral entend soumettre plusieurs centaines de drogués à une expérience pilote comportant sous contrôle médical la prescription d'autres stupéfiants que la méthadone et en particulier de l'héroïne. Pour distribuer officiellement cette substance éventuellement mortelle, le Conseil fédéral s'appuie sur une base chancelante (voir pages 1 et 2 en haut du communiqué de presse de mai 1992). Il est indispensable de veiller au moins à protéger les humains, objets de cette expérience. Celle-ci devant débuter à l'automne 1992, il est urgent de s'assurer qu'un minimum indispensable de précautions sera pris, permettant le respect des droits des drogués et la protection de leur environnement Tel est le but de l'interpellation urgente du groupe libéral. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Juni 1992 1.-3. Die wissenschaftlichen Versuche mit der ärztlichen Verschreibung von Betäubungsmitteln müssen obligatorisch der nationalen Ethikkommission der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften unterbreitet werden. Wie jeder andere klinische Versuch werden sie also den von dieser Akademie aufgestellten Richtlinien genügen müssen; darin sind die Anforderungen an die Aufklärung und des «informed consent» im einzelnen festgelegt Die strengen Anforderungen der Akademie müssen erfüllt sein, und eine schriftliche Einwilligung der Ethikkommission muss vorliegen, bevor der Kanton und das Bundesamt für Gesundheitswesen ihr Einverständnis geben. Eine dieser Anforderungen ist der Nachweis eines genügenden Haftpflichtversicherungsschutzes für die Probanden. Die Probanden müssen namentlich über die Risiken von Ueberdosen aufgeklärt werden, denen sie sich aussetzen, falls sie daneben zusätzlich noch illegal Drogen konsumieren. Eine eingehende Information über die Wirkungsweise von Heroin und anderen Betäubungsmitteln wird ebenfalls erfolgen. Die Probanden werden weiter darüber aufgeklärt, dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, aus dem Projekt auszusteigen. Patienten, für die eine Teilnahme an einem solchen Projekt ein besonderes Risiko darstellen könnte, namentlich jene, die unter psychischen Störungen leiden (z. B. akute Schizophrenie, affettive Psychose, Epilepsie), werden nicht zugelassen.

4.

Die Behandlung kann ebensogut ambulant wie auch stationär durchgeführt werden, wie dies Erfahrungen aus dem Ausland zeigen. Die Injektion von Betäubungsmitteln wird in jedem Fall unter medizinischer Aufsicht erfolgen, so dass bei

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9.

Oktober 1992 N 2203 Interpellation Gonseth Zwischenfällen sofort interveniert werden kann. Injizierbare Betäubungsmittel werden in keinem Fall an Abhängige zur Mitnahme abgegeben.

5.

Die Projekte müssen derart in ein Behandlungs- und Betreuungskonzept eingebettet werden, dass Personen, die bei diesen Programmen nicht zugelassen werden, wie auch jene, die sie verlassen, umgehend einer anderen Hilfe zugeführt werden können.

6.

Die Fachexperten erachten eine Versuchsdauer von drei Jahren als notwendig, um wissenschaftlich fundierte Schlüsse ziehen zu können. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Versuchsteilnehmer während drei Jahren Betäubungsmittel medizinisch verabreicht erhalten. Hier zeigen ebenfalls Erfahrungen aus dem Ausland wie auch jene, die mit Methadon gemacht wurden, dass ein grosser Teil der behandelten Personen zu anderen Behandlungsformen bewogen werden kann (orale Methadonaufnahme oder Entwöhnung), oder gar in kürzester Zeit den Drogenkonsum völlig aufgibt

7.

Die wichtigsten Erfolgsindikatoren für die Versuche sind folgende: a überprüfbare Verbesserungen des Risikoverhaltens bezüglich Ansteckung mit und Weiterübertragung von HIV; b. überprüfbare Verbesserung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes; c. überprüfbare Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen Integration (Arbeitsfähigkeit, Abstandnehmen von der Drogenszene, Verringerung des deliktischen Verhaltens). Diese Indikatoren sind individuelle Massstäbe. Im übrigen werden die Durchführbarkeit und die Annehmbarkeit der Projekte im jeweiligen sozialen Umfeld erhoben.

8.

Gewiss.

9.

Diejenigen Teilnehmer, die alsdann noch in Behandlung mit verschriebenen Betäubungsmitteln stehen, sollen in andere sozialmedizinische Betreuungsprogramme aufgenommen werden können. Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 juin 1992 1.-3. Les essais scientifiquement contrôlés avec prescription médicale de stupéfiants devront obligatoirement être soumis à la Commission nationale d'éthique de l'Académie suisse des sciences médicales. Ils devront donc se conformer, comme tout essai clinique, aux règles standard établies par cette Académie, qui précisent de manière détaillée les notions d'information et de «consentement éclairé». Les exigences de l'Académie devront être strictement satisfaites et un avis écrit de la Commission d'éthique devra être obtenu avant que le canton et que l'Office fédéral de la santé publique donnent leur accord. Une de ces exigences concerne l'attestation d'une couverture suffisante en responsabilité civile quant aux risques des participants aux essais. En l'occurrence, il importera notamment de donner des informations sur les risques d'overdose, qui pourraient survenir si les participants consomment en outre des drogues du marché noir. Une information précise sur les effets de l'héroïne ou de tout autre produit sera également donnée. Les participants seront également informés qu'ils pourront en tout temps quitter les programmes. Les patients pour qui la participation à un tel projet constituerait un risque, notamment ceux souffrant de troubles psychiques (p. ex. schizophrénie aiguë, psychose affective, épilepsie) ne seront pas acceptés dans ces projets.

4.

Le traitement peut être aussi bien effectué de manière ambulatoire qu'en milieu stationnaire, comme le montrent les expériences acquises à l'étranger. L'injection de stupéfiants aura toujours lieu sous surveillance médicale, de sorte de pouvoir intervenir en cas d'incident La remise aux toxicodépendants de stupéfiants injectables à emporter est exclue.

5.

Les projets devront être intégrés dans un réseau de traitement et prise en charge, de sorte que les personnes qui ne seront pas acceptées dans ces programmes ainsi que celles qui décideront de les quitter puissent être prises en charge sans délai dans d'autres formes de programmes d'assistance.

6.

Les experts admettent qu'une durée des essais de trois ans est nécessaire pour pouvoir tirer des conclusions scientifiquement fondées. Cela ne signifie pas toutefois que les participants recevront pendant trois ans des stupéfiants sous contrôle médical. Là également, les expériences étrangères, ainsi que celles faites avec la méthadone, montrent qu'une proportion importante des personnes traitées peut être motivée à passer à une forme différente de traitement (méthadone orale ou sevrage, par exemple) ou même cessent de consommer des drogues, dans un délai plus court.

7.

Les principaux paramètres de succès de ces essais sont les suivants: a amélioration vérifiable des comportements à risques relatifs à l'infection et à la retransmission du virus HIV; b. amélioration vérifiable de l'état de santé physique et psychique; c. amélioration vérifiable des conditions de vie et d'intégration sociale (capacité à travailler, distanciation de la scène de la drogue, diminution du comportement délictuel). Ces paramètres sont des mesures individuelles. Par ailleurs, on évaluera la faisabilité et l'acceptabilité des projets dans leur environnement social.

8.

Certainement

9.

Les participants qui seront encore en traitement avec prescription de stupéfiants devront pouvoir être intégrés dans d'autres programmes d'assistance et de prise en charge médico-sociale. Präsident: Die Interpellanten beantragen Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 92.3271 Interpellation Gonseth Auswirkungen von Gentech-Lebensmitteln Denrées alimentaires transgéniques. Effets sur l'homme et l'animal Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992 Die Gentechnologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft Meines Wissens gibt es kaum wissenschaftliche Unterlagen über die Auswirkungen auf Mensch und Tier von Lebensmitteln, in deren Verarbeitungsprozessen gentechnisch hergestellte Stoffe eingesetzt werden, oder von Lebensmitteln aus gentechnologisch veränderten Pflanzen und Tieren (im folgenden Gentech-Lebensmittel genannt). Als mögliche Auswirkungen werden diskutiert: Zunahme von Allergien, Kanzerogenität, Nebenwirkungen auf die Verdauung, Nebenwirkungen des veränderten Nährstoffgehaltes auf Wachstum und Ernährungszustand usw. Unbekannt ist auch, welchen Einfluss solche Lebensmittel auf die Nahrungsketten haben werden oder wie sich das Zusammenwirken verschiedener gleichzeitig eingenommener Gentech-Lebensmittel auswirken wird. Fachleute schätzen, dass über die gesundheitlichen Auswirkungen auf Mensch und Tier erst langfristig, das heisst in zehn bis zwanzig Jahren, geurteilt werden kann. Das Ausmass unseres Unwissens ist heute also riesig und nicht abschätzbar. In einem Artikel von Mitarbeitern des Bundesamtes für Gesundheitswesen (A. Baumgartner und J. Schlatter: «Anwendung der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion und -Verarbeitung», Mitteilung Gebiete Lebensmittel-Hygiene, 2/1992) werden all diese ungeklärten Fragen nicht diskutiert. Statt dessen werden Kritikerinnen diffamiert; z. B.: «Die neue Technologie fand dabei nicht nur Befürworter, sondern sie erzeugte -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der liberalen Fraktion Pilotversuch mit Drogenabhängigen Interpellation du groupe libéral Expérience pilote sur des drogués In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3164 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2202-2203 Page Pagina Ref. No 20 021 722 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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