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Entscheid

92-3220

Verwaltungsbehörden 09.10.1992 92.3220

9. Oktober 1992Deutsch10 min

Source admin.ch

Erwägungen

4.50

Franken oder um etwa 40 Prozent gefallen. Weil das Angebot insbesondere der Jungstiere (Fresser) sich infolge der natürlichen Bedingungen auf eine kurze Zeit (April bis Juni) erstreckt, kann der Markt in dieser Zeit nicht das ganze Angebot aufnehmen. Bisher hat die GSF mit Unterstützung des Bundes durch die Einlagerung das Angebot auf das ganze Jahr verteilt Damit konnten Preiszusammenbrüche im diesjährigen Ausmass vermieden werden. In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:

1.

Warum hat der Bundesrat dieses Jahr der GSF keine Einlagerungen zugestanden, obwohl damit der gewaltige Preissturz hätte vermieden werden können?

2.

Ist sich der Bundesrat bewusst, dass bei ständig steigenden Kosten dieser Preiszusammenbruch bei den Fleischproduzenten die Existenz vieler Bauernbetriebe, die keine Milch abliefern, bedroht?

3.

Bei den Betrieben, die keine Milch in Verkehr bringen, handelt es sich im Berggebiet um solche, die unsere abgelegensten Gebiete besiedeln und bewirtschaften. Durch die Existenzgefährdung dieser Betriebe wird gleichzeitig die Besiedlung und Pflege weiter Teile des Berggebietes bedroht Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit diese wichtige, multifunktionale Aufgabe weiterhin von diesen Betrieben erfüllt werden kann? Texte afe l'interpellation du 12 juin 1992 Pour maints paysans qui ne mettent pas de lait dans le commerce parce qu'ils l'utilisent pour l'engraissement de veaux et de taurillons, l'effondrement catastrophique des prix sur le marché de la viande a pris des proportions telles que leur existence est menacée. Le prix moyen au kilo pour les taurillons, par exemple, qui était au-dessus de 7 francs, est tombé à 4 francs 50, soit une chute de près de 40 pour cent Comme l'offre de taurillons (broutards) se concentre sur une brève période (avril à juin), elle ne peut être complètement absorbée par le marché. Jusqu'ici, la Coopérative pour l'approvisionnement en bétail de boucherie et en viande (CBV), avec le soutien de la Confédération, avait pu répartir la production sur toute l'année en recourant à l'entreposage. On avait pu ainsi éviter un effondrement des prix tel que celui survenu cette année. A ce propos, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

1.

Pourquoi n'a-t-il pas autorisé la CBV à recourir cette année encore à l'entreposage, ce qui aurait permis d'éviter la brutale chute des prix?

2.

Est-il conscient qu'avec la hausse croissante des coûts, cet effondrement des prix de la viande menace l'existence de nombreux paysans ne livrant pas de lait?

3.

Les exploitations qui ne mettent pas de lait dans le commerce se situent en zone de montagne. Elles occupent et exploitent donc des régions qui sont parmi les plus reculées de notre pays. La mise en péril de ces exploitations menace ainsi le peuplement et l'entretien de vastes régions de montagne. Que pense entreprendre le Conseil fédéral pour que ces exploitations puissent continuer à remplir leurs nombreuses et importantes fonctions? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Binder, Bürgi, Columberg, Hämmerle, Hari, Hess Otto, Maurer, Müller, Rutishauser, Schnider, Schwab, Wittenwiler (13) Schriftliche Begründung-Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992 Zur Milderung der Trockenheitsschäden hat der Bundesrat im Herbst 1991 16 Millionen Franken à fonds perdu für den Schlachtviehmarkt zur Verfügung gestellt Dadurch konnten etwa 4000 Tonnen Fleisch von grossem Schlachtvieh eingelagert werden. Die Mehrschlachtungen 1991 von 45 000 Stück Rindvieh gegenüber dem Vorjahr Hessen den Selbstversorgungsgrad beim Rindfleisch auf 97,2 Prozent und beim Kalbfleisch auf 100,4 Prozent ansteigen. In der Folge gingen die Importabgaben auf Fleisch noch weiter zurück, und es standen somit weniger Mittel für die saisonale Ueberschussverwertung bei Fleisch für 1992 zur Verfügung. Der in der Interpellation angesprochene Preisrückgang ist vor allem auf ein überhöhtes Angebot zurückzuführen. Zu den Fragen im einzelnen:

1.

Die 1992 verfügbaren Mittel aus dem Rückstellungsfonds Fleisch werden vollumfänglich zur Entlastung des Kälber- und Fressermarktes eingesetzt So auch in der freiwilligen Einlagerungsaktion 1992, in welcher vom 2. AprilbislO. Juli1992total

225.

Tonnen Kalb- und 278 Tonnen Fresserfleisch eingelagert wurden. Die dadurch entstehenden Kosten werden etwa 2 Millionen Franken betragen. Da die Lagerhaltung aus den Ueberschussverwertungen der Jahre 1990 und 1991 weitere 7 Millionen Franken bis Ende Jahr kosten wird, müssen die Verwertungsmassnahmen für Kalb- und Fresserfleisch im erwähnten Rahmen gehalten werden, und für zusätzliche Massnahmen beim grossen Schlachtvieh bleiben keine Mittel mehr. Am 1. Januar 1992 betrugen die beitragspflichtigen Lagermengen noch etwa 4000 Tonnen Bank- und Verarbeitungsvieh sowie etwa 1000 Tonnen Kalb- und Fresserfleisch.

2.

Der Bundesrat ist sich der Folgen der ständig steigenden Kosten und der erfolgten Preisrückgänge auf dem Schlachtviehmarkt bewusst Er weiss indessen auch, dass bessere Preise und somit auch höhere Einkommen erst wieder nach einer Reduktion des Angebotes möglich sein werden. Die Entwicklung des Schlachtviehmarktes für Grossvieh in den letzten fünf Jahren hat die Bedeutung der oberen Produktionslimiten in der Schlachtviehordnung im Interesse der Landwirtschaft eindrücklich bestätigt Ein Rückgang des Inlandanteils im Rindfleischsektor auf 90 Prozent würde einen entsprechenden Anstieg der Preise und der Einkommen bewirken. Die dadurch ermöglichten Mehrimporte würden den Rückstellungsfonds äufnen, so dass bei saisonalen Ueberschüssen beim Grossvieh wieder Verwertungsmassnahmen möglich wären.

3.

Die Verwendung von Vollmilch zur Aufzucht und Mast von Kälbern sowie die Ammen- und Mutterkuhhaltung stellen für abgelegene Höfe im Berggebiet und in Randregionen vielfach die einzige Alternative zur Verkehrsmilchproduktion dar. Der Bund fördert diese Produktionsalternativen seit 1970 mit den Beiträgen an Kuhhalter ohne Verkehrsmilchproduktion. Von rund zehn Prozent der im Jahre 1990 gezählten

792.

340 Kühe wird keine Milch abgeliefert Sie wird auf dem Hof direkt über die Kälbermast oder Aufzucht verwertet Der Milchmarkt wird dadurch um schätzungsweise 310 Millionen Kilogramm entlastet Im Beitragsjahr 1989/90 kamen 10 487 Betriebe mit insgesamt

67.

072 beitragsberechtigten Kühen in den Genuss der Beiträge. Die Gesamtkosten betrugen 118 Millionen Franken und gingen zu Lasten der Milchrechnung. Die Gewährung dieser Beiträge - eine unter verschiedenen Massnahmen des Bundes zugunsten der Berglandwirtschaft - zeigt die anerkannte Bedeutung dieser Regionen sowie den Willen zur Erhaltung der ihnen angemessenen Bewirtschaftung und Pflege. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Bühler Simeon Preiszusammenbruch auf dem Fleischmarkt Interpellation Bühler Simeon Chute des prix sur le marché de la viande In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3220 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2189-2190 Page Pagina Ref. No 20 021 711 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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