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Entscheid

92-3271

Verwaltungsbehörden 09.10.1992 92.3271

9. Oktober 1992Deutsch16 min

Source admin.ch

Erwägungen

5.

Die Projekte müssen derart in ein Behandlungs- und Betreuungskonzept eingebettet werden, dass Personen, die bei diesen Programmen nicht zugelassen werden, wie auch jene, die sie verlassen, umgehend einer anderen Hilfe zugeführt werden können.

6.

Die Fachexperten erachten eine Versuchsdauer von drei Jahren als notwendig, um wissenschaftlich fundierte Schlüsse ziehen zu können. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Versuchsteilnehmer während drei Jahren Betäubungsmittel medizinisch verabreicht erhalten. Hier zeigen ebenfalls Erfahrungen aus dem Ausland wie auch jene, die mit Methadon gemacht wurden, dass ein grosser Teil der behandelten Personen zu anderen Behandlungsformen bewogen werden kann (orale Methadonaufnahme oder Entwöhnung), oder gar in kürzester Zeit den Drogenkonsum völlig aufgibt

7.

Die wichtigsten Erfolgsindikatoren für die Versuche sind folgende: a überprüfbare Verbesserungen des Risikoverhaltens bezüglich Ansteckung mit und Weiterübertragung von HIV; b. überprüfbare Verbesserung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes; c. überprüfbare Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen Integration (Arbeitsfähigkeit, Abstandnehmen von der Drogenszene, Verringerung des deliktischen Verhaltens). Diese Indikatoren sind individuelle Massstäbe. Im übrigen werden die Durchführbarkeit und die Annehmbarkeit der Projekte im jeweiligen sozialen Umfeld erhoben.

8.

Gewiss.

9.

Diejenigen Teilnehmer, die alsdann noch in Behandlung mit verschriebenen Betäubungsmitteln stehen, sollen in andere sozialmedizinische Betreuungsprogramme aufgenommen werden können. Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 juin 1992 1.-3. Les essais scientifiquement contrôlés avec prescription médicale de stupéfiants devront obligatoirement être soumis à la Commission nationale d'éthique de l'Académie suisse des sciences médicales. Ils devront donc se conformer, comme tout essai clinique, aux règles standard établies par cette Académie, qui précisent de manière détaillée les notions d'information et de «consentement éclairé». Les exigences de l'Académie devront être strictement satisfaites et un avis écrit de la Commission d'éthique devra être obtenu avant que le canton et que l'Office fédéral de la santé publique donnent leur accord. Une de ces exigences concerne l'attestation d'une couverture suffisante en responsabilité civile quant aux risques des participants aux essais. En l'occurrence, il importera notamment de donner des informations sur les risques d'overdose, qui pourraient survenir si les participants consomment en outre des drogues du marché noir. Une information précise sur les effets de l'héroïne ou de tout autre produit sera également donnée. Les participants seront également informés qu'ils pourront en tout temps quitter les programmes. Les patients pour qui la participation à un tel projet constituerait un risque, notamment ceux souffrant de troubles psychiques (p. ex. schizophrénie aiguë, psychose affective, épilepsie) ne seront pas acceptés dans ces projets.

4.

Le traitement peut être aussi bien effectué de manière ambulatoire qu'en milieu stationnaire, comme le montrent les expériences acquises à l'étranger. L'injection de stupéfiants aura toujours lieu sous surveillance médicale, de sorte de pouvoir intervenir en cas d'incident La remise aux toxicodépendants de stupéfiants injectables à emporter est exclue.

5.

Les projets devront être intégrés dans un réseau de traitement et prise en charge, de sorte que les personnes qui ne seront pas acceptées dans ces programmes ainsi que celles qui décideront de les quitter puissent être prises en charge sans délai dans d'autres formes de programmes d'assistance.

6.

Les experts admettent qu'une durée des essais de trois ans est nécessaire pour pouvoir tirer des conclusions scientifiquement fondées. Cela ne signifie pas toutefois que les participants recevront pendant trois ans des stupéfiants sous contrôle médical. Là également, les expériences étrangères, ainsi que celles faites avec la méthadone, montrent qu'une proportion importante des personnes traitées peut être motivée à passer à une forme différente de traitement (méthadone orale ou sevrage, par exemple) ou même cessent de consommer des drogues, dans un délai plus court.

7.

Les principaux paramètres de succès de ces essais sont les suivants: a amélioration vérifiable des comportements à risques relatifs à l'infection et à la retransmission du virus HIV; b. amélioration vérifiable de l'état de santé physique et psychique; c. amélioration vérifiable des conditions de vie et d'intégration sociale (capacité à travailler, distanciation de la scène de la drogue, diminution du comportement délictuel). Ces paramètres sont des mesures individuelles. Par ailleurs, on évaluera la faisabilité et l'acceptabilité des projets dans leur environnement social.

8.

Certainement

9.

Les participants qui seront encore en traitement avec prescription de stupéfiants devront pouvoir être intégrés dans d'autres programmes d'assistance et de prise en charge médico-sociale. Präsident: Die Interpellanten beantragen Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 92.3271 Interpellation Gonseth Auswirkungen von Gentech-Lebensmitteln Denrées alimentaires transgéniques. Effets sur l'homme et l'animal Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992 Die Gentechnologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft Meines Wissens gibt es kaum wissenschaftliche Unterlagen über die Auswirkungen auf Mensch und Tier von Lebensmitteln, in deren Verarbeitungsprozessen gentechnisch hergestellte Stoffe eingesetzt werden, oder von Lebensmitteln aus gentechnologisch veränderten Pflanzen und Tieren (im folgenden Gentech-Lebensmittel genannt). Als mögliche Auswirkungen werden diskutiert: Zunahme von Allergien, Kanzerogenität, Nebenwirkungen auf die Verdauung, Nebenwirkungen des veränderten Nährstoffgehaltes auf Wachstum und Ernährungszustand usw. Unbekannt ist auch, welchen Einfluss solche Lebensmittel auf die Nahrungsketten haben werden oder wie sich das Zusammenwirken verschiedener gleichzeitig eingenommener Gentech-Lebensmittel auswirken wird. Fachleute schätzen, dass über die gesundheitlichen Auswirkungen auf Mensch und Tier erst langfristig, das heisst in zehn bis zwanzig Jahren, geurteilt werden kann. Das Ausmass unseres Unwissens ist heute also riesig und nicht abschätzbar. In einem Artikel von Mitarbeitern des Bundesamtes für Gesundheitswesen (A. Baumgartner und J. Schlatter: «Anwendung der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion und -Verarbeitung», Mitteilung Gebiete Lebensmittel-Hygiene, 2/1992) werden all diese ungeklärten Fragen nicht diskutiert. Statt dessen werden Kritikerinnen diffamiert; z. B.: «Die neue Technologie fand dabei nicht nur Befürworter, sondern sie erzeugte -- 1 of 4 -Interpellation Gonseth 2204 N 9 octobre 1992 auch Angst und Unbehagen. Bei Teilen der Bevölkerung geht die Ablehnung gar so weit, dass ein Verbot der Gentechnik gefordert wird. Leider hat diese Haltung ihre Wurzeln nicht selten im Irrationalen, da die nötige Wissensbasis für eine brauchbare Urteilsbildung beim breiten Publikum noch kaum oder gar nicht vorhanden ist Diese Konstellation erlaubt es, dass latente Aengste gegenüber der Gentechnologie teilweise auch politisch ausgenützt werden. Auf diese Weise kann kurzfristig erwiesenermassen mehr Publizität gewonnen werden als mit profunder Aufklärung.» Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

1.

Welche wissenschaftlichen Untersuchungen über kurzund langfristige Aus- und Nebenwirkungen auf die Gesundheit von Gentech-Lebensmitteln stehen dem Bundesrat zur Verfügung? Wie soll die «profunde Aufklärung» der Bevölkerung erfolgen? Wie weit soll dabei auch über den Stand des Unwissens und die sich daraus ergebenden Risiken informiert werden? Wie will der Bundesrat sicherstellen, dass zukünftig auch Kritiker und Kritikerinnen ernst genommen und nicht für dumm verkauft werden?

2.

Wie schätzt der Bundesrat die verschiedenen Risiken von Gentech-Lebensmitteln ein? Wie sollen in Zukunft Risiken und Nebenwirkungen abgeklärt werden? Wie können solche langfristigen Abklärungen gemacht werden, wenn nicht eine Deklarationspflicht besteht? Ist der Bundesrat bereit, Gentech-Lebensmittel einer generellen Deklarationspflicht zu unterstellen, bis die Fragen über Nebenwirkungen wissenschaftlich eindeutig geklärt sind?

3.

Wie wird der Bundesrat der Mündigkeit der Konsumentinnen gerecht werden, welche selber entscheiden wollen und können, ob sie Gentech-Lebensmittel kaufen und essen wollen? Welche demokratischen Möglichkeiten haben Konsumentinnen, damit ihre Forderung nach Deklarationspflicht erfüllt wird?

4.

Wer wird in Zukunft beurteilen, welche Gentech-Lebensmittel auf den Markt kommen und ob die Produktionsmethode deklariert werden muss? Aufweiche Expertinnen und Gutachten wird man sich dabei stützen? Wieweit soll bei der Beurteilung der Zulassung auch die Notwendigkeit, der Nutzen und die Alternativlosigkeit berücksichtigt werden? Ist der Bundesrat bereit, dazu eine pluralistisch zusammengesetzte Kommission, in welcher namentlich auch Konsumentinnen- und Umweltorganisationen vertreten sind, einzusetzen?

5.

Ist der Bundesrat bereit, eine eidgenössische Bundeskontrolle über Gentech-Lebensmittel durchzuführen und regelmässig darüber zu berichten?

6.

Wie beurteilt der Bundesrat die Ankündigung der USA, bald Gentech-Lebensmittel auf den Markt zu bringen? Texte de l'interpellation du 18 juin 1992 La génétique est une science encore relativement jeune. Autant que je sache, il n'existe guère de renseignements concernant les effets sur le métabolisme humain ou animal de substances fabriquées par modification génétique, ou d'aliments modifiés génétiquement (aliments transgéniques). Parmi les effets possibles, on évoque entre autres: - augmentation des allergies, - cancérogénéité, - effets secondaires sur la digestion, - incidences de la valeur nutritionnelle modifiée sur l'assimilation des aliments et sur la croissance. On ignore aussi l'influence de tels aliments sur les chaînes alimentaires, ou l'interaction éventuelle de différents aliments transgéniques absorbés simultanément Les spécialistes estiment que les effets de tels aliments sur la santé de l'être humain et des animaux ne pourront être connus qu'à terme, à savoir dans dix ou vingt ans. L'étendue actuelle de notre ignorance est donc immense. Deux collaborateurs de l'OFSP (Baumgartner et Schlatter, dans un récent article sur l'application du génie génétique à la production et à la transformation de denrées alimentaires paru dans «Mitteilung Gebiete Lebensmittel-Hygiene / Travaux de chimie alimentaire et d'hygiène, 2/1992»), loin de répondre à ces questions, se contentent de condamner les critiques du génie génétique, affirmant notamment ce qui suit: La nouvelle technologie n'a pas rencontré que des partisans; elle a aussi jeté le trouble et la crainte dans la population. Certains milieux vont même jusqu'à exiger une interdiction de cette discipline. Cette attitude est malheureusement inspirée par des considérations irrationnelles, car le savoir qui permettrait un jugement informé fait généralement défaut Cette ignorance permet d'utiliser l'angoisse latente à l'égard du génie génétique à des fins politiques. Car il est bien connu qu'un tel procédé trouve beaucoup plus de retentissement à court terme qu'une information approfondie. Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivantes:

1.

De quelles études scientifiques dispose-t-il concernant l'impact et les effets secondaires sur la santé, à court et long terme, d'aliments génétiquement modifiés? Comment se fera l'information «approfondie» de la population? Dans quelle mesure informera-t-on le public des inconnues et des risques qui existent dans ce domaine? Comment le gouvernement entend-il veiller à ce que les critiques soient prises au sérieux?

2.

Comment évalue-t-il les risques liés aux denrées transgéniques? Comment déterminera-t-on les risques et les effets secondaires qui leur sont liés? Comment pourra-t-on réaliser des études à long terme en l'absence de déclaration obligatoire? Le gouvernement entend-il soumettre les aliments transgéniques à un régime général de déclaration obligatoire, jusqu'à ce que les questions qui se posent sur leurs effets secondaires aient été pleinement élucidées scientifiquement?

3.

Que fera-t-il pour satisfaire aux exigences des consommateurs qui veulent pouvoir décider en connaissance de cause s'ils souhaitent ou non acheter et consommer des aliments génétiquement modifiés? De quels moyens démocratiques les consommateurs disposent-ils pour obtenir une réponse satisfaisante à leur exigence quant à une déclaration obligatoire?

4.

Qui déterminera à l'avenir les aliments transgéniques qui seront mis sur le marché, et qui décidera s'il y a lieu ou non de déclarer la méthode selon laquelle ils ont été produits? A quels spécialistes fera-t-on appel et sur quelles expertises s'appuiera-t-on? L'autorisation se fera-t-elle en fonction de critères de nécessité et d'utilité, ainsi que de l'absence d'alternative? Le Conseil fédéral est-il prêt à instituer à cet effet une commission pluraliste dans laquelle seront représentées en particulier les organisations de protection des consommateurs et de l'environnement?

5.

Le gouvernement compte-t-il faire procéder à un contrôle fédéral des aliments transgéniques et en rendre compte régulièrement?

6.

Que pense-t-il de l'annonce par les Etats-Unis de leur intention de mettre prochainement sur le marché des aliments transgéniques? Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bühlmann, Gardiol, Hafner Rudolf, Hollenstein, Jori, Leemann, Meier Hans, Misteli, Weder Hansjürg (11) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992 Ausgehend von einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Gesundheitswesen (BAG), äussert die Interpellantin Bedenken gegenüber dem Einsatz der Gentechnologie im Lebensmittelbereich. Insbesondere wird bemängelt, dass Kritikerinnen nicht ernst genommen würden. Dieser Ansicht kann sich der Bundesrat nicht anschliessen. Mit der betreffenden wissenschaftlichen Arbeit hat das BAG versucht, einen Ueberblick möglicher Anwendungen der Gentechnik bei Lebensmitteln zu geben und damit einen aktiven Beitrag zur Information der Oeffentlichkeit zu leisten. Dabei wurde mehrmals auf die Notwendigkeit eines griffigen Konsumentenschutzes hingewiesen, was im Interpellationstext unerwähnt bleibt -- 2 of 4 -9. Oktober 1992 N 2205 Interpellation Rechsteiner Die Interpellantin weist weiter auf mögliche Gesundheitsgefährdungen durch «Gentech-Lebensmittel» hin. Der Bundesrat legt diesbezüglich Wert auf die Feststellung, dassauch aus natürlicher Produktion hervorgegangene Lebensmittel potentiell toxische, kanzerogene oder allergene Stoffe enthalten können und dass das BAG diese Problematik seit Jahren intensiv bearbeitet und dort, wo nötig und begründet, lebensmittelrechtliche Massnahmen veranlasst (Bundesamt für Gesundheitswesen: 3. Schweizerischer Ernährungsbericht, 1991) Die sechs gestellten Teilfragen können wie folgt beantwortet werden:

1.

Die Frage nach den Auswirkungen von «Gentech-Lebensmitteln» auf die Gesundheit des Menschen kann wegen der Vielfalt möglicher Produkte nicht allgemein beantwortet werden. Angezeigt ist vielmehr eine Beurteilung von Fall zu Fall. Dabei ist für die Zulassung eines Stoffes oder eines Lebensmittels, falls keine ausreichende Charakterisierung vorliegt, eine sorgfältige toxikologische Untersuchung durchzuführen, bei der in bestimmten Fällen auch die langfristige Auswirkung (chronische Toxizität) abgeklärt werden muss. Das genau gleiche Vorgehen muss grundsätzlich auch bei neuen, bisher unbekannten natürlichen Lebensmitteln mikrobieller, pflanzlicher oder tierischer Herkunft stattfinden, um das Vorkommen toxischer oder allergisierender Stoffe auszuschliessen (J. Schlatter und B. Zimmerli: Natürliche Giftstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln - Beeinflussung durch Schaffung resistenter Varietäten. Bulletin des Bundesamtes für Gesundheitswesen Nr. 28,432-436,1992). Die Aufklärung der Bevölkerung soll durch produktespezifische Verlautbarungen der involvierten Bundesämter über die verschiedenen Massenmedien erfolgen. Die Information soll sich ausschliesslich auf wissenschaftlich erhärtete und objektivierbare Fakten stützen.

2.

Lieber den Fragenkomplex der biologischen Sicherheit äussert sich ein am 29. März 1992 erschienener Expertenbericht der Bundesverwaltung an den Bundesrat eingehend (Interdépartementale Koordinationsstelle der Bewilligungsverfahren für die Anwendung von rDNS-Organismen, Kobago: Gentechnologie: aktueller Stand und Zukunftsperspektiven - Bericht an den Bundesrat, 1992). Spezifische Aussagen können aber jeweils erst dann gemacht werden, wenn den Behörden im Rahmen eines Zulassungsverfahrens die ausführlichen Unterlagen zu einem Produkt zur Begutachtung vorgelegt werden. Im Lebensmittelbereich war das in der Schweiz bisher erst einmal der Fall, und zwar bei gentechnisch hergestelltem Lab, das in der Käserei als Fabrikationshilfsstoff eingesetzt wird. In ihrer Beurteilungspraxis ziehen die verantwortlichen Behörden auch die Empfehlungen der OECD zur Untermauerung der Sicherheit von bio- und gentechnisch hergestellten Lebensmitteln mit ein (OECD Group of National Experts on Safety in Biotechnology: Concepts and principles underpinning safety évaluations of food derivedfrom modern biotechnology, 1992). Die Frage einer allgemeinen Deklarationspflicht von «Gentech-Lebensmitteln» wird der Bundesrat prüfen. Dabei wird die Position der EG zu berücksichtigen sein. Ueberdies sollte eine solche Deklarationspflicht im Vergleich zu den im Ausland geltenden Vorschriften nicht handelshemmend wirken. Für eine allfällige Einführung der Deklarationspflicht bietet Artikel 54 des zurzeit noch gültigen Lebensmittelgesetzes die nötige gesetzliche Grundlage. Mit dem neuen Lebensmittelgesetz wäre es möglich, eine Deklarationspflicht basierend auf Artikel 20 einzuführen (Schweizerischer Bundesrat: Botschaft zu einem Bundesgesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, 1989).

3.

Die Vertreter der Konsumentinnen und die Konsumentenorganisationen können hinsichtlich einer Deklarationspflicht von «Gentech-Lebensmitteln» über einen entsprechenden Antrag eine Aenderung der Lebensmittelverordnung vorschlagen.

4.

Aufgrund des neuen Lebensmittelgesetzes (Entwurf Art 7) liegt die Kompetenz, Lebensmittel zuzulassen, welche unter Einbezug der Gentechnik hergestellt worden sind, beim Bundesrat Fragen wie namentlich jene der Beurteilungs- und Zulassungskompetenz wird der Bundesrat nach Inkrafttreten des neuen Lebensmittelgesetzes auf Verordnungsstufe eingehender regeln. In diesem Rahmen ist vorgesehen, auch die Konstituierung einer Expertengruppe zur Beratung der Behörden zu prüfen.

5.

Der Vollzug des Lebensmittelgesetzes liegt gemäss Artikel 69bis der Bundesverfassung bei den Kantonen, die, falls nötig, auch die Kontrolle von «Gentech-Lebensmitteln» durchzuführen haben werden. Die Mitverantwortung des Bundes ist im neuen Lebensmittelgesetz durch Artikel 35, welcher die Aufsicht über den kantonalen Vollzug regelt, gewährleistet

6.

Gemäss den Vorstellungen der US Food and Drug Administration soll es prinzipiell möglich sein, dass transgene pflanzliche Lebensmittel wie Früchte, Gemüse und Getreide vermarktet werden dürfen. Hersteller solcher Lebensmittel haben allerdings sicherzustellen, dass die bestehenden rechtlichen Anforderungen eingehalten werden und der Gesundheitsschutz für die Konsumenten gewährleistet ist Der Hersteller hat die Möglichkeit, die verantwortlichen Behörden bei Bedarf zu konsultieren (Department of Health and Human Services Food and Drug Administration: Statement of Policy: Foods Derived From New Plant Varieties; Notice. Federai Register 57, 22984-23005,1992). Der Bundesrat ist ebenfalls der Meinung, dass es grundsätzlich möglich sein sollte, «Gentech-Lebensmittel» auf den Markt zu bringen. Im Gegensatz zur amerikanischen Optik, welche die Eigenverantwortung der Lebensmittelproduzenten in den Vordergrund stellt, hält er sich aber über Artikel 7 des neuen Lebensmittelgesetzes die Möglichkeit eines amtlichen Zulassungsverfahrens, wie es die EG auch vorsieht, offen (Commission of thé European Communities: Proposai for a council régulation (EEC) on novel foods and novel food ingrédients. Brüssels, 7 July 1992). Präsident: Die Interpellantin beantragt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 92.3197 Interpellation Rechsteiner Beaufsichtigung der Einrichtungen in der beruflichen Vorsorge Surveillance des institutions de la prévoyance professionnelle Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1992 Ereignisse der letzten Zeit (Aushöhlung von Pensionskassen mit entsprechender Gefährdung der Leistungsansprüche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) lassen befürchten, dass die Aufsicht in der beruflichen Vorsorge teilweise nur ungenügend funktioniert und verbesserungsbedürftig ist Zu überprüfen sind offensichtlich auch die Anlagevorschriften. Wir ersuchen den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1.

Wie beurteilt er den Stand der Aufsicht in der beruflichen Vorsorge (Ist-Zustand auf kantonaler und Bundesebene, Mängel, Verbesserungsmöglichkeiten)?

2.

Welches Mass an Sorgfalt bei der routinemässigen Ueberprüfung der Jahresrechnungen und Geschäftsberichte durch die Aufsichtsbehörden erwartet der Bundesrat (Einforderung der Berichte und Rechnungen innert welcher Frist, Vorgehen beim Ausbleiben, Umfang und Zahl der Stichproben usw.)?

3.

Hat der Bund Erhebungen zum Stand der Aufsicht auf kantonaler Ebene getätigt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Gonseth Auswirkungen von Gentech-Lebensmitteln Interpellation Gonseth Denrées alimentaires transgéniques. Effets sur l'homme et l'animal In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3271 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2203-2205 Page Pagina Ref. No 20 021 723 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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