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Entscheid

92-3277

Verwaltungsbehörden 09.10.1992 92.3277

9. Oktober 1992Deutsch5 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Wie beurteilt der Bundesrat die Möglichkeit, in den von Arbeitsplatzreduktion betroffenen EMD-Betrieben eine Photovoltaikfabrik einzurichten?

2.

Wie sieht er die Möglichkeit für eine staatliche Starthilfe mit Beteiligung der Privatwirtschaft und eventuell später privatrechtlicher Uebernahme einer solchen Produktionsstätte?

3.

Könnte eine solche Investition nicht auch einen High-Tech-Beitrag im Sinne der Rio-Vereinbarung für die Dritte Welt bedeuten?

4.

Wie beurteilt der Bundesrat die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit ändern Staaten, zum Beispiel mit Oesterreich? Texte de l'interpellation du 19 juin 1992 Dans diverses régions, l'emploi est en recul. Les plus touchées d'entre elles souffrent d'une réduction du nombre de postes de travail, dont certains postes de la Confédération, ou doivent même s'attendre à une fermeture d'entreprises du DMF. Par ailleurs, on savait déjà avant la conférence internationale de Rio que des efforts redoublés s'imposaient pour encourager, en Suisse et ailleurs, des mesures efficaces d'économie d'énergie. La promotion des énergies renouvelables, telles l'énergie solaire, mérite une attention particulière. Toutefois, la capacité de production est insuffisante, notamment pour ce qui est de la fabrication de cellules photovoltaïques. Je prie dès lors le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

1.

Quelles possibilités voit-il d'abriter une fabrique de cellules photovoltaïques dans les exploitations du DMF touchées par la diminution du nombre de postes de travail?

2.

Peut-il envisager une aide initiale de l'Etat, qui s'accompagnerait d'une participation de l'économie privée et déboucherait éventuellement sur une reprise ultérieure par le secteur privé?

3.

Un tel investissement ne signifierait-il pas une contribution de haute technologie, au sens de la convention de Rio, en faveur du tiers monde?

4.

Comment le Conseil fédéral juge-t-il les possibilités de coopérer avec d'autres Etats, par exemple avec l'Autriche? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung-Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 août 1992

1.

Wir gehen davon aus, dass der Interpellant unter «Fabrik für Photovoltaik» die Herstellung von Sonnenzellen versteht Abgesehen davon, dass das besondere Know-how zur Fabrikation von Sonnenzellen-es ist demjenigen der Mikroelektronik verwandt-in den EMD-Betrieben nicht vorhanden ist, stellt sich für uns die grundsätzliche Frage, ob der drohenden Arbeitsplatzreduktion in den bundeseigenen Rüstungsbetrieben mit den Mitteln der sogenannten Rüstungskonversion begegnet werden soll. Wir halten eine solche Politik für ordnungspolitisch falsch. Unser Land bekennt sich zur freien Marktwirtschaft In einer Zeit, da überall auf der Welt Staatsbetriebe privatisiert werden, sollten nicht bei uns die bundeseigenen Rüstungsbetriebe wahllos im privaten Sektor tätig werden. Dies schliesst allerdings nicht aus, dass einzelne EMD-Betriebe auch in Zukunft bestehende Marktnischen auszunützen suchen. Das Batterie-Recycling in der Pulverfabrik Wimmis und die Entsorgung von Kühlschränken in der Munitionsfabrik Altdorf sind dafür gute Beispiele. Mit der Fabrikation von Sonnenzellen kann demgegenüber keine Marktlücke geschlossen werden.

2.

Die Produktionskapazitäten für effiziente Sonnenzellen sind weltweit vorhanden; wegen der hohen Produktionskosten ist aber der Markt gegenwärtig gesättigt. Nur eine Grossfabrikation mit tiefen Energie- und Lohnkosten, die rund um die Uhr betrieben werden kann, hat eine Chance, industriell und wirtschaftlich zu bestehen. Diese Voraussetzungen sind unseres Erachtens in unserem Land nicht gegeben. Entsprechend gering müssen die Chancen für den kommerziellen Erfolg einer industriellen Produktionsstätte für Sonnenzellen in der Schweiz beurteilt werden. Das Interesse der einheimischen Privatindustrie an einer solchen Produktion ist denn auch klein. Die Risiken einer staatlichen Starthilfe Hessen sich deshalb heute nicht verantworten.

3.

Der Verbreitung der photovoltaischen Stromherstellung sind heute wegen der hohen Gestehungskosten Grenzen gesetzt Ein Beitrag zur breiteren Nutzung dieser Energiequelle muss unseres Erachtens über die kostengünstigere Massenherstellung von Sonnenzellen gesucht werden. Inder Schweiz fehlen dafür die Voraussetzungen, und wir sehen deshalb keine Möglichkeit, auf diesem Gebiet einen effizienten High-Tech-Beitrag an die Dritte Welt gemäss den Beschlüssen der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (Rio de Janeiro) leisten zu können.

4.

Die internationale Zusammenarbeit bei der Verbesserung von Techniken zur effizienteren Ausnützung der Sonnenenergie und insbesondere zur kostengünstigeren Herstellung von Sonnenzellen ist zweifellos ausbaufähig. Sie sollte aber Sache der auf diesem Gebiet tätigen Industrie sein; auf staatlicher Ebene wird sich dazu nicht viel beitragen lassen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt -- 1 of 2 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Seiler Rolf Fabrik für Photovoltaik Interpellation Seiler Rolf Fabrique de cellules photovoltaïques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3277 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2184-2184 Page Pagina Ref. No 20 021 705 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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