92-3288
Verwaltungsbehörden 09.10.1992 92.3288
9. Oktober 1992Deutsch9 min
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9. Oktober 1992 N 2169 Motion Keller Rudolf #ST# 92.3187 Motion Bischof Eidgenössische Abstimmungen. Verständliche Formulierungen auf Stimmzetteln Votations fédérales. Bulletins de vote rédigés dans un langage intelligible Wortlaut der Motion vom 3. Juni 1992 Der Bundesrat wird beauftragt, bei den Formulierungen auf den Stimmzetteln für die eidgenössischen Abstimmungsvorlagen, zuhanden des Schweizervolkes, eine für alle verständliche Sprache zu wählen. Texte de la motion du 3 juin 1992 Le Conseil fédéral est chargé de veiller à ce que le texte figurant sur les bulletins de vote des objets fédéraux soumis au verdict populaire soit rédigé dans un langage accessible atout le monde. Mitunterzeichner - Cosignataires: Borradori, Keller Rudolf, Maspoli, Mauch Rolf, Ruf, ScherrerWerner, Stalder, Steffen (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Immer wieder kommt es vor, dass bei eidgenössischen Abstimmungsvorlagen Fremdwörter bzw. Fachausdrücke gewählt werden (jüngstes Beispiel «Bretton Woods»), bei welchen die Sachbezogenheit der Vorlage auf den ersten Blick nicht ersichtlich, zum Teil auch nicht verständlich ist Allzuoft werden die Vertreter des Parlamentes nach dem Sinn und dem Inhalt einer Vorlage gefragt, da die Formulierungen unklar sind und der Stimmbürger, verunsichert durch die gewählten Fachausdrücke, sich nicht mehr sicher ist, wozu er eigentlich ja oder nein sagen soll. Der Bundesrat wird aufgrund dieser Tatsache gebeten, bei der Ausarbeitung der Formulierungen für die Stimmzettel zuhanden des Stimmbürgers darauf zu achten, dass einerseits eine klare Formulierung gewählt wird und anderseits die dabei verwendeten Fachausdrücke einer breiten Bevölkerungsschicht bekannt sind. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 août 1992 Der Bundesrat entschied vor zehn Jahren, dass auf die Stimmzettel für die eidgenössischen Volksabstimmungen wörtlich die offiziellen Ueberschriften der Gesetze und Bundesbeschlüsse, wie sie von den eidgenössischen Räten verabschiedet wurden, zu setzen sind; bei Volksinitiativen sind die Ueberschriften zu verwenden, die zusammen mit dem Entscheid über die Vorprüfung im Bundesblatt publiziert wurden. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen hat man sich in den letzten Jahren an dieses Prinzip gehalten. Würde der Bundesrat von diesem objektiven Kriterium abweichen und im Sinne des Urhebers der Motion versuchen, den Text auf den Stimmzetteln verständlicher zu formulieren, setzte er sich der Kritik aus, er wolle die öffentliche Meinung manipulieren oder die Frage in missbräuchlicher Weise vereinfachen. Zu einer Aenderung der bisherigen Praxis sieht der Bundesrat um so weniger Anlass, als die Abstimmungserläuterungen, die jeder Bürgerin und jedem Bürger vor der Abstimmung zugestellt werden, gerade das Ziel haben, die dem Volk unterbreiteten Vorlagen samt ihren bisweilen nicht sehr leicht verständlichen Titeln zu erklären. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass schon bei der Ausarbeitung der Erlasse und später bei der Ueberprüfung der Texte durch die Redaktionskommissionen der eidgenössischen Räte auf eine klare Formulierung der Ueberschriften zu achten ist Die Bundeskanzlei hat daher in seinem Auftrag die Departemente auf das Anliegen des Motionärs aufmerksam gemacht, damit diese ihre Aemter auffordern, die Ueberschriften von Erlassen, die den eidgenössischen Räten vorgelegt werden, mit besonderer Sorgfalt zu wählen. Die Ueberschriften sollen so formuliert werden, dass sie jeder Bürger verstehen kann. Gleiche Anweisungen erhielten auch die Vertreter der Bundeskanzlei in den Redaktionskommissionen des Parlamentes. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion als erledigt abzuschreiben. Abgeschrieben - Classé #ST# 92.3288 Motion Keller Rudolf Gewaltentrennung in staatlichen und halbstaatlichen Institutionen Institutions publiques et semi-publiques. Séparation des pouvoirs Wortlaut der Motion vom 19. Juni 1992 Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass in staatlichen oder halbstaatlichen Institutionen, über welche die eidgenössischen Räte die Oberaufsicht ausüben (PTT, SBB usw.), zwecks klarer Gewaltentrennung und der Vermeidung von Interessenkonflikten keine eidgenössischen Parlamentarier in Aufsichtskommissionen und Verwaltungsräten Einsitz nehmen können. Texte de la motion du 19 juin 1992 En vue de séparer clairement les pouvoirs et d'éviter les conflits d'intérêts, le Conseil fédéral est chargé d'adapter la législation de manière à empêcher tout parlementaire fédéral de siéger dans les commissions de surveillance et les conseils d'administration des institutions étatiques et semi-étatiques sur lesquelles les Chambres fédérales exercent leur haute surveillance (PTT, CFF, etc.). Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Ruf, Stalder, Steffen (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 août 1992 Institutionen, über welche die eidgenössischen Räte mittelbar die Oberaufsicht ausüben (Art. 85 Ziff. 11 BV), gibt es derzeit über 500. Nur in Ausnahmefällen kommt dem Parlament eine unmittelbare Prüfungspflicht zu, so u. a die Genehmigung der Voranschläge, der Jahresrechnung und des Geschäftsberichtes der SBB oder die Genehmigung der Jahresrechnung und des Geschäftsberichtes der PTT (Art 7 Bst c des Bundesgesetzes über die Schweizerischen Bundesbahnen, SR 742.31, sowie Art. 13 Bst e des PTT-Organisationsgesetzes, SR 781.0). Die -- 1 of 3 -Postulat Pini 2170 N 9 octobre 1992 Aufgabe der Oberaufsicht hat indessen in beiden Fällen der Bundesrat wahrzunehmen. Somit sind die Befugnisse von Bundesversammlung und Bundesrat klar umschrieben und aufgeteilt, so dass das Problem der Gewaltentrennung bei der Wahl eines Parlamentariers in die Verwaltungsräte der beiden genannten Institutionen nur noch in abgeschwächter Form besteht Weiter wird die Gefahr von Interessenkonflikten durch zwei Bestimmungen des Parlamentsrechts entschärft: -Artikel 3bis Absatz 1 Buchstabe b des Geschäftsverkehrsgesetzes (SR 171.11): Offenlegung der Interessenbindungen; -Artikel 14 des Geschäftsreglements des Nationalrates (SR 171.13): Unvereinbarkeit von Mitgliedschaft in Kommissionen und Verwaltungsräten (Wahlbehörde Bundesrat) mit der Zugehörigkeit zu parlamentarischen Kontrollkommissionen. Trotzdem hat sich der Bundesrat bei der Wahl von Parlamentariern in die Verwaltungsräte der erwähnten Institutionen stets grosse Zurückhaltung auferlegt Der Bundesrat ist dennoch bereit, bei einer Revision dergenannten gesetzlichen Grundlagen, aber auch bei ähnlichen staatlichen oder halbstaatlichen Institutionen, bei denen dem Parlament eine unmittelbare Prüfungspflicht zukommt, abklären zu lassen, ob die Möglichkeit, Parlamentarier in Aufsichtskommissionen oder Verwaltungsräte zu wählen, eventuell eingeschränkt werden müsste (in Anlehnung an Art 18 des Bundesgesetzes über die politischen Rechte; Unvereinbarkeitsbestimmung; SR 161.1). Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 92.3155 Postulat Zisyadis Verzicht auf Bestrafung der Volkszählungsverweigerer Réfracta i res au rencensement fédéral. Arrêt des condamnations Wortlaut des Postulates vom 20. März 1992 Die eidgenössische Volkszählung 1990 wurde in zahlreichen Kantonen durch Antwortverweigerungen beeinträchtigt, die wahrscheinlich mit der Angst vieler Bürger vor einer Fichierung verbunden war. Je nach Kanton sind den Verweigerern gegenüber sehr unterschiedliche Haltungen eingenommen worden: Hier wurde verurteilt, dort füllten die lokalen Behörden die Erhebungsformulare selber aus. Angesichts der Ungleichheit in der Behandlung der Boykotteure der Volkszählung 1990 wird der Bundesrat ersucht, bei den Kantonen einen allgemeinen Verzicht auf ihre Bestrafung zu fordern. Texte du postulat du 20 mars 1992 Le rencensement fédéral 1990 a été perturbé dans de nombreux cantons par des refus de répondre, liés vraisemblablement à des craintes en rapport avec un fichage des citoyens. Selon les cantons, des attitudes très diverses sont apparues à l'égard des réfractaires: ici des condamnations, là des remplissages de feuilles de recensement par les autorités locales elles-mêmes. Au vu de la diversité de traitement infligé aux réfractaires, le Conseil fédéral est invité à demander aux cantons un arrêt des condamnations des réfractaires au recensement fédéral 1990. Mitunterzeichner-Cosignataires: Goll, Spielmann (2) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Juni 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 juin 1992 Le Conseil fédéral n'est pas habilité à demander un arrêt des condamnations des réfractaires au recensement fédéral de la population. C'est l'article 3c de la loi fédérale sur le recensement fédéral de la population (RS 431.112), ajouté sur la base de l'arrêté du 23 juin 1988 de l'Assemblée fédérale, qui fixe la manière de procéder en cas de violation de l'obligation de fournir des renseignements. La loi stipule que les personnes qui violent intentionnellement l'obligation de renseigner sont passibles d'une amende de 3000 francs au plus. Elle dit expressément que la poursuite des infractions incombe aux cantons. Seule une amnistie ou une abolition - que les deux Chambres peuvent autoriser en vertu du 7e alinéa de l'article 85 de la Constitution fédérale- permettrait de renoncer d'une manière générale à condamner les réfractaires au recensement fédéral de la population. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat Abgelehnt-Rejeté #ST# 92.3170 Postulat Pini
Erwägungen
700.
Jahre Freiheits-Charta von Biasca. Rückführung aus dem Landesmuseum in Zürich Postulato Pini 700° della «Carta della libertà» di Biasca. Destinazione Sala d'onore Casa Cavaliere G. B. Pellanda Postulat Pini 700e anniversaire de la Charte de franchise de la commune de Biasca. Restauration de la Salle d'honneur de la maison du chevalier Pellanda Wortlaut des Postulates vom 1. Juni 1992 Die Innenausstattung des Empfangs- und Ehrensaals aus dem Patrizierhaus des Giovanni Battista Pellanda (16. Jh.) in Biasca (TI) befindet sich mit allen Einrichtungsgegenständen in einem Depot des Landesmuseums in Zürich und ist somit für das Publikum nicht zugänglich. Der Bundesrat wird ersucht, schnell abzuklären, ob es möglich ist, diese Innenausstattung, die im Besitz des Bundes ist, an ihren ursprünglichen Platz im Haus des Cavaliere Pellanda, das heute unter Denkmalschutz steht, zurückzuführen. Es wäre wünschbar, wenn dies noch in diesem Jahr geschehen könnte, weil Biasca 1992
700.
Jahre Freiheits-Charta von Biasca feiert Die Gemeinde Biasca hat mit Unterstützung des Kantons und des Bundes das Haus des Cavaliere Pellanda von 1976 bis 1988 restauriert Mit diesem Postulat möchte ich dem Bundesrat deutlich machen, wie gross die Erwartung der Bevölkerung, der Gemeindebehörde und der Burgergemeinde ist, dass aus Anlass der Gedenkfeier zur Freiheits-Charta dieses wertvolle Zeugnis der Geschichte (der drei oberen Tessinertäler) noch dieses Jahr nach Biasca zurückkommt -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Keller Rudolf Gewaltentrennung in staatlichen und halbstaatlichen Institutionen Motion Keller Rudolf Institutions publiques et semi-publiques. Séparation des pouvoirs In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3288 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2169-2170 Page Pagina Ref. No 20 021 686 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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