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Entscheid

92-3490

Verwaltungsbehörden 18.06.1993 92.3490

18. Juni 1993Deutsch11 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Lässt der Bundesrat bewusst zu, dass mehr als die Hälfte der Tierarzneimittel ohne Ueberwachung illegal eingeführt und vermarktet werden?

2.

Wie beurteilt der Bundesrat die Bedeutung, dass seit Jahren Tier- und Konsumentenschutzorganisationen ein Verbot der Antibiotikawachstumsförderer vehement fordern?

3.

Ist der Bundesrat bereit, bei einem missbräuchlichen Antibiotikaeinsatz die auf «frischer Tat Ertappten» härter zu bestrafen? Texte de l'interpellation du 7 décembre 1993 C'est par tonnes que chaque année des antibiotiques sont mélangés à la nourriture des animaux, en toute illégalité. Dans un esprit de lucre, des éleveurs et des trafiquants de drogue peu scrupuleux n'hésitent pas à mettre en danger la santé des humains et celle des animaux Jusqu'à ce jour, tout ce que les autorités ont pu entreprendre pour endiguer enfin le flot d'antibiotiques qui se déverse dans les mangeoires s'est soldé par un échec. Plus de la moitié des médicaments pour animaux sont importés en l'absence de tout contrôle et sont commercialisés illégalement. Alors qu'il est tout à fait illégal de faire absorber aux animaux des antibiotiques dont l'usage devrait être strictement limité à des fins thérapeutiques, cette pratique est tolérée dans le milieu agricole. A ce propos, le Conseil fédéral est chargé de donner son avis sur les questions suivantes:

1.

Le Conseil fédéral accepte-t-il, en toute connaissance de cause, que plus de la moitié des médicaments pour animaux soient importés et commercialisés en l'absence de tout contrôle et en toute illégalité?

2.

Quelle importance accorde-t-il au fait que, depuis des années, les organisations de défense des consommateurs ou de protection des animaux continuent d'exiger à cor et à cri que les antibiotiques stimulant la croissance soient interdits?

3.

Le Conseil fédéral est-il prêt à aggraver les peines encourues par toute personne qui contreviendrait à l'interdiction d'utiliser les antibiotiques et qui serait prise en flagrant délit? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keller Rudolf, Sieber, Stalder, Steffen, Weder Hansjürg (5) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993 -- 1 of 3 -Interpellation Steinemann 1414 N 18 juin 1993 Antibiotika dürfen an Tiere auf tierärztliche Verordnung hin oder - soweit es sich um bestimmte antimikrobielle Wachstumsförderer handelt - nach den Zulassungsbedingungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für viehwirtschaftliche Produktion verabreicht werden. Die Zulassung der veterinärmedizinischen Präparate und die Kontrolle der Vermarktung sind nach den Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung vom 3. Juni 1971 über die Kontrolle der Heilmittel (SR 812.101; Heilmittelkonkordat) geregelt, für die Wachstumsförderer gilt die Verordnung vom 4. Februar 1955 über landwirtschaftliche Hilfsstoffe (SR 916.051; Hilfsstoffverordnung). Die unkontrollierte Behandlung von Tieren mit Antibiotika kann nachteilige Auswirkungen auf deren Gesundheit haben und zu Rückständen in den Lebensmitteln tierischer Herkunft führen. Das neue Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992 (BB11992 V1117) trägt den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen über die Missbräuche bei der Anwendung von Tierarzneimitteln Rechnung. Sein Geltungsbereich erfasst die landwirtschaftliche Produktion von Nutztieren, soweit diese der Herstellung von Lebensmitteln dienen und ermöglicht die Kontrolle von Nutztierbeständen, wenn aufgrund von Rückstandsuntersuchungen ein Verdacht auf unzulässige Anwendungen aufkommt Zudem ermöglicht das Gesetz die Kontrolle der Einfuhr von Tierarzneimitteln durch die Bundesbehörden. Die Vermarktung im Inland bleibt weiterhin in der Verantwortung der kantonalen Heilmittelkontrollen. Die Einhaltung der Hilfsstoff- und der Stoffverordnung wird von den Bundesbehörden kontrolliert Aufgrund dieser Ausführungen lassen sich die einzelnen Fragen wie folgt beantworten:

1.

Es trifft zu, dass Einfuhr und Vermarktung von Tierarzneimitteln besser überwacht werden sollen. Wie oben dargelegt, wird das neue Lebensmittelgesetz eine verbesserte Einfuhrkontrolle ermöglichen, während die Kantone für die Vermarktung zuständig bleiben. Es wird geprüft, ob ein eidgenössisches Heilmittelgesetz in diesem Bereich eine Verbesserung bewirken könnte.

2.

Die Zulassung der antimikrobiellen Wachstumsförderer stützt sich jeweilen auf eine Empfehlung der Fachkommission für Tierarzneimittel bei der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel und berücksichtigt die Sicherheit für das Tier, den Anwender, den Konsumenten von Lebensmitteln tierischer Herkunft und die Umwelt Die schweizerische Zulassungspraxis entspricht weitgehend den EG-Normen. Ein generelles Verbot antimikrobieller Wachtumsförderer müsste sich auf den wissenschaftlichen Nachweis stützen, dass einerseits der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln, die unter Verwendung dieses Hilfsmittels produziert werden, eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit darstellt und andererseits gegen die Grundsätze des Umweltschutz- und Gewässerschutzgesetzes verstossen würde. Die bisherigen Untersuchungen haben indessen die Unbedenklichkeit der Verwendung dieser Stoffe aufgezeigt Ein Verbot der antimikrobiellen Wachstumsförderer wäre deshalb unverhältnismässig und sachlich nicht begründet

3.

Gegen Verstösse bei der Einfuhr und bei der Feststellung unzulässiger Rückstände werden die Strafnormen des neuen Lebensmittelgesetzes Anwendung finden. Sofern die Gesundheit des Menschen gefährdet ist, sind Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren vorgesehen. Das neue Lebensmittelgesetz ist noch nicht in Kraft; die Wirkung der erwähnten Strafnorm lässt sich noch nicht abschätzen. Unter diesen Umständen drängt sich eine Verschärfung der von den eidgenössischen Räten erst im vergangenen Jahr beschlossenen gesetzlichen Regelung nicht auf. Die Strafen bei Zuwiderhandlungen gegen die kantonale Heilmittelgesetzgebung sind im kantonalen Strafrecht, gegen die Hilfsstoffverordnung im Landwirtschaftsgesetz und jene gegen die Stoffverordnung im Umweltschutzgesetz geregelt Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait #ST# 92.3387 Interpellation Steinemann Privilegien beim Bund Privilèges dans l'administration fédérale Wortlaut der Interpellation vom 23. September 1992 In der Oeffentlichkeit kursieren verschiedene Gerüchte über Vergünstigungen und Privilegien von Beamten des Bundes und seiner Regiebetriebe. Beispielsweise: - Hypothekardarlehen zu besonders günstigen Bedingungen für den Erwerb eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung; - Vergütung von Sprachunterricht; - Autofahrunterricht auf Kosten der Verwaltung; - Benützung von Dienstautos zu privaten Zwecken; -Benützung von Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, Schiff, Flugzeug usw.) zur halben Taxe oder gratis; -Telefonanschlüsse zu Hause, wofür die Abonnementsgebühr von der Verwaltung übernommen wird; - Erlass der Telefon-Abonnementstaxen für alle Beamten und ständigen Angestellten der PTT; - Privatfahrzeuge für Spitzenbeamte und Magistratspersonen (nebst privater Benützung von Dienstwagen mit Chauffeur); - Kostenloses Fliegen für Beamte und Magistraten sowie deren Angehörigen auch zu privaten Zwecken auf dem ganzen Netz der Swissair, private Benutzung bundeseigener Flugzeuge usw. Transparenz existiert nicht Ist der Bundesrat bereit, das Parlament und die Oeffentlichkeit darüber vollständig zu informieren? Texte cte l'interpellation du 23 septembre 1992 Des bruits courent dans le public selon lesquels les fonctionnaires de la Confédération et de ses régies bénéficieraient de divers privilèges, notamment: - prêts hypothécaires à des conditions particulièrement avantageuses en cas d'acquisition d'une maison ou d'un appartement; - remboursement des frais pour des cours de langue; - cours de conduite aux frais de l'administration; - utilisation d'automobiles de service à des fins privées; - utilisation à demi-tarif ou à titre gratuit de moyens de transports (chemin de fer, bus, bateau, avion etc.); -taxes d'abonnement payées par l'administration pour des raccordements téléphoniques à domicile; -exonération des taxes d'abonnement au téléphone pour tous les fonctionnaires et employés permanents des PTT; -véhicules privés pour les hauts fonctionnaires et les magistrats (en outre, utilisation à titre privé des voitures de service avec chauffeur); - vols gratuits pour certains fonctionnaires et magistrats ainsi que leurfamille surtout le réseau Swissair, même à des fins privées, utilisation à titre privé d'avions de la Confédération etc. Il n'y a aucune transparence dans ce domaine. Le Conseil fédéral est-il disposé à informer de manière complète le Parlement et le public à ce propos? Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Borer Roland, Borradori, Dreher, Giezendanner, Jenni Peter, Keller Rudolf, Kern, Maspoli, Miesch, Moser, Neuenschwander, Reimann Maximilian, Ruf, ScherrerJürg, ScherrerWerner, Stalder, Verterli (18) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. April 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 avril 1993 -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Bischof Doping im Stall Interpellation Bischof Dopage des animaux In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3490 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.06.1993 - 08:00 Date Data Seite 1413-1414 Page Pagina Ref. No 20 022 914 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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