93-030
Verwaltungsbehörden 29.11.1993 93.030
29. November 1993Deutsch10 min
Source admin.ch
Double imposition. Convention avec le Luxembourg 800 29 novembre 1993 Wahl des Ersatzstimmenzählers Election du scrutateur suppléant Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 46 eingelangt-rentrés 46 leer-blancs 2 ungültig-nuls 0 gültig-valables 44 absolutes Mehr-Majorité absolue 23 Es wird gewählt- Est élu Herr Ulrich Gadient mit43 Stimmen Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix Verschiedene-Divers 1 Präsident: Ich gratuliere Herrn Gadient zu seiner Wahl und freue mich über seinen Einzug ins Büro und auf die Zusammenarbeit. (Beifall) Damit kommen wir zum politischen Alltag. Wir behandeln zunächst zwei Doppelbesteuerungsabkommen. Dazu darf ich Herrn Bundesrat Stich in unserem Kreis begrüssen. Herr Bundesrat Stich hat Anlass, sich zu freuen. Wir freuen uns, dass der Souverän der Finanzordnung gestern zugestimmt hat Wir gratulieren unserem Finanzminister zum Erfolg, aber auch der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und dem Plenum des Ständerates. Lieber die Wege waren wir uns nicht immer einig, aber um so mehr über das Ziel. Es ist nun erreicht, und so haben wir alle Anlass zur Freude. #ST# 93.030 Doppelbesteuerung. Abkommen mit Luxemburg Double imposition. Convention avec le Luxembourg Botschaft und Beschlussentwurf vom 8. März 1993 (BBI11534) Message et projet d'arrêté du 8 mars 1993 (FF 11430) Beschluss des Nationalrates vom 23. September 1993 Décision du Conseil national du 23 septembre 1993 Herr Cavelty unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht: Luxemburg war bisher der einzige EG-Mitgliedstaat, mit dem die Schweiz noch kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hatte. Mit dem vorliegenden Abkommen, welches im Vernehmlassungsverfahren bei den Kantonen und den interessierten Wirtschaftskreisen breite Zustimmung gefunden hat, soll nun diese Lücke geschlossen werden. Geltungsbereich Das Abkommen gilt für die Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, mit Ausnahme der an der Quelle erhobenen schweizerischen Verrechnungssteuer auf Lotteriegewinnen. Die wichtigsten Bestimmungen des Abkommens:
Erwägungen
1.
Dividenden Luxemburg erhebt auf Dividenden eine Quellensteuer von
15.
Prozent Gemäss einer seit Beginn des Jahres 1992 angewendeten EG-Richtlinie sind Gewinnausschüttungen einer Tochtergesellschaft an ihre Muttergesellschaft von der Quellensteuer zu befreien. Dieser Grundsatz wurde im vorliegenden Abkommen verankert Damit bleiben wir auch dem Ziel, die schweizerische Abkommenspraxis den Entwicklungen in den Nachbarländern anzupassen, treu. In Anbetracht der Tatsache jedoch, dass eine Gesellschaft, die ihre Beteiligung von wenigstens 25 Prozent nicht während eines ununterbrochenen Zeitraumes von mindestens zwei Jahren hält, von der Anwendung der erwähnten EG-Richtlinie ausgenommen werden kann, wurde für Beteiligungen, die vor Ausrichtung der Dividenden weniger als zwei Jahre gehalten werden, der im OECD-Musterabkommen vorgesehene Satz von 5 Prozent ins Abkommen aufgenommen. In allen anderen Fällen ist ein Satz von 15 Prozent anwendbar.
2.
Zinsen Luxemburg kennt keine Quellensteuerauf Zinsen. Um ein gewisses Gleichgewicht zu wahren, wurde auf Obligationenzinsen und Bankguthaben ein Satz für die verbleibende Quellensteuer von 10 Prozent vereinbart. Diese Lösung garantiert einerseits die Erhebung der schweizerischen Verrechnungssteuer auf diesen Zinsen und bietet andererseits auch Luxemburg die Möglichkeit, gegebenenfalls eine entsprechende Quellensteuer einzuführen.
3.
Lizenzgebühren Luxemburg erhebt auf Lizenzgebühren eine Quellensteuer von 12 Prozent (bei Urheberrechten 10 Prozent). Es wurde jedoch vereinbart, dass Lizenzgebühren nur im Wohnsitzstaat des Empfängers besteuert werden können.
4.
Vermeidung der Doppelbesteuerung Beide Länder wenden die Befreiungsmethode mit Progressionsvorbehalt an. Bei den Quellensteuern auf Dividenden wird Luxemburg die auf diesen Zahlungen erhobene schweizerische Verrechnungssteuer anrechnen. Die Schweiz wird für die luxemburgischen Quellensteuern die pauschale Steueranrechnung gewähren. Die schweizerische Verrechnungssteuer auf Zinsen wird durch Luxemburg angerechnet werden.
5.
Informationsaustausch Informationen werden ausschliesslich zum Zwecke richtiger Abkommensanwendung ausgetauscht.
6.
Inkrafttreten Das Abkommen soll rückwirkend auf den 1. Januar des Jahres des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft treten.
7.
Finanzielle Auswirkungen Die Schweiz erwartet von diesem Abkommen Einbussen hauptsächlich im Zusammenhang mit der vollständigen oder teilweisen Rückerstattung der Verrechnungssteuer auf Dividenden und Zinsen und durch die vollständige Anrechnung der von Luxemburg auf Dividenden erhobenen Quellensteuer. Diese Einbussen dürften jedoch nicht gross ins Gewicht fallen. Den steuerlichen Auswirkungen müssen anderseits auch die mit dem Abschluss eines solchen Abkommens verbundenen Vorteile für die schweizerische Wirtschaft gegenübergestellt werden. M. Cavelty présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: Le Luxembourg est le seul Etat de la Communauté européenne avec lequel la Suisse n'était pas encore liée par une convention de double imposition. Le présent accord, qui a rencontré une large approbation des cantons et des milieux économiques intéressés au cours de la procédure de consultation, devrait à présent combler cette lacune. Champ d'application La convention s'applique aux impôts sur le revenu et sur la fortune, à l'exception de l'impôt fédéral anticipé perçu en Suisse à la source sur les gains faits dans les loteries. Les principales dispositions de la convention:
1.
Dividendes Le Luxembourg prélève un impôt à la source de 15 pour cent sur les dividendes. Conformément à une directive de la Communauté européenne devenue effective au 1er janvier 1992, les distributions de bénéfice effectuées par une société fille à la société mère doivent être exonérées de l'impôt à la source. Ce régime a été ancré dans la présente convention, ce qui nous permet ainsi de poursuivre les objectifs fixés, à savoir d'adapter la pratique conventionnelle suisse aux développements suivis dans ce domaine par les pays voisins. Toutefois, -- 1 of 3 -29. November 1993 801 Doppelbesteuerung. Abkommen mit Marokko comme une société qui ne détient pas sa participation d'au moins 25 pour cent pendant une période minimale ininterrompue de deux ans peut être exclue de la directive européenne précitée, le taux de 5 pour cent prévu par la convention modèle de l'OCDE a été également retenu pour les participations détenues pendant moins de deux ans avant le paiement des dividendes. Dans tous les autres cas, le taux de 15 pour cent est applicable.
2.
Intérêts Le Luxembourg ne connaît pas d'impôt à la source sur les intérêts. Afin de préserver un certain équilibre, un taux d'impôt résiduel de 10 pour cent sur les intérêts d'obligations et d'avoirs bancaires a été introduit. Cette solution garantit la perception de l'impôt anticipé suisse sur ces intérêts et offre également la possibilité au Luxembourg d'introduire le cas échéant une imposition analogue.
3.
Redevances de licences Le Luxembourg prélève un impôt à la source de 12 pour cent (droit d'auteur 10 pour cent) sur les redevances. Le principe de l'imposition dans l'Etat de résidence du bénéficiaire a pu toutefois être inséré dans la convention.
4.
Méthodes pour éliminer les doubles impositions Les deux Etats appliquent la méthode de l'exonération avec progressivité. Dans le domaine des impôts à la source sur les dividendes, le Luxembourg imputera l'impôt anticipé suisse retenu sur ces revenus et la Suisse accordera l'imputation forfaitaire de l'impôt luxembourgeois. En ce qui concerne les intérêts, l'impôt anticipé suisse devra être imputé par le Luxembourg.
5.
Echanges de renseignements Seuls les renseignements nécessaires à l'application régulière de la convention peuvent être échangés.
6.
Entrée en vigueur la convention doit entrer en vigueur rétroactivement au 1 er janvier de l'année où a eu lieu l'échange des instruments de ratification.
7.
Conséquences financières Cette convention peut entraîner pour la Suisse des pertes de ressources fiscales avant tout dues au remboursement total ou partiel de l'impôt anticipé sur les dividendes et les intérêts ainsi qu'à l'imputation intégrale de l'impôt perçu à la source au Luxembourg sur les dividendes. Ce manque à gagner ne devrait toutefois pas revêtir une grande importance. On peut opposer à ces effets d'ordre fiscal les avantages pour l'économie suisse résultant de la signature d'un tel accord. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, auf die Vorlage einzutreten und dem Bundesbeschluss über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Luxemburg zuzustimmen. Proposition de la commission A l'unanimité, la commission propose d'entrer en matière sur le projet et d'approuver l'arrêté fédéral concernant une convention de double imposition avec le Luxembourg. Cavelty, Berichterstatter: Das vorliegende Abkommen geht auf Bestrebungen von Luxemburg aus dem Jahre 1992 zurück. Luxemburg ist der einzige EG-Staat, mit dem die Schweiz noch kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat. Das vorliegende Abkommen folgt weitgehend dem OECD-Musterabkommen und entspricht der schweizerischen Abkommenspolitik. Es wird sich insgesamt vorteilhaft auf den Finanzplatz Schweiz und auf die schweizerische Wirtschaft auswirken, und es wird die Beziehungen zwischen beiden Staaten in zahlreichen Belangen, in denen gemeinsame Interessen bestehen, verstärken. Die Kantone und die interessierten Wirtschaftskreise haben sich dazu durchwegs positiv vernehmen lassen. Für die Details verweise ich auf unseren schriftlichen Bericht Die Kommission beantragt einstimmig Eintreten und Zustimmung. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition Gesamtberatung - Traitement global Titel und Ingress, Art. 1,2 Titre et préambule, art. 1,2 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 36 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat-Au Conseil fédéral #ST# 93.046 Doppelbesteuerung. Abkommen mit Marokko Double imposition. Convention avec le Maroc Botschaft und Beschlussentwurf vom 12. Mai 1993 (BBIII845) Message et projet d'arrêté du 12 mai 1993 (FF II 821 ) Beschluss des Nationalstes vom 23. September 1993 Décision du Conseil national du 23 septembre 1993 Herr Cavelty unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht: Verschiedene günstige Voraussetzungen (niedrigere Löhne, interessante Absatzmöglichkeiten usw.) haben zu Investitionen zahlreicher schweizerischer Unternehmen in Marokko geführt Damit war auch seit längerer Zeit die Frage des Schutzes der schweizerischen Investitionen vor Doppelbesteuerungen aktuell. Erste Verhandlungen zu Beginn der achtziger Jahre führten wegen unterschiedlicher Auffassungen der beiden Länder bei wichtigen Bestimmungen zu keinem Resultat. 1991 wurden nach einer bedeutenden Revision des marokkanischen Steuerrechts und einer Neuausrichtung der marokkanischen Politik gegenüber ausländischen Investitionen die Verhandlungen, welche zum Abschluss des vorliegenden Abkommens führten, wiederaufgenommen. Die Kantone und die interessierten Wirtschaftsverbände haben das Abkommen im Vernehmlassungsverfahren gutgeheissen. Das Abkommen folgt im wesentlichen dem OECD-Musterabkommen von 1977 sowie der schweizerischen Vertragspraxis auf diesem Gebiet. Unter das Abkommen fallende Steuern: Das Abkommen gilt für Steuern vom Einkommen, d. h. für alle Steuern, die vom Gesamteinkommen oder von Teilen des Einkommens erhoben werden, einschliesslich der Steuern vom Gewinn aus der Veräusserung beweglichen oder unbeweglichen Vermögens, der Lohnsummensteuern sowie der Steuern vom Vermögenszuwachs. Die wichtigsten Bestimmungen des Abkommens:
1.
Dividenden Die diesbezüglichen Bestimmungen des Abkommens weisen dem Quellenstaat ein beschränktes Besteuerungsrecht zu. Der Quellensteuersatz beträgt 7 Prozent des Bruttobetrages der Dividenden, wenn der Empfänger eine Gesellschaft ist, die über eine Beteiligung von mindestens 25 Prozent an der dividendenzahlenden Gesellschaft verfügt In den anderen Fällen beträgt der Satz 15 Prozent
2.
Zinsen Das Besteuerungsrecht des Quellenstaates ist auf 10 Prozent beschränkt Gemäss der marokkanischen Steuergesetzgebung werden Zinsen einer Quellenbesteuerung von 20 Pro-
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Doppelbesteuerung. Abkommen mit Luxemburg Double imposition. Convention avec le Luxembourg In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.030 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 29.11.1993 - 18:15 Date Data Seite 800-801 Page Pagina Ref. No 20 023 636 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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