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Entscheid

93-3061

Verwaltungsbehörden 01.06.1993 93.3061

1. Juni 1993Deutsch12 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Wie weit sind die bilateralen Gespräche vorangekommen?

2.

Zeigen sich Widerstände bei den bilateralen Verhandlungen?

3.

Was muss unser Land unternehmen, um möglichst rasch ein Abkommen abschliessen zu können?

4.

Wie beurteilt der Bundesrat die Chancen eines Abkommens und in welchem Zeitrahmen?

5.

Inwiefern kann die Schweiz sich in der Form, wie dies vor dem 6. Dezember 1992 möglich war, bis zum Abschluss eines bilateralen Vertrages weiter an den EG-Forschungs- und -Bildungsprogrammen beteiligen? Texte de l'interpellation du 2 mars 1993 Lors de la session de décembre, le Conseil national a approuvé un crédit d'engagement de 477 millions de francs pour la participation intégrale de la Suisse aux programmes de recherche et d'éducation de la CE. Dans le message à ce sujet, le Conseil fédéral a souligné que, en cas de rejet de l'Accord sur l'EEE, il chercherait, par voie bilatérale, à faire en sorte que la Suisse puisse participer intégralement aux programmes précités. M. Cotti, conseiller fédéral, a d'ailleurs mené des entretiens exploratoires à Bruxelles. Je pose les questions suivantes au Conseil fédéral:

1.

A quel stade en sont les entretiens bilatéraux?

2.

Les négociations bilatérales ont-elles suscité des oppositions?

3.

Que doit entreprendre notre pays pour pouvoir conclure un accord au plus vite?

4.

De l'avis du Conseil fédéral, quelles sont les chances pour qu'un accord soit conclu, et dans quel délai le serait-il?

5.

D'ici à la conclusion d'un accord bilatéral, dans quelle mesure la Suisse pourra-t-elle continuer à participer aux programmes de recherche et d'éducation de la CE au même titre qu'avant le 6 décembre 1992? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bisig, Ruesch, Schoch (3) Iten Andreas: Ich bin Frau Bundesrätin Dreifuss sehr dankbar, wenn sie uns über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft betreffend Forschungs- und Bildungsprogramme der EG für die Jahre 1993 bis 1996 informiert und die Fragen der Interpellation beantwortet Es ist für die Schweiz, die den EWR-Vertrag abgelehnt hat, interessant zu verfolgen, wie sich die EG der Schweiz als einem kleinen Land gegenüber verhält Noch vor der EWR-Abstimmung wurde die Beteiligung an den Forschungs- und Bildungsprogrammen als Modellfall des Dialogs kleiner Länder mit der EG gelobt Die Weiterführung der Zusammenarbeit auf diesem Sektor von seilen der EG ist für die Schweiz einerseits ein Testfall für den ernsthaften Willen der Gemeinschaft, skeptische Nationen zur Integration zu animieren; andererseits bedeutet die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung einen Brückenschlag zur Europäischen Gemeinschaft Wenn der Weg über die Wirtschaftspolitik heute noch nicht zum Ziele führt, so könnte der Weg über die Forschung, die Bildung und die Kultur die Schweiz näher an Europa heranführen. Nun hören wir aber von seilen der «Kohäsionsländer», offenbar von Spanien und Portugal, dass die EG kein «Büffet» sei, an dem sich jeder bedienen könne. Wenn sich die Schweiz an der Forschung beteiligen wolle, so müsse sie sich auch an den «Kohäsionstöpfen» beteiligen. Dieser abwehrenden und fordernden Haltung können wir keine Sympalhie abgewinnen. Einerseils bezahll die Schweiz die Beteiligung an den Programmen; andererseils muss man aus einer solchen Hallung die Drohung der Slärkeren herauslesen, die bei den Bürgerinnen und Bürgern eines kleinen Landes stets den Stolz verielzl und negalive Gefühle auslöst Gerade bei der Beteiligung an den Forschungsprogrammen könnte die EG die angemessene Psychologie im Umgang mil den kleinen Ländern enlwickeln, die ihr für das grosse Inlegrationsunternehmen dienlich und förderlich sein kann. Eine Schweiz, die abseils steht, ist ein Stachel im Fleisch und auf die Dauer ein unbequemer Spiegel. Demokraten anderer Länder könnte das Beispiel der Schweiz zu einer Krilik anregen, wie sich Ralf Dahrendorf über den Maastrichter Vertrag äusserte, als er sagte, es handle sich eher um eine bürokratische Verschwörung als um eine gemeinsame Ausübung von Souveränität durch demokratische Länder. Wenn die EG lernt, das schweizerische Nein zum EWR positiv zu interprelieren, dann geschiehl dies nichl zu ihrem Schaden, sondern eher zu ihrem Nulzen. Das Unbehagen der kleinen Länder und vieler Regionalisten gegenüber der EG bezieht sich nämlich auf Ideologie, Denkweise und Handlungsmethoden und auf die Struktur und den Aktionsstil der Brüsseler Administralion. Es wird vermulel, dass ein Machlkreislauf zwischen Bürokralie, slaallichen Verwallungen sowie Wirtschaft und ihren Interessenvertrelern institulionalisiert werde. Wenn sich die EG nun gerade in der Forschungs- und Bildungspolilik gegenüber der Schweiz «sperrig» zeigen sollte, wird dieser Eindruck verstärkt und das Bild der EG negativ verfestigt Es darf dann nicht verwundern, wenn die Macher der EG als «Ingenieure der Integralion», wie Karl Schmid schon vor vielen Jahren sagte, verteufell werden. Die Schweiz isl ein Teil von Europa und will es bleiben. Sie isl von ihrer Lage, ihrer Geschichte und von ihrer Kultur her zutiefst europäisch. Wir denken trolz des EWR-Neins nicht an eine Abschottung, an eine hermetische Abschliessung und einen engslirnigen Separalismus. Die Minister, die das Dossier Forschungs- und Bildungsprogramme behandeln, müsslen erkennen - und die schweizerische Verhandlungsdelegalion müssle dies zu erkennen geben -, dass sich gerade auf diesem Gebiel modellhaft die Chance der Zusammenarbeil und des innovaliven Dialogs eröffnet Damil wird der Weg geebnel, das Misslrauen wird abgebaul, und die Vorzüge der Kooperalion werden sichtbar. Ich danke der Schweizer Delegation und vor allem Slaalssekrelär Heinrich Ursprung für die konsequente und zielstrebige Verhandlung mit dem klaren Ziel, durch bilaterale Kontakle zu posiliven Ergebnissen zu kommen. Ich appelliere aber auch an die Forschungsminister und an den Minislerral, gerade auf diesem so wichligen Gebiet gegenüber der Schweiz Fingerspitzengefühl zu zeigen. Bei solchen Verhandlungen, die der EG schliesslich auch Vorteile bringen, zeigt sich das diplomatische Geschick der Europäischen Gemeinschaft der Schweiz gegenüber, die ja gerade an einem Exempel statuieren will, dass sie sich nicht in den Schmollwinkel zurückgezogen hat Wenn es der EG ernst damit isl, auch die Schweiz in den Integralionsprozess hineinzunehmen, dann öffnet sie den Weg durch Verhandlungen. Ich danke Ihnen im voraus für die Beantwortung meiner Fragen. Mme Dreifuss, conseillère fédérale: Je remercie M. Iten Andreas des aimables paroles qu'il a eues à l'intention de M. Ursprung, secrélaire d'Elat, pour la façon effectivemenl orienlée vers le succès avec laquelle il mène les conlacls avec la Communauté européenne.

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I.Juni 1993 313 Interpellation Iten Andreas Nous avons, dans notre réponse écrite, donné toutes les étapes de ces contacts, telles qu'elles ont eu lieu jusqu'à présent. Je peux uniquement compléter - et cela expliquera peut-être aussi la raison pour laquelle je considère que l'attitude de la Communauté est beaucoup plus positive que votre commentaire ne l'a laissé entendre-qu'effectivement un expert suisse, M. Zinsli, vice-directeur de l'Office fédéral de l'éducation et de la science, a pu participer en tant qu'expert à une réunion, qui vient d'avoir lieu, du Comité de recherche scientifique et technique (Crest), qui est le Comité consultatif de la Commission et du Conseil des ministres; cela montre l'intérêt que l'on accorde à la participation de l'expertise suisse. M. Zinsli a non seulement pu apporter son expérience et ses connaissances dans un groupe qui s'efforce de préparer le quatrième programme-cadre, alors qu'il n'est pas encore assuré que nous puissions en être, mais il a encore pu s'exprimer au nom de la Suisse, c'est-à-dire faire valoir le point de vue de notre pays. De même, la position des ministres de la recherche qui souhaitent effectivement la participation accrue des pays de l'AELE au programme-cadre et qui cherchent la voie qui permette de prendre l'ensemble des pays de l'AELE et non seulement ceux qui auront ratifié l'Accord sur l'EEE, montre qu'il y a là une volonté positive de collaboration avec la Suisse. Il est cependant compréhensible que ces négociations se situent dans un ensemble et que la Communauté est actuellement d'abord préoccupée par la mise en place de l'Espace économique européen, ce qui ne lui permet pas de donner la priorité aux négociations avec la Suisse. Je crois donc que nos réponses donnent à la fois un état lucide, mais certainement pas pessimiste, de la fin de ces négociations. C'est en montrant à la fois de la compréhension pour la façon dont nous jouissons malgré tout d'un statut particulièrement favorable et pour le fait que nous ne pouvons pas demander un traitement prioritaire pour la Suisse dans la situation actuelle de la Communauté que j'aimerais donner l'état de nos efforts à ce jour dans le domaine de la recherche. Je crois que nous avons des raisons d'espérer que ces négociations aboutiront; je ne peux pas en dire davantage aujourd'hui. Iten Andreas: Die Antwort von Frau Bundesrätin Dreifuss ist sehr kurz ausgefallen. Sie sind auf die einzelnen gestellten Fragen nicht eingegangen. Ich habe jedoch einen Bericht gelesen, in dem Sie diese Fragen in einem anderen Zusammenhang beantwortet haben. Es hätte mich trotzdem interessiert, ob diese Forderungen der «Kohäsionsländer» - offenbar Spanien und Portugal - immer noch aufrechterhalten werden. Sind diese Länder der Meinung, die Schweiz könne an diesen Programmen nur partizipieren, wenn wir auch etwas in den Kohäsionsfonds hineingeben? Das würde bedeuten, dass diese Programme nicht zum Zuge kommen, dass wir draussen stehenbleiben und dass wir nicht das Resultat erhalten, das Sie sich wünschen. Es wäre interessant für mich, wenn Sie diese Frage beantworten könnten. Im übrigen entnehme ich Ihrer Antwort, dass der feste Wille des Bundesrates vorhanden ist, zu Ergebnissen zu kommen. Es ist auch so, dass Herr Ursprung bereits Verhandlungen aufgenommen hat, dass der Bundesrat demnächst wieder in Brüssel vorstellig werden wird. Deshalb hoffe ich, dass wir spätestens im Juli von guten Resultaten hören werden. Ich will nicht weiter insistieren, es wäre aber interessant, wenn Sie diese Fragen noch behandeln könnten. M™ Dreifuss, conseillère fédérale: II est clair que, depuis le

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décembre 1992 où les premières démarches ont été entreprises par M. Cotti, conseillerfédéral, dans le sens d'une information faite à Bruxelles sur le voeu de la Suisse de participer pleinement aux programmes communautaires de recherche et d'éducation, les négociations se sont poursuivies, y compris dans le comité mixte qui nous lie à la Communauté, par toute une série de contacts bilatéraux auxquels a procédé justement M. Ursprung, secrétaire d'Etat, ce qui lui a permis de visiter tous les Etats membres de la CE. Le résultat de ces négociations a été confirmé encore, ainsi que l'attitude de la Suisse, par une lettre que j'ai adressée à l'ensemble des ministres de la Communauté en charge de la recherche. Je vous donnais tout simplement le dernier état de ces contacts qui sont à la fois cette décision positive du 29 avril 1993 et l'attitude très positive que l'on remarque dans la préparation, y compris encore une fois par la participation d'un expert suisse à la préparation du quatrième programme. Donc, la Communauté a une attitude d'écoute par rapport à notre voeu, et nous formulons avec une très grande clarté notre souhait de participer aux activités de recherche. A la question que vous posez, à savoir dans quelle mesure nous pouvons effectivement mener ces négociations sans qu'il y ait interférence d'autres sujets ou souhaits de la part de pays membres de la Communauté à l'égard de la Suisse, je ne peux pas, au stade actuel, apporter effectivement une réponse. Tout ce que nous savons, c'est que notre désir de discussion sur ce thème est annoncé, qu'il est compris par les ministres en charge de la recherche dans les pays de la Communauté, que nous pouvons en parler, mais quant à savoir dans quelle mesure cela sera lié par le voeu de la Communauté à d'autres sujets d'intérêt bilatéral, nos négociateurs l'ignorent actuellement. La question que vous posez est la question fondamentale de l'avenir et du succès de ces négociations bilatérales. Je pense malgré tout que les éléments d'information que je vous ai donnés démontrent que, dans le domaine de la recherche, le climat entre nous et nos partenaires de la Communauté est positif. C'est dans ce sens qu'un certain optimisme est, à mon avis, justifié. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort befriedigt Schluss der Sitzung um 20.00 Uhr La séance est levée à 20 h 00 -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Iten Andreas Forschungs- und Bildungsprogramme der EG. Beteiligung der Schweiz Interpellation Iten Andreas Programme de recherche et d'éducation de la CE. Participation de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3061 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 01.06.1993 - 18:15 Date Data Seite 312-313 Page Pagina Ref. No 20 023 018 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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