93-3516
Verwaltungsbehörden 17.12.1993 93.3516
17. Dezember 1993Deutsch11 min
Source admin.ch
Interpellation Schmid Peter 2586 N 17 décembre 1993 Organisation sowie mit anderen in- und ausländischen Organisationen auf dem Gebiet des geistigen Eigentums zusammenarbeitet? Bereits das Bage hat über eine sogenannte «interne Richtlinie» von 1986 die Patenterteilungsvorschriften mit weitreichenden Folgen «uminterpretiert». Wer ist zukünftig für solche Vorgänge und ihre Konsequenzen beim alsdann «privatisierten» Sige verantwortlich? Texte de l'interpellation du 8 octobre 1993 Dans le projet du Conseil fédéral visant à changer l'Ofpi en Ispi, on peut lire que, pour ce qui est de l'exécution de ses tâches, ledit Ispi est lié aux directives. Dans ce contexte, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Erwägungen
1.
Comment ces directives pourront-elles se marier avec la compétence qu'a l'Ispi de préparer et d'exécuter(l) les actes législatifs portant sur les brevets d'invention ou surtout autre aspect de la propriété intellectuelle?
2.
Qui édictera ces directives et quel sera leur statut face au droit en vigueur (loi fédérale sur les brevets d'invention)?
3.
Qui, en fin de compte, conseillera qui en matière de législation, nationale et internationale, sur la propriété intellectuelle et de quelles compétences le législatif sera-t-il encore investi? Je rappelle que l'ancienne commission chargée d'examiner la révision de la loi fédérale sur les brevets d'invention est mise «hors jeu» jusqu'à ce qu'elle ait à adapter le droit suisse aux accords internationaux conclus dans le domaine de la propriété intellectuelle (directives de la CE, cycle d'Uruguay du Gatt).
4.
L'Ispi devra-t-il se conformer à la législation suisse actuelle lorsqu'il coopérera avec l'Office européen des brevets ou avec toute autre organisation, suisse ou étrangère, travaillant dans le domaine de la propriété intellectuelle? Pour mémoire, l'Ofpi avait, dans une «directive interne» datant de 1986, interprété très à sa manière, et non sans conséquences, les prescriptions relatives à la délivrance des brevets. Qui portera à l'avenir, dans un Ispi «privatisé», la responsabilité de tels agissements et de leurs conséquences? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bundi, Danuser, von Feiten, Gardiol, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hämmerle, Jori, Ledergerber, Leemann, Mauch Ursula, Nabholz, Vollmer, Wanner, Zbinden (17) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. November 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 novembre 1993
1.
Bei der im Vernehmlassungsentwurf des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes vorgeschlagenen Umwandlung des Bundesamtes für geistiges Eigentum (Bage) in ein Schweizerisches Institut für geistiges Eigentum (Sige) handelt es sich nicht um einen Akt der Privatisierung. Das Sige soll eine öffentlich-rechtliche Institution bleiben. Der Vernehmlassungsentwurf ist ein reiner Organisationserlass, der an der heute bestehenden Kompetenzordnung nichts ändern will. Die Weisungsgebundenheit des Sige findet ihre Grenze dort, wo heute aufgrund der immaterialgüterrechtlichen Spezialgesetzgebung dem Bage die Rechtsanwendung obliegt Das Schwergewicht der Weisungsgebundenheit würde beim Sige somit wie heute beim Bage und allen anderen Bundesämtern im Bereich der Rechtsetzungsvorbereitung und der Vertretung der politischen Interessen in In- und Ausland liegen. In den Bereichen Betriebsführung und Organisation wäre das Sige freilich selbständig. Der Bundesrat wird diese differenzierte Autonomie in seiner Botschaft zur Umwandlung des Bage genau darlegen.
2.
Mit Bezug auf die Weisungskompetenz gälte für das Sige das gleiche wie heute für das Bage und die anderen Bundesämter. Die Weisungen würden - allenfalls auf der Grundlage parlamentarischer Vorgaben -vom Bundesrat bzw. vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement erteilt Das Sige bliebe, immer gemäss Vernehmlassungsentwurf, in die Kooperationsmechanismen des Verwaltungsorganisationsgesetzes eingespannt. Geltendes Recht und namentlich das Patentgesetz könnten mit diesen Weisungen nicht ausser Kraft gesetzt werden.
3.
Die legislativen Kompetenzen bleiben bei der vorgeschlagenen Umwandlung des Bage in ein Sige unverändert. Der im Vernehmlassungsentwurf enthaltene Auftrag an das Sige, den Bundesrat in Fragen der Rechtsetzung auf dem Gebiet des geistigen Eigentums zu beraten, ist eine verwaltungsinterne Kompetenzbestimmung, welche den ordentlichen Rechtsetzungsprozess nicht berührt. Im übrigen ist dem Bundesrat nicht ersichtlich, inwiefern eine parlamentarische Kommission bei der Behandlung der Revision des Patentgesetzes von 1989 (BB11989 III 232) «ausgeschaltet» worden wäre. Die eidgenössischen Räte haben diese Gesetzesrevision selbst sistiert, weil Fragen rund um den Schutz biotechnologischer Erfindungen, einschliesslich der nicht Gegenstand jener Vorlage bildenden Frage der Patentierbarkeit von Organismen, auf internationaler Ebene im Rahmen der Gatt-Verhandlungen und des EG-Rechts noch nicht geklärt waren.
4.
Das Sige hat sich wie bereits das Bage und alle anderen Bundesämter an geltendes Recht zu halten. Bei den von der Interpellantin angesprochenen amtsinternen «Richtlinien für die Sachprüfung» handelt es sich nicht um eine «Uminterpretation» der Patenterteilungsvorschriften, sondern um ein den Patentexperten des Bage zur Verfügung stehendes Hilfsmittel. Da im Rahmen des Europäischen Patentübereinkommens (EPUe) das materielle Patentrecht der EPUe-Mitgliedstaaten harmonisiert ist, widerspiegeln diese Richtlinien auch die Spruchpraxis der Beschwerdekammern des Europäischen Patentamts. Aus Gründen der Transparenz sind die Bage-Richtlinien seit jeher öffentlich zugänglich. Präsidentin: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt und verlangt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit #ST# 93.3516 Interpellation Schmid Peter Nichteinhaltung von Bestimmungen beim Bau der Vereinabahn Non-observation de dispositions dans le domaine de la construction du tunnel de la Vereina Wortlaut der Interpellation vom 8. Oktober 1993 Artikel 6 des Bundesbeschlusses über die Vereinabahn schreibt vor, dass das EVED regelmässig über den Fortschritt der Bauarbeiten und die Entwicklung der Kosten zu berichten hat Um Kreditüberschreitungen zu vermeiden, hat der Bundesrat eine strenge Kontrolle mit einer sogenannten rollenden Blockierungsplanung vorgesehen, die er aber bereits für einen ersten Nachtragskredit wieder aufzugeben gedenkt. In Artikel 7 des Bundesbeschlusses sind erforderliche Massnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt eine Bedingung für die Plangenehmigung des Bauvorhabens. Sie müssen während des Betriebes überwacht und gegebenenfalls er-- 1 of 3 -17. Dezember 1993 N 2587 Interpellation Schmid Peter gänzt werden. Wie aus Meldungen einer Zeitschrift zu erfahren ist, erfolgt neuestens der Transport des Tunnelaushubs mit Lastwagen, und der Bau eines Anschlussgeleises zur Kiesverwertungsanlage wird nicht mehr erwogen. Zudem erweist sich der ursprüngliche Deponiestandortfür nicht verwertbares Material als zu klein, so dass neuestens weiteres Kiesabbaumaterial zwecks Vorbereitung eines weiteren Deponiestandorts mittels Lastwagen durch die Dörfer verfrachtet wird. Meine Fragen:
1.
Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass es sich bei den umfangreichen Kies- und Aushubtransporten um einen Verstoss gegen Artikel 7 des Bundesbeschlusses handelt?
2.
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um den Umweltverträglichkeitsvorschriften beim Bau derVereinabahn Nachachtung zu verschaffen?
3.
Wird die Berichterstattung über die Kostenentwicklung gemäss Artikel 6 nicht zur Farce, wenn die rollende Blockierungsplanung bereits für den ersten Nachtragskredit nicht mehr gilt? Texte de l'interpellation du 8 octobre 1993 L'article 6 de l'arrêté fédéral sur le chemin de fer de la Vereina prescrit que le DFTCE est tenu de faire rapport régulièrement sur les progrès des travaux de construction et sur l'évolution des coûts. Afin d'éviter les dépassements de crédit, le Conseil fédéral a prévu d'exercer un contrôle strict au moyen d'une planification permanente dite de blocage, dont il entend déjà faire à nouveau abstraction à l'occasion de l'octroi d'un premier crédit supplémentaire. L'article 7 fait des mesures pour la protection de l'être humain et de l'environnement une condition de l'approbation des plans du projet. Ces mesures doivent être vérifiées pendant l'exploitation et le cas échéant être complétées. Or, on apprend par des articles parus dans une revue que le transport des déblais se fait depuis quelque temps au moyen de camions et que l'on n'envisage plus la construction d'une voie de raccordement à l'installation de traitement de la pierraille. En outre, l'emplacement initialement prévu pour la décharge des matériaux non recyclables s'étant révélé trop petit, des quantités supplémentaires de pierre concassée destinées à une nouvelle décharge sont depuis peu transportées par camions à travers les villages. Questions:
1.
Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis que ces transports volumineux de déblais et de pierraille contreviennent à l'article 7 de l'arrêté fédéral?
2.
Que pense-t-il faire pour assurer le respect des dispositions relatives à la protection de l'environnement pendant la construction de la ligne de la Vereina?
3.
L'obligation faite à l'article 6 de rendre compte de l'évolution des coûts n'est-elle pas déjà tournée en dérision par l'abandon de la planification permanente dite de blocage à l'occasion de l'octroi du premier crédit supplémentaire? Mitunterzeichner- Cosignataires: Bär, Baumann, Bühlmann, Danuser, David, Diener, Dünki, Eggenberger, Gardiol, Gonseth, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Herczog, Hollenstein, Ledergerber, Leemann, Maeder, Marti Werner, Meier Hans, Meyer Theo, Misteli, Rebeaud, Robert, Sieber, Steffen, Strahm Rudolf, Thür, Weder Hansjürg, Wiederkehr, Zbinden, Züger, Zwygart (34) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. November 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 novembre 1993
1.
Im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens hat die Rhätische Bahn (RhB) erklärt, das Ausbruchmaterial aus den Tunnelvortrieben, das nicht im Projektbereich Verwendung finden kann, per Bahn abzutransportieren. Der laufende Abtransport findet grundsätzlich auf diese Weise statt. Eine private Firma hat jedoch der RhB angeboten, auf der Südseite anfallendes aufbereitungswürdiges Ausbruchmaterial zu erwerben und direkt von der Baustelle auf der Strasse abzuführen. Für die Bahn wäre dies finanziell eine günstige Lösung, die aber im plangenehmigten Projekt nicht vorgesehen war. Da es sich dabei um eine nachträgliche Aenderung des genehmigten Projekts handelt, hat das zuständige Bundesamt für Verkehr (BAV) Ende Juni 1993 gemäss Artikel 35 der Verordnung vom 23. Dezember 1932 über die Planvorlagen für Eisenbahnbauten (PIW; SR 742.142.1) ein neues Plangenehmigungsverfahren eingeleitet. In dessen Verlauf können der Kanton, die betroffene Gemeinde sowie jedermann, der nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) Partei ist, zur vorliegenden Aenderung Stellung nehmen. Das Verfahren wird durch eine Verfügung des BAV im Sinne von Artikel 5 VwVG abgeschlossen werden. In diesem Verfahren wird insbesondere auch zu entscheiden sein, ob die Durchführung der genannten Transporte der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes entspricht. Das Verfahren ist zurzeit noch hängig. Das BAV hat der RhB die Durchführung der hier in Frage stehenden Strassentransporte vorläufig untersagt. Ueber den Ausgang des Verfahrens können zurzeit keine näheren Angaben gemacht werden.
2.
Die im eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsverfahren durchgeführte Prüfung des Projekts hat ergeben, dass dieses der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes entspricht. In den behördlichen Baubewilligungsentscheiden sind im Sinn des genannten Artikels 7 zur Präzisierung - soweit nötig - die erforderlichen Auflagen gemacht worden. Dasselbe gilt für die seit diesen Entscheiden im Zusammenhang mit der Vereinabahn eingereichten Detailprojekte und Projektänderungen. Für künftige Baubewilligungen wird in gleicherweise vorzugehen sein. Damit ist die Einhaltung der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes gewährleistet.
3.
Im heutigen Zeitpunkt sind für die Ausführung des Projekts in seinem vollen Umfang Mehrkosten von 63 Millionen Franken (Preisbasis 1985; alle Kostenangaben haben aus Uebersichtlichkeitsgründen diese Preisbasis) zu verzeichnen. Mit Botschaft vom 30. Juni 1993 über einen zusätzlichen Beitrag für den Bau der Vereinalinie (BB11993 III 205) beantragt der Bundesrat den eidgenössischen Räten die Gewährung weiterer Mittel. Der zusätzliche Beitrag soll 33 Millionen Franken ausmachen. Davon würde der Bund 28 Millionen Franken übernehmen und der Kanton 5 Millionen Franken. Der Bundesrat beantragt dem Parlament also nicht die Uebernahme der vollen Kosten. Zunächst hat das BAV die RhB beauftragt, projektbegleitend laufend aufzuzeigen, welche Redimensionierungsmassnahmen notwendig sind, um den bewilligten Kostenrahmen einhalten zu können. Dieses Führungsinstrument wird «rollende Blockierungsplanung» genannt. Der Bundesrat zeigt in der erwähnten Botschaft vom 30. Juni 1993 auf, dass die konsequente Durchführung dieser Planung aus seiner Sicht eine zu geringe Autotransportkapazität zur Folge hätte und sich nicht mehr sämtliche Mehrkosten auf diesem Weg auffangen lassen. Bei der Festlegung der Höhe des zusätzlichen Beitrags hat der Bundesrat aber soweit möglich Elemente der rollenden Blockierungsplanung einbezogen. Dadurch lassen sich rund 30 Millionen Franken blockieren. Diese Massnahmeführt zum obengenannten zusätzlichen Beitrag von 33 Millionen Franken. Daraus ist ersichtlich, dass die rollende Blockierungsplanung keinesfalls aufgegeben worden ist und weitergeführt wird. Präsidentin: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt und verlangt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé offensichtliche Mehrheit Minderheit -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Schmid Peter Nichteinhaltung von Bestimmungen beim Bau der Vereinabahn Interpellation Schmid Peter Non-observation de dispositions dans le domaine de la construction du tunnel de la Vereina In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3516 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.12.1993 - 08:00 Date Data Seite 2586-2587 Page Pagina Ref. No 20 023 576 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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