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Entscheid

93-3689

Verwaltungsbehörden 08.03.1994 93.3689

8. März 1994Deutsch9 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

die polizeiliche Kriminalstatistik so zu verbessern, dass diese ein gesamtschweizerisch verlässliches Bild über die Kriminalität in unserem Land vermitteln kann;

2.

den Kantonen mit Nachdruck zu empfehlen, ein Konkordat über einen effizienteren Strafvollzug abzuschliessen, insbesondere durch das gegenseitige Zurverfügungstellen von Haftplätzen;

3.

eine Clearingstelle einzurichten, die erlaubt, die vorhandene Haftinfrastruktur besser zu nutzen;

4.

als Sofortmassnahme bestehende bundeseigene Infrastruktur (materiell und personell) für den Vollzug der geplanten Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft für Ausländer zugunsten der Kantone vorzubereiten und zur Verfügung zu stellen und diese Massnahme gegebenenfalls subsidiär anstelle der Kantone weiterzuführen;

5.

unverzüglich die Rechtsgrundlage zu schaffen, damit der Bund die Kantone beim Vollzug der Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft finanziell unterstützen kann. Texte de la motion du 20 septembre 1993 Le chef du DFJP a déclaré que la sécurité intérieure était l'une des préoccupations essentielles de son département. Or, il ne suffit pas, en l'occurrence, d'édicter de nouvelles prescriptions fédérales pour protéger la population des malfaiteurs. Il faut aussi attacher une grande importance à l'exécution des peines ainsi que disposer d'informations détaillées sur la criminalité dans notre pays. A ce sujet, je prie le Conseil fédéral d'entreprendre les démarches suivantes;

1.

améliorer la statistique de la police criminelle de sorte que l'on puisse avoir une image précise de la criminalité pour l'ensemble du pays;

2.

recommander expressément aux cantons de conclure un concordat visant à améliorer l'efficacité dans l'exécution des peines, notamment en mettant à la disposition des autres des places de détention;

3.

de créer un service central de coordination permettant de mieux utiliser l'infrastructure de détention disponible;

4.

de mettre à la disposition des cantons, à titre de mesure immédiate, l'infrastructure appartenant à la Confédération (matériel et personnel) pour l'exécution de la détention préparatoire des étrangers en vue de l'expulsion et, le cas échéant, de poursuivre cette mesure subsidiairement à la place des cantons;

5.

de créer sans tarder les bases légales permettant à la Confédération de soutenir financièrement les cantons dans l'exécution de la détention préparatoire en vue de l'expulsion. Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavelty, Cottier, Danioth, Delalay, Gemperli, Huber, Küchler, Roth, Schallberger, Ziegler Oswald (10) #ST# 93.3689 Postulat Schmid Carlo Schaffung eines Informationszentrums »Kriminalität» Création d'une centrale d'information sur la criminalité Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1993 Im Rahmen der vom EJPD verfolgten Politik der Gewährleistung der inneren Sicherheit hat das Departement im Verlaufe dieses Jahres dem Parlament wesentliche Gesetze vorgelegt beziehungsweise in die Vernehmlassung gegeben (StGB-Revision: «Wirtschaftkriminalität»; «Organisiertes Verbrechen»; «Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht»). Damit ist das materielle Strafrecht weitgehend den Erfordernissen einer dem heutigen Bedrohungsbild entsprechenden Kriminalitätsbekämpfung angepasst worden. Die Bekämpfung der Kriminalität kann indessen nicht allein durch das materielle Strafrecht sichergestellt werden. Sie muss auch im Vollzug effizient ausgestaltet sein. Kriminelle Handlungen weisen heute vielfach eine interkantonale, ja eine internationale Dimension auf. Trotz dem im Herbst dieses Jahres in Kraft getretenen interkantonalen Konkordat werden die Strafverfolgungsbehörden der Kantone bei der Kriminalitätsbekämpfung an Grenzen stossen. Insbesondere erscheint eine Vernetzung der relevanten Informationen und der Aufbereitung auf gesamtschweizerischer Ebene nur mit Unterstützung des Bundes möglich. Hierfür bietet sich die Schaffung eines Informationszentrums an, das unter Mitwirkung von Beamten aus den kantonalen Polizeikorps durch das Bundesamtfür Polizeiwesen (BAP) geführt werden sollte. Der Bundesrat wird daher ersucht, die Schaffung eines Informationszentrums «Kriminalität» beim BAP, welches in Zusammenarbeit mit den Kantonen die zentrale Sammlung, Aufbereitung, Vernetzung und Analyse krimineller Handlungen in der Schweiz sicherstellt, zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten. Texte du postulat du 17 décembre 1993 Dans le cadre de la politique suivie par le DFJP en vue d'assurer la sécurité intérieure, le département en question a présenté au Parlement d'importants projets de lois et en a envoyé d'autres en procédure de consultation au cours de cette année (révision du CP: «criminalité économique» et «crime organisé»; «mesures de contrainte en matière de droit des étrangers»). Quant au fond,le droit pénal a donc été adapté dans une large mesure aux exigences de la lutte contre la criminalité dans la forme qu'elle doit prendre pour faire face à la situation actuelle. Mais le droit pénal matériel ne suffit pas à lui seul pour assurer la lutte contre la criminalité. L'application doit aussi être organisée de façon efficace. Aujourd'hui la criminalité revêt souvent une dimension intercantonale, voire internationale. En dépit du concordat intercantonal qui est entré en vigueur en automne de cette année, les autorités de poursuite pénale des cantons se heurtent à des limites dans la lutte contre la criminalité. Il conviendrait notamment de réunir toutes les informations pertinentes et de les traiter au niveau national et cela ne sera possible qu'avec le soutien de la Confédération. Un moyen efficace serait la création d'un centre d'information dirigé par l'Office fédéral de la police (OFP) et auquel collaboreraient des fonctionnaires des corps cantonaux de police. C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à étudier la création, au sein de l'OFP, d'un centre d'information sur la criminalité, centre qui serait chargé, en collaboration avec les cantons, de collecter pour l'ensemble de la Suisse toutes les informations relatives aux actes criminels, de les traiter et de les -- 1 of 3 -Postulat Schmid Carlo 142 8 mars 1994 analyser, ainsi que de créer un réseau de communication. Ce centre devrait élaborer un rapport sur ce sujet. Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schmid Carlo (C, AI): Entschuldigen Sie, dass ich es mir angesichts der fortgeschrittenen Zeit etwas einfach mache und auf den Text dieser beiden Vorstösse verweise. Mit der Motion «Haftvollzug» fordere ich vor allem, dass man die Kriminalstatistik verbessert, dass man in einem Dreiphasenmodell unter Beachtung der föderalistischen, subsidiären Grundsätze in diesem Bundesstaat die Haftvollzugsmöglich-keiten verbessert und die Rechtsgrundlagen schafft, damit die entsprechenden finanziellen Leistungen des Bundes an die Kantone in dieser Hinsicht gewährleistet sind - ein Postulat, das wir jetzt gerade verwirklicht haben. Im Postulat geht es auf der anderen Seite um die Schaffung eines Informationszentrums «Kriminalität». Ich bin der Auffassung, dass es nicht nur damit sein Bewenden haben darf, dass wir materielle Gesetzeswerke schaffen, sondern dass auch der Vollzug - und zu diesem Vollzug gehören auch Informationen - sichergestellt werden muss. Ich bitte Sie daher, diese beiden Vorstösse zu überweisen. Koller Arnold, Bundesrat: Ich nehme an, der Motionär und Postulant nehme es dem Bundesrat nicht übel, wenn ich kurz antworte. Der Bundesrat stimmt mit Herrn Schmid Carlo vollständig überein, dass es mit der heute in Gang befindlichen Revision unseres Strafgesetzbuches nicht sein Bewenden haben kann, wo wiretappenweise vorgehen, um zeitgerecht zu handeln; so haben wir zuerst die «Geldwäscherei» und dann das organisierte Verbrechen behandelt. Wir müssen zweifellos auch im Vollzug effizienter werden. Da geht die Doktrin des Bundesrates durchaus in die Richtung, wie sie von Herrn Schmid Carlo verlangt wird. Eine erhöhte Effizienz wollen wir aber nicht in einem erneuten Versuch zur Schaffung einer Bundespolizei erreichen. Das Konzept geht vielmehr davon aus, dass wir beim Bund zentrale Informationsdrehscheiben brauchen, um die interkantonale und internationale Koordination der Polizeitätigkeit sicherzustellen. Zu diesem Zweck haben wir bereits eine Zentralstelle zur Bekämpfung des illegalen Betäubungsmittelhandels. Gegenwärtig steht eine weitere zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens bei Ihnen zur Diskussion. Im Programm betreffend die innere Sicherheit wird ausgeführt, dass auch auf dem Gebiete der klassischen Kriminalität eine solche Informationsdrehscheibe auf Bundesebene unbedingt nötig ist Die Kantone sagen uns immer wieder, was sie brauchten, sei nicht so sehr eine zusätzliche Bundespolizei, sondern eine logistische Infrastruktur, die ihnen bei ihrem Kampf an der Front behilflich sei. In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, dieses Postulat betreffend ein Informationszentrum «Kriminalität» entgegenzunehmen. Was die Motion «Haftvollzug» anbelangt, möchte ich etwas differenzierter Stellung nehmen. Wir haben gerade bei der Ausarbeitung dieses Gesetzes feststellen müssen, dass die heutige polizeiliche Kriminalstatistik ungenügend ist und verbessert werden muss. Wir haben beispielsweise bei den Ausländern keinerlei Aufteilung in Kategorien. Da waren wir immer nur auf die Zürcher Zahlen angewiesen, und diese sind nicht unbedingt für das ganze Land repräsentativ. Diesen Punkt bin ich gerne bereit, als Motion entgegenzunehmen. Die anderen Punkte behandeln wir praktisch alle, mit Ausnahme von Punkt 5, im Rahmen des Postulates Gadient Dieser Bericht wird Ende Jahr erscheinen. Deshalb empfehle ich Ihnen Entgegennahme als Postulat Was die Rechtsgrundlage zur Unterstützung der Kantone für die Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft anbelangt, haben Sie jetzt eigentlich gehandelt. Wir könnten diesen Punkt fast abschreiben. Aber da immerhin noch ein Referendum droht, ist es formell korrekter, wenn ich diesen Punkt doch als Postulat entgegennehme. Praktisch ist das Anliegen aber mit den heutigen Entscheiden bereits erfüllt Schmid Carlo (C, AI): Ich bin mit diesen Umwandlungen einverstanden. Motion 93.3391 Ziff. 1-Ch.1 Überwiesen - Transmis Ziff. 2-5-Ch. 2-5 Überwiesen als Postulat- Transmis comme postulat Postulat 93.3689 Überwiesen - Transmis Schluss der Sitzung um 13.45 Uhr La séance est levée à 13 h 45 -- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Schmid Carlo Schaffung eines Informationszentrums "Kriminalität" Postulat Schmid Création d'une centrale d'information sur la criminalité In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3689 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.03.1994 - 08:00 Date Data Seite 141-142 Page Pagina Ref. No 20 024 012 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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