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Verwaltungsbehörden 08.03.1993 93.5009
8. März 1993Deutsch104 min
Source admin.ch
Heure des questions 138 N 8 mars 1993 #ST# Sechste Sitzung - Sixième séance Montag, 8. März 1993, Nachmittag Lundi 8 mars 1993, après-midi
Erwägungen
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h Vorsitz - Présidence: Herr Schmidhalter Präsident: Ich eröffne die heutige Sitzung, für die wir ein rechtes Mass an Arbeit traktandiert haben. Erlauben Sie mir aber noch, auf das vergangene Abstimmungswochenende zurückzukommen. Wir dürfen zufrieden und dankbar sein, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger so zahlreich an die Urnen gegangen sind. Die hohe Stimmbeteiligung bei den letzten Abstimmungen bestätigt, dass das Volk seine Rechte wahrnehmen und am politischen Geschehen mitwirken will. Ich bin froh, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Empfehlungen von Parlament und Bundesrat bei allen drei Vorlagen gefolgt sind. Dies muss für uns eine Verpflich-tung zu einer verantwortungsvollen Politik sein. Die Erhöhung der Treibstoffzölle ist ein wesentlicher Beitrag zur Sanierung der Bundesfinanzen. Sie wird auch die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und damit eine bessere Verbindung von Deutschschweiz und Westschweiz ermöglichen. Mit der Aufhebung des Spielbankenverbots ist eine überholte Bestimmung aus unserer Verfassung gestrichen worden, womit sich unserem Tourismus neue Möglichkeiten eröffnen. Zum dritten Mal haben Volk und Stände eine zu weit gehende Initiative gegen Tierversuche abgelehnt und damit einer massvollen Forschung im Kampf gegen Krankheit und Tod das Wort gesprochen. Diese Abstimmungsergebnisse zeigen, dass Kompromissbereitschaft und Verständigung unter den grossen Parteien zu befriedigenden Lösungen führen. Wieweit wir zu einer verantwortungsvollen Politik fähig sind, werden wir schon in den kommenden Tagen unter Beweis stellen können. Ich hoffe sehr, dass wir dabei auch an die Würde und das Ansehen des Parlaments denken: Es geht um unsere Glaubwürdigkeit #ST# Fragestunde - Heure des questions 93.5009 Frage Steinemann Pro Helvetia. Unkorrekte »Umbuchung»? Question Steinemann Pro Helvetia. Modification de la prise en charge des coûts Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Trifft es zu, dass die Kosten für das neueröffnete Büro der Pro Helvetia in Warschau infolge der Budgetkürzung für diese Organisation jetzt einfach über die Osthilfe beglichen werden? Texfe de la question du 8 mars 1993 Est-il vrai que, en raison des réductions budgétaires dont Pro Helvetia a fait l'objet, les coûts occasionnés par le bureau que cette organisation vient d'ouvrir à Varsovie sont désormais couverts par l'aide aux pays de l'Est? Bundesrat Cotti: Die im Rahmen des Osteuropakredites von Pro Helvetia neu eröffneten «Antennen» befinden sich in Prag und Bratislava Diese beiden Zentren wurden planungsgemäss aus den Mitteln des Osteuropakredites finanziert, die der Pro Helvetia jährlich in enger Zusammenarbeit mit dem EDA zur Realisierung von kulturellen Projekten zur Verfügung stehen. Das ordentliche Budget der Pro Helvetia wird damit nicht belastet 93.5031 Frage Zwahlen EWR. Beteiligung der Schweiz an europäischen Forschungsprogrammen Question Zwahlen EEE. Participation de la Suisse aux programmes européens de recherche Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Wir erleben heute die verhängnisvollen Folgen, welche die Ablehnung des EWR-Abkommensfür unsere Beteiligung an europäischen Forschungsprogrammen nach sich zieht. Während die Unternehmen aus dem übrigen Europa direkt daran teilnehmen und in den Genuss individueller Subventionen kommen, sind die schweizerischen Unternehmen isoliert; die schweizerischen Forschungszentren werden übergangen und sind von den Ausschüssen, denen sie bisher angehört haben, ausgeschlossen. - Wo stehen die Verhandlungen, welche die schweizerische Delegation bei der EG im Rahmen der Efta führt? - In welchem Mass können wir weiterhin an den Programmen Esprit, Race, Eureka, Brite, Bridge usw. teilnehmen und in den leitenden Ausschüssen verbleiben? - Innerhalb welcher Frist wird es möglich sein, unsere Unternehmen für die konkrete Teilnahme an den genannten Programmen zu subventionieren? Wird der im Herbst 1992 gesprochene Kredit von 477 Millionen Franken unseren Unternehmen und unseren Forschungszentren zur Verfügung gestellt? Texfe de la question du 8 mars 1993 Nous mesurons aujourd'hui les conséquences néfastes de rejet de l'EEE quant à notre participation aux programmes européens de recherche. Alors que les entreprises européennes participent directement et bénéficient de subventions individuelles, les entreprises suisses sont isolées, les centres de recherche suisses mis à l'écart, exclus des comités auxquels ils participaient Le Conseil fédéral peut-il nous dire: - où en sont les transactions de la mission suisse auprès de la CE par l'AELE? - dans quelle mesure pourrons-nous continuer de participer aux programmes Esprit, Race, Eurêka, Brite, Bridge et rentrer dans les comités de gestion? - dans quel délai nos entreprises pourront-elles être subventionnées pour des participations concrètes aux programmes ci-dessus? Le crédit de 477 millions de francs voté en automne 1992 sera-t-il mis à disposition de nos entreprises et nos centres de recherche? M. Cotti, conseiller fédéral: Les conséquences du vote du
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décembre ne signifient en soi pas formellement et globalement l'exclusion de la Suisse des programmes de recherche de la Communauté européenne. Deux accords bilatéraux nous garantissent la participation intégrale, aux deux programmes de l'Euratom. En plus, nous continuons à participer à l'échelle de projets individuels selon l'accord existant remontant à 1986 pour les treize programmes restants du troisième programme-cadre, c'est-à-dire: Esprit, Race, Brite-Euram, Bridge, etc. J'ajoute qu'Eureka constitue un programme indépendant, en dehors de la Communauté européenne, et la Suisse en est membre de plein droit -- 1 of 20 -8. März 1993 N 139 Fragestunde Vous savez également que le 3 mars 1993 le comité mixte, qui s'occupe de la recherche a siégé à Bruxelles. La délégation suisse a présenté à la commission la demande d'une participation intégrale au programme-cadre de recherche. La commission a promis d'examiner cette proposition en vue de ce qu'elle appelle une «association pleine» de la Suisse, surtout au quatrième programme-cadre qui débutera en 1995. Entre temps, les conditions de participation de représentants suisses dans certains comités tels que Crest, Codest, Irdac pourraient être améliorées. Par contre, la participation aux comités de gestion des différents programmes n'est pas prévue dans le cadre juridique en vigueur actuellement Je le répète, l'objectif du Conseil fédéral sur la base du mandat que vous lui avez donné en décembre 1992 reste la participation intégrale au programme-cadre et à tous les programmes de recherche. Cet objectif est rendu possible grâce aux crédits que vous avez octroyés à la fin du mois de décembre. Pour participer aux projets de recherche, nos entreprises et nos institutions peuvent obtenir une subvention de la Confédération. Les sommes mises à disposition depuis 1992 ont atteint jusqu'à aujourd'hui plus de 25 millions de francs: 10 millions pour les entreprises, 15 millions pour les autres écoles. Pour ce financement et les financements futurs, le Conseil fédéral entend débloquer progressivement les montants nécessaires mis à disposition par le crédit de 477 millions de francs que vous avez voté en décembre dernier. 93.5005 Frage Bischof Gebührenbefreiung bei SRC-Angestellten für Radio und Fernseher Question Bischof SSR. Employés dispensés du paiement de la redevance radio/TV Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Da die SRG auch in Zukunft eine Gebührenbefreiung ihrer 3700 Angestellten beibehalten will, dies auf Kosten der konzessionspflichtigen Schweizerinnen und Schweizer, die das «Gewohnheitsrecht» der SRG-Mitarbeiter subventionieren, frage ich den Bundesrat: Da Sie, lieber Herr Ogi, immer von «unternehmerischem Handeln» reden, sollte man hier nicht diesen Sonderstatus abschaffen? Texfe de la question du 8 mars 1993 Vu que la SSR entend continuer à dispenser ses 3700 employés du paiement de la redevance radioAV - aux frais des Suisses qui doivent être titulaires de la concession et qui subventionnent ainsi cette «pratique» dont les collaborateurs de la SSR sont les bénéficiaires -je pose la question suivante: Monsieur Ogi, vous qui prônez toujours les principes de gestion propres aux entreprises, n'estimez-vous pas qu'il faudrait abolir ce statut spécial? Bundespräsident Ogi: In der Tat sind die Angestellten der SRG seit dem 1. Januar 1993 nicht mehr von Gesetzes wegen von den Radio- und Fernsehempfangsgebühren befreit. Seither ist aber die SRG als Arbeitgeberin in die Lücke gesprungen, wozu sie gemäss geltendem Gesamtarbeitsvertrag verpflichtet ist. Im Budget 1993 sind deshalb unter der Rubrik «Inkonvenienzen und übriger Personalaufwand» insgesamt 1,4 Millionen Franken eingeplant. Wir müssen in der ganzen Angelegenheit berücksichtigen, dass für die SRG-Journalisten das Radio und der Fernseher Arbeitsinstrumente sind und nicht einfach der Unterhaltung dienen. Die Gebührenübernahme durch die SRG darf deshalb nicht etwa als Nebeneinkommen oder«fringe benefits» bezeichnet werden. Es trifft zu, dass wir von der SRG unternehmerisches Handeln fordern. Gerade aus diesem Grund haben wir darauf verzichtet, der SRG in der neuen Konzession Vorschriften über das Personalwesen und damit auch über Löhne und Spesen zu machen. 93.5006 Frage Keller Rudolf Unlautere Werbung der PTT Question Keller Rudolf Publicité abusive des PTT Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die 111 ist eine segensreiche Telefonnummer für unser Land. Es ist deshalb unbestritten, dass dafür geworben werden muss. Wenn nun aber elementare Grundsätze der Werbung verletzt werden und ungefragt Werbung mit sogenannt prominenten Menschen gemacht wird, dann hat das Golden girl respektive die PTT-Verantwortlichen wohl ihre Pflicht nicht so ganz erfüllt. Wie bewertet der Bundesrat diese Tatsache, und wurden Vorkehrungen getroffen, damit so etwas nicht mehr vorkommt? Texte de la question du 8 mars 1993 Le 111 est un numéro béni pour notre pays. Il est donc incontestable qu'il faille faire de la publicité pour lui. Mais quand les principes les plus élémentaires de la publicité sont bafoués et que l'on en fait avec des personnes dites publiques sans le leur avoir demandé, la «golden girl», autrement dit les responsables de la régie, ont un peu failli à leur devoir. Que pense le Conseil fédéral de ce fait et a-t-il pris des mesures pour que cela ne se reproduise plus? Bundespräsident Ogi: Im Auftrag der PTT Telecom hat eine private Werbeagentur eine Plakatkampagne zur Bekanntmachung der neuen Leistungen des Auskunftsdienstes 111 entwickelt und auch realisiert. Ausgewählt wurden zehn verschiedene Sujets mit zehn prominenten Persönlichkeiten. Die PTT-Verantwortlichen haben die Kampagne nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass die erwähnten Personen einverstanden sind. Die Werbeagentur hat es aber unterlassen, dieses Einverständnis einzuholen. Sie ist für den begangenen Fehler voll verantwortlich. Obwohl von selten der PTT keine Sorgfaltspflichten verletzt worden sind, haben sie sich als Auftraggeber der Kampagne inzwischen brieflich für den Vorfall entschuldigt Die Kampagne wurde gestoppt. 93.5008 Frage Steinemann Konzept «Bahn 2000» nochmals vor das Parlament Question Steinemann «Rail 2000». Nouvelles délibérations du Parlement Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die Kosten des Konzeptes «Bahn 2000» scheinen völlig aus dem Ruder zu laufen. Sollte deshalb nicht das Parlament nochmals darüber befinden und Prioritäten festlegen? Texte de la question du 8 mars 1993 Les coûts du projet «Rail 2000» ne semblent plus pouvoir être maîtrisés. Ne faudrait-il pas, de ce fait, que le Parlement délibère une nouvelle fois à ce sujet et qu'il fixe des priorités?
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Heure des questions 140 N 8 mars 1993 93.5015 Frage Jäggi Paul Neues Konzept »Bahn 2000» Question Jäggi Paul Nouvelle conception du projet «Rail 2000» Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Gegenwärtig läuft für die Neubaustrecke Rothrist-Mattstetten im Konzept «Bahn 2000» das Einspracheverfahren. Die Aeusserungen von Vertretern der SBB über die Zukunft des Konzeptes «Bahn 2000» und die Plafonierung der Kosten verunsichern die Bevölkerung des betroffenen Gebietes. Wann liegt das neue, redimensionierte Konzept «Bahn 2000» vor, und bedeutet dies eine neue Vorlage ans Parlament mit einer Referendumsmöglichkeit? Texte de la question du 8 mars 1993 Prévue dans le projet «Rail 2000», la construction du tronçon Rothrist-Mattstetten fait actuellement l'objet d'une procédure d'opposition. Les déclarations des représentants des CFF sur l'avenir de «Rail 2000» et sur le plafonnement des coûts sont loin de rassurer la population des régions concernées. Quand le remaniement de «Rail 2000» sera-t-il terminé? Un nouveau projet sera-t-il présenté aux Chambres et pourra-t-il faire l'objet d'un référendum? 93.5024 Frage Scheidegger «Bahn 2000». Wie weiter? Question Scheidegger «Rail 2000», quelles perspectives? Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Wie sieht der Bundesrat die Zukunft der «Bahn 2000» angesichts zunehmend skeptischer Stimmen selbst von höchster SBB-Stelle oder des Präsidenten der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen? Wie stellt sich der Bundesrat insbesondere zur klaren Forderung von Politikern, dem Souverän sei eine neue «Bahn 2000»-Vorlage zu unterbreiten? Texte de la question du 8 mars 1993 Comment le Conseil fédéral envisage-t-il l'avenir du projet «Rail 2000», compte tenu des déclarations de plus en plus sceptiques qui sont faites à ce sujet, même par la direction des CFF et par le président de la Commission des transports et des télécommunications du Conseil national? Que pense-t-il en particulier des voix émanant de politiciens et qui demandent qu'un nouveau projet «Rail 2000» soit soumis au peuple? Bundespräsident Ogi: Ich fasse die Beantwortung der Fragen von den Herren Steinemann, Jäggi Paul, Binder und Scheidegger zusammen, werde dann aber die Zusatzfrage von Herrn Binder noch separat behandeln. Das Schweizervolk hat am 6. Dezember 1987 in einer Referendumsabstimmung das Konzept «Bahn 2000» angenommen. Der bewilligte Kreditrahmen betrug 5,4 Milliarden Franken, was umgerechnet in heutige Kaufkraft rund 8 Milliarden Franken sind. Die mit dem Kreditrahmen vergleichbaren Kosten für die Verwirklichung des Konzeptes «Bahn und Bus 2000» haben sich dann fast verdoppelt; man spricht von 10,7 Milliarden Franken. Hinzu kommen weitere Kosten aus den ordentlichen Investitionen sowie das Rollmaterial, so dass die Totalkosten bei gegen 20 Milliarden Franken liegen. Die geplanten Mehrkosten lassen sich insbesondere auf die Teuerung, dann auf die Projektänderungen und auch zusätzliche Umweltauflagen zurückführen. Ich verweise hier auf die Einfache Anfrage Bührer Gerald und die Antwort des Bundesrates vom 24. Februar 1993.
Es ist eindeutig, dass seinerzeit die Komplexität des gesamten Vorhabens unterschätzt wurde. Die Detailberatung hat gezeigt, dass die vorgesehene Kapazitätserhöhung auf dem ganzen Netz über hundert Bauprojekte zum Teil grösseren Ausmasses erfordert. Es ist eindeutig, dass die Kosten einzelner Objekte völlig unterschätzt wurden. Es ist auch eindeutig, dass die SBB im Management des Projektes Fehler begangen haben. Es ist aber ebenso klar, dass auch von den SBB nichtbeeinflussbare Faktoren zur heutigen Situation beigetragen haben. Das gleiche gilt übrigens auch im Nationalstrassenbau, nur fliesst dort das Geld durch die Treibstoffzölle. Hier ist es anders, hier müssen diese Kredite jeweils vom Parlament genehmigt werden. Ein ausserordentlich starkes Verkehrswachstum hat die Kapazitätssituation und damit die Basis für die Dimensionierung einzelner Bauobjekte entscheidend verändert. Der Personenverkehr hat, insbesondere als Folge der Verbilligung des Halbtaxabonnementes, von 1985 bis 1991 um 32 Prozent zugenommen, der Güterverkehr um 15 Prozent. Damit wurden bereits 1991 die in der Botschaft «Bahn 2000» für das Jahr 2000 ohne «Bahn 2000» prognostizierten Werte erreicht. Das enorme Kosten Wachstum als Folge der Umweltgesetzgebung war zur Zeit der parlamentarischen Beratung nicht vorhersehbar. Das Parlament hat dem Projekt «Bahn 2000» auf der Basis der heute kritisierten Linienführungen für Neubaustrecken zugestimmt. Für Verbesserungen im Umweltschutz hat das Parlament 1986 und 1987 für alle vier Neubaustrecken
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Millionen Franken beschlossen. Allein für Mattstetten-Rothrist stehen heute zusätzliche 700 Millionen Franken zur Diskussion. Nachdem die SBB im Herbst 1990 erstmals über die drohende Kostenüberschreitung orientiert haben, hat das EVED umgehend gehandelt. Die SBB wurden bereits am 8. November 1990 beauftragt, sämtliche Möglichkeiten zur Kostenreduktion aufzuzeigen. Die Resultate dieser Arbeiten waren ernüchternd. Die von den SBB aufgezeigten Kostenreduktionen von 1,5 bis
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Milliarden Franken hätten keine substantielle Verbesserung gebracht Die Rentabilität des Projektes, seinerzeit eine Basis der parlamentarischen Beschlüsse, wäre nicht mehr gesichert gewesen. Deshalb haben wir erneut rasch und verantwortungsbewusst gehandelt. Beschränkungen auf das für die Verwirklichung der ursprünglichen Konzeptidee Notwendige sind unerlässlich. Es geht nicht zuletzt um unsere Steuergelder. Das EVED hat deshalb rechtzeitig von den SBB eine Ueberarbeitung des Projektes verlangt. Wir mussten es verlangen. Wir mussten handeln, und wir haben gehandelt Es muss aufgezeigt werden, was sich für den ursprünglich bewilligten Kredit realisieren lässt. Die Ergebnisse dieser Neuorientierung sind uns von den SBB bis Ende Juni 1993 vorzulegen. Mit diesem Vorgehen sind die SBB gezwungen, auf alles Wünschbare zu verzichten und nur das Notwendige zu planen und zu realisieren. Das Projekt soll - mit anderen Worten - auf den Kern der in der Botschaft von 1985 versprochenen Leistungen zurückgeführt werden, d. h. erstens landesweiter Stundentakt mit Verdichtung zum Halbstundentakt - aber nur bei Bedarf - und zweitens möglichst viele Anschlussspinnen in möglichst vielen Knoten. Aus gesamtwirtschaftlicher und politischer Sicht haben wir den SBB ferner folgende vier Auf lagen gemacht:
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Die Suisse romande darf nicht benachteiligt werden. So ist die Jurasüdfuss-ünie der Mittellandliniefahrzeitmässig gleichzustellen.
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Den Kapazitätsanforderungen für den Alpentransit-Zulaufverkehr ist Rechnung zu tragen.
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Die Anforderungen der Einbindung der Schweiz in das europäische Hochleistungs-Geschwindigkeitsnetz sind auf den betroffenen Linien zu erfüllen.
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Die Wirtschaftlichkeitsrechnung für das ganze Projekt muss erstellt werden.
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März 1993 N 141 Fragestunde Gestützt auf die Planungsergebnisse ist dann zu überprüfen, ob allenfalls der Bundesbeschluss geändert werden und das Parlament über eine entsprechende Vorlage mit Referendumsmöglichkeit befinden muss. Persönlich bin ich jedoch überzeugt, dass sich das Konzept «Bahn 2000» zum heutigen Preis von rund 8 Milliarden Franken im wesentlichen realisieren lässt. So oder so werden wir jedoch die eidgenössischen Räte stets auf dem laufenden halten. Die Entwicklung von «Bahn 2000» soll nicht beschönigt werden. Aber immerhin sprechen wir noch von «erwarteten Kosten». Damit ist der Steuerzahler noch nicht zu Schaden gekommen. Bis heute sind lediglich 96 Millionen Franken ausgegeben worden; das ist 1 Prozent. Für weitere 640 Millionen Franken hat man sich verpflichtet. Vergleiche mit Furkatunnel und ähnlichem sind daher nicht zulässig. Von Debakel zu sprechen, wie es in einer Zeitung gestern getan wurde, ist verantwortungslos, ist ungerecht und unfair. Alles, was wir jetzt zusammen mit den SBB unternehmen, geht ja gerade dahin, ein Debakel mit allen Mitteln zu verhindern und die «Bahn 2000» zu einem guten Ende zu führen. Sie müssen wissen: Wir sind ins Gelingen verliebt, nicht ins Scheitern. Steinemann: Herr Bundespräsident, können Sie uns hier an dieser Stelle glaubhaft versichern, dass die Neat nicht ähnlich wie «Bahn 2000» planerisch und finanziell in den Abgrund rollen wird, weil auch dort die Kosten viel zu tief und die Komplexität falsch eingeschätzt wurden? Bundespräsident Ogi: Ich kann Ihnen glaubhaft erklären, Herr Steinemann, dass wir diese Neat glaubhaft, ehrlich und korrekt geplant haben und dass wir aus den Erfahrungen mit der Fart, also mit der Locarno-Centovalli-Bahn, und mit der «Bahn 2000» die notwendigen Konsequenzen gezogen haben - in mannigfacher Hinsicht. Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Die Oesterreicher haben die Umfahrung von Innsbruck jetzt in einem Tunnel fertig gebaut. Sie haben pro Tunnelkilometer rund 30 bis 50 Millionen Franken gebraucht. Wir haben aufgrund der Angaben der Ingenieure für den Lötschberg pro Kilometer 80 Millionen Franken und für den Gotthard 100 Millionen Franken vorgesehen. Sie wissen, dass wir das Controlling für die Neat auch anders vorgesehen haben, ebenso die Finanzierung. Sie wissen es, denn wir haben uns darüber bereits mehrmals unterhalten. Jäggi Paul: An der schlechten Vorbereitung des Konzepts «Bahn 2000» auf der Kostenseite trägt ja nicht die Bevölkerung die Schuld. Ist es nicht ein Versuch, Herr Bundespräsident, mit der Vorgehensweise, die man nun wählt, und mit der Plafonierung der Kosten die dringend notwendigen Verbesserungen zugunsten der betroffenen Bevölkerung zu verhindern? Bundespräsident Ogi: Herr Jäggi Paul, wenn Politiker zusätzliche Forderungen an «Bahn 2000» stellen, die über das Notwendige hinausgehen, und das Wünschbare verlangen, dann müssen Sie auch so ehrlich sein und den entsprechenden Zusatzkrediten zustimmen. Ich sage es Ihnen ganz offen: Wenn Sie den Oesch-Oenz-Tunnel auch wollen, wenn er aufgrund des Umweltschutzrechts nicht notwendig ist, dann müssen Sie auch den Mut haben, zusätzliche Kredite zu verlangen. Für die Planung der Jurasüdfuss-Linie Solothurn-Biel-Neuenburg-Yverdon-les-Bains-Lausanne hat man seinerzeit rund
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Millionen Franken vorgesehen, und jetzt kommt man mit 1,25 Milliarden Franken. Sie werden begreifen, dass wir solche Entwicklungen nicht zulassen können und dass wir hier das Signal auf Stop stellen. Wir können heute ja gar nicht umweltfeindlich bauen, sondern wir können nur noch umweltfreundlich bauen. Die Auflagen, die uns aus Ihrem Gebiet gemacht werden, müssen auch irgendwie bezahlt werden. Deshalb wollen und müssen wir diese Forderungen - ich habe heute morgen 5200 Einsprachen zur Strecke Mattstetten-Rothrist bekommen - auch gegenüber den Steuerzahlern ganz genau analysieren und beurteilen können. Scheidegger: Ich habe damals, 1987, genau wie Sie, Herr Bundespräsident, für diese Vorlage gekämpft, und es geht um die Redlichkeit eidgenössischer Politik. Wir haben einen Kostenrahmen beschlossen, und dieser wurde der Bevölkerung «verkauft». Nun entstehen viel, viel höhere Kosten, und es wird ganz sicher auf gewisse Strecken verzichtet und auf ein Minimum gefahren werden müssen. Es geht - mit anderen Worten - um die Entleerung des Konzeptes, beispielsweise um die Variante «Süd plus» oder auch um den Oesch-Oenz-Tunnel. Umwelt- und Raumplanungsgesetze sind Auflagen, die vom gleichen Bundesstaat erlassen wurden. Dieser Staat muss die Bundesgesetzgebung auch einhalten, und es kann nicht der Souverän, der mit Einsprachen für die Einhaltung der Gesetze kämpft, für die Teuerungen verantwortlich gemacht werden. Deshalb meine ganz klare Frage: Wäre es nicht sinnvoll, eine neue Vorlage vor das Parlament und vor den Souverän zu bringen, eine Vorlage, die wir tatsächlich auch finanziell verkraften können? Noch einmal: Ich stand ganz hinter der «Bahn 2000». Was sie heute ist, ist nicht mehr das, was wir «verkauft» haben. Bundespräsident Ogi: Ich möchte die Frage von Herrn Scheidegger ganz klar mit Nein beantworten und das kurz begründen. Es ist nicht möglich, in der heutigen Zeit eine neue Vorlage vorzulegen, die weniger kostet; es ist eine Illusion, das zu glauben. Nehmen wir beispielsweise den Abschnitt Mattstetten-Rothrist. Da hat man verlangt: Wildquerung Buchiwald, 14,5 Millionen Franken; Verlängerung der Emmenquerung nach Süden, 11 Millionen Franken; Oesch-Oenz-Tunnel, 175 Millionen Franken usw. Wir wollen zuerst wissen, ob man beispielsweise diesen Tunnel bauen muss oder ob die Strecke auch ohne den Tunnel umweltfreundlich genug wäre. Noch ist nichts entschieden. Dann kommt noch der Munibergtunnel dazu, für diese 7 Kilometer rechnet man mit rund 220 Millionen Franken. Ich muss dieses Parlament auf die Kosten aufmerksam machen. Irgend jemand muss das bezahlen - Sie und ich. Deshalb sollte man diese Situation auch nüchtern beurteilen und nicht nur immer fordern, sondern auch überlegen, wo das Geld eigentlich herkommt. Der Steuerzahler hat ein Anrecht darauf, dass wir mit jedem Franken verantwortungsbewusst und umweltgerecht umgehen. 93.5019 Frage Binder Projekt «Bahn 2000». Strecke Zürich-Winterthur Question Binder Projet «Rail 2000». Tronçon Zurich-Winterthour Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Projekt «Bahn 2000» wird überprüft Die finanziellen Aufwendungen sollen neu auf 8 Milliarden Franken begrenzt werden. Dabei muss auf geplante Bauten verzichtet werden. Wird die Neubaustrecke Zürich-Winterthur und damit der Brüttemer Tunnel im Rahmen dieses «Kernprojektes» realisiert? Sind die SBB bereit, innert nützlicher Frist im Bereich des Bahnhofs Effretikon, auf dem täglich zwischen 530 und 550 Züge (wovon etwa 70 Schnellzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 125 km/h) verkehren, die nötigen Massnahmen zur Einhaltung der Bedingungen der Lärmschutzverordnung zu treffen?
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Heure des questions 142 N 8 mars 1993 Texte de la question du 8 mars 1993 Le projet «Rail 2000» fait l'objet d'un réexamen. Les dépenses seront limitées à 8 milliards de francs. En conséquence, il faudra renoncer à certains ouvrages qui avaient été prévus. Réalisera-t-on, dans les limites de ce projet redimensionné, le nouveau tronçon Zurich-Winterthour, ainsi que le tunnel de Brütten? Les CFF ont-ils l'intention de veiller à la mise en oeuvre en temps utile des mesures nécessaires pour respecter les dispositions de l'ordonnance sur la protection contre le bruit sur l'aire de la gare d'Effretikon, où transitent journellement de 530 à 550 convois (dont environ 70 trains directs d'une vitesse pouvant aller jusqu'à 125 km/h)? Bundespräsident Ogi: Ich habe den ersten Teil der Frage Binder beantwortet; ich will den zweiten Teil noch beantworten. Es geht hier um die Strecke Zürich-Winterthur. Erst wenn die Ergebnisse der Studie, die ich bereits erwähnt habe, vorliegen, kann die Frage beantwortet werden, ob die Neubaustrecke Zürich-Winterthur realisiert werden kann. Dies ist ganz allgemein für alle bisher vorgesehenen Infrastrukturbestandteile des Konzepts «Bahn 2000» zu sagen. Die Einhaltung der Bedingungen der Lärmschutzverordnung ist eine zwingende Vorschrift Allerdings können die dazu nötigen Massnahmen nicht von heute auf morgen auf dem ganzen Netz der SBB realisiert werden; sie sind auch in keinem Budget enthalten. Wir sind gezwungen, Prioritäten zu setzen. Erste Priorität kommt zurzeit der Sanierung der Strecken zu, die Bestandteil des Huckepackkorridors sind; das entsprechende Konzept ist ausgearbeitet worden. Im übrigen weisen wir darauf hin, dass der Lärmalarmwert im Bahnhof Effretikon nicht überschritten wird. Daher kann seine Sanierung auch nicht oberste Priorität sei n. 93.5011 Frage Reimann Maximilian Hochdeutsch in DRS-Informationssendungen für Bundesräte Question Reimann Maximilian Emissions d'information de DRS. Emploi de l'allemand par les conseillers fédéraux Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Als Beitrag zur besseren Verständigung über die innerschweizerischen Sprachgrenzen hinweg hat der Bundesrat der SRG in der neuen Konzession zu Recht die Auflage gemacht, DRS-Informationssendungen auf Hochdeutsch zu gestalten. Warum wollen sich aber ausgerechnet Bundesräte nicht an diese Regel halten «und bitten darum, Mundart sprechen zu können, weil sie so bei ihren Leuten besser ankommen» (Originalzitat aus Interview «Media Trend Journal» vom 5. Februar 1993 mit Fernsehdirektor DRS)? Texte de la question du 8 mars 1993 Pour améliorer la compréhension des régions linguistiques entre elles, le Conseil fédéral a assorti, à juste titre, l'octroi d'une nouvelle concession à DRS de l'obligation pour celle-ci d'utiliser l'allemand standard dans les émissions d'information. Pourquoi précisément les conseillers fédéraux refusentils de se tenir à cette obligation et demandent-ils, à l'instar de ce qui s'est passé le 5 février dernier, lors du «Media Trend Journal», auquel assistait le directeur de la DRS, «à pouvoir s'exprimer en dialecte pour être mieux compris des gens»? Bundespräsident Ogi: Es kann keine Rede davon sein, dass sich der Bundesrat nicht an die von ihm selbst erlassene Konzessionsbestimmung halten will. Er ist vielmehr entschlossen, mit gutem Beispiel voranzugehen und Interviews in Informationssendungen von Radio und Fernsehen grundsätzlich in Hochdeutsch zu geben. 93.5012 Frage Binder Soll das Transitabkommen schon angepasst werden? Question Binder Faut-il déjà adapter l'Accord sur le transit? Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Transitabkommen zwischen der EG und der Schweiz über den Güterverkehr auf Strasse und Schiene ist am 22. Januar 1993 in Kraft getreten. Wie am 1. März 1993 aus der Presse zu erfahren war, soll der Vertrag auf Wunsch Italiens bereits geändert werden, indem gewisse Infrastrukturen für den kombinierten Verkehr in Norditalien nicht gebaut werden sollen. Beabsichtigt der Bundesrat, den Forderungen der EG betreffend Aenderungsbegehren stattzugeben, und was würde dies konkret für die Schweiz bedeuten? Texte de la question du 8 mars 1993 L'accord conclu entre la Communauté européenne et la Confédération suisse relatif au transport de marchandises par route et par rail (Accord sur le transit) est entré en vigueur le 22 janvier 1993. Comme on l'a appris par la presse le 1er mars 1993, l'Italie souhaite qu'il soit déjà modifié et que certaines infrastructures destinées au trafic combiné dans le nord de l'Italie ne soient pas construites. Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de satisfaire aux demandes de la Communauté européenne concernant ces modifications et, si oui, quelles seraient les conséquences pour la Suisse? 93.5035 Frage Giezendanner Transitvertrag. Aenderungen Question Giezendanner Accord sur le transit. Modifications Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Am 22. Januar 1993 trat der Transitvertrag (Schweiz/EG) in Kraft. Im Anhang 4 des Vertrages wird detailliert aufgelistet, wo die einzelnen EG-Staaten «unbedingt» neue Terminals erstellen oder bestehende ausbauen müssen. Demnach ist Italien verpflichtet, in Bologna oder in Novara Terminals zu bauen. Die ständige Vertretung Italiens in Brüssel teilte der EG mit, dass nun aber im Raum Mailand ein multimodaler Grossterminal gebaut werden soll. Dieses Konzept entspricht nicht der EG-Richtlinie über die Förderung im kombinierten Verkehr. Ist der Transitvertrag durch das tendenziell andere «Huckepackkonzept» der Italiener in der heutigen Abfassung noch zeitgemäss, oder drängen sich bereits Aenderungen auf? Der Terminal «Busto» bei Mailand wurde durch die Schweiz mit rund 48 Millionen Franken mitfinanziert. Wird der Terminal mittelfristig noch ausgelastet werden können, und wird die Schweiz einen neuen Terminal in Bologna, Novara oder gar Mailand mitfinanzieren? Texte de la question du 8 mars 1993 L'Accord sur le transit, conclu entre la Suisse et la CE, est entré en vigueur le 22 janvier 1993. Son annexe 4 dresse la liste détaillée des endroits où différents Etats membres de la CE doivent «absolument» construire de nouveaux terminaux ou aménager les terminaux existants. L'Italie se voit ainsi contrainte de construire des terminaux soit à Bologne soit à Novare. Ce pays, par l'intermédiaire de sa représentation permanente à Bruxelles, a toutefois signalé à la CE qu'il prévoyait de construire un grand terminal dans la région de Milan. Or, ce projet -- 5 of 20 -8. März 1993 N 143 Fragestunde n'est pas conforme à la directive communautaire sur le transport dans le trafic combiné. Compte tenu de la conception du ferroutage différente qui se dessine en Italie, on peut de demander si l'Accord sur le transit, dans sa forme actuelle, est encore adapté et si sa modification ne s'impose pas d'ores et déjà? Les capacités du terminal de Busto près de Milan, au financement duquel la Suisse a participé à raison de quelque 48 millions de francs, pourrontelles encore, à moyen terme, être utilisées pleinement? La Suisse participera-t-elle au financement d'un nouveau terminal à Bologne, à Novare ou même à Milan? Bundespräsident Ogi: Es stimmt, dass Italien gewisse Aenderungen im Anhang 4 «Infrastrukturarbeiten und geplante Massnahmen in der Gemeinschaft» des Transitabkommens vorschlägt Dabei sollte unter anderem die Liste der italienischen Terminals, welche im Transitabkommen verankert sind, angepasst werden. Ausserdem sollten auch noch rein technische Anpassungen im Zusammenhang mit den Tunneleckhöhen durchgeführt werden. Der Gemischte Ausschuss Schweiz/EG hat am 5. März 1993 diese Vorschläge zur Abklärung an Experten der betroffenen Bahngesellschaften überwiesen. Die schweizerische Delegation hat dabei klargestellt, dass eine Aenderung des Transitabkommens so kurz nach seinem Inkrafttreten nicht in Frage komme. Bezüglich eines Terminals im Räume Mailand Lachiacella, der im übrigen nicht in den abgeschlossenen Abkommen aufgeführt ist, ist folgendes zu sagen: Dieser Terminal ist erst im Planungsstadium und kennt zurzeit erhebliche politische und finanzielle Probleme, so dass eine rasche Realisierung nicht zu erwarten ist. Weitere Terminals in Bologna, Novara oder gar in Mailand werden von der Schweiz nicht mitfinanziert. Binder: Ich danke Ihnen für die Beantwortung der Fragen. Es würde mich noch interessieren, ob es zutrifft, dass die Italiener bereits vor der Ratifizierung des Abkommens solche Aenderungen verlangten, dass aber mit Rücksicht auf die Ratifikation des Abkommens - in Absprache Schweiz/EG - beantragt wurde, dieses Problem, das heisst die Anträge der Italiener, im gemischten Transitausschuss zu behandeln. Bundespräsident Ogi: Ich kann die Frage wie folgt beantworten. Auf Ministerebene, Herr Binder, hat man diese in den letzten Tagen vorgebrachten Forderungen nie an mich herangetragen. Als ich diesen Transitvertrag aushandelte, war ein anderer Minister zuständig. Die Minister wechseln in Italien sehr rasch, das wissen Sie. Diese Forderungen wurden erst in den letzten Tagen gestellt. 93.5013 Frage Binder Verhandlungen Schweiz/EG betreffend Luft- und Strassenverkehr Question Binder Négociations Suisse/CE concernant le trafic aérien et le trafic routier Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Was unternimmt der Bundesrat, damit die Verhandlungen Schweiz/EG betreffend den Marktzugang im Luft- und Strassenverkehr demnächst aufgenommen werden? Texfe de la question du 8 mars 1993 Quelles mesures le Conseil fédéral prend-il pour faire en sorte que les négociations entre la Suisse et la Communauté européenne concernant l'accès au marché dans le domaine du trafic aérien et du trafic routier soient bientôt entamées? Bundespräsident Ogi: Das Transitabkommen zwischen der EG und der Schweiz ermöglicht unserem Land, die 28-Tonnen-Begrenzung der Lastwagen sowie das Nacht- und Sonntagsfahrverbot beizubehalten. Ausserdem wird der vorgesehene Kapazitätsausbau der Eisenbahninfrastrukturen in der Schweiz wie in den EG-Mitgliedstaaten eine vermehrte Attraktivität dieses Verkehrsträgers bewirken. Es stimmt, dass Italien hier gewisse Aenderungen verlangt hat- ich habe das bereits erwähnt- und es stimmtauch, dass bereits am 4. März erste Kontakte stattgefunden haben. Nun ist es so, dass der EG-Verkehrsministerrat in den nächsten Wochen diesen formellen Auftrag erteilen muss, damit dann die Verhandlungen offiziell anlaufen können. Wir rechnen damit, dass dieser Auftrag vom EG-Verkehrsministerrat in den nächsten Wochen gegeben wird; aber wir müssen auch offen erklären, dass nicht damit zu rechnen ist, dass die Verhandlungen in Sachen Luftverkehr und in Sachen Strassenverkehr abgeschlossen werden können, bevor der EWR-Vertrag in Kraft treten kann. Ich glaube, das ist die Konsequenz unseres Neins vom 6. Dezember. 93.5018 Frage Cavadini Adriano Neat. Einbezug desTessins in die Kontakte mit Italien Question Cavadini Adriano NLFA. Intégration du Tessin dans les contacts avec l'Italie Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die Detailprojektierung für die Neue Eisenbahn-Alpentransversale bis nach Lugano zwingt schon heute zu Vorentscheiden für die Fortsetzung bis zur italienischen Grenze; diese Vorentscheide erfordern weitere Gespräche und Verhandlungen mit Italien. Da die Linienführung, die mit Italien vereinbart wird, das Tessiner Kantonsgebiet direkt betrifft, sollten die Tessiner Behörden in die Verhandlungen und Abklärungen mit den Vertretern Italiens unbedingt mit einbezogen werden. Kann uns der Bundesrat zusichern, dass die Tessiner Behörden immer und regelmässig zu den Verhandlungen und Abklärungen mit Italien über die künftige Alpentransversale eingeladen werden? Texfe de la question du 8 mars 1993 Le projet de Nouvelle ligne ferroviaire à travers les Alpes jusqu'à Lugano impose aujourd'hui déjà des choix préliminaires en ce qui concerne son prolongement jusqu'à la frontière italienne, ce qui exigera des négociations avec l'Italie. Il importe que les autorités tessinoises participent à ces négociations, étant donné que le ou les tracés choisis avec l'Italie auront des répercussions sur le territoire tessinois. Je prie donc le Conseil fédéral de donner l'assurance que les autorités tessinoises seront régulièrement invitées à participer aux entretiens et aux études effectués avec l'Italie en vue de la construction de la future transversale alpine. Bundespräsident Ogi: Die Studien über die Verlängerung der Neat bis zur italienischen Grenze und die Verhandlungen mit den italienischen Behörden werden auf schweizerischer Seite durch das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement, das EVED, geführt. Der Verhandlungspartner auf der italienischen Seite ist das Verkehrsministerium in Rom. Dadurch ist der Einbezug kantonaler Behörden nicht ausgeschlossen. Das Departement ist in ständigem Kontakt mit den Tessiner Behörden, so dass die kantonalen Interessen jederzeit gewahrt werden können. On. Cavadini Adriano: lo capisco che Lei ha detto che il Cantone Ticino non è escluso da questi contatti perché viene man-- 6 of 20 -Heure des questions 144 N 8 mars 1993 tenuto il legame con il Suo Dipartimento, lo ritengo però che ci venga data un'assicurazione precisa nel senso che nei contatti con l'Italia sui tracciati delle linee ferroviarie che interessano il Ticino e che toccano il territorio del Cantone l'Autorità ticinese possa partecipare con un suo rappresentante assieme alle Autorità federali. Mi sembra un'esigenza indispensabile per salvaguardare gli interessi cantonali in un territorio difficile e anche per far sì che determinati ostacoli vengano sin dall'inizio eliminati. Bundespräsident Ogi: Direkte Verhandlungen zwischen Bellinzona und Rom in Sachen Neat sind nicht möglich, aber der Einbezug der Tessiner Interessen und der Einbezug derTessiner in die Delegation der Schweiz für spezielle, das Tessin betreffende Fragen ist möglich. Aber ich möchte in diesem Zusammenhang sagen, dass wir in diesen Verhandlungen natürlich eine schnelle Gangart eingeschlagen haben und manchmal etwas enttäuscht sind, wenn wir zusehen müssen, wie lange es geht, bis seitens des Kantons Tessin zu gewissen Studien Stellung bezogen wird. Bitte sorgen Sie dafür, dass es rascher geht. 93.5025 Frage Loeb François Flugticketkontrollen durch das BAZL Question Loeb François OFAC. Contrôle des billets d'avion Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Glaubt der Bundesrat mit den Flugscheinkontrollen durch Beamte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) bei Nordatlantik-Passagieren wirklich daran, Marktkräfte ausser Kraft setzen zu können? Wie passen solche Massnahmen in die Deregulierungsphilosophie des Bundesrates? In welchen anderen Ländern Europas erfolgt ein analoges Vorgehen? Texte de la question du 8 mars 1993 Le Conseil fédéral croit-il vraiment que, en demandant à des fonctionnaires de l'Office fédéral de l'aviation civile (OFAC) de contrôler les billets des passagers empruntant les lignes de l'Atlantique Nord, il arrivera à s'opposer aux pratiques que l'on rencontre actuellement sur le marché? Commentées mesures s'inscrivent-elles dans la conception que le Conseil fédéral se fait de la déréglementation? Dans quels autres pays européens pratique-t-on des contrôles analogues? Bundespräsident Ogi: Die Flugscheinkontrollen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt haben keinesfalls zum Ziel, günstige Flugangebote zu unterbinden, Herr Loeb François. Das Amt erfüllt mit diesen Kontrollen nur seine Aufsichtspflicht und versucht damit durchzusetzen, dass die Fluggesellschaften nur die von ihm genehmigten Tarife anwenden. Im regelmässigen Linienverkehr besteht nämlich gemäss Luftfahrtgesetzgebung immer noch eine Tarifgenehmigungspflicht Auch die bilateralen Luftverkehrsabkommen verpflichten die Schweiz, die genehmigten Tarife durchzusetzen. Die Publikation der genehmigten Tarife stellt sicher, dass für die Kunden Transparenz besteht. Wenn gegen geltende Vorschriften verstossen wird, hat die Aufsichtsbehörde einzuschreiten. Erste Reaktionen von betroffenen Fluggesellschaften und Verbänden der Reisebranche haben uns bestätigt, dass ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde als richtig und erwünscht befunden wird. Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich, Herr Loeb, die Liberalisierungsbestrebungen im Luftverkehr. Das hindert ihn aber nicht daran, sich weiterhin für die Einhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen einzusetzen. Trotz Liberalisierung im europäischen Luftverkehr steht die Schweiz mit solchen Massnahmen nicht allein. So drohte zum Beispiel Frankreich kürzlich einer amerikanischen Fluggesellschaft mit dem Entzug der Betriebsbewilligung, falls sie ihre Tarifunterbietungen nicht sofort einstelle. Loeb François: Ich sehe ein Problem vor allem beim Tourismus. Wenn solche Kontrollen stattfinden, hat der einzelne trotzdem ein ungutes Gefühl. Die Frage, die ich Ihnen stellen möchte: Hat es nicht gerade auf den Tourismus eine sehr schlechte Auswirkung, wenn billigere Tarife verhindert werden? Wir sind ja im Tourismus nicht als Billigland bekannt Es bestehen Schwierigkeiten, wenn keine günstigen Tarife mehr möglich sind - wir wissen, wie es in Amerika im Moment zugeht Sie haben gesagt, in Frankreich sei eine Fluggesellschaft verwarnt worden. Aber ich glaube nicht, dass solche Flugscheinkontrollen in anderen europäischen Ländern stattfinden. Ich bitte deshalb bei allen Kontrollen um grösste Zurückhaltung. Bundespräsident Ogi: Ich möchte Herrn Loeb François sagen, dass das BAZL natürlich keine Passagiere, die es bei einer Flugscheinkontrolle befragt, an der Abreise hindert. Klar ist das für den Tourismus oder für diejenigen, die die Schweiz als Tourismusland gewählt haben, keine gute Sache. Auf der anderen Seite sind wir gemäss bilateralen Abmachungen, Verträgen und gemäss Luftfahrtgesetz angehalten, diese Kontrollen durchzuführen. Wir möchten im Zivilluftfahrtverkehr auch keine amerikanischen Zustände; Sie werden das sicher begreifen. Ich nehme an, Sie kennen die Zustände in den USA. 93.5032 Frage Bircher Peter Videotex-Benützer. Aufhebung der Anonymität Question Bircher Peter Utilisateurs du Videotex. Suppression de l'anonymat Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Tritt der Bundesrat gegenüber den PTT dafür ein, dass die Anonymität der Videotex-Benützer aufgehoben wird, nachdem offensichtlich im Zusammenhang mit Kindsmisshandlungen Missbräuche schlimmsten Ausmasses Tatsache geworden sind, und welche weiteren Massnahmen sind konkret vorgesehen? Texte de la question du 8 mars 1993 Le Conseil fédéral prend-il des mesures pour inciter les PTT à supprimer l'anonymat des utilisateurs du Vidéotex, suite aux graves abus qui sont apparus en relation avec des sévices infligés à des enfants, et quelles autres mesures concrètes envisage-t-il? Bundespräsident Ogi: Bereits im letzten August haben die PTT Telecom die Videotex-Anbieter aufgefordert, die Identität der Informationsbenützer zu registrieren. Einzelne Anbieter kamen dieser Aufforderung jedoch nicht nach. Die PTT sahen sich deshalb Mitte Februar 1993 gezwungen, die Registrierung der Identität der Benutzer in ihrer Verordnung über Fernmeldedienste vorzuschreiben und diese neue Bestimmung sofort in Kraft zu setzen. Das Anliegen des Fragestellers ist somit erfüllt.
Heure des questions 142 N 8 mars 1993 Texte de la question du 8 mars 1993 Le projet «Rail 2000» fait l'objet d'un réexamen. Les dépenses seront limitées à 8 milliards de francs. En conséquence, il faudra renoncer à certains ouvrages qui avaient été prévus. Réalisera-t-on, dans les limites de ce projet redimensionné, le nouveau tronçon Zurich-Winterthour, ainsi que le tunnel de Brütten? Les CFF ont-ils l'intention de veiller à la mise en oeuvre en temps utile des mesures nécessaires pour respecter les dispositions de l'ordonnance sur la protection contre le bruit sur l'aire de la gare d'Effretikon, où transitent journellement de 530 à 550 convois (dont environ 70 trains directs d'une vitesse pouvant aller jusqu'à 125 km/h)? Bundespräsident Ogi: Ich habe den ersten Teil der Frage Binder beantwortet; ich will den zweiten Teil noch beantworten. Es geht hier um die Strecke Zürich-Winterthur. Erst wenn die Ergebnisse der Studie, die ich bereits erwähnt habe, vorliegen, kann die Frage beantwortet werden, ob die Neubaustrecke Zürich-Winterthur realisiert werden kann. Dies ist ganz allgemein für alle bisher vorgesehenen Infrastrukturbestandteile des Konzepts «Bahn 2000» zu sagen. Die Einhaltung der Bedingungen der Lärmschutzverordnung ist eine zwingende Vorschrift Allerdings können die dazu nötigen Massnahmen nicht von heute auf morgen auf dem ganzen Netz der SBB realisiert werden; sie sind auch in keinem Budget enthalten. Wir sind gezwungen, Prioritäten zu setzen. Erste Priorität kommt zurzeit der Sanierung der Strecken zu, die Bestandteil des Huckepackkorridors sind; das entsprechende Konzept ist ausgearbeitet worden. Im übrigen weisen wir darauf hin, dass der Lärmalarmwert im Bahnhof Effretikon nicht überschritten wird. Daher kann seine Sanierung auch nicht oberste Priorität sei n. 93.5011 Frage Reimann Maximilian Hochdeutsch in DRS-Informationssendungen für Bundesräte Question Reimann Maximilian Emissions d'information de DRS. Emploi de l'allemand par les conseillers fédéraux Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Als Beitrag zur besseren Verständigung über die innerschweizerischen Sprachgrenzen hinweg hat der Bundesrat der SRG in der neuen Konzession zu Recht die Auflage gemacht, DRS-Informationssendungen auf Hochdeutsch zu gestalten. Warum wollen sich aber ausgerechnet Bundesräte nicht an diese Regel halten «und bitten darum, Mundart sprechen zu können, weil sie so bei ihren Leuten besser ankommen» (Originalzitat aus Interview «Media Trend Journal» vom 5. Februar 1993 mit Fernsehdirektor DRS)? Texte de la question du 8 mars 1993 Pour améliorer la compréhension des régions linguistiques entre elles, le Conseil fédéral a assorti, à juste titre, l'octroi d'une nouvelle concession à DRS de l'obligation pour celle-ci d'utiliser l'allemand standard dans les émissions d'information. Pourquoi précisément les conseillers fédéraux refusentils de se tenir à cette obligation et demandent-ils, à l'instar de ce qui s'est passé le 5 février dernier, lors du «Media Trend Journal», auquel assistait le directeur de la DRS, «à pouvoir s'exprimer en dialecte pour être mieux compris des gens»? Bundespräsident Ogi: Es kann keine Rede davon sein, dass sich der Bundesrat nicht an die von ihm selbst erlassene Konzessionsbestimmung halten will. Er ist vielmehr entschlossen, mit gutem Beispiel voranzugehen und Interviews in Informationssendungen von Radio und Fernsehen grundsätzlich in Hochdeutsch zu geben. 93.5012 Frage Binder Soll das Transitabkommen schon angepasst werden? Question Binder Faut-il déjà adapter l'Accord sur le transit? Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Transitabkommen zwischen der EG und der Schweiz über den Güterverkehr auf Strasse und Schiene ist am 22. Januar 1993 in Kraft getreten. Wie am 1. März 1993 aus der Presse zu erfahren war, soll der Vertrag auf Wunsch Italiens bereits geändert werden, indem gewisse Infrastrukturen für den kombinierten Verkehr in Norditalien nicht gebaut werden sollen. Beabsichtigt der Bundesrat, den Forderungen der EG betreffend Aenderungsbegehren stattzugeben, und was würde dies konkret für die Schweiz bedeuten? Texte de la question du 8 mars 1993 L'accord conclu entre la Communauté européenne et la Confédération suisse relatif au transport de marchandises par route et par rail (Accord sur le transit) est entré en vigueur le 22 janvier 1993. Comme on l'a appris par la presse le 1er mars 1993, l'Italie souhaite qu'il soit déjà modifié et que certaines infrastructures destinées au trafic combiné dans le nord de l'Italie ne soient pas construites. Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de satisfaire aux demandes de la Communauté européenne concernant ces modifications et, si oui, quelles seraient les conséquences pour la Suisse? 93.5035 Frage Giezendanner Transitvertrag. Aenderungen Question Giezendanner Accord sur le transit. Modifications Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Am 22. Januar 1993 trat der Transitvertrag (Schweiz/EG) in Kraft. Im Anhang 4 des Vertrages wird detailliert aufgelistet, wo die einzelnen EG-Staaten «unbedingt» neue Terminals erstellen oder bestehende ausbauen müssen. Demnach ist Italien verpflichtet, in Bologna oder in Novara Terminals zu bauen. Die ständige Vertretung Italiens in Brüssel teilte der EG mit, dass nun aber im Raum Mailand ein multimodaler Grossterminal gebaut werden soll. Dieses Konzept entspricht nicht der EG-Richtlinie über die Förderung im kombinierten Verkehr. Ist der Transitvertrag durch das tendenziell andere «Huckepackkonzept» der Italiener in der heutigen Abfassung noch zeitgemäss, oder drängen sich bereits Aenderungen auf? Der Terminal «Busto» bei Mailand wurde durch die Schweiz mit rund 48 Millionen Franken mitfinanziert. Wird der Terminal mittelfristig noch ausgelastet werden können, und wird die Schweiz einen neuen Terminal in Bologna, Novara oder gar Mailand mitfinanzieren? Texte de la question du 8 mars 1993 L'Accord sur le transit, conclu entre la Suisse et la CE, est entré en vigueur le 22 janvier 1993. Son annexe 4 dresse la liste détaillée des endroits où différents Etats membres de la CE doivent «absolument» construire de nouveaux terminaux ou aménager les terminaux existants. L'Italie se voit ainsi contrainte de construire des terminaux soit à Bologne soit à Novare. Ce pays, par l'intermédiaire de sa représentation permanente à Bruxelles, a toutefois signalé à la CE qu'il prévoyait de construire un grand terminal dans la région de Milan. Or, ce projet -- 5 of 20 -8. März 1993 N 143 Fragestunde n'est pas conforme à la directive communautaire sur le transport dans le trafic combiné. Compte tenu de la conception du ferroutage différente qui se dessine en Italie, on peut de demander si l'Accord sur le transit, dans sa forme actuelle, est encore adapté et si sa modification ne s'impose pas d'ores et déjà? Les capacités du terminal de Busto près de Milan, au financement duquel la Suisse a participé à raison de quelque 48 millions de francs, pourrontelles encore, à moyen terme, être utilisées pleinement? La Suisse participera-t-elle au financement d'un nouveau terminal à Bologne, à Novare ou même à Milan? Bundespräsident Ogi: Es stimmt, dass Italien gewisse Aenderungen im Anhang 4 «Infrastrukturarbeiten und geplante Massnahmen in der Gemeinschaft» des Transitabkommens vorschlägt Dabei sollte unter anderem die Liste der italienischen Terminals, welche im Transitabkommen verankert sind, angepasst werden. Ausserdem sollten auch noch rein technische Anpassungen im Zusammenhang mit den Tunneleckhöhen durchgeführt werden. Der Gemischte Ausschuss Schweiz/EG hat am 5. März 1993 diese Vorschläge zur Abklärung an Experten der betroffenen Bahngesellschaften überwiesen. Die schweizerische Delegation hat dabei klargestellt, dass eine Aenderung des Transitabkommens so kurz nach seinem Inkrafttreten nicht in Frage komme. Bezüglich eines Terminals im Räume Mailand Lachiacella, der im übrigen nicht in den abgeschlossenen Abkommen aufgeführt ist, ist folgendes zu sagen: Dieser Terminal ist erst im Planungsstadium und kennt zurzeit erhebliche politische und finanzielle Probleme, so dass eine rasche Realisierung nicht zu erwarten ist. Weitere Terminals in Bologna, Novara oder gar in Mailand werden von der Schweiz nicht mitfinanziert. Binder: Ich danke Ihnen für die Beantwortung der Fragen. Es würde mich noch interessieren, ob es zutrifft, dass die Italiener bereits vor der Ratifizierung des Abkommens solche Aenderungen verlangten, dass aber mit Rücksicht auf die Ratifikation des Abkommens - in Absprache Schweiz/EG - beantragt wurde, dieses Problem, das heisst die Anträge der Italiener, im gemischten Transitausschuss zu behandeln. Bundespräsident Ogi: Ich kann die Frage wie folgt beantworten. Auf Ministerebene, Herr Binder, hat man diese in den letzten Tagen vorgebrachten Forderungen nie an mich herangetragen. Als ich diesen Transitvertrag aushandelte, war ein anderer Minister zuständig. Die Minister wechseln in Italien sehr rasch, das wissen Sie. Diese Forderungen wurden erst in den letzten Tagen gestellt. 93.5013 Frage Binder Verhandlungen Schweiz/EG betreffend Luft- und Strassenverkehr Question Binder Négociations Suisse/CE concernant le trafic aérien et le trafic routier Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Was unternimmt der Bundesrat, damit die Verhandlungen Schweiz/EG betreffend den Marktzugang im Luft- und Strassenverkehr demnächst aufgenommen werden? Texfe de la question du 8 mars 1993 Quelles mesures le Conseil fédéral prend-il pour faire en sorte que les négociations entre la Suisse et la Communauté européenne concernant l'accès au marché dans le domaine du trafic aérien et du trafic routier soient bientôt entamées? Bundespräsident Ogi: Das Transitabkommen zwischen der EG und der Schweiz ermöglicht unserem Land, die 28-Tonnen-Begrenzung der Lastwagen sowie das Nacht- und Sonntagsfahrverbot beizubehalten. Ausserdem wird der vorgesehene Kapazitätsausbau der Eisenbahninfrastrukturen in der Schweiz wie in den EG-Mitgliedstaaten eine vermehrte Attraktivität dieses Verkehrsträgers bewirken. Es stimmt, dass Italien hier gewisse Aenderungen verlangt hat- ich habe das bereits erwähnt- und es stimmtauch, dass bereits am 4. März erste Kontakte stattgefunden haben. Nun ist es so, dass der EG-Verkehrsministerrat in den nächsten Wochen diesen formellen Auftrag erteilen muss, damit dann die Verhandlungen offiziell anlaufen können. Wir rechnen damit, dass dieser Auftrag vom EG-Verkehrsministerrat in den nächsten Wochen gegeben wird; aber wir müssen auch offen erklären, dass nicht damit zu rechnen ist, dass die Verhandlungen in Sachen Luftverkehr und in Sachen Strassenverkehr abgeschlossen werden können, bevor der EWR-Vertrag in Kraft treten kann. Ich glaube, das ist die Konsequenz unseres Neins vom 6. Dezember. 93.5018 Frage Cavadini Adriano Neat. Einbezug desTessins in die Kontakte mit Italien Question Cavadini Adriano NLFA. Intégration du Tessin dans les contacts avec l'Italie Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die Detailprojektierung für die Neue Eisenbahn-Alpentransversale bis nach Lugano zwingt schon heute zu Vorentscheiden für die Fortsetzung bis zur italienischen Grenze; diese Vorentscheide erfordern weitere Gespräche und Verhandlungen mit Italien. Da die Linienführung, die mit Italien vereinbart wird, das Tessiner Kantonsgebiet direkt betrifft, sollten die Tessiner Behörden in die Verhandlungen und Abklärungen mit den Vertretern Italiens unbedingt mit einbezogen werden. Kann uns der Bundesrat zusichern, dass die Tessiner Behörden immer und regelmässig zu den Verhandlungen und Abklärungen mit Italien über die künftige Alpentransversale eingeladen werden? Texfe de la question du 8 mars 1993 Le projet de Nouvelle ligne ferroviaire à travers les Alpes jusqu'à Lugano impose aujourd'hui déjà des choix préliminaires en ce qui concerne son prolongement jusqu'à la frontière italienne, ce qui exigera des négociations avec l'Italie. Il importe que les autorités tessinoises participent à ces négociations, étant donné que le ou les tracés choisis avec l'Italie auront des répercussions sur le territoire tessinois. Je prie donc le Conseil fédéral de donner l'assurance que les autorités tessinoises seront régulièrement invitées à participer aux entretiens et aux études effectués avec l'Italie en vue de la construction de la future transversale alpine. Bundespräsident Ogi: Die Studien über die Verlängerung der Neat bis zur italienischen Grenze und die Verhandlungen mit den italienischen Behörden werden auf schweizerischer Seite durch das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement, das EVED, geführt. Der Verhandlungspartner auf der italienischen Seite ist das Verkehrsministerium in Rom. Dadurch ist der Einbezug kantonaler Behörden nicht ausgeschlossen. Das Departement ist in ständigem Kontakt mit den Tessiner Behörden, so dass die kantonalen Interessen jederzeit gewahrt werden können. On. Cavadini Adriano: lo capisco che Lei ha detto che il Cantone Ticino non è escluso da questi contatti perché viene man-- 6 of 20 -Heure des questions 144 N 8 mars 1993 tenuto il legame con il Suo Dipartimento, lo ritengo però che ci venga data un'assicurazione precisa nel senso che nei contatti con l'Italia sui tracciati delle linee ferroviarie che interessano il Ticino e che toccano il territorio del Cantone l'Autorità ticinese possa partecipare con un suo rappresentante assieme alle Autorità federali. Mi sembra un'esigenza indispensabile per salvaguardare gli interessi cantonali in un territorio difficile e anche per far sì che determinati ostacoli vengano sin dall'inizio eliminati. Bundespräsident Ogi: Direkte Verhandlungen zwischen Bellinzona und Rom in Sachen Neat sind nicht möglich, aber der Einbezug der Tessiner Interessen und der Einbezug derTessiner in die Delegation der Schweiz für spezielle, das Tessin betreffende Fragen ist möglich. Aber ich möchte in diesem Zusammenhang sagen, dass wir in diesen Verhandlungen natürlich eine schnelle Gangart eingeschlagen haben und manchmal etwas enttäuscht sind, wenn wir zusehen müssen, wie lange es geht, bis seitens des Kantons Tessin zu gewissen Studien Stellung bezogen wird. Bitte sorgen Sie dafür, dass es rascher geht. 93.5025 Frage Loeb François Flugticketkontrollen durch das BAZL Question Loeb François OFAC. Contrôle des billets d'avion Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Glaubt der Bundesrat mit den Flugscheinkontrollen durch Beamte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) bei Nordatlantik-Passagieren wirklich daran, Marktkräfte ausser Kraft setzen zu können? Wie passen solche Massnahmen in die Deregulierungsphilosophie des Bundesrates? In welchen anderen Ländern Europas erfolgt ein analoges Vorgehen? Texte de la question du 8 mars 1993 Le Conseil fédéral croit-il vraiment que, en demandant à des fonctionnaires de l'Office fédéral de l'aviation civile (OFAC) de contrôler les billets des passagers empruntant les lignes de l'Atlantique Nord, il arrivera à s'opposer aux pratiques que l'on rencontre actuellement sur le marché? Commentées mesures s'inscrivent-elles dans la conception que le Conseil fédéral se fait de la déréglementation? Dans quels autres pays européens pratique-t-on des contrôles analogues? Bundespräsident Ogi: Die Flugscheinkontrollen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt haben keinesfalls zum Ziel, günstige Flugangebote zu unterbinden, Herr Loeb François. Das Amt erfüllt mit diesen Kontrollen nur seine Aufsichtspflicht und versucht damit durchzusetzen, dass die Fluggesellschaften nur die von ihm genehmigten Tarife anwenden. Im regelmässigen Linienverkehr besteht nämlich gemäss Luftfahrtgesetzgebung immer noch eine Tarifgenehmigungspflicht Auch die bilateralen Luftverkehrsabkommen verpflichten die Schweiz, die genehmigten Tarife durchzusetzen. Die Publikation der genehmigten Tarife stellt sicher, dass für die Kunden Transparenz besteht. Wenn gegen geltende Vorschriften verstossen wird, hat die Aufsichtsbehörde einzuschreiten. Erste Reaktionen von betroffenen Fluggesellschaften und Verbänden der Reisebranche haben uns bestätigt, dass ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde als richtig und erwünscht befunden wird. Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich, Herr Loeb, die Liberalisierungsbestrebungen im Luftverkehr. Das hindert ihn aber nicht daran, sich weiterhin für die Einhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen einzusetzen. Trotz Liberalisierung im europäischen Luftverkehr steht die Schweiz mit solchen Massnahmen nicht allein. So drohte zum Beispiel Frankreich kürzlich einer amerikanischen Fluggesellschaft mit dem Entzug der Betriebsbewilligung, falls sie ihre Tarifunterbietungen nicht sofort einstelle. Loeb François: Ich sehe ein Problem vor allem beim Tourismus. Wenn solche Kontrollen stattfinden, hat der einzelne trotzdem ein ungutes Gefühl. Die Frage, die ich Ihnen stellen möchte: Hat es nicht gerade auf den Tourismus eine sehr schlechte Auswirkung, wenn billigere Tarife verhindert werden? Wir sind ja im Tourismus nicht als Billigland bekannt Es bestehen Schwierigkeiten, wenn keine günstigen Tarife mehr möglich sind - wir wissen, wie es in Amerika im Moment zugeht Sie haben gesagt, in Frankreich sei eine Fluggesellschaft verwarnt worden. Aber ich glaube nicht, dass solche Flugscheinkontrollen in anderen europäischen Ländern stattfinden. Ich bitte deshalb bei allen Kontrollen um grösste Zurückhaltung. Bundespräsident Ogi: Ich möchte Herrn Loeb François sagen, dass das BAZL natürlich keine Passagiere, die es bei einer Flugscheinkontrolle befragt, an der Abreise hindert. Klar ist das für den Tourismus oder für diejenigen, die die Schweiz als Tourismusland gewählt haben, keine gute Sache. Auf der anderen Seite sind wir gemäss bilateralen Abmachungen, Verträgen und gemäss Luftfahrtgesetz angehalten, diese Kontrollen durchzuführen. Wir möchten im Zivilluftfahrtverkehr auch keine amerikanischen Zustände; Sie werden das sicher begreifen. Ich nehme an, Sie kennen die Zustände in den USA. 93.5032 Frage Bircher Peter Videotex-Benützer. Aufhebung der Anonymität Question Bircher Peter Utilisateurs du Videotex. Suppression de l'anonymat Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Tritt der Bundesrat gegenüber den PTT dafür ein, dass die Anonymität der Videotex-Benützer aufgehoben wird, nachdem offensichtlich im Zusammenhang mit Kindsmisshandlungen Missbräuche schlimmsten Ausmasses Tatsache geworden sind, und welche weiteren Massnahmen sind konkret vorgesehen? Texte de la question du 8 mars 1993 Le Conseil fédéral prend-il des mesures pour inciter les PTT à supprimer l'anonymat des utilisateurs du Vidéotex, suite aux graves abus qui sont apparus en relation avec des sévices infligés à des enfants, et quelles autres mesures concrètes envisage-t-il? Bundespräsident Ogi: Bereits im letzten August haben die PTT Telecom die Videotex-Anbieter aufgefordert, die Identität der Informationsbenützer zu registrieren. Einzelne Anbieter kamen dieser Aufforderung jedoch nicht nach. Die PTT sahen sich deshalb Mitte Februar 1993 gezwungen, die Registrierung der Identität der Benutzer in ihrer Verordnung über Fernmeldedienste vorzuschreiben und diese neue Bestimmung sofort in Kraft zu setzen. Das Anliegen des Fragestellers ist somit erfüllt.
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8. März 1993 N 145 Fragestunde 93.5021 Frage Hollenstein Menschenrechtsverletzungen in der Türkei Question Hollenstein Violations des droits de l'homme en Turquie Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Beim Anschlag auf zwei Kleinbusse in der Südosttürkei, am 13. Januar 1993, wurden fünf einheimische syrisch-orthodoxe Christen (Assyrier) und zwei Angehörige der religiösen Minderheit Yezidi ermordet Weitere Personen wurden zum Teil schwerverletzt. Infolge dieses Vorfalls und wegen zahlreichen anderen tödlichen Ueberfällen in den letzten Jahren hat die Fluchtbewegung der genannten Minderheiten stark zugenommen. Siedlungsstrukturen drohen zu zerfallen, soziale Gefüge lösen sich auf. Dadurch ist das Ueberleben dieser beiden Bevölkerungsgruppen gefährdet. Ist der Bundesrat bereit, mit finanzieller Unterstützung, Expertenhilfe und/oder auch mittels Staatenbeschwerde bei der Europäischen Kommission für Menschenrechte gemäss Artikel
24 EMRK, eventuell in Absprache mit anderen Europaratsmitgliedern, der Türkei beim Abbruch des schleichenden Genozids von Minderheiten beizustehen? Texte de la question du 8 mars 1993 Le 13 janvier 1993, lors d'un attentat contre deux minibus dans le sud-est de la Turquie, cinq chrétiens indigènes de l'Eglise assyrienne et deux membres de la minorité religieuse yezidie ont été tués. D'autres personnes ont été blessées, dont certaines grièvement. A la suite de cet événement et de nombreuses autres agressions ayant fait des morts ces dernières années, de plus en plus de membres de ces minorités fuient leur pays, les structures d'habitat sont ébranlées, le tissu social perd sa cohésion. Cette évolution menace la survie de ces deux groupes de population. Le Conseil fédéral est-il prêt à aider la Turquie à enrayer ce qui est en réalité un génocide de minorités, par un soutien financier, par l'envoi d'experts, voire par une plainte de l'Etat devant la Commission européenne des droits de l'homme, conformément à l'article 24 de la CEDH, éventuellement après concertation avec d'autres membres du Conseil de l'Europe? M. Felber, conseiller fédéral: La situation générale des droits de l'homme en Turquie reste préoccupante, en particulier dans le sud-est du pays habité en majorité par des Kurdes, où l'état d'exception est toujours en vigueur, et cela dans une dizaine de provinces. L'usage de la violence, non seulement par les forces de sécurité à rencontre du PKK, mais aussi par les groupements extrémistes dont les attaques visent des personnes appartenant à des minorités, des journalistes ou des défenseurs des droits de l'homme, cause presque toujours de très nombreuses victimes parmi la population civile, sur l'ensemble du territoire, mais surtout dans les régions où l'état d'urgence est déclaré. A plusieurs reprises, en 1992, et en particulier dans ses réponses à la motion Fankhauser du 1er septembre ainsi qu'à la question Bäumlin du 14 décembre 1992, le Conseil fédéral a exprimé sa préoccupation quant à la situation des droits de l'homme en Turquie. Il continue à saisir toutes les occasions, les contacts bilatéraux et les rencontres multilatérales, pour rappeler cette préoccupation aux représentants du gouvernement turc et pour répéter que la Suisse condamne tout recours à la force, et formuler en même temps l'espoir que l'état d'urgence sera levé dans toute la région afin que soient ramenées peu à peu la paix et la sécurité. Nous tenons à rappeler que le Conseil fédéral a lancé une initiative suisse, lors de la conférence de la CSCE au printemps de l'année dernière à Helsinki, qui proposait d'examiner la possibilité d'envoyer des missions d'observateurs de la CSCE en Turquie. Cette initiative de notre délégation et de notre pays n'a pas été soutenue par la majorité des autres Etats participant à la CSCE. Pour le Conseil fédéral, il s'agit là d'un indice que, dans la situation internationale actuelle, une nouvelle plainte interétatique contre la Turquie ne trouverait pas de soutien parmi les Etats membres du Conseil de l'Europe. En ce qui concerne la demande de M™ Hollenstein de soutien financier et d'envoi d'experts en Anatolie, le Conseil fédéral est d'avis que l'aide humanitaire d'urgence n'est pas un instrument adapté à la situation, car les communautés victimes d'actes de violence ne manquent, en premier lieu, ni de nourriture ni de logement Une telle aide ne résoudrait donc pas le problème de fond soulevé par la question, à savoir la situation d'insécurité qui règne dans cette région. En matière d'aide au développement, il existe en Turquie des organisations non gouvernementales, très qualifiées, qui travaillent en faveur du développement L'envoi d'experts ne paraît donc pas judicieux. La Direction de la coopération au développement et de l'aide humanitaire collabore avec deux des principales organisations pour la réalisation de programmes de développement rural et de formation professionnelle qui englobe diverses communautés sans aucune discrimination ethnique. Cependant, l'insécurité généralisée durant ces derniers mois a ralenti fortement les activités. La coopération au développement n'est pas un instrument adéquat, dans ce contexte, pour prévenir les événements rapportés, car son efficacité est évidemment tributaire d'une certaine paix civile. Frau Hollenstein: Vielen Dank, Herr Bundesrat Ich möchte noch etwas konkreter wissen, ob wirklich eine Staatsbeschwerde aus Ihrer Sicht keinen Nutzen bringen würde. M. Felber, conseiller fédéral: Je l'ai dit, nous avons tenté un moyen qui nous paraissait efficace, celui de faire voter une résolution à travers la CSCE, résolution qui, dans le fond, engageait - parce que la CSCE engage tout de même les Etats participants - la Turquie à modifier son attitude, à lever l'état d'urgence. Nous avons constaté que ce projet de résolution suisse a été rejeté. Nous n'avons pas obtenu de consensus. C'est pourquoi nous croyons actuellement, selon les contacts que j'ai eu personnellement aussi, que si nous intervenions dans une autre instance officielle qui serait le Conseil de l'Europe, j'aurais exactement les mêmes oppositions. Vous pouvez l'imaginer, ces oppositions viennent, à la suite de la guerre du Golfe, des Etats qui ne veulent pas condamner actuellement l'attitude de la Turquie à cause de son attitude précédente. Pour le moment, cela ne signifie pas que l'on ne puisse pas dire ce que nous pensons, mais nous ne pouvons pas obtenir une condamnation, en tous les cas pas. 93.5026 Frage Robert Unterstützung für indigene Völker (Urvölker) Question Robert Soutien aux populations autochtones Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die Uno hat das Jahr 1993 zum Jahr der indigenen Völker (Eingeborene, Urvölker, Ureinwohner) erklärt, die heute überall auf der Welt ums Ueberleben und um Eigenständigkeit kämpfen. Ich frage den Bundesrat an, ob innerhalb der schweizerischen Innen- und Aussenpolitik gesetzliche und/oder verwaltungsmässige Vorschriften und Massnahmen, welche die Situation der indigenen Völker dieser Welt berücksichtigen, bestehen und ob der Bundesrat gedenkt, besondere Massnahmen zu ergreifen, um auch seitens der Schweiz Beiträge zum Jahr der indigenen Völker zu leisten, und, falls ja, welche.
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Heure des questions 146 N 8 mars 1993 Texte de la question du 8 mars 1993 L'ONU a déclaré 1993 année internationale des populations autochtones, populations qui, partout dans le monde, doivent lutter pour leur survie et leur indépendance. Je demande au Conseil fédéral s'il existe, dans le cadre de la politique intérieure et de la politique étrangère, des prescriptions légales et des mesures administratives qui prennent en considération la situation des populations autochtones. Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de prendre des mesures spéciales pour apporter une contribution à l'occasion de cette année des populations autochtones et, si oui, quelles sont-elles? 93.5027 Frage Robert Unterstützung für die indischen Urvölker (Adivasi) Question Robert Soutien à la population autochtone de l'Inde (Adivasi) Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die indischen Urvölker, die sogenannten Adivasi, bilden mit rund 60 Millionen Angehörigen die grösste nationale Gruppe indigener Völker, auf deren prekäre Situation im Uno-Jahr der indigenen Völker 1993 die Weltöffentlichkeit besonders aufmerksam gemacht werden soll. Die Adivasi mit ihren jahrtausendealten, reichen Traditionen und ihrer einzigartigen soziokulturellen Vielfalt sind heute nicht nur das Opfer zunehmender Entrechtung, sondern von der möglicherweise vollständigen kulturellen Vernichtung bedroht. Ich frage den Bundesrat an, welche bilateralen Möglichkeiten er seitens der Schweiz sieht, um vermehrt auf die Wahrung der grundlegenden Lebensrechte der indischen Urstämme, der Adivasi, hinzuwirken. Texte de la question du 8 mars 1993 L'ONU ayant déclaré 1993 année internationale des populations autochtones, il convient d'attirer l'attention du public sur la situation particulièrement précaire des Adivasi, la population autochtone de l'Inde, qui, avec environ 60 millions de personnes, forme le plus grand groupe de population autochtone du monde. Les Adivasi cultivent des traditions millénaires et présentent une diversité socio-culturelle unique en son genre. Or, non seulement ils sont de plus en plus souvent privés de leurs droits, mais encore leur culture risque de disparaître complètement. C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral quelles actions bilatérales la Suisse peut engager pour contribuer à préserver les droits fondamentaux des Adivasi. M. Felber, conseiller fédéral: Je vous remercie, Monsieur le Président, de nous autoriser à répondre aux deux questions de M™ Robert A l'occasion de l'année internationale des populations autochtones ou indigènes, cette année, décrétée par les Nations Unies, le Conseil fédéral estime que les efforts de la communauté internationale visant à garantir la survie et le développement économique et culturel des populations autochtones doivent être intensifiés. Le gouvernement suisse s'est déjà engagé en faveur de la reconnaissance de la cause des peuples indigènes au moyen de la coopération au développement et au moyen de la politique des droits de l'homme. La coopération au développement, destinée en priorité aux groupes les plus défavorisés, s'oriente depuis un certain nombre d'années de plus en plus vers une prise en compte croissante des besoins spécifiques des populations autochtones. Sur le plan des droits de l'homme, la Suisse considère que les populations indigènes appartiennent à un groupe particulièrement vulnérable qui demande une protection accrue, plus forte. Elle contribue depuis des années au Fonds de contributions volontaires de l'Organisation des Nations Unies pour les populations autochtones qui permettent à leurs représentants de témoigner des problèmes que connaissent leurs peuples devant la sous-commission des droits de l'homme. Celle-ci est par ailleurs en train d'élaborer un projet de déclaration des droits des peuples autochtones. La Suisse a aussi conscience du rôle primordial joué par les organisations non gouvernementales. Nous accordons une contribution au Centre de documentation pour les peuples indigènes, organisation non gouvernementale genevoise, qui apporte un soutien logistique aux groupes indigènes qui participent aux travaux de l'ONU. En mai 1992, la Suisse a aussi participé financièrement à la Conférence des peuples indigènes sur le territoire, l'environnement et le développement, qui était organisée par trois organisations indigènes sud-américaines dans le cadre du forum global de Rio. S'agissant plus spécifiquement de la population, dont il a bien fallu que beaucoup de vos collègues devinent laquelle c'était, parce que très peu connue - celle du peuple Adivasi en Inde - les services concernés du Département fédéral des affaires étrangères et l'ambassade de Suisse à la Nouvelle Delhi ont été chargés d'examiner spécifiquement leurs problèmes et, plus particulièrement, la possibilité de s'engager en faveur du maintien de l'identité culturelle de ce peuple au moyen de la coopération au développement et de nouveau de la politique des droits de l'homme. Nous vous informerons très directement, Madame la Conseillère nationale, sur les actions que nous voulons entreprendre en faveur de ce peuple indigène particulier. 93.5036 Frage Misteli Resolution der Uno-Menschenrechtskommission zu den Vergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina Question Misteli Résolution de la Commission des droits de l'homme de l'ONU sur les viols en Bosnie-Herzégovine Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 In der letzten Session hat Bundesrat Felber die Vergewaltigungen in Ex-Jugoslawien als Kriegsverbrechen gebrandmarkt und die systematische Vergewaltigung als Aspekt der ethnischen Säuberungen aufs schärfste verurteilt Nach Presseberichten hat die Schweiz nur den Text der Resolution zur allgemeinen Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen durch die bosnischen Serben der Uno-Menschenrechtskommission unterschrieben, nicht aber die Resolution gegen die Vergewaltigungen. Was sind die Gründe, dass die Schweiz die Resolution gegen die Vergewaltigungen nicht unterschrieben hat, und was ist das weitere Vorgehen der schweizerischen Delegation, damit die Vergewaltigungen von Frauen und Kindern im Krieg im ehemaligen Jugoslawien wie die Menschenrechtsverletzungen behandelt und verurteilt werden? Texte de la question du 8 mars 1993 Lors de la dernière session parlementaire, M. René Felber, conseiller fédéral, a stigmatisé les viols commis dans l'ex-Yougoslavie, les qualifiant de crimes de guerre. Il a également condamné au plus haut point le viol systématique en tant qu'aspect de l'épuration ethnique. La presse a indiqué que la Suisse avait signé uniquement la résolution de la Commission des droits de l'homme de l'ONU sur la condamnation des violations des droits de l'homme commises par les Serbes de Bosnie, mais non la résolution condamnant les viols. Pourquoi la Suisse n'a-t-elle pas signé cette seconde résolution? Quelles démarches la délégation suisse va-t-elle maintenant entreprendre afin que soient examinées et condamnées les violations des droits de l'homme, et plus particulièrement les viols commis sur les femmes et les enfants?
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8. März 1993 N 147 Fragestunde M. Felber, conseillerfédéral: Lors de la présente session de la Commission des droits de l'homme, la Suisse s'était portée coauteur d'un premier projet de résolution sur le viol des femmes en ex-Yougoslavie, projet qui était soutenu par tous les Etats occidentaux Ce projet condamnait la politique de viol systématique menée, il faut bien le rappeler, par toutes les parties en conflit, et mettait en particulier l'accent - comme nous l'avons fait, vous le savez, comme vous l'avez fait - sur le viol des femmes musulmanes. Ce texte a malheureusement dû être retiré sous la pression des Etats musulmans et il a été remplacé par un projet qu'eux avaient proposé. A l'image d'autres pays occidentaux, la Suisse ne s'est pas portée coauteur de cette résolution. En effet, cette résolution fait porter uniquement sur les Serbes la seule responsabilité de la pratique systématique du viol utilisée comme une arme de guerre dans le cadre de la politique de purification ethnique. Or, la pratique systématique du viol des femmes est également, hélas! le fait des autres parties en conflit, même si c'est dans une moindre mesure, nous le savons. Notre pays s'est alors porté coauteur d'une troisième résolution, adoptée celle-ci par consensus, qui porte sur la situation générale des droits de l'homme en ex-Yougoslavie. Cette résolution condamne toutes les violations des droits de l'homme, par toutes les parties en conflit, y compris, expressément, la pratique systématique du viol des femmes en faisant endosser dans cette résolution la responsabilité principale aux Serbes, mais non pas exclusive. Voilà la différence. 93.5001 Frage Bär Auslegung des Opferhilfegesetzes durch die Kantone Question Bär Application par les cantons de la loi sur l'aide aux victimes d'infractions Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Opferhilfegesetz bestimmt, dass namentlich bei Sexualdelikten dem urteilenden Gericht wenigstens eine Person angehören muss, die gleichen Geschlechtes ist wie das Opfer. Das Obergericht des Kantons Bern weigert sich, diese Bestimmung beim Einzelrichter, bei der Einzelrichterin anzuwenden. Ist der Bundesrat auch der Ansicht, dass diese Auslegung dem Wortlaut und der Ratio legis widerspricht? Welche Möglichkeiten sieht er, dem Gesetz in den Kantonen zum Durchbruch zu verhelfen? Texte de la question du 8 mars 1993 La loi sur l'aide aux victimes d'infractions dispose que, notamment lorsqu'il s'agit d'infractions contre l'intégrité sexuelle, le tribunal appelé à juger doit comprendre au moins une personne du même sexe que la victime. La Cour suprême du canton de Berne se refuse à appliquer cette disposition lorsqu'il y a un ou une juge unique. Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi que cette interprétation est en contradiction avec la teneur et avec l'esprit de la loi? Quels moyens voit-il pour imposer l'application de la loi dans les cantons? Bundesrat Koller: «Die Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität können verlangen, dass dem urteilenden Gericht wenigstens eine Person gleichen Geschlechts angehört» So lautet Artikel 10 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfern von Straftaten (OHG). Der Bundesrat ist der Ansicht, dass Wortlaut, Sinn und Systematik der Norm für eine Anwendung auch bei Einzelrichtern sprechen. In der neueren Gesetzesredaktion des Bundes verwendet man nämlich den Begriff «Gericht» regelmässig auch für den Einzelrichter, um die geschlechtsspezifischen Ausdrücke «Richter» respektive «Richterin» zu vermeiden. Wenigstens eine Person gleichen Geschlechts kann bei Einzelrichtern logisch nur bedeuten, dass die das Amt ausübende Person das gleiche Geschlecht wie das Opfer haben muss. Sinn der Norm ist, auf die psychologische Situation der Opfer von Sexualdelikten Rücksicht zu nehmen. Da sich ein Opfer von Sexualdelikten in der Regel von einer Person gleichen Geschlechts besser verstanden fühlt als von Personen des anderen Geschlechts, soll im urteilenden Gericht wenigstens eine Person gleichen Geschlechts wie das Opfer vertreten sein. Diese Zielsetzung lässt sich bei Einzelrichtern nur so verwirklichen, dass der Richter dem gleichen Geschlecht angehört wie das Opfer. Diese Auslegung entspricht der Regelung bei der polizeilichen Einvernahme und in der Voruntersuchung - ich verweise auf Artikel 6 Absatz 3 OHG -, welche in der Regel von einer Einzelperson durchgeführt werden. Das Gesetz anerkennt dort den Anspruch des Opfers, das Geschlecht eines Behördemitgliedes zu bestimmen. Hat man diese Konsequenz für das Untersuchungsverfahren gezogen, muss sie aus systematischen Gründen auch für das Urteilsverfahren gezogen werden. Die Einhaltung der Verfahrensvorschriften des Opferhilfegesetzes ist Sache der zuständigen Behörden, d. h. in der Regel der kantonalen Gerichte. Das Opfer kann seinen Anspruch nach Artikel 10 OHG nötigenfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen und sich in letzter Instanz ans Bundesgericht wenden. 93.5002 Frage Keller Rudolf Schutz vor illegaler Einwanderung Question Keller Rudolf Protection contre l'immigration clandestine et les passeurs Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Verschiedenen Quellen zufolge hat die illegale Einwanderung wieder zugenommen. Es ist eine grosse Schleppertätigkeit «im Dienste von Asylanten» im Gange. Der Drogenschmuggel blüht, Diebesgut wird verschoben, illegal werden Waffen gehandelt (siehe Ex-Jugoslawien) usw. Bereits haben Kantonsregierungen deswegen beim Bund interveniert. Sieht der Bundesrat den dringenden Handlungsbedarf, und werden zusätzliche Massnahmen in die Wege geleitet, um für stabilere und sichere Verhältnisse in den Grenzregionen unseres Landes zu sorgen? Texte de la question du 8 mars 1993 Selon diverses sources, l'immigration connaît une recrudescence. Les passeurs «au service des demandeurs d'asile» sont très actifs. Le trafic de drogue prospère, on passe en contrebande des marchandises volées, on fait du trafic d'armes (voir l'ex-Yougoslavie), etc. Certains gouvernements cantonaux sont déjà intervenus auprès de la Confédération. Le Conseil fédéral se rend-il compte qu'il est urgent d'agir, et des mesures supplémentaires ont-elles été prises pour assurer plus de stabilité et de sécurité dans les zones frontalières de notre pays? Bundesrat Koller: Zwischen illegaler Einwanderung, Schleppertätigkeit und bestimmten Formen der Kriminalität im Drogen- und Waffenhandel gibt es einen gewissen Zusammenhang. Es besteht anderseits aber kein Anlass, die Situation in den Grenzregionen insgesamt als unsicher und gefährlich zu bezeichnen. Eine Dramatisierung wäre bei Anerkennung des Problems fehl am Platz. Um diese Erscheinungen einzudämmen, müssen die Ursachen angegangen werden. Diese sind allerdings komplex und beschränken sich nicht nur auf die Zielländer.
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Heure des questions 148 8 mars 1993 Im Bereich der defensiven Massnahmen geht es um vermehrte und gezielte Grenzkontrollen, um eine verstärkte internationale Zusammenarbeit bei der Schlepperbekämpfung und um eine konsequentere Strafverfolgung. Letztere ist primär Sache der Kantone. Soweit Massnahmen in die Kompetenz des Bundes fallen, wurden die Behörden bereits verschiedentlich aktiv, wie in der Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 zur Motion Keller Rudolf vom 20. März 1992,92.3132, «Kampf gegen Drogenhandel und Waffenschiebereien. Internationale Zusammenarbeit», im Detail dargelegt wurde (AB 1992 N 2161). Hier sei lediglich an die Verstärkung der Betäubungsmittel-Zentralstelle mit 15 Personen sowie an den Erlass der Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch jugoslawische Staatsangehörige erinnert. Nicht zuletzt diese Verordnung hat dazu geführt, dass der Waffenkauf durch Ausländer massiv zurückgegangen ist. Zudem wurden im vergangenen Jahr an den Grenzübergängen 130057 Personen - im Vorjahr waren es lediglich
107549 - aus formalen Gründen (fehlende oder ungültige Ausweise) zurückgewiesen und im Zwischengelände 5439 illegal eingereiste Personen aufgegriffen. Insgesamt konnten erfreulicherweise 771 Schlepper - im Vorjahr, 1991, waren es noch lediglich 419-der Polizei gemeldet bzw. den Strafverfolgungsbehörden übergeben werden. Bei dem angesprochenen Problemkreis handelt es sich nicht nur um ein spezifisch schweizerisches, sondern um ein internationales Problem. Lösungsansätze sind demnach auch auf internationaler Ebene zu suchen. Die Budapester Konferenz zur Bewältigung unkontrollierter Wanderbewegungen von Mitte Februar, an der 34 europäische Staaten vertreten waren, hat sich intensiv mit der Bekämpfung des Schlepperwesens befasst und konkrete Empfehlungen verabschiedet Der Bundesrat wird alles daransetzen, diese internationale Zusammenarbeit noch zu verstärken. 93.5003 Frage Bischof Unverhältnismässig hohe Dolmetscherkosten bei ausländischem Straftäter im Drogenbereich Question Bischof Trafiquants de drogue étrangers. Frais d'interprètes excessifs Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Laut «NZZ»-Bericht vom 17. Februar 1993 beliefen sich die Dolmetscherkosten von einem nigerianischen Drogenhändler in der Stadt Zürich auf rund 125 000 Franken! Ich frage daher den Bundesrat: - Stimmt diese Angabe? -Wenn ja, wie kann er seinen Einfluss geltend machen, hier sofortige Abhilfe zu schaffen, da zweifellos Steuergelder massiv verschleudert werden? Texte de la question du 8 mars 1993 Selon un reportage de la «NZZ» daté du 17 février 1993, les frais d'interprètes occasionnés par un trafiquant de drogue nigérian se sont montés à quelque 125 000 francs dans la ville de Zurich. C'est pourquoi je pose les questions suivantes au Conseil fédéral: - Cette indication est-elle juste? - Dans l'affirmative, comment le Conseil fédéral pourrait-il exercer de l'influence en la matière pour remédier à ce problème, étant donné que, manifestement, c'est l'argent des contribuables qui est gaspillé en l'occurrence? Bundesrat Koller: Die zürcherischen Strafverfolgungsbehörden mussten etwa 125000 Franken für Dolmetscherkosten aufwenden. Bei den Ermittlungen gelang es der Kantonspolizei Zürich jedoch, nicht nur 1, sondern 22 mutmassliche Drogenhändler, nämlich 20 Nigerianer und 2 Libanesen, festzunehmen. Umgerechnet auf eine Person belaufen sich die Dolmetscherkosten demnach nicht auf 125 000, sondern auf 5681 Franken. Abgesehen davon haben die Bundesbehörden keinen Einfluss auf kantonale Verfahren; es gilt hier die kantonale Gerichtszuständigkeit Im weiteren ist aber auf Artikel 6 Absatz 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention hinzuweisen. Danach hat der Angeschuldigte das Recht, in einer für ihn verständlichen Sprache befragt zu werden, und den Anspruch, unentgeltlich einen Dolmetscher beizuziehen. 93.5017 Frage Neuenschwander Bodenrecht. Aufhebung der dringlichen Bundesbeschlüsse Question Neuenschwander Droit foncier. Abrogation des arrêtés fédéraux urgents Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Auf welchen Zeitpunkt stellt der Bundesrat die Aufhebung der dringlichen Bundesbeschlüsse über die seinerzeitigen bodenrechtlichen Sofortmassnahmen (Sperrfrist und Pfandbelastungsgrenze) in Aussicht? Werden die Bundesbeschlüsse ohne Ersatzmassnahmen aufgehoben? Texte de la question du 8 mars 1993 Quand le Conseil fédéral envisage-t-il d'abroger les arrêtés fédéraux qui instituaient des mesures d'urgence en matière de droit foncier (délai d'interdiction de revente et limite des charges hypothécaires)? Ces arrêtés seront-ils abrogés sans être remplacés par de nouvelles mesures? Bundesrat Koller: In der Herbstsession 1989 hat das Parlament bodenrechtliche Sofortmassnahmen in Form von drei dringlichen Bundesbeschlüssen verabschiedet Den Beschluss über die Anlagevorschriften für institutionelle Anleger hob der Bundesrat am 27. März 1991 auf. Die beiden noch geltenden Beschlüsse hat das Parlament in der Wintersession 1991 sowie in der Frühjahrssession 1992 in Kenntnis der veränderten Wirtschaftslage und Verhältnisse auf dem Bodenmarkt nach ausgiebiger Diskussion zwar modifiziert, im Grundsatz aber bestätigt Seit den Beratungen im Parlament sind keine wesentlich neuen Tatsachen eingetreten. Es besteht daher kein Grund, die Bundesbeschlüsse erneut in Frage zu stellen, zumal sie ohnehin nur noch zwei Jahre - nämlich bis zum 31. Dezember 1994 - in Kraft bleiben werden, in der Anwendung keine Nachteile zeigen und der Bundesrat bei markanter Aenderung der Verhältnisse jederzeit selber tätig werden könnte. 93.5000 Frage Bühlmann Frauenbild in der Armee Question Bühlmann Image de la femme dans l'armée Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Nach Bekanntwerden der frauenfeindlichen T-Shirt-Affäre in der Infanterie-Rekrutenschule vom letzten Herbst in Luzern verurteilte der Ausbildungschef, Korpskommandant Jean-Rodolphe Christen, dieses Vorkommnis. Er kündigte an, dass -- 11 of 20 -8. März 1993 N 149 Fragestunde der Respekt vor den Frauen in der Ausbildung der Truppe und des Kaders noch vermehrt thematisiert werden müsse. Ich möchte nun wissen, was das konkret heisst: -Welche Schritte sind bisher in dieser Richtung unternommen worden? - Welche Schritte sind in Zukunft geplant? - In welchem Zeitraum sollen diese durchgeführt werden? Texte de la question du 8 mars 1993 Une fois qu'a été dénoncée l'affaire des T-shirts offensants pour les femmes, portés par des recrues de l'école d'infanterie l'automne dernier à Lucerne, le chef de l'instruction, le commandant de corps Jean-Rodolphe Christen, a condamné cet incident. Il a fait savoir que le respect des femmes devrait être un sujet davantage traité dans l'instruction des troupes et des cadres. J'aimerais que l'on fasse savoir ce que cela signifie concrètement. - Quelles mesures ont été prises dans ce sens jusqu'à présent? - Quelles sont celles qui sont prévues pour l'avenir? - Quel est le calendrier prévu pour leur exécution? Bundesrat Villiger: Gerade in einem demokratischen Staat ist die aktive Teilnahme der Frauen an allen Fragen der Sicherheitspolitik wichtig. Es gibt nicht eine Sicherheit für Frauen und eine andere Sicherheit für Männer; es gibt nur eine Sicherheit für alle. Deshalb ist auch das Klischee, wonach Militär Männersache sei, ein Relikt aus überholter Zeit. Bei der Sicherheitspolitik, in der Armee und beim EMD muss alles unternommen werden, damit die Türen für die Integration der Frauen offen sind. Den Respekt gegenüber den Frauen kann man weder reglementieren noch befehlen. Die Rekrutenschule kann auch nicht allfällige Versäumnisse von Familie und Schule korrigieren. Trotzdem kann die Armee sehr wohl dazu beitragen, dass dieser Respekt zur Selbstverständlichkeit wird. Deshalb ist für den Bundesrat die Frage der Integration nicht nur eine quantitative, sondern eine qualitative Frage. Die Armee muss daran arbeiten. Mit der erstmaligen Durchführung von zwei gemischten Rekrutenschulen in diesem Frühjahr geschieht ein grosser Schritt in diese Richtung. Zweifellos fördert die gemeinsame Ausbildung von Mann und Frau das gegenseitige Verständnis und führt zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit Im weiteren sieht der Ausbildungschef vor, die Kader der Armee ab diesem Sommer in den Offiziers- und übrigen Kaderschulen noch vermehrt für die Frauenfragen zu sensibilisieren. Wie das konkret geschehen soll, wird derzeit geprüft. Ich missbillige und bedaure die bedenklichen Entgleisungen nach Art der T-Shirts von Luzern. Ich hoffe, dass ihnen mit diesen Massnahmen vorgebeugt werden kann. Frau Bühlmann: Herr Bundesrat, haben Sie schon davon gehört, dass gerade der Einbezug von Frauen in die Armee in anderen Ländern eben nicht dazu geführt hat, das Frauenbild zu verbessern, sondern dass gerade diese Frauen vermehrt und speziell Opfer sexistischer Anfeindungen von Männern wurden? Ich denke da, dass man das z. B. zusammen mit dem Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann angehen könnte. Haben Sie schon einmal eine solche Möglichkeit geprüft? Bundesrat Villiger: Die letztgenannte Möglichkeit haben wir nicht geprüft Ich werde das dem Ausbildungschef unterbreiten. Hingegen entspricht das, was Sie vorher gesagt haben, nicht unseren Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Schweizer Armee. Wir haben, im Gegenteil, den Eindruck gewonnen, dass dort, wo Frauen mitarbeiten, auch die Qualität der Arbeit der Männer und vor allem der Ton eher besser werden. Wir sind überzeugt, dass sich das positiv ausgewirkt hat Ihre ausländischen Beispiele sind mir nicht bekannt. 93.5007 Frage Carobbio Verkauf von Pilatusflugzeugen an Burma und Gesetz über den Export von Kriegsmaterial Question Carobbio Vente des avions Pilatus à la Birmanie. Violation de la loi sur le matériel de guerre Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 In der Presse konnte man kürzlich lesen, dass Pilatusflugzeuge, die Burma verkauft worden waren, 1987 für Schiessversuche mit Raketen eingesetzt worden sind. Bei dem Versuch sollen zwei Techniker der Herstellerfirma dabeigewesen sein. Bestätigen sich diese Meldungen, so wäre das Kriegsmaterialgesetz zum x-tenmal verletzt worden. Nachdem die Ausfuhr von Pilatusflugzeugen nach Südafrika bewilligt worden ist und der Bundesrat gegenüber dem Sicherheitsrat Stellung genommen hat, muss klargestellt werden, inwiefern dieses Gesetz überhaupt eingehalten wird. Ich frage den Bundesrat, ob er es angesichts dieser Pressemeldungen nicht für angebracht hält, in diesem konkreten Fall eine Untersuchung einzuleiten, um den Sachverhalt abzuklären. Ich frage ihn zudem, ob er noch immer an seiner Auffassung festhält, dass mit dem Verkauf von PC-7 an Länder wie Burma, in dem es soziale und politische Spannungen gibt und wo die Militärdiktatur die Friedensnobelpreisträgerin hinter Gittern hält, das Kriegsmaterialgesetz sicher nicht verletzt wurde. Texte de la question du 8 mars 1993 La presse a relaté récemment que des avions Pilatus vendus à la Birmanie avaient été utilisés en 1987 pour des essais de tirs de roquettes. Deux techniciens de l'entreprise produisant les avions auraient participé à des exercices. Si ces faits étaient confirmés, il s'agirait du énième cas de violation de la loi sur l'exportation de matériel de guerre. Après l'autorisation de la vente de Pilatus à l'Afrique du Sud, et la prise de position du Conseil fédéral à l'égard des décisions du Conseil de sécurité, il est indispensable de veiller au respect de la loi. Le soussigné demande au Conseil fédéral s'il estime devoir ouvrir une enquête pour déterminer les faits, et s'il confirme encore sa version, selon laquelle la vente de Pilatus à des Etats comme la Birmanie, où existent des conflits politiques et sociaux, et où la dictature militaire emprisonne un prix Nobel de la paix, n'a pas constitué dans tous les cas une violation de la loi sur l'exportation de matériel de guerre. 93.5023 Frage Spielmann Pilatus PC-7. Lieferungen an Südafrika Question Spielmann Pilatus PC-7. Livraison à l'Afrique du Sud Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Neue Informationen bestätigen die militärische Verwendung der Flugzeuge des Typs Pilatus PC-7; sie aeigen deutlich auf, dass die vorgesehene Lieferung dieser Apparate durch die Schweiz an Südafrika eine Verletzung des geltenden Embargos darstellt. Ist der Bundesrat angesichts dieser Informationen bereit, den Entscheid zu treffen, der sich aufdrängt, und die Lieferung des Pilatus PC-7 an Südafrika zu verbieten? Texte de la question du 8 mars 1993 De nouvelles informations ont confirmé l'utilisation militaire du Pilatus PC-7, démontrant ainsi que la livraison prévue de ces -- 12 of 20 -Heure des questions 150 N 8 mars 1993 appareils par la Suisse à l'Afrique du Sud constitue une violation de l'embargo en vigueur. Le Conseil fédéral est-il prêt, à la lumière de ces informations, à prendre la décision qui s'impose et à prononcer l'interdiction de la livraison d'avions Pilatus PC-7 à l'Afrique du Sud? 93.5029 Frage Mistel! Pilatus PC-7. Lieferungen nach Südafrika Question Mistel! Pilatus PC-7. Livraison à l'Afrique du Sud Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 lieber dreissig Hilfswerke, Antiapartheid- und Solidaritätsorganisationen - darunter Caritas und Fastenopfer - haben an einer Koordinationskonferenz Ende Januar beschlossen, sich weiterhin gegen den Verkauf der 60 PC-7-Flugzeuge nach Südafrika einzusetzen. Der PC-7 wird von Drittweltländern klar nur wegen seiner Doppelkonzipierung als Trainings- und Kampfflugzeug gekauft; als Nur-Trainingsflugzeug wäre er für diese Länder zu teuer. Nachdem nun in der Presse erneut über den militärischen Einsatz von Piltatusschulflugzeugen in Burma (Schiessversuche der PC-9) unter Beteiligung von Technikern der Stanser Werke berichtet wurde, frage ich den Bundesrat an, ob er bereit ist, auf seinen Entschluss der Bewilligung des Exportes der 60 PC-7-Flugzeuge an die südafrikanische Armee zurückzukommen und den Export zu verhindern. Wenn nicht, mit welcher Begründung, und wurde die Exportbewilligung an Bedingungen gegenüber den Stanser Werken und der südafrikanischen Regierung geknüpft? Texte de la question du 8 mars 1993 Plus de 30 oeuvres d'entraide, d'organisations antiapartheid et de solidarité - parmi lesquelles Caritas et Action de carême - ont décidé, lors d'une conférence de coordination tenue fin janvier, de continuer à s'opposer à la vente des 60 PC-7 à l'Afrique du Sud. Il est évident que les pays du tiers monde n'achètent le PC-7 qu'en raison de sa double conception comme avion d'entraînement et comme avion de combat; en effet, s'il servait uniquement d'avion d'entraînement, il serait trop cher pour ces pays. Or, la presse a de nouveau dénoncé l'engagement militaire d'avions-écoles Pilatus en Birmanie (essais de tir sur PC-9), avec la participation de techniciens de l'entreprise de Stans. Je demande de ce fait au Conseil fédéral s'il est prêt à revenir sur sa décision d'autoriser l'exportation de 60 PC-7 destinés à l'armée sud-africaine et à empêcher cette exportation. S'il répond par la négative, pour quelles raisons? L'autorisation d'exporter a-t-elle été liée à des conditions concernant les ateliers de Stans et le gouvernement sud-africain? 93.5033 Frage Brügger Cyrill Kriegerische Einsätze mit PC-7 und PC-9 Question Brügger Cyrill Engagement militaire de PC-7 et de PC-9 Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Mit traumwandlerischerRegelmässigkeit gerät die militärische Verwendung der PC-7 und PC-9 in die Schlagzeilen. Immer wieder werden diese Flugzeuge von Staaten in Krisengebieten als Kriegswaffe eingesetzt Nach Erscheinen vertraulicher Unterlagen, wonach die burmesische Flugwaffe Schiessversuche - abgefeuert von PC-9Flugzeugen - durchgeführt hat, hat Bundesrat Villiger erklärt, nun müsse die Revision des Kriegsmaterialgesetzes doch ernsthaft vorangetrieben werden. Auf wann ist mit einer Vorlage betreffend Revision des Kriegsmaterialgesetzes an das Parlament zu rechnen? Welche Möglichkeiten bestehen, inzwischen mindestens die Lieferung der umstrittenen PC-7 und PC-9 an Südafrika zu verhindern? Texte de la question du 8 mars 1993 L'utilisation militaire de PC-7 et de PC-9 fait régulièrement la une des journaux. Ces avions sont systématiquement employés comme matériel de guerre dans des régions en crise. Après la publication de documents secrets selon lesquels l'aviation militaire birmane a procédé à des essais de tir à partir de PC-9, M. Villiger, conseiller fédéral, a déclaré qu'il fallait entreprendre d'urgence une révision de la loi sur le matériel de guerre. Quand le Parlement peut-il compter recevoir le projet de révision de la LMG? De quels moyens dispose-t-on, en attendant, pour empêcher au moins la livraison contestée de PC-7 et de PC-9 à l'Afrique du Sud? Bundesrat Villiger: Gemäss heute geltendem Recht untersteht der Export von PC-7-Flugzeugen nicht dem Bundesgesetz über das Kriegsmaterial, weil diese Flugzeuge in der Konfiguration, in der sie die Schweiz verlassen, nicht bewaffnet sind. Schon seit 1985 ist allerdings bekannt, dass PC-7-Flugzeuge in Burma und Guatemala nachträglich umgerüstet und bewaffnet eingesetzt worden sind. Herr Bundesrat Delamuraz, damals Chef des EMD, hat dies 1985 vor dem Parlament bestätigt Damals wurde im Parlament die Frage eingehend diskutiert, ob dieser Flugzeugtyp künftig dem Kriegsmaterialgesetz unterstellt werden sollte. Am 20. Juni 1985 wurde jedoch ein Vorstoss klar abgelehnt, der die Unterstellung forderte. Diese vom Parlament vor acht Jahren festgelegte Rechtslage gilt noch heute. In diesen Tagen ist bekanntgeworden, dass offenbar Techniker der Pilatuswerke 1987 bei Schiessversuchen mit PC-7Flugzeugen in Burma anwesend waren. Sie haben zwar nicht direkt an diesen Schiessversuchen teilgenommen, waren aber mit allgemeinen Wartungsarbeiten an den Flugzeugen betraut Im Zusammenhang mit der angekündigten Lieferung von PC-7-Flugzeugen nach Südafrika hat das Uno-Sanktionskomitee die Schweiz aufgefordert, die geplanten Lieferungen zu verhindern. Die Stellungnahme des Uno-Sanktionskomitees verändert zwar die Rechtslage nicht, ist aber für den Bundesrat Anlass, die bisherige Politik in diesem Bereich zu überprüfen. Mit Blick darauf haben wir anlässlich einer kürzlichen Vorsprache des südafrikanischen Verteidigungsministers beim Chef EMD die eindeutige Zusicherung erwirkt, dass die Republik Südafrika die PC-7 ausschliesslich zu Ausbildungszwecken übrigens auch für Piloten der Nachbarstaaten Botswana und Swasiland - verwenden und nie bewaffnen wird. Diese Zusicherung wurde inzwischen schriftlich bestätigt Die Rechtslage in bezug auf die Behandlung der PC-7-Flugzeuge wird im Rahmen der in Ausarbeitung befindlichen Totalrevision des Kriegsmaterialgesetzes neu zu beurteilen sein. Die Botschaft für diese Gesetzesrevision dürfte bis Ende 1993 vorliegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint es dagegen nicht sinnvoll, eineAenderung des geltenden Rechts vorzunehmen, beispielsweise in der Form einer Anpassung der Verordnung. Ein solcher Schritt drängt sich um so weniger auf, als das Problem der Lieferung von PC-7-Flugzeugen nach Südafrika einer befriedigenden Lösung entgegenzugehen scheint Der Bundesrat hat deshalb heute vormittag das EMD beauftragt, die Pilatuswerke formell aufzufordern, an den PC-7- und PC-9-Flugzeugen die notwendigen technischen Modifikationen vorzunehmen, die sicherstellen, dass eine nachträgliche Bewaffnung ausgeschlossen werden kann. Dieses Erfordernis gilt für sämtliche Flugzeuge, die in Länder geliefert werden -- 13 of 20 -8. März 1993 N 151 Fragestunde sollen, die gemäss schweizerischer Gesetzgebung nicht mit Kriegsmaterial beliefert werden dürfen. Den Export von PC-7und PC-9-Flugzeugen in der heutigen technischen Konfiguration würde der Bundesrat unter Berufung auf Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung verbieten, um die aussenpolitischen Interessen unseres Landes zu wahren. M. Spielmann: Je voudrais poser une question complémentaire. Jusqu'à présent, il a toujours été argumenté, concernant cet avion, qu'il ne pouvait pas être utilisé à des fins militaires. A présent qu'il a été établi que c'était effectivement le cas et qu'on l'utilisait - ce que d'ailleurs tout le monde savait sans le dire - de manière militaire, on nous explique qu'on va le modifier techniquement pour empêcher ensuite qu'on l'équipe de matériel militaire. Je me demande quelle garantie on peut obtenir, et je me pose surtout une question que je pose au Conseil fédéral: comment est-il possible de faire un tel tour de passe-passe? Ne vaudrait-il pas mieux aujourd'hui, face à la décision quand même ferme du Comité des sanctions de l'ONU qui demandait qu'on renonce à cette livraison, considérer une fois pour toutes que la Suisse, dans le domaine des sanctions de l'ONU, ne prendra pas position seulement quand il s'agit du pétrole, mais aussi quand il s'agit des êtres humains qui peuvent être touchés? On est aussi en position d'empêcher les livraisons d'armement et, dans le cas particulier, d'appliquer la décision du Comité des sanctions de l'ONU. Par conséquent, le Conseil fédéral doit prendre la seule décision qui s'impose: demander l'interdiction de l'exportation de ces avions jusqu'à ce qu'on ait fait la démonstration qu'il ne seront pas utilisés de manière militaire. Jusqu'à présent, on nous a toujours démontré le contraire et chaque fois après de nouvelles révélations; cela devient un peu une habitude navrante et j'aimerais que le Conseil fédéral donne un message clair à ce sujet-là Bundesrat Villiger: Die Aufforderung der Uno und die Tatsache, dass unlängst wieder Einsätze in anderen Ländern mit bewaffneten PC-7 und PC-9 bekanntgeworden sind, haben uns dazu bewogen, die Sache noch einmal zu überdenken. Wir stehen in einem schwierigen Abwägen, auch weil es um Hunderte von Arbeitsplätzen geht, was sozialpolitisch in der heutigen Zeit für den Kanton Nidwaiden von vitaler Bedeutung ist. Auf der anderen Seite müssen wir sicherstellen, dass es sich hier nicht um eine Umgehung des Kriegsmaterialgesetzes handelt Die Pilatuswerke müssen also darlegen, dass die neue Exportversion den verlangten Auflagen entspricht. Das werden wir von Technikern überprüfen lassen müssen, damit man in guten Treuen davon ausgehen kann, dass solche Flugzeuge nicht ohne nachträgliche, mit grossem Aufwand verbundene Eingriffe als Kampfflugzeuge eingesetzt werden können. In diesem Sinne sind sie nicht Kriegsmaterial gemäss unserer Definition. Sofern diese Voraussetzung - nicht als Kriegsflugzeuge eingesetzt werden zu können-erfüllt wird, ist ein Export vertretbar. Das gilt im übrigen nicht nur für Südafrika, sondern für alle Länder, die dem schweizerischen Kriegsmaterialexport-Verbot unterworfen sind. Frau Misteli: Herr Bundesrat, ich finde Ihre Antwort schon ein wenig blauäugig. Heute habe ich zum Beispiel im «Rendezvous am Mittag» von einem Vertreter der Stanser Werke gehört, dass sie mit dieser technischen Modifikation auf dem Markt nicht mehr konkurrenzfähig seien. Im Klartext heisst dies, dass ein Verkauf dieser Flugzeuge in diese Länder nur möglich ist, wenn sie umgerüstet werden können. Wäre es nicht eine klarere Haltung, wie das mein Kollege auch gesagt hat, den Export dieser Flugzeuge in diese Länder zu verbieten? Bundesrat Villiger: Sie werden sich im Rahmen der Revision des Kriegsmaterialgesetzes, die hier sicherlich viel zu reden geben wird, grundsätzlich zu dieser Frage äussern können. Wir glauben aber, dass es heute genügt, wenn wir sicherstellen, dass diese Flugzeuge im konkreten Fall Südafrika nicht als Kriegsflugzeuge verwendbar sind. Ich gehe im übrigen davon aus, dass die Zusicherung der heutigen südafrikanischen Regierung durchaus ihren Wert hat und glaubwürdig ist Es ist nicht undenkbar, dass für gewisse Länder die Marktchancen des Flugzeuges in dieser Konfiguration sinken und Geschäfte nicht getätigt werden könnten. Das ist in Kauf zu nehmen, auch wenn es wirtschaftlich Schmerzen macht 93.5028 Frage Zisyadis Verhalten der hohen Offiziere bei Volksabstimmungen über die Armee Question Zisyadis Votations populaires concernant l'armée. Devoir de réserve des officiers supérieurs Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 In diesem Jahr werden zwei wichtige Abstimmungen über die Armee durchgeführt Wie gedenkt der Bundesrat, die Pflicht der Zurückhaltung, welche dem militärischen Kader auferlegt ist, durchzusetzen? Texte de la question du 8 mars 1993 Deux importantes votations concernant l'armée sont à l'ordre du jour cette année. Comment le Conseil fédéral entend-il faire respecter le devoir de réserve de la hiérarchie militaire? 93.5034 Frage Rechsteiner Rolle des EMD im Abstimmungskampf vom 6. Juni 1993 Question Rechsteiner Campagne pour la votation du 6 juin 1993. RôleduDMF Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Bereits heute beginnen Offiziere im Dienst offen mit der Propaganda gegen die F/A-18-lnitiative und die Initiative «40 Waffenplätze sind genug - Umweltschutz auch beim Militär» (zum Beispiel im Inf Rgt 32). Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass Offiziere im Dienst ab sofort keine Propaganda mehr gegen die beiden Initiativen betreiben? Texte de la question du 8 mars 1993 Aujourd'hui déjà, des officiers en service se mettent à faire de la propagande contre l'initiative s'opposant aux F/A-18 et l'initiative «40 places d'armes, ça suffit! - L'armée doit aussi se soumettre à la législation sur la protection de l'environnement» (par exemple dans le rgt inf 32). Le Conseil fédéral est-il prêt à faire en sorte que, dès à présent, les officiers en service ne fassent plus de propagande contre ces deux initiatives?
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Heure des questions 152 N 8 mars 1993 93.5037 Frage Cross Andreas EMD. Propaganda gegen Volksinitiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» Question Gross Andreas DMF. Campagne contre l'initiative populaire «pour une Suisse sans nouveaux avions de combat» Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Sowohl die bundesgerichtliche Rechtssprechung als auch die Erfordernisse der demokratischen Meinungsbildung verbieten es dem EMD, sich direkt oder indirekt in der Abstimmungskampagne gegen die Volksinitiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge/Stop F/A-18» zu engagieren. Dies gilt gemäss Dienstreglement (Artikel 243 Absatz 3) auch armeeintern. Wie verträgt sich angesichts dieser Ausgangslage ein Brief des Kdt der Armee, Standort Kp 722, eines Majors, an alle ihm unterstellten Militärdienstleistenden zum Jahreswechsel, in dem er aus seiner Sicht die Volksinitiative beurteilt und diskreditiert, seine Männer indirekt auffordert, den Initianten nicht «auf den Leim zu kriechen», und dem er einen total einseitigen Argumentationskatalog der ISGA gegen die Initiative sowie eine klare Propagandaparole beilegt? Was sagt der Bundesrat im weiteren zu einem Passus in den «Richtlinien für den Kampf gegen die beiden am 6. Juni 1993 zur Abstimmung gelangenden Volksinitiativen» der Arbeitsgemeinschaft für eine wirksame und friedenssichernde Milizarmee (AWM), einer Dachorganisation von 25 armeefreundlichen Organisationen und Verbänden, vom 1. Januar 1993, wonach das EMD den Abstimmungskampf zwar nicht führe, aber «den Kampf mit seiner Informationstätigkeit unterstützt»? Ist der Bundesrat bereit, den einseitig informierten Wehrmännern auch den anderen Standpunkt zur Kenntnis zu bringen und andererseits dafür zu sorgen, dass sich das EMD und seine Angehörigen in offizieller Mission inskünftig aus der Abstimmungskampagne heraushalten und keine öffentlichen Gelder für Propaganda verwenden? Texte de la question du 8 mars 1993 La jurisprudence du Tribunal fédéral, de même que le principe démocratique selon lequel chacun a le droit de se forger une opinion interdisent au DMF de s'engager directement et indirectement dans la campagne menée contre l'initiative populaire «pour une Suisse sans nouveaux avions de combat». Cela vaut aussi pour l'armée, en vertu de l'article 243 alinéa 3 du Règlement de service. Que pense alors le Conseil fédéral de la lettre du commandant de la compagnie de stationnement 722, un major, qui, pour le Nouvel-An, a envoyé à tous les hommes servant sous ses ordres une lettre dans laquelle il leur dit ce qu'il pense de l'initiative, qu'il discrédite, dans laquelle encore il leur enjoint indirectement de ne pas «tomber dans le panneau», et à laquelle il joint un argumentaire on ne peut plus partial et un mot d'ordre clair et net? Que pense-t-il encore de l'affirmation de la Communauté de travail pour une armée de milice efficace et assurant la paix, organisation faîtière de 25 associations favorables à l'armée qui, le 1 er janvier 1993, a écrit dans des directives pour combattre les deux initiatives populaires soumises à la votation populaire le 6 juin 1993 que le DMF ne menait pas directement le combat contre elles, mais «qu'il le soutenait par sa campagne d'information»? Le Conseil fédéral est-il prêt à faire connaître l'autre point de vue à ces soldats qui n'ont entendu qu'un avis partial? Est-il aussi prêt à veiller à ce que le DMF et ses membres, lorsqu'ils effectuent une mission officielle, se tiennent à l'avenir à l'écart de toute campagne qui précède une votation et qu'ils n'utilisent plus les deniers publics à des fins de propagande? Bundesrat Villiger: Der Abstimmungskampf im Hinblick auf die Volksabstimmung vom 6. Juni über die Waffenplatz-lnitiative und die Initiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» wird weder vom EMD noch von der Armee geführt. Unsere Armeeangehörigen haben indessen ein Anrecht darauf, für ihre vielfältigen Aufgaben in der Armee gut ausgebildet und informiert zu werden. Die militärischen Kader haben nicht nur das Recht, sondern es ist ihre Pflicht, den ihnen anvertrauten Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten über Grundsatzfragen von Ausbildung und Einsatz offen Auskunft zu geben. Diese Verantwortung gebietet, auf die rein militärische Tragweite der Abstimmungsvorlagen aufmerksam zu machen. Dazu gehört aber die Orientierung über die von Bundesrat und Parlament gefassten Beschlüsse. Das hat nichts mit unerlaubter politischer Propaganda gemäss Ziffer 243 des Dienstreglementes zu tun, denn es geht dabei nicht um Abstimmungsparolen oder solche Dinge, sondern um die objektive Information und die sachliche Auseinandersetzung mit den Vorlagen. Ich habe die Kommandanten der Armee am Berner Rapport vom vergangenen Jahr auf diese Informationspflicht aufmerksam gemacht und sie angewiesen, wie weit sie bei deren Erfüllung gehen dürfen. Weitere Massnahmen drängen sich nicht auf. Sollten einzelne Truppenkommandanten über das reine Informationsziel hinausschiessen und unzulässige Abstimmungspropaganda betreiben, müssten sie zur Rechenschaft gezogen werden. Zu Publikationen von armeefreundlichen Privatorganisationen hat sich der Bundesrat nicht zu äussern. Anlässlich der EWR-Abstimmung haben Medien, Politik und Wissenschaft einmütig erkannt, dass es Pflicht des Bundesrates sei, seine Argumente überzeugend darzutun und der Stimmbürgerschaft zu erklären. Dies gilt natürlich für alle Bundesaufgaben. Die Armee ist direkt betroffen, und die jedem Kommandanten im Einsatz anvertrauten Soldaten sind es ebenfalls. So sind jene Gründe, mit denen der Bundesrat überzeugende Zustimmung im Parlament fand, wohl kaum öffentlichkeitsunfähige Geheimsache. M. Zisyadis: J'ai ici la lettre qu'un commandant a envoyée à ses soldats et qui n'est pas une lettre d'information, comme vous le disiez tout à l'heure, mais de prise de position politique claire contre l'initiative. Par conséquent, je demande quelles sont exactement les mesures que vous prendrez contre ces officiers. Je demande également quelle information sera envoyée à tous ces soldats pour qu'ils reconnaissent, après l'envoi de ces premières lettres, que ces dernières ne sont pas admissibles et qu'une seconde information leur sera envoyée. Bundesrat Villiger: Ich bitte Sie, Herr Zisyadis, mir diesen Brief zu geben, und dann werde ich dieser Sache nachgehen. Ich kann jetzt nicht spontan eine Stellungnahme aus dem Aermel schütteln. Ich werde der Sache aber nachgehen und Sie wieder informieren. Rechsteiner: Was sagen Sie dazu, Herr Bundesrat Villiger, dass in den Richtlinien der gegnerischen Organisationen zu diesen Initiativen - angeführt durch den SVP-Generalsekretär Max Friedli - ausdrücklich gesagt wird, dass das EMD durch seine Informationstätigkeit den Abstimmungskampf dieser Organisationen unterstütze? Sind Sie bereit, sich gegenüber diesen Organisationen zu distanzieren und für eine zurückhaltende Informationstätigkeit zu sorgen, damit keine Abstimmungspropaganda im Militärdienst gemacht wird? Bundesrat Villiger: Ich habe vorhin zu dieser Frage Stellung genommen. Ich kenne diese Schrift nicht, und ich habe sie deshalb auch nicht zu kommentieren. Aber ich kann Ihnen sagen, dass selbstverständlich derjenige, welcher von uns Informationen über Sachfragen will, sie von uns auch erhalten wird. In diesem Sinne sind wir durchaus bereit-wem immer das sei, ob Parlamentariern oder Organisationen -, Sachauskünfte zu geben. Aber wir werden keinen Abstimmungskampf führen. Gross Andreas: Ich möchte bei meiner Frage davon ausgehen, dass Sie recht haben, wenn Sie sagen, dass die Soldaten und die Wehrmänner ein Anrecht auf Information hätten. Sie -- 15 of 20 -8. März 1993 N 153 Fragestunde haben auch recht, wenn Sie sagen, dass der Bundesrat selbst über Abstimmungsvorlagen informieren dürfe. Ich habe das hier auch als einer gesagt, der in der EWR-Frage anderer Meinung war als der Bundesrat Wir haben in dieser Diskussion betont, dass es eine Gratwanderung zwischen Information und Propaganda gibt. Nun habe ich hier aber einen Brief eines Kompaniekommandanten, der diese Grenze überschritten hat. Er sagt, die Andersdenkenden in dieser Abstimmung seien «Mogler», es seien «Ignoranten», und er warnt seine Leute davor, diesen «Leuten auf den Leim zu kriechen». Das ist ein Stil, ein Inhalt, eine Diktion, die mit Information nichts mehr zu tun hat. Sind Sie bereit, das Ihrige dazu beizutragen, dass solche Briefe von Militärangehörigen an Militärangehörige über Bürger, die ein demokratisches Recht legitim wahrnehmen, nicht mehr geschrieben werden? Bundesrat Villiger: Ich bin gerne bereit, auch dieser Sache nachzugehen, wenn Sie mir bitte diesen Brief übergeben oder eine Fotokopie davon machen wollen. So, wie Sie es zitieren, scheint für meine erste Beurteilung eine Grenze überschritten zu sein. Die Information muss in der Richtung gehen, dass zum Beispiel der Panzersoldat wissen muss und wissen darf, was ihm in einem echten Konflikt passieren kann, wenn kein echter Luftschirm da ist; aber irgendeine Beurteilung von Initianten und politischen Zielen gehört selbstverständlich nicht zu einer solchen Information. Wir gehen all diesen Fällen nach und werden entsprechende Massnahmen ergreifen, falls sich das aufdrängen sollte. Ich bitte Sie, mir den Brief zu übergeben. 93.5004 Frage Bischof Konsequenzen des EWR-Ja des Fürstentums Liechtenstein Question Bischof EEE. Conséquences du oui de la principauté du Liechtenstein Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Fürstentum Liechtenstein ist dem EWR beigetreten! Aus diesem Grunde müssen verschiedene zolltechnische Regulierungen (CH/FL) geändert werden. Von den Finanzen spricht niemand. Das Fürstentum partizipiert nämlich, entsprechend der Länge seiner Landesgrenzen, schon seit Jahren an den Zolleinnahmen der Schweiz. Ich frage daher den Bundesrat: - Ist er nicht auch der Meinung, dass diese Beiträge gestrichen werden müssen, - ebenso die Unterhaltskosten des Bundes an die FL-Grenzpolizei? Texfe de la question du 8 mars 1993 La principauté du Liechtenstein a adhéré à l'EEE! Pour cette raison, diverses réglementations techniques relatives aux douanes (CH/FL) devront être modifiées. Mais, personne ne parle de l'aspect financier delà chose. Or, cela fait des années que la principauté perçoit, en fonction de la longueur de ses frontières, une partie des recettes douanières de la Suisse. Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral: - N'estime-t-il pas aussi que la part du Liechtenstein devrait être supprimée? - Ne pense-t-il pas que la Confédération devrait aussi cesser de débourser de l'argent pour entretenir les gardes-frontière du Liechtenstein? Bundesrat Stich: Das Fürstentum Liechtenstein partizipiert an den Einnahmen und Ausgaben der Eidgenössischen Zollverwaltung. Die Berechnungsweise ist in einer Vereinbarung zwi20-N sehen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung des Fürstentums vom 24. September 1964 geregelt, welche sich auf den Zollvertrag von 1923 stützt Nach dieser Vereinbarung ist das Fürstentum Liechtenstein nicht entsprechend der Länge seiner Landesgrenzen, sondern aufgrund der Bevölkerungszahl an den Einnahmen und Ausgaben der Eidgenössischen Zollverwaltung beteiligt Das Fürstentum Liechtenstein verfügt über keine Grenzpolizei. Die grenzpolizeilichen Aufgaben an der Aussengrenze des Fürstentums Liechtenstein, die gleichzeitig Aussengrenze des schweizerischen Zollgebietes ist, werden durch die Eidgenössische Zollverwaltung wahrgenommen. Für die Verwaltungsausgaben kommt das Fürstentum Liechtenstein anteilmässig auf. Die Streichung des Anteils des Fürstentums Liechtenstein an den Einnahmen und Ausgaben der Eidgenössischen Zollverwaltung steht zurzeit nicht zur Diskussion. Die Frage müsste erneut überprüft werden, falls die neue Situation aus irgendwelchen Gründen zu erheblichen Mehrkosten führen würde. 93.5014 Frage Aguet Missbräuchliche Verwendung der Bezeichnung AHV Question Aguet Utilisation abusive du sigle AVS Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Das Komitee, das sich für eine Aenderung von Artikel 35 der Bundesverfassung ausgesprochen hat, nennt sich «Komitee für die Aufhebung des Spielbankenverbots zugunsten der AHV». Auch wenn der Bundesrat und die Räte die Erträge aus den Spielbanken als zusätzliche Quelle für die AHV-Finanzierung vorgesehen haben, ändert dies nichts am Beitrag, mit dem der Bund die AHV mitfinanziert. Das heisst, dass nach Zulassung der grossen Geldspiele kein Rappen mehr der AHV zufliesst Die Zulassung dieser Spiele ist vor allem ein Mittel zur Erhöhung der Bundeseinnahmen um einige Millionen. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das Unterstützungskomitee mit dem Namen, den es sich gegeben hat, offensichtlich die Bezeichnung einer staatlichen Institution für eine politische Kampagne missbraucht hat? Texte de la question du 8 mars 1993 Le comité qui a défendu la modification de l'article 35 de la constitution s'est intitulé «Comité pour l'abolition de l'interdiction des maisons de jeu en faveur de l'AVS». S'il est vrai que le Conseil fédéral et les Chambres ont ajouté l'impôt sur les maisons de jeu aux diverses sources de financement de l'AVS, cette option ne modifie en rien la quote-part de la caisse fédérale au financement de l'AVS. C'est-à-dire que l'AVS ne recevra pas un centime de plus après l'ouverture des grands jeux. L'introduction des grands jeux est essentiellement un moyen d'améliorer de quelques millions les finances fédérales. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que, dans son appellation, le comité de soutien a abusé manifestement du sigle d'une institution d'Etat dans une campagne politique? Schriftliche Antwort des Bundesrates Die AHV wird einerseits durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert Andererseits hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass der Bundesbeitrag an die AHV vorab aus der Tabak- und Alkoholsteuer geleistet wird. Der Rest des Bundesbeitrages geht zu Lasten der allgemeinen Bundeskasse. Dieser Beitrag ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Angesichts der angespannten Finanzlage des Bundes ist es möglich, dass die Finanzierung der AHV in Zukunft nicht mehr sichergestellt werden kann. Der Bundesrat hat deshalb vorgesehen, ihr zusätzlich zweckgebundene Erträge aus den Casi-- 16 of 20 -Heure des questions 154 N 8 mars 1993 nos zukommen zu lassen, denn eine weitere Finanzierung durch höhere Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge scheint dem Bundesrat auch bei steigendem Finanzierungsbedarfais ausgeschlossen. 93.5030 Frage Zisyadis Geschäftspraktiken der Grossbanken Question Zisyadis Politique des grandes banques Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Die grossen Banken unseres Landes melden massive Entlassungen. Sie verfolgen zudem eine Hochzinspolitik, die schwer auf der Bauwirtschaft und den öffentlichen Finanzen lastet Hält der Bundesrat dieses Verhalten vertretbar angesichts der enormen Gewinne dieser gleichen Banken? Texte de la question du 8 mars 1993 Les grandes banques de notre pays annoncent des licenciements massifs. Ils pratiquent en outre des taux d'intérêts élevés qui pèsent lourdement sur le marché de la construction et les finances publiques. Le Conseil fédéral considère-t-il ces pratiques compatibles avec les bénéfices indécents réalisés par ces mêmes banques? Schriftliche Antwort des Bundesrates Die Banken arbeiten auf dem freien Markt und stehen im Wettbewerb mit anderen Konkurrenten. Es ist auch im Interesse der Bankgläubiger, wenn die Banken eine vorsichtige Geschäftspolitik betreiben und diese langfristig auf Sicherheit ausrichten. Die Banken stehen gegenwärtig in einer schwierigen Zeit der Umstrukturierungen und Rationalisierungen. Für deren zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ist es wichtig, dass sie die notwendigen Anpassungen rechtzeitig vornehmen. Die Höhe der von den Banken ausgewiesenen Gewinne sind in Relation zum eingesetzten Kapital zu beurteilen. So gesehen werden diese Gewinne noch relativiert Die Zinsen für Ausleihungen müssen sich nach den Refinanzierungskosten richten. Wohin risikoreiche Geschäftspraktiken führen können, haben die kürzlichen Probleme einzelner Institute gezeigt Allerdings ist in den letzten Monaten die Zinsmarge erheblich gestiegen, so dass von den Banken eine rasche Reduktion der Hypothekarzinssätze erwartet werden darf. 93.5010 Frage Steinemann Hartkäsesubventionen Question Steinemann Subventionnement des fromages à pâte dure Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Vor drei Jahren hat die vom Bundesrat eingesetzte Expertenkommission Arnold gefordert, dass die Käseunion zu einer marktgerechten Produktion übergehen müsse. Bis heute sind (ausser dem Flop mit dem Savouran) diesbezüglich keine konkreten Schritte feststellbar. Die ausländische Konkurrenz dagegen ist sehr aktiv, beispielsweise mit dem «Fol Epi» aus Frankreich (Absatz Schweiz 250 bis 300 Tonnen pro Jahr), dem «Allgäuer», dem halbfetten «Emmentaler» aus Deutschland (100 Tonnen pro Jahr), usw. Weitherum kaum verstanden wird das Sponsoring der Käseunion von 1,8 Millionen Franken für die Skinationalmannschaft Was gedenkt der Bundesrat gegen die jährlich steigenden, Hunderten von Millionen Franken Aufwendungen des Steuerzahlers für die Käseverwertung zu tun (1962: 43,4 Millionen, 1972:127 Millionen, 1982: 366,9 Millionen, 1992: 723,9 Millionen Franken)? Texte de la question du 8 mars 1993 II y a trois ans, la commission d'experts Arnold mise sur pied par le Conseil fédéral a exigé que l'Union suisse du commerce de fromage axe sa production sur les lois du marché. Or, à ce jour, aucune démarche dans ce sens n'a été entreprise (à l'exception de l'expérience peu concluante qui a été réalisée avec le savouran). La concurrence étrangère, en revanche, est très active, ce qu'illustrent notamment le «Fol Epi» de France (ventes en Suisse: 250 à300 tonnes par année), l'«Allgau» et ('«Emmental demi-gras» en provenance d'Allemagne (100 tonnes par année). On voit par ailleurs très mal pourquoi l'Union suisse du commerce de fromage sponsorise l'équipe nationale suisse de ski à raison de 1,8 million de francs. Des centaines de millions de francs sont ainsi déboursés chaque année par le contribuable pour la commercialisation des fromages, et ces montants ne cessent d'augmenter (1962: 43,4 millions, 1972: 127 millions, 1982: 366,9 millions, 1992: 723,9 millions). Que pense faire le Conseil fédéral pour remédier à cette situation? Réponse écrite du Conseil fédéral La Suisse exporte plus de 25 pour cent de sa production laitière, principalement sous la forme de fromages à pâte dure et mi-dure, ce qui permet d'assurer l'existence du quart de nos exploitations paysannes. Le placement de nos fromages sur les marchés internationaux ne peut être garanti que si leur prix est concurrentiel. En effet, il ne suffit pas de commercialiser une qualité irréprochable sous le label «Switzerland», les consommateurs étrangers attachant aussi une grande importance au prix. Si le prix de vente de nos fromages est élevé, c'est parce que leurs coûts de production sont notamment influencés par le niveau du prix du lait garanti aux paysans suisses, nettement plus élevé qu'à l'étranger. Le Conseil fédéral a clairement fait savoir, notamment dans le 7e rapport sur l'agriculture, qu'il entend adapter la politique laitière. Le soutien direct des prix et des marges doit être progressivement abandonné pour être remplacé par un soutien direct du revenu paysan à l'aide de paiements compensatoires (art
31 a et 31 b, loi sur l'agriculture). Ainsi, il sera possible d'une façon beaucoup plus conséquente de réduire notamment les subventions à l'exportation. L'Union suisse du commerce de fromages S. A. assume son mandat de commercialiser annuellement le mieux possible plus de 84 000 tonnes de fromages à pâte dure dans des conditions-cadres difficiles, qu'elle ne peut influencer. Une part importante des propositions de la commission d'experts Arnold a déjà été réalisée; le reste est en voie de l'être. Toutefois, les initiatives que pourrait développer cette organisation se heurtent aux possibilités restreintes de surmonter avec un nouveau produit les barrières douanières de notre principal client, la Communauté européenne. Le marché suisse des fromages est toutefois caractérisé par un choix très large et riche de produits indigènes offerts aux consommateurs, preuve de l'innovation continuelle développée dans notre secteur fromager.
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8. März 1993 N 155 Fragestunde 93.5016 Frage Jäggi Paul Beiträge an Flächen im Ausland Question Jäggi Paul Contributions à la surface pour des terrains situés à l'étranger Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Der Entwurf der Verordnung über ergänzende Direktzahlungen in der Landwirtschaft sieht in Artikel 9 vor, Beiträge nur für Flächen im Inland auszurichten. Warum diese Lösung? Sollte nicht die gleiche Regelung wie bei den Anbauprämien angewendet werden, indem für Flächen im Inland (und die angestammten Flächen im Ausland) Beiträge ausgerichtet werden? Texte de la question du 8 mars 1993 Le projet d'ordonnance instituant des paiements directs complémentaires dans l'agriculture prévoit à l'article 9 des contributions à la surface uniquement pour les terrains situés en Suisse. Pourquoi cette solution? Ne faudrait-il pas appliquer les mêmes règles que dans le cas des primes de culture et verser des contributions pour les terrains situés en Suisse (et pour les terrains situés à l'étranger et cultivés par tradition)? Réponse écrite du Conseil fédéral Les prises de position dans le cadre de la consultation sur les ordonnances concernant les paiements directs et les contributions écologiques sont actuellement exploitées par l'Office fédéral de l'agriculture. La grande majorité des cantons et des organisations soutient la proposition de M. Jäggi Paul, à savoir l'attribution de contributions aux surfaces à l'étranger cultivées par tradition, c'est-à-dire déjà exploitées avant 1984. Le Département fédéral de l'économie publique va apprécier, comme il se doit, ce résultat très clair de la consultation et y sera particulièrement attentif lors de la rédaction de la version définitive de l'ordonnance. La décision finale revient au Conseil fédéral. Celle-ci devrait intervenir fin avril. 93.5020 Frage Stalder Schwarzarbeit in der Schweiz Question Stalder Travail au noir en Suisse Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Bei den ständig steigenden Arbeitslosenzahlen muss dem Problem der Schwarzarbeit vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Deshalb möchte ich dem Bundesrat folgende Fragen stellen: - Wie hoch ist die geschätzte Zahl der in der Schweiz Beschäftigten, welche in als illegal zu bezeichnenden Arbeitsverhältnissen tätig sind? - Wie hoch ist die vermutete Zahl der Ausländer, welche ohne Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung beschäftigt werden? -Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um diese Missstände zu bekämpfen, und welche Massnahmen werden bei Entdeckung solcher Fälle ergriffen? Texte de la question du 8 mars 1993 Alors que le nombre des chômeurs ne cesse d'augmenter, il convient de s'intéresser de plus près au problème du travail au noir. Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral: - A combien estime-t-on en Suisse le nombre des personnes dont les rapports de travail peuvent être taxés d'illégaux? - A combien estime-t-on le nombre des travailleurs étrangers sans permis de travail ni permis de séjour? - Qu'entend faire le Conseil fédéral pour combattre ces pratiques illégales? Quelles mesures prend-on quand on découvre de tels cas? Réponse écrite du Conseil fédéral Les étrangers qui travaillent sans autorisation échappent par la force des choses atout contrôle étatique. Il est de ce fait impossible d'avancer des chiffres. Sur la base des indices dont disposent les autorités du marché du travail, le travail au noir recule en période de récession. Les dispositions pénales de la loi fédérale sur l'établissement et le séjour des étrangers ont été révisées et les mesures visant à prévenir le travail au noir renforcées. En vertu des nouvelles dispositions, entrées en vigueur en 1988, les employeurs fautifs risquent non seulement des amendes plus élevées et des peines de prison, mais encore, indépendamment d'éventuelles procédures pénales, de se voir refuser de nouvelles autorisations. 93.5022 Frage Spielmann Verkauf der Firma Sprecher+Schuh Question Spielmann Vente de l'entreprise Sprecher + Schuh Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Nach dem Verkauf des Bereichs Energieverteilung in den achtziger Jahren hat die Firma Sprecher + Schuh kürzlich ihren Bereich Niederspannungsgeräte an eine Tochtergesellschaft der amerikanischen Rockwell-Gruppe verkauft. Der Chef der amerikanischen Gruppe liess verlauten, er könne die Erhaltung der 1550 Arbeitsplätze bei Sprecher + Schuh nicht garantieren. Wie stellt sich der Bundesrat zum Verkauf florierender Industrieunternehmen und zu dessen Konsequenzen für die Beschäftigung? Texte de la question du 8 mars 1993 Après la vente dans les années 80 du secteur de distribution d'énergie, l'entreprise Sprecher + Schuh a vendu son secteur d'appareillage à basse tension à une filiale du groupe américain Rockwell. Le patron du groupe américain a indiqué qu'il ne pouvait garantir les 1550 emplois de Sprecher + Schuh. Quelle est la position du Conseil fédéral face à la vente d'entreprises industrielles florissantes et des conséquences qui en résultent sur l'emploi? Réponse écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral a pris acte du fait que le groupe argovien d'électrotechnique Sprecher+Schuh a vendu son secteur d'appareillage à basse tension au groupe américain Allen-Bradley et qu'il veut se concentrer à l'avenir sur la technique d'automatisation. Notre économie se trouve actuellement dans un processus intensif de mutations structurelles. De nombreuses entreprises sont donc contraintes de se concentrer sur leurs points forts et de créer des synergies. En outre, il convient de modifier les assortiments de produits et il n'est pas rare que cela entraîne des reprises et des ventes de certains secteurs d'entreprises. Le Conseil fédéral regrette les pertes d'emplois résultant de telles restructurations. Il relève toutefois que des entreprises suisses achètent également des firmes étrangères et que des entreprises étrangères choisissent également la Suisse comme lieu d'implantation. Il convient en l'occurence de prendre en considération les deux aspects. D'un côté, des emplois sont perdus et, de l'autre, on en crée de nouveaux -- 18 of 20 -Assurance-chômage. Mesures 156 N 8 mars 1993 Dans la mesure de ses possibilités, le Conseil fédéral mettra tout en oeuvre pour que notre économie puisse bénéficier de conditions-cadres lui permettant d'être compétitive au niveau international. Dans une période de rapides mutations, il y voit les meilleures chances d'assurer à long terme l'emploi dans notre pays, tant du point de vue qualitatif que quantitatif. #ST# 93.010 Arbeitslosenversicherung. Massnahmen Assurance-chômage. Mesures Fortsetzung - Suite Siehe Seite 82 hiervor - Voir page 82 ci-devant Art.22Abs.3bis Antrag der Kommission Mehrheit.... gekürzt Taggelder, die nicht mehr als 115 Franken betragen, werden nicht weiter gekürzt. Minderheit l (Bortoluzzi, Allenspach, Borer Roland, Daepp, Eymann Christoph, Heberlein, Philipona, Pidoux, Rychen) Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit II (Dormann, Goll, Gonseth, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Jöri, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Seiler Rolf) Streichen Minderheit III (Allenspach, Bortoluzzi, Eymann Christoph) (Eventualantrag, falls der Antrag der Minderheit l abgelehnt wird).... Taggelder, die nicht mehr als 100 Franken.... Eventualantrag Maître (falls der Antrag der Minderheit l [Leuenberger Ernst] zu Artikel
22 Absatz 1 bis abgelehnt wird).... das Taggeld um 10 Prozent des zuletzt bezogenen Betrages gekürzt Taggelder, die nicht mehr als 130 Franken betragen, werden nicht weiter gekürzt. Art.22al.3bis Proposition de la commission Majorité.... indemnités journalières. Les indemnités qui ne dépassent pas 115 francs ne sont plus réduites. Minorité I (Bortoluzzi, Allenspach, Borer Roland, Daepp, Eymann Christoph, Heberlein, Philipona, Pidoux, Rychen) Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité II (Dormann, Goll, Gonseth, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Jori, Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Seiler Rolf) Biffer Minorité III (Allenspach, Bortoluzzi, Eymann Christoph) (Proposition subsidiaire, en cas de rejet de la proposition de la minorité I).... qui ne dépassent pas 100francs.... Proposition subsidiaire Maître (en cas de rejet de la proposition de la minorité I [Leuenberger Ernst] concernant l'article 22 alinéa 1 bis) L'indemnité journalière est réduite de 10 pour cent du dernier montant après le versement de 250 indemnités journalières. Les indemnités qui ne dépassent pas 130 francs ne sont plus réduites. Bortoluzzi, Sprecher der Minderheit l: Die Minderheit l befindet sich bei Artikel 22 Absatz 3bis in guter Gesellschaft: Der Bundesrat ist gleicher Ansicht. Ich gehe davon aus, dass wir der Taggeldbezugsverlängerung auf 400 Tage zustimmen werden. Das war in der Kommission unbestritten. In diesem Zusammenhang ist die generelle Degression zu beurteilen. Damit wird auch die Grenze für zumutbare Arbeit mit zunehmender Dauer für alle Taggeldbezüger etwas tiefer angesetzt. Während die Mehrheit mit den
115 Franken, die sie vorschlägt, zusätzlich eine untere Grenze festlegen will und damit etwa 45 Prozent aller Arbeitslosen von der Degression ausnimmt, gehe ich davon aus, dass nach
250 Tagen durchaus auch bei tieferen Taggeldern eine Reduktion erfolgen kann. Es werden in dieser Kategorie vor allem junge Arbeitslose betroffen sein, und von diesen Leuten kann Mobilität, aber auch grössere Beweglichkeit bezüglich der Art des Arbeitsangebotes erwartet werden. Der Bundesrat hat in der Kommission zum Ausdruck gebracht, auf jegliche weitere Degression, als sie im bestehenden Artikel 22 Absatz 3 festgelegt ist, aufgrund seiner Kompetenz verzichten zu wollen. Es wäre sicherlich völlig falsch, den Arbeitslosen über lange Zeit ein hohes Niveau zu garantieren, wie das der Streichungsantrag der Minderheit II (Dormann) beabsichtigt, weil man damit die Ablehnung von zumutbarer Arbeit geradezu herausfordert Gegenüber der heute gültigen Situation tritt nur gerade für die Zeit vom 250. bis zum 300. Tage des Bezuges eine Verschlechterung ein. Nachher erfolgt in jedem Fall eine Verbesserung aufgrund des verlängerten Taggeldbezuges auf diese bereits erwähnten 400 Tage. Ich bitte Sie also, dem Antrag des Bundesrates und der Minderheit l, die ich vertrete, zu folgen. Frau Dormann, Sprecherin der Minderheit II: Ich beantrage Ihnen, jegliche Degression zu streichen. Einerseits schreibt der Bundesrat in seiner Botschaft, dass jeder zehnte Arbeitslose ein Langzeitarbeitsloser ist und dass diesem Phänomen im Dringlichkeitsverfahren auf Bundesebene begegnet werden muss. Er hat deshalb die Höchstzahl der Taggelder von 300 auf 400 Tage heraufgesetzt Der gleiche Bundesrat will anderseits das Taggeld dieser Langzeitarbeitslosen nach einer Bezugsdauer von einem Jahr wieder um
10 Prozent kürzen. Was soll die Degression bewirken? Sie hat ganz klar den Zweck, den Langzeitarbeitslosen zu motivieren, wieder einer Arbeit nachzugehen und nicht von der Versicherung abhängig zu werden. Deshalb schlägt der Bundesrat vor, nach dem Bezug von 250 Taggeldern - das entspricht ungefähr einem Jahr - die Versicherungsleistungen in jedem Fall um 10 Prozent zu kürzen. Das würde heissen, dass ein Viertel aller Bezüger von Arbeitslosenentschädigungen nach einem Jahr noch
63 Prozent ihres versicherten Lohnes hätten und drei Viertel aller Bezüger noch rund 72 Prozent ihres versicherten Einkommens erhalten würden. Die Arbeitslosenversicherung verteilt keine Almosen; es ist eine Versicherung. Wir alle wissen, wie hoch heute die Mietkosten und Krankenkassenprämien sind, und diese werden bei Arbeitslosigkeit nicht niedriger. Das ist für mich ein klarer Widerspruch: Entweder müssen wir feststellen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen zunimmt und wir diesen besser gerecht werden müssen - was wir auch machen -, oder wir belassen die Höchstbezugsdauer beim alten. Ich glaube nicht, dass der Bundesrat vorgeschlagen hätte, die Bezugsdauer für Langzeitarbeitslose zu erhöhen, wenn diese Entschädigungen missbräuchlich bezogen worden wären. Mit der Degression führen wir einen Missbrauchsartikel ein, der nicht nötig ist Sonst müssen Sie mir beweisen, dass es offene Stellen oder -- 19 of 20 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Fragestunde Heure des questions In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer --Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.03.1993 - 14:30 Date Data Seite 138-156 Page Pagina Ref. No 20 022 349 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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