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Entscheid

94-067

Verwaltungsbehörden 14.03.1995 94.067

14. März 1995Deutsch10 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

Seit 20 Jahren besteht ein Abkommen über soziale Sicherheit zwischen der Schweiz und Portugal. Es umfasst schweizerischerseits die AHV/IV, die Versicherung gegen Berufsunfälle und -krankheiten, die bundesrechtliche Familienzulagenordnung und teilweise die Krankenversicherung. Auf portugiesischer Seite regelt es die entsprechenden Zweige. Mit dem vorliegenden Zusatzabkommen soll das Abkommen von 1975 auf den aktuellen Stand der Entwicklung in diesen Sozialversicherungszweigen gebracht werden, so dass es den jüngsten Abkommen mit vergleichbaren Staaten wie z. B. Spanien entspricht.

2.

Wesentlichste Anpassung ist die Verbesserung der Anspruchsbedingungen für eine IV-Rente. In bezug auf die Invalidenversicherung gilt zwischen der Schweiz und Portugal grundsätzlich das Prinzip, dass derjenige Staat, bei dem der Versicherungsfall eintritt, alleine und unter Anrechnung der Versicherungszeit im anderen Staat die Rente ausrichtet. In der Schweiz wird die Invalidität in der Regel erst ein Jahr nach dem Ereignis festgestellt. Kehrt der Betroffene während diesem Jahr für ärztliche Behandlung und Erholung in seine vertraute Umgebung nach Portugal zurück, verliert er seinen Anspruch auf eine IV-Rente. Ist er aber invalid und damit ohne Arbeitsstelle, so untersteht er auch nicht dem Versicherungsschutz seines Heimatstaates. Diese Lücke wird nun gefüllt mit einer Nachversicherung, dank welcher der Versicherungsschutz bis maximal ein Jahr nach dem Ereignis, das in der Schweiz die Invalidität verursacht hat, auch im Heimatland gilt. Die Beurteilung des Invaliditätsgrades muss jedoch grundsätzlich in der Schweiz vorgenommen werden. Bei den weiteren Änderungen des ursprünglichen Abkommens, die ausser der IV auch noch die AHV und die Krankenversicherung betreffen, handelt es sich eher um technische Anpassungen. Erwägungen der Kommission Die Kommission ist mit den vorgeschlagenen Änderungen des Abkommens von 1975 einverstanden. Ein ausgewogener und aktualisierter Vertrag zwischen der Schweiz und Portugal ist besonders in Anbetracht der grossen Zahl Betroffener von einiger Bedeutung. Gegenwärtig halten sich rund 150000 Portugiesen in der Schweiz auf. In Portugal ansässig sind zurzeit rund 2000 Schweizer. Sie alle werden mit diesem Zusatzabkommen in den Genuss einer zeitgemässen und sozial vernünftigen Regelung kommen. Bei ihren Beratungen hat die Kommission in Erwägung gezogen, dass zurzeit bilaterale Verhandlungen mit der Europäischen Union im Gange sind, bei denen das Partnerland dieses Abkommens schweizerischen Anliegen oft sehr wenig Verständnis entgegenbringt. Da die Ratifizierung des Vertrages in die Hände des Bundesrates gelegt ist, empfiehlt die Kommission, den Zeitpunkt bei allem Entgegenkommen mit Bedacht zu wählen. Das Abkommen beinhaltet immerhin sehr wesentliche Verbesserungen für die grosse Zahl der portugiesischen Staatsbürger. Onken Thomas (S, TG) présente au nom de la Commission de la sécurité sociale et de la santé publique (CSSS) le rapport écrit suivant:

1.

Les relations entre la Suisse et le Portugal en matière de sécurité sociale sont régies depuis 20 ans par une convention qui couvre, du côté suisse, les domaines de l'AVS/AI, de l'assurance contre les accidents du travail et les maladies professionnelles, de la réglementation fédérale sur les allocations familiales et, en partie également, de l'assurance-maladie. Du côté portugais, la convention s'applique aux branches correspondantes. Le présent avenant devrait permettre, compte tenu de l'évolution qu'ont connu ces diverses branches au cours des dernières années, d'adapter la Convention de 1975 aux derniers accords conclus dans ce domaine, notamment avec l'Espagne.

2.

Parmi les modifications apportées à la convention, l'avenant facilite avant tout l'acquisition du droit aux prestations de l'Ai. La convention qui lie actuellement la Suisse et le Portugal repose sur le principe que l'Etat dans lequel survient le cas d'assurance prend à sa charge l'intégralité de la prestation versée, en tenant compte des périodes d'assurance accomplies dans l'autre pays. Cependant, en Suisse, l'invalidité n'est constatée en règle générale qu'un an après sa survenance. Si, au cours de cette année, un ayant droit portugais retourne au Portugal pour y suivre un traitement médical et se reposer dans un environnement familier, il perd ses droits aux prestations de l'Ai. Cependant, s'il est invalide et de ce fait chômeur, il ne peut pas non plus bénéficier d'une couverture d'assurance dans son pays d'origine. Cette lacune est à présent comblée par une clause également applicable dans le pays d'origine de l'intéressé, laquelle prévoit la prolongation de la -- 1 of 3 -14. März 1995 299 Soziale Sicherheit Abkommen mit Kanada couverture d'assurance au maximum d'un an après la survenance de l'invalidité. Le degré d'invalidité d'un ressortissant portugais doit toutefois être constaté en Suisse. Les autres modifications de la convention en vigueur sont avant tout de nature technique. Considérations de la commission La commission approuve les modifications proposées de la Convention de 1975. Il importe que la Suisse et le Portugal soient liés par un accord équilibré, répondant aux exigences actuelles, dans le domaine de la sécurité sociale, notamment au vu du grand nombre de personnes touchées. En effet, quelque 150 000 Portugais résident actuellement dans notre pays, tandis que le nombre de résidents suisses au Portugal se chiffre à environ 2000 personnes. Grâce à l'avenant, ces personnes bénéficieront d'une réglementation moderne et judicieuse sur le plan social. Lors de ses délibérations, la commission a pris en considération les faits suivants, à savoir que des négociations bilatérales sont actuellement en cours avec l'Union européenne dont fait partie le Portugal et que cet Etat montre bien souvent peu de compréhension envers les exigences formulées par la Suisse. La ratification de l'accord appartenant au Conseil fédéral, la commission lui recommande donc d'en choisir avec circonspection le moment tout en exprimant sa bonne volonté. Le fait est que l'avenant offre des avantages considérables aux citoyens portugais. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig und ohne Enthaltungen, den Bundesbeschluss betreffend ein Zusatzabkommen zum Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Portugal über soziale Sicherheit anzunehmen und damit den Bundesrat zu ermächtigen, dieses Zusatzabkommen zu dem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt zu ratifizieren. Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité et sans abstention, d'accepter l'arrêté fédéral approuvant un avenant à la Convention de sécurité sociale entre la Confédération suisse et le Portugal et, partant, d'autoriser le Conseil fédéral à ratifier l'avenant lorsqu'il le jugera opportun. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition Gesamtberatung - Traitement global Titel und Ingress, Art. 1,2 Titre et préambule, art. 1,2 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 25 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat - Au Conseil fédéral #ST# 94.068 Soziale Sicherheit. Abkommen mit Kanada. Vereinbarung mit Quebec Sécurité sociale. Convention avec le Canada. Entente avec le Québec Botschaft und Beschlussentwurf vom 17. August 1994 (BBIV 437) Message et projet d'arrêté du 17 août 1994 (FF V 421 ) Beschluss des Nationalstes vom 14. Dezember 1994 Décision du Conseil national du 14 décembre 1994 Onken Thomas (S, TG) unterbreitet im Namen der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) den folgenden schriftlichen Bericht:

1.

Während mit den USA bereits seit 1968 vertragliche Regelungen über soziale Sicherheit bestehen, schliesst die Schweiz mit Kanada erstmals ein entsprechendes Vertragswerk ab. Innerhalb des Vertrages wird Quebec eine Kompetenzdelegation eingeräumt Gleiches ist in den Verträgen Kanadas mit anderen Staaten vorgesehen. Gestützt auf diese Besonderheit kann die Provinz Quebec mit dem jeweiligen Staat Vereinbarungen über Bereiche abschliessen, die in ihrer eigenen Gesetzgebungskompetenz liegen.

2.

Dieses Abkommen mit Kanada bzw. die Vereinbarung mit Quebec beziehen sich schweizerischerseits auf die AHV und die IV, in Kanada bzw. Quebec betrifft es die vergleichbaren Sozialversicherungen. Für Kanada ist dies die Altersversicherung (Volksrente) und die beitragsabhängige Pensionsversicherung, für Quebec die beitragsabhängige Rentenversicherung. Diese ersetzt in Quebec die kanadische Pensionsversicherung, die von allen übrigen Provinzen übernommen wurde. Die Verträge erleichtern den Erwerb von Leistungsansprüchen und die Auslandszahlungen der Renten. Schweizerischerseits geschieht dies insbesondere dadurch, dass die Angehörigen des Vertragspartners den schweizerischen Staatsangehörigen in bezug auf die AHV/IV weitgehend gleichgestellt werden. Kanada und Quebec kennen keine unterschiedlichen Regelungen für In- und Ausländer. Sie erleichtern den Anspruchserwerb in den vorliegenden Verträgen, indem sie dort, wo die Leistungen von der Erfüllung von Mindestversicherungszeiten abhängen, schweizerische Versicherungszeiten anerkennend mit berücksichtigen. Vorteile bringen die Verträge somit vor allem denjenigen schweizerischen Staatsangehörigen, welche die versicherungsmässigen Voraussetzungen für eine Leistung Kanadas oder Quebecs allein aufgrund ihrer dortigen Vesicherungszeit nicht erfüllen würden, sowie allen kanadischen Staatsangehörigen mit Versicherungszeiten in der schweizerischen AHV/IV. Bei den derzeit immerhin rund 31 000 in Kanada ansässigen Schweizern handelt es sich um die zweitgrösste Auslandschweizerkolonie im aussereuropäischen Raum. Im Vergleich dazu halten sich in der Schweiz gegenwärtig nur rund 2800 kanadische Staatsbürger auf. Erwägungen der Kommission Die Kommission hat festgestellt, dass das Abkommen mit Kanada und die Entente mit Quebec vollkommen identisch sind. Aus Staats- und völkerrechtlichen Erwägungen wurden in den Beratungen Vorbehalte angebracht, mit Quebec eine besondere Vereinbarung abzuschliessen. Die Mehrheit der Kommission hat sich aber der Meinung des Bundesrates angeschlossen, dass Artikel 26 des Abkommens, die sogenannte Provinzklausel, für diese Kompetenzdelegation genüge. Ausserdem muss der Schweiz an einer einvernehmlichen und lückenlosen Regelung gelegen sein, wie sie durch diese besondere, auch für andere Staaten gültige Modalität gewährleistet wird.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Soziale Sicherheit. Zusatzabkommen mit Portugal Sécurité sociale. Avenant à la convention avec le Portugal In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.067 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.03.1995 - 08:00 Date Data Seite 298-299 Page Pagina Ref. No 20 025 648 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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