94-094
Verwaltungsbehörden 12.06.1995 94.094
12. Juni 1995Deutsch10 min
Source admin.ch
Constitutions cantonales. Garantie 1232 N 12 juin 1995 erschliessung in der Praxis verhindern und das private Erschliessungsrecht gar nicht erst zum Zuge kommt? Es ist daher unerlässlich, dass wir das Raumplanungsrecht revidieren und mit Bezug auf das zur haushälterischen Bodennutzung besonders wichtige Erschliessungsrecht durch eine Ausnahmeregelung ergänzen, die allerdings sehr eingeschränkt ausgestaltet sein muss. Gerade diese in der Motion Bisig und mit meinem Motionstext klar formulierten Einschränkungen werden sowohl von den Sprechern der Mehrheit der Kommission wie vor allem vom Bundesrat übergangen. Ich will diese Einschränkungen nochmals klar wiederholen: Für die von uns motionierte Ausnahme braucht es nämlich positiv, dass die Anlage eindeutig Erschliessungscharakter hat und dass sie überdies ebensoklar der haushälterischen Nutzung dienen muss, und negativ, dass sie nicht den übrigen wichtigen Anliegen der Raumplanung zuwiderlaufen darf. Sie sehen, dass wir mit unserem Vorstoss - der übrigens nicht gesetzlichen Charakter hat, sondern bloss ein parlamentarischer Vorstoss ist - nicht einer generelle Öffnung des Raumplanungsrechtes oder gar einer Verwilderung des an sich richtigen Grundsatzes der Trennung zwischen Siedlungs- und Nichtsiedlungsgebiet Tür und Tor öffnen wollen. Vielmehr sollen Ausnahmen nur unter klaren Voraussetzungen möglich sein, die notabene allesamt von denjenigen nachzuweisen sind, welche eine Ausnahme beanspruchen wollen. Damit geben wir auch klare Signale an die Rechtsprechung des Bundesgerichtes, welches im Einzelfall die Voraussetzung für die Ausnahmeregelung zu prüfen hat, allerdings nicht mehr wie heute a priori jede Ausnahmelösung aus grundsätzlichen Überlegungen ablehnen darf. Nun wird dieser Vorstoss mit dem Hauptargument bekämpft, die Kantone hätten es in der Hand, durch eine entsprechende Nutzungsplanung bzw. gar durch besondere Strassenpläne solche Ausnahmen in der Praxis auf dem planerischen Weg zuzulassen. Das ist zwar richtig. Dennoch, Hand aufs Herz, das ist in der Praxis doch weitgehend graue Theorie, die gerade in Ausnahmesituationen kaum zum Ziele führen kann. Wir alle wissen, wie schwierig es ist, solche Planungen umzusetzen. Sie scheitern recht häufig am tatsächlichen, am politischen oder am rechtlichen Umfeld. Ich ersuche Sie daher, nicht zuletzt auch mit dem Hinweis auf den OECD-Bericht von 1994, die Motion gutzuheissen. In diesem OECD-Bericht werden nämlich als wesentliche Ursache für die hohen Landpreise in unserem Land die rigiden Überbauungsvorschriften sowie die ungenügende Nutzung baureifen Landes genannt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die mangelnde Erschliessung verfügbarer Grundstücke, auf die jahrelangen Bewilligungsverfahren und Planungsprozesse und deren negative Konsequenzen hingewiesen. Mit unserer Motion können Sie dieser fragwürdigen Praxis unter eng begrenzten - ich betone: eng begrenzten - Voraussetzungen Abhilfe schaffen oder diese doch mildern. Ich ersuche Sie um Erheblicherklärung der vom Ständerat bereits überwiesenen Motion Bisig und bitte Sie um Zustimmung zur Überweisung. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion Dagegen
Erwägungen
55.
Stimmen
73.
Stimmen #ST# 94.094 Kantonsverfassungen (GL, SO, AI, SG, VS). Gewährleistung Constitutions cantonales (GL, SO, AI, SG, VS). Garantie Botschaft und Beschlussentwurf vom 2. November 1994 (BBI 1995 l 969) Message et projet d'arrêté du 2 novembre 1994 (FF 1995 I 957) Beschluss des Ständerates vom 15. März 1995 Décision du Conseil des Etats du 15 mars 1995 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspolitischen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Bericht: Nach Artikel 6 Absatz 1 der Bundesverfassung sind die Kantone verpflichtet, für ihre Verfassungen die Gewährleistung des Bundes einzuholen. Nach Absatz 2 des gleichen Artikels gewährleistet der Bund kantonale Verfassungen, wenn sie weder die Bundesverfassung noch das übrige Bundesrecht verletzen, die Ausübung der politischen Rechte in republikanischen Formen sichern, vom Volk angenommen worden sind und revidiert werden können, sofern die absolute Mehrheit der Bürger es verlangt. Erfüllt eine kantonale Verfassung diese Voraussetzungen, so muss sie gewährleistet werden; erfüllt eine kantonale Verfassung eine dieser Voraussetzungen nicht, so darf sie nicht gewährleistet werden. Die vorliegenden Verfassungsänderungen haben zum Gegenstand: - im Kanton Glarus: Informationsrechte; - im Kanton Solothurn: Besteuerung ausserordentlicher und nicht periodischer Einkünfte; - im Kanton Appenzell Innerrhoden: Gewaltentrennung; Amtszwang; Anzahl der Grossratsmitglieder; Wahl der Landschreiber und Landweibel; - im Kanton St. Gallen: Aufhebung des Amtszwanges bei Proporzwahlen; - im Kanton Wallis: Volksrechte und öffentliche Gewalt; Unvereinbarkeiten. Alle Änderungen entsprechen dem Artikel 6 Absatz 2 der Bundesverfassung; sie sind deshalb zu gewährleisten. Der Ständerat hat am 15. März 1995 der Gewährleistung zugestimmt. Heberlein Trix (R, ZH) présente au nom de la Commission des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant: En vertu de l'article 6 alinéa 1er de la Constitution fédérale, les cantons sont tenus de demander à la Confédération la garantie de leur constitution. Selon l'alinéa 2 de ce même article, la Confédération accorde la garantie, pour autant que ces constitutions soient conformes à la Constitution fédérale et à l'ensemble du droit fédéral, qu'elles assurent l'exercice des droits politiques selon des formes républicaines, qu'elles aient été acceptées par le peuple et qu'elles puissent être révisées lorsque la majorité absolue des citoyens le demande. Si une disposition constitutionnelle cantonale remplit toutes ces conditions, la garantie fédérale doit lui être accordée; sinon, elle lui est refusée. En l'espèce, les modifications constitutionnelles ont pour objet: - dans le canton de Claris: le droit à l'information; - dans le canton de Soleure: l'impositions des revenus extraordinaires et non périodiques; - dans le canton d'Appenzell Rhodes-Intérieures: la séparation des pouvoirs; l'obligation d'accepter une charge officielle; le nombre des membres du Grand Conseil; l'élection du chancelier d'Etat et de l'huisser d'Etat;
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Juni 1995 1233 Rechtshilfevertrag zwischen der Schweiz und Kanada - dans le canton de Saint-Gall: la suppression de l'obligation d'accepter une charge officielle lors d'élections au scrutin proportionnel; - dans le canton du Valais: les droits populaires et les pouvoirs publics; les incompatibilités. Toutes ces modifications sont conformes à l'article 6 alinéa 2 de la Constitution fédérale. Aussi la garantie fédérale doitelle leur être accordée. Le Conseil des Etats a approuvé la garantie le 15 mars 1995. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, den Bundesbeschluss über die Gewährleistung der geänderten Kantonsverfassungen anzunehmen. Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité, d'adopter l'arrêté fédéral accordant la garantie fédérale aux constitutions révisées de certains cantons. Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, par appel nominal (Réf.: 1522) Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aguet, Bär, Baumberger, Bäumlin, Bezzola, Binder, Bodenmann, Bonny, Brunner Christiane, Bugnon, Bühlmann, Bührer Gerold, Bundi, Bürgi, Caccia, Chevallaz, Columberg, Danuser, Darbellay, de Dardel, Deiss, Dettling, Dormann, Dünki, Eggenberger, Eggly, Engler, Epiney, Eymann Christoph, Fankhauser, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Friderici Charles, Gadient, Giger, Goll, Gonseth, Graber, Grendelmeier, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Gysin, Haering Binder, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Herczog, Hess Otto, Hess Peter, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jäggi Paul, Jenni Peter, Jöri, Kern, Kühne, Leemann, Leu Josef, Leuba, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder, Matthey, Mauch Ursula, Maurer, Meier Hans, Meyer Theo, Miesch, Misteli, Moser, Mühlemann, Müller, Marbel, Ostermann, Pidoux, Pini, Raggenbass, Reimann Maximilian, Robert, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Sandoz, Savary, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Schmidhalter, Schnider, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Singeisen, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Strahm Rudolf, Theubet, Verterli, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wyss William, Zbinden, Züger, Zwygart (111) Stimmen nicht - Ne votent pas: Allenspach, Aregger, Aubry, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Béguelin, Berger, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Borei François, Borer Roland, Bortoluzzi, Brügger Cyrill, Camponovo, Carobbio, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Cincera, Comby, Cornaz, Couchepin, David, Diener, Dreher, Ducret, Duvoisin, Fasel, Fehr, von Feiten, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Gobet, Grossenbacher, Hämmerle, Hildbrand, Jaeger, Jeanprêtre, Keller Anton, Keller Rudolf, Ledergerber, Lepori Bonetti, Loeb François, Maitre, Mamie, Marti Werner, Maspoli, Mauch Rolf, Meier Samuel, Nabholz, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Perey, Philipona, Poncet, Rechsteiner, Rohrbasser, Rutishauser, Rychen, Schenk, Scherrer Werner, Schmid Samuel, Schmied Walter, Schweingruber, Segmüller, Sieber, Spielmann, Spoerry, Stalder, Stamm Judith, Steiger Hans, Steinegger, Steiner Rudolf, Stucky, Suter, Thür, Tschäppät Alexander, Tschopp, Tschuppert Karl, Wiederkehr, Wittenwiler, Ziegler Jean, Zisyadis, Zwahlen, vakant l, vakant II (88) Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1) An den Bundesrat - Au Conseil fédéral #ST# 94.098 Rechtshilfevertrag in Strafsachen und Auslieferungsvertrag zwischen der Schweiz und Kanada. Genehmigung Traité d'extradition et d'entraide judiciaire en matière pénale entre la Suisse et le Canada. Ratification Botschaft und Beschlussentwurf vom 16. November 1994 (BBI 1995 l 745) Message et projet d'arrêté du 16 novembre 1994 (FF 1995 I 725) Beschluss des Ständerates vom 15. März 1995 Décision du Conseil des Etats du 15 mars 1995 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der Kommission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftlichen Bericht: Ausgangslage Der neue Auslieferungsvertrag ersetzt den aus dem Jahre 1880 stammenden Vertrag mit Grossbritannien, der den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Er wird auf alle Delikte gemäss dem Strafrecht beider Länder anwendbar sein, die mit einer Gefängnisstrafe oder einer anderen die Freiheit beschränkenden Massnahme von mindestens einem Jahr oder mehr bedroht sind. Er ermöglicht eine wesentliche Vereinfachung des Auslieferungsverfahrens: Für eine Auslieferung muss neu kein Beweisdossier mehr vorgelegt werden; es genügen eine erweiterte Sachverhaltsdarstellung und eine rechtliche Qualifikation des Delikts. Eine Beglaubigung der Bundeskanzlei ist nicht mehr erforderlich; es reicht die Unterschrift der zuständigen richterlichen Behörde. Neu ist auch die Zulassung der vereinfachten Auslieferung. Der Auslieferungsvertrag lehnt sich stark an das Europäische Auslieferungsübereinkommen an. Die notwendigen Verfahrensvorschriften befinden sich im Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG). Der Rechtshilfevertrag schliesst eine Lücke, denn bisher gab es für den Rechtshilfeverkehr keine staatsvertragliche Grundlage. Er wird die Einvernahme wichtiger Zeugen auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei, die Erhebung von Beweismitteln, die Zustellung von Schriftstücken, die Aufenthaltsnachforschung und Identifizierung gesuchter Personen sowie deren Überstellung in den anderen Staat zum Zweck ihrer Einvernahme ermöglichen. Er wird auch ganz allgemein den Austausch von Informationen fördern. Wie der Auslieferungsvertrag lehnt sich auch der Rechtshilfevertrag an das entsprechende europäische Übereinkommen an, in diesem Fall das Europäische Rechtshilfeübereinkommen, und an das schweizerische IRSG.
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Kantonsverfassungen (GL, SO, AI, SG, VS). Gewährleistung Constitutions cantonales (GL, SO, AI, SG, VS). Garantie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.094 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 12.06.1995 - 14:30 Date Data Seite 1232-1233 Page Pagina Ref. No 20 025 737 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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