94-3022
Verwaltungsbehörden 17.06.1994 94.3022
17. Juni 1994Deutsch11 min
Source admin.ch
17. Juni 1994 N 1209 Interpellation Verterli #ST# 94.3022 Interpellation Vetter l i Hayek-Bericht zur Evaluation der Schweizerischen Verkehrszentrale (SVZ) Rapport Hayek sur l'évaluation de l'Office national suisse du tourisme (ONST) Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1994 Der Tourismus hat für unser Land einen ausserordentlich hohen Stellenwert: Mit 42 Milliarden Franken Gesamteinnahmen ist der Fremdenverkehr drittgrösster Devisenbringer; die
Erwägungen
300.
000 krisenresistenten Arbeitsplätze bedeuten viertwichtigster Erwerbszweig. Eine zentrale Bedeutung für unseren Tourismus hat die Schweizerische Verkehrszentrale (SVZ). Kritik an dieser öffentlich-rechtlichen Körperschaft wurde anlässlich des Jubiläums zum 75jährigen Bestehen und während der Budgetdebatten in den eidgenössischen Räten besonders deutlich ausgedrückt Deshalb beauftragte der Bundesrat die Hayek Engineering AG, die SVZ zu analysieren. Am 11. August 1993 traf dieser Hayek-Bericht beim Bund ein. Das Biga stellte am 11. September 1993 den Medien eine zwanzigseitige Kurzfassung des Berichtes vor. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
1.
Wie beurteilt der Bundesrat das Kosten-Leistungs-Verhältnis dieses 300 000 Franken teuren Berichtes (Medienkritik: «Der Berg hat eine Maus geboren» - «Wenig echte Erneuerungen vorgeschlagen»)?
2.
Hat man wirklich darauf verzichtet, vergleichbare ausländische Marketingkonzepte in die Studie einzubeziehen?
3.
Der Hayek-Bericht zur Evaluation der SVZ soll 150 Seiten plus Anhang umfassen. Warum wurde dieser wichtige Bericht nicht integral veröffentlicht respektive den direkt interessierten Kreisen nicht vollumfänglich zugänglich gemacht?
4.
Stimmt es, dass nur eine stark redigierte, abgeschwächte Version allenfalls veröffentlicht werden soll - und wenn ja, warum?
5.
Gemäss Kurzfassung des Hayek-Berichtes soll die Führungsstruktur der SVZ massiv gestrafft werden. Neben dem Abbau von 39 Stellen bei der SVZ soll vor allem der Wasserkopf der SVZ mit 474 (!) Delegierten, 61 (!) Vorstandsmitgliedern und 13köpfigem (!) Ausschuss drastisch reduziert werden. Stimmt es, dass die betroffenen touristischen Interessenvertreter sich vehement gegen diese Reorganisation wehren, politischen Druck ausüben?
6.
Ist der Bundesrat trotzdem willens, diese Reorganisation gemäss Biga «möglichst umfassend, rasch und auch flexibel» umzusetzen?
7.
Das Biga ist bekanntlich mit den vielschichtigen Problemen der Beschäftigungslage überlastet Gemäss Hayek-Bericht wird die Mitverantwortung des Bundes im Tourismus (5 Bundesvertreter im 14köpfigen Vorstand der SVZ) noch verstärkt. Genügen die 1,5 Stellen für Tourismus innerhalb des Biga? Sollte in Anbetracht des hohen Stellenwertes des Fremdenverkehrs nicht ein Bundesamt für Tourismus geschaffen werden? Texte de l'interpellation du 28 février 1994 Le tourisme est d'une très grande importance pour notre pays: avec un total de 42 milliards de francs de recettes, il est le troisième pourvoyeur de devises; ses 300 000 emplois - qui résistent à la crise - en font la quatrième branche d'activité. L'Office national suisse du tourisme (ONST) revêt une importance capitale pour notre tourisme. Or des critiques ont été clairement formulées à rencontre de cette corporation de droit public aussi bien à l'occasion de son 75e anniversaire que pendant les débats sur le budget aux Chambres fédérales. C'est pourquoi, le Conseil fédéral a chargé l'entreprise Hayek Engineering SA de procéder à une analyse de l'ONST. Le
11.
août 1993, le rapport Hayek était remis à la Confédération et le 11 septembre 1993, l'Ofiamt présentait aux médias un résumé de 20 pages de ce rapport. A ce sujet, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
1.
Que pense-t-il du rapport coût-utilité de cette analyse qui a coûté 300 000 francs (critique des médias: «la montagne a accouché d'une souris» - «peu de véritables innovations proposées»)?
2.
A-t-on réellement renoncé à intégrer dans cette étude des conceptions de marketing étrangères comparables?
3.
Le rapport Hayek sur l'ONST compterait 150 pages plus annexe. Pourquoi cet important rapport n'a-t-il pas été publié intégralement ou mis à la disposition des milieux directement intéressés dans sa version intégrale?
4.
Est-il vrai qu'une version largement corrigée et adoucie doit le cas échéant être publiée - et si oui, pourquoi?
5.
Selon la version abrégée du rapport Hayek, les structures de direction de l'ONSTdevraient être sérieusement compressées. En plus de la suppression de 39 postes à l'ONST, c'est surtout latele hydrocéphale de l'institution avec 474 (!) délégués, 61 (!) membres du comité et 13 (!) membres du bureau qui devrait être réduite fortement Est-il exact que les représentants intéressés des milieux touristiques se défendent avec véhémence contre cette réorganisation et exercent une pression politique?
6.
Le Conseil fédéral est-il malgré tout déterminé à mettre cette réorganisation en oeuvre «de façon aussi complète, rapide et souple que possible», ainsi que l'affirme l'Ofiamt?
7.
Chacun sait que l'Ofiamt est débordé par l'étude des multiples problèmes liés à la situation de l'emploi. Selon le rapport Hayek, la co-responsabilité de la Confédération en matière de tourisme devrait être encore renforcée (5 représentants de la Confédération dans le comité de l'ONST qui compterait
14.
membres). Un poste et demi pour le tourisme au sein de l'Ofiamt, est-ce suffisant? Compte tenu de l'importance que revêt le tourisme, ne conviendrait-il pas de créer un Office fédéral du tourisme? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine- Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 4. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 4 mai 1994 Der Bundesrat ist mit dem Interpellanten der Meinung, dass der Tourismus eine wichtige Leitindustrie unserer Volkswirtschaft ist und bleiben muss. Er schöpft die ihm zur Verfügung stehenden Mittel aus, um den Tourismus in der Schweiz weiter zu stärken. In diesem Jahr steht die Reorganisation der Schweizerischen Verkehrszentrale im Mittelpunkt seiner Bemühungen. Die diesbezüglichen Fragen des Interpellanten können wie folgt beantwortet werden:
1.
Die Evaluation der Schweizerischen Verkehrszentrale war zeit- und kostenintensiv. Die Gutachter hatten den Hauptsitz in Zürich und Vertretungen in 20 Ländern zu untersuchen. Sie haben mit viel Engagement und grossem Sachverstand eine sehr detaillierte Betriebsanalyse erstellt und eine neue Strategie vorgeschlagen. Der Bundesrat hat dafür 300 000 Franken zur Verfügung gestellt Der Vorstand und der Ausschuss der Schweizerischen Verkehrszentrale, in denen die Vertreter der Tourismuswirtschaft Einsitz haben, nahmen die Reorganisationsvorschläge der Gutachter positiv auf. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die Reorganisation wesentliche neue Impulse bringt, welche die Voraussetzungen schaffen, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Er ist darum für eine rasche Umsetzung besorgt.
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Interpellation Keller Rudolf 1210 N 17 juin 1994
2.
Der Interpellant weist zu Recht auf die Bedeutung der Strategien und Marketingkonzepte der wichtigen Konkurrenten hin. Diese sind entgegen anderslautenden Darstellungen mit berücksichtigt worden. Es war uns aber wichtig, nicht bei der Konkurrenzanalyse stehenzubleiben. Es ging vielmehr darum, eine eigenständige Marketingstrategie zu entwickeln, welche sich von jener der Konkurrenten abhebt
3.
Das Biga hat zusammen mit dem Ausschuss der Schweizerischen Verkehrszentrale entschieden, den Evaluationsbericht nicht zu veröffentlichen. Er enthält vertrauliche Daten, welche aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht werden können.
4.
Das Amt hat eine Kurzfassung erstellt, welche Mitte September 1993 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Originalbericht der Gutachter wurde keiner nachträglichen Überarbeitung unterzogen. Er bildet nach wie vor die Grundlage des Bundesrates für die Neuausrichtung der Schweizerischen Verkehrszentrale.
5.
Die Gutachter schlagen vor, die Führungsstrukturen zu straffen und zu diesem Zweck Ausschuss und Vorstand der Schweizerischen Verkehrszentrale durch ein einziges Gremium zu ersetzen. Der Bundesrat schliesst sich dieser Beurteilung an. Er wird dem Parlament die Auflösung des Vorstandes vorschlagen.
6.
Der Bundesrat ist entschlossen, die Reorganisation der Schweizerischen Verkehrszentrale rasch, flexibel und umfassend durchzuführen. Er hat damit bereits begonnen. Dieses Jahr werden aufgrund von Effizienzsteigerungsmassnahmen
5.
Millionen Franken an administrativen Aufwendungen eingespart. Die freiwerdenden Mittel fliessen vollumfänglich in zusätzliche Marketinganstrengungen zugunsten des Tourismus. Ab 1995 wird schrittweise eine neue Marketingstrategie eingeführt. Diese neue strategische Ausrichtung soll durch eine Modernisierung des veralteten SVZ-Erlasses begleitet werden. Der Bundesrat wird den eidgenössischen Räten noch dieses Jahr ein revidiertes Gesetz über die Schweizerische Verkehrszentrale vorlegen.
7.
Dem Biga obliegen die Planung und der Vollzug der Tourismuspolitik des Bundes. Das Amt besitzt die Voraussetzungen, um diesen Politikbereich sachgerecht abzudecken. Der Bundesrat will im neuen Vorstand der Schweizerischen Verkehrszentrale die Mehrheit der Mitglieder bestimmen, weil er zwei Drittel der finanziellen Mittel bereitstellt Er wird als Mitglieder neben der Aufsichtsbehörde Experten aus der Wirtschaft berufen. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 94.3034 Interpellation Keller Rudolf Matura-Arbeitslosengeld. Missbrauch? Allocations de chômage accordées aux bacheliers. Une prestation abusive? Wortlaut der Interpellation vom 28. Februar 1994 Laut diversen Medienberichten sollen viele Maturandinnen und Maturanden nach erfolgter Maturaprüfung Arbeitslosengelder beziehen, wenn sie nicht sofort eine Arbeitsstelle finden. Die Höhe dieser Bezüge soll bis zu 2300 Franken im Monat gehen. Damit würden sie mehr erhalten als AHV-Rentnerinnen und -Rentner! Nach allgemeiner, bisher geltender Auffassung sind Arbeitslosengelder für ehemals arbeitende und heute arbeitslose Leute bestimmt, denn diese haben dafür auch Prämien mittels Lohnabzügen bezahlt Ich frage deshalb den Bundesrat:
1.
Aufgrund welcher gesetzlichen Bestimmungen (Artikel, Gesetz, Verordnung) werden solche Auszahlungen gemacht?
2.
Wie viele Maturandinnen und Maturanden haben seit 1992 Arbeitslosengelder bezogen? Wie lange im Durchschnitt pro Person und in welcher Höhe?
3.
Wie bewertet er den Bezug von Arbeitslosengeldern durch Maturandinnen und Maturanden, und was ist allenfalls aus Bundessicht zu unternehmen? Texte de l'interpellation du 28 février 1994 Conformément à divers reportages dans les médias, de nombreux bacheliers toucheraient des allocations de chômage une fois leur maturité en poche, s'ils ne trouvent pas toute de suite un emploi. Il semblerait que ces allocations puissent atteindre 2300 francs par mois, ce qui dépasserait même le montant des rentes AVS! Jusqu'à présent, on a toujours considéré que les allocations de chômage étaient réservées aux personnes qui ont travaillé avant de se retrouver au chômage, et qui ont donc versé des cotisations, déduites de leur salaire. Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral:
1.
En vertu de quelles dispositions légales (article, loi, ordonnance) ces allocations sont-elles versées?
2.
Combien de bacheliers ont touché des allocations de chômage depuis 1992? Pendant combien de temps, en moyenne et par personne, en ont-ils touché, et à raison de quel montant?
3.
Que pense-t-il du fait que des bacheliers touchent des allocations de chômage et, le cas échéant, quelles mesures faudrait-il prendre à son avis? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994
1.
Das Arbeitslosenversicherungsgesetz befreit Personen von der Beitragspflicht, welche vor Eintritt der Arbeitslosigkeit aufgrund von Schulausbildung, Krankheit oder Unfall in keinem Arbeitsverhältnis gestanden sind und aus diesem Grund die Beitragspflicht nicht erfüllen konnten (Art. 14Avig). Diese Versicherten haben während der Rahmenfrist für den Leistungsbezug einen Anspruch auf maximal 170 Taggelder (Art 27 Abs. 4 Avig und Art 2 Abs. 3 Bst b der Verordnung zum Bundesbeschluss über Massnahmen in der Arbeitslosenversicherung). Vor dem Bezug der ersten Taggelder besteht für diese eine Wartefrist von fünf Tagen (Art 14 Avig und Art 6 Abs. 3 der Arbeitslosenversicherungsverordnung). Als versicherten Verdienst bestimmt die Verordnung für Maturanden einen Pauschalbetrag von 127 Franken pro Tag (Art 41 Abs. 1 Bst b der Arbeitslosenversicherungsverordnung und Art 1 Bst b der Verordnung über die Anpassung der Pauschalansätze in der Arbeitslosenversicherung). Die Maturanden erhalten somit eine monatliche Entschädigung von durchschnittlich 2205 Franken (127 Franken x 21,7 x
80.
Prozent).
2.
Aufgrund der verfügbaren statistischen Angaben ist es nicht möglich, eine genaue Antwort auf die Frage betreffend Anzahl der Maturanden, welche seit 1992 Arbeitslosenentschädigung bezogen haben, sowie betreffend durchschnittliche Dauer und Umfang der Entschädigung pro Person zu geben. Die durchschnittliche Anzahl von Versicherten, welche die Matura, einen Lehrabschluss oder den Schulabschluss gemacht haben und zwischen dem 1. Januar 1993 und dem 28. Februar 1994 Arbeitslosenentschädigung erhalten haben, beträgt 4285 pro Monat (schätzungsweise, da keine spezifischen statistischen Daten betreffend diese Kategorie von Versicherten vorliegen).
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Vetterli Hayek-Bericht zur Evaluation der Schweizerischen Verkehrszentrale (SVZ) Interpellation Vetter Rapport Hayek sur l'évaluation de l'Office national suisse du tourisme (ONST) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3022 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.06.1994 - 08:00 Date Data Seite 1209-1210 Page Pagina Ref. No 20 024 206 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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