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Entscheid

94-3100

Verwaltungsbehörden 05.10.1995 94.3100

5. Oktober 1995Deutsch20 min

Source admin.ch

5. Oktober 1995 N 2121 Interpellation Nabholz Gonseth, Graber, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Grossenbacher, Gysin, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Hess Otto, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jäggi Paul, Jeanprêtre, Keller Anton, Kern, Kühne, Langenberger, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leu Josef, Leuba, Leuenberger Ernst, Loeb François, Mamie, Maspoli, Mauch Ursula, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Miesch, Misteli, Moser, Müller, Nabholz, Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Ostermann, Perey, Philipona, Poncet, Reimann Maximilian, Rohr, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Rychen, Sandoz, Savary, Schenk, Scherrer Jürg, Schmid Peter, Schweingruber, Segmüller, Seiler Rolf, Stalder, Stamm Luzi, Steiger Hans, Steiner Rudolf, Strahm Rudolf, Stucky, Theubet, Thür, Tschäppät Alexander, Vetterli, Vollmer, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss William, Zbinden, Züger, Zwygart (119) Stimmen nicht - Ne votent pas: Allenspach, Aregger, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Berger, Bezzola, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Borer Roland, BrüggerCyrill, Brunner Christiane, Bundi, Caccia, Camponovo, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Cincera, Cornaz, Couchepin, de Dardel, David, Dreher, Ducret, Duvoisin, Eymann Christoph, Fasel Hugo, von Feiten, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Friderici Charles, Früh, Giezendanner, Grendelmeier, Haering Binder, Hämmerle, Hegetschweiler, Herczog, Hess Peter, Hildbrand, Jenni Peter, Jöri, Keller Rudolf, Leuenberger Moritz, Maeder, Maitre, Marti Werner, Matthey, Mühlemann, Oehler, Pidoux, Pini, Raggenbass, Rechsteiner, Robert, Rohrbasser, Rutishauser, Scherrer Werner, Scheurer Rémy, Schmid Samuel, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Seiler Hanspeter, Sieber, Singeisen, Spielmann, Spoerry, Stamm Judith, Steffen, Steinegger, Steinemann, Suter, Tschopp, Tschuppert Karl, vakant l, Wanner, Ziegler Jean, Zisyadis (80) Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1) An den Ständerat - Au Conseil des Etats #ST# 94.3100 Interpellation Nabholz Umweltschutz. Koordination der Entscheidverfahren Environnement. Coordination de la procédure de décision Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1239-Voir année 1994, page 1239 Nabholz Lili (R, ZH): Mit Beschluss vom 7. April 1993 hat der Bundesrat seiner Verwaltungskontrolle den Auftrag erteilt, ein Projekt zur Koordination der Entscheidverfahren für bodenbezogene Grossprojekte durchzuführen. Sosehr nun diese Verfahrensvereinfachung und vor allem die Koordination und die Beschleunigung zu begrüssen sind, so sehr hat es mich aber auch beschäftigt, ob nicht mit der damals zur Diskussion stehenden und heute beschlossenen Konzentrationsmöglichkeit die Gefahr einer Aushöhlung des materiellen Umweltrechtes verbunden sein könnte, indem die Umweltschutzstellen von Bund und Kantonen ausschliesslich ein Anhörungsrecht haben und kein Mitentscheidungsrecht mehr haben. Das war der Anlass meiner Interpellation vom 14. März 1994. Die Diskussion kommt insofern jetzt etwas zu spät, als der Bundesrat am 13. September 1995 bekanntlich entschieden hat, die Straffung der Verfahren auf Bundesebene durch das sogenannte Konzentrationsmodell - d. h. ohne Zustimmungserfordernis des Buwal - durchzuführen. Das heisst mit anderen Worten, dass in Fällen, wo auf Bundesebene bisher mehrere Bewilligungen, insbesondere Rodungsbewilligungen, erforderlich waren, ein konzentrierter Gesamtentscheid gefällt wird. Dieser Gesamtentscheid wird von einer Leitbehörde getroffen. Das ist die Behörde, welche von der Einreichung des Gesuches an bis zur Bewilligung im Hauptverfahren die Verantwortung trägt. Sie wird abschliessend entscheiden können. Das bedeutet, dass dem Buwal im Bereich der Waldrodungen die einzige Bewilligungskompetenz, die diese Behörde hatte, nämlich Rodungsbewilligungen erteilen zu können, entzogen wird. Das Buwal wird nur noch «eine einlässliche Stellungnahme abgeben können». Äussert es sich im konkreten Falle negativ, so soll «ein eingehendes Differenzbereinigungsverfahren» eingeleitet werden. Damit ist natürlich das Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzinteressen nicht mehr gleicherweise gewahrt, wie wenn man über parallele Verfahren in diesem Bereich verfügt. Das Beunruhigende an dieser Situation ist, dass das Modell die Fachbehörden nicht nur entmündigt, sondern sie auch marginalisiert. Es geht immerhin um Fachbehörden, welche die Schutzinteressen vertreten. Die einzige ihnen zugestandene Kompetenz wird ihnen entzogen, und sie haben nur noch Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. Damit wird das, was der Bundesrat in seiner Antwort auf meine Interpellation schreibt, nämlich dass das Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzinteressen gewahrt werden soll, de facto aus den Angeln gehoben. Es besteht aber auch die Gefahr, dass die richtige Anwendung des materiellen Rechtes gefährdet ist. Am Schluss ist zu befürchten, dass die Verfahrensvereinfachung effektiv gar nicht erfolgt, sondern sich die zeitlichen Verzögerungen auf einer anderen Ebene ergeben, indem dort mit den Beschwerdeverfahren versucht wird, das zu korrigieren, was im Bewilligungsverfahren allenfalls zuwenig gewichtet worden ist. Die Bedenken, die ich in meiner Interpellation anmeldete die Antworten des Bundesrates zu dieser Interpellation befriedigten mich nicht voll -, wurden durch den Entscheid des Bundesrates vom letzten Monat eher noch verstärkt. Die interessierten Organisationen und Verbände und auch das interessierte Publikum werden ein wachsames Auge darauf haben müssen, was nun durch diese Umstellung effektiv passiert. Es ist eine etwas groteske Situation, dass die einzige Fachbehörde, die in bezug auf diese Rodungsfragen wirklich die Sachkompetenz hat, hier «ausgehebelt» ist. Wenn man die Nutzerseite damit beauftragt, über den Schutz eines Waldes zu entscheiden, kommt das etwa darauf heraus, wie wenn man umgekehrt das Buwal damit beauftragen würde, über die Dimension von Staumauern oder die technische Machbarkeit einer Seilbahn zu entscheiden. Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je dois simplement corriger certains points de ce qui vient d'être dit. Le souci de Mme Nabholz est que les autorités compétentes soient en mesure de remplir leur fonction. Or, la décision prise par le Conseil fédéral maintient les équilibres entre l'exploitation et la protection de la nature. Elle prévoit effectivement des moyens de recours qui peuvent, de cas en cas, prolonger un peu une procédure qui, par ailleurs, aura été raccourcie, mais surtout, lorsque l'on dit que la seule autorité compétente est écartée de la décision, je pense que ça n'est pas conforme à la volonté exprimée par le Conseil fédéral. Celui-ci a dit que chaque autorité compétente doit être entendue, doit pouvoir s'exprimer et doit être en mesure de faire valoir son point de vue devant l'autorité qui devra prendre la décision unique. On a prévu également une procédure spéciale d'élimination des divergences. Il s'agit donc, en l'espèce, de trouver comment on peut concilier des avis divergents de l'Office fédéral de l'environnement, des forêts et du paysage, par exemple, et de l'office qui prend la décision. On a même prévu l'hypo-- 1 of 3 -Postulat Leu Josef 2122 N 5 octobre 1995 thèse où, ces divergences ne pouvant pas être réglées par la discussion entre les intéressés, l'objet serait amené à un plus haut niveau pour procéder à des arbitrages. En plus, les droits de recours existent, non pas pour les offices, mais pour les intéressés. Je pense donc que, du point de vue des craintes exprimées, il n'y a pas lieu de se faire trop de souci. La procédure mise en place devrait être bonne. En outre, je ne pense pas qu'il soit d'usage courant que des décisions prises par une autorité soient contraires au droit matériel. J'imagine quand même que dans l'application du droit matériel toutes les autorités, même si ce ne sont pas celles directement impliquées dans une affaire de protection de l'environnement, doivent appliquer le droit et l'appliqueront correctement. #ST# 94.3247 Motion Zisyadis Botschaften des Byndesrates. Wirkungen für die Ärmsten Messages du Conseil fédéral et «effets pour les personnes les plus pauvres» Wortlaut der Motion vom 16. Juni 1994 Der Bundesrat wird ersucht, in seine Botschaften an die Bundesversammlung einen Abschnitt mit dem Titel «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» zu integrieren. Das Schema zur Gestaltung von Botschaften enthält Abschnitte zu den finanziellen und personellen Auswirkungen sowie zu den Auswirkungen auf Kantone und Gemeinden. In dieses Schema könnten auch Auswirkungen anderer Art, zum Beispiel Auswirkungen auf die Umwelt, aufgenommen werden. Die wachsende Armut und die soziale Ausgrenzung immer weiterer Bevölkerungskreise erfordern eine besondere Aufmerksamkeit. Mit der Aufnahme eines Abschnittes «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» in das Botschaftsschema könnte in den Botschaften des Bundesrates gezeigt werden, welche Rolle einem Gesetz, einem Bundesbeschluss oder einem Entwurf für eine Verfassungsänderung im Kampf gegen die Armut zukommt. Texte de la motion du 16 juin 1994 Le Conseil fédéral est invité dans ses messages à l'Assemblée fédérale, à intégrer un volet intitulé «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres». Le schéma pour l'établissement des messages indique les conséquences financières et les effets sur l'état du personnel, ainsi que sur le plan des cantons et des communes. Ce schéma peut aussi indiquer d'autres conséquences, notamment écologiques. La montée de la pauvreté et de l'exclusion sociale nécessitent une attention particulière. En créant automatiquement un volet «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres», les messages du gouvernement permettront de marquer les effets d'une loi, d'un arrêté ou d'un projet de modification constitutionnelle dans la lutte contre la pauvreté. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Béguelin, Carobbio, Jeanprêtre, Ruffy, Spielmann, Ziegler Jean (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31, August 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1994 Le schéma actuel des messages inclut déjà la possibilité de mentionner, outre les conséquences financières et les effets sur l'état du personnel pour la Confédération, les cantons et les communes, d'autres incidences. La section «Autres effets» permet précisément d'évoquer les répercussions sur la société, les affaires sociales, l'économie, l'écologie, l'aménagement du territoire et la politique régionale. L'objectif de la motion peut donc déjà être atteint en vertu du droit actuel, de sorte que, dans les projets pour lesquels un exposé des incidences sur les personnes dans le besoin paraît important, il serait possible d'insérer une section à ce sujet. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postulat et de le classer étant donné que l'objectif de ce dernier est réalisé. Le président: M. Zisyadis communique qu'il souhaite maintenir sa motion. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion 32 Stimmen Dagegen 67 Stimmen #ST# 94.3267 Postulat Leu Josef Lesbarkeit von amtlichen Texten und Erlassen Textes légaux et administratifs. Lisibilité Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1912 - Voir année 1994, page 1912 Leu Josef (C, LU): In meinem Postulat geht es um die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter in der Gesetzessprache. Es besteht demzufolge durchaus ein Zusammenhang zum Gleichstellungsgesetz, welches zum Ziel hat, die tatsächlich existierenden Benachteiligungen der Frauen zu beseitigen. In diesem Sinne ist es unbestritten, dass Erlasse Frauen und Männer gleichermassen ansprechen sollen. Dies ist ein berechtigtes Anliegen des Leitfadens zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen. Dieser Leitfaden stützt sich auf einen Bericht der Redaktionskommission vom 22. September 1992, von dem beide Räte in der Herbstsession des gleichen Jahres in zustimmendem Sinne Kenntnis genommen haben. Der vorliegende Leitfaden geht nun aber wesentlich über den zur Kenntnis genommenen Bericht hinaus. Allgemeine Texte der Bundesverwaltung können bezüglich der Vorschläge des Leitfadens nicht mit Rechtstexten verglichen werden. Denn die Sprache von Erlassen hat besonderen Anforderungen zu genügen. Hier muss den Grundsätzen der Klarheit und Präzision, der Verständlichkeit, Lesbarkeit und Rechtssicherheit der Vorzug gegeben werden. Die Forderung, die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen grundsätzlich mit der kreativen Lösung und unter Verzicht auf das generische Maskulinum zu erreichen, lässt sich nicht ohne weiteres verwirklichen, es sei denn auf Kosten anderer Anforderungen, was mit Lesbarkeit, Verständlichkeit usw. be-- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Nabholz Umweltschutz. Koordination der Entscheidverfahren Interpellation Nabholz Environnement. Coordination de la procédure de décision In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3100 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1995 - 08:00 Date Data Seite 2121-2122 Page Pagina Ref. No 20 026 144 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

5. Oktober 1995 N 2121 Interpellation Nabholz Gonseth, Graber, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Grossenbacher, Gysin, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Hess Otto, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jäggi Paul, Jeanprêtre, Keller Anton, Kern, Kühne, Langenberger, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leu Josef, Leuba, Leuenberger Ernst, Loeb François, Mamie, Maspoli, Mauch Ursula, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Miesch, Misteli, Moser, Müller, Nabholz, Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Ostermann, Perey, Philipona, Poncet, Reimann Maximilian, Rohr, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Rychen, Sandoz, Savary, Schenk, Scherrer Jürg, Schmid Peter, Schweingruber, Segmüller, Seiler Rolf, Stalder, Stamm Luzi, Steiger Hans, Steiner Rudolf, Strahm Rudolf, Stucky, Theubet, Thür, Tschäppät Alexander, Vetterli, Vollmer, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss William, Zbinden, Züger, Zwygart (119) Stimmen nicht - Ne votent pas: Allenspach, Aregger, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Berger, Bezzola, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Borer Roland, BrüggerCyrill, Brunner Christiane, Bundi, Caccia, Camponovo, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Cincera, Cornaz, Couchepin, de Dardel, David, Dreher, Ducret, Duvoisin, Eymann Christoph, Fasel Hugo, von Feiten, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Friderici Charles, Früh, Giezendanner, Grendelmeier, Haering Binder, Hämmerle, Hegetschweiler, Herczog, Hess Peter, Hildbrand, Jenni Peter, Jöri, Keller Rudolf, Leuenberger Moritz, Maeder, Maitre, Marti Werner, Matthey, Mühlemann, Oehler, Pidoux, Pini, Raggenbass, Rechsteiner, Robert, Rohrbasser, Rutishauser, Scherrer Werner, Scheurer Rémy, Schmid Samuel, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Seiler Hanspeter, Sieber, Singeisen, Spielmann, Spoerry, Stamm Judith, Steffen, Steinegger, Steinemann, Suter, Tschopp, Tschuppert Karl, vakant l, Wanner, Ziegler Jean, Zisyadis (80) Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1) An den Ständerat - Au Conseil des Etats #ST# 94.3100 Interpellation Nabholz Umweltschutz. Koordination der Entscheidverfahren Environnement. Coordination de la procédure de décision Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1239-Voir année 1994, page 1239 Nabholz Lili (R, ZH): Mit Beschluss vom 7. April 1993 hat der Bundesrat seiner Verwaltungskontrolle den Auftrag erteilt, ein Projekt zur Koordination der Entscheidverfahren für bodenbezogene Grossprojekte durchzuführen. Sosehr nun diese Verfahrensvereinfachung und vor allem die Koordination und die Beschleunigung zu begrüssen sind, so sehr hat es mich aber auch beschäftigt, ob nicht mit der damals zur Diskussion stehenden und heute beschlossenen Konzentrationsmöglichkeit die Gefahr einer Aushöhlung des materiellen Umweltrechtes verbunden sein könnte, indem die Umweltschutzstellen von Bund und Kantonen ausschliesslich ein Anhörungsrecht haben und kein Mitentscheidungsrecht mehr haben. Das war der Anlass meiner Interpellation vom 14. März 1994. Die Diskussion kommt insofern jetzt etwas zu spät, als der Bundesrat am 13. September 1995 bekanntlich entschieden hat, die Straffung der Verfahren auf Bundesebene durch das sogenannte Konzentrationsmodell - d. h. ohne Zustimmungserfordernis des Buwal - durchzuführen. Das heisst mit anderen Worten, dass in Fällen, wo auf Bundesebene bisher mehrere Bewilligungen, insbesondere Rodungsbewilligungen, erforderlich waren, ein konzentrierter Gesamtentscheid gefällt wird. Dieser Gesamtentscheid wird von einer Leitbehörde getroffen. Das ist die Behörde, welche von der Einreichung des Gesuches an bis zur Bewilligung im Hauptverfahren die Verantwortung trägt. Sie wird abschliessend entscheiden können. Das bedeutet, dass dem Buwal im Bereich der Waldrodungen die einzige Bewilligungskompetenz, die diese Behörde hatte, nämlich Rodungsbewilligungen erteilen zu können, entzogen wird. Das Buwal wird nur noch «eine einlässliche Stellungnahme abgeben können». Äussert es sich im konkreten Falle negativ, so soll «ein eingehendes Differenzbereinigungsverfahren» eingeleitet werden. Damit ist natürlich das Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzinteressen nicht mehr gleicherweise gewahrt, wie wenn man über parallele Verfahren in diesem Bereich verfügt. Das Beunruhigende an dieser Situation ist, dass das Modell die Fachbehörden nicht nur entmündigt, sondern sie auch marginalisiert. Es geht immerhin um Fachbehörden, welche die Schutzinteressen vertreten. Die einzige ihnen zugestandene Kompetenz wird ihnen entzogen, und sie haben nur noch Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. Damit wird das, was der Bundesrat in seiner Antwort auf meine Interpellation schreibt, nämlich dass das Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzinteressen gewahrt werden soll, de facto aus den Angeln gehoben. Es besteht aber auch die Gefahr, dass die richtige Anwendung des materiellen Rechtes gefährdet ist. Am Schluss ist zu befürchten, dass die Verfahrensvereinfachung effektiv gar nicht erfolgt, sondern sich die zeitlichen Verzögerungen auf einer anderen Ebene ergeben, indem dort mit den Beschwerdeverfahren versucht wird, das zu korrigieren, was im Bewilligungsverfahren allenfalls zuwenig gewichtet worden ist. Die Bedenken, die ich in meiner Interpellation anmeldete die Antworten des Bundesrates zu dieser Interpellation befriedigten mich nicht voll -, wurden durch den Entscheid des Bundesrates vom letzten Monat eher noch verstärkt. Die interessierten Organisationen und Verbände und auch das interessierte Publikum werden ein wachsames Auge darauf haben müssen, was nun durch diese Umstellung effektiv passiert. Es ist eine etwas groteske Situation, dass die einzige Fachbehörde, die in bezug auf diese Rodungsfragen wirklich die Sachkompetenz hat, hier «ausgehebelt» ist. Wenn man die Nutzerseite damit beauftragt, über den Schutz eines Waldes zu entscheiden, kommt das etwa darauf heraus, wie wenn man umgekehrt das Buwal damit beauftragen würde, über die Dimension von Staumauern oder die technische Machbarkeit einer Seilbahn zu entscheiden. Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je dois simplement corriger certains points de ce qui vient d'être dit. Le souci de Mme Nabholz est que les autorités compétentes soient en mesure de remplir leur fonction. Or, la décision prise par le Conseil fédéral maintient les équilibres entre l'exploitation et la protection de la nature. Elle prévoit effectivement des moyens de recours qui peuvent, de cas en cas, prolonger un peu une procédure qui, par ailleurs, aura été raccourcie, mais surtout, lorsque l'on dit que la seule autorité compétente est écartée de la décision, je pense que ça n'est pas conforme à la volonté exprimée par le Conseil fédéral. Celui-ci a dit que chaque autorité compétente doit être entendue, doit pouvoir s'exprimer et doit être en mesure de faire valoir son point de vue devant l'autorité qui devra prendre la décision unique. On a prévu également une procédure spéciale d'élimination des divergences. Il s'agit donc, en l'espèce, de trouver comment on peut concilier des avis divergents de l'Office fédéral de l'environnement, des forêts et du paysage, par exemple, et de l'office qui prend la décision. On a même prévu l'hypo-- 1 of 3 -Postulat Leu Josef 2122 N 5 octobre 1995 thèse où, ces divergences ne pouvant pas être réglées par la discussion entre les intéressés, l'objet serait amené à un plus haut niveau pour procéder à des arbitrages. En plus, les droits de recours existent, non pas pour les offices, mais pour les intéressés. Je pense donc que, du point de vue des craintes exprimées, il n'y a pas lieu de se faire trop de souci. La procédure mise en place devrait être bonne. En outre, je ne pense pas qu'il soit d'usage courant que des décisions prises par une autorité soient contraires au droit matériel. J'imagine quand même que dans l'application du droit matériel toutes les autorités, même si ce ne sont pas celles directement impliquées dans une affaire de protection de l'environnement, doivent appliquer le droit et l'appliqueront correctement. #ST# 94.3247 Motion Zisyadis Botschaften des Byndesrates. Wirkungen für die Ärmsten Messages du Conseil fédéral et «effets pour les personnes les plus pauvres» Wortlaut der Motion vom 16. Juni 1994 Der Bundesrat wird ersucht, in seine Botschaften an die Bundesversammlung einen Abschnitt mit dem Titel «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» zu integrieren. Das Schema zur Gestaltung von Botschaften enthält Abschnitte zu den finanziellen und personellen Auswirkungen sowie zu den Auswirkungen auf Kantone und Gemeinden. In dieses Schema könnten auch Auswirkungen anderer Art, zum Beispiel Auswirkungen auf die Umwelt, aufgenommen werden. Die wachsende Armut und die soziale Ausgrenzung immer weiterer Bevölkerungskreise erfordern eine besondere Aufmerksamkeit. Mit der Aufnahme eines Abschnittes «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» in das Botschaftsschema könnte in den Botschaften des Bundesrates gezeigt werden, welche Rolle einem Gesetz, einem Bundesbeschluss oder einem Entwurf für eine Verfassungsänderung im Kampf gegen die Armut zukommt. Texte de la motion du 16 juin 1994 Le Conseil fédéral est invité dans ses messages à l'Assemblée fédérale, à intégrer un volet intitulé «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres». Le schéma pour l'établissement des messages indique les conséquences financières et les effets sur l'état du personnel, ainsi que sur le plan des cantons et des communes. Ce schéma peut aussi indiquer d'autres conséquences, notamment écologiques. La montée de la pauvreté et de l'exclusion sociale nécessitent une attention particulière. En créant automatiquement un volet «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres», les messages du gouvernement permettront de marquer les effets d'une loi, d'un arrêté ou d'un projet de modification constitutionnelle dans la lutte contre la pauvreté. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Béguelin, Carobbio, Jeanprêtre, Ruffy, Spielmann, Ziegler Jean (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31, August 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1994 Le schéma actuel des messages inclut déjà la possibilité de mentionner, outre les conséquences financières et les effets sur l'état du personnel pour la Confédération, les cantons et les communes, d'autres incidences. La section «Autres effets» permet précisément d'évoquer les répercussions sur la société, les affaires sociales, l'économie, l'écologie, l'aménagement du territoire et la politique régionale. L'objectif de la motion peut donc déjà être atteint en vertu du droit actuel, de sorte que, dans les projets pour lesquels un exposé des incidences sur les personnes dans le besoin paraît important, il serait possible d'insérer une section à ce sujet. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postulat et de le classer étant donné que l'objectif de ce dernier est réalisé. Le président: M. Zisyadis communique qu'il souhaite maintenir sa motion. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion 32 Stimmen Dagegen 67 Stimmen #ST# 94.3267 Postulat Leu Josef Lesbarkeit von amtlichen Texten und Erlassen Textes légaux et administratifs. Lisibilité Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1912 - Voir année 1994, page 1912 Leu Josef (C, LU): In meinem Postulat geht es um die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter in der Gesetzessprache. Es besteht demzufolge durchaus ein Zusammenhang zum Gleichstellungsgesetz, welches zum Ziel hat, die tatsächlich existierenden Benachteiligungen der Frauen zu beseitigen. In diesem Sinne ist es unbestritten, dass Erlasse Frauen und Männer gleichermassen ansprechen sollen. Dies ist ein berechtigtes Anliegen des Leitfadens zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen. Dieser Leitfaden stützt sich auf einen Bericht der Redaktionskommission vom 22. September 1992, von dem beide Räte in der Herbstsession des gleichen Jahres in zustimmendem Sinne Kenntnis genommen haben. Der vorliegende Leitfaden geht nun aber wesentlich über den zur Kenntnis genommenen Bericht hinaus. Allgemeine Texte der Bundesverwaltung können bezüglich der Vorschläge des Leitfadens nicht mit Rechtstexten verglichen werden. Denn die Sprache von Erlassen hat besonderen Anforderungen zu genügen. Hier muss den Grundsätzen der Klarheit und Präzision, der Verständlichkeit, Lesbarkeit und Rechtssicherheit der Vorzug gegeben werden. Die Forderung, die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen grundsätzlich mit der kreativen Lösung und unter Verzicht auf das generische Maskulinum zu erreichen, lässt sich nicht ohne weiteres verwirklichen, es sei denn auf Kosten anderer Anforderungen, was mit Lesbarkeit, Verständlichkeit usw. be-- 2 of 3 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Nabholz Umweltschutz. Koordination der Entscheidverfahren Interpellation Nabholz Environnement. Coordination de la procédure de décision In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3100 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1995 - 08:00 Date Data Seite 2121-2122 Page Pagina Ref. No 20 026 144 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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