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Entscheid

94-3342

Verwaltungsbehörden 04.10.1994 94.3342

4. Oktober 1994Deutsch17 min

Source admin.ch

Erwägungen

5.

Die bereits im Bundesgesetz vom 24. Juni 1977 über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (ZUG), insbesondere Artikel 14 und 15, vorgesehenen Kostenersatzmöglich-keiten sind voll auszuschöpfen. Die unmittelbare, kurzfristige Betreuung und Hilfe an Drogenabhängige ist unter dem Begriff «Notfallhilfe» zu subsumieren. Handelt es sich um eine längerfristige Entzugstherapie, so ist mit dem Wohnsitzkanton abzuklären, ob der Aufenthaltskanton diese Unterstützung in dessen Auftrag und auf dessen Kosten weiter ausrichten kann. Wenn nicht, hat der Wohnkanton dem Aufenthaltskanton die Kosten der Rückkehr zu ersetzen (vgl. Art. 14 ZUG).

7.

Gemäss Artikel 29 des Betäubungsmittelgesetzes führt der Bund eine Zentralstelle für die Bekämpfung des unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs. Die Zentralstelle hat zur Hauptsache Koordinationsaufgaben bei Fällen, die mehrere Kantone betreffen oder Abklärungen im Ausland nötig machen. Diesfalls arbeitet sie mit Interpol zusammen. In internationalen und interkantonalen Fällen von Drogenhandel kann sie eigene gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren führen. Sie tut dies in Zusammenarbeit mit örtlichen Polizeistellen. Die Zentralstelle ist im Bundesamt für Polizeiwesen eingegliedert Für den Staatsschutz dagegen ist die Bundesanwaltschaft zuständig. Die Zusammenarbeit ist sichergestellt.

8.

Es ist vorweg festzuhalten, dass zur Bekämpfung der Drogenkriminalität primär die Bestimmungen des Strafrechts, namentlich des Betäubungsmittelgesetzes, Anwendung finden müssen. Ihre konsequente Anwendung ist Sache der Kantone. Für Ausländer ohne Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz, die der Drogenszene zuzurechnen sind, ohne strafrechtlich in Erscheinung zu treten, beinhaltet das vom Parlament verabschiedete Bundesgesetz über Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht nach Auffassung des Bundesrates genügend wirksame Instrumente, um Missbräuchen zu begegnen. Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 octobre 1994 1.^4./6. Voir rapport sur l'intervention 94.3327 ci-devant.

5.

Les possibilités de remboursement prévues par la loi fédérale du 24 juin 1977 sur la compétence en matière d'assistance des personnes dans le besoin (LAS), en particulier aux articles 14 et 15, doivent être exploitées pleinement. L'assistance et l'aide immédiate et temporaire aux personnes dépendantes de la drogue doivent être assimilées au «cas d'urgence». S'il s'agit d'une thérapie de sevrage à long terme, il appartient au canton de séjour de s'entendre avec le canton de domicile sur la poursuite de l'assistance sur mandat et à charge de ce dernier. En cas de refus du canton de domicile, celui-ci doit rembourser au canton de séjour les frais de retour au lieu de domicile (cf. art. 14 LAS).

7.

En vertu de l'article 29 de la loi fédérale sur les stupéfiants (LStup), la Confédération dirige un office central de lutte contre le trafic illicite des stupéfiants. L'office central assume principalement des fonctions de coordination dans des affaires concernant plusieurs cantons ou qui rendent nécessaire la recherche de renseignements à l'étranger. Dans ce cas, il collabore avec Interpol. Dans les affaires d'envergure internationale ou intercantonale touchant au trafic illicite de stupéfiants, cet office peut mener ses propres enquêtes de police judiciaire. Il effectue cela en collaboration avec les polices locales. L'office central est incorporé dans l'Office fédéral de la police. Par contre, le Ministère public de la Confédération est compétent en ce qui concerne la protection de l'Etat. La collaboration est dans ce sens garantie.

8.

Il y a eu lieu de relever d'emblée que, pour lutter contre la criminalité liée à la drogue, les dispositions du droit pénal, notamment celles de la LStup, sont applicables en premier lieu. Il appartient aux cantons de les appliquer de manière rigoureuse. De l'avis du Conseil fédéral, la loi fédérale sur les mesures de contrainte en matière de droit des étrangers, loi adoptée par les Chambres, contient toutes les dispositions propres à sanctionner les abus commis par des étrangers sans droit de résidence en Suisse, qui fréquentent la «scène ouverte de la drogue», sans toutefois tomber sous le coup de sanctions pénales. #ST# 94.3342 Dringliche Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Fragen zur Drogenpolitik Interpellation urgente du groupe socialiste Questions concernant la politique en matière de drogue Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994

1.

Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Drogenprohibitionspolitik der letzten Jahrzehnte gemessen am Ziel der Verhinderung der individuai- und sozialschädigenden Wirkungen des Drogenkonsums heute als gescheitert betrachtet werden muss? Und dass insbesondere die Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes vom 20. März 1975 (mit der der Drogenkonsum als strafbar erklärt und die Höchststrafe für Verstösse gegen das Gesetz von fünf auf zwanzig Jahre - analog zu Tötungsdelikten - erhöht worden waren) die Probleme verschärft und nicht gelöst hat?

2.

Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das Betäubungsmittelgesetz aufgrund der Erfahrungen, aber auch der gewandelten Auffassungen revidiert werden muss, nachdem inzwischen auch kantonale Standesinitiativen (vgl. die Standesinitiative Solothurn vom 7. Dezember 1992) die Legalisierung des Konsums und die Errichtung eines Betäubungsmittelmonopols verlangen? Wie beurteilt der Bundesrat den Zeitbedarf für die Vorbereitung einer Gesetzesrevision? Welche Punkte soll diese aus Sicht des Bundesrates umfassen?

3.

Wie viele Menschen befinden sich in der Schweiz in Methadonprogrammen, bzw. wie vielen Menschen wird ärztlich kontrolliert Methadon abgegeben?

4.

Wie bewertet der Bundesrat die bisherigen Erfahrungen mit den Versuchen der ärztlich kontrollierten Heroinabgabe für Schwerabhängige? Trifft es zu, dass sich die soziale Integration, aber auch die Gesundheit der Betroffenen stark verbessert haben?

5.

Ist der Bundesrat bereit, im Sinne einer Sofortmassnahme die Versuche mit der ärztlichen kontrollierten Abgabe, insbesondere von Heroin, für Schwerabhängige im Rahmen der Überlebenshilfe auf dem Verordnungswege auszuweiten? Wie beurteilt der Bundesrat die für die Durchführung dieser Programme erforderlichen Institutionen? Wie die Kooperation der Kantone mit Blick auf die Notwendigkeit dezentraler Versorgung? Ist er bereit, diese Kooperation und den Aufbau der für eine dezentrale Versorgung und Betreuung erforderlichen Institutionen zu fördern (auch finanziell)?

6.

Die Zentralstelle Rauschgift des BAP schätzt den mutmasslichen schweizerischen Jahresumsatz im Bereich der illegalen Drogen offenbar auf weit über 2 Milliarden Franken - selbstverständlich unversteuert Wie beurteilt der Bundesrat die Grössenordnung der Inlandnachfrage und des Drogenmarktes Schweiz?

7.

Wie beurteilt der Bundesrat die Kosten der Drogenprohibition in der Schweiz? Wie viele Gefängnisplätze (und welcher Anteil der überhaupt bestehenden Gefängnisplätze) sind durch Drogendelinquentinnen und -delinquenten belegt?

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Politique en matière de drogue 1686 N 4 octobre 1994

8. Der Grossteil der Verzeigungen im Drogenbereich betrifft nach wie vor den Drogenkonsum (1993: 28000), obschon sich bereits nach dem Bericht 1989 der Subkommission «Drogenfragen» der Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission fünfzehn Kantone und fünf Parteien (inkl. FDP und SPS) in der Vernehmlassung für die Straflösigkeit des Betäubungsmittelkonsums ausgesprochen hatten. Ist der Bundesrat bereit, von seinem Entscheid vom 20. Februar 1991 gegen die Straflösigkeit des Drogenkonsums abzurücken und damit Polizei und Strafjustiz endlich von der Aufgabe der Verfolgung des Konsums zu entlasten?

8. Der Grossteil der Verzeigungen im Drogenbereich betrifft nach wie vor den Drogenkonsum (1993: 28000), obschon sich bereits nach dem Bericht 1989 der Subkommission «Drogenfragen» der Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission fünfzehn Kantone und fünf Parteien (inkl. FDP und SPS) in der Vernehmlassung für die Straflösigkeit des Betäubungsmittelkonsums ausgesprochen hatten. Ist der Bundesrat bereit, von seinem Entscheid vom 20. Februar 1991 gegen die Straflösigkeit des Drogenkonsums abzurücken und damit Polizei und Strafjustiz endlich von der Aufgabe der Verfolgung des Konsums zu entlasten?

9. Wie beurteilt der Bundesrat schliesslich die Gefährlichkeit von Cannabis, nachdem inzwischen (1991) auch das Bundesgericht entschieden hat, dieser Stoff sei nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse auch in grossen Mengen konsumiert nicht geeignet, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen? Wie viele Verurteilungen erfolgten in den letzten Jahren im Zusammenhang mit dem Wirkstoff Cannabis? Welche Hindernisse stellen sich über die erforderliche Änderung der Gesetzgebung hinaus einer Legalisierung entgegen? Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994

1. Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis que la politique d'interdiction de la drogue appliquée au cours des dernières décennies doit être considérée comme un échec en ce qui concerne la prévention des effets dévastateurs de la consommation de drogue sur les plans social et individuel? Ne pense-t-il pas que la révision partielle, du 20 mars 1975, de la loi fédérale sur les stupéfiants (LStup), qui a introduit la punissabilité de la consommation de drogue et a fait passer les peines d'emprisonnement maximales, pour les infractions à la loi, de cinq à vingt ans - comme pour les délits de meurtre - n'a fait qu'aggraver les problèmes au lieu de les résoudre?

2. N'estime-t-il pas, lui aussi, que, compte tenu des expériences qui ont été faites et des changements qui sont intervenus dans les mentalités, la LStup devrait être révisée, et ce, d'autant plus que certains cantons ont déposé des initiatives (notamment le canton de Soleure, le 7 décembre 1992) qui réclament la légalisation de la consommation et la création d'un monopole des stupéfiants? Combien de temps pense-t-il qu'il faille pour préparer une révision de la loi? A son avis, quels points cette révision devrait-elle englober?

3. Combien de personnes en Suisse participent à des programmes de distribution de méthadone? Combien de personnes reçoivent de la méthadone sous contrôle médical?

4. Quel jugement le Conseil fédéral porte-t-il sur les enseignements tirés des essais de distribution d'héroïne sous contrôle médical à des personnes fortement dépendantes? Est-il exact que l'intégration sociale et la santé de ces personnes se sont nettement améliorées?

5. Le Conseil fédéral est-il disposé, par voie d'ordonnance età titre de mesure d'urgence, à étendre les essais de distribution de drogue sous contrôle médical, en particulier d'héroïne, aux personnes fortement dépendantes, dans le cadre de l'aide à la survie? Que pense-t-il des institutions nécessaires à la mise en oeuvre de ces programmes? Que pense-t-il de la coopération entre cantons dans l'optique d'une distribution décentralisée, qui répond à une nécessité? Est-il disposé à promouvoir cette coopération, de même que la mise en place des institutions nécessaires à une distribution et à un encadrement décentralisés (et à les soutenir financièrement)?

6. L'Office central des stupéfiants de l'Office fédéral de la police estime le chiffre d'affaires annuel réalisé dans le domaine des drogues illégales à plus de deux milliards de francs, somme échappant bien évidemment à toute imposition. Selon le Conseil fédéral, quelle est l'importance de la demande intérieure et du marché de la drogue en Suisse?

7. Quel jugement porte-t-il sur les coûts engendrés par l'interdiction de la drogue en Suisse? Combien de places dans les prisons sont occupées par des personnes ayant commis des infractions en rapport avec la drogue? A quel pourcentage des places existantes ce chiffre correspond-il?

8. La plupart des dénonciations en rapport avec la drogue concernent, aujourd'hui encore, la consommation (28 000 cas en 1993) bien que, suite à la publication, en 1989, d'un rapport de la sous-commission «Drogue» de la Commission fédérale des stupéfiants, quinze cantons et cinq partis, dont le PRD et le PSS, se soient prononcés, lors de la consultation, pour la dépénalisation de la consommation de stupéfiants. Le Conseil fédéral est-il disposé à revenir sur sa décision du 20 février 1991, par laquelle il s'opposait à la dépénalisation de la consommation de drogue, et donc à décharger enfin la police et la justice des tâches de répression de la consommation?

9. Que pense-t-il du danger représenté par le cannabis depuis que le Tribunal fédéral, dans un arrêt de 1991, a déclaré que, en l'état des connaissances actuelles, cette substance, même consommée en grandes quantités, n'est pas susceptible de mettre en danger la vie de nombreuses personnes? Combien de condamnations en rapport avec le cannabis ont été prononcées ces dernières années? Outre la révision, nécessaire, de la législation, quels autres obstacles s'opposent à une légalisation? Sprecher - Porte-parole: Rechsteiner Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Oktober 1994 1.-5./8. Siehe Stellungnahme zu Vorstoss 94.3327 hiervon

6. Es ist naturgemäss schwierig, verlässliche quantitative Feststellungen zum illegalen Betäubungsmittelverkehr zu machen. Es handelt sich um reine Schätzungen, die aus der Zahl der Konsumenten und der beschlagnahmten Drogenmenge abgeleitet werden, andererseits auch auf internationalen (geschätzten) Angaben beruhen. Der Bundesrat kann deshalb die genannte Zahl weder bestätigen noch dementieren.

7. Es bestehen keine Zahlen über die Kosten der Durchführung der heutigen schweizerischen Drogenpolitik. Im übrigen müsste erst definiert werden, was im Rahmen dieser Drogenpolitik als kostenwirksam einzustufen ist Zumal der Strafvollzug unter kantonaler Hoheit steht, verfügt der Bund über keine einschlägigen Angaben und vermag solche kurzfristig auch nicht zu ermitteln. Da die meisten «Drogendelinquenten» häufig primär wegen gemeinrechtlicher Delikte verurteilt worden sind, dürfte es im übrigen schwerfallen, den Anteil derer zu ermitteln, die schwergewichtig im Zusammenhang mit ihrer Drogensucht straffällig geworden sind.

9. Das Gefährdungspotential beim Cannabiskonsum gründet sich in erster Linie auf das Phänomen der möglichen Entwicklung einer seelischen Abhängigkeit in der Folge regelmässiger Verwendung dieser Substanzen. Die Beratungsstellen für Suchtfragen sollen den Cannabiskonsumierenden mit Abhängigkeitsproblemen (Gleichgültigkeit und Apathie, Eingehen erhöhter Risiken, Depressionen usw.) beistehen. Regelmässiger Konsum von Cannabisprodukten kann hie und da überleiten zum Konsum anderer psychotroper Substanzen wie Alkohol, Medikamente, Heroin, Kokain usw. Aus diesen Gründen soll die Suchtprävention sich auch des problematischen Cannabiskonsums annehmen, insbesondere bei Jugendlichen. Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 octobre 1994 1.-5./8. Voir rapport sur l'intervention 94.3327 ci-devant

6. Il est évidemment difficile de fournir des données quantitatives tout à fait fiables sur le trafic illégal des stupéfiants. On peut tout au plus faire des estimations en s'appuyant sur le nombre de consommateurs et la quantité de drogues saisies, ainsi que sur les données (estimations) internationales. C'est pourquoi le Conseil fédéral ne peut ni confirmer ni contester le chiffre avancé.

7. Il n'existe aucun chiffre sur les coûts de la politique actuellement menée par la Suisse en matière de drogue. En outre, il

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4. Oktober 1994 N 1687 Drogenpolitik s'agirait d'abord de préciser ce qu'il convient de considérer comme rentable dans le cadre de ladite politique en matière de drogue. L'exécution des peines relevant de la souveraineté cantonale, la Confédération ne dispose d'aucune indication à ce sujet et n'est pas non plus en mesure de s'en procurer à court terme. Etant donné que les auteurs d'infractions liées à la drogue ont le plus souvent fait l'objet d'une condamnation primaire pour des délits de droit commun, il devrait s'avérer difficile de déterminer la proportion de ceux dont la délinquance est étroitement associée à leur toxicomanie.

9. Le danger lié à l'usage du cannabis réside en premier lieu dans le phénomène de consommation régulière, avec le risque d'une dépendance psychique. Les centres de consultation doivent assister des usagers de cannabis qui ne surmontent pas eux-mêmes les conséquences de leur état ou de leurs comportements (désintérêt et désengagement, prises de risques excessifs, dépression, etc.). Des consommations régulières sont aussi parfois précurseurs de consommations excessives d'autres produits psychotropes: alcool, médicaments, héroïne, cocaïne, etc. Pour ces raisons, la prévention des dépendances doit veiller à empêcher une consommation problématique de cannabis, en particulier chez les adolescents. #ST# 94.3343 Dringliche Interpellation Scherrer Werner Auflösung der Drogenhölle Letten Interpellation urgente Scherrer Werner Scène ouverte de la drogue au Letten. Dissolution Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1994 Die Drogensituation in Zürich hat ein gefährliches und explosives Ausmass angenommen, welche nicht nur unsere Jugend, sondern das ganze Staats- und Rechtswesen in Frage stellt. Die Drogenpolitik der Zürcher Behörden hat totalen Schiffbruch erlitten, der Letten ist zu einer nationalen Schande geworden. Die Gewalt eskaliert, Schiessereien sind an der Tagesordnung, und grosse Teile der Bevölkerung werden terrorisiert. Ich bitte den Bundesrat um Prüfung und Beantwortung folgender Fragen:

1. Wäre er bereit, mit Notrecht und Unterstützung der Bundesbehörden die mafiosen Strukturen der vornehmlich ausländischen Dealerbanden sofort aufzulösen?

2. Wäre er bereit mitzuhelfen, dass zivile oder militärische Unterkünfte als Gefängnisplätze vorübergehend zur Verfügung gestellt werden könnten?

3. Welche Massnahmen gedenkt er zu treffen, dass ein möglichst effizientes Auffangnetzfür die Süchtigen geschaffen werden kann? Texte de l'interpellation du 20 septembre 1994 La scène de la drogue à Zurich a pris une ampleur dangereuse et la situation est si explosive qu'elle ne menace pas seulement notre jeunesse, mais aussi notre Etat et notre ordrejuridique. La politique des autorités zurichoises en la matière est un échec total, le Letten est devenu une honte nationale. C'est l'escalade de la violence et les échanges de coups de feu sont quotidiens au point que la plupart des habitants sont terrorisés. Je prie le Conseil fédéral d'examiner les questions suivantes et d'y répondre:

1. Est-il disposé à faire usage du droit d'urgence et avec l'appui des autorités fédérales à dissoudre immédiatement les bandes de dealers aux structures mafieuses et pour la plupart formées d'étrangers?

2. Est-il prêt à intervenir pour que des hébergements civils ou militaires puissent être mis provisoirement à disposition comme prisons?

3. Quelles mesures pense-t-il prendre pour que l'on puisse créer un réseau d'accueil le plus efficace possible pour les toxicomanes? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Oktober 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 octobre 1994

1. Die Strafverfolgung im Bereich des Betäubungsmittelrechts ist von Gesetzes wegen Sache der Kantone (Art. 28 Abs. 1 BetmG). Der Bund unterstützt die Kantone und Städte bei dieser schwierigen Aufgabe. Mit Bezug auf Zürich ist ein Massnahmenkatalog im Entstehen. Für die Anwendung von Bundes-Notrecht fehlen die notwendigen Voraussetzungen. Hingegen ist der Bundesrat überzeugt, dass eine Annahme des Bundesgesetzes über Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht es gestattet, effizienter gegen ausländischer Dealer vorzugehen.

2. Rechtliche Beurteilung Die Gefängnisplätze müssen gemäss Menschenrechtskonvention Minimalanforderungen in Bereichen wie Zellengrösse, Belüftung, Beleuchtung, Schutz, Sicherheit usw. erfüllen. Falls man militärische Unterkünfte umnutzen möchte, müssten bauliche Massnahmen ergriffen werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass die rechtliche Frage einer generellen Umnutzung geklärt werden müsste. Zudem muss zwischen kantonalen und bundeseigenen militärischen Unterkünften unterschieden werden. Dementsprechend besitzen der Bund wie die Kantone nur die Entscheidungskompetenz über die eigenen Gebäude. Aufgrund der rechtlichen Lage muss davon ausgegangen werden, dass zeitlich aufwendige rechtliche Abklärungen sowie die separate Beurteilung jedes einzelnen Gebäudes durch die entsprechenden Entscheidungsinstanzen vorgenommen werden müssten. Verfügbarkeit Es sind grundsätzlich keine Kasernen vorhanden, die auch nur vorübergehend, d. h. während Monaten, zur Verfügung gestellt werden könnten: Sämtliche Kasernen sind belegt, einzelne Schulen sind bereits heute ausserhalb von Kasernen in den um den Waffenplatz liegenden Gemeinden untergebracht. Die Situation wird sich mit der «Armee 95» akzentuieren, dazusätzlich zu den Rekrutenschulen WK-Truppen in vermehrtem Masse die Waffenplätze belegen werden. Die Belegung von Arrestlokalen in vorhandenen Kasernen oder Anlagen muss ebenfalls ausser Betracht fallen, da diese in relativ geringer Zahl zur Verfügung stehen, teilweise der Geheimhaltung unterliegen, nicht den Anforderungen entsprechen, und zudem würde eine Belegung zu einer nicht tolerierbaren Durchmischung von Truppe und Kriminellen führen. Zudem kann weder die Verpflegung in allen Fällen sichergestellt werden, noch ist eine Bewachung der Häftlinge durch die Truppen aus rechtlichen Gründen möglich. Ausweichlösungen für die Unterbringung laufender oder künftiger Kader- bzw. Rekrutenschulen in für die Ausbildung weniger günstigen Unterkünften hätten verheerende psychologische Auswirkungen auf die jungen Armeeangehörigen wie auf die Bevölkerung. Andere Liegenschaften, wie beispielsweise freie oder noch aufzustellende Baracken, sind für die Unterbringung von Kriminellen kaum geeignet, weil diese von der Bauweise her nicht für diesen Zweck konstruiert wurden. Demzufolge entsprechen sie nicht den Anforderungen bezüglich Sicherheit und Einrichtung. Was den Aufbau von Baracken der Armee betrifft, darf nicht verkannt werden, dass als Voraussetzung das Bauland, die Anschlüsse an die Versorgungsnetze (Elek-- 3 of 4 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Dringliche Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Fragen zur Drogenpolitik Interpellation urgente du groupe socialiste Questions concernant la politique en matière de drogue In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3342 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 04.10.1994 - 08:00 Date Data Seite 1685-1687 Page Pagina Ref. No 20 024 496 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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