95-3218
Verwaltungsbehörden 06.10.1995 95.3218
6. Oktober 1995Deutsch10 min
Source admin.ch
Motion du groupe écologiste 2196 N 6 octobre 1995 Der Vollzug der Bundesgesetzgebung durch die Kantone, welche auch die damit verbundenen Kosten zu tragen haben, ist ein wichtiger staatsrechtlicher Grundsatz unserer föderalistischen Staatsordnung. Diese Aufgabenteilung stärkt die Souveränität der Kantone. Erst kürzlich hat das Wirtschafts- und Sozialdepartement in einem Brief an die Direktion für Völkerrecht des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten klar festgehalten, dass die Rheinschiffahrtsdirektion Basel für den Vollzug der von der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt (ZKR) in Strassburg und Bern erlassenen Gesetze und Verordnungen zuständig sei. Um eine optimale Basis für den effizienten Vollzug dieser Vorschriften und die Berücksichtigung der kantonalen und regionalen Interessen sicherzustellen, hat der Kanton Basel-Stadt in diesem Brief ausdrücklich gewünscht, nicht nur mit Sachverständigen, sondern auch als Kommissar wieder in der Exekutive der schweizerischen ZKR-Delegation vertreten zu sein. Dieses seit Jahrzehnten bestehende grosse Engagement ist für den Kanton personal- und kostenintensiv, hat sich aber bewährt und wird vom Bund geschätzt. Dem Bund ist bewusst, dass der Aufwand der Kantone zur Erfüllung internationaler Aufgaben erheblich zugenommen hat. Von dieser Entwicklung ist er jedoch mindestens so stark betroffen wie die Kantone. Der Bundesrat hat zwar Verständnis für das Anliegen des Motionärs, kann jedoch seiner Vorstellung zur Schaffung einer diesbezüglichen gesetzlichen Grundlage nicht entsprechen. Der Bund kann zusätzlich zu seinem bereits erhöhten oder geplanten finanziellen Engagement im Bereich der Rheinschiffahrt keine weiteren Verpflichtungen mit Auswirkungen auf den Bundeshaushalt eingehen. Die vom Bund zugunsten der Rheinschiffahrt getätigten Ausgaben haben im Verlauf der Jahre bereits einen erheblichen Umfang angenommen. Zudem hat er beim Ausbau der Infrastruktur ausnahmsweise, gestützt auf spezifische Bundesbeschlüsse, mehrmals Kostenbeiträge gewährt. Ein jüngstes Beispiel dafür: Er hat den weit überwiegenden Anteil am Ausbau der Schiffahrtsanlage in Kembs übernommen. Weiter möchte der Bundesrat die Position der ZKR stärken. Entsprechende Gespräche werden im Rahmen der schweizerischen Delegation in der ZKR geführt. Ausserdem hat der Bundesrat seine Absicht, der ZKR zusätzliche finanzielle Mittel zufliessen zu lassen, mit einem Antrag an das Parlament auf Erhöhung des Mitgliederbeitrags dokumentiert. Der Bundesrat ist überdies der Ansicht, dass der Kanton Basel-Stadt allenfalls eine finanzielle Entlastung im Rahmen einer Revision des Konkordats vom 4. Januar 1957 zwischen den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau über den gemeinsamen Vollzug der vom Bund erlassenen schiffahrtsrechtlichen Vorschriften für die Rheinstrecke zwischen Basel und Rheinfelden erreichen könnte. Zudem wäre zu prüfen, ob für den Kanton Basel-Stadt nicht wenigstens ein Teil der Vollzugskosten mit einer Anpassung der Verwaltungsgebühren gesenkt werden könnte. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen. Abgelehnt - Rejeté #ST# 95.3218 Motion der grünen Fraktion Reiseentschädigungen für Parlamentsmitglieder Motion du groupe écologiste Indemnités de voyage versées aux députés Wortlaut der Motion vom 7. Juni 1995 Das Büro wird ersucht, Artikel 5 des Entschädigungsgesetzes so zu ändern, dass die Ratsmitglieder entweder ein SBB-Generalabonnement 1. Klasse erhalten oder ihnen die effektiven Reiseauslagen, höchstens jedoch im Betrag, den ein Generalabonnement kostet, zurückerstattet werden. Texte de la motion du 7 juin 1995 Le Bureau est chargé de modifier l'article 5 de la loi sur les indemnités parlementaires de manière à ce que les députés reçoivent un abonnement général CFF 1ère classe ou que leurs frais de voyage effectifs leur soient remboursés, mais tout au plus à raison du prix de l'abonnement général. Schriftliche Begründung Die Möglichkeit für Parlamentarier, aufgrund von Angaben der Sitzungsdaten sich die Reisespesen in Form von Einzelfahrtenentschädigungen ausrichten zu lassen, führt dazu, dass eine zunehmende Zahl der Ratsmitglieder Beiträge kassiert, welche die effektiven Auslagen bei weitem übertreffen. In der Presse ist dieses Gebaren mit Recht beanstandet worden. Es ist nicht geeignet, in der Bevölkerung Verständnis für eine angemessene Abgeltung der parlamentarischen Tätigkeit zu wecken. Développement par écrit En raison de la possibilité offerte aux parlementaires de se faire rembourser, moyennant indication des dates des séances, leurs frais de voyage sous la forme d'indemnités calculées pour chaque déplacement, un nombre accru de députés encaissent des montants dépassant de loin leurs dépenses effectives. La presse a contesté à juste titre cette pratique, peu propice à susciter la compréhension du public pour une indemnisation adéquate des députés. Schriftliche Stellungnahme des Büros vom 24. August 1995 Die Ausgestaltung der Reiseentschädigungen (Art. 5 des Entschädigungsgesetzes) war schon mehrmals Gegenstand der Diskussionen in den Räten. Die Frage, ob von einem Missbrauch gesprochen werden kann, wenn sich Ratsmitglieder die Kosten für die Bahnreisen zurückerstatten lassen, wurde bis anhin verneint und eine Änderung dieser Entschädigungsart abgelehnt. So wurde im Jahre 1992, anlässlich der Debatte über die Parlamentsreform, ein Antrag Ruf abgelehnt, mit dem die Rückerstattung von Einzelfahrten abgeschafft und - neben der Abgabe des Generalabonnements nur noch die Ausbezahlung eines entsprechenden Pauschalbetrages ermöglicht werden sollte. Zurzeit beziehen 193 Ratsmitglieder das Generalabonnement vom Bund. 53 Ratsmitgliedern werden die Kosten für die einzelnen Bahnfahrten 1. Klasse zurückerstattet. Die Berechnungen für das Jahr 1994, in welchem 47 Ratsmitglieder die Rückerstattungsvariante gewählt haben, ergeben durchschnittliche Kosten von 4500 Franken pro Ratsmitglied. Die Kosten für das Generalabonnement belaufen sich dagegen auf 3360 Franken. 1994 ergab dies für die 47 Ratsmitglieder gegenüber einem Generalabonnement 53 580 Franken Mehrkosten. Nicht mit eingerechnet sind die durch Einzelabrechnungen entstehenden administrativen Aufwendungen, die zu den übrigen Aufwendungen für die Abwicklung der Parlamentarier-- 1 of 3 -6. Oktober 1995 N 2197 Postulat Misteli entschädigungen (Präsenzkontrollen, Übernachtungs- und Mahlzeitenentschädigungen, Distanzentschädigung usw.) hinzukommen. Für diese Arbeiten wird im Kassen- und Rechnungswesen (0,6) und in den Parlamentsdiensten (0,4) rund eine Etatstelle eingesetzt. Pro Ratsmitglied belaufen sich diese administrativen Kosten auf rund 300 Franken pro Jahr. Eine Pauschalierung der Entschädigungen ist aus administrativer Sicht den Entschädigungen im Einzelfall vorzuziehen. Das Büro erachtet es deshalb als sinnvoll, eine Pauschalierung der Reiseentschädigungen anzustreben. Aus dieser Sicht würde allerdings die von den Urhebern der Motion vorgeschlagene Abgeltung im Einzelfall bis zu einem Plafond entsprechend den Kosten für das Generalabonnement keine Einsparungen bringen. Das Büro ist jedoch bereit, eine Änderung der heutigen Reiseentschädigung zu prüfen. Rapport écrit du Bureau du 24 août 1995 Les modalités de versement des indemnités de voyage (art. 5 de la loi sur les indemnités parlementaires) ont déjà fait l'objet de plusieurs débats dans les Conseils. Jusqu'ici, le fait, pour les membres des conseils, de demander le remboursement de leurs frais de voyage en train, n'a jamais été considéré comme un abus, et une modification des modalités de versement de cette indemnité a été rejetée. C'est ainsi qu'en 1992, à l'occasion des débats sur la réforme du Parlement, le Conseil national a repoussé une proposition Ruf demandant que le remboursement de chaque déplacement soit supprimé et que les députés puissent choisir entre la remise d'un abonnement général ou le versement en lieu et place d'une indemnité forfaitaire de même montant. A l'heure actuelle, 193 membres des Conseils reçoivent actuellement de la Confédération un abonnement général, tandis que les frais de chaque trajet en train en 1 ère classe sont remboursés à 53 députés. Selon les calculs effectués pour l'année 1994, au cours de laquelle 47 parlementaires ont opté pour la formule du remboursement, les coûts s'élèvent en moyenne à 4500 francs par député, alors que les coûts des abonnements généraux représentent 3360 francs par député. En 1994, les coûts supplémentaires occasionnés par le remboursement aux 47 membres des Conseils par rapport à un abonnement général équivalaient à 53 580 francs. Ne sont pas comprises les dépenses administratives entraînées par les décomptes individuels qui viennent s'ajouter aux autres dépenses pour le calcul des indemnités parlementaires (contrôle des présences, indemnités de nuitées et de repas, indemnité de parcours, etc.). Ces travaux, qui correspondent au taux d'occupation d'un poste permanent, sont répartis entre les Services de caisse et de comptabilité (0,6) et les Services du Parlement (0,4). Ces frais administratifs s'élèvent à quelque 300 francs par an et par député. La fixation d'un montant forfaitaire pour les indemnités serait donc préférable, du point de vue administratif, au versement d'indemnités de cas en cas. Le Bureau se prononce par conséquent en faveur de la fixation d'un montant forfaitaire pour les indemnités de voyage. De ce point de vue, l'indemnisation, proposée par l'auteur de la motion, de chaque déplacement jusqu'à un montant maximal équivalant au prix de l'abonnement général ne représenterait toutefois pas une mesure d'économie. Le Bureau se déclare néanmoins disposé à examiner une éventuelle modification de l'indemnité de voyage actuelle. Schriftliche Erklärung des Büros Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Déclaration écrite du Bureau Le Bureau propose de transformer la motion en postulat. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 95.3271 Postulat Misteli Schweizer Beteiligung an internationalen Bevölkerungsprogrammen Programmes internationaux en matière de politique démographique. Participation de la Suisse Wortlaut des Postulates vom 15. Juni 1995 Im Vorfeld der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung sagte die Schweiz zu, ihre Gelder der Entwicklungszusammenarbeit vermehrt im sozialen Bereich einzusetzen. Zurzeit beträgt der Anteil für Familienplanung jährlich rund 10 Millionen Franken. Der weitaus grösste Teil dieser Gelder geht an multilaterale Institutionen wie den UN-Fonds für Bevölkerungsprobleme (UNFPA), die International Planned Parenthood Fédération (IPPF) oder das Human Reproduction Programme der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nicht mitgerechnet sind allfällige Beiträge an Bevölkerungsprogramme der Weltbank. Die bevölkerungspolitischen Aktivitäten dieser multilateralen Institutionen entsprechen nicht immer den schweizerischen Grundsätzen und Richtlinien, da diese Institutionen ökonomische und soziale Anreize in der Familienplanung akzeptieren. Auch die Entwicklung neuer Verhütungsmittel, wie z. B. des «Antischwangerschafts-lmpfstoffs», orientiert sich mehr an bevölkerungspolitischen Zielen als an den Bedürfnissen der Frauen und Männer, die sie gebrauchen sollen. Ich ersuche deshalb den Bundesrat:
Erwägungen
1.
die Verwendung der schweizerischen Beiträge an multilaterale Institutionen (inklusive Weltbank) im Bereich der Bevölkerungs- und Familienpolitik auf die schweizerischen Grundsätze und Richtlinien hin zu überprüfen und die von der Schweiz unterstützten Programme mit Finanzierung offenzulegen;
2.
gegebenenfalls die weitere Unterstützung von Programmen von der Einhaltung der schweizerischen Grundsätze und Richtlinien abhängig zu machen; und
3.
insbesondere im Rahmen seiner Beteiligung am Human Reproduction Programme der WHO darauf hinzuwirken, dass keine schweizerischen Gelder mehr in die Entwicklung von Impfstoffen gegen Schwangerschaft (immunologische Kontrazeptiva) fliessen. Texte du postulat du 15 juin 1995 Peu avant la Conférence internationale sur la population et le développement, la Suisse s'était engagée à affecter au secteur social une part plus grande des crédits destinés à la coopération au développement. Actuellement, la contribution annuelle à la planification familiale se monte à quelque
10.
millions de francs. La plus grande partie de cet argent est versée à des institutions multilatérales comme le Fonds des Nations Unies pour les activités en matière de population (Fnuap), la Fédération internationale pour le planning familial (Fipf) ou le programme de recherche en reproduction humaine de l'OMS. Cette énumération ne tient pas compte d'éventuelles contributions aux programmes démographiques de la Banque mondiale. L'activité de ces institutions multilatérales en matière de politique démographique n'est pas toujours conforme aux principes adoptés par la Suisse, car ces institutions acceptent le principe des incitations économiques et sociales à la régulation des naissances. Le développement de nouvelles formes de contraception, comme le «vaccin contraceptif», répond davantage à des objectifs de politique démographique qu'aux besoins des femmes et des hommes qui sont censés s'en servir.
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der grünen Fraktion Reiseentschädigungen für Parlamentsmitglieder Motion du groupe écologiste Indemnités de voyage versées aux députés In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 95.3218 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1995 - 08:00 Date Data Seite 2196-2197 Page Pagina Ref. No 20 026 180 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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