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Entscheid

95-3271

Verwaltungsbehörden 06.10.1995 95.3271

6. Oktober 1995Deutsch11 min

Source admin.ch

Erwägungen

1.

die Verwendung der schweizerischen Beiträge an multilaterale Institutionen (inklusive Weltbank) im Bereich der Bevölkerungs- und Familienpolitik auf die schweizerischen Grundsätze und Richtlinien hin zu überprüfen und die von der Schweiz unterstützten Programme mit Finanzierung offenzulegen;

2.

gegebenenfalls die weitere Unterstützung von Programmen von der Einhaltung der schweizerischen Grundsätze und Richtlinien abhängig zu machen; und

3.

insbesondere im Rahmen seiner Beteiligung am Human Reproduction Programme der WHO darauf hinzuwirken, dass keine schweizerischen Gelder mehr in die Entwicklung von Impfstoffen gegen Schwangerschaft (immunologische Kontrazeptiva) fliessen. Texte du postulat du 15 juin 1995 Peu avant la Conférence internationale sur la population et le développement, la Suisse s'était engagée à affecter au secteur social une part plus grande des crédits destinés à la coopération au développement. Actuellement, la contribution annuelle à la planification familiale se monte à quelque

10.

millions de francs. La plus grande partie de cet argent est versée à des institutions multilatérales comme le Fonds des Nations Unies pour les activités en matière de population (Fnuap), la Fédération internationale pour le planning familial (Fipf) ou le programme de recherche en reproduction humaine de l'OMS. Cette énumération ne tient pas compte d'éventuelles contributions aux programmes démographiques de la Banque mondiale. L'activité de ces institutions multilatérales en matière de politique démographique n'est pas toujours conforme aux principes adoptés par la Suisse, car ces institutions acceptent le principe des incitations économiques et sociales à la régulation des naissances. Le développement de nouvelles formes de contraception, comme le «vaccin contraceptif», répond davantage à des objectifs de politique démographique qu'aux besoins des femmes et des hommes qui sont censés s'en servir.

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Postulat Wick 2198 N 6 octobre 1995 Le Conseil fédéral est prié de:

1.

réexaminer l'usage qui est fait des contributions suisses aux institutions multilatérales (y compris la Banque mondiale) dans les domaines de la politique démographique et de la régulation des naissances, afin de vérifier sa conformité avec les règles appliquées par la Suisse en la matière, et faire rapport sur les programmes soutenus par la Suisse en indiquant les modalités de financement;

2.

subordonner, le cas échéant, la continuation du soutien au respect des règles appliquées par la Suisse;

3.

faire en sorte, notamment pour ce qui est du programme de recherche en reproduction humaine de l'OMS, que les crédits suisses ne soient plus affectés au développement de vaccins contraceptifs. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bär, Baumann Ruedi, Bäumlin, Bircher Peter, Brügger Cyrill, Bugnon, Bühlmann, Bundi, Carobbio, Couchepin, Danuser, Darbellay, Dormann, Eggenberger, Eymann Christoph, Fankhauser, von Feiten, Gadient, Goll, Gonseth, Gross Andréas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Hollenstein, Jeanprêtre, Ledergerber, Lepori Bonetti, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Marti Werner, Meier Hans, Meyer Theo, Robert, Ruffy, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Seiler Rolf, Singeisen, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Thür, Tschopp, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Wick, Wiederkehr, Zbinden, Ziegler Jean (52) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Anlässlich der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD) im September 1994 in Kairo bestätigte die Schweizer Delegation bereits früher definierte Grundsätze und Richtlinien im Bereich der Bevölkerungspolitik. Die Richtlinien des Bundesrates für die Schweizer Delegation an der ICPD von 1994 erachten die zukünftige Stabilisierung der Weltbevölkerung als eine der Massnahmen zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung. Die Schweiz anerkennt aber auch die besondere Verantwortung der Industrieländer für eine gerechtere und sparsamere Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Im Vordergrund der von der Schweiz angestrebten Massnahmen stehen deshalb nicht quantitative Ziele zur weltweiten Reduktion des Bevölkerungswachstums, sondern die «soziale Entwicklung, insbesondere der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung für alle», und der «Respekt vor der Würde und Freiheit des Menschen». Der Bundesrat hat es konsequenterweise in der Beantwortung einer Motion der Fraktion der Schweizer Demokraten und der Lega dei Ticinesi vom 17. Juni 1992 als «nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv» bezeichnet, die Entwicklungszusammenarbeit an die Durchführung von Bevölkerungsprogrammen zu binden. Anlässlich der dritten Vorbereitungssitzung zur Kairoer Konferenz im April 1994 bezeichnete die Schweizer Delegation zudem ökonomische und soziale Anreize zur Familienplanung als «unvereinbar mit dem Respekt vor grundlegenden Menschenrechten». Die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit sollen vielmehr verstärkt in den sozialen Bereich und zugunsten der Frauen umgelagert werden. Dieser Zielsetzung entsprechen auch die Richtlinien der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH) von 1988 im Bereich der Bevölkerungspolitik: «Insoweit die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit Aktivitäten im demographischen Bereich in Betracht zieht, sind diese prioritär in den Rahmen integrierter Aktionen zu stellen, etwa von Programmen zur Verbesserung des Gesundheitswesens und des Bildungswesens, insbesondere zugunsten der weiblichen Bevölkerung.» Der weitaus grösste Teil der jährlich rund 10 Millionen Franken schweizerischer Entwicklungsgelder an die Familienplanung geht an multilaterale Institutionen. Mangels genügender Transparenz ist die Gewähr nicht gegeben, dass diese Gelder schlussendlich doch Bevölkerungsprogramme entgegen den schweizerischen Grundsätzen und Richtlinien mitfinanzieren. Die Weltbank hat in den achtziger Jahren z. B. die Vergabe von Krediten an die Regierungen von Senegal und Kenia an bevölkerungspolitische Programme geknüpft. Bekannt ist auch, dass im Rahmen der von der Weltbank mitfinanzierten nationalen Bevölkerungsprogramme Indiens oder Indonesiens Frauen mittels Bezahlung oder anderen Anreizen dazu bewegt wurden, sich sterilisieren zu lassen oder andere langfristig wirksame Verhütungsmethoden anzuwenden wie z. B. die Notplant-Kapseln. Innerhalb des Human Reproduction Programme der WHO wird an einem «Antischwangerschafts-Impfstoff» geforscht. Die Gefahren des Missbrauchs und der Manipulation des Immunsystems zum Zwecke der Verhütung sind sehr gross. Der Impfstoff wird in verschiedenen Ländern unter medizinisch und ethisch unzureichenden Bedingungen an Frauen getestet. In Schweden mussten letzten Sommer die Versuche an allen sieben Teilnehmerinnen am Impfprogramm wegen inakzeptabler Nebenwirkungen abgebrochen werden. Diesen vorwiegend in den Ländern des Südens angewandten Verhütungsmethoden ist gemeinsam, dass sie vielen Frauen mit keiner, mangelhafter oder bewusst fehlgeleiteter Information über Ausmass und Dauer der Wirkung verabreicht werden und von den Frauen und Familien selbst nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Diese Verhütungs- und Familienplanungsmethoden orientieren sich mehr an bevölkerungspolitischen Zielen als an den Bedürfnissen der Frauen und Männer und stehen klar im Widerspruch zu den schweizerischen Grundsätzen und Richtlinien. Aus diesem Grund haben seit November 1993 rund

400.

Frauen- und Entwicklungsorganisationen aus allen Kontinenten eine Erklärung unterzeichnet, welche einen Stopp der Forschung an «Impfstoffen» gegen Schwangerschaft verlangt. Die Forschungen werden bei der WHO in Genf mit Unterstützung der Weltbank, UNDP und UNFPA sowie verschiedener Regierungen, so auch der schweizerischen, durchgeführt. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 5. September 1995 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 5 septembre 1995 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 95.3264 Postulat Wick Internationale Ächtung der Laser-Blendwaffen Bannissement des armes laser à effet aveuglant Wortlaut des Postulates vom 14. Juni 1995 Nach einem Bericht in der «Schweizerischen Zeitschrift für Militär- und Katastrophenmedizin» (72, 15-16, 1995), basierend auf einer Broschüre des IKRK «Les armes qui aveuglent», werden zurzeit Antipersonen-Laserwaffen entwickelt, welche den einzigen Zweck haben, den Gegner durch Erblinden auszuschalten. Diese leichte, lautlose Waffe eignet sich selbstverständlich nicht nur für den kriegerischen, sondern sehr wohl auch für den terroristischen Einsatz. Diese Waffe zerstört die Netzhaut. Die Wirkung ist damit definitiv! Die Unterzeichneten bitten den Bundesrat, alles zu unternehmen, damit die Entwicklung und der Einsatz dieser grausamen Waffe, in Unterstützung der Anstrengungen des IKRK, international geächtet werden.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Misteli Schweizer Beteiligung an internationalen Bevölkerungsprogrammen Postulat Misteli Programmes internationaux en matière de politique démographique. Participation de la Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 95.3271 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1995 - 08:00 Date Data Seite 2197-2198 Page Pagina Ref. No 20 026 181 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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