95-3287
Verwaltungsbehörden 06.10.1995 95.3287
6. Oktober 1995Deutsch6 min
Source admin.ch
6. Oktober 1995 N 2249 Interpellation Zbinden #ST# 95.3287 Interpellation Zbinden Musikfernsehsender MTV. Empfangshindernisse Chaîne musicale MTV. Arrêt de la diffusion par câble Wortlaut der Interpellation vom 21. Juni 1995 Der amerikanische Musikfernsehsender MTV (Viacom) ist das zeigen Umfragen auf - für die Jugendlichen einer der attraktivsten Programmanbieter in unserem Lande. Seine Sendungen sind - was bei uns eher rar ist - witzig, schräg, skurril und geistreich. Nun tragen sich die Kabelbetreiber mit der Absicht, diesen Sender aus ihrem Angebot zu streichen und durch einen entsprechenden deutschen Sender zu ersetzen (Viva). Denn MTV verlangt in Zukunft pro empfangenden Haushalt eine Gebühr (5 Rp./Mt.), die den Kabelbetreibern rund 1,3 Millionen Franken pro Jahr an Kosten bringt. Viva hingegen ist gratis. Die Umrüstung für den Satellitenempfang ist für die Jugendlichen recht teuer. Auch wenn viele Erwachsene kaum einen Zugang zu diesem Sender finden: Für die zeitgenössische Kultur der Jugendlichen ist er von Bedeutung. In diesem Sinne ist er auch ein Stück weit von öffentlichem Interesse: im Sinne von Minderheitskulturen. Vor diesem Hintergrund frage ich den Bundesrat:
Erwägungen
1.
Welche Bedeutung schreibt der Bundesrat diesem Sender im Hinblick auf die Kultur der Jugendlichen zu (16- bis 24jährige TV-Zuschauer und -Zuschauerinnen)?
2.
Wie beurteilt er die Massnahmen der Kabelbetreiber aus minderheitspolitischer Sicht?
3.
Sieht er Möglichkeiten, in irgendeiner Weise diesen Sender für die Jugendlichen zu erhalten (Stichworte: Jugendund Kulturförderung/Vorsprache bei Kabelbetreibern)?
4.
Was meint der Bundesrat letztlich zur zunehmenden Kommerzialisierung der Kulturangebote generell? Texte de l'interpellation du 21 juin 1995 La chaîne musicale américaine MTV (Viacom) est l'une des chaînes de télévision les plus appréciées des jeunes Suisses, plusieurs sondages le prouvent. Ses émissions sont vivantes, cocasses, burlesques et pleines d'esprit, ce qui est plutôt rare dans notre pays! Or, les exploitants de réseaux câblés envisagent d'abandonner la diffusion de MTV et de la remplacer par une chaîne allemande (Viva) spécialisée dans le même type de programmes. Cette décision s'explique par le fait que MTV compte percevoir désormais auprès de chaque ménage une taxe de
5.
centimes par mois qui entraînera une charge financière d'environ 1,3 million de francs par an pour les exploitants de réseaux câblés. Viva, en revanche, est gratuite. Mais il faut savoir que les changements d'installation à effectuer pour la réception par satellite sont très coûteux pour les jeunes. Même si les programmes proposés par MTV sont d'un accès difficile pour de nombreux adultes, ils sont en prise sur le mode de vie des jeunes et présentent à ce titre un intérêt culturel indéniable. De par la contribution qu'elle apporte à la culture des minorités, cette chaîne sert, d'une certaine façon, l'intérêt public. Au vu de ce qui précède, j'invite le Conseil fédéral à répondre aux questions suivantes:
1.
Quelle importance accorde-t-il à cette chaîne, eu égard à l'intérêt qu'elle présente pour la culture des jeunes (téléspectateurs de 16 à 24 ans)?
2.
Quelle incidence ont, à son avis, les mesures prises par les exploitants de réseaux câblés, considérées du point de vue de l'intérêt des minorités?
3.
Le Conseil fédéral voit-il un moyen de maintenir, d'une manière ou d'une autre, la diffusion de cette chaîne auprès des jeunes (possibilités d'action: mesures relevant de l'aide à la jeunesse ou de l'aide à la culture; démarches auprès des exploitants de réseaux câblés)?
4.
Enfin, que pense-t-il, de façon générale, de la commercialisation croissante des «produits» culturels? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. August 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1995
1.
MTV hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz und weltweit ein festes Stammpublikum unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgebaut. Damit entspricht der Sender einem Bedürfnis dieser Altersgruppe und prägt mit seiner Machart die Vermittlung moderner Musik. In diesem Marktsegment werden zusehends auch andere Veranstalter tätig.
2.
Die Kabelnetzbetreiber sind - abgesehen von hier nicht relevanten Ausnahmen nach den Artikeln 42 und 47 des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) - in der Gestaltung ihrer Programmpalette weitgehend frei. Insbesondere kann einem Kabelnetzbetreiber nach geltendem Recht nicht vorgeschrieben werden, welche ausländischen Programme weiterzuverbreiten sind, sofern diese nicht terrestrisch verbreitet werden und unverschlüsselt sind. Die Beziehungen zwischen den Programmveranstaltern und den Kabelnetzbetreibern sind privatrechtlicher Natur und unterliegen der Privatautonomie. Über die Bedürfnisse der Konsumenten hat sich der Betreiber selber ins Bild zu setzen. Die Handels- und Gewerbefreiheit verbietet hier staatliche Eingriffe ohne gesetzliche Grundlagen. Eine solche fehlt im RTVG zur Erreichung des in der Interpellation anvisierten Ziels.
3.
Wie erwähnt lässt das RTVG den Behörden keinen Spielraum für Interventionen zugunsten eines ausländischen verschlüsselten Programms. Vielmehr liegt es an den Konsumenten, den Kabelnetzbetreibern darzutun, dass die Aufschaltung eines bestimmten Senders einem echten Bedürfnis entspricht. Zudem ist festzuhalten, dass MTV den Betrieb nicht aufgegeben hat und auch durch Private direkt ab Satellit empfangen werden kann. Im weiteren ersetzen die Kabelnetze das Programm durch einen ähnlichen - europäischen - Sender.
4.
Die Globalisierung und Liberalisierung der Medienmärkte und allgemein die Verknappung der Mittel setzen die Kulturangebote zweifellos unter einen gewissen kommerziellen Druck. Damit geht auch eine Veränderung des Kulturbegriffs und dessen Inhalts einher. Diese Entwicklung ist nicht bloss negativ zu werten. Das RTVG geht von einem Leistungs- und Kulturauftrag der elektronischen Medien und insbesondere der SRG aus. Gerade die SRG ist angesichts der Gebührenfinanzierung den Marktmechanismen nicht schutzlos ausgesetzt und vermag in ihrer Rolle als Service public eigene Akzente zu setzen und Entwicklungen zu beeinflussen. Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait -- 1 of 2 -Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Zbinden Musikfernsehsender MTV. Empfangshindernisse Interpellation Zbinden Chaîne musicale MTV. Arrêt de la diffusion par câble In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 95.3287 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 06.10.1995 - 08:00 Date Data Seite 2249-2249 Page Pagina Ref. No 20 026 235 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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