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Entscheid

B-4003/2016

Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung

10. Mai 2022Deutsch197 min

Sanktion im Verfahren 32-0243 Sport im Pay-TV. Ent... Sanktion im Verfahren 32-0243 Sport im Pay-TV. Entscheid bestätigt durch BGer. Ice.modal.stop('form:resultTable:14:tt_ps'); Ice.modal.stop('form:resultTable:14:tt_reg');

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Sachverhalt:

A.

Die͏ Swisscom͏ (Schweiz)͏AG͏ mit͏ Sitz͏ in͏ Ittigen͏ bezweckt͏ namentlich͏ die͏ Erbringung͏von͏Fernmelde -͏ und͏Rundfunkdiensten.͏Sie͏ist͏Teil͏d er͏Swiss com-Gruppe͏und͏betreibt͏ seit͏November͏2006͏ unter͏anderem͏die͏T V-Plattform͏ Bluewin͏TV,͏welche͏später͏in͏ Swisscom͏TV͏ umbenannt͏wurde.͏ Gestützt͏auf͏einen͏ Ende͏2005͏ zwischen͏ Swisscom͏und͏Teleclub͏unterzeichneten͏Vertrag͏ wird͏auf͏Swisscom͏TV͏unter͏ande rem͏das͏Programmangebot͏ von͏Teleclub͏ausgestrahlt. Die͏ Teleclub͏AG͏ mit͏ Sitz͏ in͏ Zürich͏ bestand͏ von͏ 1982͏ bis͏ 2021͏ und͏ bezweckte͏ primär͏ den͏ Betrieb͏ von͏ Fernsehdiensten ͏ unter͏ Einschluss͏ von͏ Abonnementsfernsehdiensten͏sowie͏anderen͏audiovisuellen͏Diensten.͏ Bis͏ Ende͏September͏2012͏gehörte͏Teleclub͏AG͏zu͏zwei͏Dritteln͏der͏ (seit͏September͏2020͏als͏Blue͏Entertainment͏AG͏firmierende)͏ CT͏Cinetrade͏AG͏und͏ zu͏einem͏Drittel͏der͏Ringier͏AG.͏Seit͏ Anfang͏Oktober͏2012͏ war͏ die͏CT͏Cinetrade͏AG͏ Alleinaktionärin͏der͏ Teleclub͏AG.͏ Gestützt͏auf͏den͏ Fusionsvertrag͏vom͏26.͏April͏2021 ͏ gingen͏die͏Aktiven͏und͏Passiven͏der͏Teleclub͏AG͏ auf͏ die͏Blue͏Entertainment͏AG͏ über.͏ Infolge͏der͏Fusion͏wurde͏ die͏ Teleclub͏ AG͏ am͏30. April͏2021͏im͏Handelsregister ͏ gelöscht. Die͏ CT͏Cinetrade͏AG͏ (neu:͏ Blue͏Entertainment͏AG )͏ mit͏Sitz͏in͏Zürich͏ist͏ Muttergesellschaft͏der͏Cinetrade -Gruppe͏ ("Cinetrade").͏Diese͏ ist͏ unter͏anderem͏ mit͏dem͏Unternehmenszweck͏des ͏ Erwerbs͏ und͏ der͏ Verwaltung͏von͏ Rechten͏an͏Immaterialgütern͏und͏Filmen͏im͏Handelsregister͏einget ragen.͏ Bis͏Ende͏April͏2013͏stand͏Cinetrade͏unter͏der͏gemeinsamen͏Kontrolle͏des͏ damaligen͏ Verwaltungsratspräsidenten͏ und͏ CEO͏ (51 %)͏ und͏ von͏ Swisscom͏(49 %).͏Seit͏Anfang͏Mai͏2013͏ist͏Swisscom͏ Mehrheitsaktionärin͏ von͏Cinetrade.͏ Cinetrade͏ist͏Inhaberin͏von͏sch weizweiten͏exklusiven͏Live Übertragungsrechten͏für͏Fussball -͏ und͏Eishockeyspiele͏im͏Pay -TV,͏welche͏ sie͏an͏Teleclub͏weitergab͏(vgl.͏nachfolgende͏E.͏8.4). Das͏Telekommunikationsunternehmen͏ Sunrise͏ UPC͏GmbH͏(vormals͏Sunrise͏ Communications͏AG;͏ Beschwerdegegnerin),͏Zürich,͏ ist͏unter͏anderem͏ im͏ Bereich͏ der͏ Übermittlung͏ von͏ Kommunikations -͏ und͏ Unterhaltungsinhalten͏tätig͏und͏betreibt͏ mit͏Sunrise͏TV͏seit͏23.͏Januar͏2012͏ eine͏eigene͏ TV-Plattform.͏ Per͏1.͏Mai͏ 2021͏fusionierte͏sie͏mit͏der͏UPC ͏ Schweiz͏Gm bH͏ zu͏ihrer͏heutigen͏ Firma͏ und͏ Rechtsform.

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B.

Gestützt͏ auf͏ verschiedene͏ Hinweise͏ von͏ Fernmeldedienstanbietern͏ und͏ Privatpersonen͏ sowie͏ eigene͏Abklärungen͏ eröffnete͏ das͏ Sekretariat͏ der͏ Wettbewerbskommission͏(nachfolgend:͏Sekretariat)͏am͏30.͏Mai͏2012͏eine͏ Vorabklärung͏gegen͏Cinetrade͏wegen͏einer͏möglicherweise͏unzulässigen͏ Wettbewerbsbeschränkung. Im͏Rahmen͏der͏Vorabklärung͏wurden͏verschiedene,͏im͏relevanten͏Bereich͏ tätige͏Unternehmen͏ sowie͏ Swisscom͏und͏Cinetrade͏befragt ͏ (Marktbefragung͏vom͏30.͏Mai͏2012).͏In͏ der͏Folge͏kam͏das͏Sekretariat͏zum͏Schluss,͏ dass͏Anhaltspunkte͏für͏unzulässige͏Wettbewerbsbeschränkungen͏bestanden. Die͏Vorinstanz͏eröffnete͏am͏3.͏April͏2013͏ die͏ Untersuchung͏Nr.͏32 -0243͏ gegen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ sowie͏ gegen͏ den͏ damaligen͏ Verwaltungsratspräsidenten͏ und͏ CEO͏ der͏ Beschwerdeführerin͏ 2.͏ Die͏ Untersuchung͏sollte͏gemäss͏der͏Bekanntmachung͏der͏Vorinstanz͏zeigen,͏ob͏Cinetrade͏ und͏ /͏oder͏ Swisscom͏im͏Bereich͏der͏Übertragung͏von͏Sportinhalten͏ im͏ Pay -TV͏ eine͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏ zukommt͏ und͏ ob͏ sie͏ diese͏ gegebenenfalls͏ missbrauchen,͏ indem͏ sie͏ Geschäftsbeziehungen͏ verweigern,͏Handelspartner͏diskriminieren,͏unangemessene͏Geschäftsbedingungen͏erzwingen͏und͏Angebote͏unzulässigerweise͏koppeln ͏ (vgl.͏ BBl͏ 2013͏2891 ). Im͏Rahmen͏der͏Untersuc hung͏wurden͏erneut͏verschiedene,͏im͏relevanten͏ Bereich͏ tätige͏ Unternehmen͏ sowie͏ die͏ Parteien͏befragt ͏ (Marktbefragung͏ vom͏12.͏Juni͏2013).͏ Zudem͏ wurden͏ Daten͏ bezüglich͏der en͏ Kunden͏ erhoben. Auf͏Gesuch͏ vom͏26.͏Juli͏2013͏wurde͏die͏Beschwerdegegnerin͏ mit͏Schreiben͏des͏Sekretariats͏vom͏30.͏Juli͏2013͏als͏Dritte͏an͏der͏vorinstanzlichen͏ Untersuchung͏beteiligt.͏ Mit͏Verfügung͏vom͏18.͏November͏2013͏stellte͏ die͏Vorinstanz͏ das͏Verfahren͏ gegenüber͏ de m͏ bis͏ Ende͏April͏ 2013͏ amtierenden ͏ Verwaltungsratspräsidenten͏ und͏ CEO͏ der͏ Beschwerdeführerin͏ 2 ͏ ohne͏ Folgen͏ ein͏ (vgl.͏ RPW͏ 2014/2͏S.͏391͏ff.). Mit͏Zwischenverfügungen͏vom͏24.͏Februar͏2014͏und͏vom͏27.͏März͏2014͏ wurden͏w eitere͏Parteien͏ als͏Dritte͏a n͏der͏Untersuchung͏beteiligt. Am͏7.͏März͏2016͏ fanden͏Anhörungen͏vor͏der͏Vorinstanz͏statt.

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C.

Mit͏Verfügung͏vom͏9.͏Mai͏2016,͏versandt͏am͏23.͏Mai͏2016,͏ belastete͏die͏ Vorinstanz͏den͏Swisscom -Konzern͏ mit͏einer͏Sanktion͏von͏Fr. ͏ 71'818'517.–͏ und͏ auferlegte͏ ihm͏ die ͏ Verfahrenskosten͏ von͏ Fr.͏ 381'817.50.͏ Die͏ Vorinstanz͏ stellte͏fest,͏ dass͏ Teleclub͏ /͏ Swisscom͏ auf͏ den͏ nationalen͏ Märkten͏ für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockey übertragungen͏ sowie͏ von͏ ausländischen͏ Fussballübertragungen͏ (Bundesliga,͏ Primera͏ División͏ &͏ Copa͏ del͏ Rey,͏ Serie͏A)͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏im͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏ (2006͏ -͏ 2013)͏ eine͏ marktbeherrschende͏Stellung͏ zugekommen͏sei.͏In͏Ausnützung͏dieser͏beherrschenden͏ Stellung͏ habe͏ Teleclub͏ Geschäftsbeziehungen͏ verweigert,͏ Handelspartner͏diskrimini ert͏und͏unangemessene͏Geschäftsbedingungen͏ erzwungen.

D.

Am͏24.͏Juni͏2016͏erhoben͏die͏Beschwerdeführerinnen͏gegen͏diese͏Verfügung͏Beschwerde͏ans͏Bundesverwaltungsgericht͏ mit͏folgenden͏Rechtsbegehren: "1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 gegen die Beschwerdeführerinnen sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 gegen die Beschwerdeführerinnen aufzuheben und vom Bundesverwaltungsgericht in der Sache neu zu entscheiden.

3. Subeventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 gegen die Beschwerdeführerinnen aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Bundes." Zudem͏stellen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏folgende͏Verfahr ens-͏ und͏Beweisanträge,͏die͏sie͏mit͏Schreiben͏vom͏5.͏Juli͏2016͏teilweise͏anpassten: "4. Der Vorinstanz sei gleichzeitig mit Zustellung der vorliegenden Beschwerde Frist zur Beschwerdeantwort anzusetzen.

5. Es sei vor dem Entscheid eine Verhandlung durchzuführen und es seien die Beschwerdeführerinnen anzuhören.

6. Den Beschwerdeführerinnen sei das Recht einzuräumen, die in dieser Beschwerdeschrift enthaltenen Geschäftsgeheimnisse zu bezeichnen, bevor diese anderen Parteien des vorinstanzlichen Verfahrens 32-0243 oder Dritten offengelegt werden.

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7. Von der Vorinstanz seien die Akten aus der Marktbeobachtung 31/210224 - Lieferverträge Teleclub zu den Akten dieser Beschwerdesache heraus zu verlangen, namentlich sämtliche Unterlagen, die für die Beurteilung der Vergaben der Schweizer Fussball- und Eishockeyübertragungsrechte und die Content-Akquisitionsklausel von Bedeutung sein können, und den Beschwerdeführerinnen seien Kopien dieser Dokumente auszuhändigen.

8. Von der Vorinstanz seien die Akten aus der Untersuchung 32-0153 Teleclub AG/Cablecom GmbH/Swisscable, namentlich sämtliche Unterlagen im Zusammenhang mit der Einstellung jener Untersuchung, einschliesslich des Fil Rouge und der Sitzungsprotokolle und -unterlagen und sämtlicher weiterer Akten, die für die Beurteilung der Content-Akquisitionsklausel von Bedeutung sein können, zu den Akten dieser Beschwerdesache heraus zu verlangen und den Beschwerdeführerinnen seien Kopien dieser Dokumente auszuhändigen."

9. Es seien unabhängige Sachverständigengutachten zu folgenden Sachverhaltsfragen einzuholen: a. Waren die von der Vorinstanz untersuchten TV-Plattformanbieter unter besonderer Berücksichtigung der in der Beschwerde näher beschriebenen Kapazitätsbeschränkungen, unterschiedlichen Netzausbaustufen und Plattformfunktionen technisch in der Lage, das erweiterte Teleclub-Sportangebot im Zeitraum von November 2006 bis Sommer 2013 zu übertragen? b. Welche technischen und kommerziellen Anforderungen bestanden im untersuchungsrelevanten im Zeitraum von November 2006 bis Sommer 2013 für die Homologierung von IPTV-Plattformen zur Übertragung des Teleclub Sportangebotes und inwieweit haben die von der Vorinstanz untersuchten TV-Plattformanbieter diese Anforderung erfüllt? c. Welche Bedeutung besassen im Zeitraum von Oktober 2006 bis 2013 die Schweizer Fussball- und Eishockeyübertragungen aus Sicht der TV-Plattformanbieter und der Fernsehzuschauer für die Plattformwahl unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung anderer Sportübertragungen, des Gesamtfernsehangebotes im Free-TV und Pay-TV, technischer Plattformfunktionen und Serviceleistungen sowie der Bündelangebote (Triple-Play)?

10. Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht die Sache an die Vorinstanz zurückverweist, sei diese anzuweisen, nach Massgabe von Ziff. 9 den Sachverhalt zu untersuchen.

11. Vor Bestellung des oder der Sachverständigen sei den Beschwerdeführerinnen die Möglichkeit zu geben, Vorschläge zur Person des Sachverständigen zu unterbreiten.

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12. Eventualiter sei den Beschwerdeführerinnen die Möglichkeit zu geben, zu den Vorschlägen des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Person des Sachverständigen Stellung zu nehmen.

13. Den Beschwerdeführerinnen sei nach Einholung des Sachverständigengutachtens bzw. nach Vornahme der zusätzlichen Untersuchungshandlungen die Möglichkeit zur erneuten Stellungnahme zu gewähren.

14. Es sei den Beschwerdeführerinnen unbeschränkte Einsicht in die abgedeckten Passagen der angefochtenen Verfügung und nicht offengelegten Actoren zu gewähren, soweit diese entscheidrelevant sind." Die͏Beschwerdeführerinnen͏bestreiten͏die͏ von͏der͏Vorinstanz͏festgestellten͏ relevanten͏Wettbewerbsparameter,͏ die͏ Marktabgrenzung͏und͏de n͏ Befund͏einer͏marktbeherrschenden͏Stellung,͏wofür͏sie͏auch͏Mängel͏der͏Untersuchung͏und͏eine͏Verletzung͏ihres͏Anspruchs͏auf͏rechtliches͏Gehör͏anführen.͏Sie͏erblicken͏einerseits͏ein͏"grundlegend͏falsches͏Verständnis͏der͏ verfassungsrechtlichen͏ und͏ immaterialg üterrechtlichen͏ Kom ponenten"͏ in͏ der͏rechtlichen͏Würdigung͏der͏Vorinstanz,͏weshalb͏sie͏auch͏die͏Vorwürfe͏ der͏ Verweigerung͏ von͏Geschäftsbeziehungen,͏ Diskriminierung͏ von͏ Handelspartnern͏ und͏ Erzwingung͏ unangemessener͏ Geschäftsbeziehungen͏ bestreiten,͏und͏beruf en͏sich͏andererseits͏infolge͏Einstellung͏der͏Untersuchung͏ Teleclub/Cablecom/Swisscable͏ im͏ Jahr͏ 2007͏ und͏ der͏ Marktbeobachtung͏ Lieferverträge͏ im͏ Jahr͏ 2006͏ durch͏ das͏ Sekretariat͏ der͏ Vor instanz͏auf͏Vertrauensschutz,͏eine͏Verletzung͏des͏Grundsatzes͏ ne͏bis͏in͏ idem͏ und͏Rechtsirrtum.͏Hinsichtlich͏des͏verwendeten͏Basisbetrags,͏der͏relevanten͏Umsätze͏und͏anderer͏Parameter͏stellen͏sie͏zudem͏die͏Berechnung͏der͏Sanktion͏infrage.

E.

Mit͏Vernehmlassung͏vom͏26.͏Oktober͏2016͏beantragt͏die͏Vorinstanz,͏die͏ Beschwerde͏ abzuweisen,͏die͏Verfahrensanträge͏7͏und͏8͏abzuweisen,͏soweit͏darauf͏einzutreten͏ sei,͏und͏die͏Beweisanträge͏9͏bis͏13͏abzuweisen. ͏ Im͏ Übrigen͏ korrigierte͏ die͏ Vorinstanz͏ ihre͏ Kostenberechnung͏ des͏ vor instanzlichen͏Verfahrens.͏Die͏von͏der͏Beschwerdeführerin͏1͏zu͏tragen de͏ Verfahrenskosten͏betrügen͏ Fr.͏ 376'492.50.

F.

Gegen͏die͏Verfügung͏der͏Vorinstanz͏vom͏9.͏Mai͏2016͏wurden͏beim͏Bundesverwaltungsgericht͏zwei͏weitere͏Beschwerden͏erhoben ͏ (Beschwerdeverfahren͏ B -3983/2016͏ und͏ B -4423/2016).͏ Im͏ Verfahren͏ B -3983/2016͏

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B-4003/2016 Seite 9 reichten͏ die͏ UPC͏Schweiz͏GmbH,͏die͏Quickline͏AG͏sowie͏die͏Sasag͏Kabelkommunikation͏AG͏ am͏23.͏Juni͏2016͏Beschwerde͏ein. ͏ Das͏Verfahren͏ B-4423/2016͏wurde͏von͏der͏ Sunrise͏Communications͏AG͏ mit͏Beschwerde͏ vom͏18. Juli͏2016͏eingeleitet. In͏beiden͏Beschwerdeverfahren͏wurde͏be antragt,͏ Teleclub,͏Swisscom͏und͏ Cinetrade͏zu͏verpflichten,͏ das͏ vollständige͏Teleclub -Sportangebot͏ zu͏nichtdiskriminierenden͏Bedingungen͏anzubieten͏ und͏ für͏die͏Dauer͏des͏Verfahrens͏die͏beantragte͏Massnahme͏ bereits͏vorsorglich͏ zu͏erlassen. Das͏Bundesverwaltu ngsgericht͏vereinigte͏mit͏Verfügung͏vom͏19.͏Juli͏2016͏ die͏beiden͏genannten͏Verfahren͏und͏führte͏das͏Verfahren͏unter͏der͏Nummer͏B -3983/2016͏weiter.͏Mit͏Zwischenverfügung͏vom͏13.͏September͏2016͏ wies͏ es͏ die͏Begehren͏um͏Erlass͏von͏vorsorglichen͏Massnahmen͏ab. UPC͏ Schweiz͏ GmbH,͏ Quickline͏AG͏ und͏ Sasag͏Kabelkommunikation͏AG͏ wie͏ auch͏ die͏ Sunrise͏ Communications͏AG͏ zogen͏ ihre͏ Beschwerden͏ daraufhin͏ zurück,͏ worauf͏ das͏ Bundesverwaltungsgericht͏ das͏ Verfahren͏ abschrieb͏ und͏ Beschwerde-,͏ Beschwerdeantwortbeilagen͏ und͏ Vorakten͏ in ͏ das͏vorliegen de͏ Verfahren͏ übertrug͏ (Abschreibungsentscheid͏des͏BVGer͏ B-3983/2016͏ vom͏17.͏Oktober͏2016 ).͏

G.

Mit͏Zwischenverfügung͏vom͏21.͏März͏2017͏ beteiligte͏das͏Bundesverwaltungsgericht͏ die͏ Sunrise͏Communications͏ AG͏ auf͏deren͏Ersuchen͏ als͏Beschwerdegegnerin͏ am͏vorliegenden͏Beschwerdeverfahren. Auf͏ die͏dagegen͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏ am͏8.͏Mai͏2017͏ erhobene͏ Beschwerde͏ ist͏ das͏ Bundesgericht͏ mit͏ Urteil͏ vom͏ 1.͏ Mai͏ 2019 ͏ (2C_433/2017)͏nicht͏eingetreten.

H.

Mit͏Verfü gung͏vom͏15.͏Mai͏2019͏erhielt͏die͏Beschwerdegegnerin͏Gelegenheit,͏ sich͏ zur͏ Beschwerde͏ vernehmen͏ zu͏ lassen. ͏ Ergänzend͏ stellte͏ das͏ Bundesverwaltungsgericht͏der͏Beschwerdegegnerin͏m it͏Verfügung en͏ vom͏ 27. Mai͏2019͏ und͏ 28.͏Mai͏2019͏ geschäftsgeheimnisbereinigte͏ Beschwerdebeilagen͏ zu.͏ Die͏Beschwerdegegnerin͏ersuchte͏m it͏ Schreiben͏vom͏ 12.͏Juni͏2019͏um͏ vollständige͏Akteneinsicht.͏Das͏Bundesverwaltungsgericht͏ gab͏ ihr͏ mit͏Verfügung͏vom͏13.͏Juni͏2019͏Gelegenheit,͏ Einsicht͏in͏das͏physische͏Dossier͏ des͏Bundesverwaltungsgerichts͏zu͏nehmen ͏ und͏gab,͏nachdem͏ Vorinstanz͏ -- 9 of 226 -B-4003/2016 Seite 10 und͏Beschwerdeführerinnen͏Passagen͏ bezeichnet͏ hatten,͏die͏gegenüber͏ der͏Beschwerdegegnerin͏Geschäftsgeheimnisse͏enthielten, ͏ mit͏Verfügungen͏vom͏19.͏Septe mber͏2019,͏8. Oktober͏2019͏und͏11.͏Oktober͏2019͏Einsicht͏in͏die͏Vorakten. Am͏2.͏Juli͏2019͏gewährte͏das͏Bundesverwaltungsgericht͏den͏Beschwerdeführerinnen͏am͏Sitz͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏unter͏Wahrung͏von͏ Geschäftsgeheimnissen͏Einsicht͏in͏die͏Verfahre nsakten.

I.

Mit͏ Schreiben͏vom͏5.͏Juli͏2019͏reichten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏das͏ von͏ ihnen͏ in͏Auftrag͏ gegebene͏ Gutachten͏ "Übertragung͏ des͏ erweiterten͏ Sportangebots͏ von͏Teleclub͏ 2006͏ bis͏ 2013"͏ vom͏ 28.͏ Juni͏ 2019͏ ein.͏ Die͏ Gutachterin͏ kommt͏ darin͏ zum͏ Schluss,͏ aus͏technis cher͏ Sicht͏ bestünden͏ wesentliche͏ Unterschiede͏ zwischen͏ den͏ TV -Anbietern.͏ Wesentliche͏ Voraussetzungen͏ zur͏ Übertragung͏ des͏ erweiterten͏ Teleclub -Sportangebots͏ hätten͏ bei͏ keinen͏ TV-Anbietern͏ausser͏Swisscom͏ vorgelegen͏oder͏ seien͏ nicht͏implementiert͏gewesen.͏Da her͏könne͏die͏T V-Plattform͏von͏Swisscom͏ mit͏den jenigen͏von͏anderen͏Marktteilnehmern͏in͏Bezug͏auf͏Teleclub͏nicht͏ als͏äquivalent͏qualifiziert͏werden.͏Während͏des͏gesamten͏Untersuchungszeitraums͏sei͏Swisscom͏die͏einzige͏TV -Anbieterin͏in͏der͏ Schweiz͏gewesen,͏ d ie͏ das͏ erweiterte͏Teleclub -Sportangebot͏ einschliesslich͏ PPV͏ ("pay͏ per͏view")͏ für͏Live -Sport͏(insbesondere͏Fussball͏und͏Eishockey)͏dem͏Endkunden͏habe͏bereitstellen͏können.

J.

Mit͏ Beschwerdeantwort͏ vom͏ 6.͏ Dezember͏ 2019͏ stellt e͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏folgende͏A nträge: "1. Es sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und es sei die Sanktion gemäss Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 neu zu berechnen, insbesondere auf Grundlage (a) des relevanten Umsatzes der Beschwerdeführerinnen in den drei Geschäftsjahren, welche dem Urteil des Gerichtes vorgegangen sein werden sowie (b) eines Dauerzuschlages von (mindestens)

130 % entsprechend der Dauer des Wettbewerbsverstosses.

2. Eventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und es sei die Sanktion gemäss Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 neu zu berechnen, insbesondere auf Grundlage (a) des relevanten Umsatzes der Beschwerdeführerinnen in den drei Geschäftsjahren 2013, 2014 und 2015 sowie (b) eines Dauerzuschlages von 100 %.

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3. Subeventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 an die Vorinstanz zur neuen Berechnung der Sanktion gemäss den Anträgen

1 bzw. 2 zurückzuweisen.

4. Subsubeventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerinnen und/oder des Bundes." Zudem͏stellt e͏ die͏Beschwerdegegnerin͏folgenden͏Beweisantrag: "Es sei der Sachverhalt soweit notwendig zu untersuchen, um die Sanktion für die missbräuchlichen Verhaltensweisen der Beschwerdeführerinnen, insbesondere unter Berücksichtigung der fortgesetzten Verweigerung von Geschäftsbeziehungen, Diskriminierung von Handelspartnern und Erzwingung unangemessener Geschäftsbedingungen, antragsgemäss neu berechnen zu können. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerinnen und/oder des Bundes." Zur͏Begründung͏führt͏sie͏aus,͏ die͏Vorinstanz͏ha be͏ den͏Unte rsuchungszeitraum͏in͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏in͏ unzulässiger͏Weise͏auf͏den͏Zeitraum͏ bis͏ 2013͏ beschränkt;͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ hätten͏ die͏ missbräuchlichen͏Verhaltensweisen͏bis͏zum͏Zeitpunkt͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏im͏Mai͏2016͏durchwegs͏fortgefü hrt͏und͏auch͏nach͏Ergehen͏derselben͏nicht͏beendet.͏Dieser͏fortgesetzte͏Missbrauch͏sei͏in͏der͏angefochtenen͏ Verfügung͏ zwar͏ im͏ Grundsatz͏ bereits͏ anerkannt,͏ habe͏ jedoch͏ nicht͏ Gegenstand͏des͏Untersuchungszeitraums͏ (2006͏bis͏2013)͏ gebildet͏und͏sei͏ insbesondere͏ auch͏im͏Rahmen͏der͏Sanktionsbemessung͏nicht͏berücksichtigt͏worden.

K.

Mit͏Verfügung͏vom͏27.͏Februar͏2020͏ hiess͏ das͏Bundesverwaltungsgericht͏ den͏ Antrag͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ auf͏ Akteneinsicht͏ teilweise͏ gut,͏ während͏es͏die͏ Beweisanträge͏Nr.͏7,͏8,͏9a -c,͏11,͏ 12͏und͏13͏ abwies. Die͏Beschwerdegegnerin͏bat͏das͏Bundesverwaltungsgericht͏mit͏Eingabe͏ vom͏25.͏März͏2020,͏die͏gegenüber͏den͏Beschwerdeführerinnen͏offengelegten͏Passagen͏ daraufhin͏ zu͏prüfen,͏ob͏sie͏ihr͏ganz͏oder͏teilweise͏offengelegt͏werden͏könnten,͏und͏wen n͏ja,͏ihr͏entsprechend͏Einsicht͏zu͏gewähren.

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B-4003/2016 Seite 12 Mit͏ Verfügung͏ vom͏ 27.͏ März͏ 2020͏ gewährte͏ das͏ Bundesverwaltungsgericht͏der͏Beschwerdegegnerin͏teilweise͏Akteneinsicht. Die͏Beschwerdeführerinnen͏ beantragten͏mit͏Schreiben͏vom͏6.͏April͏2020,͏ an͏ Stelle͏ einer͏ auf͏de n͏10.͏Juli͏2020͏angeordneten͏ mündlichen͏und͏öffentlichen͏ Parteiverhandlung͏ein en͏ zweiten͏ Schriftenwechsel͏ durchzuführen,͏ und͏nach͏Abschluss͏des͏zweiten͏Schriftenwechsels͏eine͏ öffentliche͏ Parteiverhandlung͏im͏Sinne͏von͏Art.͏6͏EMRK͏ anzusetzen. Mit͏Schreiben͏ vom͏ 15.͏April͏2020͏ zogen͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ihren͏ Antrag͏ auf͏eine͏mündliche͏Verhandlung͏zurück,͏worauf͏das͏Bundesverwaltungsgericht͏ die͏ Verhandlung͏ absagte͏ und͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ Gelegenheit͏gab,͏eine͏Replik͏ einzureichen.

L.

Mit͏Replik͏vom͏ 20.͏ August͏2020͏ halten͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏vollumfänglich͏ an͏ den͏ Rechtsbegehren,͏ Verfahrensanträgen,͏ Beweisanträgen͏ und͏ dem͏Akteneinsichtsgesuch͏ gemäss͏ Beschwerde͏ vom͏ 24.͏ Juni͏ 2016͏ fest͏und͏stellten͏zusätzlich͏folgende͏Rechtsbegehren: "1. Auf die Anträge 1 bis 4 sowie den Beweisantrag der Beschwerdegegnerin gemäss Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 6. Dezember 2019 sei nicht einzutreten.

2. Eventualiter: Die Anträge 1 bis 4 sowie der Beweisantrag der Beschwerdegegnerin gemäss Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 6. Dezember 2019 seien vollumfänglich abzuweisen." Zur͏ Begründung͏ wiederholen͏ sie͏ im͏ Wesentlichen͏ die͏ bereits͏ in͏ der͏ Beschwerde͏vorgebrachten͏Argumente,͏weisen͏indessen͏auch͏auf͏die͏Markt entwicklungen͏ seit͏Abschluss͏ der͏ Untersuchung ͏ hin.͏ Diese͏ belegten͏ die͏ fehlende͏Bedeutung͏des͏(erweiterten)͏S portangebots͏für͏den͏Wettbewerb;͏ so͏habe͏UPC͏ in͏der͏Zwischenzeit͏die͏Schweizer͏Liga -Eishockeyrechte͏erworben͏und͏verliere͏trotzdem͏TV -Abonnenten.͏ Bis͏zum͏heutigen͏Tag͏hätten͏ die͏TV -Plattformanbieterinnen͏ zudem͏ technische͏Schwierigkeiten,͏das͏erweiterte͏ Teleclub -Sportangebot͏ zu͏ übertragen.͏ Weiter͏ kritisieren͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏dass͏die͏Beschwerdegegnerin͏mit͏ihre r͏ Beschwerdeantwort͏ in͏unzulässiger͏Weise͏versuche,͏den͏Streitgegenstand͏zu͏e rweitern.͏Zu͏beurteilen͏seien͏nur͏die͏tatsächlich͏von͏der͏Vorinstanz͏untersuchten͏ Verhaltensweisen;͏ zudem͏ bestehe͏ keine͏ weitergehende͏ Untersuchungspflicht.͏ -- 12 of 226 -B-4003/2016 Seite 13

M.

Mit͏Duplik͏vom͏23.͏September͏2020͏ bestätigt͏ die͏Vorinstanz͏ die͏ angefochtene͏Verfügung͏und͏ ihre͏ Vernehmlassung.͏Die͏Veränderungen͏bei͏der͏Anzahl͏Kunden͏vermöchten͏die͏Wichtigkeit͏der͏streitgegenständlichen͏Sport inhalte͏ nicht͏ zu͏ widerlegen.͏ So͏ schlössen͏ sinkende͏ Marktanteile͏ eines͏ marktbeherrschenden͏Unternehmens͏die͏Feststellung͏einer͏missbräuchlichen͏ Verhaltensweise͏ nicht͏ aus.͏ Weiter͏ wies͏ die͏ Vorinstanz͏ darauf͏ hin,͏ dass͏ das͏ Merkmal͏ der͏ Unerlässlichkeit͏ des͏ Inputs͏ nach͏ der͏ Rechtsprechung͏ nicht͏ allgemein͏ mit͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ in͏ Beziehung͏ gesetzt͏werde,͏sondern͏nur͏mit͏der͏Missbrauchsvariante͏der ͏ Zugangsverweigerung.͏ Die͏technischen͏Möglichkeiten͏der͏mit͏Swisscom͏TV͏konkurrierenden͏ TV -Plattformen͏ seien͏ nicht͏ von͏ entscheidender͏ Bedeutung.͏ Denn͏ wenn͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏ Bereitschaft͏ gehabt͏ hätten,͏ allen͏ konkurrierenden͏TV -Plattformen͏ein͏An gebot͏für͏das͏vollständige͏Sportprogramm͏zu͏unterbreiten,͏hätten͏sie͏die͏Bereitstellung ͏ ohne͏Weiteres͏von͏der͏ Einhaltung͏eines͏für͏alle͏TV -Plattformen͏gültigen͏Standards͏abhängig͏machen͏können.͏ Schliesslich͏greifen͏nach͏Ansicht͏der͏Vorinstanz͏die͏Rügen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏zur͏Sanktionierung͏ins͏Leere.

N.

Die͏Beschwerdegegnerin͏beantragt͏mit͏Duplik͏vom͏26.͏O ktober͏2020,͏die͏ Rechtsbegehren͏ Ziffern͏ 1͏und͏2͏der͏Replik͏der͏Beschwerdeführerinnen͏abzuweisen.͏ Zudem͏ sei͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ keine͏Gelegenhei t͏ für͏ eine͏ weitere͏ Stellungnahme͏zu͏geben.͏ Zur͏ Begründung͏ hält͏ sie͏fest,͏ sie͏ habe͏Kundenverluste͏ erlitten͏und͏sei͏in͏ihren͏Marketingaktivitäten͏stark͏eingeschränkt͏ gewesen,͏ weil͏ sie͏ nicht͏ mit͏ einem͏ wettbewerbsfähigen͏ Premium͏Sportangebot͏habe͏werben͏können.͏Neukunden͏habe͏sie͏aufgrund͏ genereller͏Marktentwicklungen͏und͏Entwicklungen͏in͏anderen͏Geschäftsbereichen͏gewinnen͏können.͏ Entgegen͏der͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏und͏de m͏ Parteigutachten͏hätte͏sie͏das͏erweiterte͏Sportangebot͏ einschliesslich͏PPV͏ bzw.͏ den͏Einzelabruf͏von͏Sportevents͏umsetzen͏ können.͏ Zudem͏stellt͏sich͏die͏Beschwerdegegnerin͏erneut͏auf͏den͏Standpunkt,͏dass͏die͏Vorinstanz͏pflichtwidrig͏einen͏zu͏kurzen͏formellen͏Untersuchungszeitraum͏festgelegt͏habe,͏was͏zu͏korrigieren͏sei. ͏ Die͏Marktstellung͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏habe͏sich͏aufgrund͏der͏Exklusivrechte,͏die͏für͏ einen͏fixen͏Zeitraum͏vergeben͏würden,͏bis͏2016͏nicht͏verändert.͏Somit͏sei͏ keine͏vertiefte͏Untersuchung͏eines͏unveränderten͏Sachverhalts͏notwendig͏ bzw.͏an͏diese͏tief e͏Anforderungen͏zu͏stellen. ͏ Mit͏der͏2017͏abgeschlossenen͏Ergänzungsvereinbarung͏werde͏ihre͏Diskriminierung,͏die͏gleichzeitig͏ eine͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏darstelle,͏nicht͏behoben.

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B-4003/2016 Seite 14

O.

Die͏Beschwerdeführerinnen͏reichten͏am͏31.͏März͏2021͏eine͏ unverlangte͏ Stellungnahme͏zu͏ den͏ Dupliken͏ der͏Vorinstanz͏vom͏23.͏September͏2020͏ und͏der͏Beschwerdegeg nerin͏vom͏26.͏Oktober͏2020͏ein,͏in͏der͏sie͏an͏den͏ Rechtsbegehren͏ und͏ den͏ Beweisanträgen͏ festh alten.͏ Da͏ die͏ Vorinstanz͏ mit͏Verfügung͏vom͏7.͏September͏2020͏die͏U ntersuchung͏gegen͏die͏UPC͏ Schweiz͏GmbH͏im͏Bereich͏der͏Übertragung͏von͏Eishockeyinhalten͏im͏Pay TV͏ abgeschlossen͏ und͏ UPC͏ dagegen͏ Beschwerde͏ beim͏ Bundesverwaltungsgericht͏ erhoben͏ habe,͏ seien͏ die͏ Vorwürfe͏ vergleichbar͏ und͏ liessen͏ sich͏auch͏für͏ das͏vorliegende͏ Verfahren͏relevante͏Schlüsse͏ daraus͏ ziehen.͏ Zumindest͏für͏die͏Dauer͏des͏Markteintritts͏ sollte͏ Investitionsschutz͏bestehen,͏w eiter͏bestätige͏die͏Verfügung͏in͏Sachen͏Eishockey͏im͏Pay -TV͏die͏ Unverhältnismässigkeit͏der͏Verfügung͏ in͏Sachen͏Sport͏im͏Pay -TV.͏Den n͏ als͏mildere͏Massnahme͏ hätte͏ es͏aus gereicht,͏das͏Rohsignal͏zur͏Verfügung͏ zu͏stellen.͏ Anders͏als͏UPC͏hätten͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ nie͏eine͏Behinderungsstrategie͏ verfolgt͏ und͏ Swisscom͏ t rotz͏ der͏ exklusiven͏ Übertragungsrechte͏von͏UPC͏keine͏Kunden͏verloren.͏Für͏die͏Kundengewinnung͏ und͏ –bindung͏sei͏es͏nicht͏entscheidend,͏ob͏ eine͏ TV-Plattform͏ein͏bestimmtes͏Fussball -͏ oder͏ Eishockeyspiel͏ anbiete,͏sondern͏ob͏ein͏insgesamt͏attraktives͏Gesamtangebot͏vorhanden͏sei.͏ Schliesslich͏rügen͏sie͏unter͏Hinweis͏auf͏die͏ Verfügung͏in͏Sachen͏Eishockey͏im͏Pay -TV,͏der͏Basisbetrag͏ sei͏zu͏hoch͏angesetzt͏und͏müsse͏auf͏höchstens͏ […] %͏gesenkt͏werden.͏

P.

Mit͏Schreiben͏vom͏21.͏April͏2021͏ verzichtete͏ die͏Vorinstanz͏auf͏die͏Einreichung͏einer͏ weiteren͏Stellungnahme.

Q.

Mit͏ Stellungnahme͏ vom͏ 27.͏April͏ 2021͏ änderte͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏ Ziffer͏ 2͏ ihrer͏ Rechtsbegehren͏ vom͏ 6.͏ Dezember͏ 2019͏ dahingehend,͏ zur͏ Sanktionsberechnung͏ sei͏ auf͏die͏drei͏Geschäftsjahre ͏ von͏2010 -2012͏ vor͏ Aufgabe͏des͏unzulässigen͏Verhaltens͏abzustellen.͏Z udem͏ erklärt͏ sie,͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏könnten͏aus͏dem͏ Verfahren͏"Eishockey͏im͏ Pay TV"͏nichts͏zu͏ihren͏Gunsten͏herleiten.͏Die͏Swisscom -Gruppe͏habe͏offensichtlich͏eine͏Behinderungsstrategie͏verfolgt:͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏ hätten͏ mehrere͏ wettbewerbs beschränkende͏ Verhaltensweisen͏ –͏ Angebotsverweigerung,͏diskriminierende͏Konditionen,͏Angebotskoppelung,͏Akquisitionsverbot͏ –͏ zu͏einer͏Gesamtstrategie͏gegenüber͏praktisch͏der͏gesamten͏Konkurrenz͏verknüpft,͏um͏dank͏ihrer͏vertikal͏integrierten͏Konzernstruktur͏ –͏ Swisscom,͏ Cinetrade/Blue͏ Entertainment,͏ Teleclub͏ –͏ mehrere͏ Wertschöpfungsstufen͏zu͏kontrollieren.͏ Durch͏Behinderung͏der͏konkurrierenden͏ Plattformanbieter͏ einerseits͏ und͏Abschottung͏ des͏ vorgelagerten͏ -- 14 of 226 -B-4003/2016 Seite 15 Markts͏der͏Rechtevergabe͏andererseits͏hätten͏die͏Besch werdeführerinnen͏ vermocht,͏ ihre͏marktbeherrschende͏Stellung͏auf͏dem͏Pay -TV-Markt͏zu͏festigen.͏Dies͏habe͏zu ͏ Auswirkungen͏ auf͏die͏eng͏mit͏dem͏Pay -TV-Markt͏verbundenen͏Providermärkte͏ geführt,͏auf͏ welchen͏der͏Konzern͏ebenfalls͏eine͏ starke͏Stellung͏innehabe͏(Fe stnetz,͏Internet,͏Mobilfunk).͏ Den͏Beschwerdeführerinnen͏sei͏darin͏zuzustimmen,͏dass͏die͏Vorinstanz͏auf͏einer͏falschen͏ Marktstufe͏ interveniert͏ habe.͏ Anders͏ als͏ im͏ Fall͏ "Eishockey͏ im͏ Pay -TV"͏ bleibe͏die͏kleinteilige͏Marktabgrenzung͏vorliegend͏ohne͏Folgen,͏da͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ über͏ exklusive͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyrechte͏ verfügt͏ hätten͏ und͏ damit͏ ohnehin͏ als͏ marktbeherrschend͏ zu͏ qualifizieren͏ seien.͏ Die͏ von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ behaupteten͏ Kapazitätsengpässe͏habe͏ UPC͏bereits͏an͏der͏vorinstanzlichen͏ Anhörung͏vom͏ 7.͏ März͏ 2016͏ nachvollziehbar͏ widerlegt.͏ Gegenüber͏ UPC͏ habe͏ das͏ unzulässige͏ Verhalten͏bis͏2016͏gedauert,͏im͏Falle͏der͏Beschwerdegegnerin͏bis͏2018. ͏ Erst͏ab͏dem͏Zeitpunkt͏des͏Erwerbs͏der͏Eishockeyrechte͏durch͏UPC͏(Sommer͏2016)͏sei͏im͏bilateralen͏ Verhältnis͏zwischen͏Swisscom͏und͏UPC͏keine͏ Seite͏ mehr͏ als͏ marktbeherrsch end͏ zu͏ bezeichnen.͏ Daher͏ hätte͏ die͏ Vor instanz͏zur͏Sanktionsbemessung͏ frühestens͏ auf͏die͏Geschäftsjahre͏2013͏ bis͏ 2015͏ abstellen͏ dürfen.͏ Auch͏ die͏ der͏ Sanktionsberechnung͏ zugrunde͏ gelegte͏Dauer͏des͏Verstosses͏von͏7͏Jahren͏erweise͏sich͏als͏falsch;͏mass gebend͏sei͏der͏Urteilszeitpunkt͏des͏ Beschwerdeverfahrens.͏

R.

Mit͏Eingabe͏vom͏11.͏Mai͏2021͏teilte͏die͏Beschwerdegegnerin͏mit,͏sie͏habe͏ per͏1.͏M ai͏2021͏mit͏ der͏ UPC͏Schweiz͏GmbH͏zur͏Sunrise͏UPC͏GmbH͏fusioniert.͏

S.

In͏ihrer͏Stellungnahme͏vom͏9.͏Juni͏2021͏ weisen͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ darauf͏hin,͏ dass͏sie͏das͏Teleclub͏Kernsportangebot͏stets͏allen͏Interessierten͏zur͏ Verfügung͏gestellt͏ hätten,͏ dies͏i m͏Gegensatz͏zu͏den͏Spielen͏ der͏ obersten͏ Schweizer͏ Eishockeyligen,͏ die͏ ab͏ Saison͏ 2017/18͏ ausschliesslich͏durch͏UPC͏und͏andere͏Kabelnetzbetreiber͏verbreitet͏worden͏ seien.͏ Ebenfalls͏ anders͏ als͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ habe͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏eine͏Behinde rungsstrategie͏verfolgt.

T.

Mit͏unverlangt er͏Eingabe͏vom͏1.͏April͏2022͏wie sen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ auf͏ das͏ Urteil͏ des͏ Gerichts͏ der͏ Europäischen͏ Union͏ (EuG)͏ vom͏ 26. Januar͏ 2022͏ in͏ Sachen͏ Intel͏ (T-286/09) hin.͏ Spätestens͏ seit͏ diesem͏ Entscheid͏sei͏unbestri tten,͏dass͏ein͏Wettbewerbsnachteil͏zu͏untersuchen͏ und͏ eine͏ rein͏ formbasierte͏ Betrachtungsweise,͏ wie͏ jene͏ der͏ Vorinstanz,͏ -- 15 of 226 -B-4003/2016 Seite 16 rechtlich͏ungenügend͏sei.͏ Zudem͏ mache͏ auch͏ die͏Beschwerdegegnerin͏ im͏ Verfahren͏"Eishockey͏im͏ Pay -TV"͏ geltend,͏ der͏ Sport͏ –͏ insbesondere͏ die͏ Ligawettbewerbe͏ –͏ seien͏ für͏den͏TV -Plattformwettbewerb͏nicht͏relevant.

U.

Die͏Vorinstanz͏erklärte͏mit͏Stellungnahme͏vom͏13.͏April͏2022,͏auch͏aus͏ dem͏jüngsten͏Intel -Entscheid͏des͏EuG͏folge͏unmissverständlich,͏dass͏es͏ für͏einen͏Verstos s͏gegen͏das͏Verbot͏des͏Missbrauchs͏einer͏marktbeherrschenden͏Stellung͏ausreiche,͏dass͏die͏betreffende͏Verhaltensweise͏geeignet͏sei,͏den͏Wettbewerb͏zu͏behindern.͏Abgesehen͏davon͏habe͏sie͏in͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏nicht͏bloss͏die͏Eignung͏der͏sanktionier ten͏Verhaltensweise͏zur͏Wettbewerbsbehinderung͏aufgezeigt.͏Vielmehr͏habe͏sie͏ darüber͏hinaus͏tatsächliche͏Effekte,͏d.͏h.͏eine͏Wettbewerbsbehinderung im͏TV -Plattformmarkt,͏ nachgewiesen.͏ Sie͏halte͏daher͏an͏der͏ angefochtenen͏ Verfügung͏sowie͏ihren͏ bisherigen͏Au sführungen͏ im͏ Beschwerdeverfahren͏fest.

V.

Die͏Beschwerdegegnerin͏erklärt e͏ mit͏Eingabe͏vom͏21.͏April ͏ 2022,͏der͏von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ zitierte͏ EuG -Entscheid͏ in͏ Sachen͏ Intel͏ beziehe͏sich͏auf͏ein͏Rabattsystem.͏ Vorliegend͏zu͏beurteilen͏seien͏jedoch͏die͏ diskriminierenden͏Geschäftsbedingungen͏sowie͏die͏Content -Akquisitionsverbote͏der͏Swisscom -Gruppe.͏ Im͏Unterschied͏zu͏Rabattsystemen͏ha be͏ eine͏ Diskriminierung͏ von͏ Geschäftspartnern͏ per͏ se͏ wettbewerbsverzerrende͏Wirkung;͏dasselbe͏ gelte͏ für͏den͏Ausschluss͏von͏K onkurrenten͏vom͏ vorgelagerten͏Beschaffungsmarkt͏ durch͏vertragliche͏Akquisitionsverbote. ͏ Abgesehen͏ davon͏ habe͏ die͏ Vorinstanz͏ sehr͏ wohl͏ eine ͏ Wirkungsanalyse͏ vorgenommen.͏ Es͏treffe͏zudem͏nicht͏zu,͏dass͏sie͏die͏Relevanz͏des͏erweiterten͏Swisscom -Angebots͏vernei nt͏habe;͏ sie͏habe͏erklärt,͏dass͏ auf͏den͏ Teleclub-Kanälen͏ 4 -29͏ auch͏ wesentliche͏ Programminhalte͏ des͏ eigentlichen͏Kernangebots͏aus͏führenden͏Fussball -͏ und͏Eishockey -Ligen͏gezeigt͏ würden.͏

W.

Mit͏ Eingabe͏ vom͏ 9.͏ Mai͏ 2022͏ erklärten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ die͏ Beschwerdeführerin͏ 2,͏ Blue͏ Entertainment͏AG,͏ habe͏ mit͏ F usionsvertrag͏ vom͏ 26.͏April͏ 2021͏ die͏Aktiven͏ und͏Passiven͏ der͏ Beschwerdeführerin͏ 3,͏ Teleclub͏AG,͏ übernommen.͏ Die͏Teleclub͏AG͏ sei͏ am͏30.͏April͏2 021͏infolge͏ der͏ Fusion͏ im͏ Handelsregister͏ gelöscht͏ worden.͏ Aufgrund͏ der͏ Universalsukzession͏übernehme͏die͏Beschwerdeführerin͏2͏die͏Position͏der͏Beschwerdeführerin͏3,͏und͏das͏Verfahren͏werde͏nur͏noch͏mit͏den͏Beschwerdeführerinnen͏1͏und͏2͏fortgeführt.

-- 16 of 226 --

B-4003/2016 Seite 17

X.

Auf͏ w eitere͏Vorbringen͏und͏ sich͏in͏ den͏Akten͏ befindlichen͏ Schriftstücke,͏ soweit͏sie͏entscheiderheblich͏sind,͏wird͏in͏den͏nachfolgenden͏Erwägungen͏ eingegangen.

Erwägungen

1.

Prozessvoraussetzungen Das͏Bundesverwaltungsgericht͏ i st͏zur͏Beurteilung͏von͏Beschwerden͏gegen͏ Sanktionsverfügungen͏ der͏ Vorinstanz͏ in͏ Kartellsachen͏ zuständig͏ (Art. 31,͏32͏und͏33͏Bst.͏ f͏ des͏Verwaltungsgeri chtsgesetzes͏vom͏17.͏Juni͏ 2005͏[ VGG,͏SR͏173.32 ]).͏Die͏Beschwerdeführerin nen͏ haben͏ als͏ Parteien͏ am͏ vorinsta nzlichen͏ Untersuchungsverfahren͏ teilgenommen.͏ Sie͏ sind͏ durch͏die͏angefochtene͏ Sanktionsverfügung͏besonders͏berührt͏und͏ haben͏ als͏Verfügungsadressatin nen͏ ein͏schutzwürdiges͏Interesse͏an͏deren͏Aufhebung͏oder͏Änderung͏(Art.͏48͏Abs.͏1͏des͏Bundesgesetzes͏vom͏20.͏Dezember͏1968͏ über͏da s͏Verwaltungsverfahren͏[ VwVG,͏SR͏172.021 ];͏vgl.͏Urteil͏ des͏ Bundesverwaltungsgerichts͏ [BVGer]͏ B -7633/2009͏ vom͏ 14.͏ September͏2015͏ Rz.͏11, "Preispolitik͏ADSL ").͏ Mit͏Tagesregistereintrag͏vom͏30. April͏2021͏gingen͏die͏Aktiven͏und͏Passiven͏der͏Teleclub͏AG,͏der͏ehemaligen͏Beschwerdeführerin͏3,͏mittels͏Fusion͏ auf͏die͏Beschwerdeführerin͏2͏über,͏womit͏die͏ursprüngliche͏Beschwerdeführerin͏3͏u ntergegangen͏ist.͏Die͏Fusion͏bewirkt͏eine͏Universalsukzession.͏ Mit͏ der͏ Eintragung͏ ins͏ Handelsregister͏ gehen͏ alle͏Aktiven͏ und͏ Passiven͏ der͏ übertragenden͏ Gesellschaft͏ von͏ Gesetzes͏ wegen͏ auf͏ die͏ übernehmende͏ Gesellschaft͏ über͏ (Art. 22͏ des͏ Fusionsgesetzes͏ vom͏ 3.͏ Oktober͏ 2003͏ [FusG;͏ SR͏ 221.301]).͏ Die͏ Rechtsnachfolge͏ aufgrund͏ von͏ Gesamtnachfolge͏gilt͏nicht͏als͏Parteiwechsel͏(vgl.͏Art.͏17͏Abs.͏3͏des͏Bundesgesetzes͏ vom͏4.͏Dezember͏1947͏über͏den͏Bundesz ivilprozess͏[BZP;͏SR͏273]͏ i.V.m.͏Art.͏4͏VwVG).͏Damit͏kann͏die͏Be schwerdeführerin͏2͏das͏Verfahren͏ für͏ die͏ ursprüngliche͏ Beschwerdeführerin͏ 3͏ weiterführen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ A-3000/2012͏vom͏28.͏Dezember͏2018͏E. 1.2.2,͏mit͏Verweis͏auf͏die͏ bundesgerichtliche͏ Rechtsprechung).͏ Ebenfalls͏ mit͏ Tagesregistereintrag͏ vom͏30.͏A pril͏2021͏gingen͏die͏Aktiven͏und͏Passiven͏der͏Sunrise͏Communications͏AG,͏der͏ursprünglichen͏Beschwerdegegnerin,͏mittels͏Fusion͏auf͏ die͏Sunrise͏UPC͏GmbH͏über,͏womit͏die͏ursprüngliche͏Beschwerdegegnerin͏nicht͏mehr͏existiert.͏Analog͏zum͏oben͏Gesagten͏kann͏die ͏ Sunrise͏UPC͏ -- 17 of 226 -B-4003/2016 Seite 18 GmbH͏das͏Verfahren͏für͏die͏ursprüngliche͏Beschwerdegegnerin͏weiterführen. Die͏ Beschwerde͏ ist͏ frist -͏ und͏ formgerecht͏ eingereicht͏ worden͏ (Art.͏ 50͏ Abs. 1,͏Art.͏52͏Abs.͏1͏VwVG),͏der͏Kostenvorschuss͏wurde͏innert͏Frist͏bezahlt͏(Art.͏63͏Abs.͏4͏VwVG)͏ und͏die͏übrigen͏Sachurteilsvoraussetzungen͏ liegen͏vor͏(Art.͏44͏ff.͏VwVG).͏Auf͏die͏Beschwerde͏ist͏daher͏einzutreten.

2.

Sachverhalt und Verfahrensgegenstand

2.1

Gegenstand der vorinstanzlichen Untersuchung Gegenstand͏der͏vorinstanzlichen͏Untersuchung͏bildete͏das͏Verhalten͏von͏ Teleclub͏ und͏ Swisscom͏ gegenüber͏ TV-Plattformanbietern,͏die͏mit͏ Swisscom͏ TV͏ konkurrieren͏ (vgl.͏ nachfolgendes͏ Schema͏ aus͏ der͏ Vernehmlassung͏der͏Vorinstanz,͏vom͏24.͏Oktober͏2016,͏Rz.͏6 ): Die͏Analyse͏der͏Vorinstanz͏hat͏ergeben,͏dass͏ Teleclub͏ die͏Geschäftsbeziehung͏ gegenüber͏ verschiedenen͏ TV -Plattformanbietern͏ (insbesondere͏ IPTV-Anbietern)͏im͏nationalen͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockey übertragungen͏ im͏ Rahme n͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏in͏ungerechtfertigter͏Weise͏verweigert͏hat.͏Die͏Verweigerung͏erfolgte͏gemäss͏der͏vorinstanzlichen͏Feststellung͏mindestens͏im͏ Zeitraum͏von͏Dezember͏2010͏bis͏2013. Zudem͏ soll͏ Teleclub͏ gemäss͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏ mehrere͏ Handelspartner͏im͏Zeitraum͏von͏November͏2006͏bis͏mindestens͏2013͏ in͏zweifacher͏ Hinsicht͏ ungleich͏ behandelt ͏ und͏ dadurch͏ den͏ Wettbewerb͏ beeinträchtigt͏ haben.͏ Die͏KNU͏ (Kabelnetzunternehmen)͏ und͏ die͏Beschwerdegegnerin͏ erhielten͏im͏Vergleich͏zu͏Swisscom͏ein ͏ weniger͏umfangreiches͏ Sportangebot͏zu͏einem͏insgesamt͏höheren͏Preis ͏ und͏ die͏Plattformanbieter͏ dürften͏ ihren͏Kunden͏das͏Sportpaket͏PPC͏ ("pay͏per͏channel")͏ nur͏zusammen͏ mit͏ dem͏ Basispaket͏ bereitstellen.͏ Demgegenüber͏ könne͏ Swisscom͏ -- 18 of 226 -B-4003/2016 Seite 19 ihren͏Kunden͏den͏Bezug͏der ͏ Sportinhalte͏auch͏im͏Rahmen͏von͏PPV͏anbieten. Schliesslich͏ vertritt͏ die͏ Vorinstanz͏ die͏Ansicht,͏ Teleclub͏ habe͏ gegenüber͏ Cablecom͏ (nachfolgend:͏Cablecom͏oder͏UPC ͏ Cablecom)͏ und͏ Sunrise͏ mit͏ einer͏ vertraglichen͏ Klausel͏ unangemessene͏ Geschäftsbedingungen͏ erzwungen.͏D ieses͏ tatbestandsmässige͏Verhalten͏ sei͏ im͏Zeitraum͏von͏Oktober͏2006͏bis͏mindestens͏2013 ͏ erfolgt.

2.2

Überblick über die Beschwerdegründe Unter͏ dem͏ Titel:͏ "Worum͏ es͏ vorliegend͏ eigentlich͏ geht"͏ machen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ in͏ihrer͏Beschwerde͏eingangs͏ geltend,͏das͏Sportangebot͏von͏Teleclub͏sei͏ohne͏Relevanz͏für͏den͏TV -Plattformwettbewerb͏(vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏14͏ff.),͏aufgrund͏der͏Gegenmacht͏der͏Kabelnetzbetreiber͏ könne͏ sie͏ nicht͏ marktbeherrs chend͏ sein͏ und͏ habe͏ entsprechend͏ nicht͏ missbräuchlich͏handeln͏können͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏ 18͏ff.).͏ Zudem͏ verfüge͏die͏Vorinstanz͏im͏Ergebnis͏die͏Zwangsverbreitung͏des͏Sportangebots͏ von͏Teleclub;͏ diese͏ Zwangsverbreitung͏höhle͏ den͏ immaterialgüterrechtlichen͏ Schutz͏ am͏ Sportprogramm͏ von͏ Teleclub͏ im͏ Kern͏ aus͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏23͏ff.).͏ Auf͏diese͏Rügen͏ ist͏ an͏geeigneter͏Stelle͏ einzugehen:͏ Die͏ Relevanz͏des͏Sportangebots͏ ist͏ unter͏den͏Tatbeständen͏der͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏( E.͏ 9.2.5)͏und͏der͏Disk riminierung͏von͏ Handelspartnern͏(E.͏ 9.3.3)͏ zu͏ behandeln,͏ die͏ geltend͏ gemachte͏ Gegenmacht͏ der͏ Kabelnetzbetreiber͏ unter͏ dem͏Titel͏ " Stellung͏ der͏ Marktgegenseite"͏ ( E. 8.5.3),͏ und͏ das͏ Thema͏ " Zwangsverbreitung/immaterialgüterrechtlicher͏ Schutz "͏ unter͏ den͏Titeln͏ "Vorbehaltene͏ Vorschriften"͏ (E.͏ 3.3),͏ "Verfassungsrechtliche͏Rügen"͏( E.͏ 4.1,͏ E.͏4.2 )͏ sowie͏ "Verhinderung͏eines͏ neuen͏Erzeugnisses? "͏(E.͏9.2.7). Weitere͏wichtige͏Beschwerdegründe͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏33͏ff.,͏"Übersicht͏über͏die͏wichtigsten͏Beschwerdegründe ")͏beziehen͏sich͏auf͏die͏ Fragen͏der͏ Verletzung͏des͏Verhältnismässigkeitsprinzips͏(vgl.͏E.͏4.1),͏der͏Eigentumsgarantie͏(vgl.͏E.͏4.2),͏des͏Untersuchungsgrundsatzes͏(vgl.͏E.͏5.1)͏ sowie͏des͏Anspruchs͏auf͏rechtliches͏Gehör͏(vgl.͏E.͏5.2). ͏ Auch͏ andere͏Themen,͏ wie͏ der͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏thematisierte ͏ Investitions-͏ und͏Innovationsschutz,͏ kommen͏ in͏den͏dafür͏geeigneten͏Erwägungen ͏ zur͏ Sprache͏ (vgl.͏E.͏9.2.1.5,͏9.2.8.2,͏9.3.5.3 ),͏ebenso͏der͏Zeitraum͏der͏abgeklärten͏ Marktverhältnisse͏ (vgl.͏ E.͏ 5.1.4),͏ die͏ Verwertung͏ und͏ W ürdigung͏ von͏ Beweisen͏ wie͏ Marktbefragungen͏ (vgl.͏ u.a.͏ E.͏ 5.1.3 ff.,͏ 7.2.8.7 f.,͏

9.2.5.2.1

ff.),͏ die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏als͏unzulänglich͏qualifizierten͏ technischen͏ Möglichkeiten͏ der͏ Drittplattformen͏ (vgl.͏ E. 5.1.5͏ ff.,͏

-- 19 of 226 --

B-4003/2016 Seite 20 9.2.8.1,͏9. 3.5.1),͏die͏Märkte͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Pay -TV-Inhalten͏(vgl.͏ E. 7.2.4 ff.)͏ sowie͏andere͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏aufgeworfene͏ Fragen͏zur͏Marktabgrenzung͏(vgl.͏E.͏7),͏zur͏Marktstellung͏(E.͏8),͏zu͏den͏ einzelnen͏Tatbeständen͏(vgl.͏E.͏9)͏ und͏ zur͏Sa nktionierung͏(E.͏11).

2.3

Streitgegenstand

2.3.1 Mit͏Beschwerdeantwort͏vom͏6.͏Dezember͏2019͏stellte͏die͏Beschwerdegegnerin͏folgende͏Anträge: "1. Es sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und es sei die Sanktion gemäss Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 neu zu berechnen, insbesondere auf Grundlage (a) des relevanten Umsatzes der Beschwerdeführerinnen in den drei Geschäftsjahren, welche dem Urteil des Gerichtes vorgegangen sein werden sowie (b) eines Dauerzuschlages von (mindestens)

2.3.1 Mit͏Beschwerdeantwort͏vom͏6.͏Dezember͏2019͏stellte͏die͏Beschwerdegegnerin͏folgende͏Anträge: "1. Es sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und es sei die Sanktion gemäss Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 neu zu berechnen, insbesondere auf Grundlage (a) des relevanten Umsatzes der Beschwerdeführerinnen in den drei Geschäftsjahren, welche dem Urteil des Gerichtes vorgegangen sein werden sowie (b) eines Dauerzuschlages von (mindestens)

130 % entsprechend der Dauer des Wettbewerbsverstosses.

2. Eventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und es sei die Sanktion gemäss Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 neu zu berechnen, insbesondere auf Grundlage (a) des relevanten Umsatzes der Beschwerdeführerinnen in den drei Geschäftsjahren 2013, 2014 und 2015 sowie (b) eines Dauerzuschlages von 100 %.

3. Subeventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen und die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Mai 2016 an die Vorinstanz zur neuen Berechnung der Sanktion gemäss den Anträgen

1 bzw. 2 zurückzuweisen.

4. Subsubeventualiter sei die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen abzuweisen. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerinnen und/oder des Bundes." Im͏Laufe͏des͏Beschwerdeverfahrens͏änderte͏die͏Beschwerdegegnerin͏Ziffer͏2͏ihrer͏Rechtsbegehren.͏Sie͏beantragt͏neu,͏dass͏zur͏Sanktionsberechnung͏auf͏die͏drei͏Geschäftsjahre͏vor͏Aufgabe͏des͏ unzulässigen͏Verhaltens͏ abzustellen͏sei͏(vgl.͏Eingabe͏der͏Beschwerdegegnerin͏vom͏27.͏April͏2021,͏ Rz.͏59). Zudem͏stellt͏die͏Beschwerdegegnerin͏folgenden͏Beweisantrag: "Es sei der Sachverhalt soweit notwendig zu untersuchen, um die Sanktion für die missbräuchlichen Verhaltensweisen der Beschwerdeführerinnen, insbesondere unter Berücksichtigung der fortgesetzten Verweigerung von -- 20 of 226 -B-4003/2016 Seite 21 Geschäftsbeziehungen, Diskriminierung von Handelspartnern und Erzwingung unangemessener Geschäftsbedingungen, antragsgemäss neu berechnen zu können." Die͏Beschwerdeführerinnen͏beantragen͏m it͏Replik͏vom͏ 20.͏August͏2020,͏ auf͏ diese͏Anträge͏ nicht͏ einzutreten.͏ Zur͏ Begründung͏ führen͏sie͏ aus,͏ mit͏ ihrer͏Beschwerdeantwort͏versuche͏die͏Beschwerd egegnerin͏in͏unzulässiger͏Weise͏ den͏Streitgegenstand͏ zu͏erweitern,͏welcher͏aber͏durch͏die͏Beschwerde͏schon͏abschliessend͏bestimmt͏sei.͏ Damit͏bezwecke͏sie,͏höhere͏ Schadenersatzzahlungen͏in͏einem͏späteren͏kartellzivilrechtlichen͏Verfahren͏ zu͏ erlangen.͏ Die͏ ungenügende͏ Auseinandersetzung͏ mit͏ der͏ Beschwerde͏und͏ der͏angefochtenen͏Verfügung͏zeige,͏dass͏es ͏ der͏Beschwerdegegnerin͏bloss͏darum͏ gehe,͏ eigene͏Interessen͏zu͏verfolgen,͏was͏nicht͏ Sinn͏und͏Zweck͏des͏kartellrechtlichen͏S anktionsverfahrens͏sei͏ (vgl.͏Replik,͏ Rz.͏ 265͏ff.;͏ Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏R z.͏106 ).

2.3.2 Streitgegenstand͏im͏System͏der͏nachträglichen͏Verwaltungsrechtspflege͏ist͏das͏Rechtsverhältnis,͏welches͏ –͏ im͏Rahmen͏des͏durch͏die͏Verfügung͏ bestimmten͏Anfechtungsgegenstandes͏ –͏ den͏ auf͏ Grund͏ der͏ Beschwerdebegehren͏ effektiv͏ angefochtenen͏ Verfügungsgegenst and͏ bildet͏ (vgl.͏BGE͏ 131͏V͏164 E.͏2.1;͏131͏II͏200͏E.͏3.2).͏ Fragen,͏über͏welche͏die͏ erstinstanzlich͏ verfügende͏ Behörde͏ nicht͏ entschieden͏ hat ͏ und͏ nicht͏ entscheiden͏musste,͏darf͏die͏zweite͏Instanz͏nicht͏beurteilen;͏ sonst͏würde͏in͏ die͏funktionelle͏ Zuständigkeit͏der͏ersten͏Instanz͏eingegriffen͏(vgl. ͏ Urteile͏ des͏BVGer͏ B-2863/2014͏vom͏9. Dezember͏2020͏E.͏6.4;͏ A-5042/2018͏vom͏ 22.͏März͏2019͏E.͏2.4.1,͏"Beteiligung͏der͏SRG͏an͏Joint͏Venture"; ͏ mit͏Verweis͏auf:͏ MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,͏Prozessieren͏vor͏dem͏ Bundesverwaltungsgericht,͏2. Auflage͏2013,͏Rz. 2.8).͏ Entsprechend͏stellt͏sich͏die͏Frage,͏was͏Gegenstand͏des͏vorinstanzlichen͏ Verfahrens͏war͏oder͏hätte͏sein͏müssen.͏Im͏Verwaltungsverfahren͏vor͏den͏ Wettbewerbsbehörden͏ gilt͏ die͏ Offizialmaxime͏ (vgl.͏ STEFAN͏ BILGER,͏ Das͏ Verwaltungsverfahren͏ zur͏ Untersuchung͏ von͏ Wettbewerbsbeschränkungen,͏Freiburg͏2002,͏ S.͏59;͏ JÜRG͏ BORER,͏ Wettbewerbsrecht͏I,͏Schweizerisches͏Kartellgesetz,͏3. Aufl.͏2011,͏ Art.͏43,͏Rz.͏7;͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏ Wettbewerbsrecht͏in͏a͏nutshell,͏Zürich/St.͏Gallen͏2014,͏S.͏120;͏ MARTIN͏ DA-NIEL͏ KÜNG,͏Prozessmaximen͏im͏Verwaltungsverfahren,͏Bern͏2020,͏Rz.͏93;͏ MARBACH/DUCREY/WILD,͏Immaterialgüter -͏ und͏Wettbewerbsrecht,͏ 4.͏Aufl.͏ Bern͏2017,͏Rz. 1825),͏d.h.͏die͏Behörde͏le itet͏von͏Amtes͏wegen͏ein͏Verfahren͏nicht͏nur͏ein͏und͏schliesst͏es͏ab,͏sondern͏bestimmt͏auch͏den͏Verfahrensgegenstand͏ (vgl.͏ BILGER,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 59;͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏ -- 21 of 226 -B-4003/2016 Seite 22 a.a.O.,͏ S. 120;͏ KÜNG,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 69;͏ MARBACH/DUCREY/WILD,͏ a.a.O.,͏ Rz. 1825).͏

2.3.3 Gegenstand͏ der͏ angefochtenen͏ Verfügung͏ vom͏ 9.͏ Mai͏ 2016͏ und͏ Streitgegenstand im͏ vorliegenden͏ Beschwerdeverfahren͏ bilde n͏ die͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏im͏Verfahren͏"Sport͏im͏Pay -TV"͏auferlegte͏Sanktion͏ und͏ die͏ Verfahrenskosten.͏ Ausgangspunkt͏ der͏ Sanktion͏ ist͏ das͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ vorgeworfene͏ und͏ von͏ der͏ Vorinstanz͏ als͏ missbräuchlich͏ qualifizierte͏ Verhalten͏ (vgl.͏ Zwischenentscheid͏ des͏ BVGer͏ B-4003/2016͏vom͏21.͏März͏2017͏E. 5.2,͏"Sport͏im͏Pay -TV"). Aus͏der͏ Begründung,͏auf͏die͏in͏casu͏ zurückgegriffen͏werden͏ muss,͏um͏die͏ Sanktion͏ zu͏verstehen͏ (vgl.͏ BGE͏131͏II͏200 ͏ E.͏3.3),͏ergibt͏sich,͏dass͏das ͏ im͏Zeitraum͏zwischen͏Herbst͏2006͏und͏Ende͏2013͏untersuchte͏Verhalten͏ zur͏ angefochtenen͏Sanktion͏führte͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz. 2).͏ Gestützt͏auf͏die͏ in͏ diesem͏ Zeitraum͏ begangenen͏ Verstösse͏ berechnete͏ die͏ Vorinstanz͏ auch͏ die͏strittige͏Sanktion.͏ In͏ diesem͏ Zusammenhang͏ kritisiert͏ die͏ Beschwerdegegnerin,͏ die͏ Vor instanz͏ habe͏ den͏Untersuchungszeitraum͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏ in͏unzu lässiger͏Weise͏auf͏den͏Zeitraum͏bis͏2013͏beschränkt.͏Sie͏hätte͏jedoch͏ die͏ fortgesetzten͏ sanktionsrelevanten͏ Verhaltensweisen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏bis͏zum͏Zeitpunkt͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏berücksichtigen,͏feststellen͏und͏sanktionieren͏müssen͏(Besc hwerdeantwort,͏ Rz.͏13͏ff.).͏Grundsätzlich͏trifft͏zu,͏dass͏sich͏Verfügungen͏der͏Vor instanz͏auf͏ die͏bei͏Erlass͏der͏Verfügung͏aktuellen͏Verhältnisse͏stützen͏sollten.͏ Insofern͏müsste͏die͏Untersuchung͏das͏ganze͏beanstandete͏Verhalten͏umfassen.͏ Indessen͏ kann͏ von͏der͏Vorinstanz͏ –͏ insbesondere͏auch͏ aus͏ verfahrensökonomischen͏Gründen͏ –͏ nicht͏gefordert͏werden,͏dass͏der͏Sachverhalt͏rollend͏stets͏neu͏zu͏erheben͏ist͏(vgl.͏Urteil͏der͏REKO/WEF͏FB/2004 -1͏ vom͏ 27.͏ September͏ 2005͏ E.͏ 5.3.4͏ "Ticketcorner",͏ in:͏ RPW͏ 2005/4,͏ S. 672 ff.,͏ S. 696).͏ Kürzt͏ die͏ Vorinstanz͏ in͏ diesem͏ Sinne͏ den͏ Untersuchungszeitraum,͏obwohl͏das͏beanstandete͏Verhalten͏mutmasslich͏anhält,͏ muss͏die͏ Behörde͏sicherstellen,͏ dass͏das͏effektiv͏ untersuchte͏Verhalten͏ und͏die͏verfügte͏Sanktion͏repräsentativ͏für͏das͏g anze͏ (gleichartige)͏ Verhalten͏der͏Untersuchungsadressatinnen͏ist.͏Denn͏es͏würde͏Treu͏und͏Glauben͏widersprechen,͏ wenn͏die͏Vorinstanz͏ das͏anlässlich͏der͏ersten͏Untersuchung͏ ungeprüft͏gebliebene͏ Verhalten͏zum͏Gegenstand͏eines͏weiteren͏ Verfahrens͏machen͏ und͏ sanktionieren͏würde.͏ Im͏ vorliegenden͏ Fall͏ hat͏ sich͏ die͏ Vorinstanz͏ entschieden,͏ die͏ Untersuchung͏auf͏den͏Zeitraum͏ von͏2006͏ bis͏2013͏zu͏beschränken,͏was͏mit͏dem͏ -- 22 of 226 -B-4003/2016 Seite 23 Offizialprinzip͏vereinbar͏ist͏(vg l.͏auch͏Urteile͏des͏BVGer͏A -5042/2018͏und͏ A-5075/2018͏vom͏22. März͏2019͏E.͏2.4.4,͏"Beteiligung͏der͏SRG͏an͏Joint͏ Venture").͏ Es͏ sind͏ zudem͏ keine͏ Gründe͏ ersichtlich,͏ diesen͏ Zeitraum͏ als͏ nicht͏ repräsentativ͏für͏ das͏ beanstandete͏Verhalten͏ zu͏ qualifizieren.͏ Eine͏ zeitlich͏daran͏anknüpfende͏Untersuchung͏ hat͏die͏Vorinstanz͏ weder͏eingeleitet͏noch͏angekündigt.͏Insofern͏ war͏es͏auch͏gestützt͏auf͏den͏Grundsatz͏ von͏Treu͏und͏Glauben͏vertretbar,͏den͏Sachverhalt͏ab͏2014͏bis͏zum͏Erlass͏ der͏angefochtenen͏Verfügung͏ nicht͏weiter͏ abzuklären.͏ Als͏Zwischenergebnis͏ ist͏ festzuhalten,͏ dass͏ die͏ zeitliche͏ Einschränkung͏ der͏ Untersuchung͏ keine͏Rückweisung͏an͏die͏Vorinstanz͏rechtfertigt.

2.3.4 Eine͏ Pflicht͏ zu͏einer͏weitergehenden͏Untersuchung͏ obliegt͏auch͏dem͏ Bundesverwaltungsgericht͏ nicht,͏weder͏ für͏den͏Zeitraum͏ab͏2014͏bis͏zum͏ Erlass͏der͏angefochtenen͏Verfügung,͏noch͏für͏den͏Zeitraum͏ab͏Erlass͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏bis͏zum͏Erlass͏des͏vorliegenden͏Urteils.͏ Denn͏ die͏Pflicht͏der͏Behörde͏z ur͏Feststellung͏des͏Sachverhalt s͏von͏Amtes͏wegen͏ wird͏ d urch͏ den͏Streitgegenstand͏ begrenzt.͏Einzig͏ der͏ zum͏ Streitgegenstand͏gehörende͏Sachverhalt͏ist͏von͏Amtes͏wegen͏abzuklären͏(vgl.͏Urteile͏des͏BVGer͏A -5042/2018͏und͏A -5075/2018͏vom͏22. März͏2019͏E.͏2.5,͏ mit͏ Verweis͏ auf:͏ KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY,͏ in:͏ Waldmann /Weissenberger͏ [Hrsg.],͏ Praxiskommentar͏ VwVG,͏ 2.͏Aufl.͏ 2016,͏Art. 12͏ N 23;͏ FRITZ͏ GYGI,͏Bundesverwaltungsgerichtspflege,͏2.͏Aufl.͏1983,͏S.͏43;͏ KÜNG,͏ a.a.O.,͏Rz.͏253,͏769͏f.;͏vgl.͏ auch:͏ JÜRG͏ BOSSHART,͏Überprüfung͏und͏Ermittlung͏ des͏ Sachverhalts͏ im͏ zürcheris chen͏ Steuerjustizverfahren,͏ in:͏ Schweizerisches͏Zentralblatt͏für͏Staats -͏ und͏Verwaltungsrecht͏[ZBl]͏1984,͏ S.͏ 1͏ ff.,͏ S.͏ 18).͏ Im͏ Beschwerdeverfahren͏ muss͏ die͏ Rechtsmittelbehörde͏ den͏Sachverhalt͏daher͏nicht͏von͏Grund͏auf͏ermitteln,͏sondern͏hat͏nur͏zu͏ überprüfen,͏ ob͏ die͏ Vorinstanz͏ ihn͏ richtig͏ erhoben͏ hat͏ (vgl.͏ CHRISTOPH͏ AUER/ANJA͏ MARTINA͏ BINDER,͏ in:͏ DIKE -Kommentar͏ VwVG,͏ 2.͏ Aufl.͏ 2019 ͏ [DIKE-VwVG],͏Art. 12,͏Rz.͏10;͏ BILGER,͏a.a.O.,͏S.͏402;͏ GYGI,͏a.a.O.,͏S.͏270). Zwar͏kann͏es͏ im͏Folgenden͏ angezeigt͏sein,͏ Verhältnisse͏ ab͏dem͏ Jahr͏20 14͏ mit͏ zu͏ berücksichtigen,͏ bezweckte͏ die͏ Beteiligung͏ von͏ Sunrise͏ als͏ Beschwerdegegnerin͏ doch,͏Entwicklungen͏im͏Fernseh -͏ und͏Plattformmarkt͏in͏ die͏Beurteilung͏der͏Beschwerde͏einzubeziehen,͏die͏über͏das͏von͏der͏Vor instanz͏untersuchte͏historische͏Marktverhalten͏zwischen͏Herbst͏2006͏und͏ Ende͏2013͏hinausgehen͏ (vgl.͏Zwischenentscheid͏ des͏BVGer͏ B-4003/2016͏ vom͏21.͏März͏2017͏E. 5.3,͏"Sport͏im͏Pay -TV").͏ Gerade͏mit͏Blick͏auf͏den͏ strafrechtlichen͏Charakter͏ des͏Sanktionsverfa hrens͏verbietet͏ sich͏ jedoch͏ eine͏zeitliche͏Vermischung͏der͏massgeblichen͏Umstände͏mit͏Ereignissen͏ aus͏anderen͏Zeitperioden.͏ Massgebend͏ist͏im͏Beschwerdeverfahren͏zwar͏ der͏Sachverhalt͏im͏Urteilszeitpunkt͏(vgl.͏auch͏Replik,͏Rz.͏9͏ff.);͏nachträglich͏ -- 23 of 226 -B-4003/2016 Seite 24 zur͏angef ochtenen͏Verfügung͏ergangene͏Entwicklungen͏sind͏aber͏nur͏zu͏ berücksichtigen,͏sofern͏sie͏zwingend͏Schlüsse͏bezüglich͏des͏Streitgegenstand͏ bildenden͏ Sachverhalts͏ zulassen͏ (BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 9.2.2,͏ "Publigroupe"). Was͏den͏Streitgegenstand͏betrifft,͏bleibt͏für͏d as͏Bundesverwaltungsgericht͏ somit͏der͏von͏der͏Vorinstanz͏untersuchte͏Zeitraum͏(2006͏bis͏2013)͏massgebend.͏ Die͏Anträge͏1 -3͏ der͏Beschwerdegegnerin͏ und͏der͏damit͏zusammenhängende͏Beweisantrag͏ würden͏zu͏einer͏Erweiterung͏des͏ sich͏auch͏ aus͏der͏Begründung͏ergebenden͏ Streitgegenstandes͏führen,͏ weshalb͏auf͏ diese͏nicht͏einzutreten͏ist.

3. Geltungs- und Anwendungsbereich des Kartellgesetzes Zunächst͏ist͏zu͏prüfen,͏ob͏der͏vorliegende͏Sachverhalt͏vom͏Geltungsbereich͏des͏Kartellgesetzes͏e rfasst͏wird.͏Nach͏Art.͏2͏Abs.͏1͏ des͏Kartellgesetzes͏vom͏6.͏Oktober͏1995͏( KG,͏SR͏251)͏ gilt͏das͏Kartellgesetz͏für͏Unternehmen͏ des͏ privaten͏ und͏ des͏ öffentlichen͏ Rechts,͏ die͏ Kartell -͏ oder͏ andere͏ Wettbewerbsabreden͏treffen,͏Marktmacht͏ausüben͏oder͏sich͏an͏Unter nehmenszusammenschlüssen͏beteiligen.

3.1 Persönlicher Geltungsbereich

3.1.1 Nach͏Art.͏2͏Abs.͏1͏ KG͏ setzt͏die͏Anwendung͏des͏Kartellgesetzes͏in͏ persönlicher͏Hinsicht͏ein͏Handeln͏als͏Unternehmen͏voraus.͏ Als͏Unternehmen͏gelten͏sämtliche͏Nachfrager͏oder͏Anbieter͏von͏Gütern͏und͏Dienstleistungen͏im͏Wirtschaftsprozess,͏unabhängig͏von͏ihrer͏Rechts -͏ oder͏Organisationsform͏(Art.͏2͏Abs. 1bis͏ KG).

3.1.2 Der͏ persönliche͏ Geltungsbereich͏ ist͏ demnach͏ an͏ den͏ Unternehmensbegriff͏geknüpft.͏ Im͏v orliegenden͏Fall͏ stellt͏sich͏die͏ Frage͏des͏Unternehmensbegriffs͏im͏Kontext͏eines͏Konzernsachverhalts.͏Ein͏Konzern ͏ liegt͏ vor,͏ wenn͏ mehrere͏ rechtlich͏ selbständig͏ organisierte͏ Unternehmen͏ wirtschaftlich͏ unter͏ einheitlicher͏ Leitung͏ zu͏ einem͏ Gesamtunternehmen͏ als͏ wirtschaftlicher͏ Einheit͏ zusammengefasst͏ sind͏ (vgl.͏ BGE͏ 130͏ III͏ 213͏ E. 2.2.1;͏ JEAN͏ NICOLAS͏ DRUEY,͏ in:͏ Druey/Druey͏Just/Glanzmann,͏ Gesellschafts-͏ und͏Handelsrecht,͏ 12.͏Aufl.͏ Zürich͏20 21,͏§1͏Rz.͏95 ͏ ff.).͏ Als͏Unternehmen͏im͏Sinne͏von͏Art.͏2͏Abs.͏1 bis͏ KG͏gilt͏in͏ Konzernsachverhalten͏der͏ Konzern͏als͏Ganzes,͏nicht͏eine͏bestimmte ͏ Gruppengesellschaft͏( vgl.͏ Urteil͏ des͏ BGer͏2C_484/2010͏ vom͏ 29.͏Juni͏2012͏E.͏3,͏ "Publigroupe"͏ [in͏BGE͏ 139͏ I͏72͏nicht͏publiziert e͏Erwägung ];͏ Urteile͏des͏BVGer͏B -7633/2009͏Ziff.͏29,͏ -- 24 of 226 -B-4003/2016 Seite 25 "Preispolitik͏ADSL ";͏ B -581/2012͏ vom͏ 16.͏ September͏ 2016͏ E.͏ 4.1.3, "Nikon";͏B -2977/2007͏ vom͏27.͏April͏2010͏ E. 4.1 "Publigroupe";͏ RALF͏ MICHAEL͏ STRAUB,͏ Der͏ Konzern͏ als͏ Kartellrechtssubjekt,͏ in:͏ Festschrift͏ für͏ Anton͏ K. Schnyder͏zum͏ 65.͏Geburtstag,͏2018,͏S. 1269͏ff.,͏S. 1278͏ff.;͏ RETO͏ HEIZ-MANN/MICHAEL͏ MAYER,͏ in:͏ Zäch/Arnet/Baldi/Kiener/Schaller/Schraner/ Spühler͏ [Hrsg.],͏ DIKE -Kommentar͏ KG͏ [nachfolgend:͏ DIKE -KG],͏ Zürich/ St. Gallen͏ 2018,͏Art.͏ 2,͏ Rz.͏ 31;͏ BORER,͏ a.a.O.,͏Art. 2,͏ Rz. 11;͏ MARC͏ AM-STUTZ/RAMIN͏ SILVAN͏ GOHARI,͏in:͏ Amstutz/Reinert͏[Hrsg.],͏ Basler͏Kommentar͏ zum͏ KG͏ [BSK-KG],͏ 2.͏Aufl.͏ 2021,͏Art.͏ 2͏ Rz.͏ 102,͏ 118;͏ ROGER͏ ZÄCH,͏ Schweizerisches͏ Kartellrecht͏ [nachfolgend:͏ ZÄCH,͏ Kartellrecht],͏ 2. Aufl.͏ 2005,͏Rz. 256). Bei͏der͏Beurteilung͏von͏missbräuchlichen ͏ Verhaltensweisen͏im͏Sinne͏von͏ Art.͏7͏KG͏ (vgl.͏ hinten,͏ E.͏9.1 ff.)͏ ist͏demzufolge͏ die͏Marktmacht͏des͏gesamten͏ Konze rns͏ zu͏ berücksichtigen͏ ( vgl.͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B-7633/2009͏ Rz. 26͏ff.,͏ "Preispolitik͏ ADSL";͏B -581/2012͏E.͏4.1.3,͏ "Nikon";͏ HEIZMANN/MA-YER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏2,͏Rz. 33;͏ AMSTUTZ/GOHARI,͏ BSK-KG,͏Art.͏2͏ Rz.͏ 119;͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art. 2͏ Rz.͏11;͏ ZÄCH,͏ Kartellrecht,͏ Rz.͏256;͏ LINDA͏ KUBLI,͏ Das͏ kartellrechtliche͏Sanktionssubjekt͏im͏Konzern,͏ Basel͏ 2014,͏ S. 137). Dem͏Konzern͏kommt͏im͏Kartellverfahren͏mangels ͏ eigener͏Rechtspersönlichkeit͏ praxisgemäss͏ jedoch͏ keine͏ Parteistellung͏ zu͏ (vgl.͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B-7633/2009͏Rz.͏68͏ ff.,͏ "Preispolitik͏ ADSL";͏ B-581/2012͏E.͏4.1.4,͏ "Nikon";͏ B-2977/2007͏E.͏4.1͏ff.,͏ "Publigroupe").͏Generell͏wird͏in͏der͏schweizerischen͏ Lehre͏ die͏Auffassung͏ vertreten,͏ dass͏Verfügungsadressat͏ und͏ Unternehmen͏ im͏ Sinne͏ von͏Art. ͏ 2͏Ab s.͏ 1 bis͏ KG͏ bzw.͏ Unternehmen͏ und͏ Sanktionssubjekt͏ nicht͏ identisch͏ zu͏ sein͏ haben ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-581/2012͏E. 4.1.4, "Nikon",͏mit͏Verweis͏auf͏ KUBLI,͏a.a.O.,͏S.͏181͏ff.;͏ AM-STUTZ/GOHARI,͏ BSK-KG,͏Art.͏2͏ Rz.͏ 121͏ff. ).

3.1.3 Die͏ Swisscom͏(Schweiz)͏AG͏( Beschwerdeführerin͏1 )͏ ist͏die͏ schweizerische͏Gruppengesellschaft͏ der͏Swisscom -Gruppe͏ mit͏der͏ Swisscom͏AG͏ (nachfolgend:͏Swisscom)͏ als͏ Top-Holdinggesellschaft͏der͏Gruppe. Die͏ CT͏ Cinetrade͏AG͏ ( neu:͏ Blue͏ Entertainment͏AG;͏ nachfolgend:͏ Cine trade;͏ Beschwerdeführerin͏ 2)͏ ist͏ die͏ Muttergesellschaft͏ der͏ Cinetrade Gruppe.͏ Bis͏zu͏ihrer͏ Fusion͏ mit͏ der͏ Beschwerdeführerin͏ 2͏im͏April͏ 2021͏ war͏ die͏Teleclub͏AG͏( nachfolgend:͏Teleclub;͏ vormalige͏ Beschwerdeführerin͏ 3)͏ einfache͏ G ruppengesellschaft.͏ Infolge͏ der͏ Fusion͏ übernahm ͏ die͏ Beschwerdeführerin͏2͏die͏verfahrensrechtliche͏Position͏der͏B eschwerdeführerin͏3͏(vgl.͏ Eingabe͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏vom͏9.͏Mai͏2022).

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B-4003/2016 Seite 26 Mit͏Verfügung͏vom͏18.͏November͏2013͏erkannte͏die͏Vorinstanz,͏dass͏der͏ über͏ die͏ Cinetrade -Mehrheitsbeteiligung͏ ver fügende͏ ehemalige͏ Verwaltungsratspräsident͏und͏CEO͏mangels͏eigener͏Teilnahme͏am͏Wirtschaftsprozess͏nicht͏als͏ "Unternehmen"͏ gilt,͏ und͏stellte͏die͏Untersuchung͏gegen͏ ihn͏ein͏ (vgl.͏RPW͏2014/2͏S.͏ 391͏ff.,͏Rz.͏26͏ff.;͏vgl.͏auch͏ FRANK BREMER,͏ Strafsanktionen͏ gegen͏ natürliche͏ Personen͏ im͏ schweizerischen͏ Kartellrecht,͏S. 49).͏ In͏zeitlicher͏Hinsicht͏ist͏insofern͏zu͏differenzieren,͏als͏ für͏die͏ Zeit͏ bis͏ zum͏30. April͏2013͏(Übernahme͏der͏Aktienmehrheit͏an͏Cinetrade͏ durch͏Swisscom)͏Swisscom͏ und͏Cinetr ade͏zusammen͏ (ohne͏den͏damaligen͏Mehrheitsaktionär)͏ als͏Unternehmen͏im͏Sinne͏ Art.͏2͏Abs.͏1 bis͏ KG͏ gelten͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏315);͏ für͏die͏Zeit͏danach͏ist͏ Swisscom͏(inkl.͏Cinetrade-Gruppe)͏ massgebliches͏ Kartellrechtssubjekt.͏ Diese͏ Unternehmen͏ üben͏ nach͏der͏ Auffassung͏der͏Vorinstanz͏Marktmacht͏aus,͏weshalb͏ sie͏im͏ persönlichen͏ Anwendungsbereich͏des͏Kartellgesetzes͏ liegen.

3.2 Sachlicher und räumlicher Geltungsbereich Unbestrittenermassen͏ kommt͏ das͏KG͏zudem͏im͏vorliegenden͏Fall͏in͏sachlicher͏und͏räumlicher͏Hinsich t͏ zur͏Anwendung,͏da͏zu͏beurteilen͏ist,͏ob͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏Marktmacht͏im͏Sinne͏von͏Art.͏2͏Abs.͏1͏KG͏ausgeübt͏haben,͏die͏sich͏in͏der͏Schweiz͏ausgewirkt͏hat͏(Art.͏2͏Abs.͏2͏KG).

3.3 Vorbehaltene Vorschriften

3.3.1 Ebenfalls͏u nbestritten͏ ist,͏ dass͏es͏ in͏den͏hier͏ relevanten͏ Märkten͏ (vgl.͏ nachfolgende͏E.͏ 7)͏ keine͏Vorschriften͏ gibt,͏die͏Wettbewerb͏nicht͏zulassen ͏ (Art. 3͏Abs. 1͏ KG ).͏ Es͏ liegt͏ auch͏ keine͏ Vereinbarung͏ zwischen͏ Wettbewerbsbehörde͏und͏Preisüberwacher͏über͏die͏vorrangige͏Durchführung͏eines͏ Verfah rens͏ nach͏ dem͏ Preisüberwachungsgesetz͏ vor͏ (Art.͏ 3͏Abs.͏ 3͏ KG).

3.3.2 Die͏Parteien͏sind͏sich͏indessen͏nicht͏einig͏darüber,͏ob͏ auf͏den͏ vorliegenden͏Fall͏der͏Immaterialgüterrechtsvorbehalt͏( Art.͏3͏Abs.͏2͏ Satz͏1͏ KG)͏ Anwendung͏ findet͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 327͏ ff.;͏ Besc hwerde,͏ Rz.͏ 164͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 99͏ f. ).͏ Danach͏ fallen͏ Wettbewerbswirkungen,͏ die͏ sich͏ ausschliesslich͏aus͏der͏Gesetzgebung͏über͏das͏geistige͏Eigentum͏ergeben,͏ nicht͏unter͏das͏Gesetz.͏

3.3.2.1 In͏Praxis͏und͏Lehre͏ wird͏ heute͏überwiegend͏eine͏restriktive͏Interpretation͏ von͏Art.͏ 3͏Abs.͏ 2͏KG͏ und͏in͏der͏ Folge͏eine͏ weite,͏ im͏ Ergebnis͏ uneingeschränkte͏ Anwendung͏ des͏ Kartellgesetzes͏ postuliert ͏ (vgl.͏ Urteil͏

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B-4003/2016 Seite 27 des͏BVGer͏B -831/2011͏vom͏18.͏Dezember͏2018͏Rz.͏86,͏ "Six͏Group"͏ [angefochten͏beim͏BGer],͏mit͏Hinweisen͏auf͏Praxis͏und͏ Lehre,͏u.a.͏ FIALA,͏Das͏ Verhältnis͏zwischen͏Immaterialgüter -͏ und͏Kartellrecht,͏2006,͏130,͏149͏und͏ 151;͏ ANDREAS͏ HEINEMANN,͏ Demarkation͏von͏Immaterialgüter -͏ und͏Kartellrecht?͏ –͏ Eine͏kritische͏Analyse,͏in:͏Zäch͏[Hrsg.],͏Schweizerisches͏Kartellrecht͏ –͏ an͏ Wendep unkten?,͏ 2009,͏ 44 ff.;͏ RETO͏ HILTY,͏ in:͏ BSK-KG,͏ Art. 3͏ Abs.͏2͏Rz. 45;͏ BERNHARD͏ RAFAEL͏ KELLER,͏Kartellrechtliche͏Schranken͏für͏ Lizenzverträge,͏2004,͏63͏f.;͏ PIERRE-ALAIN͏ KILLIAS,͏ in:͏Martenet/Bovet/Tercier͏[Hrsg.],͏Commentaire͏Romand,͏Droit͏de͏la͏concurrence, ͏ 2.͏Aufl.͏2013,͏ zit.͏ CR Concurrence,͏ Art.͏3͏Abs.͏2͏R z.͏14;͏ GEORG͏ RAUBER,͏Verhältnis͏des͏ neuen͏Rechts͏zum͏Immaterialgüterrecht,͏in:͏Stoffel/Zäch͏[Hrsg.],͏Kartellgesetzrevision͏2003͏ –͏ Neuerungen͏und͏Folgen,͏2004,͏ S. 196͏f.;͏ ROLF͏ H.͏ WE-BER,͏ Kartellrecht͏ Einlei tung,͏ Geltungsbereich͏ und͏ Verhältnis͏ zu͏ anderen͏ Rechtsvorschriften,͏in:͏ von͏Büren/David͏[Hrsg.],͏ Schweizerisches͏Immaterialgüter-͏ und͏Wettbewerbsrecht͏ [SIWR],͏Bd.͏V/2,͏ Basel͏ 2000,͏ S.͏ 50͏f. ). Auch die Evaluationsgruppe Kartellgesetz fordert mit der herrschenden Lehre,͏dass͏Art.͏3͏Abs.͏2͏KG͏restriktiv͏auszulegen͏sei.͏Ein͏Sachverhalt͏mit͏ immaterialgüter-͏ und͏wettbewerbsrechtlichen͏Komponenten͏könne͏infolgedessen͏praktisch͏immer͏anhand͏des͏materiellen͏Kartellrechts͏geprüft͏werden͏ (vgl.͏ EVALUATIONSGRUPPE KG, Studien zu Einzelbestimmungen [Art. 3 Abs. 2 KG: Einfuhrbeschränkungen, geistiges Eigentum; Art. 5 Abs. 4 KG: vertikale Vereinbarungen], Projektbericht P2, 2008 KG,͏ 14͏ f.).͏ Die͏Abgrenzung͏könne͏sich͏dann͏nur͏aus͏der͏materiellen͏Beurte ilung͏eines͏Sachverhalts͏gestützt͏auf͏Art.͏5͏ oder͏ 7͏KG͏ergeben͏(vgl.͏ EVALUATIONSGRUPPE͏ KG,͏ 9). Wie͏noch͏zu͏zeigen͏sein͏wird ͏ (vgl.͏E.͏ 8.4),͏hat͏Cinetrade͏zahlreiche͏Medienrechtsverträge͏mit͏exklusiven͏ Rechten͏ für͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏ abgeschlossen,͏bezüglich͏derer͏die͏Vorinstanz͏den͏Beschwerdeführerinnen͏missbräuchliche͏Verhaltensweisen͏vorwirft.͏

3.3.2.2 Nach͏überwiegender͏Auffassung͏in͏der͏Schweiz͏ sind͏Sportveranstaltungen͏ wie͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyspiele͏ keine͏ urheberrechtlich͏ geschützten͏ Werke͏ im͏ Sinne͏ von͏ Art.͏ 2͏ des͏ Urheberrechtsgesetzes͏ vom͏ 9. Oktober͏1992͏ (URG;͏SR͏ 231.1;͏ vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏ A-7970/2007͏vom͏ 28. August͏ 2008͏ E.͏ 8.4;͏ DENIS͏ BARRELET/WILLI͏ EGLOFF,͏ Das͏neue͏Urheberrecht,͏4.͏Aufl.,͏Bern͏2020,͏Art.͏2,͏ Rz. 30;͏ IVAN͏ CHERPILLOD,͏ in:͏Müller/ Oertli,͏ SHK-Urheberrechtsgesetz,͏ 2.͏ Aufl.͏ Bern͏ 2012,͏ Art.͏ 2,͏ Rz.͏ 12;͏ THOMAS͏ HÜGI,͏Sportrecht,͏Bern͏2015,͏S.͏194;͏ RETO͏ ARPAGAUS,͏Fragen͏im͏ Zusammenhang͏ mit͏ den͏ Uefa -Lizenzen͏ für͏ das͏ Public͏ Viewing͏ bei͏ der͏ Fussball-Europameisterschaft͏2008,͏in:͏sic!͏Zeitschrift͏für͏Immaterialgüter -,͏ -- 27 of 226 -B-4003/2016 Seite 28 Informations-͏ und͏Wettbewerbsrecht͏2/2008,͏S.͏87͏ff.,͏S.͏89;͏vgl.͏auch͏für͏ die͏ EU -Ebene:͏ CABRERA͏ BLÁZQUEZ/CAPPELLO/FONTAINE/VALAIS,͏Audiovisuelle͏Sportrechte͏ –͏ zwischen͏Exklusivität͏und͏dem͏Recht͏auf͏Information,͏ IRIS͏Plus,͏Europäische͏Audiovisuelle͏Informationsstelle,͏Stra ssburg͏2016,͏ S. 13).͏ Wieweit͏Sendungen͏über͏Sportveranstaltungen͏usw.͏als͏geschützte͏ Werke͏ anzusehen͏ sind,͏ ist͏ umstritten ͏ (vgl.͏ BGE͏ 107͏ II͏ 82͏ E.͏ 4a).͏ In͏ der͏ Literatur͏wird͏die͏Ansicht͏vertreten,͏solche͏Sendungen͏könnten͏den͏Charakter͏eines͏audiovisuellen͏Werkes͏(Art.͏2͏Abs.͏2͏Bst.͏g͏URG)͏aufweisen,͏ sofern͏sich͏Kameraführung,͏ Bildregie͏sowie͏Kommentare͏nicht͏bloss͏auf͏ die͏ mög lichst͏ getreue͏ Darstellung͏ realer͏ Ereignisse͏ beschränkten͏ ( vgl.͏ HÜGI,͏ a.a.O.,͏ S. 194 f.;͏ SIMON͏ OSTERWALDER,͏ Übertragungsrechte͏ an͏ Sportveranstaltungen,͏Bern͏2004,͏S. 239͏f.;͏ RETO͏ M.͏ HILTY,͏Urheberrecht,͏

2. Aufl.,͏ Bern͏20 20͏ [nachfolgend:͏ HILTY,͏ Urheberrecht],͏ Rz.͏210;͏für͏die͏EU Ebene͏vgl.͏ CABRERA͏ BLÁZQUEZ͏ et͏al,͏a.a.O.,͏S.͏17͏f.;͏ kritisch:͏ ARPAGAUS,͏ a.a.O.,͏S.͏89;͏ ROLAND͏VON͏ BÜREN/MICHAEL͏ A.͏ MEER,͏ in:͏von͏Büren/David,͏ SIWR͏ II/1,͏ Basel͏ 2014,͏ Rz. 351).͏ Inhaltliches͏ Ziel͏ auch͏ der͏ mit͏ grossem͏ Aufwand͏produzierten͏Live -Sendung͏eines͏Fussball -Matches͏ist͏indessen͏ letztlich͏ die͏ möglichst͏ realitätsnahe͏ und͏ detailgetreue͏ Erfassung͏ des͏ Spiels,͏angereichert͏durch͏Kommentare,͏Statistiken,͏Interviews͏etc.͏Insofern͏ steht͏ der͏ Berichterstattungszweck͏ im͏ Vordergr und͏ ( vgl.͏ ARPAGAUS,͏ a.a.O.,͏S.͏91).͏Dies͏hat͏zur͏Folge,͏dass͏ für͏individuelle͏oder͏originelle͏Merkmale͏ (vgl.͏Art.͏2͏Abs.͏1͏URG)͏ praktisch͏kein͏Raum͏bleibt ͏ (vgl.͏BGE͏113͏II͏ 190͏ E.͏ I.2.a,͏ "Le͏ Corbusier"),͏ weshalb͏ die ͏ Werkqualität͏ einer͏ Live-Fussballübertragung͏ in͏Frage͏zu͏stellen͏ist͏(vgl.͏ ARPAGAUS,͏a.a.O.,͏S.͏91;͏ differenzierend͏ HÜGI,͏ a.a.O.,͏ S. 195,͏ Fn.͏ 71,͏ der͏ einfachen͏Live -Übertragungen͏den͏Werkcharakter͏ abspricht,͏ was ͏ bei͏einer͏ grossen͏Anzahl͏wöchentlich͏stattfindender͏Liga -Spiele,͏ die͏mit͏einem͏ geringen͏Aufwand͏mit͏ wenigen͏Kameras͏übertragen͏würden,͏der͏Fall͏sein͏könne).

3.3.2.3 Wird͏ die͏ Werkqualität͏ von͏ Live -Sportübertragungen͏ dagegen͏ bejaht,͏stehen͏dem͏Urheber͏insbesondere͏die͏in͏Art.͏10͏Abs.͏2͏URG͏genannten͏Nutzungsrechte͏zu,͏etwa͏das͏Senderecht͏(Art. ͏ 10͏Abs.͏2͏Bst.͏d͏URG).͏ Aufzeichnungen͏ von͏ Sportveranstaltungen͏ können͏ zudem͏ G egenstand͏ von͏ sog.͏ v erwandten͏ Schutzrechten͏ (vgl.͏ Art.͏ 33͏ ff.͏ URG)͏ sein.͏ Der͏ in͏ Art. 37͏URG͏statuierte͏Leistungsschutz͏des͏Sendeunternehmens͏verlangt͏ nicht,͏ dass͏ es͏ sich͏ bei͏ den͏ Sendungen͏ um͏ urheberrechtlich͏ geschützte͏ Werke͏ handelt͏ ( vgl.͏ REHBINDER/VIGANO,͏ Kommentar͏ URG,͏ Zürich͏ 2008,͏ Art.͏ 37,͏ Rz.͏ 5;͏ PETER͏ MOSIMANN,͏ in:͏ von͏ Büren/David,͏ SIWR͏ II/1,͏ Basel͏ 2014,͏ Rz. 1156;͏ ROLF͏AUF͏DER͏ MAUR,͏ in:͏Müller/Oertli,͏ SHK-Urheberrechtsgesetz,͏ Bern͏2012,͏ Art. 37,͏Rz.͏5a).͏Vielmehr͏bezieht͏sich͏der͏Schutz͏auf͏ -- 28 of 226 -B-4003/2016 Seite 29 jede͏Art͏von͏Sendung,͏unabhängig͏von͏deren͏Inhalt,͏also͏auch͏auf͏Sportübertragungen,͏ Nachrichtensendungen͏ etc.͏ ( vgl.͏ BARRELET/EGLOFF,͏ a.a.O.,͏Art. 37,͏Rz.͏ 7;͏ AUF͏DER͏ MAUR,͏a.a.O.,͏Art.͏37,͏R z.͏5a).͏Der͏Schutz͏ gilt͏ der͏ technischen,͏ organisatorischen͏ und͏ wirtschaftlichen͏ Unternehmensleistung,͏ welche͏ den͏ tatsächlichen͏ Sendevorgang͏ ermöglicht͏ ( vgl.͏ REHBINDER/VIGANO,͏ a.a.O.,͏Art.͏ 37,͏ Rz.͏ 1f.;͏ MOSIMANN,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 1152͏ und͏1156;͏ AUF͏DER͏ MAUR,͏ a.a.O.,͏Art. 37,͏Rz. 5a).͏Geschützt͏ist͏somit͏nicht͏ das͏Programm,͏sondern͏die͏Leistung͏des͏Veranstalters͏als͏solche͏( vgl.͏ MO-SIMANN,͏a.a.O.,͏Rz.͏1152͏und͏1158).͏Der͏Leistungsschutz͏des͏Sendeunternehmens͏ist͏auf͏einen͏abschliessenden͏Katalog͏einzelner͏Ausschlie sslich-keitsrechte͏ beschränkt͏ ( vgl.͏ REHBINDER/VIGANO,͏ a.a.O.,͏ Art.͏ 37,͏ Rz. 6).͏ Diese͏berechtigen͏das͏Sendeunternehmen͏alleine,͏eine͏Sendung͏weiterzuleiten,͏wahrnehmbar͏und͏zugänglich͏zu͏machen,͏aufzunehmen,͏zu͏vervielfältigen͏sowie͏ Vervielfältigungsexemplare͏zu͏verbreiten͏ (Art.͏37͏Bst. a͏ –͏ e͏URG).

3.3.2.4 Die͏ Herstellung͏ des͏ Sendesignals͏ für͏ das͏ Fernsehen,͏ für͏ mobile͏ Geräte͏und͏ für͏das͏ Internet͏ist͏das͏zentrale͏Element͏für͏die͏mediale͏Verwertung͏einer͏Sportveranstaltung.͏Das͏Sendesignal,͏das ͏ im͏Kern͏aus͏dem͏ Basis-Signal͏(Basic͏Feed)͏besteht,͏wird͏vom͏Host͏Broadcaster͏hergestellt,͏ der͏in͏der͏Regel͏ein͏lokaler͏Fernsehsender͏oder͏ein͏spezialisierter͏Produktionsdienstleister͏(im͏Auftrag͏des͏Veranstalters͏oder͏Vermarkters)͏ist͏(vgl.͏ HÜGI,͏a.a.O.,͏ S.͏191 f.).͏Um͏überhaupt͏das͏Sendesignal͏herstellen͏zu͏können,͏braucht͏der͏Host͏Broadcaster͏Zutritt͏zum͏Sportstadion;͏dieser͏Zutritt͏ wird͏ihm͏vom͏Sportveranstalter͏auf͏der͏Basis͏seines͏Hausrechts͏gewährt͏ (vgl.͏ HÜGI,͏a.a.O.,͏S. 187;͏ ARPAGAUS,͏a.a.O.,͏S.͏89).͏Die͏Abgabe͏respektive͏ Weiterleitung͏des͏Sendesignals͏erfolgt͏im͏Rahmen ͏ von͏sog.͏Medienrechtsverträgen.͏ Hauptgegenstand͏solcher͏ Verträge͏ist͏das͏Recht͏ zur͏ Übertragung͏ einer͏ Sportveranstaltung͏ durch͏ Nutzung͏ des͏ Sendesignals͏ gegen͏ Entgelt͏( HÜGI,͏a.a.O.,͏S.͏ 187͏ff.;͏ ARPAGAUS,͏a.a.O.,͏S.͏89͏[unter͏Verwendung͏ des͏ Begriffs͏ "Übertragungsrechtevertrag"]),͏ wobei͏ häufig͏ von͏ einer͏ "Lizenz"͏am͏Basis -Signal͏gesprochen͏wird͏(vgl.͏ HÜGI,͏a.a.O.,͏S.͏187). Es͏ wird͏ zwischen͏ echten͏ und͏ unechten͏ Lizenzverträgen͏ unterschieden. ͏ Der͏ echte͏ (respektive͏ eigentliche)͏ Lizenzvertrag͏ regelt͏ die͏ Überlassung͏ des͏Gebrauchs͏und͏ die͏ Nutzung͏von͏Immaterialgüterrechten,͏die͏vom͏Gesetzgeber͏als͏absolute͏Rechte͏mit͏erga͏omnes -Wirkung͏konzipiert͏worden͏ sind,͏unter͏anderem͏ an͏ urheberrechtlichen͏ Werken͏ (vgl.͏ THOMAS͏ PROBST,͏ Der͏Lizenzvertrag:͏Grundlagen͏und͏Einzelfragen,͏in:͏Jusletter͏vom͏2.͏September͏2013,͏Rz.͏10͏ff.;͏ MILAN͏ JOVANOVIC,͏Die͏kartellrechtlich͏unzulässige͏ Lizenzverweigerung,͏Zürich͏2007,͏S. 214;͏ RETO͏ M.͏ HILTY,͏Lizenzvertrags-- 29 of 226 -B-4003/2016 Seite 30 recht,͏Bern͏20 01͏ [nachfolgend:͏ HILTY,͏Lizenzvertragsrecht],͏S.͏16͏ff.).͏Indessen͏ können͏ auch͏ immaterielle͏ Güter͏ ohne͏ erga͏ omnes -Wirkung͏ Gegenstand͏von͏Lizenzverträgen͏sein;͏dabei͏handelt͏es͏sich͏um͏unechte͏Lizenzverträge͏(respektive͏Lizenzverträge͏im͏ uneigentlichen͏Sinn).͏Gegenstand͏solcher͏Lizenzverträge͏ sind͏nebst͏ Know-how͏die͏mit͏technisch -organisatorischen͏ Mitteln͏ geschützten͏ Information en͏ (vgl.͏ PROBST,͏ a.a.O.,͏ Rz. 19͏ff.;͏ JOVANOVIC,͏a.a.O.,͏S. 214;͏ HILTY,͏Lizenzvertragsrecht,͏S.͏36͏ff.).͏ Auch͏ Leis tungsschutzrechte͏ können͏ mittels͏ unechter͏ Lizenzverträgen͏ übertragen͏werden͏( vgl.͏ HILTY,͏ Lizenzvertragsrecht,͏S.͏52͏f.).͏Allen͏Arten͏ von͏Lizenzverträgen͏kommt͏ nach͏herrschender͏Lehre͏ ein͏blo ss͏obligatorischer͏Charakter͏zu.͏ Ein͏Erwerb͏absoluter͏Rechte͏an͏ei nem͏Immaterialgut͏ durch͏Abschluss͏eines͏Lizenzvertrags͏ist͏somit͏nicht͏möglich͏( vgl.͏ JOVANO-VIC,͏a.a.O.,͏S.͏216;͏ HILTY,͏Lizenzvertragsrecht,͏S.͏107͏ff.;͏ HILTY,͏Urheberrecht,͏Rz.͏616͏ff. ).͏Dies͏gilt͏namentlich͏auch͏für͏echte͏und͏unechte͏Lizenzverträge͏ mit͏Au sschliesslichkeitsklausel͏ ( vgl.͏ HILTY,͏ Lizenzvertragsrecht,͏ S. 138͏f.).

3.3.2.5 Damit͏ist͏erstellt,͏dass͏ mit͏den͏hier͏zu͏prüfenden͏Medienrechts -͏ respektive͏Lizenzverträgen͏Cinetrade͏keine͏ absoluten͏ Rechte͏an͏einem͏Immaterialgut͏ übertragen͏wurden.͏Insofern͏ geht͏es͏ vorliegend͏nicht͏ um͏Bestandesaspekte͏des͏geistigen͏Eigentums,͏sondern͏um͏die͏exklusive͏Ausgestaltung͏der͏Verwertungskanäle,͏weshalb͏der͏Vorbehalt͏der͏Nichtanwendung͏des͏Kartellgesetzes͏nicht͏zu͏greif en͏vermag͏ (vgl.͏ ROLF͏ H.͏ WEBER/SI-MON͏ OSTERWALDER,͏Zugang͏zu͏Premium͏Content:͏Grenzen͏einer͏Exklusivvermarktung͏ nach͏ schweizerischem͏ Medien -͏ und͏ Wettbewerbsrecht,͏ in:͏ Weber/Osterwalder,͏Zugang͏zu͏Premium͏Content,͏Zürich͏2006,͏S.͏147).

3.3.2.6 Es͏ist͏zudem͏ folgender͏grundsätzlicher͏Aspekt͏ zu͏berücksich tigen:͏ Das͏Urheberrechtsgesetz͏ sieht͏ nebst͏Urheberpersönlichkeitsrechten͏ (vgl.͏ namentlich͏die͏in͏Art.͏9͏und͏11͏URG͏aufgeführten͏Rechte)͏ein͏Bündel͏von͏ Rechten͏ vor,͏ welches͏ die͏ kommerzielle͏ Verwertung͏ des͏ Werkes͏ sichern͏ soll͏ (sog.͏ Verwertungs -,͏ Verwendungs -͏ oder͏ Nutzungsrechte).͏ Art.͏ 10͏ Abs. 2͏URG͏zählt͏ die͏typischen͏Verwertungsrechte͏ auf,͏deren͏Ausübung͏ der͏Rechteinhaber͏jedem͏Dritten͏verbieten͏kann͏(vgl.͏statt͏vieler:͏ KAISER/ RÜETSCHI,͏Immaterialgüterrecht͏in͏a͏nutshell,͏3.͏A ufl.͏2018,͏S.͏35͏ff.;͏vgl.͏ auch͏ § 11͏ des͏ deutschen͏ Gesetzes͏ über͏ Urheberrecht͏ und͏ verwandte͏ Schutzrechte͏"Das͏Urheberrecht͏schützt͏den͏Urheber͏in͏seinen͏geistigen͏ und͏persönlichen͏Beziehungen͏zum͏Werk͏und͏in͏der͏Nutzung͏des͏Werkes.͏ Es͏ dient͏ zugleich͏ der͏ Sicherung͏ einer͏ angemessenen͏ Verg ütung͏ für͏ die͏ -- 30 of 226 -B-4003/2016 Seite 31 Nutzung͏ des͏ Werkes"͏ und͏ entsprechende͏ Ausführungen͏ hierzu:͏ SCHRI-CKER/LOEWENHEIM,͏Urheberrecht,͏Kommentar,͏ 6.͏A.,͏München͏20 20,͏§11,͏ Rz.͏1͏ff.). Somit͏gehört͏ die͏entgeltliche,͏ungestörte͏ Nutzung͏von͏Urheberrechten͏ zum͏ Konzept͏des͏Urheberrechts gesetzes.͏ Die͏angefochtene͏Verfügung͏ tangiert͏ diese͏Nutzungsmöglichkeit͏nicht.͏Namentlich͏ sieht͏ sie͏ nicht͏vor,͏dass͏sich͏ konkurrierende͏TV -Plattformen͏unentgeltlich͏und͏unrechtmässig͏am͏Teleclub-Sportangebot͏ bedienen͏ dürfen,͏ soweit͏ die͏ entsprechenden͏Übertragungen͏überhaupt͏als͏urheberrechtlich͏geschütztes͏ Werk͏qualifizieren. Abgesehen͏ davon͏ist͏zu͏berücksichtigen,͏dass͏ Urheberrechte͏bei͏natürlichen͏ Personen͏ entstehen͏ (Art.͏ 6͏ URG).͏ Entsprechend͏ müss ten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏als͏juristische͏Personen͏die͏Urheberrechte,͏ auf͏ die͏ sie͏sich͏berufen͏(vgl.͏etwa͏Beschwerde,͏Rz.͏116,͏157,͏164),͏vertraglich͏erworben͏haben.͏ Sie͏vermögen ͏ indessen͏keine͏lückenlose͏Berechtigungskette͏ nachzuweisen͏ (vgl.͏ REHBINDER/VIGANO,͏ a.a.O.,͏Art.͏16,͏ Rz.͏6).͏ Insofern͏ist͏nicht͏erstellt,͏dass͏ sie͏durch͏die͏angefochtene͏Verfügung͏in͏ihren͏eigenen͏Urheberrechten͏betroffen͏sind.

4. Verfassungsrechtliche Rügen

4.1 Verhältnismässigkeitsprinzip

4.1.1 Die͏Vorinstanz͏verletzt͏nach͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ das͏ V erhältnismässigkeitsprinzip͏ und͏ den͏Auftrag͏ zur͏ Verwirklichung͏ der͏ Grundrechte.͏ Zur͏Begründung͏führen͏ letztere͏ aus,͏die͏Vorinstanz͏greife͏auf͏ der͏Ebene͏der͏Verwertung͏ der͏Übertragungsrechte͏ ein,͏hätte͏aber͏ –͏ entsprechend͏der͏europäischen͏Praxis͏ –͏ die͏Recht evergabe͏durch͏die͏Ligen͏ überprüfen͏ müssen.͏ Das͏ Verhältnismässigkeitsprinzip͏ in͏ Verbindung͏ mit͏ dem͏Auftrag,͏ zur͏ Grundrechtsverwirklichung͏ beizutragen͏ (Art.͏ 35͏Abs.͏ 2͏ BV,͏ SR͏ 101 )͏ gebiete,͏ diejenige͏ Vorgehensweise͏ zu͏ wählen,͏ welche͏ die͏ Grundrechte͏ der͏ Betrof fenen͏ bestmöglich͏ respektiere͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 131͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏90 ). Auch͏die͏Beschwerdegegnerin͏ist͏der͏Ansicht,͏dass͏die͏Vorinstanz͏auf͏einer͏falschen͏Ebene͏eingegriffen͏habe:͏Die͏Intervention͏der͏Vorinstanz͏erfolge,͏soweit͏sie͏auf͏die͏ Exklusivvergabe͏als͏solche͏ziele,͏auf͏der͏falschen͏ Marktstufe,͏ indem͏auf͏ Ebene͏der͏Erwerber͏von͏Exklusivrechten͏statt͏auf͏ Ebene͏ der͏ Rechtevergabe͏ eingegriffen͏ werde͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ vom͏ 27. April͏2021,͏Rz.͏37).

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B-4003/2016 Seite 32 Die͏ Vorinstanz͏ hält͏ dagegen,͏ im͏ europäischen͏Ausland͏ sei͏ nur͏ auf͏ der͏ Ebene͏der͏Rechtevergabe͏eingegriffen͏worden,͏weil͏in͏jenen͏Jurisdiktionen͏ kein͏vergleichbares͏wettbewerbliches͏Problem͏auf͏ der͏ Plattformebene͏wie͏ in͏der͏Schweiz͏bestanden͏habe ͏ (vgl.͏Verfü gung,͏Rz.͏349).͏ Zudem͏rief͏sie͏ in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏ in͏Erinnerung,͏dass͏den͏Wettbewerbsbehörden͏ hinsichtlich͏ der͏ Untersuchungseröffnung͏ein͏ grosser͏ Ermessens -͏ und͏Beurteilungsspielraum͏zustehe.͏ Selbst͏wenn͏(auch)͏auf͏der͏Ebene͏der͏ Zentralvermarktung͏ein͏kartellrechtliches͏Problem͏bestehen͏sollte,͏ hindere͏ dies͏ die͏ Wettbewerbsbehörden͏ nicht͏ daran,͏ die͏vorliegend͏ festgestellten͏ Verhaltensweisen͏von͏Swisscom͏zu͏untersuchen ͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏345).

4.1.2 Wer͏staatliche͏Aufgaben͏wahrnimmt,͏ist͏an͏die͏Grundr echte͏gebunden͏ und͏ verpflichtet,͏ zu͏ ihrer͏ Verwirklichung͏ beizutragen͏ (Art.͏ 35͏Abs.͏ 2͏ BV).͏Damit͏ betont͏die͏Bundesverfassung͏die͏Grundrechtspflichtigkeit͏sämtlicher͏Träger͏und͏Trägerinnen͏staatlicher͏Aufgaben͏auf͏allen͏Ebenen͏staatlicher͏Tätigkeit͏(Bund,͏Ka ntone͏und͏Gemeinden).͏Die͏Bestimmung͏macht͏ deutlich,͏dass͏nicht͏die͏Art͏der͏Behörde͏oder͏des͏Organs,͏sondern͏jene͏der͏ Aufgabenerfüllung͏ ausschlaggebend͏ dafür͏ ist,͏ unter͏ welchen͏ Voraussetzungen͏ eine͏ Bindung͏ an͏ die͏ Grundrechte͏ besteht͏ ( vgl.͏ REGINA͏ KIENER/ WALTER͏ KÄLIN/JUDITH͏ WYTTENBACH,͏ Grundrechte,͏ 3. Aufl.͏ 2018,͏ Rz. 52).͏ Im͏ Verb͏ "beitragen"͏ klingt͏ an,͏ dass͏ dem͏ Grundrechtsverwirklichungsauftrag͏ Begrenzungen͏ innewohnen.͏ Diese͏ können͏ nicht͏ nur͏ rechtlicher͏Art͏ sein͏(Wahrung͏der͏Zuständigkeiten,͏Bindung͏an͏recht sstaatliche͏Grundsätze͏und͏ -rechte),͏sondern͏auch͏faktischer͏Natur:͏Auch͏der͏Staat͏kann͏nicht͏ alles͏( vgl.͏ GIOVANNI͏ BIAGGINI,͏Kommentar͏BV,͏ 2.͏Aufl.,͏ Zürich͏20 17,͏Art. 35,͏ Rz.͏14;͏ BERNHARD͏ WALDMANN,͏in:͏Basler͏Kommentar͏BV͏[BSK͏BV],͏Basel͏ 2015,͏Art.͏35,͏Rz. 51). Aus͏Art.͏35͏Abs.͏2͏BV͏ergibt͏sich͏somit͏kein͏Anspruch͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏von͏jeglichem͏Grundrechtseingriff͏durch͏die͏Vorinstanz͏ bei͏deren͏ Aufgabenerfüllung͏ verschont͏zu͏werden͏ (vgl.͏ WALDMANN,͏ BSK͏BV,͏Art. 35,͏ Rz.͏52).͏Zudem͏gelten ͏ Grundrechte͏wie͏die͏Eigentumsgarantie͏(Art.͏26͏BV)͏ und͏die͏Wirtschaftsfreiheit͏ (Art.͏27͏und͏94͏ff.͏BV)͏nicht͏absolut.͏Vielmehr ͏ können͏ sie͏ gemäss͏Art.͏ 36͏ BV͏ eingeschränkt͏ werden,͏ sofern͏ dafür ͏ eine͏ gesetzliche͏Grundlage͏besteht,͏der͏Eingriff͏im͏öffentlichen͏ Interesse͏ liegt,͏ verhältnismässig͏ ist͏ und͏ der͏ Kerngehalt͏ respektiert͏ wird ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏A -7970/2007͏vom͏28.͏August͏2008͏E. 9.2;͏ BIAGGINI,͏a.a.O.,͏Art. 36͏ Rz.͏ 2͏ ff. ).͏ Das͏ Verhältnismässigkeitsprinzip͏ (Art.͏ 5͏Abs.͏ 2͏ BV) ͏ muss͏ namentlich͏ bei͏der͏Ausüb ung͏des͏Ermessens͏ eingehalten͏werden,͏ansonsten͏ ein͏ Ermessensmissbrauch͏vorliegt͏ (vgl.͏ BGE͏142͏II͏268͏E. 4.2.3,͏"Nikon";͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -5117/2016͏vom͏30.͏Januar͏2019͏E.͏9͏betreffend͏Publi-- 32 of 226 -B-4003/2016 Seite 33 kation͏des͏Schlussberichts).͏ Wie͏die͏Vorinstanz͏ in͏der͏angefochte nen͏Verfügung͏ zu͏Recht͏ in͏Erinnerung͏ ruft,͏ steht͏ den͏Wettbewerbsbehörden͏hinsichtlich͏der͏Untersuchungseröffnung͏ein͏grosser͏Ermessens -͏ und͏Beurteilungsspielraum͏zu͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏ B-463/2010͏ vom͏19.͏Dezember͏ 2013͏ E.͏ 4.1.4,͏ "Gebro").͏ Dieser͏ Ermessensspielraum͏ wird͏ nicht͏ verletzt,͏ wenn͏die͏Wettbew erbsbehörden͏dort͏untersuchen͏ (Art. 27͏Abs.͏1͏KG)͏ und͏ gegebenenfalls͏ eingreifen͏ (Art.͏ 30͏Abs.͏ 1͏ KG),͏ wo͏ sie͏Anhaltspunkte͏ für͏ eine͏unzulässige͏Wettbewerbsbeschränkung͏erkennen,͏selbst͏wenn͏dies͏ auf͏einer͏anderen͏Ebene͏als͏in͏der͏europäischen͏Praxis͏üblich͏ geschieht͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 193;͏ Stellungnahme͏vom͏31. März͏ 2021,͏ Rz.͏13 ).͏ Indem͏die͏Vorinstanz͏ im͏Bereich͏der͏ Bereitstellung͏des͏Teleclub -Angebots͏ an͏die͏übrigen͏Plattformen ͏ eingegriffen͏hat,͏hat͏sie͏einen͏Schwerpunkt͏gesetzt,͏der͏allfällige͏Vorwürfe͏ auf͏der͏Ebene͏der͏Rechtevergabe͏als͏zumindest͏weniger͏schwer͏erscheinen͏lässt. ͏ Bei͏der͏getroffenen͏Massnahme͏auf͏ der͏von͏der͏Vorinstanz͏gewählten͏Ebene͏hat͏diese͏dann͏jedoch͏ darauf͏ zu͏ achten,͏dass͏die͏Massnahme͏selbst͏nicht͏unverhältnismässig͏ist͏( vgl.͏ BGE͏ 132͏II͏49͏E.͏7.2;͏ 130͏I͏65͏ E. 3.5.1).͏ Der͏ Vorinstanz͏kann͏somit͏ nicht͏ vorgeworfen͏werden,͏sie͏habe͏das͏Verhältnismässigkeitsprinzip͏(i.V.m.͏Art.͏35͏Abs.͏2͏BV)͏verletzt ͏ respektive͏ihr͏ Ermessen͏missbraucht,͏indem͏sie͏nicht͏auf͏der͏Ebene͏der͏Rechtevergabe͏ eingegriffen͏hat.͏

4.1.3 Die͏angefochtene͏Verfügung͏ ist͏ nach͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerin͏ auch͏deshalb͏unverhältnismässig,͏weil͏der͏Gesetzgeber͏mit͏ dem͏Kurzberichterstattungsrecht͏ und͏ mit͏ der͏ Listenregelung͏ ( Art. 72͏ und͏ 73͏ des͏ Bundesgesetzes͏ über͏Radio͏und͏Fernsehen ͏ [RTVG,͏ SR͏ 784.40])͏ eine͏abschliessende͏ Regelung͏ vorgesehen͏ habe,͏ welche͏ im͏ vorliegenden͏ Fall͏ weitergehende͏ Zwangsmassnahmen͏ verbiete͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 147 ff.). Die͏ Vorinstanz͏ macht͏ geltend,͏ dass͏ d ie͏ Bezugnahme͏ auf͏ Art.͏ 72͏ und ͏

73 RTVG͏an͏der͏Sache͏vorbeigeh e;͏mit͏den͏Massnahmen͏solle ͏ bloss͏sichergestellt͏werden,͏dass͏das͏Teleclub -Sport-Programmangebot͏diskriminierungsfrei͏auf͏grundsätzlich͏allen͏TV -Plattformen͏erhältlich͏ sei.

4.1.3.1 Vom͏ Kurzberichterstattungsrecht͏ (Art.͏ 72͏ RTVG)͏ erfasst͏ sind͏ namentlich͏ Fussball-͏ und͏Eishockeyspiele;͏diese͏gelten͏als͏öffentliche͏Ereignisse͏ (vgl. Urteil͏des͏BVGer͏ A-7970/2007͏ vom͏ 28.͏August͏2008͏ E. 6).͏ Zu͏ diesen͏Ereignissen͏haben͏der͏Organisator͏des͏Ereignisses͏und͏der͏ über͏ Erstverwertungs-͏ oder͏ Exklusivr echte͏ verfügen de͏ Programmveranstalter͏ -- 33 of 226 -B-4003/2016 Seite 34 den͏ interessierten͏ Programmveranstaltern͏ sowohl͏ den͏ sog.͏ Physical͏Access͏ ( physischen͏ Zugang )͏ zum͏ Veranstaltungsort͏ (Art.͏ 72͏Abs.͏ 3͏ Bst.͏ a͏ RTVG)͏als͏ auch͏ den͏sog.͏Signal͏Access,͏ das͏Recht͏auf͏Freischaltung͏des͏ produzierten͏Signals͏ (Art.͏72͏Abs.͏3͏Bst.͏b͏RTVG)͏ zu͏gewähren͏ (vgl.͏ BGE͏ 135͏II͏224͏E. 2.1;͏ OSTERWALDER,͏ a.a.O.,͏S. 302͏ und͏322 ).͏ Der͏höchstens͏ drei͏Minuten͏dauernde͏ Kurzbericht͏ darf͏ erst͏ nach͏Beendigung͏ des͏Ereignisses͏ausgestrahlt͏werden͏ (Art.͏68͏Abs.͏1͏u nd͏3͏ der͏ Radio-͏ und͏Fernsehverordnung͏ vom͏ 9.͏ März͏2007͏ [RTVV,͏ SR͏ 784.401]).͏ Das͏Kurzberichterstattungsrecht͏bezweckt,͏ die͏ganze͏Bevölkerung͏mindestens͏in͏den͏Grundzügen͏über͏ein͏ öffentliches͏ Ereignis͏ zu͏informieren,͏und͏soll͏die͏ Meinungsvielfalt͏ fördern,͏i ndem͏es͏ ermöglicht,͏dass͏über͏ein͏Ereignis͏durch͏mehrere͏ Programmveranstalter͏ aus͏unterschiedlichen͏Perspektiven͏berichtet͏ werden͏kann͏ (vgl.͏ Botschaft͏des͏Bundesrats͏vom͏18.͏Dezember͏2002͏zur͏Totalrevision͏ des͏ Bundesgesetzes͏ über͏ Radio͏ un d͏ Fernsehen,͏ BBl͏ 2003͏ 1572,͏[nachfolgend:͏Botschaft͏RTVG],͏S.͏ 1644;͏ BGE͏135͏II͏224͏E.͏2. 2.1;͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏286͏f.,͏mit͏Verweis͏auf͏Urteil͏des͏deutschen͏Bundesverfassungsgerichts͏vom͏17. Februar͏1998 ).

4.1.3.2 Die͏Listenregelung͏ über͏Ereignisse͏von͏erheblic her͏gesellschaftlicher͏Bedeutung͏ (Art.͏73͏RTVG)͏betrifft͏sämtliche͏Ereignisse,͏die͏in͏der͏vom͏ UVEK͏ geführten͏ Liste͏ (vgl.͏ Anhang͏ 2͏ der͏ Verordnung͏ des͏ UVEK͏ vom͏ 5. Oktober͏ 2007͏ über͏ Radio͏ und͏ Fernsehen;͏ SR͏ 784.401.11)͏ aufgeführt͏ sind.͏ Die͏in͏der͏Liste͏genannt en͏Ereignisse͏ sollen͏in͏der͏Schweiz ͏ frei͏ und͏ zeitgleich͏ empfangbar͏bleiben͏und͏nicht͏nur͏im͏Pay -TV͏angeboten͏werden͏ (vgl.͏ Art. 71͏RTVV;͏ Liste͏der͏Ereignisse͏mit͏erheblicher͏gesellschaftlicher͏ Bedeutung,͏ <www.bakom.admin.ch>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 26.01.2022;͏ Botschaft͏ RTVG,͏S.͏ 1645;͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏346).͏ Dabei͏handelt͏ es͏sich͏ausnahmslos͏um͏ grosse͏ Sportereignisse.͏ Im͏Fussball͏sind͏die͏WM͏ und͏ die͏ EM͏ (inkl.͏ die͏ Qualifikationsspiele͏ der͏ schweizerischen͏ Nationalmannschaft),͏der͏ Final͏des͏schweizerischen͏Fussball -Cups͏ sowie͏die͏ Finalspiele͏der͏Europäischen͏Fussball -Vereinsmeisterschaften͏(Champions League͏ und͏ Europa -League)͏ genannt,͏ im͏ Eishockey͏ die͏ WM-Spiele͏ der͏ schweizerischen͏ Nationalmannschaft͏ sowie͏ das͏ Play-off-Finale͏ der͏ Schweizer͏Meisterschaft͏(a b͏viertem͏Spiel ).͏ Wie͏ die͏Kurzberichterstattung͏ ist͏ auch͏die͏Listenregelung͏ medienpolitisch͏ motiviert͏ (vgl.͏ OSTERWALDER,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 323),͏ während͏ in͏ wettbewerbsrechtlichen͏Verfahren͏wirtschaftliche͏Aspekte͏im͏Vordergrund͏stehen͏(Botschaft͏ RTVG,͏ S.͏ 1646).͏ Mit͏ anderen͏ Worten͏ wird͏ bei͏ den͏ vorgenannten͏ rundfunkrechtlichen͏ Massnahmen͏ eine͏ andere͏ Interessenabwägung͏ vorgenommen͏al s͏bei͏wettbewerbsrechtlichen͏Massnahmen.͏ Insofern͏tritt͏ die͏ -- 34 of 226 -B-4003/2016 Seite 35 rundfunkrechtliche͏ Regulierung͏ zur͏ allgemeinen͏preis -͏ und͏wettbewerblichen͏ Ordnung͏ hinzu͏ und͏ schliesst͏ diese͏ nicht͏ aus͏ ( vgl.͏ Urteil͏ des͏ BGer͏ 2A.142/2003͏vom͏5.͏September͏2003͏E.͏4.1.3,͏" Cablecom/Teleclub").͏ Es͏ ist͏unter͏diesem͏Aspekt͏demnach͏nicht͏unverhältnismässig,͏wenn͏die͏Vor instanz͏eine͏auf͏ dem͏ Kartellgesetz͏basierende͏Massnahme͏im͏Rundfunkbereich͏getroffen͏hat,͏zumal͏sich͏das ͏ Kartellgesetz͏auch͏auf͏den͏Markt͏der͏ elektronischen͏Medien͏ erstreckt͏ (vgl.͏ Botschaft͏RTVG,͏S.͏1645).

4.1.3.3 Der͏ Vollständigkeit͏ halber͏ ist͏ im͏ vorliegenden͏ Zusammenhang͏ noch͏auf͏das͏Fernmeldegesetz͏hinzuweisen,͏wonach͏keine͏Pflicht͏zum͏Zugang͏ für͏ die͏ Verbreitung͏ von͏ Radio -͏ und͏ Fernsehprogrammen͏ besteht͏ (Art. 11͏Abs. 5͏ FMG,͏ SR͏ 784.10).͏ Mit͏ dieser͏ Bestimmung͏ wurde͏ klargestellt,͏dass͏Radio -͏ und͏Fernsehprogramme͏nicht͏zu͏den͏Informationen͏gehören,͏ für͏ die͏marktbeherrschende͏Anbieterinnen͏von͏Fernmeldediensten͏ ihre͏Einrichtungen͏und͏Dienste͏zur͏Verfügung͏stellen͏müssen.͏

4.1.3.4 Der͏ vo rliegende͏ Fall͏ geht͏ über͏ die͏ von͏ Art.͏ 11͏ ff.͏ FMG͏ verlangte͏ Interkonnektion͏ hinaus͏ (vgl.͏Urteil͏des͏BVGer͏A -7162/2008͏vom͏ 1.͏Februar͏ 2010͏ E.͏14.9.1),͏thematisiert͏er͏doch͏ die͏grundsätzliche͏Bereitstellung͏von͏ bestimmten͏Fernsehinhalten͏ und͏damit͏lediglich͏e ine͏Vorbedingung͏für͏den͏ anschliessenden͏ "Transport"͏ von͏Fernsehprogrammen.͏ Insofern͏könnten͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏auch͏aus͏Art.͏11͏Abs.͏5͏FMG͏nichts͏zu͏ihren͏ Gunsten͏ableiten.

4.1.4 Soweit͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏schliesslich͏rügen,͏wie͏in͏der͏Verfügung͏ der͏Vorinstanz͏ vom͏7.͏September͏2020͏in͏Sachen͏ Eishockey͏ Pay-TV͏(Untersuchung͏32 -0260)͏würde͏es͏als͏mildere͏Massnahme͏ausreichen,͏ das͏Rohsignal͏zur͏Verfügung͏zu͏stellen͏(vgl.͏Stellungnahme ͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏14),͏ist͏darauf͏hinzuweisen,͏dass͏ die͏ Vorinstanz͏ vorliegend͏ auf͏ die͏Anordnung͏ kartellrechtlicher͏ Massnahmen͏ verzichtet͏ hat.͏Namentlich͏in͏diesem͏Punkt͏unterscheidet͏sich͏das͏vorliegende͏Verfahren͏vom͏Verfah ren͏in͏Sachen͏Eishockey͏im͏Pay -TV.͏Insofern͏erübrigt͏sich,͏auf͏diese͏Rüge͏weiter͏einzugehen.

4.2 Eigentumsgarantie

4.2.1 Die͏ Beschwerdeführerin͏ macht͏ zudem͏ geltend,͏ aufgrund ͏ der͏ Feststellung͏ der͏ angeblichen͏Wettbewerbswidrigkeit͏ der͏ massgebenden͏ Verhaltensweisen͏ dur ch͏ die͏ Vorinstanz͏ sowie͏ der͏ zu͏ erwartenden͏ erneuten͏ Sanktionierung͏bei͏ deren͏ Weiterführung͏bewirke͏die͏angefochtene͏Verfügung͏ im͏ Endeffekt͏ mindestens͏ ein͏ implizites͏ Verbot͏ der͏ massgebenden͏ Verhaltensweisen.͏Dadurch͏werde͏Teleclub͏in͏der͏Freiheit͏der͏Verwer tung͏ -- 35 of 226 -B-4003/2016 Seite 36 ihrer͏durch͏die͏Eigentumsgarantie͏geschützten͏Urheberrechte͏wesentlich͏ eingeschränkt.͏ Der͏ Eingriff͏ in͏ die͏Eigentumsgarantie͏ sei͏nicht͏ verhältnismässig,͏es͏sei͏kein͏öffentliches͏Interesse͏ersichtlich,͏und͏es͏werde͏bestritten,͏dass͏unter͏den͏vorliegende n͏Umständen͏Art.͏30͏i.V.m.͏Art.͏7͏KG͏als͏ gesetzliche͏Grundlage͏für͏den͏Grundrechtseingriff͏taugen͏könne ͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏ 157͏ff.). Ein͏ allfälliger͏ Eingriff͏ in͏ die͏ Immaterialgüter -͏ bzw.͏ Eigentumsrechte,͏ welcher͏den͏Zweck͏verfolg e͏ Wettbewerb͏wiederherzustellen,͏ liegt͏ nach͏Auffassung͏der͏Vorinstanz͏ im͏öffentlichen͏Interesse.͏ Auch͏die͏übrigen͏Voraussetzungen͏ für͏ einen͏ Grundrechtseingriff͏ seien͏ erfüllt ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 354͏f.).͏

4.2.2 Die͏Eigentumsgarantie͏ (Art.͏26͏BV)͏ schützt͏ neben͏ dem͏Eigentum͏im͏ sachenrechtlichen͏Sinn,͏Tieren͏und͏wohlerworbenen͏Rechten͏auch͏weitere͏ vermögenswerte͏Rechtspositionen͏des͏Privatrechts.͏Dazu͏gehören͏insbesondere͏Immaterialgüterrechte͏ (vgl.͏ BGE͏ 140͏III͏297͏ E.͏5.1;͏ 128͏I͏295͏ E. 6;͏ BIAGGINI,͏ a.a.O.,͏ A rt. 26;͏ JÖRG͏ PAUL͏ MÜLLER/MARKUS͏ SCHEFER,͏ Grundrechte͏in͏der͏Schweiz,͏4.͏Aufl.,͏Bern͏2008,͏S.͏1013͏ff. ).͏ Bei͏den͏Eingriffen͏ in͏die͏Eigentumsgarantie͏ im͏Sinn͏der͏Bestandesgarantie͏ ist͏zu͏unterscheiden͏ zwischen͏ Massnahmen,͏ welche͏ Nutzungs -͏ oder͏ Verfügungsbefu gnisse͏beschränken,͏ und͏Massnahmen,͏die͏den͏Entzug͏geschützter͏Rechtspositionen͏bewirken͏( vgl.͏ BIAGGINI,͏a.a.O.,͏Art.͏26,͏Rz.͏20;͏ MÜLLER/SCHE-FER,͏a.a.O.,͏S.͏1021 ).͏ Blosse͏Beschränkungen͏von͏Nutzungs -͏ und͏Verfügungsmöglichkeiten͏sind͏grundsätzlich͏entschädi gungslos͏zu͏dulden.͏Eine͏ Ausnahme͏von͏dieser͏Grundregel͏gilt,͏wenn͏Nutzungs -͏ oder͏Verfügungsbefugnisse͏in͏einer͏Art͏und͏Weise͏eingeschränkt͏werden,͏die͏den͏Eigentümer͏ enteignungsähnlich͏ trifft͏ (sog.͏ Materielle͏ Enteignung;͏ vgl.͏ BIAGGINI,͏ a.a.O.,͏Art.͏26,͏Rz.͏30).

4.2.3 Vorliegend͏ wird͏ ein͏ urheberrechtlicher͏ Werkschutz,͏ soweit͏ ein͏ solcher͏ besteht͏(vgl.͏E.͏3.3 ͏ ff.),͏ durch͏die͏angefochtene͏Verfügung͏nicht͏entzogen,͏da͏das͏Werk͏ –͏ die͏Sportsendungen͏von͏Teleclub͏ –͏ im͏Eigentum͏der͏ Berechtigten͏ verbleibt.͏ Es͏liegt͏somit͏keine͏formelle͏Enteignung͏vor.͏Eine͏ materielle͏ Enteignung͏ ist͏ auch͏ nicht͏ gegeben,͏ da͏ eine͏ bestimmungsgemässe,͏wirtschaftlich͏sinnvolle͏Nutzung͏ des͏Werkes͏ weiterhin͏möglich͏ist͏ (vgl.͏ MÜLLER/SCHEFER,͏a.a.O.,͏S.͏1031),͏zumal͏die͏Sendungen͏nach͏wie͏ vor͏verwertet͏werden͏können͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏122).͏Auszugehen͏ist͏ von͏einer͏leichten͏Beschränkung͏der͏Eigentum snutzungsrechte,͏ da͏Teleclub͏seine͏Sportsendungen͏weiteren͏ TV-Plattformen͏ zur͏Verfügung͏stellen͏ müsste.͏ -- 36 of 226 -B-4003/2016 Seite 37 Diese͏Beschränkung͏bedarf͏einer͏gesetzlichen͏Grundlage, ͏ welche͏ genügend͏bestimmt ist͏( Art.͏36͏ Abs.͏1͏BV ).͏ Angesichts͏vielfältiger͏Problemstellungen͏und͏ der͏ Komplexität͏der͏zu͏ordnenden͏Sachverhalte͏ müssen͏namentlich͏ auch͏ im͏ Kartellgesetz͏ offene͏ Normen͏ verwendet͏ werden;͏ aufgrund͏ der͏möglichen͏ Konkretisierungen͏der͏Gerichte͏und͏der͏Behörden͏ ist͏ dies͏indessen͏ zulässig͏ (vgl.͏ BGE͏139͏I͏72͏E.͏8.2. 3,͏ "Publigroupe";͏ MARINO͏ BALDI/FELIX͏ SCHRANER,͏ Die͏ kartellrechtlichen͏ Urteile͏ des͏ Bundesverwaltungsgerichts͏ in͏ Sachen͏ "Baubeschläge",͏ in:͏ AJP͏ 2/2015,͏ S.͏ 269͏ ff.,͏ S. 277).͏ Im͏Fall͏von͏ Art.͏7͏Abs.͏1͏KG,͏der͏ einige͏unbestimmte͏Rechtsbegriffe͏ enthält,͏ kommt͏hinzu,͏dass͏diese͏ Bestimmung͏ zusammen͏mit͏Art.͏7͏ Abs.͏2͏KG͏ zu͏lesen͏ist, worin͏die͏verpönten͏Verhaltensweisen͏beispielhaft͏ genannt͏werden,͏woraus͏sich͏ ein͏klareres͏Bild͏ ergibt͏ (vgl.͏ BGE͏139͏I͏72͏ E. 8.2.2,͏ "Publigroupe",͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ RHINOW/BIAGGINI,͏ Verfassungsrechtliche͏Aspekte͏der͏Kartellgesetzrevision,͏in: ͏ Grundfragen͏der͏schweizerischen͏Kartellrechtsreform,͏1995,͏S.͏93͏ff.,͏140; ͏ RHINOW/GUROVITS,͏ Gutachten͏ vom͏ 5. Juli͏ 2001͏ über͏ die͏ Verfassungsmässigkeit ͏ der͏ Einführung͏ von͏direkten͏Sanktionen͏im͏Kartellgese tz,͏RPW͏2001/3͏S.͏592͏ff.,͏611;͏ AN-DREA͏ DOSS,͏Vertikalabreden͏und͏deren͏direkte͏Sanktionierung͏nach͏dem͏ schweizerischen͏Kartellgesetz,͏Zürich͏2009,͏ Rz.͏116).͏ Zudem͏ stellt͏die͏ Vorabmeldung͏ (Art.͏49a͏Abs.͏3͏ Bst.͏a͏KG )͏ ein͏notwendiges͏Korrektiv͏der͏Unbestimmtheit͏ des͏ Normtextes͏ dar͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 8.2.2,͏ "Publigroupe";͏ DOSS,͏a.a.O.,͏ Rz.͏117͏ff.;͏ RHINOW/GUROVITS,͏ a.a.O.,͏S.͏ 612).͏ Aus͏ diesen͏Gründen͏erachtete͏das͏Bundesgericht͏ Art.͏7͏Abs.͏1͏ in͏Verbindung͏ mit͏einem͏Ta tbestand͏aus͏Art.͏7͏Abs.͏2͏ KG͏ als͏ hinreichend͏bestimmt,͏um͏ als͏ gesetzliche͏Grundlage͏für͏eine͏Sanktionierung͏zu͏dienen ͏ (vgl.͏BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E. 8.2.3,͏ "Publigroupe" ).͏ Eine͏ genügende͏ gesetzliche͏ Grundlage͏ ist͏ auch͏ für͏ andere͏ Massnahmen͏ gegeben,͏ d a͏ die͏ Vorinsta nz͏ gestützt͏ auf͏ Art. 30͏Abs.͏1͏KG͏ Massnahmen͏anordnen͏ kann,͏welche͏das͏ betroffene͏ Unternehmen͏ zu͏ einem͏ Tun͏ oder͏ Unterlassen͏ verpflichten ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏B -5161/2019͏vom͏9.͏August͏2021 ͏ E.͏4.2.5,͏ "Bauleistungen͏Graubünden"͏ [angefochten͏beim͏BGer];͏ ROLF͏ H.͏ WEBER/STEPHANIE͏ VOLZ,͏ Fachhandbuch͏Wettbewerbsrecht,͏Zürich͏2013,͏ Rz. 3.168;͏ KENJI͏ IZUMI/SIMONE͏ KRIMMER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏30,͏Rz. 24).

4.2.4 Das͏ öffentliche͏ Interesse͏(Art.͏36͏Abs.͏2͏BV)͏besteht͏in͏der͏ Wiederherstellung͏des͏Wettbew erbs͏(Art.͏1͏KG).͏Die͏Verhältnismässigkeit͏des͏ Eingriffs͏ (Art.͏36͏Abs.͏3͏BV)͏ist͏auch͏gegeben,͏denn͏ der͏mit͏der͏Sanktion͏angestrebte͏Druck͏ hat͏lediglich͏zum͏Zweck,͏dass͏ Teleclub͏sein͏ bereits͏ bestehendes͏ Pay-TV-Sportangebot͏in͏Zukunft͏gegenüber͏allen͏Telecl ub-Abonnenten͏öffne t.͏Es͏ obliegt͏den͏betroffenen͏TV -Plattformen,͏diesen͏Zugang͏ auch͏technisch͏zu͏ermöglichen.͏Dass͏die͏Vorinstanz͏nicht͏verpflichtet͏war,͏ -- 37 of 226 -B-4003/2016 Seite 38 auf͏der͏Ebene͏der͏Rechtevergabe͏einzugreifen,͏wie͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏machen,͏wurde͏bere its͏in͏anderem͏Zusammenhang͏festgestellt͏ (vgl.͏E.͏4.1. 2).͏Da͏ zudem͏ mit͏der͏verhängten͏Massnahme͏der͏Kerngehalt͏der͏Eigentumsgarantie͏ nicht͏ angetastet͏worden͏ist͏(Art.͏36͏Abs.͏4͏ BV),͏ ist͏d ie͏durch͏die͏vor instanzliche͏Sanktion͏bewirkte͏ Beschränkung͏der͏ Eigentumsgarantie͏zulässig.

5. Rechtmässigkeit des vorinstanzlichen Verfahrens

5.1 Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes Die͏Beschwerdeführerinnen͏machen͏weiter͏ geltend,͏ die͏Vorinstanz͏ habe͏ den͏ Untersuchungsgrundsatz͏ in͏ dreifacher͏ Hinsicht͏ verletzt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏199͏ff.):͏Die͏ Marktbefragungen͏der͏ Vorinstanz͏ seien͏ nicht͏ beweiskräftig͏ (nachfolgend:͏E.͏5.1. 3͏ ff.),͏ die͏Vorinstanz͏habe͏nicht͏den͏ganzen͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏ (nachfolgend:͏E.͏5.1. 4͏ ff.)͏ und͏die͏ Voraussetzungen͏für͏ die͏ Übertragung͏des͏erweiterten͏Sportangebotes ͏ fehlerhaft͏untersucht͏ (nachfolgend:͏E.͏5.1. 5.5).

5.1.1 Rechtliche Grundlagen

5.1.1.1 Zur͏ Untersuchung͏ von͏ Wettbewerbsbeschränkungen͏ sieht͏ das͏ Kartellgesetz͏ zwei͏ kartellverwaltungsrechtliche͏ Verfahrensformen͏vor:͏ einerseits͏die͏Untersuchung͏(Art.͏27͏bis͏30͏KG)͏und͏andererseits͏als͏Vorstufe͏ dazu͏die͏Vorabklärung͏(Art.͏26͏KG).͏ Hinsichtlich͏beider͏Verfahren͏steht͏den͏ Wettbewerbsbehörden͏ –͏ auch͏betreffend͏d ie͏ Opportunität͏der͏Abklärungen͏ –͏ ein͏ grosser͏ Ermessen s-͏ und͏ Be urteilungsspielraum͏ zu͏ ( vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-463/2010͏ vom͏ 19.͏Dezember͏2013͏ E.͏4.1.3͏f.,͏"Gaba").

5.1.1.2 Wie͏ im͏ übrigen͏ Verwaltungsverfahren͏ gilt͏ auch͏ im͏ verwaltungsrechtlichen͏Kartellverfahren͏der͏Untersuchungsgrundsatz,͏nach͏welchem͏ die͏Rechtsanwendungsbehör de͏den͏Sachverhalt͏von͏Amtes͏wegen͏abzuklären͏hat͏(Art.͏39͏KG͏i.V.m.͏Art.12͏VwVG).͏ Zur͏Sachverhaltsfeststellung͏ kann͏die͏zuständige͏Behörde͏nötigenfalls͏Urkunden͏beiziehen,͏Auskünfte͏ der͏Parteien͏einholen,͏Auskünfte͏oder͏Zeugnis͏von͏Drittpersonen͏einholen, ͏ Augenscheine͏durchführen͏sowie͏Gutachten͏von͏Sachverständigen͏einholen͏ (Art. 12͏ Bst.͏ a͏ –͏ e͏ VwVG).͏ Zudem͏ statuiert͏ das͏ KG͏ eine͏ besondere͏ Auskunftspflicht͏(Art.͏40͏KG).͏Danach͏haben ͏ Beteiligte͏an͏Abreden,͏marktmächtige͏ Unternehmen,͏ Beteiligte͏ an͏ Zusammensch lüssen͏ sowie͏ betroffene͏Dritte͏den͏Wettbewerbsbehörden͏alle͏für͏deren͏Abklärungen͏erforderlichen͏Auskünfte͏zu͏erteilen͏und͏die͏notwendigen͏Urkunden͏vorzulegen.͏ Der͏Begriff͏der͏"betroffenen͏Dritten"͏ist͏weit͏gefasst;͏e s͏genüg t,͏wenn͏ein͏ -- 38 of 226 -B-4003/2016 Seite 39 Dritter͏auf͏dem͏glei chen͏Markt͏wie͏die͏Hauptbeteiligten͏tätig͏ ist͏ oder͏mit͏ diesen͏ in͏ irgendeiner͏ Form͏ in͏ einer ͏ Marktbeziehung͏ steht͏ ( vgl.͏ BORER,͏ a.a.O.,͏Art.͏40,͏Rz.͏3;͏ MARKUS͏ WYSSLING/JÜRG͏ BICKEL,͏DIKE -KG,͏Art.͏40,͏ Rz.͏29͏f.;͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz.͏3.70;͏ BILGER,͏ a.a.O.,͏ S. 240).͏ Das͏ Sekretariat͏bedient͏sich͏beim͏ Einholen͏von͏Auskünften͏ unter͏anderem͏ Fragebögen,͏ welche͏ es͏ den͏ betroffenen͏ Unternehmen͏ zusendet͏ ( vgl.͏ WE-BER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz.͏3.70;͏Urteil͏des͏BVGer͏B -7633/2009͏Rz.͏83,͏"Preispolitik͏ADSL").͏Von͏den ͏ Auskunftspflichtigen͏ kann͏indessen͏ nicht͏in͏jedem͏ Fall͏eine͏vollständige͏und͏korrekte͏Beantwortung͏der͏gestellten͏Fragen͏ erwartet͏ werden,͏selbst͏wenn͏der͏Fragebogen͏mit͏einem͏ allgemeinen͏ Hinweis͏ auf͏ die͏kartellrechtliche͏Auskunftspflicht͏ sowie͏ auf͏ die͏ Ver waltungs-͏ und͏Strafmassnahmen͏bei͏deren͏Verletzung͏ versehen͏ist͏( vgl.͏ Urteil͏des͏ BVGer͏B -7633/2009͏Rz.͏8 4,͏"Preispolitik͏ADSL" ).

5.1.1.3 Für͏ das͏gesamte͏Verwaltungs -͏ und͏ Beschwerdeverfahren͏ gilt͏zudem͏ der͏ Grundsatz͏ der͏ freien͏ Beweiswürdigung͏ ( Art.͏ 19͏ VwVG͏ i.V.m.͏ Art. 40͏BZP͏ [SR͏273]).͏Danach͏haben͏die͏Bundesbehörden͏und͏ -gerichte͏ die͏Beweise͏frei,͏ohne͏Bindung͏an͏förmliche͏Beweisregeln,͏sowie͏umfassend͏ und͏ pflichtgemäss͏zu͏ würdigen.͏ Für͏ das͏ Beschwerdeverfahren͏bedeutet͏ dies,͏ dass͏ der͏ Richter͏ alle͏ Beweismittel,͏ unab hängig͏ davon,͏ von͏ wem͏sie͏stammen,͏objektiv͏zu͏prüfen͏hat͏( BGE͏137͏II͏266͏E.͏3.2;͏125͏V͏ 351͏E.͏3a).͏ Freie͏Beweiswürdigung͏bedeutet,͏dass͏die͏Behörde͏nicht͏an͏ bestimmte͏starre͏Beweisregeln͏gebunden͏ist,͏welche͏ihr͏genau͏vorschreiben,͏wie͏ein͏gültiger͏Beweis ͏ zustande͏kommt͏und͏welchen͏Beweiswert͏die͏ einzelnen͏ Beweismittel͏ im͏ Verhältnis͏ zueinander͏ haben ͏ (BVGE͏ 2013/34͏ E. 6.2;͏ AUER/BINDER,͏ DIKE-VwVG,͏Art.͏12,͏Rz.͏18).͏ Was͏den͏Beweiswert͏ von͏Auskünften͏(Art. 12͏Bst.͏b͏und͏c͏VwVG;͏Art.͏40͏KG)͏betrifft,͏ist͏darauf͏ hinzuweisen,͏ dass͏ die͏ anlässlich͏ eines͏ Verfahrens͏ gemachte͏Aussagen͏ von͏den͏Interessen͏des͏Antwortenden͏beeinflusst͏sein͏können,͏da͏sie͏im͏ Wissen͏um͏den͏Zweck͏der͏Untersuchung͏gemacht͏wurden͏(vgl.͏Urte ile͏des͏ BVGer͏B -880/2012͏vom͏25.͏Juni͏2018͏E.͏8.5.5.5,͏"Strassen -͏ und͏Tiefbau͏ Kt.͏Aargau";͏ B -5685/2012͏ vom͏ 17.͏ Dezember͏ 2015͏ E. 4.8.4,͏ "Altimum").͏ Gegebenenfalls͏können͏daher͏weitere͏Sachverhaltsabklärungen͏und͏Beweiserhebungen͏angezeigt͏sein.͏

5.1.1.4 Allgemein͏g elangt͏im͏Verwaltungsrecht͏das͏Regelbeweismass͏des͏ vollen͏Beweises͏zur͏Anwendung,͏das͏heisst,͏eine͏Behörde͏darf͏eine͏Tatsache͏nur͏als͏bewiesen͏annehmen,͏wenn͏sie͏von͏der͏Richtigkeit͏eines͏Sachverhaltselements͏überzeugt͏ ist͏(vgl.͏BGE͏130͏III͏321,͏ E.͏3.2;͏ Ur teile͏des͏ BVGer͏ B -581/2012͏E.͏ 5.5.1,͏ "Nikon";͏ B -5685/2012͏ E. 4.5.3.1,͏ " Altimum";͏ KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY,͏ a.a.O.,͏Art.͏12,͏Rz.͏213͏ff.;͏ KIENER/RÜT-SCHE/KUHN,͏ Öffentliches͏ Verfahrensrecht,͏ 2.͏Aufl.,͏ Zürich͏ 2015,͏ Rz.͏ 727;͏ -- 39 of 226 -B-4003/2016 Seite 40 KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,͏ Verwaltungsv erfahren͏ und͏ Verwaltungsrechtspflege͏des͏Bundes,͏3.͏Aufl.,͏Zürich͏2013,͏Rz.͏482).͏In͏Einzelfällen͏sowie͏in͏ bestimmten͏ Bereichen͏ des͏ Verwaltungsrechts͏ (u.a.͏ im͏ Sozialversicherungsrecht)͏ wird͏ der͏ reduzierte͏ Beweisgrad͏ der͏ überwiegenden͏ Wahrscheinlichkeit͏als͏ genügend͏erachtet;͏die͏Behörde͏folgt͏dabei͏jener͏Sachverhaltsdarstellung,͏ welche͏ als͏ wahrscheinlichste͏ aller͏ Möglichkeiten͏ erscheint͏ (vgl.͏ BGE͏ 119͏ V͏ 7͏ E.͏ 3.c.bb;͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B -581/2012͏ E. 5.5.1,͏"Nikon";͏B -5685/2012͏E. 4.5.3,͏" Altimum";͏ KRAUSKOPF/EMMENEG-GER/BABEY,͏ a.a.O.,͏ Art.͏ 12,͏ Rz.͏ 213͏ und͏ 217;͏ KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,͏ a.a.O.,͏Rz.͏482;͏ KIENER/RÜTSCHE/KUHN,͏a.a.O.,͏Rz.͏729).͏In͏kartellrechtlichen͏Verfahren͏bestimmt͏sich͏das͏Beweismass͏nach͏dem͏in͏Frage͏stehenden͏Tatbestandselement͏( vgl.͏ BGE͏139͏I͏72͏E. 8.3.2,͏"Publigroupe";͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-7633/2009͏Rz.͏162͏f.,͏" Preispolitik͏ ADSL").͏Der͏Beweisgrad͏ der͏überwiegenden͏Wahrscheinlichkeit͏genügt,͏wenn͏es͏sich͏bei͏dem͏zu͏ beweisenden͏ Tatbestandselement͏ um͏ eine͏ wirtschaftlich͏ komplexe͏ und͏ schwer͏ nachzuweisen de͏ Tatsache͏ handelt͏ ( vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-7633/2009͏ Rz.͏ 162͏ f.,͏ " Preispolitik͏ ADSL";͏ KRAUSKOPF/EMMENEG-GER/BABEY,͏ a.a.O.,͏Art. 12,͏Rz.͏218).͏Hingegen͏ist͏der͏ordentliche͏Überzeugungsbeweis͏zu͏erbringen,͏ soweit͏ für͏ den͏Nachweis͏einer͏ rechtserheblichen͏Tat sache͏keine͏solchen͏Beweisschwierigkeiten͏bestehen,͏beispielsweise͏in͏Bezug͏auf͏die͏Teilnahme͏an͏einem͏Kartelltreffen͏( vgl.͏ Urteile͏des͏ BVGer͏ B -7633/2009͏ Rz.͏ 162͏ f.,͏ " Preispolitik͏ ADSL";͏ B -3332/2012͏ vom͏ 13. November͏ 2015 E.͏ 3.11.3,͏ "BMW";͏ B-5685/2012͏ E.͏ 4.5.3,͏ "Altimum";͏ KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY,͏ a.a.O.,͏Art. 12,͏Rz.͏218). Bei͏belastenden͏Verfügungen͏ist͏die͏Verwaltung͏beweisbelastet͏( vgl.͏ BGE͏ 130͏II͏482͏E.3.2;͏ KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY,͏ a.a.O.,͏Art.12,͏Rz.208).

5.1.2 Vorbemerkungen Die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen zur angeblichen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes haben einen engen Bezug zum Inhalt der angefochtenen Verfügung. Hinweise auf eine Rechtsverletzung der Vorinstanz im formellen Sinn sind nicht ersichtlich. Denn die Vorinstanz hat nicht nur ihre Pflicht zur Feststellung des Sachverhalts von Amtes wegen, sondern auch ihre Beweisführungslast sowie das zu erfüllende Beweismass zu jedem Zeitpunkt ausdrücklich anerkannt (vgl. angefochtene Verfügung, Rz. 73-79). Der Vorinstanz kann auch nicht vorgeworfen werden, eine unzulässige Beweislastumkehr zulasten der Beschwerdeführerinnen praktiziert zu haben.

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B-4003/2016 Seite 41 Im Einzelnen werden die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen im Rahmen der materiellen Beurteilung, d.h. nicht in einem separaten Abschnitt unter dem Gesichtspunkt eines formellen Rechtsfehlers, zu prüfen sein (vgl. in diesem Sinne bereits die Urteile des BVGer B-880/2012 E. 7.3, "Strassen- und Tiefbau Kt. Aargau"; B-2050/2007 vom 24. Februar 2010 E. 1.1.2, "Terminierungspreise Mobilfunk" [=BVGE 2011/32]; B-581/2012 E. 5.5, "Nikon"). Auf einzelne Fragen kann dennoch vorweg eingegangen werden.

5.1.3 Marktbefragungen

5.1.3.1 Zunächst͏rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen, ͏ die͏Marktbefragungen͏ der͏ TV -Plattformanbieter͏ seien͏ nicht͏ beweiskräftig.͏ So͏ seien͏ die͏ Fragen͏ fehlerhaft͏konzipiert͏und͏die͏Stellungnahmen͏seien͏grösstenteils͏fehlerhaft͏ und͏selektiv͏ausgewertet͏worden. ͏ Hinzu͏komme,͏dass͏die͏Stellungnahmen͏ selbst͏von͏gerin ger͏Qualität͏seien;͏komplexe͏Fragen͏seien͏von͏vielen͏der͏ befragten͏TV -Plattformanbieter͏lediglich͏stichwortartig͏und͏anekdotisch͏beantwortet͏ worden͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏205 -208;͏Replik,͏Rz.͏101͏ff. ).͏ Es͏ sei͏ zudem͏ unklar,͏nach͏welchen͏Kriterien͏die͏TV -Plattformanbieter͏ausgewählt͏worden͏seien͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏335).͏ Indem͏sich͏die͏Vorinstanz͏ für͏ das͏ Vorliegen͏ der͏ technischen͏ Voraussetzungen͏ selektiv͏ nur͏ auf͏ die͏ (strategischen)͏Aussagen͏der͏anderen͏TV -Plattformanbieter͏stütze,͏könne͏ sie͏ für͏ das͏ Vorliegen ͏ der͏ technischen͏ Voraussetzungen͏ keinen͏ rechtsgenüglichen͏Beweis͏erbringen;͏insofern͏verletze͏die͏Verfügung͏die͏Beweismassanforderungen͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 319-341).͏ Die͏ Vorinstanz͏hält͏ die͏ eingereichten͏ Stellungnahmen͏ demgegenüber͏ für͏ beweiskräftig͏ ( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz. 23).͏

5.1.3.2 Hinsichtlich͏der͏Auswahlkriterien͏für͏die͏Marktbefragungen͏ist͏Folgendes͏festzuhalten:͏ Im͏vorliegenden͏Fall͏ hat͏die͏Vorinstanz͏bei͏der͏ersten͏ Marktbefragung͏vom͏30.͏Mai͏2012͏"Fernmeldedienstanbieter͏mit͏eigener͏ TV-Plattform͏und͏ Anbieter͏von͏Vorleistungen"͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏162͏und͏ 8;͏ act.͏3͏mit͏Adressliste )͏und͏im͏Rahmen͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏vom͏ 12.͏Juni͏2013͏"verschiedene,͏im͏relevanten͏Bereich͏tätige͏Unternehmen"͏ sowie͏die͏Parteien͏befragt͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 11).͏In͏ ihrer͏ Vernehmlassung͏konkretisiert͏die͏Vorinstanz,͏dass͏es͏bei͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏ in͏erster͏Linie͏um͏die͏Verhandlungen͏mit͏Teleclub͏gegangen͏sei.͏Die͏Befragung͏sei͏auf͏einige͏wenige͏Unternehmen͏konzentriert͏worden,͏von͏welchen͏zusätzliche͏Informati onen͏hätten͏erwartet͏werden͏können͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏ Rz.͏ 68).͏ Die͏ genauen͏ Auswahlkriterien͏ waren͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏nicht͏ von͏Anfang͏an͏bekannt.͏ Das͏Gesetz͏ sieht͏ indessen͏auch͏keine͏Pflicht͏zur͏Bekanntgabe͏derartiger͏Informationen͏vor.͏ -- 41 of 226 -B-4003/2016 Seite 42 Wesentlich͏ist,͏dass͏ sich͏die͏Vorinstanz͏bei͏der͏Auswahl͏der͏befragten͏Unternehmen͏ an͏ den͏ Rahmen͏ des͏ Gesetzes͏ gehalten͏ und͏ lediglich͏ "betroffene͏Dritte"͏(Art. 40͏KG)͏ befragt͏hat.͏ Dass͏dies͏nicht͏der͏Fall͏war,͏wird͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏ zu͏Recht͏ nicht͏geltend͏gemacht. Dass͏anlässlich͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏nicht͏alle͏an͏der͏ersten͏Marktbefragung͏teilnehmenden͏Unternehmen͏befragt͏wurden,͏sondern͏nur͏noch͏ solche,͏von͏dene n͏die͏Vorinstanz͏zusätzliche͏Informationen͏erwartete͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏68),͏ist͏aus͏verfahrensökonomischer͏Hinsicht͏ zudem͏ nachvollziehbar. Soweit͏ ein͏ Unternehmen͏ eine͏ Frage͏ lediglich͏ stichwortartig͏ beantwortet͏ hat,͏ bedeutet͏ dies͏ nicht,͏ dass͏ der͏ kur zen͏Antwort͏ keine͏ Beweiskraft͏ zukommt.͏ Bestimmte͏Antworten͏ fallen͏ kurz͏ aus,͏ weil͏ kein͏ Stoff͏ für͏ weitere͏ Ausführungen͏oder͏Dokumentationen͏ (wie͏Telefonnotizen,͏Verhandlungsprotokolle͏oder͏Verträge)͏ vorhanden͏ist.͏Dies͏ist͏ etwa͏ der͏Fall,͏wenn͏auf͏ eine͏telefo nische͏Offertanfrage͏eine͏ abschlägige͏Antwort͏ ohne͏Aussicht͏auf͏ weitere͏Verhandlungen͏ erteilt͏wurde͏ (z.B.͏act.͏14:͏Antwort͏"nur͏telefonisch"͏ auf͏die͏Frage͏ 11,͏ob͏versucht͏worden͏sei,͏für͏die͏ TV-Plattform͏zusätzliche͏ Sportkanäle͏von͏Teleclub͏zu͏bekommen ͏ und͏ dies͏zu͏belegen).͏

5.1.3.3 Auf͏ d ie͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏aufgeworfene͏Frage,͏ob͏ im͏vorliegenden͏Fall͏die͏Aussagen͏der͏befragten͏TV -Plattformanbieter͏strategisch͏motiviert͏sind͏ (vgl.͏etwa͏Replik,͏Rz.͏102) ͏ und͏insofern͏nur͏mit͏Vorbehalt͏als͏Beweis͏verwendet ͏ werden͏können,͏ ist͏ im͏materiellen͏Teil͏ zurückzukommen͏ (vgl.͏ E.͏ 9.2.5.3.2).

5.1.4 Untersuchung des relevanten Zeitraums

5.1.4.1 Zweitens͏ rügen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ dass͏ die͏ Vorinstanz͏ nicht͏ den͏relevanten͏Zeitraum͏ (Oktober͏ 2006͏bis͏ 2013)͏ untersucht,͏ sondern͏ auf͏ die͏ aktuellen͏ Marktverhältnisse͏ abgestellt ͏ habe;͏ im͏ relevanten͏ Zeitraum͏hätten͏aber͏grosse͏technologische͏Umwälzungen͏stattgefunden ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 209-222;͏Replik,͏Rz.͏106͏ff. ).͏ Diesbezüglich͏erklärt͏ die͏Vorinstanz,͏aus͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏g ehe͏ hinlänglich͏hervor,͏ auf͏welchen͏Zeitraum͏sich͏die͏erhobenen ͏ Daten͏ bezögen.͏Die͏Beschwerdeführerinnen͏ würden͏ das͏Wort͏" heute"͏ aus͏ dem͏Zusammenhang͏ reissen.͏ Zudem͏sei͏ nicht͏ersichtlich,͏welchen͏Einfluss͏die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏vorgebrachten͏ technologischen͏Entwicklungen͏auf͏das͏Untersuchungsergebnis͏ haben͏sollten,͏soweit͏diese͏(insbesondere͏etwa͏die͏Netz-- 42 of 226 -B-4003/2016 Seite 43 kapazitäten͏ der͏nachfragenden͏TV -Plattformen)͏ nicht͏ schon͏in͏der͏angefochtenen͏ Verfügung͏ berücksichtigt͏ worden͏ seien͏ ( vgl.͏ Vernehmlassung,͏ Rz.͏2 4).

5.1.4.2 Die͏Vorinstanz͏verwendet͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏zur͏Beschreibung͏der͏Marktverhältnisse͏häufig͏das͏Wort͏"heute",͏ woraus͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ schliessen,͏ die͏ Vorinstanz͏ habe͏ auf͏ die͏ zu͏ diesem͏ Zeitpunkt͏herrschenden͏ Marktverhältnisse͏abgestel lt.͏Bereits͏in͏der͏angefochtenen͏ Verfügung͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ indessen͏ klargestellt,͏ dass͏ mit͏ "heute"͏ nicht͏ der͏ Zeitpunkt͏ des͏Versands ͏ (des͏Antrags)͏ gemeint͏ sei.͏ Die͏ Untersuchung͏ habe͏ lediglich͏ die͏ Verhältnisse͏ für͏ den͏ Zeitraum͏ 2006͏ bis͏ 2013͏ ermittelt͏ und͏geprüft.͏ Entsprechend͏ bezögen͏ sich͏die͏ "aktuellen͏Verhältnisse"͏ bzw.͏ "heute"͏ auf͏ jenen͏ Zeitraum͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏244). Aus͏ der͏ "Feststellung͏ des͏ relevanten͏ Sachverhalts"͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 80 ff.)͏ergibt͏sich͏ in͏der͏Tat,͏dass͏die͏ Vorinstanz͏ Dokumente͏und͏Umstände͏aus͏dem͏ganzen͏Untersuchungszeitraum͏ überprüft͏ hat.͏ So͏ hatten͏ die͏ untersuchten͏ Verträge͏ ganz͏ oder͏ teilweise͏ während͏ des͏ Untersuchungszeitraums͏(2006͏bis͏2013)͏Gültigkeit,͏namentlich͏der͏für͏eine͏Laufzeit͏von͏mindestens͏5͏Jahren͏ abgeschlossene͏" Vertrag͏über͏die͏Verbreitung͏und͏Vermarktung͏des͏Teleclub -Programmangebots͏durch͏Cablecom "͏ vom͏11.͏Oktober͏2006͏(act.͏115,͏Beilage͏15),͏der͏zwischen͏Teleclub͏und͏ vier͏Anlagebetreibern͏(u.a.͏ GGA͏Maur )͏ am͏1.͏ September͏ 2005͏für͏mindestens͏5͏Ja hre͏ abgeschlossene͏"Signalanlieferungsvertrag͏für͏ das͏Abonnementsfernsehprogramm͏ Teleclub͏Digital"͏ (act.͏115,͏Beilage͏1 6a),͏ die͏Vereinbarung͏ mit͏ der͏ Digital͏ Cable͏ Group͏ betreffend͏ Teleclub͏ Digital͏ vom͏ 1. September͏2005͏( act.͏115,͏Beilage͏16 b),͏d ie͏ für͏eine͏Laufzeit͏von͏5͏Jahren͏ abgeschlossene͏ Vereinbarung͏ zwischen͏Teleclub͏AG͏ und͏Teilgruppe͏ der͏ Digital͏ Cable͏ Group ͏ betreffend͏ Teleclub͏ Digital͏ vom͏ Februar͏ 2013͏ (act. 223)͏ und͏die͏ für͏mindestens͏5͏Jahre͏abgeschlossene͏ Vereinbarung͏ zwischen͏ Teleclub͏und͏ der͏ Swisscom͏Fixnet͏AG͏ bezüglich͏Teleclub͏Digital͏ vom͏6.͏Dezember͏2005͏ (Verfügung,͏Rz.͏110,͏ act.͏ 101),͏die͏ sich͏nach͏der͏ langjährigen͏ Vertragsdauer͏der͏einzelnen͏Sportrechtsvereinbarungen ͏ richtenden͏ Vereinbarung͏zwischen͏Swisscom͏Fixnet͏AG͏und͏CT͏Cinetrade ͏ AG͏ betreffend͏die͏Beschaffung,͏Produktion͏und͏Aufbereitung͏von͏Eventcontent͏ im͏ Bereich͏ Sport͏ (Sportübertragungen͏ und͏ 'Teleclub͏ Live '͏ [Event])͏ von͏ Ende͏2006͏(act.͏101) ͏ sowie͏ die͏ Vereinbarung͏zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise͏Communications͏AG͏betreffend͏Telecl ub͏Digital͏ vom͏11./21.͏Mai͏2012͏ mit͏ einer͏ Laufzeit͏von͏3͏Jahren ͏ (act.͏ 93).͏Des͏Weiteren͏hat͏die͏Vorinstanz͏ zwischen͏dem͏ auf͏den͏vorgenannten͏Verträgen͏aus͏den͏Jahre n͏ 2005/2006͏ basierenden͏ deutschsprachigen͏ Programmangebot͏ vor͏ September͏ 2012 ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 121͏ ff.,͏ Rz.͏ 93͏ Fn 120,͏ Rz.͏ 105͏ Fn,͏ 145,͏ Rz.͏ 112͏ -- 43 of 226 -B-4003/2016 Seite 44 Fn. 161)͏ und͏ dem͏ deutschsprachigen͏ Programmangebot͏ ab͏ September͏ 2012,͏d.h.͏nach͏ der͏Lancierung͏des͏HD -Angebots͏ mit͏den͏entsprechenden͏ Vertragsergänzungen͏ (vgl.͏ Verfügung͏ Rz.͏124͏ff.,͏Rz.͏87 ),͏ unterschieden.͏ Auch͏hinsichtlich͏des͏ französischsprachiges͏ Programmangebots͏ von͏Teleclub͏ unterschied͏ die͏ Vorinstanz͏ zwischen͏ dem͏ Zeitraum͏ vor͏ September͏ 2012͏(kein͏ lineares͏Sportangebot͏ verfügbar,͏vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏128)͏und͏ danach͏(Einführung͏ eines͏franzö sischsprachigen͏" stand-alone͏PPC -Sportangebots",͏vgl.͏Verfügung͏Rz.͏129). ͏ Beim͏PPV -Angebot͏hat͏die͏Vorinstanz͏ weiter͏zwischen͏dem͏Angebot͏vor͏und͏nach͏Juli͏2012͏unterschieden ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 132).͏ Schliesslich͏hat͏die͏Vorinstanz͏den͏technologischen͏ Wandel,͏ namentlich͏die͏Umstellung͏vom͏analogen͏zum͏ digitalen͏TV,͏ beschrieben͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏362͏ff.). ͏

5.1.4.3 Auch͏die͏Auskünfte͏der͏ befragten͏Unternehmen͏ beziehen͏sich͏nicht͏ nur͏auf͏den͏Zeitpunkt͏der͏Auskünfte ͏ (ab͏Mai͏2012͏und͏ab͏Juni͏2013),͏sondern͏auch͏auf͏ die͏Zeit͏davor.͏ So͏wurde͏in͏der͏ersten͏Marktbefragung͏vom͏ Mai͏2012͏gefragt,͏ob͏ Teleclub͏ "in͏den͏letzten͏Jahren "͏ versucht͏ habe,͏sein͏ Pay-TV-Programm͏über͏ die͏ Plattform͏ des͏befragten͏Unternehmens͏ zu͏verbreiten͏(act.͏3,͏Frage͏ 10b)͏und͏ ob͏das͏befragte͏Unterne hmen͏" in͏den͏letzten͏Jahren "͏ versucht͏ habe,͏für͏ seine͏TV -Plattform͏das͏Teleclub angebot,͏ zusätzliche͏Sportkanäle͏ sowie͏ zusätzliche͏Live -Spiele͏von͏Teleclub͏von͏Tele club͏ zu͏ bekommen͏ (act.͏3,͏Frage n͏ 10c,͏11b,͏12b ).͏Schliesslich͏ mussten͏die͏ befragten͏Unternehmen͏ die͏monatliche n͏ Kundenzahlen͏ für͏Analog͏TV,͏Digital͏TV͏und͏ Internet͏TV͏(open͏IPTV) ͏ ab͏2009͏bis͏2012͏ angeben͏(act.͏3,͏ Frage͏16).͏ Bei͏der͏zweiten͏Marktbefragung ͏ vom͏Juni͏2013͏ mussten͏ des͏Weiteren͏ die͏ Partner͏der͏Digital͏Cab le͏Group͏" für͏die͏ die͏letzten͏ fünf͏Jahre "͏ (2008͏bis͏ 2013)͏ eine͏ Pr ojektabrechnung͏ für͏ die͏ Vermark tung͏ des͏ Teleclub -Programmangebots͏ einreichen͏(act.͏180,͏Frage͏4;͏act.͏ 188,͏Frage͏8 )͏ und͏für͏ den͏ Zeitraum͏ 2006͏ bis͏ 2013͏Angaben͏ zur͏Anzahl͏ Teleclub -Kunden͏ und͏ Triple-Play-Kunden͏machen͏ (act.͏180,͏Fragen͏6 -8;͏act.͏188,͏Fragen͏11 -13).͏ Angaben͏zu͏Kundenzahlen͏ ab͏2006͏ hatten͏ auch͏andere͏befragte͏Unternehmen͏ zu͏ liefern͏ (act.͏ 185,͏ Frag en͏22͏und͏23;͏act.͏ 186,͏Fragen͏26 -29;͏ act.͏ 187,͏ Fragen͏ 27 -29;͏ act.͏ 188,͏ Frage͏ 13;͏ act.͏ 191,͏ Fragen͏ 9͏ und͏ 19;͏ act. 192,͏Fragen͏8͏und͏9;͏ act.͏19 3,͏Fragen͏8͏und͏9; ͏ act.͏19 4,͏Fragen͏9͏ und͏ 10;͏ act.͏19 5,͏Fragen͏9͏und͏10; ͏ act.͏19 8,͏Fragen͏ 11͏ und͏1 2;͏ act.͏ 203,͏Frage͏ 11;͏ act.͏20 4,͏Frage͏1 4;͏ act.͏20 5,͏F rage͏1 4;͏ act.͏20 6,͏Frage͏1 4;͏ act.͏20 7,͏ Frage͏ 1 4;͏ act.͏ 20 9,͏ Frage͏ 11;͏ act.͏ 2 10,͏ Frage͏ 11;͏ act.͏ 2 11,͏ Frage͏ 11;͏ act. 184,͏Fragen͏21͏und͏22͏[Daten͏ab͏Januar͏2010͏respektive͏Juni͏2012] ).

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B-4003/2016 Seite 45 Die͏ Vorinstanz͏ stellte͏ auch͏ Fragen͏ zu͏ Treffen͏ und͏ Verhandlungen͏ mit͏ Teleclub͏ab͏2006͏( u.a.͏ act.͏185,͏Frage͏1;͏act.͏186,͏Frage͏1;͏ act.͏ 189,͏Frage͏ 1;͏act.͏197,͏Frage͏1;͏act.͏198,͏Frage͏1͏f. ),͏ Fragen͏zum͏Vertrag͏vom͏11. Oktober͏2006͏(act.͏186,͏Frage͏2),͏ und͏ Fragen͏zu͏den͏Verhandlungen, ͏ die͏zum͏ Vertrag͏ vom͏ 11./21.͏ Mai͏ 2012͏ betreffend͏ Teleclub͏ Digital͏ geführt͏ haben͏ (act.͏187,͏Fragen͏1͏ff.). Auch͏die͏ Antworten͏ auf͏die͏Auskunftsbegehren͏bezogen͏sich͏auf͏den͏Untersuchungszeitraum.͏ So͏ beschrieben͏oder͏ dokumentierten͏ zahlreiche͏Unternehmen͏ ihre͏Verhandlungen͏mit͏Teleclub͏(act.͏27,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 10͏ [ab͏2009];͏ act.͏35,͏Antwort͏auf͏Frage͏10;͏ act.͏39,͏Antworten͏auf͏Fragen͏10͏ und͏18͏[letztes͏Gespräch͏Ende͏2011];͏act.͏47͏[ E-Mailverkehr͏aus͏den͏Jahren͏2007͏und͏2009͏sowie͏Gedächtnisprotokoll͏vom͏23.͏September͏2009];͏ act.͏48͏[Korrespondenz͏aus͏den͏Jahren͏2006͏bis͏2012];͏act.͏55,͏Antwort͏ auf͏Frage͏11͏[letztes͏Meeting͏ am͏23.͏April͏2012 ];͏act.͏58͏[E -Mailverkehr͏aus͏ dem͏Jahr͏2011];͏act.͏68,͏Antwort͏auf͏Frage͏11͏[Verhandlungen͏ab͏2009];͏ act.͏105͏ [Ereignisse͏zwischen͏2007͏und͏2012,͏mit͏zahlreichen͏Beilagen];͏ act.͏ 106,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏ 18͏[E -Mailverkehr͏ aus͏ den͏Jahren͏2010/11];͏ act.͏108͏[Korrespondenz͏aus͏den͏Jahren͏2011/12] ).͏

5.1.4.4 Insgesamt͏lässt͏sich͏anhand͏der͏Akten͏der͏Vorwurf͏der͏ Beschwerdeführerinnen,͏ dass͏ die͏ Vorinstanz͏ nur͏ die͏ aktuellen͏ Verhältnisse͏ untersucht͏hat,͏nicht͏erhärten.

5.1.5 Untersuchung der technischen Voraussetzungen

5.1.5.1 Drittens͏ rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏dass͏ die͏Vorinstanz͏nie͏ abgeklärt͏ habe,͏ ob͏ die͏ KNU͏ und͏ die͏ ande ren͏ TV -Plattformen͏ zwischen͏ 2006͏ und͏ 2013͏ überhaupt͏ über͏ die͏ erforderlichen͏ Netzkapazitäten͏ und͏ technischen͏Voraussetzungen͏verfügten,͏ um͏ das͏volle͏Teleclub͏Sportprogramm͏zu͏übertragen͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 223-318;͏Replik,͏Rz.͏115͏ff. ).͏ Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ werfen͏ der͏ Vorinstanz͏ namentlich͏ vor,͏ sie͏ habe͏ die͏ Kapazitätsbeschränkungen͏ der͏ Kabelnetze͏ wegen͏ des͏Analog TVs͏ nicht͏untersucht.͏ Im͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏habe͏ Analog-TV͏ eine͏grosse͏Bedeutung͏gehabt.͏Diese͏Technologie͏habe͏indessen͏zu͏ Kapazitätsbeschränkungen͏geführt,͏welche͏zur͏Folge͏gehabt͏hätten,͏dass͏ die͏KNU͏grösstenteils͏nicht͏in͏der͏Lage͏gewesen͏seien,͏das͏erweiterte͏Teleclub-Sportangebot͏zu͏übertragen.͏ Im͏Falle͏von͏ Cablecom͏hätte͏die͏vorhandene͏Bandbreite͏bis͏zur͏Analogabschaltung͏im͏Juli͏2015͏nicht͏genügt,͏ -- 45 of 226 -B-4003/2016 Seite 46 um͏u.a.͏das͏erweiterte͏Sportangeb ot͏von͏Teleclub͏bereitzustellen ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏235 -274). Die͏ Vorinstanz͏hält͏dagegen,͏die͏von͏ihr͏ zitierten͏Erörterungen͏ zum͏Analog-TV͏ seien͏ nur͏ zur͏ Darstellung͏ des͏ historischen͏ Hintergrundes ͏ erfolgt.͏ Zudem͏ habe͏sich͏Teleclub͏ nie͏auf͏die͏vorgebrachte͏Frequenzknappheit͏in͏ den͏Analognetzen͏ berufen͏ (vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏26).

5.1.5.2 Diesbezüglich͏ ist͏ auszuführen,͏ dass͏ sich͏ die͏ Vori nstanz͏ in͏ ihrem͏ ersten͏Auskunftsbegehren͏ vom͏ Mai͏ 2012͏ bei͏ den͏ TV -Plattformanbietern͏ generell͏ nach͏technischen͏Gründen͏erkundigt͏hat,͏die͏der͏Verbreitung͏von͏ Teleclub-Kanälen͏ entgegenstehen͏ (act.͏ 3,͏ Fragen͏ 10a,͏ 11a,͏ 12a).͏ Die͏ Frage͏nach͏allfälligen͏Kapazitä tsbeschränkungen͏war͏in͏den͏entsprechenden͏Fragen͏implizit͏enthalten. ͏ Entgegen͏den͏Ausführungen͏der͏Beschwerdeführerinnen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏266)͏ hinderte͏ die͏im͏Präsens͏gestellte͏ Frage͏"Gibt͏es͏dafür͏technische͏Gründe?"͏ die͏ TV-Plattformanbieter͏ nicht͏ daran,͏ auch͏Gründe͏aus͏der͏Vergangenheit͏an zuführen. Aus͏ einem͏ Schreiben͏von͏ Swisscable͏vom͏ 15.͏ Oktober͏ 2012͏ergibt͏ sich ͏ weiter,͏dass͏ein͏Mitarbeiter͏des͏Sekretariats͏Swisscable͏am͏18.͏September͏ 2012͏telefonisch͏gebeten͏hatte,͏zur͏Thematik͏"Kapazitäten͏in͏d en͏Kabelnetzen"͏Stellung͏zu͏beziehen.͏Dieser͏Bitte͏kam͏Swisscable͏mit͏besagtem͏ Schreiben͏vom͏15.͏Ok tober͏2012͏nach͏(act.͏119)͏und͏ erklärte͏unter͏anderem: "Die Verbreitung der insgesamt 17 Teleclub-Programme in HD beansprucht eine Netzkapazität von vier analogen Kanälen. In diesem Fall von Kapazitätsengpässen bei den Kabelnetzen zu sprechen, wäre jedoch komplett verfehlt. Richtig ist hingegen, dass die Bereitstellung der notwendigen Kapazität einer gewissen Umsetzungsfrist und Planung bedarf. (…)͏Zudem͏weist die Parallelverbreitung der Teleclub-Programme, wie sie beispielsweise die GGA Maur vornimmt, darauf hin, dass auf den Kabelnetzen genügend Kapazität vorhanden ist. Aber auch das stete Nachfragen der KNU nach dem umfassenden Teleclub-Sportprogramm zeigt, dass sie in der Lage wären, diese Programme zu verbreiten." (act. 119, S. 4 f.) "Bedeutende Effizienzgewinne ermöglichte die Digitalisierung. In einem analogen TV-Kanal mit einer Bandbreite von 8 MHz können mit den aktuellen Modulationsverfahren 8-12 digitale Programme in Standard-Qualität oder 4-5 digitale Programme in High-Definition-Qualität übertragen werden." (act. 119, S. 6) "Aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn macht das Freihalten von Reserven. Die Frage nach 'freier' Kapazität ist daher falsch gestellt. Vielmehr verfügen die -- 46 of 226 -B-4003/2016 Seite 47 Kabelnetze dank hohen Investitionen und modernem Ausbau immer über Kapazitäten. Ein KNU orientiert sich in jedem Fall an den aktuellen Bedürfnissen seiner Kunden und belegt seine Kapazitäten nach ihren Nachfragen. Dies zeigt sich am besten beim analogen Fernsehen (vgl. Abbildung). Während noch vor ein paar Jahren die Zuschauer und Zuschauerinnen möglichst viele analoge TV-Programme angeliefert haben wollten, verlangen sie heute vermehrt nach HDTV. Aufgabe der KNU ist es, die Frequenzen entsprechend zu managen." (act. 119, S. 7) "Die KNU verfügen schon heute mit den 34 bis 36 analogen Programmen, die sie zusätzlich zu den analogen Must-Carry-Programmen verbreiten, über eine enorme 'Reserve'-Kapazität, die sie bei einem entsprechenden Kundenbedürfnis jederzeit anders nutzen können." (act. 119, S. 7)

5.1.5.3 Zudem͏ zielte͏ das͏ zweite͏ Auskunftsbegehren͏ der ͏ Vorinstanz͏ bei͏ UPC͏ unter͏ anderem͏ auf͏ Informationen͏ über͏ verfügbare͏ Kapazitäten ͏ (act. 186,͏u.a.͏Frage͏24 ).͏U PC͏ antwortete͏ wie͏folg t͏(act.͏ 260): "Teleclub verlangte des Weiteren, dass auch der Teleclub-Verbreitungsvertrag (…) um 5 Jahre verlängert wird. Diese Forderung von Teleclub machte aus Sicht von Cablecom keinen Sinn, weil gemäss Ziff. 8 des Teleclub-Verbreitungsvertrags, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, ausdrücklich die Einstellung der technischen Parallelverbreitung der Teleclub-Programme über das Kabelnetz von Cablecom vorsah. Überdies blockiert die parallele Verbreitung des Teleclub-Angebots Kapazitäten auf dem Kabelnetz von Cablecom, obschon offenbar aus Sicht des Kunden kein entsprechendes Bedürfnis besteht, …"͏(act.͏260.͏S.͏5) "Im internationalen Vergleich ist es unüblich, dass ein Pay-TV-Anbieter für die Verbreitung seines Signals einzelne Frequenzkanäle nutzt und sein Programm den Endkunden selbst vermarktet. (…)͏ Überdies ist das von Teleclub aufgezwungene Geschäftsmodell aus Sicht der Kapazitätsbewirtschaftung des Kabelnetzes völlig ineffizient, da in erheblichen Umfang zusätzliche Kapazität bereitgestellt werden muss, um (…)͏ Teleclubkunden (…) über die teleclubeigene Digitalplattform zu versorgen." (act. 260, S. 47 f.) Schliesslich͏ hatte͏ Cablecom͏ anlässlich͏ der͏Anhörung͏ vom͏ 7.͏ März͏ 2016͏ vor͏der͏Vorinstanz͏ Gelegenheit,͏sich͏zu͏den͏behaupteten͏K apazitätsengpässen͏z u͏äussern͏ und͏gab͏ Folgendes͏zu͏Protokoll: "Cablecom hat parallel zu ihrer Plattformeinführung 2007 auch mit einem landesweiten Netzupgrade begonnen. Wir haben erheblich mehr Kapazitäten geschaffen als für das Sportangebot notwendig wären. Nachdem wir kein Angebot hatten, haben wir als wirtschaftlich denkendes Unternehmen diese Kapazitäten nicht ungenutzt stehen lassen, sondern haben sie anderweitig genutzt. Im Betrachtungszeitraum wäre es aber ohne weiteres möglich gewesen, die entsprechenden Kapazitäten mit einem Planungshorizont von sechs bis zwölf Monaten bereitzustellen." (act. 476, S. 5)

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5.1.5.4 In͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏hielt͏die͏Vorinstanz͏ zur͏ Kapazitätsbeschränkungen͏der͏Kabelnetze͏wegen͏des͏Analog -TVs͏ schliesslich͏ Folgendes͏fest:͏ "Bei analogem Fernsehen kann pro Kanal nur ein Programm übertragen werden; bei digitalem Fernsehen sind es dagegen – je nach Komprimierung –

5 bis 20 Programme. Entsprechend vergrösserte sich die Übertragungskapazität mit der Einführung des digitalen Fernsehens. In der Schweiz sind 5 bis 8 Digitalprogramme pro Kanal üblich; Teleclub speist 17 Programmkanäle in einen Frequenzkanal mit 8 MHz Bandbreite ein". (Rz. 360) "Fernsehmärkte waren historisch von knappen Distributionskanälen (Frequenzen, analoge Kanäle etc.) geprägt, die aus Sicht der Programmveranstalter eine nichtreproduzierbare 'essential facility' darstellten. Die Endkunden hatten bis vor kurzem nur die Wahl, entweder wenige Kanäle 'free to the air' (FTA), d. h. terrestrisch bzw. über 'Antennenempfang', oder etwa 40 Programme über das regionale CATV-Netz zu beziehen." (Rz. 362) "Die Digitalisierung des Fernsehsignals führte in den letzten Jahren dazu, dass einerseits herkömmliche CATV-Netze mit digitalen Plattformen nicht mehr im selben Ausmass unter Frequenzknappheit leiden; andererseits konnten die Telekommunikationsnetze (Kupfer-, Glasfaser- oder Mobilfunknetze) für Fernsehangebote erschlossen werden." (Rz. 364). "Trotz digitaler Verbreitung herrscht heute eine gewisse Frequenzknappheit in den CATV-Netzen, insbesondere auch aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen analogen Verbreitung gewisser Fernsehprogramme. Vor diesem Hintergrund bedeutet der Bandbreitenbedarf für die 17 Teleclubprogramme für die Kabelnetze insofern eine Belastung, als dass ein Kanal permanent besetzt ist, obwohl nur einzelne Kunden Teleclub tatsächlich abonniert haben. Diese Belastung wird sich nochmals akzentuieren, sobald Teleclub seine Programme auch im HD-Format anbietet. Dafür müssen die KNU zukünftig anstatt einem insgesamt vier Kanäle von je 8 MHz Bandbreite für die Signaleinspeisung von Teleclub reservieren." (Rz. 367). "Im Frühjahr 2013 hat der Bundesrat beschlossen, dass die Must-Carry-Pflicht der KNU für Analogprogramme bis 2015 schrittweise aufgehoben wird. Die KNU haben zudem schon heute die Möglichkeit, auf die Verbreitung des Analogangebots zu verzichten, sofern sie ein digitales Grundangebot ohne Mehrkosten anbieten sowie eine kostenlose Smartcard zur Verfügung stellen." (Rz. 478) Dass͏die͏Vorinstanz͏die͏Kapazitätsb eschränkungen͏der͏Kabelnetze͏wegen͏ des͏Analog -TVs͏nicht͏untersucht͏hab e,͏trifft͏somit͏entgegen͏der͏Behauptung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏zu.͏ Angesichts͏der͏generellen͏Befragung͏von͏ Swisscable͏ zu͏den͏verfügbaren͏Bandbreiten͏und͏zu͏weiteren͏ technischen͏ Voraussetzungen͏ sowie͏ entsprechender͏ Ausführungen͏ von͏ KNU͏(vgl.͏etwa͏ hinten,͏ E.͏9.3.5.1.1͏ff. )͏ war͏es͏entgegen͏der͏Meinung͏der͏ -- 48 of 226 -B-4003/2016 Seite 49 Beschwerdeführerinnen͏nicht͏nötig,͏dass͏die͏Vorinstanz͏bei͏jedem͏einzelnen͏KNU͏diesbezügliche͏Untersuchungen͏hätte͏ anstellen͏ müssen.

5.1.5.5 Des͏ Weiteren͏ machen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend,͏ die͏TV Plattformen͏der͏Wettbewerber͏ hätten͏ das͏erweiterte͏Teleclub -Sportangebot͏im͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏mangels͏erforderlichen͏Ausbaus͏ der͏ Netzinfrastruktur͏und͏der͏Plattfor mfunktionen͏ nicht͏vollständig͏übertragen͏ können.͏ Diesbezüglich͏ habe͏ die͏ Vorinstanz͏ die͏ f ehlende͏ bzw.͏ beschränkte͏Unicast -Fähigkeit͏ für͏die͏Übertragung͏des͏ erweiterten͏ Teleclub-Sportangebots͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏276 -288),͏die͏f ehlende͏Implementierung͏von͏P PV͏ auf͏den͏anderen͏TV -Plattformen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏ 289290)͏ sowie͏ die͏ s tarke͏ Fragmentierung͏ der͏ TV -Plattformen͏ (Beschwerde,͏ Rz.͏291 -299)͏ pflichtwidrig͏nicht͏untersucht.͏ Auf͏diese͏Fragen͏wird,͏soweit͏ erforderlich,͏in͏den͏materiellen͏Erwägungen͏eingegan gen͏ (vgl.͏E.͏ 7.2.7.2,͏ 8.5.3).

5.1.5.6 Schliesslich͏ hat͏ die͏Vorinstanz͏ gemäss͏der͏Kritik͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏untersucht,͏ob͏der͏Übertragung͏des͏Teleclub -Sportangebots͏auf͏anderen͏IPTV -Plattformen͏die͏für͏die͏ Homologierung͏ der͏TV -Plattformen͏geltenden͏Anforderungen͏an͏die͏Qualität͏und͏Sicherheit͏der͏Signalübertragung͏entgegengestanden͏hätten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 300 -314).͏ Wie͏noch͏zu͏zeigen͏sein͏wird,͏ist͏eine͏Homologierung͏kostspielig͏und͏aufwändig͏ (vgl.͏ E. 9.2.8.1).͏ Über͏ diese͏ Feststellung͏ hinaus͏ hätte͏ die͏ Vorin stanz͏die͏Frage͏der͏Homologierung͏ jedoch͏nicht͏ genauer͏ abklären͏ müssen.

5.2 Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör Im͏Weiteren͏machen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend,͏ die͏Vorinstanz͏ habe͏die͏Ablehnung͏ihrer͏Beweisanträge͏nicht͏hinreichend͏begründet͏und͏ sie͏hätten͏sich͏wegen͏abgedeckter͏Geschäftsgeheimnissen͏nicht͏effektiv͏ verteidigen͏können.͏D amit͏habe͏die͏Vorinstanz͏ihren͏Anspruch͏auf͏rechtliches͏Gehör͏verletzt.

5.2.1 Der͏ verfassungsmässige͏ Anspruch͏ auf͏ rechtliches͏ Gehör͏ gemäss͏ Art.͏29͏Abs.͏2͏BV͏umfasst͏das͏Recht͏des͏Betroffenen,͏sich͏vor͏Erlass͏eines͏ in͏seine͏Rechtsstellung͏eingreifenden͏Akts͏zur͏S ache͏äussern͏zu͏können͏ (vgl.͏ BGE͏136͏I͏184͏E.͏2.2.1;͏122͏II͏274͏E.͏6b).͏Er͏verlangt͏von͏der͏Behörde,͏ dass͏sie͏seine͏Vorbringen͏tatsächlich͏hört,͏ernsthaft͏prüft͏und͏in͏ihrer͏Entscheidfindung͏ angemessen͏ berücksichtigt͏ ( vgl.͏ BGE͏ 136͏ I͏ 184͏ E.͏ 2.2.1;͏ 123͏ I͏ 31͏ E.͏ 2c).͏ Die͏ Begründung͏ muss͏ so͏ abgefasst͏ sein,͏ dass͏ der͏ Betroffene͏ den͏ Entscheid͏ gegebenenfalls͏ sachgerecht͏ anfechten͏ kann.͏ Sie͏ -- 49 of 226 -B-4003/2016 Seite 50 muss͏ kurz͏ die͏ wesentlichen͏ Überlegungen͏ nennen,͏ von͏ denen͏ sich͏ das͏ Gericht͏hat͏leiten͏lassen͏und͏auf͏die͏es͏seinen͏Entscheid͏stü tzt.͏Nicht͏erforderlich͏ist,͏dass͏sich͏die͏Begründung͏mit͏allen͏Parteistandpunkten͏einlässlich͏auseinandersetzt͏und͏jedes͏einzelne͏Vorbringen͏ausdrücklich͏widerlegt͏( vgl.͏ BGE͏136͏I͏184͏E.͏2.2.1;͏133͏III͏439͏E. 3.3). Der͏Anspruch͏auf͏rechtliches͏Gehör͏ist͏f ormeller͏Natur,͏womit͏seine͏Verletzung͏ungeachtet͏der͏materiellen͏Begründetheit͏des͏Rechtsmittels͏zur͏Gutheissung͏ der͏ Beschwerde͏ und͏ zur͏ Aufhebung͏ des͏ angefochtenen͏ Entscheides͏führt͏( vgl.͏ BGE͏135͏I͏187͏E.͏2.2;͏125͏I͏113͏E.͏3;͏122͏II͏464͏E.͏4a).͏ Nach͏der͏R echtsprechung͏ist͏die͏Heilung͏einer͏ –͏ nicht͏besonders͏schwerwiegenden͏ –͏ Gehörsverletzung͏aber͏ausnahmsweise͏dann͏möglich,͏wenn͏ die͏ betroffene͏ Person͏ die͏ Möglichkeit͏ erhält,͏ sich͏ vor͏ einer͏ Beschwerdeinstanz͏zu͏äussern,͏die͏sowohl͏den͏Sachverhalt͏wie͏die͏Rec htslage͏frei͏ überprüfen͏kann͏( vgl.͏ BGE͏133͏I͏201͏E.͏2.2,͏mit͏Verweis͏auf͏BGE͏127͏V͏ 431͏E. 3d/aa).

5.2.2 Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ führen͏ aus,͏ ihre͏ Beweisanträge͏ hätten͏ sich͏auf͏konkrete͏Ermittlungsmassnahmen͏bezogen.͏Die͏Verfügung͏zitiere͏ zwar͏die͏gestellten͏Bew eisanträge,͏setze͏sich͏jedoch͏nicht͏weiter͏mit͏ihnen͏ auseinander.͏Die͏Gründe͏für͏die͏Ablehnung͏der͏Beweisanträge͏seien͏für͏ sie͏daher͏nicht͏nachvollziehbar͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏344͏ff.). Die͏ Vorinstanz͏ hält͏ dagegen,͏ aus ͏ den͏ in͏ Rz.͏ 238͏ ff.͏ in͏ Verbindung͏ mit͏ Rz. 293͏ der͏ angefochtenen͏Verfügung͏ausführlich͏dargelegten͏Erwägungen͏ gehe͏hinlänglich͏hervor,͏weshalb͏sie͏die͏beantragten͏Ermittlungsmassnahmen͏als͏nicht͏erforderlich͏qualifiziert͏habe.

5.2.3 Gemäss͏Art.͏33͏Abs.͏1͏VwVG͏nimmt͏die͏Behörde͏die͏ihr͏angebotenen͏ Beweise͏ab,͏wenn͏diese͏zur͏Abklärung͏des͏Sachverhalts͏tauglich͏ erscheinen.͏Die͏Beweisabnahmepflicht͏korreliert͏mit͏dem͏Recht͏des͏Betroffenen, ͏ Beweisanträge͏zu͏stellen͏und͏beantragte͏Beweise͏abnehmen͏zu͏lassen.͏ Die͏Pflicht͏zur͏Beweisabnahme͏besteht͏unter͏der͏Voraussetzung,͏dass͏der͏ Beweis͏form -͏ und͏fristgerecht͏beantragt͏wird,͏der͏Beweisantrag͏erheblich͏ und͏das͏anerbotene͏Beweismittel͏zulässig͏is t.͏Der͏Beweis͏muss͏sich͏auf͏ einen͏rechtserheblichen͏Umstand͏beziehen͏und͏tauglich͏sein,͏diesen͏Umstand͏zu͏beweisen.͏Auch͏wenn͏alle͏formellen͏und͏materiellen͏Voraussetzungen͏der͏Beweisabnahmepflicht͏erfüllt͏sind,͏kann͏die͏Behörde͏von͏der͏ Beweisabnahme͏abseh en,͏wenn͏der͏rechtserhebliche͏Sachverhalt͏bereits͏ hinreichend͏geklärt͏ist͏(antizipierte͏Beweiswürdigung;͏BGE͏141͏I͏60͏E.͏3.3;͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-688/2016͏ vom͏ 11.͏ Juni͏ 2018 ͏ E.͏ 11.1;͏ WALDMANN/BI-CKEL,͏in:͏Praxiskommentar͏VwVG,͏Art.͏32,͏Rz.͏ 21͏f.).

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5.2.4 Die͏ Beschwe rdeführerinnen͏ hatten͏ in͏ ihren͏ Stellungnahmen͏ vom͏ 29. Oktober͏2015͏(zum͏Antrag͏des͏Sekretariats͏vom͏21.͏Juli͏2015)͏und͏vom͏ 22.͏März͏2016͏ (zur͏Anhörung͏vom͏7.͏März͏2016 )͏beantragt,͏ bestimmte͏Umstände͏zu͏untersuchen. Entgegen͏der͏Behauptung͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏hat͏sich͏die͏Vorin stanz͏zum͏Beweisantrag͏Ziff.͏1͏( konkrete͏Wettbewerbssituation͏unter͏besonderer͏Berücksichtigung͏der͏Entwicklung͏des͏Analog -TV͏und͏der͏damit͏ verfügbaren͏Übertragungskapazitäten )͏ geäussert͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz. 239͏ f.).͏ Mit͏dem͏Beweisantrag͏Ziff.͏2͏( konkrete͏Wettbewerbssituation͏unter͏besonderer͏Berücksichtigung͏der͏Gebietsmonopole͏der͏Kabelnetzunternehmen)͏ befasste͏sich͏d ie͏Vorinstanz͏unter͏dem͏Titel͏" B.4.1.1.2͏Technologischer͏Wandel "͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏362͏ff.)͏und͏ wies͏darauf͏hin,͏dass͏d en͏ Wettbewerbsbehörden͏ die͏ langjährigen͏ (kartellrechtlichen)͏ Auseinandersetzungen͏zwischen͏Teleclub͏und͏Cablecom͏sehr͏wohl͏bekannt ͏ seien͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏288).͏ Zum͏ Beweisantrag͏Ziff.͏3͏ (konkrete͏Wettbewerbssituation͏ auf͏ dem͏ Platt formmarkt͏ aus͏Endkundensicht͏ unter͏ besonderer͏ Berücksichtigung͏von͏Bündelangeboten )͏ hat͏die͏Vorinstanz͏in͏ der͏Verfügung͏ Stellung͏genommen͏ (vgl.͏Verfügung,͏ Rz.͏241͏f.͏und͏267),͏zum͏ Beweisantrag͏Ziff.͏ 4͏( technische͏Möglichkeiten͏der͏ Kabelnetzbetreiber͏zur͏Übertragung͏ des͏ erweiterten͏ Teleclub -Sportangebots͏ unter͏ besonderer͏ Berücksichtigung͏der͏Rückkanalfähigkeit͏und͏des͏Übertragungsstandards͏DOC SIS͏3.0)͏ ebenfalls͏(vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏247).͏ Weiter͏hat͏sich͏die͏Vorinstanz͏ mit͏ Beweisantrag͏Ziff.͏ 5͏( im͏Rahmen͏des͏Teleclub -Sportangebots͏angebotene͏ Programminhalte͏ in͏ Bezug͏ auf͏ die͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏sowie͏ausländische͏Fussballübertragungen͏unter͏besonderer͏ Berücksichtigung͏ der͏ Übertragungsrechte )͏ auseinandergesetz t͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏248͏ff.),͏ebenso͏mit͏ Beweisantrag͏Ziff.͏ 6͏( Bedeutung͏ der͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ für͏ den͏Plattformwettbewerb͏ unter͏ besonderer͏ Berücksichtigung͏ der͏ Präferenzen͏ der͏TV Zuschauer͏und͏der͏Übertragungen͏im͏Free -TV;͏ vgl.͏Verfügung,͏ Rz.͏264͏f f.͏ und͏278͏f.).͏ Schliesslich͏hat͏sich͏die͏Vorinstanz͏a uch͏zu͏ den͏ Beweisanträgen͏ Ziff.͏ 7͏ ( Vertrauensschutz͏ und͏ zum͏ Grundsatz͏ ne͏ bis͏ in͏ idem )͏ sowie͏ Ziff. 8͏( technischer͏ und͏kommerzielle r͏ Entwicklungsverlauf͏der͏IPTV -Übertragung,͏die͏ Voraussetzung͏für͏die͏Homologierung͏von͏IPTV -Plattformen͏ unter͏besonderer͏Berücksichtigung͏der͏jeweiligen͏technischen͏Anforderungen͏und͏des͏sich͏für͏Teleclub͏ergebenden͏finanziellen͏und͏personellen͏Aufwands)͏ geäussert͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz. 271 ff.;͏Rz.͏277͏und͏283͏ff.).͏ Zudem͏beantragten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏eine͏n eue͏Durchführung͏ der͏ Empirischen͏Analyse͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ vom͏29.͏Oktober͏ 2015,͏Beweisantrag͏Ziff.͏ 9)͏ sowie͏ die͏Vornahme͏der͏ in͏ -- 51 of 226 -B-4003/2016 Seite 52 den͏ vorgenannten͏ Beweisanträgen͏beantragten͏Untersuchungen͏durch͏einen͏unabhängigen͏Sachverständigen͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏der͏Beschwerdeführerinnen͏vom͏22.͏März͏2016,͏S.͏1). ͏ Mit͏der͏ Empirischen͏Analyse͏ und͏ der͏Kritik͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ hat͏sich͏ die͏Vorinstanz͏in͏Rz.͏510͏ ff.͏ der͏Verfügung͏auseinandergesetzt.͏Zum͏Antrag͏auf͏Erstellung͏eines͏Gutachtens͏hat͏die͏Vorinstanz͏ zwar͏ nicht͏explizit͏Stellung͏bezogen,͏ diesen͏jedoch͏implizit͏abgewiesen͏(vgl.͏dazu͏auch͏Rz.͏52͏der͏Duplik͏der͏Vorinstanz). Somit͏ist͏festzuhalten,͏dass͏sich ͏ die͏Vorinstanz͏namentlich͏in͏den͏Rz.͏238͏ –͏ 292͏ der͏ angefochtenen͏ Verfügung͏ (Abschnitt͏ "A.4.4.1͏ Stellungnahme͏ von͏ Swisscom" ),͏ mit͏ einer͏ Ausnahme,͏ mit͏ den͏ Beweisanträgen͏ von͏ Swisscom͏auseinandergesetzt͏ hat.͏ Das͏beantragte͏Gutachten͏hat͏sie,͏wie͏ vorstehend͏erwähnt,͏ implizit͏abgewiesen.͏ In͏ Rz.͏293͏ der͏Verfügung͏ ist͏ sie͏ zum͏Schluss͏gekommen,͏dass͏sich͏ die͏von͏Swisscom͏beantragten͏ zusätzlichen͏Ermittlungsmassnah men͏ als͏nicht͏erforderlich͏ erwiesen͏ haben.͏ Insofern͏ waren͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏ Gründe͏ für͏ die͏Ablehnung͏ der͏Beweisanträge͏ bekannt͏und͏ nachvollziehbar.͏

5.2.5 Des͏Weiteren͏rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏und͏in͏den͏untersuchungsrelevanten͏Verfahrensakten͏seien͏ massgebliche͏ Passagen͏ als͏ Geschäftsgeheimnisse͏ abge deckt͏ worden͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏350͏ff.). Die͏Vorinstanz͏wendet͏dagegen͏ein,͏sie͏habe͏nicht͏zum͏Nachteil͏der͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏abgedeckte͏Akten͏abgestellt.͏ Zudem͏äussert͏sie͏ sich͏zu͏den͏einzelnen͏Abdeckungen͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏30͏ff.).

5.2.5.1 Abdeckungen͏ sind͏ rechtmässig,͏soweit͏sie͏Geschäftsgeheimnisse͏ betreffen,͏in͏welche͏den͏übrigen͏Verfahrensparteien͏keine͏Einsicht͏zu͏gewähren͏ ist͏ (Art.͏ 27͏Abs.͏ 1͏ Bst.͏ b͏ VwVG).͏ Wird͏einer͏ Partei͏ die͏ Einsichtnahme͏in͏ein͏Aktenstück͏verweigert,͏so͏darf͏jedoch͏au f͏dieses͏zum͏Nachteil͏der͏Partei͏nur͏abgestellt͏werden,͏wenn͏ihr͏die͏Behörde͏von͏seinem͏für͏ die͏ Sache͏ wesentlichen͏Inhalt͏ mündlich͏ oder͏ schriftlich͏ Kenntnis͏ und͏ ihr͏ ausserdem͏Gelegenheit͏gegeben͏hat,͏sich͏zu͏äussern͏und͏Gegenbeweismittel͏zu͏bezeichnen͏ (Art.͏28͏VwVG ).͏ Auf͏diese͏Weise͏erhält͏das͏betroffene͏ Unternehmen͏ die͏ Möglichkeit,͏ sein͏ Äusserungs -͏ und͏ Verteidigungsrecht͏ wirksam͏ wahrzunehmen.͏Hierzu͏ ist͏ der͏ wesentliche͏Inhalt͏ im͏ Einvernehmen͏ mit͏ dem͏ Geheimnisherrn͏ zu͏ umschreiben͏ (z.B.͏ durch͏Angabe͏ von͏ Bandbreiten͏von͏Marktanteilen͏statt͏der͏konkreten͏Marktanteile;͏Nennung͏ von͏Kunden͏in͏anonymisierter͏Form;͏vgl.͏ Merkblatt͏Geschäftsgeheimnisse͏ -- 52 of 226 -B-4003/2016 Seite 53 der͏WEKO͏vom͏30.͏April͏ 2008,͏S.͏2;͏Urteil͏der͏REKO /WEF͏vom͏ 26.͏September͏2002͏ E.͏3.1.3,͏in:͏ RPW͏2002/4,͏S.͏ 698͏ ff.).

5.2.5.2 Hinsichtlich͏der͏angeblichen͏Beeinflussung͏der͏SFL͏durch͏Teleclub͏ (Beschwerde,͏Rz.͏357)͏ sind͏in͏Rz.͏802͏der͏ angefochtenen͏ Verfügung͏tatsächlich͏Angaben͏von͏ UPC͏ abgedeckt͏worden,͏nicht͏aber͏in͏Rz.͏186.͏ Darin͏ findet͏sich͏e ntgegen͏der͏ Behauptung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏auch͏ein͏ Verweis͏auf͏ein͏Aktenstück,͏nämlich͏"act.͏26 0"͏ (vgl.͏ Fn.͏ 284͏der͏angefochtenen͏ Verfügung).͏ Diesbezüglich͏erklärt͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht,͏dass͏ in͏ der͏relevanten͏ Antwort͏auf͏Frage͏A.2. c͏ nur͏die͏Namen͏von͏zwei͏n atürlichen͏ Personen͏abgedeckt͏ seien. Was͏die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏gerügte͏Abdeckung͏der͏Ausführungen͏der͏Schweizer͏Eishockeyliga͏zur͏Rechtevergabe͏betrifft͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏148),͏ weist͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏darauf͏hin,͏dass͏diese͏Passage͏kei ne͏Aussage͏zum͏Ausschreibungswettbewerb͏enthält.͏Aussagen͏zu͏ besagtem͏ Thema,͏ zu͏welchem͏ sich͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ äussern͏ wollten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏362)͏ und͏schliesslich͏auch͏ geäussert͏haben͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏869͏ff.),͏finden͏sich͏in͏Rz.͏699͏f.͏der͏Verfügung.͏Gegenüber͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ wurden͏ dort͏ keine͏ Schwärzungen͏ vorgenommen.͏ Zudem͏weist͏die͏Vorinstanz͏zutreffend͏darauf͏hin,͏dass͏die͏ angefochtene͏ Verfügung͏Auskunft͏ über͏ den͏ wesentlichen͏ Inhalt͏ der͏ von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏erwähnten͏ Aktenstücke͏ gibt͏ (vgl.͏Rz.͏ 143͏und͏ 149͏der͏angefochtenen͏Verfügung). Des͏Weiteren͏kritisieren͏die͏Beschwerdeführerinnen͏Abdeckungen͏betreffend͏die͏objektive͏Notwendigkeit͏des͏erweiterten͏Teleclub -Sportangebots͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏363͏f.,͏mit͏Verweis͏auf͏Rz.͏630,͏631,͏676͏und͏745͏ der͏ angefochtenen͏ Verfügung ).͏ Um͏ dem͏ Informationsbedürfnis͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ besser͏ entgegenzukommen,͏ hätte͏ die͏ Vorinstanz͏ auch͏Angaben͏ in͏ Bandbreiten͏ machen͏ können.͏Aus͏ der͏ Verfügung͏ (namentlich͏Rz 631͏ff.)͏geht͏jedoch͏auch͏ohne͏diese͏Bandbreiten -Angaben͏die͏ Wichtigkeit͏des͏erweiterten͏Teleclub -Sportangebots͏für͏die͏Kunden͏hervor. Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ rügen͏ auch ͏ die͏Abdeckungen͏ betreffend͏ die͏ Verhandlungen͏ im͏Zusammenhang͏mit͏der͏Aufsch altung͏des͏Teleclub -HD-Angebots͏ zwischen͏Teleclub͏einerseits͏und͏Swisscable,͏Cablecom͏ respektive͏ Finecom͏ andererseits͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 368,͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ Rz. 166,͏180͏und͏204͏der͏angefochtenen͏Verfügung ).͏Diesbezüglich͏ist͏einerseits͏anzumerken,͏das s͏diese͏Thematik͏ nicht͏Gegenstand͏ des͏vorliegenden͏ Verfahrens͏ bildet.͏Andererseits͏ waren͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ -- 53 of 226 -B-4003/2016 Seite 54 mit͏Tele club͏selbst͏in͏diese͏Ver handlungen͏involviert͏und͏ sind͏ sie͏ auf͏entsprechende͏Informationen͏ über͏den͏Umweg͏via͏Vorinstanz͏ nicht͏mehr͏ angewiesen. Was͏ schliesslich͏ die͏Anfragen͏und͏Verhandlungen͏der͏TV -Plattformanbieter͏für͏das͏Teleclub -Sportangebot͏betrifft,͏halten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏zu͏Recht͏fest,͏dass͏dort͏ zahlreiche͏Passagen͏geschwärzt͏worden͏ sind͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏370͏f.,͏ mit͏Verweis͏auf͏Rz.͏188,͏190,͏194,͏197 -199,͏ 201,͏203,͏205,͏217 -219,͏227͏und͏623͏der͏angefochtenen͏Verfügung ).͏ Da͏ es͏sich͏um͏umfangreiche͏Schwärzungen͏handelt,͏ist͏nicht͏ersichtlich,͏wie͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏zu͏diesen͏Passagen͏hätten͏Stellung͏ nehmen͏ können.͏Dieser͏Nachteil͏wird͏jedoch͏dadurch͏ausgeglichen͏oder͏gemildert,͏ dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏mit͏Teleclub͏selbst͏ in͏die͏Anfragen͏und͏ Verhandlungen͏der͏TV -Plattformanbieter͏involviert͏war en͏und͏insofern͏die͏ Gelegenheit͏gehabt͏hätten,͏ihre͏ Sicht͏der͏Dinge͏zu͏schildern͏und͏zu͏belegen.

5.2.5.3 Insgesamt͏hatten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏trotz͏den͏von͏ihnen͏ gerügten͏Abdeckungen͏Kenntnis͏vom͏wesentlichen͏Inhalt͏der͏abgedeckten͏ Aktenstücke.͏ Sie͏ waren͏ daher͏ in͏ der͏ Lage,͏ diesbezüglich͏ angemessen͏ Stellung͏zu͏ nehmen.͏ Im͏Verfahren͏vor͏dem͏Bundesverwaltungsgericht͏ erhielten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏zudem͏mit͏Verfügung͏vom͏27.͏Februar͏ 2020͏mindestens͏teilweise͏Einsicht͏in͏die͏ von͏der͏Vorinstanz͏ abgedeckten͏ Aktenstücke,͏ namentlich͏ in͏ die͏ vorgenannten͏ Rz.͏ 148,͏ 180,͏ 188,͏ 190,͏

197 f.,͏201,͏203,͏217,͏219,͏227,͏623͏und͏ 802͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏ (volle͏Einsicht)͏ sowie͏ Rz.͏ 166,͏ 194,͏199,͏218͏ und͏ 745͏(teilweise͏Einsicht).͏ Daher͏wäre͏eine͏ allfällige͏ Verletzung͏des͏Anspruchs͏auf͏rechtliches͏Gehör͏ als͏im͏Beschwerdeverf ahren͏ zumindest͏teilweise͏geheilt͏zu͏betrachten.

5.2.6 Schliesslich͏rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏in͏formeller͏Hinsicht,͏ das͏Sekretariat͏der͏Vorinstanz͏habe͏die͏Unschuldsvermutung͏verletzt,͏indem͏es͏ mit͏einer͏ Äusserung͏der͏Vizedirektorin͏des͏Sekretariats͏ der͏W eko͏ dem͏Grundsatz͏"Im͏Zweifel͏für͏das͏Härtere"͏gefolgt͏sei͏und͏sich͏dadurch͏ von͏einem͏ungünstigen͏Sachverhalt͏überzeugt͏erklärt͏habe. Die͏Vorinstanz͏wendet͏dagegen͏ein,͏ die͏fragliche͏Äusserung͏ sei͏ nach͏Abschluss͏des͏vorinstanzlichen͏Verfahrens͏erfolgt.͏Zud em͏steh e͏ die͏Aussage͏ unmissverständlich͏vor͏dem͏Hintergrund͏der͏Höhe͏der͏von ͏ der͏Vorinstanz͏ ausgesprochenen͏Sanktion.͏ Es͏ sei͏ mithin͏nicht͏um͏die ͏ Sachverhaltsfeststellung,͏sondern͏um͏die͏Sanktionierung ͏ gegangen.͏Der͏Grundsatz͏der͏Unschuldsvermutung͏ betreffe͏ die͏ vorinstanzliche͏ Sachverhaltsfeststellung͏ und͏nicht͏die͏Sanktionsbemessung ͏ (Vernehmlassung,͏Rz.͏35).

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B-4003/2016 Seite 55 Gegenüber͏"Klein͏Report",͏einem͏Mediendienst͏in͏der͏Schweizer͏Kommunikationsbranche,͏ erklärte͏ die͏ Vizedirektorin͏ des͏ Sekretariats͏ der͏ Weko͏ den͏Umstand,͏dass͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏verhängte͏Sanktion͏ nur͏halb͏so͏ hoch͏wie͏die͏ursprünglich ͏ vom͏ Weko-Sekretariat͏geforderten͏143͏Millionen ͏ Franken͏ ausfalle,͏wie͏folgt:͏B eim͏Sekretariat͏ gelte͏ eher͏der͏Grundsatz͏ "Im͏ Zweifel͏für͏ das͏Härtere ",͏während͏ die͏ Vorinstanz͏ "Im͏Zweifel͏für͏den ͏ Angeklagten"͏ zu͏urteilen͏ habe͏ (vgl.͏ Beschwerdebeilage͏19). Jeder͏ Amts träger͏ kann͏ die͏ Unschuldsver mutung͏ (Art.͏ 6͏ Ziff.͏ 2͏ EMRK;͏ SR 0.101)͏verletzen,͏wenn͏er͏öffentlich͏Äusserungen͏tätigt,͏in͏denen͏er͏von͏ der͏Schuld͏des͏Angeklagten͏ausgeht͏oder͏diese͏unterstellt͏und͏der͏Bewertung͏durch͏das͏zustän dige͏Gericht͏vorgreift͏ (vgl.͏ FRANK͏ MEYER,͏in:͏Karpenstein/Mayer͏[Hrsg.],͏EMRK,͏2.͏Aufl.,͏München͏2015,͏Art.͏6,͏Rz.͏164;͏ MEYER-LADEWIG/HARRENDORF/KÖNIG,͏ in:͏ Meyer -Ladewig/Nettesheim/von͏ Raumer,͏EMRK,͏4.͏Aufl.,͏Baden -Baden͏2017,͏Art.͏6,͏Rz.͏213;͏ ASTRID͏ WASER,͏ Grundrechte͏der͏ Beteiligten͏ im͏ europäischen͏und͏schweizerischen͏Wettbewerbsverfahren,͏Zürich͏2002,͏S.͏163 ). Aus͏der͏ Äusserung͏der͏Vizedirektorin͏des͏Weko -Sekretariats͏ zum͏Verfahren͏geht͏ indessen͏ nicht͏hervor,͏dass͏sie͏im͏Zweifel͏von͏der͏Schuld͏der͏zu͏ sanktionierenden͏Unternehmen͏ausg eht,͏sondern͏lediglich,͏dass͏ sich͏ die͏ zu͏treffende͏Sanktion͏ bei͏festgestellter͏Schuld͏tendenziell͏im͏oberen͏Rahmen͏bewegen͏soll.͏Hinzu͏kommt,͏dass͏die͏strittige͏Äusserung͏ vom͏22. Juni͏ 2016,͏ also͏ einige͏ Wochen͏ nach͏ der͏ Eröffnung͏ des͏ angefochtenen͏ Entscheids,͏ datiert.͏ Insofern͏ist͏nicht͏ersichtlich,͏inwiefern͏ der͏ Vizedirektorin͏in͏ Bezug͏auf͏das͏ bereits͏abgeschlossene͏ Untersuchungsverfahren͏Voreingenommenheit͏ und͏ damit͏ eine͏ Verletzung͏ der͏ Unschuldsvermutung͏ vorzuwerfen͏ist͏ (vgl.͏ WASER,͏a.a.O.,͏S.͏170). Soweit͏sich͏jedoch͏nachfolgend͏zeigen͏würde,͏dass͏sich͏die͏Wettbewerbsbehörden͏geweigert͏haben,͏ die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏ gemachten͏ Entlastungsgründe͏ ernsthaft͏ zu͏ prüfen,͏ würde͏ dadurch͏ das͏ Recht͏ der͏betroffenen͏Unternehmen͏ auf͏Unschuldsverm utung͏verletzt͏( vgl.͏ WASER,͏a.a.O.,͏S.͏161͏f.).

6. Ökonomische Grundlagen zum Fernsehsektor

6.1 Die Wertschöpfungskette im Fernsehsektor Die͏Erstellung͏des͏Dienstleistungsangebots͏"Fernsehen"͏umfasst͏im͏ Wesentlichen͏ drei͏ aufeinanderfolgende͏ Produktionsschritte͏ respektive͏ Ebe-

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B-4003/2016 Seite 56 nen,͏die͏prinzipiell͏eigenständig͏betrieben͏werden͏oder͏auch͏vertikal͏integriert͏sein͏können͏( vgl.͏zum͏Ganzen:͏ SIEGBERT͏ MESSMER,͏Digitales͏Fernsehen͏in͏Deutschland,͏Frankfurt͏a.M.͏2002,͏S.͏85;͏ JÖRN͏ KRUSE,͏Zugang͏zu͏ Premium͏ Cont ent,͏ Diskussionspapier͏ Nr.͏ 44,͏ 2005,͏ S.͏ 2͏ f.;͏ THOMAS͏ VON͏ STOKAR͏ et͏al.,͏Vom͏analogen͏zum͏digitalen͏Fernsehen͏in͏der͏Schweiz,͏Zürich/Basel͏ 1999,͏ S.͏ 61͏ ff.;͏ vgl.͏ auch͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -2798/2018͏ vom͏ 16. Februar͏ 2021,͏ Sachverhalt͏ Bst.͏ A.a,͏ "Naxoo"͏ [angefochten͏ beim͏ BGer]): Bezeichnung Beschreibung Akteure Contentebene Produktion͏von͏ TV-Inhalten Filmstudios,͏ TV-Produzenten Programmebene Zusammenstellung͏von͏ TV-Inhalten͏zu͏ TV-Programmen͏ (Publizität) Öffentlich-rechtliche͏ und͏private͏ TV-Sender Distributionsebene Übertragung͏der ͏ Fernsehsignale͏zu͏den͏ Konsumenten͏ (Multiplikation) Kabelnetzbetreiber,͏ Telekommunika tionsunternehmen,͏ Satellitenbetreiber͏ etc. Auf͏der͏ersten͏Ebene,͏der͏sog.͏ "Contentebene"͏(auch͏ "Produktionsebene"͏ oder͏ "Inputebene"),͏ werden͏Inhalte͏ (oder͏Rechte)͏ produziert,͏die͏Elemente͏ oder͏ Vorleistungen͏ von͏ Fernsehsendungen͏ und͏ –programmen͏ sind.͏ Die͏ Signalproduktion͏für͏die͏ Programmausstrahlung͏erfolgt͏auf͏Stufe͏Verwertungsunternehmen͏oder͏Programmveranstalter͏( vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏82͏ff.). Die͏ zweite͏ Marktstufe,͏ die͏ sog.͏ " Programmebene"͏ (auch͏ "Publizistische͏ Ebene")͏ umfasst͏ die͏Beschaffung͏der͏ Inhalte͏ und͏ ihre͏ Zusammenstellung͏ zu͏ einem͏ fortlaufenden,͏ inhaltlich͏ zusammenhängenden͏ Fernsehprogramm͏ durch͏die͏Programmveranstalter,͏gegliedert͏in͏d ie͏Programmarten͏ Free-TV͏ und͏Pay -TV.͏ Im͏Free -TV͏werden͏Programminhalte͏von͏den͏Programmveranstaltern͏(öffentlich -rechtliche͏S ender,͏nationale͏und͏lokale͏Privatsender)͏ durch͏ öffentlich -rechtliche͏ Empfangsgebühren͏ und/oder͏ Werbeeinnahmen͏finanziert;͏im͏Pay -TV͏werden͏Programminhalte͏von͏den͏Pro-- 56 of 226 -B-4003/2016 Seite 57 grammveranstaltern͏gegen͏Bezahlung͏ausgestrahlt,͏wobei͏zu͏unterscheiden͏ist͏zwischen͏der͏ Einzelvermarktung͏bestimmter͏Inhalte͏("pay͏per͏view",͏ PPV)͏ und͏ der͏ Pauschalvermarktung͏ eines͏ vollständigen͏ Fernsehkanals͏ oder͏ mehrerer͏Kanäle͏ ("pay͏per͏channel",͏PPC ).͏Zudem͏gibt͏es͏die͏Möglichkeit,͏über͏einen͏Videodienst͏Filme ͏ auf͏Abruf͏ (VOD)͏ zu͏betrachte n͏ (vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏53͏ff.,͏439͏ff.,͏452͏ff.;͏ WEBER/DÖRR,͏Digitale͏ Verbreitung͏von͏Rundfunkprogrammen͏und͏Meinungsvielfalt,͏Zürich͏2001,͏ S.͏54͏ff.;͏ MESSMER,͏a.a.O.,͏S.͏142 ). Auf͏der͏dritten͏Ebene,͏der͏sog.͏"Distributions ebene"͏(auch͏ "Multiplikationsebene"),͏ erfolgt͏ schliesslich͏ die͏ Programmübermittlung͏ respektive͏ die͏ Übertragung͏ der͏ Fernsehsignale͏ (analog͏ oder͏ digital,͏ verschlüsselt͏ oder͏ entschlüsselt)͏ an͏die͏Zuschauer,͏z.B.͏über͏Kabelnetze.͏ Auf͏dieser͏Ebene͏ können͏auch͏die͏Schnürung͏v on͏ Programmen͏zu͏ Programmpaketen͏("Programmpackaging")͏ und͏das͏Abonnementmanagement/Conditional͏Access͏ (CA)͏angesiedelt͏werden͏( vgl.͏ MESSMER,͏a.a.O.,͏S. 86).

6.2 TV-Plattformen Im͏Pay -TV-Bereich͏vermarkten͏die͏Programmveranstalter͏ihre͏Inhalte͏teilweise͏ über͏ s ogenannte͏ TV -Plattformen,͏ teilweise͏ direkt͏ an͏ Endkunden͏ (Fernsehzuschauer;͏ vgl.͏ angefochtene͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 53͏ ff.,͏ 82͏ ff.).͏ TV-Plattformen͏vermitteln͏Angebot͏und͏Nachfrage͏zwischen͏Programmveranstaltern͏bzw.͏Content͏Anbietern͏ einerseits͏ und͏Fernsehzuschau ern͏ andererseits͏ und͏ agieren͏ insofern͏ auf͏ einem͏ zweiseitigen͏ Markt͏ (vgl.͏ MANI͏ REINERT/BARBARA͏ WÄLCHLI,͏ BSK-KG,͏ Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏202;͏ STEFAN͏ HOLZ-WEBER,͏ Der͏ Marktmachttransfer͏ bei͏ digitalen͏ Plattformen,͏ Wien͏ 2017,͏ S. 21͏ f.),͏ wobei͏ das͏ nachgefragte͏ Gut͏ die͏ Vermittlungsleistung͏ zwischen͏ mehreren͏ Marktteilnehmern͏ ist͏ (vgl.͏ HOLZWEBER,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 56;͏ HEIKE͏ SCHWEITZER/THOMAS͏ FETZER/MARTIN͏ PEITZ,͏ Digitale͏ Plattformen:͏ Bausteine͏für͏einen͏künftigen͏Ordnungsrahmen,͏Diskussionspapier͏Nr.͏16 -042,͏ 2016,͏S.͏4 ).͏ Auf͏solc hen͏Märkten͏bestehen͏ indirekte͏ Netzwerkeffekte,͏d.h.͏ die͏Nachfrage͏ oder͏das͏Angebot͏ auf͏einer͏Seite͏ beeinflusst͏ wechselseitig͏ jene͏ auf͏der͏anderen͏Seite͏der͏Plattform ͏ (vgl.͏ ALFRED͏ FRÜH,͏Immaterialgüterrechte͏und͏ der͏ relevante͏ Markt,͏ Köln͏ 2012,͏ S.͏ 163;͏ REINERT/WÄLCHLI,͏ BSK-KG,͏ Art. 4͏ Abs.͏ 2,͏ Rz.͏ 202;͏ RALF͏ DEWENTER/JÜRGEN͏ RÖSCH/ANNA͏ TERSCHÜREN,͏Abgrenzung͏ zweiseitiger͏ Märkte͏ am͏ Beispiel͏ von͏ Internetsuchmaschinen,͏Hamburg͏2014,͏S.͏4 ). Die͏ meisten͏ TV-Plattformen͏bieten͏einen͏möglichst͏breiten͏Mix͏aus͏Free TV͏und͏Pay -TV͏an͏( "multi-homing"),͏teilweise͏verknüpft͏mit͏weiteren͏netzbasierten͏ Dienstleistungen͏ (Breitbandinternet,͏ Festnetztelefonie:͏ "triple͏ -- 57 of 226 -B-4003/2016 Seite 58 play";͏ggf.͏ unter͏Einbezug͏der͏Mobiltelefonie:͏ "quadruple͏play "),͏ da͏auch͏ der͏Konsument͏an͏einem͏möglichst͏brei ten͏Angebot͏aus͏einer͏Hand͏ ("single-homing")͏ interessiert͏ist͏( vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz. 373͏ff.;͏ Zwischenverfügung͏ des͏ BVGer͏ B -3983/2016͏ vom͏ 13.͏ September͏ 2016͏ E. 6.1).

6.3 Zuordnung der hier relevanten Akteure Zur͏Contentebene͏(vgl.͏E.͏6.1)͏gehört͏Cinetrade,͏ die͏ mediale͏Verwertungsrechte͏an͏Sportveranstaltungen͏wie͏Fussball -͏ und͏Eishockeyspielen͏(vgl.͏ nachfolgende͏E. 8.4)͏beschafft͏und͏aufbereitet͏(vgl.͏Präambel͏zur͏ Vereinbarung͏zwischen͏Swisscom͏und͏Cinetrade͏v om͏28.11./14.12.2006͏betreffend͏Beschaffung,͏Produktion͏und͏Aufbereitung͏von͏Event -Content͏im͏Bereich͏Sport;͏ act.͏101,͏Beilage͏2 ). Die͏von͏Cinetrade͏produzierten͏Inhalte͏werden͏von͏ Teleclub͏ zu͏ Sportprogrammen͏ für͏seine͏Sportkanäle͏ (Teleclub͏Sport)͏ zusammengestellt.͏ Teleclub͏ist͏somit͏auf͏der͏Programmebene͏(vgl.͏E. 6.1)͏tätig. Als͏Betreiberin͏eines͏Telekommunikationsnetzes͏ist͏s chliesslich͏ Swisscom͏ der͏ Distributionsebene͏ zuzuordnen,͏ indem͏ sie͏ das͏ Signal͏ des͏ Teleclub-Programms͏ via͏ihr e͏IPTV -Plattform͏Swisscom͏TV͏(zuvor:͏Bluewin͏TV)͏ an͏ die͏ Endkonsumenten͏ ( Fernsehzuschauer)͏ weiterleitet͏ (act.͏ 101,͏ Begleitschreiben,͏S.͏2;͏ zur͏Konvergenz͏der͏Medien͏ vgl.͏ hinten,͏ E.͏8.5.3.3).

7. Marktabgrenzung

7.1 Definition des relevanten Markts Das͏ Kartellgesetz͏definiert͏den͏Begriff͏des͏relevanten͏Markts͏nicht͏näher.͏ Der͏ Bundesrat͏ formulierte͏ jedoch͏ in͏ der͏ Verordnung͏ vom͏ 17.͏ Juni͏ 1996͏ über͏ die͏ Kontrolle͏ von͏ Unternehmenszusammenschlüssen͏ (VKU;͏ SR͏ 251.4)͏eine͏Legaldefinition,͏welche͏nach͏ständiger͏Re chtsprechung͏nicht͏ nur͏für͏Unternehmenszusammenschlüsse,͏sondern͏auch͏für͏Wettbewerbsabreden͏ und͏ das͏ Verhalten͏ marktbeherrschender͏ Unternehmen͏ gilt͏ (vgl.͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 9.2.1,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ADSL"; 139 I 72 E. 9.1,͏ "Publigroupe";͏Urteil͏des͏BVGe r͏B -506/2010͏E. 9,͏"Gaba").͏Danach͏lassen͏ sich͏der͏sachlich,͏der͏räumlich͏und͏der͏zeitlich͏relevante͏Markt͏unterscheiden.

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7.2 Sachlich relevanter Markt Der͏ sachlich relevante͏Markt͏umfasst͏alle͏Waren͏oder͏Leistungen,͏die͏von͏ der͏Marktgegenseite͏hinsichtlich͏ih rer͏Eigenschaften͏und͏ihres͏vorgesehenen͏ Verwendungszwecks͏ als͏ substituierbar͏ angesehen͏ werden͏ (Art.͏ 11͏ Abs.͏3͏Bst.͏a͏VKU).͏Seine͏Definition͏erfolgt͏somit͏von͏der͏Marktgegenseite͏ des͏ Unternehmens͏aus͏gesehen,͏welchem͏das͏unzulässige͏Verhalten͏vorgeworfen͏w ird͏( vgl.͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏5,͏Rz.͏11;͏ RETO͏ A.͏ HEIZMANN,͏Der͏ Begriff͏ des͏ marktbeherrschenden͏ Untern ehmens͏ im͏ Sinne͏ von͏ Art.͏ 4͏ Abs. 2 i.V.m. Art. 7͏KG,͏Zürich/Basel/Genf͏2005,͏Rz.͏280).͏ Deren͏Optik͏ist͏ dafür͏massgebend,͏ob͏Waren͏oder͏Dienstleistungen͏mite inander͏im͏Wettbewerb͏ stehen,͏ nämlich͏ ob͏ sie͏ hinsichtlich͏ ihrer͏ Eigenschaften͏ und͏ des͏ vorgesehenen͏ Verwendungszwecks͏ als͏ substituierbar͏ erachtet͏ werden.͏ Entscheidend͏ ist͏ die͏ Erwartung͏ funktioneller͏Austauschbarkeit͏ (sog.͏ Bedarfsmarktkonzept)͏ von͏Waren͏ und͏ Dienstleistungen͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72 ͏ E. 9.2.3.1,͏ "Publigroupe";͏129͏II͏18͏E.͏7.3.1, "Buchpreisbindung";͏ Urteil des BGer 2C_113/2017 vom 12. Februar 2020 E. 5.2.1, "Ticketvertrieb Hallenstadion Zürich"; Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -2050/2007͏ E. 9.1,͏ "Terminierungspreise͏Mobilfunk").͏ Die͏Prüfung͏erfolgt͏in͏zwei͏Schritten:͏Bestimmung͏des͏ Marktgegenstandes͏ (Überblick͏ über͏ das͏ Angebot)͏ und͏ die͏ eigentliche͏ Marktabgrenzung͏( vgl.͏Urteil͏des͏ BGer͏2C_113/2017͏E.͏5.2.1,͏"Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich";͏ TORSTEN KÖRBER,͏ in:͏ Immenga/Mestmäcker͏ [Hrsg.],͏ Wettbewerbsrecht,͏ Bd.͏ 1͏ EU/Teil͏ 2,͏ 5.͏Aufl.͏ 2012,͏Art.͏ 2͏ FKVO,͏ Rz. 26͏ff.).͏ Für͏ die͏ sachliche͏ Marktabgrenzung͏ ist͏ die͏ Sicht͏ der͏ Nachfrager͏ wichtig.͏ Allerdings͏darf͏die͏Sicht͏der͏Nachfrager͏nicht͏so͏weit͏gehen,͏dass͏deren͏ subjektive͏Vorstellung͏und͏Empfindungen͏als͏Massstab͏gelten.͏Auszugehen͏ist͏ vom͏ Durchschnittsverbraucher,͏vo m͏vernünftig͏durchschnittlichen͏ Nachfrager͏ (vgl.͏Urteil͏des͏ BGer͏2C_113/2017͏E.͏5.2. 4,͏"Ticketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich",͏mit͏Verweisen ).͏Dessen͏ Bedarf͏ nach͏bestimmten͏Leistungen͏soll͏ in͏akzeptabler͏Weise͏ erfüllt͏werden,͏wobei͏ einerseits͏nicht͏erforderlich͏ ist,͏dass͏die͏Leistung͏in͏identischer͏Weise͏erbracht ͏ wird,͏andererseits͏ist͏eine͏bloss͏teilweise͏Austauschbarkeit͏nicht͏ausreichend.͏ Für͏die͏ Austauschbarkeit͏der͏Produkte͏innerhalb͏einer͏Produktgruppe͏ist͏es͏demzufolge͏erforderlich,͏dass͏alle͏Produkte ͏ den͏gleichen͏Verwendungszweck͏ erfüllen.͏Andernfalls͏liegt͏keine͏einheitliche͏Produktgruppe͏vor͏und͏es͏kann͏ keine͏entsprechende͏Abgrenzung͏des͏sachlich͏relevanten͏Markts͏erfolgen͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏ B-3618/2013͏ vom͏ 24.͏November͏2016͏ Rz. 54͏f.,͏ "Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich",͏ mit͏ Verweis͏ u.a.͏ auf͏ Urteil͏ des͏ EuGH͏ vom͏13.͏Februar͏1979 ͏ Rz.͏28,͏ "Hoffmann-La-Roche").

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B-4003/2016 Seite 60 Soweit͏der͏direkte͏Nachfrager͏die͏von͏ihm͏gekauften͏Waren͏oder͏Dienstleistungen͏nicht͏selbst͏(ver)braucht,͏sondern͏diese͏kauft,͏um͏sie͏anschliessend͏an͏seine͏Abnehmer͏ weiter͏ zu͏veräussern,͏ ist͏ das͏Abstellen͏auf͏ die͏ Sicht͏ der͏ direkten͏ Nachfrager͏ unter͏ Umstä nden͏ sachfremd,͏ weshalb͏ –͏ nach͏der͏abgeleiteten͏Nachfragemethode͏ –͏ der͏sachlich͏relevante͏Markt͏ (auch)͏ nach͏Massgabe͏der͏ Präferenzen͏der͏ Endverbraucher͏ abgegrenzt͏ werden͏muss͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏ BGer͏2C_113/2017͏E.͏5.2.4,͏"Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich",͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ REINERT/BLOCH,͏ BSK -KG͏ 2010,͏ Rz. 172͏ff.;͏ KÖRBER,͏a.a.O.,͏Art.͏2͏FKVO,͏Rz.͏41).͏

7.2.1 Marktabgrenzung durch die Vorinstanz Die͏ Vorinstanz͏grenzte͏a us͏Sicht͏der͏Fernsehzuschauer͏resp ektive͏ der͏TV Plattformanbieter,͏deren͏Nachfrage͏sich͏aus͏der͏N achfrage͏der͏Fernsehzuschauer͏ableite,͏ die͏folgenden͏ Märkte͏ab͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏496): – Nationaler͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Fussballübertragungen͏im͏ Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV; – Nationaler͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Sc hweizer͏Eishockeyübertragungen͏im͏ Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV; – Nationale͏Märkte͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏ausländischen͏Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ (Bundesliga,͏ Primera͏División͏&͏Copa͏del͏Rey,͏Serie ͏ A)͏im͏Pay -TV; – Nationaler͏ Markt͏ für͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Eishockeyübertragungen͏ der͏NHL͏im͏Pay -TV; – Nationaler͏Plattformmarkt͏für͏die͏leitungsgebundene͏Übertragung͏von͏ Digital-TV.

7.2.2 Kritik an der vorinstanzlichen Marktabgrenzung Aus͏Sicht͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏ist͏die͏ von͏der͏Vorinstanz͏vorgenommene͏ Marktabgrenzung͏in͏ mancher͏ Hinsicht͏falsch.͏So͏seien͏bisher͏noch͏ nie͏ eigenständige͏ Bereitstellungsmärkte͏ für͏ Pay -TV-Inhalte͏ abgegrenzt͏ worden;͏ solche͏ hätten͏ neben͏ den͏ Märkten͏ für͏ die͏ Rechteverga be͏ denn͏ auch͏keine͏eigenständige͏Bedeutung ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏386͏ff.;͏Replik,͏ Rz.͏131͏ff. ).͏ Sodann͏sei͏der͏Ausgangspunkt͏für͏die͏vorzunehmende͏Marktabgrenzung͏(Sportangebot͏von͏T eleclub)͏falsch͏gewählt͏worden;͏es͏hätte͏ von͏ einem͏ Bündelprodukt͏ (TV,͏ Inte rnet,͏ Telefonie)͏ ausgegangen͏ werden͏ -- 60 of 226 -B-4003/2016 Seite 61 sollen͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 413͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 142 ).͏ Des͏ Weiteren͏ sei͏ fehlerhaft͏zwischen͏Sport -͏ und͏anderen͏Pay -TV-Inhalten͏abgegrenzt͏worden;͏ relevant͏ sei͏ nicht͏ die͏ Nachfrage͏ der͏ Pay -TV-Kunden͏ nach͏ Pay -TV-Sportinhalten,͏ sondern͏ die͏ Nachfrage͏ der͏ Fernsehzuschauer͏ nach͏ einer͏ attraktiven͏ Plattform͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 421͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 148͏ ff. ).͏ Hinzu͏komme,͏dass͏die͏Vorinstanz͏fälschlicherweise͏ein͏Ligaprodukt͏von͏ Einzelspielen͏ und͏ Grossereignissen,͏ Schweizer͏ Fussb all͏ von͏ Schweizer͏ Eishockey,͏Schweizer͏Ligen͏von͏ausländischen͏Ligen͏sowie͏Fussball/Eishockey͏ von͏ anderen͏ Sportarten͏ wie͏ Tennis,͏ Golf͏ und͏ die͏ Formel͏ 1 ͏ abgrenze͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏462͏ff.).͏Auch͏sei͏fehlerhaft͏zwischen͏Pay TV͏ und͏ Free -TV͏ abgegrenzt͏ worde n͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 468͏ ff.).͏ Schliesslich͏rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏die͏Verwendung͏einer͏falschen͏ Empirischen͏Analyse,͏eine͏zeitlich͏falsche͏Marktabgrenzung͏sowie͏ die͏Anwendung͏des͏SSNIP -Tests͏ ("small͏but͏significant͏and͏nontransitory͏ increase͏i n͏price" -Test)͏ durch͏die͏Vorinstanz͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏496͏ff.;͏ Replik,͏Rz.͏149 ). Wie͏die͏Beschwerdeführerinnen͏macht͏ auch͏ die͏Beschwerdegegnerin͏geltend,͏bei͏der͏Abgrenzung͏eigenständiger͏Bereitstellungsmärkt e͏ handle͏es͏ sich͏ um͏ ein͏ Konstrukt͏ der͏ Vorins tanz.͏ Dieses͏ habe͏ weder͏ eine͏ Entsprechung͏in͏der͏Realität͏noch͏in͏der͏europäischen͏Rechtspraxis ͏ (vgl.͏Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏37).͏ Die͏Vorinstanz͏hält͏ in͏ihrer͏Vernehmlassung͏an͏ihrer͏Marktabgrenzung͏fest.͏ Unter͏anderem͏erklärt͏sie,͏die͏TV -Plattformen͏fragten͏keine͏Rechte,͏sondern͏ Inhalte͏ nach.͏ Für͏ die͏ Marktabgrenzung͏ habe͏ sie͏ sich͏ nicht͏ auf͏ die͏ Praxis͏ der͏ EU -Kommission͏ abgestützt.͏ Wenn͏ die͏ Berichterstattung͏ im͏ Free-TV͏in͏Anlehnung͏an͏die͏Meinung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏tatsächlich͏ein͏Subs titut͏zur͏Pay -TV-Berichterstattung͏wäre,͏wäre͏notorisch ͏ davon͏ auszugehen,͏dass͏die͏überwiegende͏Mehrheit͏der͏Zuschauer͏nicht͏für͏etwas͏bezahle͏(Pay -TV),͏das͏sie͏im͏Free -TV͏gratis͏bekomme.͏Entgegen͏der͏ Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏sei͏Sport͏sehr͏wohl͏f ür͏die͏Mehrzahl͏ der͏Teleclub -Abonnenten͏entscheidend,͏habe͏sie͏keine͏falsche͏ Empirische͏ Analyse͏ verwendet͏ und͏ beschränke͏ sich͏ der͏ Anwendungsbereich͏ des͏ SSNIP-Tests͏ keineswegs͏ nur͏ auf͏ die͏ Zusammenschlusskontrolle͏ (Vernehmlassung,͏Rz.͏37͏ff.).

7.2.3 Marktgegenstand / Ausgangsprodukt für die Marktbestimmung

7.2.3.1 Die͏Vorinstanz͏ hat͏ihre͏Marktabgrenzung͏auf͏das ͏ Sportangebot͏von͏ Teleclub͏ ausgerichtet͏ (vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏ 387͏ff.),͏aber͏fak-

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B-4003/2016 Seite 62 tisch͏ das͏ vollständige͏ Programmangebot͏ von͏Teleclub͏ als͏Aus gangsprodukt͏ gewählt.͏ Diese͏ Generalisierung͏ ist͏ angesichts͏ der͏ Tatsache,͏ dass͏ Konsumenten͏für͏den͏Bezug͏des͏Sportangebots͏in͏deutscher͏Sprache͏das͏ Basispaket͏von͏Teleclub͏abonnieren͏müssen͏(vgl.͏weiter͏unten),͏sachgerecht.͏ Entgegen͏ der͏Auffassung͏ der͏ Besch werdeführerinnen͏ musste͏ die͏ Vorinstanz͏ jedoch͏ nicht͏ Bündelangebote͏ von͏ TV -Plattformanbietern͏ als͏ Ausgangspunkt͏nehmen,͏geht͏es͏doch͏vorliegend͏nur͏um͏die͏von͏Teleclub͏ angebotenen͏Leistungen͏ (vgl.͏auch͏Urteil͏des͏BGer͏2C_113/2017͏E.͏5. 3.3,͏ "Ticketvertrieb͏H allenstadion͏Zürich" );͏dazu͏gehören͏keine͏ TV,͏Telefon͏und͏ Internet͏umfassenden͏ Bündelangebote.

7.2.3.2 Das͏Programmangebot͏von͏Teleclub͏ umfasst͏ deutsch-͏ und͏französischsprachige͏ Pay -TV-Programme.͏ Im͏ Untersuchungszeitraum͏ bestand͏ das͏ deutschsprachige͏ Programm͏ aus͏v ier͏Programmpaketen,͏welche͏von͏ Endkunden͏ i n͏ der͏ deutschsprachigen͏ Schweiz ͏ (Kabelnetz-,͏ Sunrise͏ TV -͏ und͏ Swisscom͏ TV -Kunden)͏ abonniert͏ werden͏ konnten͏ (PPC;͏ vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏121͏ff.):͏ – Paket͏ "Basic"͏ (ab͏September͏2012:͏Paket͏"Cinema"),͏bestehend͏aus͏ den͏ Teleclub-Kanälen͏ "Cinema",͏ "Star"͏ und͏"Disney͏Channel".͏Das͏Paket͏"Basic"͏ist͏Voraussetzung,͏um͏die͏anderen ͏ Programmpakete͏( "Movie",͏ "Family"͏ und͏ "Sport")͏ beziehen͏ zu͏ können. ͏ Monatlicher͏ Preis:͏ Fr. 39.90͏(für͏Kabelnetz -͏ und͏Sunrise͏TV -Kunden)͏ respektive͏ Fr.͏29.90͏ (für͏Swisscom͏TV -Kunden). – Paket͏"Movie"͏ (ab͏September͏2012:͏Paket͏" Entertainment"),͏bestehend͏ aus͏Film -͏ und͏Spartenkanälen͏( Krimi,͏Serien͏und͏Science -Fiction).͏Monatlicher͏Preis:͏Fr.͏9.90͏(für ͏ alle͏Kunden). – Paket͏"Family",͏bestehend͏aus͏Disney -͏ und͏Spartenkanälen͏(u.a.͏ Natur,͏ Motorsport͏ und͏ Geschichte ).͏ Monatlicher͏ Preis:͏ Fr.͏ 9.90͏ (für͏ alle͏ Kunden). – Paket͏"Sport",͏bes tehend͏aus͏den͏Kanälen͏"Sport͏1 -3"͏mit͏den͏wichtigsten͏Sportereignissen͏des͏Ta ges͏(für͏alle͏Teleclub -Abonnenten)͏ sowie͏ aus͏den͏Kanälen͏"Sport͏4 -24"͏ (ab͏September͏2012:͏4 -29)͏ mit͏Spielen͏ verschiedener͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeymeisterschaften͏ (für͏ Teleclub-Abonnenten,͏ die͏ zugleich͏ Swisscom͏ TV -Kunden͏ sind).͏ Monatlicher͏Preis:͏Fr.͏ 9.90͏(für͏Kabelnetz -͏ und͏Sunrise͏TV -Kunden)͏respektive͏ Fr. 12.90͏(für͏Swisscom͏TV -Kunden).

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B-4003/2016 Seite 63 – "Superpaket",͏bestehend͏aus͏dem͏Paket͏"Basic"͏und͏den͏Zusatzpaketen͏ "Movie",͏"Family"͏und͏"Sport". Ergänzend͏ist͏festzuhalten,͏dass͏die͏Swisscom͏TV -Kunden͏bis͏Ende͏J uli͏ 2013͏ mit͏ einem͏Abonnement͏ des͏Teleclub -Pakets͏"Sport"͏ zusätzlich͏ den͏ US-Amerikanischen͏ Sportsender͏ "ESPN-America"͏ sehen͏ konnten.͏ Im͏ September͏2012͏ führte͏Teleclub͏ zudem͏ ein͏ kostenpflichtiges͏ HD-Angebot͏ ein͏ (monatlicher͏ Preis:͏ Fr.͏ 3.90͏ [alle͏ Pakete͏ exkl.͏ Paket͏ "Sport"]͏ resp.͏ Fr. 5.90͏[Paket͏ "Sport"]). Für͏die͏ französischsprachigen͏ Swisscom͏TV -Kunden͏ bot͏Teleclub͏ ab͏September͏2012͏ ein͏ Programm͏ an͏ (nachfolgend:͏ "Teleclub͏en͏ français"),͏welches͏ aus͏ nachfolgend͏ aufgeführten͏ Paketen͏ bestand͏ ( vgl.͏ angefochtene͏ Verfügung,͏Rz. 129͏ff. ):͏ – Paket͏ "Teleclub͏ Sports "͏ mit͏ zahlreichen͏ Sportkanälen,͏ u.a.͏ " Teleclub͏ Sports"͏und͏" Teleclub͏Sports͏ 18-29".͏Monatlicher͏Preis:͏Fr.͏19.90 ͏ (bei͏ gleichzeitigem͏Bezug͏mit͏einem͏anderen͏Paket:͏Fr.͏12.90). – Paket͏ "Teleclub͏ Premium"͏ mit͏zahlreichen͏Unterhaltungskanälen.͏ Monatlicher͏Preis:͏Fr.͏19.90. – Paket͏ "LES+"͏ mit͏ von͏"Canal+"͏zusammengestellten͏ Kanälen.͏ Monatlicher͏Preis:͏Fr.͏19.90. Im͏ Unterschied͏ zum͏ deutschsprachigen͏ Programm͏ ist͏ für͏ "Teleclub͏ en͏ français"͏ kein͏Basispaket͏vorgesehen,͏das͏für͏den͏Bezug͏weiterer͏Pakete͏ vorausgesetzt͏wird.͏ Schliesslich͏ haben͏ Swisscom͏ TV -Kunden͏ die͏ Möglichkeit,͏ Live-Sport-Events͏ (namentlich͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyspiele,͏ Golf -͏ und͏ Tennisturniere)͏einzeln͏und͏losgelöst͏von͏einem͏Teleclub -Abonnement͏zu͏beziehen͏ (PPV;͏vgl.͏angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏132 ).͏ Der͏Bezug͏eines͏ Fussball-͏ oder͏ Eishockeyspiels͏ kostete͏ für͏ Kunden͏ von͏ "Swisscom͏ TV͏ basic "͏ und͏ "Swisscom͏ TV͏ plus"͏ Fr.͏ 2.50͏ (bis͏ 13.͏ Juli͏ 2012)͏ respektive͏ Fr.͏ 3.50͏ (ab͏ 14. Juli͏ 2012).͏ Für͏ Swisscom -Kunden͏ mit͏ anderen͏Abonnements͏ galten͏ höhere͏Tarife͏(Fr.͏5.–͏ bis͏13.͏Juli͏2012,͏Fr. ͏ 5.50͏ab͏14.͏Juli͏2012).͏Ab͏14. Juli͏ 2012͏konnte͏gegen͏einen͏Aufpreis͏von͏ Fr.͏1.–͏ das͏Angebot͏in͏HD -Qualität͏ bezogen͏werden.

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7.2.3.3 Das͏ Teleclub-Programmangebot͏ wird͏ einerseits͏ von͏ TV -Konsumenten͏nachgefragt,͏andererseits͏auch͏von͏TV -Plattformanbietern͏und͏Kabelnetzbetreibern,͏welche͏diese s͏ ihren͏Kunden͏über͏ihre͏Plattform͏respektive͏i hr͏ Netz͏zur͏ Verfügung͏stellen.͏ Es͏ hat͏ somit͏zwei͏verschiedene͏Verwendungsmöglichkeiten:͏ Die͏ Unterhaltung͏ der͏ Endkonsumenten͏ und͏die͏ Versorgung͏der͏TV -Plattformen͏und͏Kabelnetzbetreiber͏ mit͏Pay -TV-Inhalten,͏welche͏diese s͏ zusammen͏mit͏ anderen͏ Inhalten͏zu͏ein em͏Programmbündel͏zusammenstellen͏und͏unter͏Umständen͏mit͏anderen͏Angeboten͏ergänzen.͏ Was͏Teleclub͏den͏TV -Plattformen͏und͏Kabelnetzbetreibern͏in͏dieser͏ Hinsicht͏ zur͏ Verfügung͏ stellt,͏ ist͏ der͏ Ausgangspunkt͏ respektive͏ der͏ Marktgegenstand,͏aufgrund͏dessen͏der ͏ Markt͏sachlich͏abzugrenzen͏ist.

7.2.4 Märkte für die Bereitstellung von Pay-TV-Inhalten

7.2.4.1 Die͏Vorinstanz͏räumt͏in͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏unter͏ dem͏ Titel͏"Bisherige͏Praxis͏der͏Wettbewerbsbehörden"͏ein,͏bisher͏ weder͏zwischen͏Bezug͏und͏Bereitstellung͏von͏Pay -TV-Inhalten͏noch͏zwischen͏unterschiedlichen͏Pay -TV-Inhalten͏oder͏unterschiedlichen͏Bezahl -͏ bzw.͏Bezugsformen͏unterschieden͏zu͏haben ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏403). In͏ der͏Tat͏hat͏die͏Vorinstanz͏in͏ den͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏zitierten͏ Zusammenschlussfällen͏ Swisscom͏AG/Fastweb͏S.p.A.͏( RPW͏2007/2,͏ S.͏312͏ff. ),͏Swisscom͏AG/Transmedia͏Communicatio ns͏SA͏(RPW͏2007/3,͏ S.͏ 449͏ ff.)͏ und͏ Swisscom͏ (Schweiz)͏AG/Publigroupe͏ SA͏ (RPW͏ 2014/3,͏ S. 515͏ff.),͏ im͏Zusammenschlussfall͏" Swisscom/Cinetrade"͏( RPW͏2005/2,͏ S.͏ 363͏ff.)͏ und͏im͏Fall͏"Teleclub͏AG͏vs.͏Cablecom͏GmbH"͏(RPW͏2002/4,͏ S. 567͏ff.)͏ im͏Zeitraum͏ vor͏Erlass͏der͏angefochtenen͏Verfügung ͏ folgende͏ Fernsehmärkte͏abgegrenzt:͏ – "Markt͏für͏Bezahlfernsehen /Pay͏TV "͏ (RPW͏2007/2,͏S.͏312͏ff.,͏Rz. 32,͏ "Swisscom/Fastweb";͏ RPW͏ 2 007/3,͏ S.͏ 449͏ ff.,͏ Rz.͏ 35,͏ " Swisscom/ Transmedia";͏ RPW͏ 2014/3,͏ S.͏ 515͏ ff.,͏ Rz.͏ 116,͏ " Swisscom/Publigroupe";͏ RPW͏2005/2,͏S.͏363͏ff.,͏Rz.͏44,͏" Swisscom/Cinetrade"), – "Markt͏für͏ die͏ Beschaffung͏von͏Premium͏Content͏für͏das͏Bezahlfernsehen"͏ ( RPW͏ 2007/2,͏ S.͏ 312 ͏ ff.,͏ Rz.͏ 33,͏ " Swisscom/Fastweb";͏ RPW͏ 2014/3,͏ S.͏ 515͏ ff.,͏ Rz. 118,͏ " Swisscom/Publigroupe";͏ RPW͏ 2005/2,͏ S. 363͏ff.,͏Rz.͏59,͏" Swisscom/Cinetrade"),͏ – "Markt͏ für͏ die͏ Übertragung͏ von͏ Fernsehsignalen͏ zum͏ Fernsehzuschauer"͏( RPW͏2007/2,͏S.͏312͏ff.,͏ Rz.͏3 4,͏" Swisscom/Fastweb";͏ RPW͏ -- 64 of 226 -B-4003/2016 Seite 65 2014/3,͏ S.͏ 515͏ ff.,͏ Rz.͏ 120,͏ " Swisscom/Publigroupe";͏ RPW͏ 2002/4,͏ S. 567͏ff.,͏Rz.͏36,͏" Teleclub/Cablecom").

7.2.4.2 Die͏Vorinstanz͏ist͏nicht͏zwingend͏an͏ ihre͏Abgrenzungen͏von͏Märkten͏in͏ bisherigen͏ Fällen͏ gebunden,͏denn͏ die͏kartellrechtliche͏M arktabgrenzung͏ ist͏ immer͏auf͏den͏jeweiligen͏Untersuchungszweck͏bezogen͏( vgl.͏ BEAT͏ ZIRLICK/MARC͏ BLATTER/SIMON͏ BANGERTER,͏Äpfel͏mit͏Birnen͏vergleichen?,͏ in:͏Jusletter͏11.͏September͏2017,͏Rz.͏7,͏mit͏Verweis͏auf͏ TILL͏ STEINVORTH,͏ Probleme͏der͏geografischen͏Mark tabgrenzung,͏WuW͏10/2014,͏S.͏924;͏ AN-DREAS͏ HEINEMANN,͏ Digitale͏Medien͏und͏das͏Kartellrecht,͏ i n:͏Medien͏ und͏ direkte͏ Demokratie",͏ 201 8,͏ S.͏ 45͏ ff.,͏ 52 ).͏ Dieser͏ besteht͏ in͏ der͏ Untersuchung͏eines͏Handelns,͏das͏möglicherweise͏wettbewerbsbeschränkend͏ist͏ (vgl.͏ ZIRLICK/BLATTER/BANGERTER,͏a.a.O.,͏Rz.͏6). ͏ Die͏Bestimmung͏des͏relevanten͏Markts͏hängt͏von͏zahlreichen͏einzelfallspezifischen͏Faktoren͏ab͏ und͏ist͏deshalb͏ nur͏schwer͏vorhersehbar͏( vgl.͏ ZÄCH,͏Kartellrecht,͏Rz.͏537).͏ Insofern͏ kann͏im͏konkret͏zu͏beurteilenden͏Fall͏das͏Resultat͏der͏Abgrenzung͏ –͏ trotz͏ einheitlicher͏Methode͏und͏obwohl͏derselbe͏Wirtschaftsbereich͏ betroffen͏ist͏ –͏ anders͏ausfallen͏als͏in͏einem͏ander en͏Fall͏der͏Missbrauchskontrolle͏ ( vgl.͏ ZIRLICK/BLATTER/BANGERTER,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 7). ͏ Illustrativ͏ erwähnen͏ ZIRLICK/BLATTER/BANGERTER͏ zwei͏bundesgerichtliche͏ Urteile,͏welche͏den͏Hartkäsemarkt͏betreffen.͏Im͏einen͏Urteil͏bildete͏ aufgrund͏der͏konkreten͏ Fragestellu ng͏ einzig͏ die͏ geschützte͏ Ursprungsbezeichnung͏ "L'Etivaz"͏den͏relevanten͏sachlichen͏Markt͏( vgl.͏ BGE͏139͏II͏316͏E.͏ 5.5),͏im͏ anderen͏Urteil͏ wurde͏der͏Hartkäsemarkt͏generell͏als͏relevant͏angesehen͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BGer͏5A_787/2014͏E.͏2.3).

7.2.4.3 Auslöser͏ für͏das͏vor instanzliche͏Untersuchungsverfahren͏war͏der͏ Umstand,͏dass͏Teleclub͏sein e͏ Sportkanäle͏nur͏in͏beschränktem͏Umfang͏ und͏ohne͏die͏Möglichkeit͏von͏PPV͏ an͏mit͏Swisscom͏TV͏konkurrierende͏TV Plattformen͏ bereitstellte.͏ Aufgrund͏der͏ Hauptfunktion͏von͏TV -Plattformen,͏ ihren͏Kunden͏TV -Inhalte͏zu͏vermitteln͏ (vgl.͏E.͏6.2),͏ist͏die͏ Auffassung͏der͏ Vorinstanz,͏wonach͏ TV-Plattformen͏keine͏Rechte,͏sondern͏Inhalte͏nach fragen,͏ nachvollziehbar.͏ Da͏sich͏die͏ Nachfrage͏der͏TV -Plattformen͏von͏ der͏ Nachfrage͏ der͏ Fernsehkonsumenten͏ ableitet ͏ (vgl.͏ angefochtene͏ Verfügung,͏Rz.͏397),͏wird͏wie͏beim͏ bisher͏ abgegrenzten͏ "Markt͏für͏ Bezahlfernsehen/Pay-TV"͏ gleichzeitig͏auch͏ die͏Nachfrage͏der͏ Fernsehzuschauer͏ untersucht.͏ Des͏ Weiteren͏ hatte͏ die͏ Vorinstanz͏ keine͏ Ver anlassung͏ einen͏ -- 65 of 226 -B-4003/2016 Seite 66 Markt͏für͏die͏Übertragung͏von͏Fernsehsignalen͏abzugrenzen,͏weil ͏ im͏ vorliegenden͏Fall͏ die͏ Bereitstellung͏der͏ eigentlichen͏Pay -TV-Inhalte͏(und͏nicht͏ die͏ Übertragung͏der͏ entsprechenden͏Signale)͏relevant͏sind.

7.2.4.4 Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ g eltend͏ machen,͏ mit͏ den͏ behaupteten͏Bereitstellungsmärkten͏schaffe͏die͏Vorinstanz͏zwischen͏den͏gemäss͏bisheriger͏Praxis͏abgegrenzten͏Märkten͏für͏den͏Erwerb͏und͏die͏Vermarktung͏von͏Film -͏ und͏Sportübertragungsrechten͏(vgl.͏etwa͏Zusammenschlussvorhaben͏ "Groupe͏ Canal+/RTL͏ Group/Groupe͏ Jean -Claude͏ Darmon",͏in:͏ RPW͏2001/4,͏ S.͏744͏ff.,͏Rz.͏14)͏und͏dem͏Endkundenmarkt͏für͏ Pay-TV͏(vgl.͏etwa͏ im͏Zusammenschlussfall͏"Swisscom/Cinetrade"͏(RPW͏ 2005/2,͏S.͏363͏ff.,͏Rz.͏44 )͏ einen͏nicht͏existierenden͏künstlichen͏Zwischenmarkt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏400͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏131͏ff. ),͏ist͏den͏Beschwerdeführerinnen͏soweit͏zuzustimmen,͏dass͏es͏sich͏ bei͏den͏vorliegend͏abgegrenzten͏ Bereitstellungsmärkten͏ um͏ Märkte͏ handelt,͏ bei͏ denen͏ Angebot͏ und͏Nachfrage͏ zwischen͏ zwei͏Playern͏( Programmveranstaltern͏ bzw.͏Contentanbietern͏ einerseits͏ und͏ Fernsehzuschauer n͏ andererseits)͏ vermittelt͏ werden.͏ Diese͏ Vermittlungsfunktion͏ obliegt͏ den͏ TV -Plattformen͏ (vgl.͏ E. 6.2).͏ Der͏Umstand,͏dass͏etwa͏die͏deutsche͏Monopolkommission͏keine͏Bereitstellungsmärkte͏ defi niert͏ hat͏ (vgl.͏ Replik,͏ Rz.͏ 135),͏ bedeutet͏ nicht,͏ dass͏ keine͏derartige n͏ Märkte͏existieren.͏Zu͏Recht͏weist͏die͏Vorinstanz͏darauf͏ hin,͏dass͏es͏sich͏bei͏der͏Darstellung͏der͏Monopolkommission͏um͏eine͏stark͏ vereinfachte͏ Darstellung͏ handelt͏ (vgl.͏ Hauptgutachten͏ der͏ Monopolkommission͏ vom͏ 20.͏ September͏ 2016,͏ Kapitel͏ I:͏ Zentralvermarktung͏ in͏ der͏ deutschen͏ Bundesliga,͏ Rz.͏ 376)͏ und͏ dass͏ im͏ Gegensatz͏ zum͏Abruf͏ von͏ Internetseiten͏die͏TV -Endabnehmer͏nur͏solche͏Inhalte͏konsumieren͏können,͏ die͏ ihnen͏ von͏ der͏TV -Plattform͏ zu r͏ Verfügung͏ gestellt͏ werden͏ (vgl.͏ Duplik,͏ Rz.͏57),͏ was͏eine͏Bereitstellung͏durch͏die͏Programmveranstalter ͏ voraussetzt.͏

7.2.4.5 Als͏ Fazit͏ ist͏ somit͏ festzuhalten,͏ dass͏ die͏ Vorinstanz͏ zu͏ Recht͏ Märkte͏ für͏die͏Bereitstellung͏von͏Pay -TV-Inhalten͏abgegrenzt͏hat.

7.2.5 Attraktivität der Plattform Wiederholt͏ bringen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏vor,͏entscheidend͏für͏die͏ Marktabgrenzung͏ sei͏ eine͏ attraktive͏ Plattform͏ mit͏ einem͏ attraktiven͏ Gesamtfernsehangebot͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏417,͏424,͏448,͏451,͏465 ͏ und͏ 469;͏Replik,͏Rz.͏142;͏ Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏66 ).͏ Sie͏plädieren͏deswegen,͏unter͏anderem͏gestützt͏auf͏das͏Sortimentskonzept͏ (vgl.͏ -- 66 of 226 -B-4003/2016 Seite 67 REINERT/WÄLCHLI,͏ BSK-KG,͏ Art.͏4͏Abs. 2,͏Rz.͏168),͏für͏eine͏ Erweiterung͏ des͏relevanten͏Markts͏auf͏Bündelangebote͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 413͏ff.).͏ Die͏Vorinstanz͏bestreitet͏nicht,͏dass ͏ die͏TV -Plattformanbieter͏ein͏Interesse͏ daran͏ haben,͏ eine͏ attraktive͏ Plattform͏ anzubieten͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 419).͏ Dies͏ gelingt͏ mit ͏ einer͏ möglichst͏ umfangreichen͏ Programmauswahl͏aus͏dem͏ Free-TV͏und͏Pay -TV,͏ gegebenenfalls͏ergänzt͏ mit͏weiteren͏ netzbasierten͏ Dienstleistungen͏ wie͏ Breitbandinternet͏ und͏ Festnetztelefonie͏( vorne,͏ E.͏6.2).͏ Aus͏der͏Sicht͏der͏TV -Plattformanbieter͏können͏Internet͏ und͏Telefonie͏aber͏nicht͏austauschbar͏mit͏der͏Bereitstellung͏von͏(Pay -)TV-Inhalten͏sein,͏ da͏das͏Kerngeschäft͏ der͏TV -Plattformanbieter͏ die͏ Vermittlung͏von͏TV -Inhalten͏ über͏ihre͏Netzwerkinfrastruktur͏ ist͏ (vgl.͏etwa͏Antwort͏ von͏ UPC͏ Cablecom͏auf͏Auskunftsbegehren͏[act.͏68],͏S.͏21).͏ Die͏TV -Plattformanbieter͏fragen͏mit͏anderen͏Worten͏ nicht͏Bündelangebote͏ wie͏Triple Play͏ (d.h.͏ Pakete͏ mit͏Telefonie,͏ Breitbandinternet͏ und͏ Fernsehen) ͏ nach,͏ sondern͏ (Pay) -TV-Inhalte͏ (vgl.͏ auch͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 242).͏ Das͏ entsprechende͏TV -Angebot͏ist͏nur͏dann͏insgesamt͏attraktiv,͏wenn͏es͏ eine͏breite͏ Auswahl͏an͏frei͏empfangbaren͏und͏kostenpflichtigen͏Kanälen͏anbietet ͏ (vgl.͏ Zwischenverfügung͏ des͏ BVGer͏ B-3983/2016͏ vom͏ 13.͏ September͏ 2016͏ E. 6.1),͏ ansonsten͏ Kunden͏ unter͏ Umst änden͏ zum͏ Wechsel͏ auf͏ andere͏ TV-Plattformen͏gezwungen͏wären.

7.2.6 Beschaffung von Pay-TV-Inhalten Die͏Beschwerdeführerinnen͏plädieren͏des͏Weiteren͏für͏eine͏E rweiterung͏ des͏relevanten͏Markt s͏auf͏die͏Beschaffung͏ von͏ Pay-TV-Inhalten͏ durch͏TV Plattformanbieter͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 404͏ ff.;͏ Replik,͏ S.͏ 143).͏ Diese͏ würde͏nach͏dem͏Kriterium͏der͏Angebotssubstituierbarkeit͏zum͏relevanten͏ Markt͏gehören,͏wenn͏TV -Plattformanbieter͏dazu͏in͏der͏Lage͏wären,͏ohne͏ spürbaren͏ zusätzlichen͏ Kosten͏ und͏ Risiken ͏ kurzfristig͏ selbst͏ Pay -TV-Inhalte͏zu͏erwerben͏ (vgl.͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏5,͏Rz.͏12;͏ BSK-MANI͏ REINERT/ BENJAMIN͏ BLOCH,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz. ͏ 150͏ff.;͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏ a.a.O.,͏ S.͏60). Nach͏der͏Praxis͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏findet͏ die͏ Angebotssubstituierbarkeit͏ im͏ Rahmen͏der͏Abgrenzung͏des͏sachlich͏relevanten͏Markts͏ zur͏ Untersuchung͏ einer͏Wettbewerbsbeeinträchtigung͏ gemäss͏Art.͏ 7͏ KG͏ im͏Regelfall͏keine͏Beachtung,͏da͏die͏betroffenen͏Unternehmen͏ bis͏zur͏Vornahme͏ von͏ Massnahmen͏ durch͏ die͏ Wettbewerbsbehörden͏ tatsächlich͏ nicht͏ über͏ eine͏ reale͏ Ausweichmöglichkeit͏ auf͏ derartige͏ austauschbare͏ Produkte͏ verfügen;͏ eine͏Ausnahme͏ wird͏ gemacht,͏ wenn͏ ein͏ bestimmtes͏ -- 67 of 226 -B-4003/2016 Seite 68 Verhalten͏des͏marktbeherrschenden͏Unternehmens͏in͏der͏Zukunft͏zu͏beurteilen͏ ist͏ (vgl.͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B-831/2011͏ Rz.͏ 256͏ ff.,͏ "Six͏ Group";͏ B-7633/2009͏Rz.͏273͏ff.,͏"Preispolitik͏ADSL"). Selbst͏wenn͏im͏vorliegenden͏Fall͏das͏Konzept͏der͏Angebotssubstituierbarkeit͏grundsätzlich͏zur͏Anwendung͏käme,͏wäre͏eine͏E rweiterung͏des͏relevanten͏Markt s͏auf͏die͏Beschaffung͏oder͏Produkti on͏von͏Pay -TV-Inhalten͏ ausgeschlossen.͏Denn͏die͏TV -Plattformanbieter͏müssten͏hierzu͏auf͏einer͏ vorgelagerten͏ Ebene͏ (Rechteerwerb,͏ Content -Produktion,͏ Content -Beschaffung)͏ aktiv͏ werden͏ (vgl.͏ E.͏ 6.1).͏ Die͏ Angebotssubstituierbarkeit͏ kommt͏ indessen͏ insbesondere͏ auf͏ der͏ gleichen͏ Marktstufe͏ zum͏Tragen,͏ d.h.͏wenn͏verschiedene͏Sorten͏oder͏Qualitäten͏eines͏Produkts͏existieren,͏ die͏aus͏der͏Sicht͏der͏Marktgegenseite͏eigentlich͏nicht͏austauschbar͏sind͏ (vgl.͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏a.a.O.,͏S.͏60͏f.;͏ REINERT/WÄLCHLI,͏ BSK-KG,͏ Art.͏4͏Abs. 2,͏Rz.͏ 156͏ff.,͏mit͏zahlreichen͏Beispielen͏aus͏der͏Praxis). Hinzu͏kommt,͏dass͏gerade͏der͏Erwerb͏von͏Sportübertragungsrechten͏entgegen͏der͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏mit͏erheblichen͏Kosten͏ verbunden͏ ist,͏zumal͏die͏entsprechenden͏Vert räge͏über͏mehrere͏Jahre͏abgeschlossen͏werden͏ (vgl.͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏35͏ff.).͏ Diese͏langjährigen,͏in͏der͏Regel͏exklusiven͏Verträge͏stehen͏auch͏der͏Möglichkeit,͏kurzfristig͏ein͏eigenes͏Pay -TV-Sportangebot͏zu͏schaffen,͏entgegen.͏ Dazu͏gesellen͏sich͏die͏ erheblichen͏ finanziellen͏ und͏unternehmerischen͏ Risiken,͏die͏ mit͏der͏ Herstellung͏ eines͏ eigenen͏ Pay-TV-Angebots͏verbunden͏sind,͏worauf͏sogar͏Cinetrade͏selbst͏hingewiesen͏hat ͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏Cinetrade͏ vom͏5.͏September͏2012,͏Rz.͏11,͏69͏und͏72ff.,͏[ act.͏115 ];͏ vgl.͏ auch͏ KLAUS͏ HOLTMANN,͏Pay -TV-Programme,͏in:͏Kaumanns/Siegenheim/Sjurts͏[Hrsg.],͏ Auslaufmodell͏Fernsehen?͏ –͏ Perspektiven͏des͏TV͏in͏der͏digitalen͏Medienwelt,͏Wiesbaden͏2008,͏S.͏ 193).͏ Daran͏ändert͏nichts,͏dass͏U PC͏ im͏Jahre͏ 2016͏die͏Schweizer͏Eishockeyligaübertragungsrechte͏exklu siv͏erwarb͏und͏ auch͏bei͏den͏Schweizer͏Fussballrechten͏zuletzt͏für͏die͏Saisons͏2017/20͏ 18͏"rigoros͏mitbot"͏(vgl.͏Stellungnahme͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏vom͏ 31.͏März͏2021,͏Rz.͏64). ͏ Insofern͏hat͏die͏Vorinstanz͏ zu͏Recht͏die͏ Beschaffung͏ und͏ Produktion͏ von͏ Pay -TV-Inhalten͏ vom͏ relevanten͏ Markt͏ ausgeschlossen.

7.2.7 Sport- und andere Pay-TV-Inhalte

7.2.7.1 Die͏ Vorinstanz͏ liess͏ bisher͏ offen,͏ ob͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Film -͏ und͏Sportkanälen͏jeweils͏eigene͏Märkte͏darstellen;͏sie͏unterschied͏lediglich͏zwischen͏"Premium͏Content"͏und ͏ "Nicht͏Premium͏Content"͏( vgl.͏ RPW͏

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B-4003/2016 Seite 69 2005/2,͏ S. 363͏ff.,͏ Rz.͏ 67,͏ "Swisscom/Cinetrade" ).͏ Unter͏ "Premium͏ Content"͏ wird͏ die͏ Erstausstrahlung͏ von͏ Filmen͏ und͏ Erstübertragungen͏ von͏ Spitzensportveranstaltungen͏ (vgl.͏ RPW͏2005/2,͏S.͏363͏ff.,͏Rz.͏ 60,͏"Swiss com/Cinetrade")͏ respektive͏ attraktive͏ Sport -͏ und͏ Kul turereignisse͏ sowie͏ Blockbusterfilme͏ mit͏ " Superstar-Effekt"͏ ( vgl.͏ angefochtene͏ Verfügung,͏ Rz. 369)͏ verstanden.

7.2.7.2 In͏ihrer͏ Empirischen͏Analyse͏untersuchte͏die͏Vorinstanz͏die ͏ Substitutionsbeziehungen͏zwischen͏Sport -͏ und͏anderen͏Pay -TV-Inhalten͏wie͏ Spielfilmen͏ und͏ Fernsehserien͏ (Kapitel͏ C.1͏ der͏ Empirischen͏ Analyse͏ [act. 421]).͏ Aufgrund͏der͏ fehlenden͏ Möglichkeit,͏die͏Teleclub -Sportkanäle͏ (PPC)͏ unabhängig͏vom͏Teleclub -Basisangebot͏zu͏beziehen,͏beschränkte͏ sie͏ die͏Analyse͏auf͏ das͏Verhältnis͏zwischen͏dem͏PPV -Angebot͏von͏Live Sport-Events͏ und͏ V oD-Spielfilmen.͏ Diese͏ ergab,͏ dass͏ Live -Sport-Events͏ (in͏Form͏von͏PPV)͏und͏VoD -Spielfilme͏nicht͏zum͏gleichen͏Markt͏gehören,͏ da͏kein͏Bruch͏bei͏V oD-Bezügen͏im͏Anschluss͏an͏die͏Preiserhöhung͏vom͏ Juli͏2012͏bei͏den͏Live -Sport-Events͏(PPV)͏erkennbar͏sei,͏im͏Gegensatz͏zu͏ den͏PPV -Bezügen͏ von͏ Live-Sport-Events͏ (Empirische͏Analyse,͏Rz.͏ 15͏und͏ 21͏[act. 421]). Der͏Nachfragerückgang͏beim͏PPV͏nach͏der͏Preiserh öhung͏im͏Juli͏2012͏ von͏Fr.͏2.50͏auf͏Fr.͏3.50͏ pro͏Spiel͏ legt͏nach͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ den͏Schluss͏ nahe,͏dass͏die͏Preissetzungsspielräume͏in͏diesem͏Bereich͏begrenzt͏seien.͏Denn͏trotz͏Kundenwachstums͏bei͏Swisscom͏TV͏und͏ absolut͏betrachtet͏gering er͏Preiserhöhung͏sei͏die͏Anzahl͏PPV -Bezüge͏pro͏ Swisscom͏TV -Kunde͏von͏mehr͏als͏ […]͏ in͏den͏Saisons͏2010/11͏und͏2011/12͏ auf͏ weniger͏ als͏ […]͏ in͏ der͏ Saison͏ 2012/13͏ gefallen͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 433 ff.).͏ Mit͏ diesen͏Angaben͏ bestätigen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ das͏Ergebnis͏der͏ Empirischen͏Analyse,͏dass͏im͏Zeitraum͏nach͏der͏Preiserhöhung͏die͏Nachfrage͏nach͏PPV -Sportevents͏trotz͏generellen͏Kundenwachstums͏zurückgegangen͏ist.͏Sie͏bestreiten͏auch͏nicht͏die͏vorinstanzliche͏ Feststellung,͏ dass͏ die͏ Nachfrage͏ nach͏ VoD -Spielfilmen͏ im͏ gleichen͏ Zeitraum͏ keinen͏ derartigen͏ Einbruch͏ erlitten͏ hat.͏ Insofern͏ sprechen͏ die͏ Äusserungen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ in͏ Rz.͏ 433͏ ff.͏ der͏ Beschwerde͏ nicht͏gegen͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏festgestellten͏fehlenden͏Substituierbarkeit͏von͏PPV -Sportevents͏mit͏VoD -Spielfilmen.͏ Nach͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ist͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏durchgeführte͏Analyse͏ jedoch͏ vom͏Ausgangspunkt͏her͏falsch,͏da͏sie͏sich͏auf͏die͏ Nachfrage͏der͏Endkunden͏beziehe;͏sie͏könne͏daher͏höchstens͏für͏die͏ Abgrenzung͏ der͏ Pay -TV-Endkundenmärkte͏ relevant͏ sein͏ (Beschwerde,͏ Rz. 422͏f.;͏450;͏Replik,͏Rz.͏149 ).͏ Zwar͏hat͏sich͏die͏Analyse͏tatsächlich͏auf͏ -- 69 of 226 -B-4003/2016 Seite 70 die͏Nachfrage͏der͏Endkunden͏ und͏nicht͏auf͏die͏Nachfrage͏der͏TV -Plattformanbieter͏ bezogen.͏ Da͏ein͏TV -Plattformanbieter͏ möglichst͏ viele͏ Kunden͏ an͏sich͏binden͏will,͏ist͏ jedoch͏ nachvollziehbar,͏dass͏er͏sein͏Fernsehangebot͏nach͏den͏Bedürfnissen͏und͏Interessen͏seiner͏Kunden͏ausrichtet ͏ (abgeleitete͏Nachfrage;͏vgl.͏E.͏7.2 ).͏Insofern͏eignet͏sich͏die͏ Empirische͏ Analyse͏ entgegen͏ der͏Ansicht͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏ nur͏ zur͏Abgrenzung͏ der͏ Pay -TV-Endkundenmärkte,͏ sondern͏ auch͏ zur͏Abgrenzung͏ der͏Pay -TV-Bereitstellungsmärkte͏für͏TV -Plattformanbieter.

7.2.7.3 Im͏Übrigen͏ergibt͏sich͏aus͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏vom͏Juni͏ 2013,͏ die͏trot z͏ einzelner͏ Mängel͏ausgewertet͏werden͏kann͏(vgl.͏E.͏ 5.1.3.2,͏ E.͏ 7.2.8.8),͏ dass͏ die͏ Mehrheit͏der͏ TV-Plattformanbieter͏die͏ Teleclub-Programmpakete͏ Cinema,͏ Entertainment͏ und͏ Family ͏ ("Übrige͏ Teleclub -Programmpakete")͏im͏Vergleich͏zu͏den͏Teleclub -Sportangeboten͏ als͏weniger͏ wichtig͏einschätzen͏( vgl.͏ act.͏216,͏218,͏221,͏222,͏227,͏228,͏234,͏238,͏251,͏ 252,͏ 253,͏ 260,͏ 261,͏ 262),͏ eine͏ Minderheit͏ erachtete͏ die͏ Wichtigkeit͏ als͏ gleich͏hoch͏( vgl.͏ act.͏214,͏223,͏235,͏236,͏242,͏257,͏259).͏Kein͏TV -Plattformanbieter͏stufte͏die͏ "Übrigen͏Teleclub -Programmpakete"͏als͏wichtiger͏als͏ die͏Sportangebote͏ein.

7.2.7.4 Weiter͏ wenden͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ zutreffend͏ ein,͏ dass͏ zum͏von͏der͏Vorinstanz͏abgegrenzten͏Markt͏ nicht͏nur͏das͏PPV -Sportangebot,͏ sondern͏ auch͏ das͏ PPC -Sportangebot͏ gehöre͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 427);͏insofern͏hat͏die͏Vorinstanz͏nur,͏aber͏angesichts͏der͏schwierigen͏ Ausgangslage͏ (Koppelung͏ des͏ PPC -Sportangebots͏ mit͏ dem͏ Basisangebot)͏immerhin,͏ einen͏Teil͏d es͏relevanten͏Markt s͏analysiert.͏ Gründe,͏weshalb͏ eine͏ erweiterte͏Analyse͏ unter͏ Einbezug͏ des͏PPC -Sportangebots͏zu͏ grundlegend͏anderen͏Resultaten͏geführt͏hätte,͏bringen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏vor.

7.2.7.5 Darüber͏ hinaus͏ bemängeln͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ dass͏ als͏ Reaktion͏auf͏die͏Preise rhöhung͏im͏Juli͏2012͏nur͏die͏Konsumation͏eines͏ zusätzlichen͏ Films͏ per͏ VoD,͏ nicht͏ aber͏ weitere͏ Handlungsalternativen͏ (Wechsel͏ zum͏ Sportabonnement,͏ Fernsehkonsum͏ im͏ Free -TV)͏ geprüft͏ worden͏seien͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏429͏f.;͏Replik,͏Rz.͏149 ).͏ Da͏es͏bei͏der͏ Empirischen͏Analyse,͏ausgehend͏vom͏Marktgegenstand, ͏ um͏die͏Abgrenzung͏nach͏ Pay-TV-Inhalten͏ geht,͏hat͏die͏Vorinstanz͏sowohl͏den͏Wechsel͏ zum͏ Sportabonnement͏(mit͏mindestens͏den͏gleichen͏Inhalten͏wie͏im͏PPV) ͏ als͏auch͏den͏Fernsehkonsum͏im͏ Free-TV͏als͏mögliches͏ Substitut͏zu͏Recht͏ nicht͏berücksichtigt.͏ Auch͏der͏Umstand,͏dass͏Fernsehzuschauer͏eine͏Mischung͏ unterschiedlicher͏ Inhalte͏ konsumieren͏ (Beschwerde,͏ Rz.͏ 437),͏ -- 70 of 226 -B-4003/2016 Seite 71 spielt͏ bei͏der͏ vorliegend͏ zu͏prüfenden͏ Abgrenzung͏ zwischen͏zwei͏Produkten͏ keine͏Rolle.͏ Zudem͏ist͏nac hvollziehbar,͏d ass͏die͏Vorinstanz͏als͏Handlungsalternative͏ zum͏ PPV -Konsum͏ eines͏ Sportevents͏ den͏ Bezug͏ eines͏ VoD-Films͏geprüft͏hat:͏Beide͏Produkte͏können͏Premium -Contents͏darstellen͏(vgl.͏ KRUSE,͏a.a.O.,͏S.͏8)͏und͏ sind͏ von͏der͏zeitlichen͏Länge͏her͏vergleichbar.͏ Dass͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏ Konsumation͏ eines͏ VoD -Films͏ als͏ Reaktion͏ auf͏ eine͏ Pr eiserhöhung͏ beim͏ PPV͏ als͏ "un realistisch"͏ erachten͏ (Beschwerde,͏Rz.͏429),͏ist͏als͏ weiterer͏ Hinweis͏dafür͏zu͏werten,͏dass͏auch͏ nach͏ impliziter͏ Ansicht͏der͏Beschwerdef ührerinnen͏keine͏Substituierbarkeit͏ zwischen͏diesen͏Produkten͏gegeben͏ist.

7.2.7.6 Auch͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏aufgeführten͏Gründe͏sprechen͏ überzeugend͏dagegen,͏ dass͏Sport -͏ und͏andere͏Pay -TV-Inhalte͏miteinander͏austauschbar͏sind.͏Dor t͏ erklärte͏die͏Vor instanz,͏ dass͏ aufgrund͏ des͏ Liga -,͏ Meisterschafts -͏ oder͏ Tourneebetriebs͏ Sportübertragungen͏eine͏sehr͏starke͏Kundenbindung͏erzielten,͏die͏einen͏ Wechsel͏zu͏anderen͏Inhalten͏unwahrscheinlich͏machten.͏Auch͏in͏zeitlicher͏ Hinsicht͏unterschieden͏ sich͏die͏Inhalte,͏da͏vor͏ihrer͏Verbreitung͏im͏Pay -TV͏ Spielfilme͏ zunächst͏ im͏ Kino͏ und͏ danach͏ auf͏ physischen͏ Datenträgern͏ (DVD,͏Blu -ray͏etc.)͏und͏Fernsehserien͏zunächst͏auf͏physischen͏Datenträgern͏verfügbar͏seien,͏dies͏im͏Gegensatz͏zu͏Sportübertragungen.͏Sc hliesslich͏könnten͏Sportereignisse͏anders͏als͏Spielfilme͏und͏Fernsehserien͏nur͏ innerhalb͏eines͏sehr͏kleinen͏Zeitfensters͏ohne͏Wertverlust͏konsumiert͏werden͏( vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏408). Diese͏Argumente͏teilt͏auch͏ das͏deutsche͏ Bundeskartellamt,͏das͏ Medieninhalte͏wie͏Kinofilme,͏TV -Filme͏ und͏ TV-Serien͏ als͏ nicht͏ mit͏ Fussballübertragungen͏ austauschbar͏ erachtet.͏Es͏begründet͏dies͏mit͏der͏ besonderen͏ Zugkraft͏von͏massenattraktiven͏Sportereignissen ͏ (in͏Deutschland͏namentlich͏die͏Bundesl iga)͏ und͏deren͏geringen͏"Haltbarkeit",͏da͏die͏ Hauptwertschöpfung͏im͏Live -Fenster͏statt findet,͏also͏genau͏zu͏dem͏Zeitpunkt,͏in͏dem͏ das͏ Sportereignis͏ tatsächlich͏ stattfindet͏ (vgl.͏ Beschluss͏ des͏ deutschen͏ Bundeskartellamts͏B 6-32/15͏vom͏11. April͏2016͏Rz.͏87 ͏ f.,͏"Verwertungsrechte͏an͏Fussballspielen͏der͏Bu ndesliga͏und͏der͏2.͏Bundesliga").

7.2.7.7 Schliesslich͏ ergibt͏ sich͏ aus͏ der͏Auswertung͏ der͏Anzahl͏Teleclub Abonnemente,͏dass͏ Sport͏ für͏die͏Mehrzahl͏der͏Teleclub -Abonnenten͏ eine͏ wichtige͏Rolle͏einnimmt:͏ Im͏untersuchung srelevanten͏ Zeitraum͏hatten͏ zwi-

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B-4003/2016 Seite 72 schen͏ca.͏ […] %͏ (Januar͏2008)͏bis͏ […] %͏ (Mai͏2013 )͏der͏Teleclub -Abonnenten͏ nebst͏ dem͏ obligatorischen͏ Basispaket͏ das͏ Sportpaket͏ abonniert͏ (vgl.͏angefochtene͏Verfügung,͏ Rz.͏ 389,͏ inkl.͏ Abbildung͏14 ).͏

7.2.7.8 Zusammenfassend͏ist͏festzuhalten,͏dass͏die͏Vorinstanz͏ zu͏Recht͏ Sport-͏ und͏andere͏Pay -TV-Inhalte͏als͏nicht͏substituierbar͏qualifiziert ͏ (vgl.͏ auch͏ CABRERA͏ BLAZQUEZ͏ et͏al.,͏a.a.O.,͏S.͏20).

7.2.8 Abgrenzung nach Sportinhalten

7.2.8.1 Die͏ Vorinstanz͏ untersuchte͏ des͏ Weiteren͏ die͏ Substitutionsbeziehungen͏ zwischen͏ Einzelspielen͏ und͏ Ligaprodukt,͏ zwischen͏ Ligaprodukt͏ und͏Grossereignissen,͏zwischen͏Schweizer͏Fussball͏und͏Schweizer͏Eishockey,͏ zwischen͏ Schweizer͏ und͏ ausländischen͏ Ligen͏ sowie͏ zwischen͏ Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockey ligen͏ einerseits͏ und͏anderen͏Sportereignissen͏ andererseits. Nach͏Ansicht͏ in͏ der͏ Lehre͏ erweist͏ sich͏ der͏ Grad͏ der͏ funktionellen͏Austauschbarkeit͏umso͏geringer͏bzw.͏ist͏der͏Markt͏eigenständig,͏j e͏grösser͏die͏ Publikumsattraktivität͏ eines͏ Ereignisses͏ ist͏ ( vgl.͏ WEBER/OSTERWALDER,͏ a.a.O.,͏S.͏150,͏mit͏Verweis͏auf͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏392͏ff.). a)͏ Ligaprodukt und Grossereignisse

7.2.8.2 Nach͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏können͏Grossereignisse͏wie͏Fussball -Weltmeisterschaften͏und͏ Fussball-Europameisterschaften͏nicht͏vom͏Ligaprodukt͏abgegrenzt͏werden;͏ auch͏ Grossveranstaltungen͏ könnten͏ eine͏ kontinuierliche͏ Berichterstattung͏ gewährleisten ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 443͏ff.).͏

7.2.8.3 Die͏Fussball -Weltmeisterschaft͏ und͏Fussball -Europameisterschaft͏ finden͏ alle͏ 4͏ Jahre,͏ je͏ in͏ einem͏Abstand͏ von͏ 2͏ Jahren,͏ statt͏ (vgl.͏ Weltweit/WM/Archiv,͏ und͏ Europa/ EM/Archiv,͏ <www.weltfussball.com>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏am͏26.01.2022 ).͏ In͏diesem͏Rhythmus͏und͏Abstand͏werden͏ normalerweise͏ auch͏die͏Olympischen͏Sommer -͏ und͏Wint erspiele͏ausgetragen͏ (vgl.͏ <https://olympics.com/ioc/celebrate-olympic-games>,͏ zuletzt͏abgerufen͏am͏26.01.2022 ).͏ Die͏Eishockey -Weltmeisterschaft͏ findet͏ dagegen͏ jährlich͏ statt͏ (vgl.͏ <https://de.wikipedia.org/wiki/Eishockey-Weltmeisterschaft>,͏ zuletzt͏abgeru fen͏am͏26.01.2022 ). Im͏Rahmen͏der͏ UEFA͏Champions͏League͏ und͏Europa͏League͏ wird,͏abgesehen͏ von͏ einer͏ Sommer -͏ und͏Winter pause,͏ jährlich͏ an͏ über͏ das͏ganze͏ -- 72 of 226 -B-4003/2016 Seite 73 Jahr͏verteilten͏Spieltagen͏gespielt͏( vgl.͏ Europa/Champions͏ League/Archiv,͏ und͏Europa/Europa͏League/Archiv,͏ <www.weltfussball.com>,͏zuletzt͏abgerufen͏ am͏ 26.01.2022 ).͏ In͏ den͏ schweizerischen͏Top -Fussballligen͏ (Super͏ League͏und͏Challenge͏League)͏wird͏jedes͏Jahr,͏wiederum͏unterbrochen͏ von͏ zwei͏ saisonalen͏ Spielpausen,͏ an͏ insgesamt͏ 36͏ sog.͏ Spieltagen͏ gespielt,͏wobei͏"Spieltag"͏nicht͏zwingend͏bedeutet,͏dass͏die͏Spiele͏am͏gleichen͏Tag͏ stattfinden.͏ In͏ der͏ Super͏ League͏ umfasst͏ ein͏ "Spieltag"͏ in͏ der͏ Regel͏ fünf͏Spiele͏an͏einem͏Wochenende,͏wobei͏der͏Spielbeginn͏ zumeist͏ auf͏ Samstagabend͏ respektive͏ Sonntagnachmittag͏ angesetzt͏ ist͏ (vgl.͏ Schweiz/Super͏League/Archiv,͏< www.weltfussball.com>,͏zuletzt͏abgerufen͏ am͏26.01.2022 ).͏ In͏der͏Challenge͏League͏ umfassen͏ die͏Spieltage͏in͏der͏ Regel͏einen͏noch͏grösseren͏Zeitraum͏als͏in͏der͏Super͏League͏(donnerstags͏ oder͏freitags͏bis͏sonntags),͏wobei͏ der͏Spielbeginn͏noch͏stärker͏variiert͏(vgl.͏ Schweiz/Challenge͏ League/Archiv,͏<www.weltfussball.com >,͏zuletzt͏abgerufen͏am͏26.01.2022 ).͏ Daneben͏gibt͏es͏im͏Schweizer͏Fussball͏ den͏ Schweizer͏ Cup͏ mit͏ 6͏ Runden͏ (Spieltagen)͏ pro͏ Jahr͏ ( vgl.͏ Schweiz/ Cup/Archiv,͏ <www.weltfussball.com >,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 26.01.2022 ).͏ Auch͏im͏ Schweizer͏ Top-Eishockey͏ wird͏in͏einem͏Liga -Betrieb,͏seit͏der͏Saison͏2007/08͏"National͏League"͏genannt,͏gespielt ͏ (vgl.͏< https://de.wikipedia.org/wiki/National_League͏ (Eishockey)>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 26.01.2022.͏ Im͏Gegensatz͏zu͏Grossveranstaltungen͏können͏Fussball -͏ und͏ Eishockeyligen͏somit͏eine͏ praktisch͏ über͏das͏ganze͏Jahr͏verteilte͏und͏somit͏ kontinuierliche͏ Berichterstattung͏ gewährleisten. ͏ Gerade͏diese͏ Regelmässigkeit͏spie lt͏für͏das͏Image͏eines͏Programm s͏eine͏grosse͏Rolle͏( vgl.͏ Entscheid͏ der͏ EU -Kommission͏ COMP/C.2 -37.398͏ vom͏ 23.͏ Juli͏ 2003,͏ Rz. 68,͏"UEFA͏Champions͏League" ).͏ Die͏Übertragung͏sportlicher͏Grossereignisse,͏die͏während͏der͏jährlichen͏Pause͏in͏den͏verschiedenen͏Sportligen͏stattfinden,͏stellt͏ –͏ allein͏zeitlich͏gesehen͏ –͏ lediglich͏eine͏Ergänzung͏ zur͏ Liga -Berichterstattung͏ dar.͏ Auch͏ die͏ EU -Kommission͏ unterscheidet͏ zwischen͏Sportanlässen,͏die͏wie͏die͏Fussballligen͏regelmässig͏über͏ einen͏ Grossteil͏des͏ Jahres͏ stattfinden͏und͏Grossanlässen,͏die͏wie͏die͏Fussball WM͏ alle͏ paar͏ Jahre͏ während͏ einer͏ relativ͏ kurzen͏ Zeitperiode͏ stattfi nden͏ (vgl.͏ Entscheide͏der͏EU -Kommission͏COMP/C.2 -37.398͏vom͏23.͏Juli͏2003,͏ Rz.͏ 68,͏ "UEFA͏Champions͏ League";͏ COMP/M.2483͏ vom͏ 13.͏ November͏ 2001,͏Rz.͏20͏f.,͏"Group͏Canal+/ RTL/GJCD/JV"). Internationale͏Grossereignisse͏wie͏Olympische͏Spiele͏oder͏Welt -͏ und͏Europameisterschaften͏beziehen͏ihre͏Anziehungskraft͏aus͏der͏geringen͏Häufigkeit͏ihres͏Stattfindens;͏die͏langen͏zeitlichen͏Abstände͏zwischen͏der͏Austragung͏ zweier͏ Grosswettkämpfe͏ unterstreichen͏ ihre͏ Besonderheit ͏ (vgl.͏ MESSMER,͏ a.a.O.,͏S.͏102).͏ Bei͏den͏Olympisch en͏Spielen͏tragen͏auch͏die͏ -- 73 of 226 -B-4003/2016 Seite 74 mit͏ihnen͏verbundene͏Geschichte,͏die͏weltweite͏Aufmerksamkeit,͏die͏politische͏ Bedeutung͏und͏ das͏ umfassende͏ Programm͏ an͏ Sportarten͏zur͏Attraktivität͏bei͏( vgl.͏ ANDREAS͏ HEINEMANN,͏Sportübertragungsrechte͏im͏europäischen͏Kartellrecht͏am͏Beispiel͏der͏Olympischen͏Spiele,͏in:͏ZEuP͏2006͏ [nachfolgend:͏ HEINEMANN,͏Sportübertragungsrechte],͏S.͏348).

7.2.8.4 Da͏die͏Anzahl͏Spieltage͏respektive͏die͏Anzahl͏Spiele͏pro͏Spielzeit͏ klar͏vorgegeben͏ist,͏kan n͏entgegen͏der͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏ gesagt͏ werden,͏ dass͏ das͏ Ligaprodukt͏ der͏ Vorinstanz͏ "völlig͏ unbestimmt"͏ist͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏441).͏ Zudem͏müssen͏Grossereignisse,͏wozu͏die͏Schweizer͏Fussballligen͏ indessen͏ nicht͏gehören,͏über͏Fr ee-TV͏ausgestrahlt͏werden͏( vgl.͏Anhang͏2͏der͏ Verordnung͏des͏UVEK͏vom͏5.͏Oktober͏2007͏über͏Radio͏und͏Fernsehen ).͏ Free-TV-Übertragungen͏ von͏ sportlichen͏ Grossereignissen͏ machen͏ eine͏ TV-Plattform͏im͏Vergleich͏zu͏anderen͏TV -Plattformen͏nicht͏attraktiver;͏sie͏ gehören͏zum͏Grundangebot͏jeder͏TV -Plattform. Zusammenfassend͏ kann͏ der͏ Schluss͏ gezogen͏ werden,͏ dass ͏ sportliche͏ Grossereignisse͏wie͏Fussball -Weltmeisterschaften͏ aus͏Sicht͏der͏TV -Plattformen͏ nicht͏ mit͏einem͏ Ligaprodukt͏ wie͏der͏Super͏League͏im͏Schweizer͏ Fussball͏ austauschbar͏ sind,͏wie͏die͏Vorinstanz͏nachvollziehbar͏festgestellt͏ hat. b) Schweizer Fussball und Schweizer Eishockey

7.2.8.5 In͏der͏Lehre͏wird͏die͏Ansicht͏vertreten,͏dass͏Fussballübertragungen͏ andere͏ Sportübertragungen͏ e rsetzen,͏ aber͏ nicht͏ selbst͏ substituiert͏ werden͏ können.͏Dieser͏Teilmarkt͏kann͏sogar͏weiter,͏z.B.͏in͏Märkte͏für͏Europameisterschafts-͏ und͏ Weltmeisterschaftsspiele,͏ Champions͏ League -͏ und͏ UEFA -Cup-Spiele,͏ Liga -,͏ Cup -͏ oder͏Amateurspiele͏ unterteilt͏ werden͏ (vgl.͏ OSTERWALDER,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 393͏f.,͏ mit͏ zahlreichen͏ Verweisen͏ auf͏ die͏ Literatur;͏vgl.͏auch͏ CABRERA͏ BLAZQUEZ͏ et͏al.,͏a.a.O.,͏S.͏20 ).

7.2.8.6 Um͏ seine͏ Auffassung,͏wonach͏Spiele͏der͏Schweizer͏Fussballmeisterschaft͏nicht͏zum͏gleichen͏Markt͏gehören͏wie͏Spiele͏der͏Schweizer͏Eishockeymeisterschaft,͏ zu͏ untermauern,͏ führte͏ das͏ Sekretariat͏ der͏ Vorinstanz͏ eine͏weitere͏ Empirische͏ Analyse͏durch.͏ Dabei͏wurde͏ die͏A uswirkung͏ einer͏Angebotsausdehnung͏der͏einen͏Sportart͏(unter͏anderem͏nach͏Ablauf͏ einer͏saisonalen͏Spielpause)͏auf͏die͏Nachfrage͏der͏anderen͏Sportart͏ untersucht͏ (vgl.͏Kapitel͏C.2͏der͏ Empirischen͏Analyse͏[act.͏421]). ͏ Gemäss͏der͏ -- 74 of 226 -B-4003/2016 Seite 75 Analyse͏hat͏ das͏Angebot͏an͏Liv e-Übertragungen͏einer͏Sportart͏keinen͏signifikanten͏ Einfluss͏auf͏ die͏ Nachfrage͏der͏ jeweils͏anderen͏ Sportart.͏Auch͏ die͏Nachfrage͏nach͏Spielen͏einer͏Sportart͏reagier t͏gemäss͏Analyse͏ nicht͏ statistisch͏signifikant͏auf͏die͏Nachfrage͏nach͏Spielen͏der͏anderen͏Spo rtart.͏ Dies͏ ist͏nach͏Auffassung͏der͏Vorinstanz ͏ ein͏deutlicher͏Hinweis͏darauf,͏dass͏ die͏ Übertragung͏ von͏ Spielen͏ der͏ Schweizer͏ Fussballmeisterschaft͏ nicht͏ zum͏gleichen͏Markt͏gehörten͏wie͏Übertragungen͏der͏Spiele͏der͏Schweizer͏ Eishockeymeisterschaft͏( vgl.͏ Ziff.͏36͏der͏ Empirischen͏Analyse͏[act.͏421]). Soweit͏d ie͏Beschwerdeführerinnen͏die͏ Empirische͏ Analyse͏ als͏ nicht͏relevant͏für͏die͏Marktabgrenzung ͏ erachten,͏ ist͏auf͏ vorne,͏ E.͏ 7.2.7.2͏ zu͏verweisen.

7.2.8.7 Trotz͏ ihrer͏ grundsätzlichen͏ Kritik͏ an͏ den͏ Marktbefragungen,͏ namentlich͏zur͏Bedeutung͏des͏Sports͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏684͏ff.),͏ vermögen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏daraus͏Schlüsse͏ für͏die͏Marktbegrenzung͏ abzuleiten͏ (vgl.͏Beschwerde,͏ Rz. 452)͏ –͏ zu͏Recht:͏ Selbst͏wenn͏die͏Fragen͏ 14͏ (wichtigste͏Leistungen͏und͏Inhalte͏für͏Ku ndengewinnung͏bzw.͏Kundenbindung)͏ und͏15͏ (Bedeutung͏der͏Live -Ausstrahlung͏exklusiver͏Sportereignisse͏für͏Kundengewinnung͏bzw.͏Kundenbindung) ͏ der͏ersten͏Marktbefragung͏vom͏Mai͏2012 ͏ anders͏hätten͏formuliert͏werden͏können,͏können͏die͏ Antworten͏der͏TV -Plattformanbieter͏verwertet͏werden.͏Denn͏ die͏TV -Plattformanbieter͏ konnten͏ sich͏ nicht͏ nur͏ bei͏ diesen͏ beiden͏ Fragen,͏ sondern͏ auch͏bei͏Frage͏18͏(weitere͏Bemerkungen)͏ zur͏Bedeutung͏des͏Sports ͏ äussern.͏ Insgesamt͏ergibt͏sich͏ein͏genügend͏klares͏Bild͏zur͏Wichtigkeit͏des͏ Sports͏und͏einzelner͏Sportinhalte͏aus͏Sicht͏der͏TV -Plattformanbieter.͏Ein͏ Teil͏nannte͏ explizit͏ Fussball͏( vgl.͏ act.͏35,͏39,͏40,͏ 47,͏66,͏70,͏ 90),͏ein͏Teil͏ nannte͏ Fussball͏und͏Eishoc key͏ zusammen͏ (vgl.͏ act.͏30,͏36,͏38,͏48,͏51,͏58,͏ 59,͏84,͏94,͏ 95),͏ein͏einziger͏TV -Plattformanbieter͏nannte͏lediglich͏explizit͏ Eishockey͏( vgl.͏ act. 42)͏und͏der͏grösste͏Teil͏der͏Anbieter͏erwähnte͏allgemein͏die͏grosse͏Bedeutung͏von͏Sport͏respektive͏von͏Live -Sportevents͏im͏ Allgemeinen͏ (vgl.͏ act. 24,͏26,͏27,͏ 44,͏45,͏55,͏60,͏61,͏63,͏67,͏68,͏ 89,͏93,͏ 97,͏ 101,͏ 104,͏ 105,͏ 106,͏ 108).͏ Wie͏ die͏Antworten͏ ausfielen,͏ hing͏ namentlich͏ auch͏von͏der͏Ausstrahlungskraft͏eines͏Fussball -͏ oder͏Eishockeyclubs͏im͏ Verbreitungsgebiet͏ des͏ befragten͏ TV -Plattformanbieters͏ ab.͏ So͏ wurde͏ etwa͏die͏grosse͏Bedeutung͏des͏Fussballs͏in͏der͏ Region͏Basel͏aufgrund͏ des͏ erfolgreichen͏ FC͏Basel͏betont͏( vgl.͏ act.͏ 47,͏70 ).

7.2.8.8 Auch͏die͏ zweite͏ Marktbefragung͏ vom͏Juni͏2013͏ kann͏trotz͏ einzelner͏ Mängel͏ ausgewertet͏ werden.͏ So͏ weisen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ zu͏Recht͏darauf͏hin,͏dass͏ die͏Frage,͏wie͏wichtig͏die͏Verfügbarkeit͏von͏be-

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B-4003/2016 Seite 76 stimmten͏Sportligen͏für͏die͏Kundengewinnung͏und͏ -bindung͏ist,͏eher͏einseitig͏formuliert͏war,͏da͏vor͏allem͏Fussballligen ͏ namentlich͏erwähnt͏wurden͏ (vgl.͏ etwa͏Frage͏ 16͏von͏act.͏ 185).͏Trotzdem͏ haben͏ einige͏ Unternehmen͏ andere͏Sportligen͏ speziell͏genannt͏ (vgl.͏act.͏223,͏227,͏ 262,͏279)͏respektive͏ das͏zusätzlich͏zu͏den͏Fussball -͏ und͏Eishockeyligen͏aufgeführte͏ ATP͏World͏ Tour͏ ( Tennis)͏ als͏ wichtig͏ bewertet,͏ worauf͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ selbst͏hinweisen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏693).͏ Hinsichtlich͏der͏hier͏relevanten͏Abgrenzung͏ des͏ Schweizer͏Fussball s͏ vom͏ Schweizer͏Eishockey͏ ergab͏ die͏Marktbefragung,͏dass͏die͏meisten͏TV -Plattformanbieter͏ die͏Verfügbarkeit͏der͏ Super͏League͏(Fussball͏Schweiz)͏und͏ der͏ National͏League͏A͏(Eishockey͏Schweiz)͏ auf͏Ihrer͏TV -Plattform͏ als͏gleichermassen͏sehr͏wichtig ͏ für͏ die͏Kundengewinnung͏und͏ -bindung͏ erachten͏(vgl.͏ act.͏ 214,͏218,͏221,͏222,͏ 223,͏234,͏235,͏238,͏ 242,͏251,͏252,͏253,͏257,͏259,͏260,͏261,͏262,͏279).͏Drei͏ Anbieter͏erachteten͏nur͏die͏Super͏League͏als͏sehr͏wichtig͏und͏damit͏wichtiger͏als͏die͏National͏League͏A͏(vgl.͏act. 216,͏227,͏236).͏ Lediglich͏ ein͏einziger͏Anbieter͏stufte͏die͏National͏League͏A͏als͏sehr ͏ wichtig͏und͏gleichzeitig͏ wichtiger͏als͏die͏Super͏League͏A͏ein͏(vgl. act.͏228).

7.2.8.9 Entgegen͏der͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ist͏der͏auf͏Monatsdaten͏basierende͏Erhebungszeitraum͏der͏ Empirischen͏Analyse͏nicht͏ ungeeignet͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏454),͏da͏sich ͏ die͏Analyse͏ die͏ saisonalen͏ Spielpausen͏zu͏Nutze͏macht. ͏ Diese͏dauern͏mehrere͏Wochen͏und͏f anden͏ im͏ relevanten͏ Untersuchungszeitraum͏ wie͏ folgt͏ statt:͏ In͏ der͏ Schweizer͏ Fussballmeisterschaft͏ (Super͏ League )͏ gab͏ es͏ eine͏ Sommerpause͏ zwischen͏ ca.͏ Ende͏Mai͏bis͏ Mitte͏ Juli͏und͏eine͏Winterpause͏zwischen͏ Anfang͏ Dezember͏bis͏ Anfang͏Februar.͏Die͏Sommerpause͏in͏der ͏ Schweizer͏ Eishockeymeisterschaft͏ dauerte͏ von͏ ca.͏ Mitte͏ April͏ bis͏ Mitte͏ September;͏ eine ͏ Winterpause͏ fand͏ keine͏ statt͏ (vgl.͏ die͏ Spielplanübersich ten͏ vergangener͏ Jahre͏ auf:͏ <www.sport.de/fussball/schweiz-super-league>͏ und͏ <www.sport.de/eishockey/schweiz-nla>).͏ Somit͏starten͏und͏enden͏die͏verschiedenen͏Fussball -͏ und͏Eishockeymeisterschaften͏in͏unterschiedlichen͏ Monaten,͏was͏ein͏Abstellen͏auf͏monatlic he͏Daten͏zulässt. Da͏es͏bei͏der͏Analyse͏darum͏geht,͏ob͏ Spiele͏der͏Schweizer͏Fussballmeisterschaft͏ durch͏ Spiele͏der͏Schweizer͏Eishockeymeisterschaft ͏ substituierbar͏ sind,͏ ist͏ zudem͏ unerheblich,͏ ob͏die͏Fernsehzuschauer͏ andere͏Sportübertragungen͏konsumieren͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏455).

7.2.8.10 Aus͏ ökonomischer͏ Sicht͏ ist͏ g emäss͏ einer͏ vom͏ Bundesamt͏ für͏ Sport͏(BASPO)͏in͏Auftrag͏gegebenen͏Studie͏die͏in͏der͏Schweiz͏wichtigste͏ Sportart͏der͏Fussball͏mit͏einem͏Anteil͏von͏47 %͏an͏sämtlichen͏Sportveranstaltungen.͏Der͏direkte͏Gesa mtumsatz͏der͏Fussballveranstaltungen͏betrug͏

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B-4003/2016 Seite 77 im͏Jahr͏2006͏367͏Mio.͏Fr.,͏was͏31 %͏des͏direkten͏Gesamtumsatzes͏aller͏ Sportveranstaltungen͏ betrug.͏Auf͏ dem͏ zweiten͏ Platz͏ folgt͏ Eishockey͏ mit͏ rund͏10'000͏Veranstaltungen͏(5 %͏aller͏Sportveranstal tungen͏und͏158͏Mio.͏ Fr.͏ direktem͏ Gesamtumsatz.͏ An͏ dritter͏ Stelle͏ folgt͏ Tennis͏ ( vgl.͏ ERNI͏ BAUMANN͏ et͏al.,͏Wirtschaftliche͏Bedeutung͏der͏Sportveranstaltungen͏in͏der͏ Schweiz,͏Kurzfassung,͏Magglingen͏2008,͏S.͏4). ͏ Auf͏diese͏Sportarten͏sowie͏ unter͏anderem͏auch͏Formel͏1͏fokussiert ͏ denn͏auch͏die͏Medienberichterstattung͏ ( vgl.͏ ERNI͏ BAUMANN͏ et͏ al.,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 16). ͏ Zudem͏ wurde͏ in͏ der͏ BASPO-Studie͏ festgestellt,͏ dass͏ die͏ meisten͏ Sportgrossveranstaltungen͏ (Sportveranstaltung͏mit͏einem͏Budget͏von͏m indestens͏1͏Mio.͏Fr.,͏ Ausstrahlung͏im͏Fernsehen͏sowie͏eine͏Mindestzahl͏von͏beteiligten͏Sportlern,͏Funktionären͏oder͏Zuschauern)͏im͏Fussball͏stattfinden ͏ (vgl.͏ ERNI͏ BAUMANN͏ et͏ al.,͏a.a.O.,͏S.͏5͏und͏15).

7.2.8.11 Insofern͏ ist͏ die͏ Feststellung͏ der͏ Vorinstanz,͏ wonach͏ Fussball͏ in͏ der͏ Schweiz͏ bezüglich͏Zuschauerinteresse,͏Medienberichterstattung͏und͏ bezüglich͏der͏generierten͏Umsätze͏eine͏herausragende͏Stellung͏ein nimmt,͏ Eishockey͏ aber͏ über͏eine͏ähnlich͏gewichtige͏Stellung͏ verfügt͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 424),͏nachvollziehbar.͏ Entsprechend͏fielen͏a uch͏die͏bei͏den͏TV Plattformanbietern͏gemachten͏Marktbefragungen͏aus͏(vgl.͏weiter͏vorne).͏ Die͏Resultate͏lassen͏nicht͏den͏Schluss͏zu,͏dass͏die͏Spiele͏der͏Schweizer͏ Fussballmeisterschaft͏aus͏Sicht͏der͏TV -Plattformbetreiber͏mit͏Spielen͏der͏ Schweizer͏Eishockey meisterschaft͏substituierbar͏sind. Zusammenfassend͏ist͏ somit͏ festzuhalten,͏ dass͏die͏Vorinstanz͏zutreffend͏ einen͏Markt͏für͏ Spiele͏der͏Schweizer͏Fussballmeisterschaft͏ vom͏Markt͏für͏ Spiele͏der͏Schweizer͏Eishockeymeisterschaft ͏ abgegrenzt͏hat. c) Schweizer Ligen und ausländische Ligen

7.2.8.12 Nach͏Ansicht͏ der͏ Beschwerdeführerinnen ͏ grenzt͏ d ie͏ Vorinstanz͏ zu͏ Unrecht͏ die͏ relevanten͏ S chweizer͏ von͏ den͏ jeweiligen͏ aus ländischen͏ Fussballübertragungen͏ ab;͏ mangels͏ einer͏ Empirischen͏ Analyse͏ sei͏ die͏ Vorinstanz͏ auch͏ gar͏nicht͏in͏der͏ Lage,͏abschliessende͏Schlussfolgerungen͏ zu͏ziehen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏457͏ff.). Die͏Vorinstanz͏ hat͏ in͏der͏Tat͏zu͏dieser͏Fragestellung͏keine͏ Empirische͏ Analyse͏vorgenommen.͏Sie͏hat͏jedoch͏ die͏ Nachfrage͏ der͏Teleclub -Zuschauer,͏ gemessen͏an͏ der͏ Anzahl͏bezogener͏ PPV-Spiele͏ pro͏Saison͏ und͏Liga͏ ausgewertet.͏ Sie͏ kam͏ dabei͏ zum͏ Schluss,͏ dass͏ d ie͏ Zuschauerzahlen͏ von͏ Schweizer͏Fussball͏und͏Eishockey͏zusammen ͏ die͏Nachfrage͏nach͏ "allen͏ übrigen͏Ligen "͏ (Bundesliga,͏Serie͏A,͏ Premier͏League,͏ Primera͏División͏&͏ -- 77 of 226 -B-4003/2016 Seite 78 Copa͏ del͏Rey,͏ Ligue͏1,͏UEFA͏Champions͏League,͏UEFA͏Europa͏League)͏ deutlich͏übersteig e͏ (vgl.͏Verfügung,͏ Rz. 431). Dieses Resultat erklärt sie damit, dass die emotionale Bindung bei ausländischen Ligen eine vergleichsweise kleine Bevölkerungsgruppe betreffe. Die Medienberichterstattung über die ausländischen Ligen fokussiere sich neben offensichtlichen Spitzenspielen auf Spiele und Mannschaften mit Schweizer Akteuren. Ein weiteres Indiz für eine Unterscheidung zwischen nationalen und ausländischen Ligen seien die niedrigeren Preise für die ausländischen Übertragungsrechte, obwohl die sportliche Qualität der Spiele in diesen Ligen zu einem grossen Teil wohl höher zu bewerten seien (vgl. Verfügung, Rz. 431).

7.2.8.13 Die Beschwerdeführerinnen weisen zu Recht darauf hin, dass gerade für ausländische Ligen weitere Zuschauerzahlen hätten berücksichtigt werden müssen (vgl. Beschwerde, Rz. 459). Namentlich hat es die Vorinstanz versäumt, die Zuschauerzahlen für die US-amerikanische NHL zu ermitteln. Dies hätte immerhin einen Vergleich zwischen der Nachfrage nach Spielen der schweizerischen Eishockeymeisterschaft und der Nachfrage nach Spielen der ausländischen NHL-Eishockeymeisterschaft ermöglicht. Jedoch ist darauf hinzuweisen, dass nur ein geringer Teil der TV-Plattformanbieter die Verfügbarkeit der NHL auf ihrer Plattform als wichtig oder sehr wichtig einstufte (vgl. act. 242, 257, 260). Im Gegensatz dazu erachten 22 TV-Plattformanbieter die Schweizer Eishockeymeisterschaft (NLA) als wichtig oder sehr wichtig (vgl. act. 214, 216, 218, 221, 223, 227, 228, 230, 234, 235, 236, 238, 242, 251, 252, 253, 257, 259, 260, 261, 262, 279).

7.2.8.14 Abgesehen davon zeigt die Auswertung der PPV-Zuschauerzahlen, dass die schweizerische Eishockeymeisterschaft […] Nachfrage nach sich zog. Im Weiteren belegt der von der Vorinstanz angestellte Vergleich die […] grössere Beliebtheit der Schweizer Fussballigen im Unterschied zu den ausländischen Fussballigen bei den Zuschauern. Der Umstand, dass die Nachfrage nach der italienischen Serie A in der Saison 2012/13 nah an die Nachfrage nach den schweizerischen Fussballigen herankam, lässt sich mit der in der Saison 2012/13 erfolgten Angebotserweiterung betreffend die Super League-Spiele im Free-TV erklären (Übertragung von 36 statt 9 respektive 10 Spielen pro Saison). Zwar weisen die Beschwerdeführerinnen schliesslich zu Recht darauf hin, dass gemäss der zweiten Marktbefragung vom Juni 2013 die Mehrheit der TV-Plattformanbieter ausländische Fussballübertragungen als ebenso -- 78 of 226 -B-4003/2016 Seite 79 wichtig erachtet wie die inländischen Fussballübertragungen (vgl. Beschwerde, Rz. 460; act. 214, 216, 218, 221, 222, 223, 227, 228, 234, 236, 242, 252, 257, 259, 262). Doch stuften sieben Anbieter inländische Ligen als wichtiger als ausländische Ligen ein (vgl. act. 235, 238, 251, 253, 260, 261, 279).

7.2.8.15 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Vorinstanz angesichts der klaren Ergebnisse bei der PPV-Zuschauerauswertung und der zweiten Marktbefragung zu Recht einen Markt für Schweizer Eishockeyübertragungen abgegrenzt hat. Hinsichtlich der Schweizer Fussballübertragungen zeigt sich bei der Marktbefragung ein etwas weniger deutliches Bild; zusammen mit den eindeutigen Ergebnissen bei der PPV-Zuschauerauswertung ergibt sich indessen, dass die Vorinstanz zu Recht auch einen Markt für Schweizer Fussballübertragungen abgegrenzt hat, da ausländische Fussballübertragungen eine geringere Breitenwirkung haben (vgl. bereits in diesem Sinne: Beschlüsse des deutschen Bundeskartellamts B6-32/15 vom 11. April 2016 Rz. 87 und B6-114/10 vom 2. Januar 2012 Rz. 32, "Verwertungsrechte an Fussballspielen der Bundesliga und der 2. Bundesliga"; Entscheidung der EU-Kommission COMP/C.2-37.398 vom 23. Juli 2003 Rz. 61, "Gemeinsame Vermarktung der gewerblichen Rechte an der UEFA Champions League").

7.2.8.16 Kaum begründet hat die Vorinstanz, weshalb sie ausser den drei nationalen Märkten für die Bereitstellung von ausländischen Fussballübertragungen im Rahmen der Bundesliga, der Primera División (La Liga) & Copa del Rey sowie der Serie A keine weiteren Märkte für die Bereitstellung von ausländischen Fussballübertragungen (namentlich UEFA Champions und Europa League, Premier League und Ligue 1) abgegrenzt hat. An der Korrektheit der Marktabgrenzung ändert sich aber nichts: Wie sich aus Tabelle 14 der angefochtenen Verfügung ergibt, handelt es sich bei der Bundesliga, der Primera División (La Liga) & Copa del Rey und der Serie A um diejenigen mit […] PPV-Nachfrage. Abgrenzungskriterium ist somit wie bei der Abgrenzung gegenüber den Schweizer Fussballübertragungen gegenüber den ausländischen Fussballübertragungen die Breitenwirkung dieser Meisterschaften. Hinzu kommt, dass Champions- und Europa League-Spiele mit Schweizer Beteiligung im Free-TV übertragen werden (vgl. Verfügung, Rz. 449) und insofern nicht einen relevanten Markt betreffen (vgl. nachfolgende E. 7.2.9).

7.2.8.17 Die Beliebtheit der ausländischen Ligen lässt sich auch mit den Resultaten der zweiten Marktbefragung vom Juni 2013 belegen. Bei den als "sehr wichtig" oder "wichtig" eingestuften ausländischen Ligen stechen

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B-4003/2016 Seite 80 die UEFA Champions League und UEFA Europa League mit 18 respektive

17 Nennungen hervor (vgl. act. 214, 218, 221, 222, 223, 227, 228, 234, 235, 236, 242, 252, 253, 257, 259, 261, 262, 279). Danach folgen bereits die deutsche Bundesliga mit 14 Nennungen im Bereich "sehr wichtig" oder "wichtig" (vgl. act. 214, 216, 218, 221, 222, 223, 234, 235, 236, 238, 252, 259, 260, 262), die italienische Serie A mit 12 Nennungen (vgl. act. 214, 216, 218, 221, 222, 234, 235, 236, 238, 259, 260, 262), die englische Premier League mit 11 Nennungen (vgl. act. 214, 216, 218, 221, 227, 228, 236, 238, 260, 261, 262), die spanische La Liga mit 8 Nennungen (vgl. act. 214, 218, 221, 228, 238, 259, 261, 262) und die französische Ligue 1 mit 4 Nennungen (vgl. act. 218, 260, 261, 262). d) Schweizer Fussball- und Eishockeyligen und andere Sportereignisse

7.2.8.18 Die͏Beschwerdeführerinnen͏plädieren͏für͏eine͏Marktabgrenzung͏ unter͏Einbezug͏weiterer͏Premium -Sportinhalte͏ wie͏ Tennis,͏ Formel͏1,͏Golf,͏ Boxen,͏ Skisport,͏ Basketball͏ etc.).͏ Zudem͏ kritisieren͏ sie,͏ dass͏ die͏ Vorin stanz͏den͏Ausschluss͏von͏Tennis,͏Formel͏1͏und͏Golf͏vom͏relevanten͏Markt͏ nicht͏ mit͏ einer͏ Empirischen͏ Analyse͏ unterlegt͏ hat ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 462͏ff.).͏ In͏ der͏ Tat͏ hat͏die͏Vorinstanz͏ auch͏ für͏diese͏Marktabgrenzung͏keine͏ Empirische͏ Analyse͏durchgeführt.͏Sie͏hat͏aber͏im͏Rahmen͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏die͏TV -Plattformanbieter͏nach͏der͏Wichtigkeit͏ einiger͏ Sportveranstaltungen͏befragt.͏Dabei͏wurden͏ausser͏ den͏Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockeyligen͏ (23͏respektive͏22͏ Nennungen,͏vgl.͏ac t.͏214,͏216,͏218,͏221,͏ 222,͏223,͏227,͏228,͏230,͏234,͏235,͏ 236,͏238,͏242,͏251,͏252,͏253,͏257,͏259,͏ 260,͏261,͏262,͏279 )͏ folgende͏Sportveranstaltungen͏als͏wichtig͏oder͏sehr͏ wichtig͏erachtet:͏ Tennis͏ mit͏11͏Nennungen͏ (vgl.͏ act.͏218,͏222,͏ 223,͏228,͏ 230,͏ 234,͏ 235,͏ 252,͏ 257,͏ 259,͏ 279),͏ Formel͏ 1͏ mit͏ 3͏ Nennungen͏ (vgl.͏ act. 221,͏ 223,͏279),͏Skisport͏mit͏ 2͏ Nennungen͏( vgl.͏ act.͏223,͏230)͏sowie͏ mit͏je͏einer͏Nennung͏Golf͏ (vgl.͏ act.͏227)͏ und͏die͏Basketballliga͏NBA͏( vgl.͏ act.͏257).͏ Damit͏ hat͏die͏Vorinstanz͏ glaubwürdig͏ belegt,͏dass͏ aus͏Sicht͏der͏ TV-Plattformanbieter͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyligen͏ deutlich͏ wichtiger͏ sind͏ als͏Tennis,͏Formel͏1,͏Skisport,͏Golf͏oder͏Basketball.͏ Offenbar͏ haben͏ diese͏ letzteren͏ Sportarten͏ eine͏ geringere͏ Breitenwirkung͏ als͏ Fussball͏und͏Eishocke y,͏weswegen͏keine͏Austauschbarkeit͏anzunehmen͏ ist͏(vgl.͏bereits͏in͏diesem͏Sinne,͏jedoch͏auch͏Eishockey͏als͏Sport͏mit͏geringerer͏Breitenwirkung͏qualifizierend:͏ Beschlüsse͏ des͏deutschen͏Bundeskartellamts͏ B6-32/15͏ vom͏11. April͏2016͏ Rz.͏8 7͏ und͏ B6-114/10͏ vom͏ 2.͏Januar͏2012͏ Rz.͏32,͏"Verwertungsrechte͏an͏Fuss ballspielen͏der͏Bundesliga͏ -- 80 of 226 -B-4003/2016 Seite 81 und͏ der͏ 2.͏ Bundesliga ";͏ Entscheidung͏ der͏ EU -Kommission͏ COMP/C.237.398͏ vom͏23.͏Juli͏2003,͏Rz. 61,͏ "Gemeinsame͏Vermarktung͏der͏gewerblichen͏Rechte͏an͏der͏UEFA͏Champion s͏ League").

7.2.8.19 Nach͏der͏Studie͏"Sport͏Schweiz͏2008",͏ auf͏welche͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏hinweisen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏694),͏hat͏bei͏den͏Medienkonsumenten͏Fussball͏die͏grösste͏Bedeutung,͏gefolgt͏von͏Tennis͏und͏alpinem͏Skisport;͏Eishockey͏wird͏ hingegen͏ erst͏ an͏vierter͏Stelle͏erwähnt͏(vgl.͏ MARKUS͏ LAMPRECHT/ADRIAN͏ FISCHER/HANSPETER͏ STAMM,͏ Sport͏ Schweiz͏ 2008:͏ Das͏Sportverhalten͏der͏Schweizer͏Bevölkerung,͏Magglingen͏2008,͏ S.͏37).͏ Da͏es͏bei͏dieser͏Umfrage͏um͏den͏Medienkonsum͏insgesamt͏ (Fernsehen,͏Radio,͏Internet,͏ Zeitungen)͏ ging,͏ist͏ indessen͏ nicht͏erstellt,͏ob͏die͏ befragten͏Personen͏bei͏der͏Frage͏nach͏den͏bevorzugten͏Pay -TV-Inhalten͏ anders͏ geantwortet͏ hätten.͏ Daher͏ ist͏ diese͏ Umfrage͏ von͏ geringerer͏ Beweiskraft.

7.2.9 Abgrenzung zwischen Pay-TV und Free-TV

7.2.9.1 Die͏ ihrer͏ Ansicht͏ nach͏ fehlende͏ Substituierbarkeit͏ von͏ Pay -TV͏ durch͏ Free -TV͏ begründet͏ die͏ Vorinstanz͏ –͏ entsprechend͏ der͏ Praxis͏ der͏ EU-Kommission͏ –͏ zunächst͏mit͏den͏ unterschiedlichen͏Finanzierungsmodellen:͏ Während͏ beim͏Pay -TV͏ von͏den͏Konsumenten͏direkte͏Entgelt e͏entrichtet͏ werden,͏ finanziert͏ sich͏ das͏ Free -TV͏ mit͏ der͏ Rundfunkgebühr͏ und/oder͏ Werbeeinnahmen͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏440;͏ vgl.͏auch͏ CHRISTINA͏ KLAMBAUER,͏ Zugang͏zu͏Sportübertragungsrechten,͏ in:͏ Rolf͏ H.͏ Weber/Simon͏Osterwalder͏[Hrsg.],͏Zugang͏zu͏Premium͏Cont ent,͏Zürich͏2006,͏S.͏82͏ f.;͏ HEINEMANN,͏Sportübertragungsrechte,͏ S.͏345;͏ Entscheide͏der͏EU -Kommission͏ COMP/M.2876͏ vom͏ 2.͏ April͏ 2003,͏ Rz.͏ 37,͏ "Newscorp/Telepiù";͏ COMP/M.2483͏ vom͏ 13.͏ November͏ 2001,͏ Rz.͏ 20,͏ "Group͏ Canal+/RTL/ GJCD/JV";͏ COMP͏ IV/M.993͏ vom͏ 27.͏ Mai͏ 1998,͏ Rz.͏ 18,͏ "Bertelsmann/ Kirch/Premiere"). Zudem͏erklärt͏die͏Vorinstanz ͏ zu͏Recht,͏dass͏Übertragungsrechte͏ für͏ Premium-Inhalte͏ normalerweise͏ separat͏fürs͏Pay -TV͏verkauft͏ würden,͏so͏ dass͏ gewisse͏ Veranstaltungen͏ exklusiv͏ dem͏ Pay -TV͏ vorbehalten͏ seien,͏ während͏andere͏Produkte͏parallel͏ oder͏ später͏ im͏ Free -TV͏verbreitet͏ werden͏ könnten͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏441). Hauptsächlich͏ begründete͏ die͏ Vorinstanz͏ die͏ fehlende͏ Substituierbarkeit͏ von͏Pay -TV͏durch͏Free -TV͏dadurch,͏dass͏ in͏der͏Saison͏2012/13͏ die͏Anzahl͏ PPC-Abonnemente͏ konstant͏ und͏ die͏ PPV-Bezüge͏ für͏ NLA -͏ und͏ Super͏ League-Spiele͏ weitgehend͏konstant͏ geblieben͏ seien,͏obwohl͏die͏SRG͏ (und͏ -- 81 of 226 -B-4003/2016 Seite 82 damit͏ das͏ Free -TV)͏ für͏ jene͏ Saison͏ die͏ Super͏ League -Berichterstattung͏ von͏9͏bis͏10͏Spielen͏auf͏36͏Spiele͏massiv͏erweitert͏hat͏(vgl.͏angefochtene͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 443͏ff.,͏mit͏ Verweis͏auf͏ die͏ Abbildung͏ 14͏ in͏ Rz.͏ 389͏ und͏ Abbildung͏ 18͏ in͏Rz.͏ 447).

7.2.9.2 Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ dagegen͏ argumentieren,͏ der͏ fehlende͏R ückgang͏bei͏den͏PPC -Abonnementen͏könne͏ebenso͏dahingehend͏interpretiert͏werden,͏dass͏Sport͏für͏die͏Mehrzahl͏der͏Teleclub -Abonnenten͏gar͏nicht͏entscheidend͏sei ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏483͏f.),͏kann͏ihr͏ angesichts͏ der͏ steigenden͏Anzahl͏ Sportabonnemente͏ im͏ Verh ältnis͏ zum͏ obligatorischen͏ Basisabonnement͏ (vgl.͏ angefochtene͏ Verfügung,͏ Tabelle͏ 14͏in͏Rz. 389)͏nicht͏gefolgt͏werden. Dagegen͏ weisen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ wohl͏ zu͏ Recht͏ darauf͏ hin,͏ dass͏Abwanderungsbewegungen͏von͏Kunden͏grundsätzlich͏erst͏mit͏einer͏ gewissen͏Zeitverzögerung͏nach͏Produktänderungen͏stattfänden͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 479͏ ff.),͏ selbst͏ wenn͏ die͏ Ausweitung͏ des͏ Free -TV-Programmangebots͏ im͏ November͏ 2011͏ angekündigt͏ worden͏ ist͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏507).͏Da͏die͏Analyse͏nur͏den͏Zeitraum͏bis͏Mai͏2013 ͏ berücksichtigt,͏ist͏die͏Tatsache,͏dass͏die͏ Anzahl͏PPC -Abonnemente͏ nach͏der͏Angebotserweiterung͏im͏Free -TV͏(Sommer͏2012)͏ konstant͏ geblieben͏sind,͏mit͏ Vorsicht͏zu͏geniessen.͏Dies͏gilt͏jedoch͏nicht͏für͏PPV -Bezüge,͏da͏dort͏keine͏ Kündigungsfristen͏zu͏beachten͏sind,͏worauf͏die͏Vorinstanz͏zutreffend͏hingewiesen͏hat͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏52).

7.2.9.3 Bezüglich͏der͏PPV -Bezüge͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏ Tabelle͏14͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏hin͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏486).͏ Diese͏ b estätigt,͏ dass͏ die͏Anzahl͏ der͏ PPV -Bezüge͏ für͏ Schweizer͏ Eishockeyübertragungen͏trotz͏der͏ Preiserhöhung͏im͏ Juli͏2012͏relativ͏konstant͏ geblieben͏ist͏( […]͏ Bezüge͏in͏der͏Saison͏2011/12͏im͏Vergleich͏zu͏ […]͏ Bezügen͏in͏der͏Saison͏2012/13,͏vgl.͏Tabelle͏14͏in͏der͏an gefochtenen͏Verfügung).͏Mit͏den͏Beschwerdeführerinnen͏ist͏dafür͏zu͏halten,͏dass͏angesichts͏ von͏ […]͏ PPV-Bezügen͏für͏Schweizer͏Fussballübertragungen͏in͏der͏Saison͏ 2011/12͏ und͏ […]͏ Bezügen͏ in͏der͏Saison͏2012/13͏ nicht͏von͏einer͏leichten͏ Abnahme͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏447),͏sondern͏ von͏eine m͏ […]͏ Rückgang͏ gesprochen͏werden͏ muss͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏486,͏mit͏Verweis͏auf͏Tabelle͏ 14͏in͏Rz.͏431͏der͏angefochtenen͏Verfügung).͏ Welche͏Faktoren͏letztlich͏zu͏ diesem͏Rückgang͏geführt͏haben͏(Angebotserweiterung͏im͏Free -TV,͏Prei serhöhung͏im͏Pay -TV͏oder͏andere͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏aufgezählte͏ Gründe),͏ kann͏ nicht͏ mit͏ letzter͏ Sicherheit͏ bestimmt͏ werden.͏ Dennoch͏kann͏festgehalten͏werden,͏dass͏in͏der͏Saison͏2012/13͏die͏Nachfrage͏ -- 82 of 226 -B-4003/2016 Seite 83 nach͏Fussballübertragungen͏im͏PPV͏trotz͏Angebot serweiterung͏im͏Free TV͏und͏Preiserhöhung͏im͏Juli͏2012͏immer͏noch͏hoch͏war. Zudem͏bemängeln͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏dass͏die͏Vorinstanz͏alternative͏Erklärungsmöglichkeiten͏für͏den͏fehlenden͏Rückgang͏bei͏den͏PPC Abonnementen͏ (vgl.͏ Abbildung͏ 14)͏ unberücksichtigt͏ lasse͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏482͏ff.).͏ Wie͏die͏Vorinstanz͏anhand͏de s͏ hohen͏ Anteils͏ an͏ abonnierten͏ Teleclub -Sportpaketen͏ (über͏ […] %)͏ aufzeigte,͏ sind͏ die͏ im͏ Pay-TV͏gezeigten͏Sportinhalte͏ein͏wahrscheinlicher͏Grund͏ für͏die͏fehlende͏ Substituierbarkeit͏von͏Pay -TV͏mit͏Free -TV͏(vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏53,͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ Abbildung͏ 14͏ in͏ Rz. 389͏ der͏ angefochtenen͏ Verfügung ).͏ Aufgrund͏der͏deutlichen͏Zahlen,͏wie͏sie͏aus͏Abbildung͏14͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏hervorgehen,͏ist͏nicht͏zu͏beanstanden,͏ dass͏die͏Vorinstanz͏ nicht͏nach͏alternativen͏Erklärungsmöglichkeiten͏gesucht͏hat.

7.2.9.4 Soweit͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏ beanstanden,͏dass͏die͏Marktabgrenzung͏auf͏ falschen͏ Sachverhaltsannahmen͏ beruhe͏ (mehr͏Fussballübertragungen͏ auf͏ Free -TV,͏ weniger͏ Fussballübertr agungen͏ auf͏ Pay -TV,͏ vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏473͏ff.),͏ist͏Folgendes͏festzuhalten: ͏ Die͏Argumente͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ betreffen͏ teilweise͏ einen͏ Zeitraum͏ (Saisons͏ 2006/07,͏2007/08 ),͏ den͏die͏Vorinstanz͏für͏ihre͏Analyse͏gar͏nicht͏ berücksichtigt͏hat͏ (vgl.͏Abbildung͏14:͏ab͏Januar͏2008,͏Abbildung͏18:͏ab͏Juli͏2009)͏ respektive͏ Ligen,͏die͏in͏der͏Analyse͏der͏Vorinstanz͏keine͏ oder͏insgesamt͏ eine͏untergeordnete͏Rolle͏spielen.͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏substantiiert͏ haben,͏inwiefern͏ ihre͏Sachverhaltsdarlegungen͏ die͏Analyse͏der͏Vorinstanz͏ und͏letztlich͏die͏Marktabgrenzung͏ in͏relevanter͏ Weise͏ beeinflussen. Ihren͏Einwand,͏dass͏die͏ Abwanderungsbewegungen͏keine͏Rückschlüsse͏ für͏ die͏ Abgrenzung͏ ausländischer͏ Pay -TV-Märkte͏ erlaubten͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏481),͏haben͏die͏Beschwerdeführerinnen͏lediglich͏mit͏einer͏ angeblich͏ "umfangreichen͏ Live -Berichterstattung"͏ von͏ ausländischen͏ Fussballübertragungen͏ im͏ ausländischen͏ Free -TV͏ (insbesondere͏ betreffend͏die͏UEFA͏Champions͏und͏Europa͏League)͏begründet, ͏ aber͏nicht͏weiter͏substantiiert,͏weshalb͏darauf͏nicht͏weiter͏einzugehen͏ist.͏ Schliesslich͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏dass͏gemäss͏ ihrem͏Modell͏3a͏die͏Zahl͏der͏im͏ Free-TV͏ verfügbaren͏Spiele͏einen͏ […]͏ Einfluss͏auf͏ die͏Nachfrage͏nach͏Spiele n͏der͏Super͏League͏im͏ Pay-TV͏ habe͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏487͏ff.). ͏ Diesen͏Einfluss͏ stellt͏die͏Vorinstanz͏nicht͏in͏ Abrede.͏ Wesentlich͏ sei͏ jedoch,͏dass͏die͏Nachfrage͏nac h͏ PPV͏trotz͏ der͏Angebotserweiterung͏im͏Free -TV͏immer͏noch͏hoch͏ sei͏ und͏nicht͏ gegen͏Null͏ -- 83 of 226 -B-4003/2016 Seite 84 tendiere͏ (vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏56).͏ In͏der͏Tat͏bestand,͏wie͏zuvor͏gezeigt͏wurde,͏auch͏nach͏der͏Angebotserweiterung͏bei͏den͏Super͏League Spielen͏ im͏ Free -TV͏ und͏ trotz͏ der͏ Preiserhöhung͏ für͏ PPV -Bezüge͏ eine͏ Nachfrage͏ nach͏ Super͏ League -Spielen͏ im͏ Pay -TV.͏ Auch͏ dieser͏ Grund͏ spricht͏ dagegen,͏ dass͏ Sportübertragungen͏ im͏ Free -TV͏ ein͏ Substitut͏ zu͏ Sportübertragungen͏im͏Pay -TV͏darstellen.

7.2.10 Nationaler Plattformmarkt für die leitungsgebundene Übertragung von Digital-TV Schliesslich͏hat͏die͏Vorinstanz͏ rudimentär͏ einen͏n ationalen͏ Plattformmarkt͏ für͏die͏leitungsgebundene͏Übertragung͏von͏Digital -TV͏ abgegrenzt͏ (vgl.͏ angefochtene͏Verfügung,͏Rz.͏475͏ff.).͏ An͏dieser͏Marktabgrenzung͏kritisieren͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ lediglich,͏ dass͏ in͏ der͏ relevanten͏ Zeitperiode͏ bei͏den͏KNU͏die͏Übertragung͏von͏analogem͏TV͏im͏Vordergrund͏gestanden͏ habe͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏385).͏Auf͏dieses͏Argument͏muss͏nicht͏weiter͏ eingegangen͏ werden,͏ da͏ die͏ Vorinstanz͏ auf͏ diesem͏ Markt͏ weder͏ eine͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏noch͏ein͏missbräuchliches͏Verhalten͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏ erkannte͏ und͏daher͏ den͏ Markt͏ nicht͏ abschliessend͏ bestimmte͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏402).

7.2.11 Weitere Kritik an der Marktabgrenzung (Empirische Analyse, abgeklärter Zeitpunkt, SSNIP-Test)

7.2.11.1 Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ geltend͏ machen,͏ die͏ für͏ die͏ Marktabgrenzung͏getätigte͏ Empirische͏ Analyse͏weise͏gravierende͏Mängel͏ auf͏und͏verletze͏die͏Richtlinien͏der͏Vorinstanz͏für͏ökonomische͏Gutachten ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏490),͏weist͏die͏Vorinstanz͏ zu͏Recht͏ darauf͏hin,͏dass͏ sie͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏bereits͏auf͏die͏entsprechenden͏Rügen͏ eingegangen͏sei͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏57,͏mit͏Verweis͏auf͏Verfügung,͏ Rz. 508͏ff.).͏Da͏es͏die͏Beschwerdeführerinnen͏unterlassen͏haben,͏sich͏mit͏ der͏ ausführlichen͏ Begründung͏ der͏ Vorinstanz͏ auseinanderzusetzen͏ und͏ ihre͏ Rügen͏ weiter͏ zu͏substantiieren,͏ist͏ auf͏diese͏ nicht͏weiter͏einzugehen.͏

7.2.11.2 Des͏Weiteren͏rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏dass͏die͏Marktabgrenzung͏nur͏die͏Jahre͏2012/13͏betreffe͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏493͏ff.). ͏ Diesbezüglich͏ist͏ einerseits͏ festzuhalten,͏dass͏die͏Vorinstanz͏ zwar͏einen͏ Fokus͏ auf͏ die͏ Spielsaison͏ 2012/13͏legt.͏ Dieser͏ Fokus͏ betrifft͏ namentlich͏ die͏ Abgrenzung͏zwischen͏Pay -TV͏und͏Free -TV͏ und͏ist͏ nicht͏willkürlich,͏wie͏ die͏ Besch werdeführerinnen͏ behaupten͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 491),͏ sondern͏lässt͏sich͏mit͏der͏von͏ihnen͏vorgenommenen͏ Preiserhöhung͏im͏ Juli͏ 2012͏ begründen.͏ Diese͏ nahm͏ die͏ Vorinstanz͏ zum͏ Anlass,͏ einen͏ sog.͏ -- 84 of 226 -B-4003/2016 Seite 85 SSNIP-Test͏durchzuführen͏(vgl.͏Empirische͏Analyse,͏Rz.͏12͏ff.͏[ act.͏421];͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 471͏ ff. ).͏ Andererseits͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ für͏ die͏ Marktabgrenzung͏ auch͏Zahlen͏aus͏ vorangehenden͏Jahren͏erhoben,͏wie͏die͏Abbildung͏14͏mit͏Daten͏ab͏Januar͏2008͏(vgl.͏Rz.͏389),͏die͏Tabelle͏14͏mit͏Daten͏ ab͏Spiels aison͏2010/11͏ (vgl.͏Rz.͏431)͏und͏die͏Abbildung͏18͏mit͏Daten͏ab͏ Juli͏2009͏(vgl.͏Rz.͏447)͏ zeigen.͏ Im͏Übrigen͏ist͏auf͏die͏vorangehenden͏Erwägungen͏zum͏Untersuchungszeitraum͏zu͏verweisen͏(vgl.͏E.͏2. 3.4).͏ Der͏ Vorwurf͏der͏Beschwerdeführerinnen͏greift͏daher͏zu͏kurz.

7.2.11.3 Schliesslich͏mache n͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend,͏der͏von͏ der͏Vorinstanz͏angewandte͏SSNIP -Test͏ ("small͏but͏significant͏and͏nontransitory͏ increase͏ in͏ price "-Test)͏ sei͏ auf͏ den͏ zu͏ beurteilenden͏ Sachverhalt͏ nicht͏anwendbar͏und͏lasse͏deshalb͏keinerlei͏relevanten͏ Schlüsse͏zu͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 496͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 149;͏ Stellungnahme͏ vom͏ 31.͏ März͏ 2021,͏Rz.͏69 ).͏ Mit͏dem͏ SSNIP-Test͏ wird͏ untersucht,͏wie͏ die͏Unternehmen͏ der͏Marktgegenseite͏oder͏Konkurrenten͏auf͏eine͏kleine,͏aber ͏ spürbare͏und͏ dauerhafte͏Preiserhöhung͏ eines͏Monopolisten͏reagieren͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏I͏ 72,͏E. 9.2.3.5,͏"Publigroupe";͏Urteil͏ des͏BVGer͏ B-831/2011͏ Rz.͏269,͏"Six Group";͏ ALEXANDER͏ BISCHOFF,͏Der͏SSNIP -Test,͏Zürich͏2010,͏S.͏13͏f. ͏ 36͏f.;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.38).͏ Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ weisen͏ z u͏ Recht͏ darauf͏ hin,͏ dass͏der͏ SSNIP -Test͏ vor͏ allem͏ zur͏ Untersuchung͏ von͏ Unternehmenszusammenschlüssen͏ (und͏ Kartellen)͏ geeignet͏ ist͏ ( vgl.͏ BI-SCHOFF,͏a.a.O.,͏S.͏158).͏ Der͏SSNIP -Test͏hat͏denn͏auch͏seinen͏Ursprung͏ im͏ US -amerikanischen͏ Fusionskontrollrecht͏ ( vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏53).͏ Bei͏zwei -͏ oder͏mehrseitigen͏Märkten͏ist͏ der͏ SSNIP-Test͏ dagegen͏ weniger͏geeignet͏ (vgl.͏ ZIRLICK/BLATTER/BANGER-TER,͏a.a.O.,͏Rz. 55,͏mit͏Verweis͏u.a.͏auf͏ MARC͏ BLATTER,͏Digitalisierung͏ –͏ Herausforderungen͏für͏d ie͏Wettbewerbspolitik,͏in͏sic!͏2016,͏ S.͏378͏ff.,͏ 380,͏ und͏ BUNDESKARTELLAMT,͏Arbeitspapier:͏Marktmacht͏von͏Plattformen͏und͏ Netzwerken,͏Juni͏2016,͏S. 44 ff.;͏ DEWENTER/RÖSCH/TERSCHÜREN,͏a.a.O.,͏ S.͏8 ).͏ Es͏gibt͏jedoch͏verschiedene͏Vorschläge,͏einen͏für͏zweiseit ige͏Plattformen͏ modifizierten͏ SSNIP -Test͏ anzuwenden͏ ( vgl.͏ DEWENTER/RÖSCH/ TERSCHÜREN,͏a.a.O.,͏S. 8͏ ff.).͏ Für͏den͏vorliegenden͏Fall͏ räumt͏die͏Vorinstanz͏ zudem͏ ein,͏dass͏der͏für͏den͏ SSNIP-Test͏relevante͏Wettbewerbspreis͏zum͏Zeitpunkt͏der͏Preiserhöhung͏ nicht͏ feststand͏( vgl.͏ Vernehmlassung,͏Rz.͏59).͏ Die͏Vorinstanz͏stützte͏sich͏ stattdessen͏ auf͏ den͏ effektiv͏ verlangten͏ Preis ͏ ab.͏ Dieser͏ entsprach͏ zwar͏ nicht͏ zwingend͏ einem͏ Wettbewerbspreis.͏ Immerhin͏ begründete͏ die͏ Vor instanz,͏dass͏der͏vorliegend͏relevante͏ Wettbewerbspreis͏" wahrscheinlich"͏ unter͏ dem͏effektiven͏Preis͏von͏ Fr.͏2.50͏lag.͏In͏diesem͏Fall͏ sei͏ wegen͏der͏ Problematik͏in͏Zusammenhang͏mit͏der͏sog.͏ "cellophane͏fallacy "͏ (Tendenz͏ -- 85 of 226 -B-4003/2016 Seite 86 zur͏Mitberücksichtigung͏zu͏weit͏entfernter͏Angebote͏als͏substituierbar,͏da͏ die͏effektiv͏verlangten͏Preise͏bereits͏maximiert͏sind)͏ davon͏auszugehen,͏ dass͏der͏Markt͏eher͏noch͏zu͏weit͏und͏damit͏zu͏Gunsten͏der͏Beschwerdeführerinnen͏abgegrenzt͏ worden͏sei͏ (vgl.͏Vernehmlassung,͏Rz. 59;͏zur͏"cellophane͏fallacy"͏vgl.͏ REINERT/WÄLCHLI,͏BSK -KG,͏Art.͏4͏Abs. 2,͏Rz.͏128 ). Die͏Beschwerdeführerinnen͏und͏die͏Vorinstanz͏ sind͏sodann͏uneins,͏ob͏ der͏ SSNIP-Test͏seine͏Gültigkeit͏auch͏bei͏Preiserhöhungen͏von͏mehr͏als͏5͏bis͏

10 %͏ behalten͏kann͏ (vgl.͏Replik,͏S.͏59;͏Stellungnahme͏vom͏31. März͏2021,͏ Rz.͏69;͏ Duplik͏ Vorinstanz,͏Rz.͏65).͏Diesbezüglich͏ ist͏festzuhalten,͏dass͏bei͏ der͏vorliegend͏festgestellten͏Preiserhöhung͏um͏40 %͏nicht͏mehr͏von͏einer͏ geringfügigen͏ Preiserhöhung͏ die͏ Rede͏ sein͏ kann. ͏ Die͏ Frage,͏ ob͏ der͏ SSNIP-Test͏dennoch͏gültig͏ist,͏ist͏ökonomischer͏Natu r͏und͏ braucht͏ im͏vorliegenden͏Beschwerdeverfahren͏nicht͏beantwortet͏ zu͏ werden.͏ Soweit͏ die͏Vorinstanz͏die͏(fehlende)͏Austauschbarkeit͏ allerdings͏ bloss͏mit͏ dem͏SS NIP-Test͏(unter͏Verwendung͏der͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏ im͏Juli͏2012͏ vorgenommenen͏Preiserhöhung)͏begründet͏ hat,͏sind͏die͏entsprechenden͏Resultate͏ somit͏ mit͏Vorsicht͏zu͏geniessen.

7.3 Räumlich relevanter Markt Der räumlich relevante Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sachlichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 Abs. 3 Bst. b VKU). Die͏ Vorinstanz͏ grenzte͏ alle͏ sachlich͏ relevanten͏ Märkte͏ national͏ ab͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏490͏ff.),͏was͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏beanstandeten.͏

7.4 Zeitlich relevanter Markt Im͏Rahmen͏der͏ zeitlichen͏ Marktbestimmung͏ist͏zu͏klären,͏während͏welcher͏ Dauer͏bzw.͏zu͏welchem͏Zeitpunkt͏substituierbare͏Angebote͏im͏massgeblichen͏geografischen͏Gebiet͏verfügbar͏ sind͏ bzw.͏nachgefragt͏ werden͏ (vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏116 ).͏Der͏zeitliche͏Aspekt͏ der͏Marktabgrenzung͏erlangt͏Bedeutung,͏wenn͏bestimmte͏Märkte͏nur͏saisonal͏oder͏über͏eine͏kurze͏Zeit͏bestehen,͏beispielsweise͏bei͏Fachmessen͏ und͏ Submissionen͏ (vgl.͏ BORER,͏ a.a.O.,͏Art. 5 Rz. 16;͏ CHRISTOPH HEITZ, Die Sanktionierung von Submissionsabsprachen, Zürich 2008,͏ S.͏88;͏ BE-NEDICT F. CHRIST, Die Submissionsabsprache, Freiburg 1999, Rz.͏ 307;͏ -- 86 of 226 -B-4003/2016 Seite 87 STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz. 118,͏mit͏weiteren͏Beispielen;͏ WEBER/VOLZ, a.a.O., Rz. 2.50).͏ Einen͏zeitlich͏relevanten͏Markt͏hat͏die͏Vorinstanz͏ aufgrund͏der͏langfristigen͏Verfügbarkeit͏der͏Angebote͏zu͏Recht͏ nicht͏abgegrenzt.͏ Doch͏ist͏i n͏zeitlicher͏Hinsicht͏ zu͏berücksichtigen,͏dass͏Teleclub͏bestimmte͏Exklusivrechte͏ nicht͏während͏des͏gesamten͏Unters uchungszeitraums͏innegehabt͏hat.͏ Auf͏ diesen͏ Umstand͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ im͏ Rahmen͏ der͏ Marktstellung͏ unter͏ dem͏Titel͏"Zeitliche͏Dimension"͏hingewiesen͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏560).

7.5 Zwischenfazit zu den relevanten Märkten Die͏Beschwerdeführerinnen͏vermögen͏demna ch͏ mit͏ihren͏Rügen͏ die͏vor instanzliche͏Marktabgrenzung͏ nicht͏ umzustossen.͏ Aufgrund͏der͏Akten͏bestehen͏darüber͏hinaus͏auch͏keine͏Anhaltspunkte,͏die͏Zweifel͏an͏der͏Richtigkeit͏der͏vorinstanzlichen͏Marktabgrenzung͏hervorrufen.͏ Es͏ist͏daher͏von͏ folgender͏Mark tabgrenzung͏auszugehen: – Nationaler͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Fussballübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV – Nationaler͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏ Pay-TV – Nationale͏Märkte͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏ausländischen͏Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ (Bundesliga,͏ Primera͏División͏&͏Copa͏del͏Rey,͏Serie͏A)͏im͏Pay -TV – Nationaler͏ Markt͏ für͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Eishockeyübertragungen͏ der͏ NHL͏im͏Pay -TV͏ – Nationaler͏Plattformmarkt͏für͏die͏leitungsgebundene͏Übertragung͏von͏ Digital-TV.

8. Marktstellung

8.1 Grundlegendes zur Marktstellung Als͏marktbeherrschende͏Unternehmen͏gelten͏einzelne͏oder͏mehrere͏Unternehmen,͏ die͏ als͏Anbieter͏ oder͏ Nachfrager͏ in͏ de r͏ Lage͏ sind,͏ sich͏ von͏ andern͏ Marktteilnehmern͏ (Mitbewerbern,͏Anbietern͏ oder͏ Nachfragern)͏ in͏

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B-4003/2016 Seite 88 wesentlichem͏Umfang͏unabhängig͏zu͏verhalten ͏ (Art.͏4͏Abs.͏2͏KG),͏ insbesondere͏wenn͏diese͏keine͏zumutbar en͏Ausweichmöglichkeiten͏haben͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 9.3.1 "Publigroupe";͏ 129͏ II͏ 497͏ E.͏ 6.3.1͏ "Entreprises͏ Electriques͏ Fribourgeoises͏ (EEF)/Watt͏ Suisse͏ AG ";͏ Urteil͏ des͏ BGer͏2C_113/2017͏E. 5.5.1,͏"Ticketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich";͏ ROGER͏ ZÄCH,͏ Verhaltensweisen͏ marktbeherrschender͏ Unternehmen͏ [nachfolgend:͏ ZÄCH,͏Verhaltensweisen],͏ in:͏ von͏Büren/David͏[Hrsg.],͏ SIWR͏ V/2,͏S.͏137 ff.,͏ S.͏172;͏ ZÄCH,͏ Kartellrecht,͏ S.͏281;͏ ROLAND KÖCHLI/PHILIPPE M.͏R EICH,͏in:͏ Baker͏&͏McKenzie͏[Hrsg.],͏Kartellgesetz,͏Bern͏2007, ͏ Art.͏4,͏Rz.͏31͏und͏34;͏ LUCA͏ STÄUBLE/FELIX͏ SCHRANER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏175 ).͏Marktbeherrschende͏ Unternehmen͏ können͏ in͏ wichtigen͏ Belangen͏ entscheidende͏Wettbewerbsparameter͏ohne͏Rücksicht͏auf͏Mitbewerber͏bzw.͏Kunden͏nach͏eigenem͏Gutdünken͏festlegen͏( vgl.͏Urteil͏des͏ BGer͏2C_11 3/2017͏ E.͏ 5.5.1,͏ "Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich";͏ MARBACH/DUCREY/WILD,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏1626;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz. 175). Eine͏marktbeherrschende͏Stellung͏lässt͏ sich͏nicht͏ anhand͏fixer͏ Kriterien͏ bestimmen,͏ sondern͏ist͏ im͏ Einzelfall ͏ mit͏ Blick͏ auf͏ die͏ konkreten͏Verhältnisse͏ auf͏ dem͏ relevanten͏ Markt͏ zu͏ messen͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 9.3.1͏ "Publigroupe";͏ Urteil͏des͏ BGer͏2C_113/2017͏E.͏5.5.1,͏"Ticketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich" ).͏Die͏Lehre͏hat͏dazu͏verschiedene͏ Beurteilungskriterien͏ entwickelt.͏Üblich͏ist͏insbesondere,͏die͏Marktstruktur,͏die͏Unternehmensstruktur͏und͏das͏Marktverhalten ͏ festzustellen͏ (vgl.͏etwa͏ ZÄCH,͏Kartellrecht,͏ a.a.O.,͏ Rz. 582͏ ff.;͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏ a.a.O.,͏ S.͏62͏ff. ).͏ In͏der͏Praxis͏erfolgt ͏ die͏Beurteilung͏der͏Markt macht͏ eines͏Unternehmens͏ regelmässig͏ bezüglich͏ aktuellen͏ Wettbewerbs,͏ poten tiellen͏ Wettbewerbs͏ und͏ der͏ Stellung͏der͏Marktgegenseite͏( vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE-KG,͏ Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏180͏und͏222͏ff.;͏ ZÄCH,͏Kartellrecht,͏Rz.͏582;͏ WEBER/VOLZ, a.a.O., Rz. 2.524 f.).͏Unter͏Umständen͏wird͏die͏Prüfung͏jedoch͏auf͏weitere͏ in͏Frage͏kommende͏disziplinierende͏Einflüsse͏ausgedehnt͏und͏geprüft,͏ob͏ diese͏ausreichend͏stark͏sind,͏ um͏ein͏unabhängiges͏Verhalten͏einschränken͏zu͏können͏( vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-2977/2007͏E. 6.1͏"Publigroupe",͏ mit͏Verweisen;͏ WEBER/VOLZ, a.a.O., Rz. 2.530 ff.).

8.2 Vorbringen zur Marktstellung Mangels͏ Anhaltspunkten͏ für͏eine͏unzulässige͏Verhaltensweise͏ am͏nationalen͏Plattformmarkt͏für͏die͏leitungsgebundene͏Übertragung͏von͏Digital TV͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ die͏ Marktstellung͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ auf͏ diesem͏Markt͏ nicht͏weiter͏überprüft͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏549).͏ Zudem͏ hat͏ die͏Vorinstanz͏i n͏Bezug͏auf͏den͏ nationalen͏Markt͏für͏die͏ Bereitstellung͏ von͏ -- 88 of 226 -B-4003/2016 Seite 89 Eishockeyübertragungen͏ der͏ NHL͏ im͏ Pay -TV͏ eine͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏von͏Teleclub͏verneint͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏592͏f.).͏ In͏den͏übrigen͏ relevanten͏Märkten͏( nationale͏Märkt e͏für͏die͏ Bereitstellung͏für͏Schweizer͏ Fussballübertragungen,͏ Schweizer͏ Eishockeyübertragungen͏ und͏ ausländischen͏ Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ im͏ Pay-TV)͏hat͏die͏Vorinstanz͏eine͏marktbeherrschende͏Stellung͏von͏Teleclub͏ beziehungsweise͏ Swisscom͏ festgestellt͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 605).͏ Diese͏ Stellung͏habe͏ihren͏Ursprung͏in͏verschiedenen͏Übertragungsrechten,͏welche͏ die͏ Vermarktungsgesellschaft͏ Cinetrade͏ erworben͏ habe.͏ Grundsätzlich͏gelte,͏dass͏dem͏Inhaber͏von͏Übertragungsrechten͏umso͏me hr͏Marktmacht͏verliehen͏werde,͏je͏umfassender,͏exklusiver͏und͏langfristiger͏diese͏ ausgestaltet͏seien.͏ Teleclub͏habe͏für͏die͏höchsten͏Schweizer͏Eishockey -͏ und͏Fussballligen͏über͏100 %͏der͏relevanten͏Sportübertragungsrechte͏verfügt͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 563,͏ 566).͏ Da͏die͏Anzahl͏der͏im͏Free -TV͏übertragenen͏Spiele͏über͏einen͏längeren͏Zeitraum͏stark͏begrenzt͏sei͏und͏Teleclub͏ als͏einziger͏Marktteilnehmer͏eine͏umfassende͏Liga -Berichterstattung͏anbieten͏ könne,͏ bestehe͏ kein͏ aktueller͏ Wettbewerb ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 567 f.).͏ Es͏bestehe͏ aufgrund͏verschiedener͏vertraglicher͏Vereinbarungen͏ und͏ struktureller͏ Gegebenheiten͏ auch͏ kein͏ potentieller͏ Wettbewerb,͏ der͏in͏der͏Lage͏sei,͏Teleclub͏in͏ihrem͏Marktverhalten͏zu͏disziplinieren ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏580).͏ Dies͏gelte͏auch͏für ͏ den͏Bereitstellungsmarkt͏für͏ausländische͏ Fussballübertragungen;͏ lediglich͏ in͏ den͏ (hier͏ nicht͏ relevanten)͏ Märkten͏für͏die͏Premier͏League͏und͏die͏Ligue͏1͏sei͏aufgrund͏der͏Übertragungen͏ durch͏ Canal+͏ ein͏ aktueller͏ Wettbewerb͏ festzustellen ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 589,͏591).͏ In͏Bezug͏auf͏alle͏relevanten͏Märkte͏sei͏nicht͏davon͏ auszugehen,͏dass͏Teleclub͏von͏der͏Marktgegenseite͏hinreichend͏diszipliniert͏werden͏könne͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏582). Die͏Beschwerdegegnerin͏geht͏wie͏die͏Vorinstanz͏davon͏aus,͏dass͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏als͏marktbeherrschend͏zu͏qualifizieren͏sind,͏da͏sie͏ im͏Untersuchungszeitraum͏sämtliche͏Sportübertragungsrechte͏sowohl͏im͏ Fussball͏als͏auch͏im͏Eishockey͏innegehabt͏hätte n.͏Für͏Plattformanbieter͏ ohne͏jede͏Sportinhalte͏sei͏es͏nicht͏mögli ch͏gewesen,͏ein͏im͏Vergleich͏zum͏ Angebot͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏konkurrenzfähiges͏Pay -TV-Angebot͏ bereitzustellen͏(vgl.͏Stellungnahme,͏Rz.͏26). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ machen͏ geltend,͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ nicht͏marktbeherrschend͏ gewesen͏zu͏sein.͏D ie͏Vorinstanz͏habe͏die ͏ Marktstellung͏ ungenügend͏ überprüft͏ und͏ begründet͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 502 ff.;͏Replik,͏Rz.͏151 ).͏ Des͏Weiteren͏seien͏die͏Ausführungen͏der͏Vor instanz͏zur͏früheren͏Beurteilung͏der͏Marktstellung͏von͏Teleclub͏irrelevant͏ und͏ falsch;͏ so͏ be zögen͏ sich͏ die͏ zitierten͏Aussagen͏ des͏ Bundesgerichts͏ -- 89 of 226 -B-4003/2016 Seite 90 nicht͏auf͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏abgegrenzten͏Bereitstellungsmärkte,͏sondern͏auf͏den͏Pay -TV-Endkundenmarkt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏506͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏152 ).͏ Hinzu͏komme,͏dass͏Teleclub͏im͏relevanten͏Zeitra um͏ wichtigen͏ disziplinierenden͏ Faktoren͏ (Übertragungen͏ im͏ Free -TV͏ durch͏ SRG͏ und͏Sat1͏Schweiz,͏attraktives͏Gesamtangebot,͏Umfang͏der͏weiteren͏Plattformfunktion,͏ Bündelangebote,͏ Piraterieangebote )͏ ausgesetzt͏ gewesen͏ sei͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 512͏ff.;͏Replik,͏ Rz.͏153 ).͏ Entgegen͏den͏Ausführungen͏der͏ Vorinstanz͏habe͏ im͏ untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏ Wettbewerb͏bestanden;͏dieser͏sei͏durch͏Cablecom,͏di e͏SRG,͏ Sky͏ und͏DAZN͏ ausgeübt͏ worden͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 535͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz. 68͏ ff.,͏ 154).͏ Sodann͏ hätten͏ die͏K abelnetzbetreiber͏(KNU)͏dominierende͏Gegenmacht͏ ausgeübt.͏Dies͏zeige͏sich͏daran,͏dass͏ die͏Monopolstellung͏der͏KNUs͏ auch͏ nach͏dem͏Markteintritt͏ von͏Swisscom͏TV͏fortgedauert͏habe.͏Der͏Markteintritt͏ weiterer͏ Wettbewerber͏ wie͏ der͏ Beschwerdegegnerin͏ (Ende͏ Januar͏ 2012)͏sei͏für͏den͏überwiegenden͏Teil͏des͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraums͏irrelevant͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏541͏ff. ).͏Zudem͏sei͏Teleclub͏auf͏die͏ Verbreitung͏durch͏die͏KNU͏angewiesen͏gewesen,͏um͏auf͏möglichst͏vielen͏ TV-Plattformen͏ präsent͏ zu͏ sein͏ (multi -homing;͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 560͏ff. ).͏ Die͏Gegenmacht͏der͏Kabelnetzbetreiber͏sei͏durch͏den͏Branchenverband͏ Swisscable͏verstärkt͏worden,͏der͏das͏Geschäftsverhalten͏der͏KNUs͏koordiniert͏ habe͏ (Beschwerde,͏ Rz.͏ 572).͏ Die͏ Verhandlungsmach t͏ der͏ KNUs͏ zeige͏sich͏an͏einseitig͏die͏KNUs͏begünstigende n͏ Vertragskonditionen͏(kein͏ Vorleistungspreis͏ für͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Teleclub,͏ Verbreitungs -͏ und͏ Vermarktungsentschädigung͏für͏Cablecom,͏durch͏Cablecom͏und͏Finecom͏ verweigerte͏Aufschaltung͏des͏HD -Angebots;͏ vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏ 573͏ff.).

8.3 Zur Begründung der Marktstellung In͏ihrer͏Beurteilung͏der͏Marktstellung͏hat͏die͏Vorinstanz͏zunächst͏dargelegt,͏dass͏Teleclub͏"auf͏dem͏Markt͏für͏Pay -TV"͏nach͏Auffassung͏des͏Bundesgerichts͏im͏Jahr͏2003͏wohl͏eine͏mark tmächtige͏Anbieterin͏sei͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 550,͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ Urteil͏ des͏ BGer͏2A.142/2003͏ E.͏ 5.2.2,͏ "Cablecom/Teleclub").͏ Diesen͏ Hinweis͏ auf͏ die͏ bundesgerichtliche͏ Rechtsprechung͏ kritisieren͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ da͏ die͏ Einschätzung͏ nicht͏auf͏den͏ vorliegenden͏Fall͏übertragen͏werden͏könne͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏506͏ff.;͏Replik,͏Rz. 152).͏ In͏der͏Tat͏lag͏dem͏vom͏Bundesgericht͏zu͏ beurteilenden͏Fall͏namentlich͏ein͏Endkundenmarkt͏zu͏Grunde.͏Auf͏diesen͏ Umstand͏wies͏indessen͏bereits͏die͏Vorinstanz͏in͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏hin.͏ Die͏Vorinstanz͏hat͏ zur͏Beurteilung͏der͏ Bereitstellungsmärkte͏ denn͏auch͏ nicht͏weiter͏auf͏die͏bundesgerichtliche͏Einschätzung͏abgestellt ͏ (vgl.͏auch͏Vernehmlassung͏der͏Vorinstanz,͏Rz.͏60).͏ Da͏von͏angrenzenden͏ Märkten͏eine͏diszipli nierende͏Wirkung͏ausgehen͏kann͏(vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ -- 90 of 226 -B-4003/2016 Seite 91 a.a.O.,͏Rz. 2.533),͏ ist͏ der͏Hinweis͏auf͏die͏Stellung͏von͏Teleclub͏im͏angrenzenden͏Endkundenmarkt͏letztlich͏aber͏ nicht͏zu͏kritisieren. Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ rügen,͏ die͏ angefochtene͏ Verfügung͏ werde͏ den͏ Begründungsanforderungen͏ nicht͏ gerecht,͏ ist͏ zunächst͏ auf͏ vorne,͏ E.͏5.2.1͏ff.͏ hinzuweisen,͏ die͏ bereits͏auf͏die͏Begründungspflicht͏ eingingen,͏ und͏ zudem͏ festzuhalten:͏Die͏Vorinstanz͏hat͏aufgezeigt,͏bezüglich͏ welcher͏Ligen͏Cinetrade͏respektive͏ Teleclub͏über͏exklusive͏Übertragungsrechte͏verfüg en͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 138͏ff.,͏554),͏ und͏ sich͏zur͏zeitlichen͏ Dimension͏ geäussert͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 5 60-563;͏ vgl.͏ hinten,͏ E.͏ 8.4 ).͏ Weshalb͏ im͏ Bereitstellungsmarkt͏ für͏ Schweizer͏ Fussballübertragungen͏ weder͏aktueller͏noch͏potentieller͏Wettbewerb͏bestehe͏und͏die͏Marktgegenseite͏kein en͏ disziplinierenden͏ Faktor͏darstelle,͏hat͏die͏Vorinstanz͏ausführlich͏ begründet͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 566͏ ff.),͏ während͏ sie͏ hinsichtlich͏ der͏ übrigen͏ Bereitstellungsmärkte͏ in͏Bezug͏ auf͏ den͏potentiellen͏ Wettbewerb͏ und͏die͏Marktgegenseite͏ auf͏diese͏Begründung͏verwies͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 585͏und͏590).͏ Insgesamt͏erweist͏sich͏die͏Marktstellung͏entgegen͏der͏ Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏als͏genügend͏begründet.

8.4 Überblick über die relevanten Übertragungsrechte Die͏ Fernsehübertragungsrechte͏ für͏ Meisterschaftsspiele͏ einer͏ Sportliga͏ werden͏in͏der͏Regel͏im͏Rahmen͏eines͏Bieterwettbewerbs͏exklusiv͏für͏einen͏bestimmten͏Zeitraum͏an͏Verwertungsunternehmen͏oder͏direkt͏an͏Programmveranstalter͏ve räussert͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏142͏ff.,͏569͏ff.;͏ OSTER-WALDER,͏a.a.O.,͏S.͏52͏ff.;͏ KRUSE,͏a.a.O.,͏S.͏12͏ff.).͏Die͏Vergabe͏von͏Sport übertragungsrechten͏ erfolgt͏ teils͏ gemeinsam,͏ teils͏ getrennt͏ für͏ Free -TV͏ und͏Pay -TV͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏142͏ff.;͏ KRUSE,͏ a.a.O.,͏S.͏21).͏ Bezogen͏auf͏die͏relevanten͏Märkte͏( vorne,͏ E.͏7.5),͏verfügte͏ Cinetrade͏im͏ Untersuchungszeitraum͏ (2006͏bis͏ 2013)͏ über͏folgende͏ schweizweiten͏exklusiven͏ Live -Übertragungsrechte͏ für͏ Fussball-͏ und͏ Eishockey spiele͏ im͏ Pay-TV,͏welche͏sie͏an͏Telecl ub͏weitergab: Sportereignis Sportart Seit Saison Bis mindestens Saison Sprache Super League (Schweiz) Fussball 2006/07 2016/17 De/frz./it.

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B-4003/2016 Seite 92 Challenge League (Schweiz) Fussball 2012/13 2016/17 De/frz./it. National League A/ NLA (Schweiz) Eishockey 2006/07 2016/17 De/frz./it. National League B/NLB (Schweiz) Eishockey 2012/13 2016/17 De/frz./it. Bundesliga (1. und 2. Liga) (Deutschland) Fussball 2009/10 2012/13 De/it./engl. (frz. nicht exklusiv) Serie A (Italien) Fussball 2009/10 2014/15 De/frz./it./engl. (frz. für die Saisons 2012-2015 nicht exklusiv [Canal+]) Primera División & Copa del Rey (Spanien) Fussball 2009/10 2014/15 De/engl./sp.(frz. und it. nicht exklusiv) Quelle: angefochtene Verfügung (Rz. 138 ff.; Vorakten act. 115 [Beilagen 22 und 23a ff.], 370 [Beilagen d1, d3 und d4], 371 [Beilagen 11 und 12) Beschwerde (Rz. 461) Entgegen͏ den͏Ausführungen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ hat͏ die͏ Vorin stanz͏ differenziert,͏ auf͏ welchen͏ Zeitraum͏ sich͏ die͏ festgestellte͏ starke͏ Marktstellung͏bezieht͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏503͏f.):͏ Sie͏hat͏i n͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏erklärt,͏dass͏ die͏Marktstellung͏ stark͏von͏den͏Exklusivrechten͏ abhäng e.͏ Die͏ entsprechende͏ Beurteilung͏ gelte͏ daher͏ nur͏ für͏ den͏Zeitraum,͏in͏welch em͏Teleclub͏die͏fraglichen ͏ Exklusivrechte͏tatsächlich͏ innegehabt͏ habe͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏560).͏ Wie͏die͏obige͏Tabelle͏zeigt,͏ besass͏Cinetrade͏nur͏für͏zwei͏schweizerische͏Meisterschaften͏(Super͏League͏ und͏ NLA)͏ während͏ des͏ ganzen͏ Untersuchungszeitraums͏ exklusive͏ Übertragungsrechte.͏ Die͏ übrigen͏ Übertragungsrechte͏ (respektive͏ Sublizenzen)͏erwarb͏Cinetrade͏erst͏im͏Laufe͏des͏Untersuchungszeitraums.

8.5 Nationaler Markt für die Bereitstellung von Schweizer Fussballübertragungen im Rahmen eines Liga-Wettbewerbs im Pay-TV

8.5.1 Aktueller Wettbewerb

8.5.1.1 Aufgrund͏ihrer͏Exklusivrechte͏ war͏ Teleclub͏ das͏einzige͏Unternehmen,͏welches͏Schweizer͏ Fussballübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -

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B-4003/2016 Seite 93 Wettbewerbs͏(Super͏League͏ ab͏Saison͏2006/07͏ und͏Challen ge͏League͏ ab͏ Saison͏ 2012/13 )͏ im͏ Pay -TV͏ bereitstellen͏ konnte.͏ Der͏ Vertrag͏ zwischen͏ dem͏Schweizerischen͏Fussballverband͏ und͏Cinetrade͏vom͏ Mai͏2006͏ war͏ für͏ die͏ Saisons͏ 2006/07͏ bis͏ 2008/09͏ abgeschlossen͏ worden.͏ Er͏ enthielt͏ eine͏ Option͏auf͏ die͏folgenden͏Saisons ͏ 2009/10͏bis͏2011/12,͏ welche͏von͏ Cinetrade͏ausgeübt͏wurde.͏Damit͏ergab͏sich͏letztlich͏eine͏Vertragsdauer͏ von͏ 6͏ Jahren.͏Der͏nachfolgende͏Vertrag͏ vom͏Juli͏2012͏ zwischen͏denselben͏Vertragsparteien͏ galt͏ für͏die͏Saisons͏2012/13͏bis͏2016/17,͏somit͏ für͏ eine͏Dauer͏ von͏5͏Jahren͏ (vgl.͏ Vorakten͏act.͏371͏[Beilagen͏11͏und͏12] ).͏ Der͏ Marktanteil͏ von͏ Teleclub͏ betrug͏ folglich͏ während͏ des͏ ganzen͏ Untersuchungszeitraums͏ 100 %͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 566).͏ Diese͏ Marktstellung͏ entscheidet͏ über͏ die͏ Marktstellung͏ im͏ nachgelagerten͏ Markt͏ (vgl.͏ Beschluss͏ des͏ deutschen͏ Bundeskartellamts͏ B6 -32/15͏ vom͏ 11.͏April͏ 2016͏ Rz. 119,͏ "Verwertungsrechte͏ an͏ Fussballspielen͏ der͏ Bundesliga͏ und͏ der͏

2. Bundesliga"),͏ d.h.͏vorliegend͏im͏Bereitstellungsmarkt.

8.5.1.2 Was͏einen͏allfälligen͏disziplinierenden͏Einflus s͏ des͏angrenzenden͏ Free-TV-Markts͏ betrifft,͏ ist͏ festzuhalten:͏ D ie͏ Schweizerische͏ Radio -͏ und͏ Fernsehgesellschaft͏ (SRG)͏ verfügte͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ über͏ Übertragungsrechte͏für͏10͏(ab͏Saison͏2006/07)͏respektive͏36͏(ab͏2012/13)͏ Live-Spiele͏der͏Super͏Leag ue͏im͏Free -TV͏( vgl.͏ Vorakten͏act.͏371͏[Beilagen͏ 11͏und͏12] ).͏Zudem͏ hatte͏ Sat.1͏ das͏Recht͏auf͏Übertragung͏von͏26͏ sonntäglichen͏ Super͏League -Spielen͏während͏der͏Saison ͏ 2006/07͏( vgl.͏ Vorakten͏act. 371͏[Beilage͏12] ).͏ Angesichts͏von͏insgesamt͏180͏Spielen,͏welc he͏in͏der͏Super͏League͏durchgeführt͏ werden,͏ war͏ die͏ Anzahl͏ der͏ ab͏ Saison͏ 2006/07͏ bis͏ 2011/12 ͏ (10 [plus͏26͏in͏der͏Saison͏2006/07 ])͏ im͏Free -TV͏ im͏Vergleich͏zur͏Anzahl͏ der͏ von͏Teleclub͏ übertragenen͏ Spiele͏ gering,͏ selbst͏ wenn͏ berücksichtigt͏ wird,͏ dass͏Teleclub͏ in͏der͏ Saison͏2006/07͏lediglich͏2͏von͏5͏Live -Spielen͏ pro͏Spieltag͏und͏in͏der͏Saison͏2007/08͏4͏von͏5͏Spielen͏pro͏Spieltag͏übertrug͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏520).͏Die͏per͏Saison͏2012/13͏erfolgte͏Erweiterung͏auf͏36͏ im͏Free -TV͏ übertragene͏Spiele͏bedeutete͏immerh in,͏dass͏ (wie͏ in͏der͏Saison͏2006/07)͏ pro͏Spieltag͏eine͏Partie͏im͏Free -TV͏ bereitgestellt͏ werden͏konnte;͏die͏restlichen͏vier͏Spiele͏pro͏Spieltag͏ konnte͏ dagegen͏nur͏ Teleclub͏ bereitstellen.͏ Die͏ Wahrscheinlichkeit,͏ dass͏ ein͏ Spiel͏ eines͏ bestimmten͏Super͏League -Clubs͏im͏ Free -TV͏übertragen͏wurde,͏ stieg͏zwar͏ per͏Saison͏2012/13͏an,͏blieb͏aber͏relativ͏klein.͏Den͏Beschwerdeführerinnen͏kann͏daher͏nicht͏zugestimmt͏werden,͏ wenn͏sie͏geltend͏machen, ͏ dass͏ das͏Schweizer͏Free -TV͏die͏Verfolgung͏der͏Schweizer͏Fussballliga͏als͏Gesamtprodukt͏ermöglicht͏ hätte.͏Daran͏ändert͏nichts,͏dass͏auf͏dem͏Free -TV͏ eine͏Nachberichterstattung͏über͏die͏Fussballliga͏gezeigt͏wird,͏da͏ diese͏ per͏ -- 93 of 226 -B-4003/2016 Seite 94 definitionem͏nicht͏live͏sein͏kann͏un d͏sich͏auf͏Highlights͏beschränken͏muss.͏ Auch͏ aus͏ den͏ Schlussfolgerungen͏ des͏ Runden͏Tisches͏ des͏ UVEK͏ vom͏ 16. März͏2016͏können͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nichts͏zu͏ihren͏Gunsten͏ ableiten:͏ Darin͏ wird͏ zurückhaltend͏ erklärt,͏ dass͏ Sportübertragungen͏ auf͏ Free-TV͏ w ichtig͏ blieben͏ und͏ "eine͏ gewisse͏ Vielfalt "͏ garantieren͏ könne;͏ Pay-TV͏ sei͏aber͏ kommerziell͏attraktive r͏(vgl.͏Replikbeilage͏43).͏ Insgesamt͏ ist͏nicht͏erstellt,͏dass͏vo m͏ angrenzenden͏Free -TV-Markt͏aufgrund͏der͏geringen͏Dichte͏des͏Angebots͏ein͏disziplinierender ͏ Einfluss͏ausgehen͏kann.͏ Im͏Übrigen͏trifft͏es͏angesichts͏der͏Ausführungen͏der͏Vorinstanz͏zur͏ Situation͏ im͏Free -TV,͏namentlich͏zur͏Anzahl͏der͏dort͏übertragenen͏Spiele ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏567͏i.V.m.͏Rz.͏439͏ff.)͏entgegen͏der͏Rüge͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏ zu,͏ dass͏ die͏ Vorinstanz͏ den͏ Einfluss͏ des͏ Free -TV͏ "weitgehend͏unberücksichtigt"͏gelassen͏habe͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏514).

8.5.1.3 Des͏Weiteren͏ erachten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ ein͏attraktives͏ Gesamtangebot͏ als͏ einen͏ disziplinierenden͏ Faktor͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 529 ff.).͏ Da͏ herausragende͏ Sportereignisse͏ wie͏ Fussballübertragungen͏ein͏wesentlicher͏Bestandteil͏eines͏attraktiven͏Pay -TV-Programms͏ (vgl.͏ KLAMBAUER,͏a.a.O.,͏S.͏74͏f.;͏RPW͏2005/2,͏S.͏363͏ff.,͏Rz.͏65,͏"Swisscom/Cinetrade")͏ und͏damit͏wiederum͏ Bestandteil͏eines͏attraktiven͏Gesamtangebots͏ sind,͏ ist͏ fraglich,͏ inwiefern͏ ein͏ Gesamtangebot͏ ohne͏ ein͏ namhaftes͏ Fussballangebot͏überhaupt͏als͏attraktiv͏wahrgenommen͏wird͏und͏damit͏einen͏ disziplinierenden͏ Faktor͏ darstell t.͏ Auch͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ vermögen͏nicht͏zu͏substantiieren,͏über͏welche͏Inhalte͏ein͏Gesamtangebot͏ verfügen͏muss,͏um͏attraktiv͏zu͏sein;͏sie͏erwähnen͏lediglich͏"viele͏andere͏ Leistungen͏und͏Inhalte",͏weitere͏Plattformfunktionen͏und͏Bündelangebote͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏529͏ff.). ͏

8.5.1.4 Schliesslich͏dürften͏sich͏a uch͏ unverschlüsselte͏ illegal͏im͏ Internet͏ zugänglich͏ gemachte͏ Streamingangebote͏ respektive͏ Piraterieangebote͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 531͏f.),͏ob͏sie͏für͏den͏Eigengebrauch͏legal͏sind͏oder͏ nicht͏ (vgl.͏ Replik,͏ Rz.͏ 154),͏ nicht͏ disziplinierend͏ auswirken.͏ Wie͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏selbst͏ausführen,͏ ist͏mit͏ Einbussen͏bei͏der͏Übertragungsqualität͏ zu͏rechnen.͏Hinzu͏kommt͏ nicht͏nur,͏da ss͏ der͏Bezug͏solcher͏ Angebote͏ technisches͏ Know -how͏ und͏ eine͏ gewis se͏ Skrupellosigkeit͏ voraussetzt,͏sondern͏ auch,͏dass͏Piraterieübertragungen͏nicht͏zuverlässig͏erwartet͏ werden͏ können.͏ Schliesslich͏ haben͏ auch͏ die͏ Pay -TV-Sender͏ ein͏ grosses͏ wirtschaftliches͏ Interesse͏ daran,͏ Piraterieangebote͏ zu͏ unterbinden.͏In͏diesem͏Sinne͏verpflichteten͏sich͏etwa͏Teleclub͏und͏ […]͏ im͏"Lizenzvertrag͏Sender"͏(act.͏202,͏Beilage͏22,͏Ziff.͏16),͏alle͏ihnen͏zumutbaren͏Mas-- 94 of 226 -B-4003/2016 Seite 95 snahmen͏rechtlicher͏und͏technischer͏Natur͏zu͏ergreifen,͏um͏Piraterie͏auszuschliessen.͏ Wer͏bestimmte͏Spiele͏als͏Direktübertragung͏sehen͏will,͏wird͏ sich͏ darum͏ nicht͏ auf͏ ille gales͏ Streaming͏ verlassen.͏ Dass͏ die͏ Vorinstanz͏ unverschlüsselte͏illegal͏im͏Internet͏zugänglich͏gemachte͏ Streamingangebote͏nicht͏weiter͏untersucht͏hat,͏ist͏unter͏diesen͏Umständen͏nicht͏zu͏beanstanden.͏

8.5.2 Potentieller Wettbewerb

8.5.2.1 Wie͏aufgezeigt͏wurde,͏hat͏Cinet rade͏langfristige͏Exklusivverträge͏ mit͏dem͏Schweizerischen͏Fussballverband͏abgeschlossen.͏Damit͏hat͏sie,͏ wie͏die͏Vorinstanz͏korrekt͏festgestellt͏hat͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏576͏ff.),͏gegenüber͏ potentiellen͏ Konkurrenten͏ eine͏ strategische͏ respektive͏ strukturelle͏ Marktzutrittsschranke͏ geschaffen͏ (vgl.͏ etwa͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.62͏und͏2.73),͏da͏der͏Marktzutritt͏während͏ 5͏ respektive͏ 6͏ Jahren͏verschlossen͏ blieb.͏ Nach͏dem͏ Leitentscheid͏ der͏ EU -Kommission͏ i.S.͏ UEFA͏ Champions͏ League͏ ( vgl.͏ COMP/C.2-37.398͏ vom͏ 23.͏ Ju li͏ 2003͏ "UEFA͏ Champions͏League")͏sind͏eine͏Exklusivität͏von͏ 3͏ Jahren͏sowie͏eine͏Aufteilung͏der͏Übertragungsrechte͏in͏verschiedene͏kleine͏Pakete͏üblich͏(vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏576).

8.5.2.2 Auch͏aus͏anderen͏ Gründen͏beurteilte͏die͏ Vorinstanz͏die͏Markteintrittschancen͏ p otentieller͏ Konkurrenten͏ (Cablecom,͏ Sky͏ Deutschland,͏ Canal+,͏Infront/Ringier,͏Sunrise)͏als͏gering.͏ So͏verwies͏sie͏i m͏Zusammenhang͏mit͏ Cablecom͏und͏Sunrise͏auf͏ eine͏ vertraglich͏festgelegt e͏Content Akquirierungsklausel͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏575): In͏Ziffer͏4.2͏des͏Vertrags͏ vom͏Oktober͏2006͏" über͏die͏Verbreit ung͏und͏Ve rmarktung͏ des͏ Teleclub programmangebots͏ durch͏ Cablecom "͏ hat͏ sich͏ Cablecom͏ gegenüber͏Teleclub͏ für͏mindestens͏ 5͏ Jahre͏(Ziff.͏13)͏ verpflichtet,͏ "keine͏ Contentakquisition͏ hinsichtlich͏ der͏ i m͏ Zeitpunkt͏ des͏Abschlusses͏ dieses͏Vertrags͏im͏Teleclub -Kabelangebot͏ enthaltenen͏Programme͏zu͏betreiben,͏solange͏und͏soweit͏der͏betreffende͏Content͏im ͏ Teleclub͏Kabelangebot͏ enthalten͏ ist "͏ (act. 68,͏ Beilage͏ 9.5 ).͏ Diesen͏ Vertrag͏ hat͏ Cablecom͏ zwar͏mit͏ Schreiben͏vom͏17.͏Januar͏2012͏per͏23.͏Juli͏2012͏gekündigt;͏die͏ Parteien͏ sind͏ indessen͏ übereingekommen,͏ dass͏ die͏ Kündigung͏ erst͏ per͏ 30.͏Juni͏2013͏wirksam͏werden͏soll ͏ (vgl.͏ Vereinbarung͏vom͏April͏2012͏betreffend͏" Vorsorgliche͏Verl ängerung͏des͏von͏ UPC͏C ablecom͏ pe r͏ 23.͏Juli͏ 2012͏gekündigten͏' Vertrags͏über͏die͏Verbreitung͏und͏Vermarktung͏des͏T eleclub-Programmangebots͏ durch͏ C ablecom'";͏ act.͏ 68,͏ Beilage͏ 9.4). ͏ Das͏ Cablecom͏durch͏Teleclub͏auferlegte͏Content -Akqusitionsverbot͏galt͏somit͏ ab͏dem͏geplanten͏Startdatum͏des͏Vertrags͏(spätestens͏1.͏Juni͏2007,͏vgl.͏ -- 95 of 226 -B-4003/2016 Seite 96 Ziff.͏ 13.1͏ des͏ Vermarktungsvertrags;͏ act.͏ 68,͏ Beilage͏ 9.5 )͏ bis͏ Ende͏ Juni͏ 2013.

In͏vergleichbarer͏Weise͏hat͏ sich͏Sunrise͏i n͏ Ziffer͏3͏ der͏Vereinbarung͏ vom͏ Mai͏2012͏betreffend͏"Teleclub͏Digital"͏gegenüber͏Teleclub͏ für͏mindestens͏ 3͏Jahre͏(Ziff.͏13)͏ verpflichtet,͏ keine͏ Content-Akquisition͏ hinsichtlich͏der͏im͏ Zeitpunkt͏des͏Vertragsabschlusses͏im͏ "Teleclub͏Digital" -Angebot͏enthaltenen͏S D-Programme͏zu͏betreiben͏oder͏solchen͏Content͏auf͏der ͏ "Sunrise͏ TV"-Plattform͏zu͏vertreiben,͏solange͏und͏soweit͏der͏ betreffende͏Content͏ im͏ "Teleclub͏Digital" -Angebot͏enthalten͏ist͏ (vgl.͏ Vorakten,͏Beilage͏act.͏93). Die͏Beschwerdeführerinne n͏bestreiten͏nicht,͏dass͏diese͏Content -Akquirierungsverbote͏bestehen,͏machen͏aber͏geltend,͏dass͏sich͏Cablecom͏in͏der͏ Vergangenheit͏ nicht͏ an͏ dieses͏ Verbot͏ gehalten͏ habe.͏ Denn͏ Cablecom͏ habe͏sich͏im͏Rahmen͏des͏Konsortiums͏"Swisscable"͏anlässlich͏der͏Rechtevergabe͏im͏Jahr͏2011͏um͏die͏Medienrechte͏bemüht͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 536͏f.).͏ Dem͏ist͏indessen͏entgegen͏zu͏halten,͏dass͏ Cinetrade͏und͏Te leclub͏den͏ Rechteinhaber͏ und͏Cablecom͏ auf͏das͏Content -Akquirierungsverbot͏hingewiesen͏ haben͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏186).͏Be reits͏ 2͏ Jahre͏zuvor͏ hat͏Teleclub͏in͏einem͏Schreiben͏an͏Cablecom͏festgestellt,͏dass͏ Cablecom͏ entgegen͏der͏Content -Akqusitionsklausel͏ die͏beiden͏Pay -TV-Kanäle͏Discovery͏Channel͏und͏Animal͏Planet͏ aufgeschaltet͏habe͏ und͏dass͏sie͏sich ͏ sämtliche͏Rechtsbehelfe,͏w elche͏ Teleclub͏bezüglich͏dieser͏Vertragsverletzung͏zustünden,͏vor behalte͏( vgl.͏ Schreiben͏ Teleclub͏vom͏ 9. und͏17.͏ September͏2009,͏act.͏68,͏Beilage n͏ 11.1͏und͏11.2 ).͏Damit͏hat͏Teleclub ͏ selbst͏ für͏die͏Einhaltung͏des͏Verbots ͏ gesorgt͏ und͏da rauf͏ hingewirkt,͏dass͏ die͏potentielle͏Konkurrenz͏durch͏Cablecom͏höchstens͏als͏gering͏einzustufen͏ist.͏ Daran͏ändert͏auch͏nichts,͏dass͏ UPC͏ (Cablecom)͏am͏1. Juli͏ 2016͏von͏der͏ Swiss͏Ice͏Hockey͏Federation͏für͏5͏Jahre͏ exklusive͏ Pay-TV-Übertragungsrechte͏für͏die͏ober sten͏Schweizer͏Eishockeyligen͏ab͏Saison͏2017/ 18͏ erworben͏hat͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏ 19,͏73,͏154; ͏ Replikbeilagen͏2͏und͏3).͏Denn͏ aufgrund͏ des͏ Umstands,͏ dass͏ d ie͏ Übertragungsrechte͏ bis͏ Ende͏ Saison͏ 2016/17͏ fest͏ vergeben͏ waren,͏ war͏ dieser͏ Erwerb͏ auch͏ gegen͏ Ende͏ des ͏ Untersuchungszeitraums͏nicht͏absehbar.͏

8.5.2.3 Mit͏ den͏ ausländischen͏ Pay -TV-Anbietern͏ Sky͏ Deutschland͏ und͏ Canal+͏verbindet͏Cinetrade͏und͏Teleclub͏nach͏den͏Feststellungen͏der͏Vor instanz͏ eine͏ langjährige͏ Partnerschaft.͏ Weder͏ Sky͏ Deutschland͏ noch͏ Canal+͏ hätten͏ ver sucht,͏ die͏ für͏ einen͏ Markteintritt͏ notwendigen͏ Übertragungsrechte͏selbst͏zu͏erwerben͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏573).͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏weisen͏ dagegen͏ darauf͏hin,͏dass͏Sky͏Übertragungsrechte͏ wie͏namentlich͏die͏Rechte͏an͏der͏UEFA͏Champions͏und͏Europa͏Leag ue͏ -- 96 of 226 -B-4003/2016 Seite 97 im͏Hinblick͏auf͏ein͏"möglicherweise͏künftiges͏eigenes͏Sport -Online-Angebot͏für͏die͏Schweiz"͏erwerben͏würden͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏539);͏in͏ihrer͏ Replik͏ wiesen͏ sie͏ auf͏ den͏ in͏ der͏ Zwischenzeit͏ erfolgten͏ Rechteerwerb͏ durch͏Sky͏hin͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏ 71,͏ 154).͏ Wie͏sich͏aus͏dem͏Lizenzvertrag͏ "Output͏ Sender"͏ zwischen͏ Teleclub͏ und͏ Sky͏ Deutschland͏ Fernsehen͏ GmbH͏ &͏ Co.͏ KG͏ (vormals͏ Premiere͏ Fernsehen͏ GmbH͏ &.͏ Co.͏ KG)͏ v om͏ 1. Mai͏2012͏("Lizenzvertrag͏Sender ";͏ vgl.͏ act.͏202,͏Beilage͏22 )͏ ergibt,͏besteht͏zwischen͏den͏Partei en͏eine͏langjährige͏Zusammenarbeit͏im͏Bereich͏ der͏Lizenzierung͏von͏Pay͏TV -Rechten,͏insbes ondere͏auch͏von͏Programmkanälen,͏wobei͏entsprechende͏Verträge͏aus͏den͏Jahren͏1999,͏2002͏und͏ 2009͏ genannt͏ werden͏ (vgl.͏ Präambel͏ des͏ "Lizenzvertrags͏ Sender",͏ act. 202).͏ Mit͏ diesem͏Vertrag͏räumt͏Sky͏Teleclub ͏ Pay-TV-Rechte͏an͏den͏ verschiedenen͏Kanälen͏ und͏an͏ Sky͏Sport͏ (u.a.͏Sky͏Fussball͏Bundesliga)͏ zum͏Vertrieb͏und͏zur͏Vermarktung͏an͏ Teleclub-Abonnenten͏ ein͏ (vgl.͏ Ziff. 14͏ und͏Anlage͏A͏ des͏ "Lizenzvertrags͏ Sender",͏ act.͏ 202 ).͏ Der͏ Vertrag͏ sieht͏ auch͏ […]͏ vor͏(Ziff.͏11͏des͏ "Lizenzvertrags͏Sender",͏act.͏202 ).͏ Aufgrund͏dieses͏Vertrags,͏ der͏langjährigen͏Zusammenarbeit͏ und͏fehlender͏dokumentierter͏Versuche͏seitens͏Sky͏Deutschland,͏selbst͏ Übertragungsrechte͏ betreffend͏ den͏ hier͏ relevanten͏ Markt͏ für͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Schweizer͏ Fussballübertragungen͏ zu͏ erwerben,͏ kann͏mit͏ der͏ Vorin stanz͏ darauf͏ geschlossen͏werden,͏dass͏von͏Sky͏Deutschland͏keine͏ernsthafte ͏ potentielle͏ Konkurrenz͏ ausging. Gründe,͏wesh alb͏Canal+͏trotz͏der͏bestehenden͏Partnerschaft͏mit͏Teleclub͏ (vgl.͏act.͏ 57,͏Beilage͏3 )͏ zur͏potentiellen͏Konkurrenz͏zu͏zählen͏wäre,͏geben͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏keine͏an.͏Sie͏weisen͏lediglich͏darauf͏hin,͏dass͏ Teleclub͏ entgegen͏ den͏ Ausführungen͏ in͏ der͏ ange fochtenen͏ Verfügung͏ (Rz. 573)͏ nicht͏ "neuerdings"͏ einzelne͏ Kanäle͏ von͏ Canal+͏ in͏ das͏ französischsprachige͏ Teleclub -Angebot͏ aufgenommen͏ habe,͏ sondern͏ das ͏ von͏ Canal+͏definierte͏Paket͏LES +͏im͏Namen͏und͏im͏Auftrag͏von͏Canal+͏vertreibe͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 539,͏Fn.͏375).

8.5.2.4 Die͏SRG,͏von͏der͏kein͏aktueller͏Wettbewerb͏ausgeht͏(vgl.͏ vorne,͏ E.͏ 8.5.1.2-4),͏ würde͏ als͏potentielle͏Konkurrentin͏ nur͏dann͏in͏Frage͏kommen,͏ wenn͏sie͏selbst͏ als͏Pay -TV-Anbieterin͏aufträte͏ oder͏ wenn͏Anzeichen͏ auf͏ eine͏ bedeutend e͏ Vergrösserung͏ des͏ Umfangs ͏ ihrer͏ Übertragungsrechte͏im͏Free -TV͏hindeuten͏würden.͏ Derartige͏Anzeichen͏sind͏keine͏ersichtlich;͏ auch͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏haben͏nicht͏substantiiert,͏aufgrund͏welcher͏Liveübertragungsrechte͏von͏der͏SRG͏bedeutender͏potentieller͏ Wettbewerb͏ ausgehen͏ könnte͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 538).͏ Was͏ die͏ Situation͏im͏Pay -TV͏betrifft,͏sieht͏d ie͏ Konzession͏ vom͏28.͏November͏2007͏ für͏die͏SRG͏SSR͏idée͏suisse ͏ ("Konzession͏SRG")͏ nicht͏vor,͏dass͏die͏SRG͏ -- 97 of 226 -B-4003/2016 Seite 98 ein͏ Progra mm͏ veranstalten͏muss͏oder͏ kann,͏fü r͏welches͏ andere͏Kosten͏ als͏die͏ vorgesehenen͏Empfangsgebühren͏(vgl.͏Art.͏25͏Abs.͏ 3͏Bst.͏b͏und͏ Art.͏34͏ RTVG)͏erhoben͏werden͏ (vgl.͏auch͏ "Die͏SRG͏ –͏ Sport͏für͏die͏ganze͏ Schweiz",͏< https://www.srgssr.ch/fileadmin/dam/documents/publikationen/ factsheets/Factsheet_Sport_DE.pdf>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 27.01.2022 ).͏ Somit͏hat͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏festgestellt,͏dass͏die͏SRG͏nicht͏als͏Pay TV-Programmveranstalterin͏in͏Frage͏kommt͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏602).

8.5.2.5 Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ des͏ Weiteren͏ argumentieren,͏ Salt͏sei͏ im͏März͏2018͏ mit͏Salt͏TV͏erfolgreich͏in͏den͏TV -Plattformwettbewerb͏eingetreten͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏40͏f.,͏73),͏ haben͏die͏Beschwerdeführerinnen͏selbst͏festgestellt,͏dass͏bei͏Salt͏der͏Zugang͏zu͏Premium͏Sport -Angeboten͏über͏Sky͏Sports͏erfolgt͏(vgl.͏Repl ik,͏Rz.͏41).͏Entsprechend͏ist͏nicht͏ ersichtlich,͏inwiefern͏Salt͏als͏potentielle͏Konkurrentin͏auf͏den͏hier͏relevanten͏Bereitstellungsmärkten͏zu͏qualifizieren͏wäre.

8.5.2.6 Schliesslich͏ erachten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏Ausführungen͏ in͏ der͏ Verfügung͏ zum͏ Umfang͏ der͏ vergebenen͏ Übertragungsrechte͏ und͏den͏"s unk͏costs "͏ (d.h.͏Investitionen,͏die͏bei͏einem͏Marktaustritt͏verloren͏gehen,͏weil͏sie͏nicht͏anderweitig͏verwendet͏oder͏die͏entsprechenden͏ Güter͏nicht͏veräussert͏werden͏können)͏ als͏Markteintrittsschranke͏als͏nicht͏ nachvollziehbar:͏Umfassende͏Rechtepakete͏und͏die͏daraus ͏ resultierende͏ wirtschaftliche͏ Verwertbarkeit͏ schafften͏ überhaupt͏ erst͏ einen͏ Anreiz͏ für͏ Programmanbieter,͏ in͏ den͏ Markt͏ einzutreten.͏ Inwieweit͏ "sunk͏ costs"͏ von͏ Swisscom͏ andere͏ finanzkräftige͏ Unternehmen͏ wie͏ Cablecom͏ von͏ einem͏ Markteintritt͏abhalten͏könnten,͏ sei͏unerfindlich͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏540).͏ Die͏ Vorinstanz͏ erklärte͏ in͏ der͏ angefochtenen͏ Verfügung ͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ Stellungnahmen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen,͏ der͏ Aufbau͏ einer͏ eigenen͏ Übertragungsinfrastruktur͏bedinge͏grosse͏Investitionen,͏die͏im͏Falle͏ein es͏ Verlusts͏ der͏ Übertragungsrechte͏ im͏ Rahmen͏ der͏ nächsten͏ Vergabe͏ von͏ einem͏Tag͏ auf͏ den͏ nächsten͏ wertlos͏ würden.͏ Solche͏ "sunk͏ costs"͏ seien͏ geeignet,͏ den͏ potenti ellen͏ Wettbewerb͏ abzuschwächen͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏579,͏mit͏Verweis͏auf͏act.͏115͏und͏101 ).͏ Marktaustrittsschranken͏wie͏"sunk͏costs"͏vermindern͏nach͏klassischer͏Ansicht͏potentiellen͏Wettbewerb,͏weil͏potentielle͏Wettbewerber͏solche͏Kosten͏ antizipieren͏( vgl.͏ REINERT/WÄLCHLI,͏BSK -KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz. 317).͏ Wie͏ Cinetrade͏ in͏einer͏Stellungnahme͏gegenüb er͏der͏Vorinstanz͏erklärte,͏stelle ͏ der͏Erwerb͏von͏Rechten,͏ namentlich͏ die͏Übertragungsrechte͏an͏der͏Swiss͏ Football͏League,͏ein͏sehr͏grosses͏unternehmerisches͏Risiko͏dar,͏denn͏ob͏ die͏Übertragungen͏vom͏Publikum͏tatsächlich͏konsumiert͏w ürden͏und͏damit͏ die͏ Inv estitionen͏ und͏ langfristigen͏ Verbindlichkeiten,͏ welche͏ einzugehen͏ -- 98 of 226 -B-4003/2016 Seite 99 seien,͏rechtfertig ten,͏ sei͏unsicher.͏Daher͏habe͏sie͏sich͏i m͏Hinblick͏auf͏diese͏ Kosten͏und͏Investitionen͏eine͏Option͏für͏eine͏Verlängerung͏des͏Vertrages͏ um͏weitere͏ 3͏ Jahre͏sowie͏ein͏Erstverha ndlungs-͏ und͏Matching -Offer-Right͏ für͏die͏danach͏folgende͏Zeit͏einräumen ͏ lassen͏( vgl.͏ Stellungnahme͏vom͏5.͏ September͏2012,͏ act.͏115,͏Rz.͏73͏f.). ͏ Mit͏der͏Einräumung͏der͏vorgenannten͏ Rechte͏ wollte͏ Cinetrade͏ offenbar͏ verhindern,͏ dass͏ ihre͏ Investitionen͏ bereits͏nach͏kurzer͏Zeit͏verloren͏gehen.͏ Dass͏potentielle͏Wettbewerber͏dieselben͏Überlegungen͏anstellen͏und͏daher͏unter͏Umständen͏das͏Risiko͏von͏ "sunk͏costs"͏nicht͏eingehen͏wollen͏oder͏können,͏ist͏nachvollziehbar.͏Es͏ist͏ daher͏nicht͏zu͏beanstanden,͏dass͏die͏Vori nstanz͏"sunk͏costs"͏auch͏im͏vorliegenden͏ Fall͏ als͏ geeignet͏ erachtet,͏ den͏ potentiellen͏ Wettbewerb͏ abzuschwächen.

8.5.3 Stellung der Marktgegenseite

8.5.3.1 Bei͏ der͏Beurteilung͏der͏Stellung͏der͏Marktgegenseite͏sind͏die͏Aspekte,͏aus͏denen͏sich͏eine͏besondere͏Verhandlungsposition͏ergibt,͏heranzuziehen͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BGer͏2C_113/2017͏E.͏5.5.2,͏"Ticketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich").͏ Faktoren͏sind͏etwa͏d ie͏Grösse͏d er͏Nachfrager͏sowie͏ deren͏Wichtigkeit͏für͏das͏untersuchte͏Unternehmen,͏d ie͏Zahl͏der͏Nachfrager,͏d er͏Organisationsgrad͏der͏Marktgegenseite ͏ sowie͏deren͏ Sachkunde͏ und͏ Professionalität͏ (vgl.͏ REINERT/WÄLCHLI,͏ BSK -KG,͏ Art.͏ 4͏ Abs.͏ 2,͏ Rz. 307 ff.).͏ Zu͏prüfen͏sind͏ auch͏ Ausweichmöglichkeiten;͏das͏Fehlen͏solcher͏ kann͏ die͏ Verhandlungsposition͏ schwächen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BGer͏2C_113/2017͏ E. 5.5.2,͏ "Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich";͏ REINERT/ WÄLCHLI,͏BSK -KG,͏Art.͏4͏Abs.͏2,͏Rz.͏305 ).

8.5.3.2 Marktgegenseite͏ in͏ den͏ hier͏ releva nten͏ Bereitstellungsmärkten͏ sind͏alle͏TV -Plattformanbieter,͏die͏technisch͏grundsätzlich͏in͏der͏Lage͏w aren,͏das͏Pay -TV-Angebot͏von͏Teleclub͏über͏ein͏leitungsgebundenes͏Netzwerk͏den͏Endkunden͏anzubieten ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏581).͏ Nach͏den͏Darlegungen͏der͏Vor instanz͏besteht͏die͏Marktgegenseite͏je͏nach͏Region͏aus͏ drei͏bis͏fünf͏Anbietern͏(regionales͏KNU,͏Swisscom,͏Sunrise,͏Unternehmen͏ mit͏Glasfasernetz);͏gegenüber͏der͏Situation͏im͏Jahr͏2003͏ (Bundesgerichtsurteil͏i.S.͏Cablecom/Teleclub)͏ sei͏die͏Marktgegenseite͏ fragmentierter͏und͏ geschwächt͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏581͏ f.). Das͏Bundesgericht͏hielt͏im͏von͏der͏Vorinstanz͏zitierten͏Urteil͏aus͏dem͏Jahr͏ 2003͏( vgl.͏ Urteil͏des͏BGer͏2A.142/2003͏E.͏4.2.3,͏"Cablecom/Teleclub")͏Folgendes͏zur͏Marktstellun g͏von͏Cablecom͏(dortige͏Beschwerdeführerin)͏fest:͏ -- 99 of 226 -B-4003/2016 Seite 100 "Bei der Übertragung von Fernsehsignalen über CATV-Netze dürfte die Beschwerdeführerin auch marktbeherrschend sein: Die Wettbewerbskommission hat festgestellt, Swisscable, der Verband für Kommunikationsnetze, verfüge über einen Marktanteil von 94.5 % bei allen Kabelfernsehanschlüssen; Cablecom komme ihrerseits eine Marktabdeckung von 46 % zu. Den übrigen Markt teilten sich zahlreiche grössere und kleinere Kabelunternehmen, bei denen es sich aber nicht um eigentliche Konkurrenten handle, da de facto jeweils ein Gebietsmonopol bestehe. Es ist gestützt hierauf anzunehmen, dass sich die Beschwerdeführerin von anderen Marktteilnehmern in wesentlichem Umfang unabhängig verhalten kann. Ihr Verweis auf die disziplinierende Wirkung der Konvergenz verschiedener Dienste und anderer Übertragungswege, wie terrestrischer Sendeanlagen zur Verbreitung von digitalen Programmen (DVB-T), ändert hieran - zumindest zurzeit - nichts; wie es sich künftig damit verhalten wird, kann vorerst noch dahin gestellt bleiben." Sieben͏Jahre͏ später,͏im͏Jahr͏2010͏und͏damit͏in͏der͏Mitte͏des͏vorliegend͏ relevanten͏Untersuchungszeitraums,͏kam͏der͏Preisüberwacher͏bei͏der͏Untersuchung͏ von͏ Kabelfernsehpreisen͏ (vgl.͏ Bericht͏ des͏ Preisüberwachers͏ "Kabelfernsehpreise͏in͏der͏Schweiz"͏vom͏September͏2010,͏S.͏ 24),͏ bereits͏ zu͏folgendem͏Schluss:͏ "Die technische Entwicklung der letzten Jahre, im Speziellen die Weiterentwicklung der Digitalisierung des Fernsehangebots, hat das Umfeld, in welchem die Kabelnetzbetreiber tätig sind, tiefgreifend verändert. Wenngleich die Unternehmen bei der Verbreitung der analogen Radio- und TV-Programme nach wie vor über ein Monopol verfügen, so sind sie doch in der digitalen Verbreitung sowie der damit verbundenen Dienste (elektronische Programmführer, digitale Videoaufzeichnungen, Video-on- Demand sowie HDTV) vermehrt der Konkurrenz durch Anbieter mit anderen Verbreitungsformen (xDSL, Satelliten, Glasfasernetze) ausgesetzt."

8.5.3.3 Die͏von͏der͏Vorinstanz͏beschriebene͏Fragmentierung͏der͏M arktgegenseite͏ist͏auf͏die͏ Konvergenz͏ der͏verschiedenen͏Übertragungstechnologien͏ in͏der͏Telekommunikation͏ zurückzuführen:͏ In͏den͏Anfängen͏ der͏Telekommunikation͏ wurde͏ für͏ jede͏Anwendung͏ (Telefon,͏ Radio,͏ Fernsehen,͏ Datenverkehr)͏ eine͏ spezifische͏ Übermittlung stechnologie͏ eingesetzt;͏ heute͏werden͏diese͏Anwendungen ͏ dank͏der͏Digitalisierung͏und͏ Weiterentwicklung͏der͏Informationstechnologie͏ grundsätzlich͏durch͏sämtliche͏ Übertragungswege͏ unterstützt͏ (vgl.͏ Bericht͏des͏Bundesrates͏vom͏17.͏September͏2010͏ "Zukunft͏der͏ nationalen͏Infrastrukturnetze͏in͏der͏Schweiz",͏S.͏ 40,͏ <www.uvek.admin.ch>,͏abgerufen͏am͏04.06.2020;͏ STEFAN͏ WATTENDORFF,͏ Konvergenz͏der͏Medien,͏in:͏ Uwe͏Manschwetus /Andrea͏Rumler,͏ Strategisches͏Internetmarketing,͏ Wiesbaden͏2002,͏S.͏52;͏ SOFIA͏ DELGADO͏ GOMEZ,͏ Konvergenz͏der͏Medien͏unter͏besonderer͏Berücksichtigung͏neuer͏Sendeformate,͏ Diss.͏ Karlsruhe͏ 2007,͏ S.͏ 65;͏ STEFANIE͏ DÄNZLER,͏ Digitalisierung͏ und͏ die͏ Auswirkung͏ auf͏ die͏ Fernsehfinanzierung,͏ Diss.͏ Berlin͏ 2010,͏ -- 100 of 226 -B-4003/2016 Seite 101 S. 139 ff.;͏ VON͏ STOKAR͏ et͏al.,͏ a.a.O.,͏S.͏138 ).͏ Entsprechend͏verfügten͏ die͏ Kabelnetzbetreiber͏im͏Bereich͏des͏ analogen͏ Fernsehens͏ ursprünglich͏ jeweils͏ über͏ ein͏ faktisches͏ Gebietsmonopol͏ ( vgl.͏ Urteil͏ des͏ BGer͏ 2A.142/2003͏ E. 4.2.3,͏ "Cablecom/Teleclub";͏ Analyse͏ des͏ Pre isüberwachers͏ "Marktstellung͏ UPC͏ Cablecom"͏ vom͏ 17.͏August͏ 2015,͏ Rz.͏ 16͏ und͏ 74),͏ während͏seit͏dem͏Einzug͏der͏Digitalisierung ͏ nicht͏nur͏von͏Kabelnetzbetreibern͏ (auch͏ KNU͏ oder͏ CATV -Unternehmen͏ genannt),͏ sondern͏ namentlich͏ auch͏ von͏Telekommunikationsunternehmen͏ und͏ Betreibe rn͏ von͏ Glasfasernetzen͏ digitales͏Fernsehen͏ übertragen͏ werden͏kann.

8.5.3.4 Konkret͏können͏z ur͏ Anzahl͏und͏Grösse͏der͏Nachfrager ͏ in͏den͏hier͏ relevanten͏Bereitstellungsmärkten͏ folgende͏Feststellungen͏getroffen͏werden:͏ Die͏rund͏350͏schweizerischen͏ Kabel-TV-Netze͏ erreichten͏ nach͏einem͏ Bericht͏des͏Bundesrates͏ aus͏dem͏Jahr͏2010͏ ca.͏85 %͏der͏Haushalte,͏ wobei͏Cablecom͏mit͏rund͏55 %͏Marktanteil͏die͏Branche͏klar͏anführt e͏ (vgl.͏ Bericht͏ des͏ Bundesrates͏vom͏ 17.͏ September͏ 2010͏"Zuk unft͏ der͏ nationalen͏ Infrastrukturnetze͏in͏der͏Schweiz",͏S.͏40 ).͏ Cablecom͏betreibt͏ nach͏eigenen͏ Ausführungen͏ das͏Kabelnetz͏ mit͏der͏grössten͏geografischen͏Ausdehnung͏ in͏ der͏ Schweiz͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ von͏ Cablecom͏ und͏ Finecom͏ vom͏ 22. November͏2013,͏S. 8,͏Rz.͏29,͏act.͏347).͏ Zudem͏war͏Cablecom͏die͏einzige͏Anbieterin,͏die͏schweizweit͏über͏mehr͏als͏100 '000͏Kunden͏verfügte.͏ Die͏Mehrzahl͏der͏anderen͏Anbieter͏wies͏weniger͏als͏5 '000͏Abonnenten͏auf͏ (vgl.͏ Bericht͏ des͏ Preisüberwachers͏ "Kabelfernsehpreise͏ in͏ der͏ Schweiz"͏ vom͏September͏2010,͏S.͏1,͏7f.).͏ Insgesamt͏belief͏sich͏i n͏der͏Schweiz͏die͏ Anzahl͏Kabelanschlüsse͏im͏Jahr͏2010͏ (wie͏bereits͏in͏den͏Jahren͏200 5͏ -͏ 2009)͏ auf͏ 2, 8͏ Millionen.͏ Die͏ Anzahl͏ der͏ K abelkunden,͏ welche͏ digitales͏ Fernsehen͏nutzten,͏stieg͏von͏280'000͏im͏Jahr͏2006͏auf͏510' 000͏im͏Jahr͏ 2008͏und͏ 679'708͏ Mitte͏2010͏ (vgl.͏Bericht͏des͏Preisüberwachers͏"Kabelfernsehpreise͏in͏der͏Schweiz"͏vo m͏September͏2010,͏S.͏ 1͏f. ).͏ Bei͏Cablecom͏ stieg͏die͏Anzah l͏der͏Digital -TV-Kunden͏von͏253' 000͏Ende͏2007͏auf͏ 347'000͏ Ende͏ 2008͏ ( vgl.͏ Medienmitteilung͏ Cablecom͏ vom͏ 24. Februar͏ 2009͏ "Cablecom͏weiterhin͏auf͏Wachstumskurs ");͏ Mitte͏ 2010͏ waren͏es͏ 415'000͏ (vgl.͏ Medienmitteilung͏Cablecom͏ vom͏4.͏August͏2010͏" Cablecom͏gewinnt͏ Kunden͏bei͏allen͏digitalen͏Produkten ";͏ Vorakten,͏act.͏68,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 16),͏ und͏ im͏Mai͏ 2012͏ […]͏ Digital-TV-Kunden͏( vgl.͏ Vorakten,͏act.͏68,͏ Antwort͏ auf͏Frage͏ 16). Des͏Weiteren͏ boten͏im͏Untersuchungszeitraum͏ die͏ Telekommunikationsunternehmen͏ Swisscom͏und͏Sunrise͏über͏das͏kupferbasierte͏Telekommunikationsnetz͏ von͏ Swisscom͏ Fernsehprogramme͏ mittels͏ IP -Technologie͏ (sog.͏ "IPTV")͏an͏ (vgl.͏ Analyse͏des͏Pre isüberwachers͏ "Marktstellung͏UPC͏ -- 101 of 226 -B-4003/2016 Seite 102 Cablecom"͏vom͏17.͏August͏2015,͏Rz.͏ 32).͏ Das͏ Swisscom-Netz͏ muss͏gemäss͏der͏ Grundversorgungskonzession͏ (vgl.͏ Art.͏14͏ff.͏des͏Fernmeldegesetzes͏ vom͏ 30.͏April͏ 1997;͏ SR͏ 784.10),͏ welche͏ Swisscom͏ für͏ die͏ Jahre͏ 2008͏ –͏ 2017͏erteilt͏ worden͏ist,͏ allen͏Bevölkerungskreisen͏zur͏Verfügung͏ stehen͏und͏einen͏ Breitbandanschluss͏vorsehen͏ (vgl.͏ Medienmitteilung͏der͏ ComCom͏ vom͏ 22.͏ Juni͏ 2007͏ "Grundversorgungskonzession͏ geht͏ an͏ Swisscom").͏ Es͏ deckt͏im͏Gegensatz͏etwa͏zum͏Kabelnetz͏von͏Cablecom͏ praktisch͏ die͏ganze͏Schweiz͏ respektive͏ nahezu͏100 %͏der͏Haushalte͏ ab͏ (vgl.͏ RPW͏2005/2,͏S.͏363͏ff.,͏Rz.͏158,͏"Swisscom/Cinetrade";͏ Bericht͏des͏ Bundesrates͏vom͏17.͏September͏2010͏"Zukunft͏der͏nationalen͏Infrastrukturnetze͏in͏der͏Schweiz",͏S.͏40 )͏ und͏ ermöglicht͏aufgrund͏der͏sicherzustellenden͏ Breitbandanschlüsse͏ digitales͏ Fernsehen.͏ Swisscom͏ hat͏ im͏ November͏ 2006͏ ihr͏ TV -Angebot͏ unter͏ dem͏ Namen͏ "Bluewin-TV"͏ (später:͏ "Swisscom-TV")͏ lanciert͏ und͏ steigerte͏ seither͏ stetig͏ die͏ Kundenzahlen:͏ 20'000͏Ende͏2006,͏118'000͏Ende͏2008,͏421'000͏Ende͏2010,͏728'000͏Ende͏ 2012͏ und͏ 1'165' 000͏ Ende͏ 2014͏ ( vgl.͏ Analyse͏ des͏ Preisüberw achers͏ "Marktstellung͏UPC͏ Cablecom"͏vom͏17.͏August͏2015,͏Rz.͏ 41).͏ Die͏Beschwerdegegnerin͏ lancierte͏ am͏23.͏ Januar͏2012͏ ihre͏IPTV -Plattform͏ "Sunrise͏TV "͏ ( vgl.͏ Medienmitteilung͏ Sunrise͏ vom͏ 19.͏ Januar͏ 2012͏ "Eine͏ neue͏Generation͏des͏F ernsehens:͏Sunrise͏TV͏mischt͏den͏Markt͏auf ").͏Dabei͏steigerte͏sie͏die͏Anzahl͏TV -Kunden͏von͏ […]͏ im͏ Februar͏2012͏auf͏ […]͏ im͏ Juni͏2012͏und͏ […]͏ Ende͏2013͏( vgl.͏ Vorakten,͏act. 93,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 16;͏Analyse͏ des͏ Pre isüberwachers͏ "Marktstellung͏ UPC͏ Cablecom"͏ vom͏ 17. August͏2015,͏Rz.͏42). ͏ Seit͏2.͏Juni͏2012͏überträgt͏Sunrise͏TV͏ ein͏Teleclub-Angebot͏im͏gleichen͏Umfang ͏ wie͏die͏KNU͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 163;͏ Medienmitteilung͏Sunrise͏vom͏31.͏Mai͏2012͏" Teleclub͏Digitalplattform͏ab͏ sofort͏bei͏Sunrise͏TV ").͏ Anfänglich͏ (Juni͏2012)͏bezogen͏ […]͏ Kunden͏das͏ Teleclub͏Basispaket͏(davon͏ […]͏ das͏Sportpaket).͏Diese͏Zahl͏steigerte͏sich͏ per͏Mai͏2013͏auf͏ […]͏ Kunden,͏wovon͏ […]͏ zusätzlich͏das͏Sportpaket͏abonnierten͏( vgl.͏ act.͏262,͏Antwort͏auf͏Frage͏28). Daneben͏ betrieben͏ im͏ Jahr͏ 2 010͏ in͏ städtischen͏ Gebieten͏ bereits͏ einige͏ Unternehmen,͏ vor͏ allem͏ Elektrizitätswerke͏ (EVU), ͏ aber͏ auch͏ Swisscom,͏ Glasfasernetze.͏ Diese͏ werden͏ von͏den͏Netzbetreibern͏selbst,͏aber͏ primär͏ von͏Dritten͏ (u.a.͏Telekommunikationsunternehmen͏wie͏Sunrise)͏ zur͏Übertragung͏von͏digitalem͏TV͏genutzt͏ (vgl.͏Bericht͏des͏Preisüberwachers͏" Kabelfernsehpreise͏in͏der͏Schweiz "͏ vom͏September͏ 2010,͏S. 3;͏ Evaluation͏ zum͏Fernmeldemarkt͏ -͏ Bericht͏des͏Bundesrates͏in͏Erfüllung͏des͏Postulats͏ KVF-S͏vom͏13.͏Januar͏2009͏ [09.3002],͏S.͏ 110͏f.,͏ 117;͏Stellungnahme͏Sunrise͏ vom͏ 26.͏ Juli͏ 2013,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏ 25,͏ act.͏ 262 ).͏ So͏ boten͏ 2010͏ bereits͏mehrere͏Betreiber͏im͏Grossraum͏Zürich͏digitales͏Fernsehe n͏üb er͏ -- 102 of 226 -B-4003/2016 Seite 103 das͏Glasfasernetz͏der͏EWZ͏an͏( vgl.͏ Bericht͏des͏Preisüberwachers͏"Kabelfernsehpreise͏in͏der͏Schweiz"͏vom͏September͏2010,͏S.͏3 ).͏

8.5.3.5 Aufgrund͏dieser͏Basis͏ ist͏die͏ Verhandlungsmacht͏der͏KNU͏ und͏insbesondere͏ von͏ Cablecom͏ zu͏prüfen,͏ welche͏ die͏Beschwerdefüh rerinnen͏ als͏ "ausgeprägt"͏ einschätzen͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 573).͏ Die͏ Verhandlungsmacht͏ der͏KNU͏werde͏dadurch͏belegt,͏dass͏sie͏mit͏Teleclub͏1 -3͏Zugang͏zu͏den͏wichtigsten͏Teleclub -Sportinhalten͏besässen͏und͏die͏grösseren͏KNU͏wie͏Cablecom͏und͏die͏Partner͏der ͏ DCG͏gegenüber͏Teleclub͏die͏ Möglichkeit͏einer͏Direktvermarktung͏auf͏ihrer͏eigenen͏Set -Top-Box͏durchgesetzt͏hätten͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏570).͏Des͏Weiteren͏hätten͏die͏ KNU͏ einseitig͏ die͏ sie͏ begünstigende͏ Vertragskonditionen͏ durchgesetzt͏ (kein͏ Vorleistungspreis͏ für͏ die͏ Bereitstel lung͏ von͏ Teleclub,͏ Verbreitungs -͏ und͏ Vermarktungsentschädigung͏für͏Cablecom,͏durch͏Cablecom͏und͏Finecom͏ verweigerte͏Aufschaltung͏des͏HD -Angebots͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏573͏ff.). Zunächst͏ ist͏ das͏ Verhältnis͏ Teleclub/Cablecom͏ zu͏ beleuchten:͏ Teleclub͏ und͏Cablecom͏ führten͏seit͏1998͏eine͏Auseinandersetzung͏über͏die͏Frage,͏ ob͏ und͏ unter͏ welchen͏ Bedingungen͏ Cablecom͏ dazu͏ verpflichtet͏ ist,͏ das͏ digitale͏Angebot͏von͏Teleclub͏über͏die͏Netze͏der͏Cablecom͏zu͏verbreiten.͏ Zur͏Beilegung͏der͏Ause inandersetzung͏haben͏die͏Parteien͏sich͏darauf͏verständigt,͏ dass͏Teleclub͏ bis͏ auf͏ Weiteres͏ zur͏ Verbreitung͏ seiner͏ digitalen͏ Programme͏ über͏ die͏ Netze͏ der͏ Cablecom͏ unter͏ Einsatz͏ seiner͏ eigenen͏ Aufbereitungsvorrichtungen͏ befugt͏ sein͏ soll.͏ Die͏ Aufbereitung͏ der͏ Programme͏durch͏Teleclub,͏die͏Verbreitung͏durch͏Cablecom͏und͏deren͏Vermarktung͏durch͏Teleclub͏wird͏geregelt͏im͏"Vertrag͏über͏die͏Verbreitung͏und͏ Vermarktung͏ des͏ Teleclub -Programmangebots͏ durch͏ Teleclub".͏ Zugleich͏ schlossen͏ die͏Partei en͏ den͏ "Vertrag͏über͏ Verbreitung͏und͏ Vermarktung͏ des͏ Teleclub-Programmangebots͏ durch͏Cablecom ",͏um͏Cablecom͏i hrerseits͏zu͏ ermöglichen,͏ das͏ Teleclub -Programmangebot͏ als͏ i ntegralen͏ Bestandteil͏ des͏digitalen͏Fernseha ngebots͏von͏Cablecom͏ parallel͏ zu͏vermark ten͏ (vgl.͏ Vertrag͏über͏die͏ Verbreitung͏und͏Vermarktung͏des͏Teleclub -Programmangebots͏durch͏Cablecom͏vom͏11.͏Ok tober͏2006͏ [nachfolgend:͏Cablecom Vermarktungsvertrag],͏ act.͏68,͏Beilage͏9.4,͏ Präambel;͏ Vertrag͏über͏die͏Verbreitung͏ und͏ Vermarktung͏ des͏ Teleclub -Programmangebots͏ durch͏ Teleclub͏ vom͏ 11.͏Oktober͏2006͏ [nachfolgend:͏Teleclub -Vermarktungsvertrag],͏ act.͏68,͏Beilage͏9.5,͏Präambel ).͏ Das͏damalige͏digitale͏ Programmangebot͏ von͏Teleclub͏ bestand͏ aus͏17͏Kanälen,͏ nämlich͏TeleclubBasic͏(3͏Kanäle)͏ MovieWorld͏ (5͏ Kanäle)͏ FamilyWorld͏ (6͏ Kanäle )͏ und͏ SportsWorl d͏ (3͏ Kanäle;͏ vgl.͏ Ziff.͏ 3.1͏ der͏ vorgenannten͏ Verträge ).͏ Im͏ Cablecom -Vermarktungsvertrag͏ verpflichtete͏ sich͏Teleclub,͏ von͏ einer͏ Ausdünnung͏ des͏ Pro-- 103 of 226 -B-4003/2016 Seite 104 grammangebots͏ zugunsten͏von͏Tele club-Angeboten͏auf͏anderen͏Verb reitungsplattformen͏ Abstand͏ zu͏ n ehmen͏ ( vgl.͏ Cablecom-Vermarktungsvertrag,͏ Ziff.͏4.1).͏ Teleclub͏behielt͏sich͏indessen͏im͏Teleclub -Vermarktungsvertrag͏auch͏das͏Recht͏vor, ͏ das͏Programmangebo t͏sowie͏dessen͏Zusammenfassung͏ i n͏ Paketen͏ zu͏ bestimmen͏ ( vgl.͏ Teleclub-Vermarktungsvertrag,͏ Ziff. 4).͏ In͏beiden͏Vermarktungsverträgen͏wurden͏zudem͏Vergütungen͏an͏ Cablecom͏vereinbart͏(vgl.͏Cablecom -Vermarktungsvertrag,͏ Ziff.͏ 9.3.1,͏und͏ Teleclub-Vermarktungsvertrag,͏ Ziff.͏7.1).͏ Es͏ trifft͏ somit͏ zu,͏ dass ͏ Cablecom͏ die͏Mö glichkeit͏ hat,͏ Teleclub͏ selbst͏ zu͏ vermarkten͏und͏dass͏Cablecom͏ unabhängig͏davon,͏ob͏das͏Teleclub -Programm͏durch͏sie͏oder͏durch͏Teleclub͏selbst͏vermarktet͏wird,͏eine͏Vergütung͏erhält.͏ Zudem͏streiten͏Cablecom͏und͏Finecom͏nicht͏ab,͏ entsprechend͏ einer͏Anzeige͏ von͏Teleclub͏ vom͏2.͏September͏2013 ͏ die͏Aufschaltung͏des͏ HD-Angebots͏von͏Teleclub͏verweigert͏zu͏haben;͏sie͏begründen͏die͏Verweigerung͏ mit͏ kommerziell͏ nicht͏ annehmbaren͏ Bedingungen͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏vom͏22.͏November͏2013,͏act.͏347,͏S.͏4 ).͏ Diese͏Beispiele͏b elegen͏ indessen͏keine͏Verhandlungsmacht͏in͏Bezug͏auf͏die͏Teleclub -Programinhalte.͏Im͏Gegenteil͏musste͏Cablecom͏hinnehmen,͏dass͏ Teleclub͏ das͏Programmangebot͏ sowie͏ dessen͏ Zusammenfassung͏ in͏ Paketen͏ bestimmt͏ (vgl.͏ Teleclub-Vermarktungsvertrag,͏Ziff.͏4)͏ und͏ lediglich͏ darauf͏verzichtete,͏ das͏ Teleclub -Programm͏ auszudünnen͏ (vgl.͏ Cablecom-Vermarktungsvertrag,͏Ziff.͏4.1).͏Aufgrund͏der͏Pay -TV-Exklusivrechte,͏über͏welche͏Cinetrade͏ respektive͏Teleclub͏namentlich͏im͏Bereich͏der͏Sportübertragungen͏verfügten,͏hatte͏Cablec om͏bezüglich͏des͏Programminhalts͏eine͏schwache͏Verhandlungsposition,͏ wie͏ die͏ vorgenannten͏ Vertragsklauseln͏ zeigen, ͏ und͏ gleichzeitig͏keine͏Ausweichmöglichkeit͏auf͏einen͏anderen͏Pay -TV-Anbieter.͏

8.5.3.6 Auch͏in͏anderen͏Verträgen͏ mit͏KNU͏ behielt͏sich͏ Teleclub͏vor,͏ "Änderungen͏am͏Programmangebot͏vorzunehmen,͏insbesondere͏weitere͏Programme͏ hinzuzufügen,͏ einzelne͏ Programme͏ durch ͏ andere͏ zu͏ ersetzen͏ oder͏ zu͏en tfernen,͏neue͏Programmpakete͏zusa mmenzustellen"͏( vgl.͏ Vereinbarung͏Teleclub͏ mit͏ den͏ Partnern͏ der͏ Digital͏ Cable͏ Gr oup͏ betreffend͏ Teleclub͏Digital͏vom͏ August͏2005,͏Ziff.͏2.4͏[act.͏67 ]). Zudem͏verringerte͏sich͏im͏Untersuchungszeitraum͏bei͏den͏CATV -Kunden͏ die͏ Anzahl͏Abonnenten͏von͏Teleclub͏"Basic" ͏ von͏ […]͏ (davon͏ […]͏ Abonnenten͏Paket͏"Sport")͏im͏Januar͏2009͏auf͏ […]͏ (davon͏ […]͏ Abonnenten͏Paket͏ "Sport")͏ im͏Mai͏2012.͏Demgegenüber͏steigerte͏sich͏die͏Teleclub -Teilnehmerzahl͏bei͏den͏Swisscom -TV-Kunden͏von͏ […]͏ im͏Januar͏2009͏ (davon͏ […]͏ -- 104 of 226 -B-4003/2016 Seite 105 Abonnenten͏Paket͏"Sport")͏ auf͏ […]͏ im͏Dezember͏2011͏ (davon͏ […]͏ Abonnenten͏Paket͏"Sport")͏ und͏ […]͏ im͏Mai͏2012͏ (davon͏ […]͏ Abonnenten͏Paket͏ "Sport")͏ (vgl.͏ Vorakten,͏act.͏115,͏Beilage͏24).͏ Insgesamt͏bezogen͏ somit͏ im͏ Januar͏2009͏ […] %͏aller͏Teleclub -Abonnenten͏( […]͏ von͏total͏ […])͏ihr͏Signal͏ bei͏einem͏CATV -Unternehmen.͏Im͏Mai͏2012͏waren͏es͏ nur͏noch͏ […] %͏( […]͏ von͏ insgesamt͏ […]).͏ Weiter͏ ist͏ festzustellen,͏ dass͏ Cablecom͏ im͏ Januar͏ 2007͏ […]͏ Teleclub-Abonnenten͏zählte.͏Diese͏Zahl͏sank͏allmählich͏von͏ […]͏ im͏Januar͏2009͏ auf͏ […]͏ im͏Mai͏2012͏ (vgl.͏ Vorakten,͏act.͏68,͏Beilage͏6.6). ͏ Somit͏waren͏im͏Januar͏2009͏ […]͏ ([…] %)͏aller͏Teleclub -Teilnehmer,͏die͏ihr͏ Signal͏ bei͏ einem͏ CATV -Unternehmen͏ bezogen,͏ Kunden͏ von͏ Cablecom͏ ([…]͏ von͏ […]͏ Abonnenten).͏Im͏Mai͏2012͏waren͏es͏ […]͏ von͏ […]͏ Abonnenten,͏ somit͏ […] %.͏ Wie͏die se͏ Kundenzahlen͏belegen,͏ verfügte͏ Swisscom͏ ab͏ […]͏ über͏mehr͏ Teleclub-Abonnenten͏ als͏die͏ Hauptkonkurrentin͏Cablecom͏ und͏bereits͏ab͏ der͏zweiten͏Jahreshälfte͏ […]͏ über͏mehr͏Digital -TV-Kunden.͏ Die͏anfänglich͏ starke͏Stellung͏von͏Cablecom͏ist͏somit͏sowohl͏beim͏digitalen͏Fernsehen͏ als͏ auch͏ in͏ Bezug͏ auf͏ Teleclub͏ kontinuierlich͏ geschwächt͏ worden.͏ Noch͏ schwächer͏ dürfte͏ die͏ Marktstellung͏ der͏ anderen͏Anbieter͏ von͏ digitalem͏ Fernsehen͏ angesichts͏ des͏ relativ͏ späten͏ Einstiegs͏ in͏ das͏ TV -Geschäft͏ (Sunrise)͏respektive͏des͏räumlich͏eingeschränkten͏Angeb ots͏(TV -Anbieter͏ via͏Glasfasernetz͏ und͏ übrige͏ KNU)͏gewesen͏sein.

8.5.3.7 In͏Bezug͏auf͏den͏weiter͏zu͏prüfenden͏ Organisationsgrad͏ der͏Marktgegenseite͏ argumentieren͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ die͏ Gegenmacht͏ der͏ Kabelnetzbetreiber͏ sei͏ durch͏ den͏ Branchenverband͏ Swissca ble͏ verstärkt͏ worden͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏572).͏Grundsätzlich͏ist͏festzuhalten,͏ dass͏ das͏Bestehen͏und͏die͏Tätigkeit͏von͏Branchen -͏ und͏ Interessenverbänden͏im͏heutigen͏Wirtschaftsleben͏einen͏allgemein͏bekannten͏und͏üblichen͏ Parameter͏ dar stellt.͏ Insofern͏ läs st͏ sich͏ d araus͏ kein͏ zwingender͏ Rückschluss͏auf͏ die͏Möglichkeit͏oder͏Unmöglichkeit ͏ eines͏unabhängigen͏Verhaltens͏ ziehen͏( vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-831/2011͏ Rz.͏490,͏"Six͏Group").͏ Bei͏Swisscable͏verhält͏es͏sich͏folgendermassen:͏ Swisscable͏ist͏der͏Wirtschaftsverband͏der͏Schweizer͏Kabel -TV-Unternehmen.͏ Während͏des͏Untersuchungszeitraums͏waren͏zwischen͏225͏(im͏Jahr͏2013)͏bis ͏ 250͏ (im͏Jahr͏ 2007)͏ privatwirtschaftlich͏wie͏auch͏öffentlich -rechtlich͏organisierte͏Unternehmen͏angeschlossen,͏die͏ 2,7͏(im͏Jahr͏2013)͏bis ͏ 2,8͏ (im͏Jahr͏2007)͏ Millionen͏Haushalte͏ unter͏anderem͏mit͏TV ͏ bedienten͏ (vgl.͏ Medienmitteilungen͏ Swisscable͏ vom͏ 3.͏ Juli͏ 2007͏ " HDTV:͏ ab͏ Dezember͏ 2007͏ im͏ Kabel "͏ und͏ vom͏20.͏August͏2013͏" TV-Markt:͏Kabelnetze͏sind͏mit͏grossem͏Abstand͏an͏ der͏ Spitze ";͏ Verfügung͏ der͏ WEKO͏ vom͏ 23.͏ September͏ 2002,͏ in:͏ RPW͏ 2002/4,͏S.͏567͏ff.,͏Rz.͏21,͏"Teleclub/Cablecom/Swiss cable").͏ Wie͏sich͏aus͏ -- 105 of 226 -B-4003/2016 Seite 106 einem͏im͏Jahr͏2002͏von͏Teleclub͏bei͏der͏Vo rinstanz͏angestrengten͏Untersuchungsverfahren͏ gegen͏ Cablecom͏ und͏ Swisscable͏ ergibt,͏ hat͏ Swisscable͏ offenbar͏ die͏ dem͏Ve rband͏angeschlossenen͏Kabelnetzbetreiber͏ursprünglich͏aufgefordert,͏bezüglich͏digitaler͏ Verbreitung͏nicht͏mit͏Teleclub͏ in͏Geschäftsbezieh ung͏ zu͏treten͏bzw.͏die͏Geschäftsbeziehung͏von͏der͏Bedingung͏ der͏Abgabe͏der͏Kundenverwaltung͏abhängig ͏ zu͏machen͏und͏Teleclub͏zu͏behindern,͏die͏eigene ͏ Set-Top-Box͏einzusetzen.͏ Aus͏diesem͏Verhalten͏ habe͏ die͏ Verunmöglichung͏ der͏ Ausstrahlung͏ des ͏ Teleclub-Programms͏ über͏ Kabelnetz͏ in͏ digitaler ͏ Form͏ resultiert.͏ Wie͏ indessen͏ weiter͏ festgestellt͏ wurde,͏ hielt͏ Swisscable͏ seit͏ Dezember͏ 2004͏ nicht͏ länger͏ an͏ dieser͏Aufforderung͏fest͏( vgl.͏ Verfügung͏der͏ WEKO͏ vom͏ 4.͏ Juni͏2007,͏in:͏ RPW͏2007/3,͏S.͏400͏ff.,͏Rz.͏79͏und͏92,͏"Teleclub/Cablecom/Swisscable").͏ Dass͏Swisscable͏in͏den͏darauf folgenden͏ Jahren͏weitere͏Aktionen͏gegen͏ Teleclub͏durchgeführt͏hat,͏ergibt͏sich͏weder͏aus͏den͏Akten͏noch͏werden͏ solche͏von͏den͏Beschwerdeführ erinnen͏geltend͏gemacht.͏Was͏Verhandlungen͏ betrifft,͏ hat͏ Swisscable͏ gemäss͏ eigenen͏Angaben͏ unter͏ anderem͏ versucht,͏ mit͏ Teleclub͏ einen͏ neuen͏ Zusammenarbeitsvertrag͏ betreffend͏ Anlieferung͏ des͏ Teleclub -Programms͏ sowie͏ gestützt͏ auf͏ ein͏ 2012͏ von͏

44 KNU͏ erhalten es͏ Verhandlungsmandat͏ namentlich͏ über͏ Programminhalte͏zu͏verhandeln.͏Beide͏Unternehmungen͏seien͏indessen͏nicht͏erfolgreich͏gewesen͏( vgl.͏ Stellungnahme͏von͏Swisscable͏vom͏23.͏August͏2012,͏ act. 108,͏ S.͏ 2͏und͏5).͏Tatsächlich͏ lehnte͏es͏Teleclub͏ in͏ einem͏ Schrei ben͏ vom͏26.͏Juni͏2012͏an͏Swisscable͏ab,͏trotz͏des͏bestehenden͏Verhandlungsmandats͏ weiterhin͏mit͏Swisscable͏zu͏verhandeln;͏Teleclub͏ziehe͏Verhandlungen͏mit͏den͏einzelnen͏Kabelnetzbetreibern͏vor͏( vgl.͏ Stellungnahme͏von͏ Swisscable͏vom͏23. August͏2012,͏act.͏10 8,͏ Beilage͏7).͏Angesichts͏dieser͏ Umstände͏ ist͏ nicht͏ erkennbar,͏ inwiefern͏ Swisscable͏ eine͏ für͏ das͏ vorliegende͏Verfahren͏nennenswerte͏Gegenmacht͏ausgeübt͏haben͏könnte.

8.5.3.8 Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ schliesslich͏ geltend͏ machen,͏ Teleclub͏sei͏wegen͏ Multi-homing͏ auf͏die͏Verbreitung͏durch͏die͏KNU͏angewiesen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏560͏ff.),͏und͏das͏Interesse͏ des͏ ehemaligen͏ Verwaltungsratspräsidenten͏ und͏CEO͏ sei͏ als͏Investor͏von͏Cinetrade͏und͏ Teleclub͏auf͏die͏grösstmögliche͏Verbreitung͏des͏Telec lub-Programms͏gerichtet͏gewesen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏567),͏dürfte͏dies͏ –͏ angesichts͏der͏ zahlreichen͏Teleclub -Abonnenten͏ bei͏ den͏ KNU͏ –͏ auf͏ das͏ Grundangebot͏ von͏Teleclub͏ zugetroffen͏ haben.͏ Bezüglich͏ der͏ zusätzlichen͏ Sportkanäle͏ (Teleclub͏Sport͏4 -24͏respektive͏4 -29)͏hat͏Telecl ub͏indessen͏mit͏ihrem͏Verhalten͏gezeigt,͏dass͏sie͏ auf͏die͏ Verbreitung͏durch͏die͏KNU͏und͏andere͏TV Plattformbetreiber͏ verzichten͏wollte.

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8.5.3.9 Als͏ Zwischenfazit͏ zur͏ Marktgegenseite͏ von͏ Teleclub͏ kann͏ somit͏ Folgendes͏festgehalten͏werden:͏ Zu͏Beginn͏des͏Untersuchungs zeitraums͏ bestand͏die͏Marktgegenseite͏von͏Teleclub͏je͏nach͏Region͏mindestens͏aus͏ einem͏ der͏ zahlreichen͏ CATV -Unternehmen͏ (darunter͏ Cablecom)͏ und͏ Swisscom.͏Am͏Ende͏des͏Untersuchungszeitraums͏gehörten͏zudem͏Sunrise͏und͏unter͏Umständen͏ein͏oder͏mehrere͏Anbiete r͏von͏digitalem͏Fernsehen͏ via͏Glasfasernetz͏zu͏den͏Nachfragern͏von͏Teleclub -Programmen.͏ Als͏Folge͏der͏Digitalisierung͏haben͏die͏KNU͏ihre ͏ (auf͏das͏analoge͏Fernsehen͏beschränkten)͏Gebietsmonopole͏für͏die͏Übertragung͏von͏Fernsehen͏ verloren;͏ neue͏Anbieter,͏ nam entlich͏ die͏ über͏ ein͏flächendeckendes͏ Netz͏ verfügende͏Swisscom͏und͏die͏das͏Swisscom -Netz͏nutzende͏Sunrise,͏aber͏ auch͏Betreiber͏von͏Glasfasernetzen,͏sind͏dazu͏gestossen.͏Diese͏Entwicklung͏ hat͏ zu͏ ein er͏ Verminderung͏ der͏ Kunden,͏ die ͏ bei͏ den͏ KNU͏ (u.a.͏ Cablecom)͏ digitales͏Fernsehen͏ und͏Teleclub͏ bezogen,͏ geführt.͏Auch͏die͏ Verträge͏ mit͏ Teleclub͏ belegen͏ keine͏ starke͏ Verhandlungsposition͏ von͏ Cablecom,͏ anderen͏ KNU͏ und͏ Swisscable ͏ im͏ Bereich͏ der͏ Teleclub -Programminhalte.͏ Die͏ exklusiven͏ Pay -TV-Rechte͏ von͏ Cinetrade͏ verhindern͏ ein͏Ausweichen͏ auf͏ andere͏ Pay -TV-Anbieter.͏ Es͏ ist͏ somit͏ entgegen͏ den͏ Ausführungen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏ erkennbar,͏ dass͏ die͏ Marktgegenseite͏Teleclub͏in͏relevante r͏Weise͏disziplinieren͏ko nnte.

8.5.4 Zwischenergebnis Teleclub͏verfügte͏somit͏auf͏dem͏Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏ Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ im͏ Pay -TV͏ über͏ eine͏marktbeherrschende͏ Stellung.͏In͏Bezug͏ auf͏ die͏ NLA͏gilt͏ diese͏ Feststellung͏für͏den͏gesamte n͏Untersuchungszeitraum,͏in͏Bezug͏auf͏die͏ NLB͏für͏die͏Zeit͏ab͏Saison͏2012/13.

8.6 Nationaler Markt für die Bereitstellung von Schweizer Eishockeyübertragungen im Rahmen eines Liga-Wettbewerbs im Pay-TV

8.6.1 Aktueller Wettbewerb Cinetrade͏hatte͏für͏die͏Spiele ͏ der͏National͏League͏A͏ (NLA)͏ seit͏der͏Saison͏ 2006/07͏und͏ für͏die͏Spiele͏ der͏National͏League͏B͏ (NLB)͏ seit͏der͏Saison͏ 2012/13͏exklusive͏ Pay-TV-Übertragungsrechte.͏ Dies͏bedeutet,͏dass͏ deren͏ vertikal͏integrierter͏Pay -TV-Anbieter͏ Teleclub͏ pro͏Liga͏ sämtliche͏Spi ele͏der͏ Qualifikation͏(44͏Runden͏mit͏je͏6͏Spielen ͏ plus͏6͏zusätzliche͏Spiele )͏ und͏ alle͏Play -off-Spiele͏ live͏im͏Pay -TV͏übertragen͏durfte.͏Der͏Vertrag͏zwischen͏ der͏Schweizerischen͏Eishockey͏Nationalliga͏GmbH͏ (später:͏Swiss͏Ice͏Hockey͏Federation)͏und͏ Cinetrade͏ vom͏Mai͏2006͏war͏für͏die͏Saisons͏2006/07͏ -- 107 of 226 -B-4003/2016 Seite 108 bis͏2008/09,͏mit͏einer͏Option͏für͏die͏Saisons͏2009/10͏bis͏2011/12͏abgeschlossen͏worden,͏der͏darauffolgende͏Vertrag͏für͏die͏Saisons͏2012/13͏bis͏ 2016/17͏ (Vorakten͏act. 370,͏Anlage n͏d1͏und͏d3 ).͏ Da͏Cinetrade͏von͏seinem ͏ Optionsrecht͏ Gebrauch͏gemacht͏ hatte,͏ verfügte͏Teleclub͏ hinsichtlich͏ der͏ NLA͏während͏ des͏ ganzen͏ Untersuchungszeitraums͏ und͏ hinsichtlich͏ der͏ NLB͏am͏Ende͏des͏Untersuchungszeitraums͏ (ab͏Saison͏2012/13)͏ über͏ einen͏Marktanteil͏von͏100 %. Wie͏ beim͏ Bereitstellung smarkt͏ für͏ Schweizer͏ Fussballübertragungen͏ ist͏ auch͏ beim͏ vorliegenden͏ Bereitstellungsmarkt͏ für͏ Schweizer͏ Eishockey übertragungen͏ zu͏untersuchen,͏ob͏vom͏angrenzenden͏Free -TV-Markt͏ ein͏ disziplinierender͏Einfluss͏aus geht.͏ Die͏SRG͏verfügte͏lediglich͏hinsichtlich͏ bestimmter͏ Spiele͏der͏National͏League͏A͏ über͏Übertragungsrechte͏für͏das͏ Free-TV: - Ab͏Saison͏2006/07:͏ 8͏Spiele͏ der͏Qualifikation͏( "Regular͏Season" ),͏im͏ Play-off-Viertel-͏ und͏Halbfinal͏ab͏3.͏Runde͏1͏Spiel͏pro͏Runde͏und͏ das͏ Play-off-Finale͏ab͏3.͏ Runde,͏ das͏ Play-out͏ Finale͏ab͏4.͏Runde͏sowie͏die͏ Liga-Qualifikation͏ ab͏ 4.͏ Runde,͏ zusätzlich͏ ab͏ 1.͏ Runde͏ alle͏ Derbies͏ (vgl.͏ Vorakten͏act. 370,͏ Beilage͏ d1͏ [Anlage͏A:͏Rechteumfang]). - Ab͏Saison͏2012/13:͏ in͏der͏"Regular͏Season"͏ alle͏Te ssiner͏Derbies,͏ ab͏ Januar͏1͏Spiel͏pro͏Wochenende, ͏ in͏ den͏übrigen͏Phasen͏(Play -off,͏Play out͏ und͏ Ligaqualifikation)͏ eine͏ regionale͏ Auswahl͏ (sog.͏ " Regionaler͏ Pick")͏von͏Spielen,͏z.B.͏ jeweils͏bis͏zu͏drei͏verschiedene͏Spiele͏par allel͏ auf͏ dem͏ deutschsprachigen͏ SRF͏ (Schweizer͏ Radio͏ und͏ Fernsehen),͏ im͏französischsprachigen͏ RTS͏ (Radio͏Télévision͏Suisse )͏ und͏ im͏italienischsprachigen͏ RSI͏ (Radiotelevisione͏ Svizzera )͏ (vgl.͏ Vorakten͏ act. 370,͏Beilage͏ d4). Angesichts͏ von͏ 50͏ Qualifikationsspiele n͏ pro͏ Mannschaft͏ (vgl.͏ <https://de.wikipedia.org/wiki/National_League_A_2012/13>,͏zuletzt͏abgerufen͏am͏27.01.2022 )͏ deckt͏das͏Free -TV͏die͏Qualif ikationsrunde͏schlecht͏ ab.͏ Auch͏i n͏den͏übrigen͏Phasen͏beschränkt͏sich͏das͏Free -TV-Angebot͏auf͏ eine͏ kleine͏ Auswahl͏ von͏ Spielen.͏ Das͏ Free -TV͏ war͏ somit͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ weit͏ davon͏ entfernt,͏ den͏ ganzen͏ Meisterschaftsbetrieb͏ übertragen͏zu͏können͏ und͏ kann͏nicht͏ als͏disziplinierender͏ Faktor͏qualifiziert͏werden.

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8.6.2 Potentieller Wettbewerb und Stellung der Marktgegenseite Wie͏ ausgeführt͏(vgl.͏E.͏8.5.2.2),͏war͏der͏Erwerb͏der͏ Pay-TV-Übertragungsrechte͏für͏die͏obersten͏Schweizer͏Eishockeyligen͏ab͏Saison͏2017/18͏ durch͏ UPC͏ Cablecom͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ nicht͏ absehbar.͏ Auch͏ sonst͏ fehlen͏Anhaltspunkte͏dafür,͏ dass͏der͏potentielle͏Wettbewerb͏und͏die͏Stellung͏der͏Marktgegenseite͏auf͏dem͏Markt͏für͏die͏ Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay TV͏ anders͏zu͏beurteilen͏ist͏als͏au f͏dem͏entsprechenden͏Markt͏für͏Schweizer͏Fussballübertragungen.

8.6.3 Zwischenfazit Teleclub͏verfügt e͏ somit͏auf͏dem͏ Markt͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏ Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏ über͏ eine͏marktbeherrschende͏ Stellung.͏ In͏Bezug͏ auf͏ die͏ NLA͏gilt͏ diese͏ Feststellung͏für͏den͏gesamten͏Untersuchungszeitraum,͏in͏Bezug͏auf͏die͏ NLB͏für͏die͏Zeit͏ ab͏Saison͏2012/13.

8.7 Nationale Märkte für die Bereitstellung von ausländischen Fussballübertragungen im Rahmen eines Liga-Wettbewerbs (Bundesliga, Primera División & Copa del Rey, Serie A) im Pay-TV

8.7.1 Aktueller Wettbewerb Auch͏h insichtlich͏der͏hier͏relevanten͏ausländischen͏Fussballigen͏verfügte͏ Cinetrade͏ für͏ das͏Territorium͏ der͏ Schweiz͏ über͏ exklusive͏ Übertragungsrechte:͏ Für͏ die͏ Spiele͏ der͏ 1.͏ und͏ 2.͏ Bundesliga͏ (Saisons͏ 2009 -2013)͏ in͏ deutscher͏und͏italienischer͏Sprache͏( französisch͏nicht͏exklusiv,͏vgl.͏ Vorakten͏act. 115,͏Beilage͏23b ),͏in͏der͏ Primera͏Division͏&͏Copa͏del͏Rey͏ (Saisons͏ 2009-2015)͏ u.a.͏in͏deutscher͏Sprache͏(französisch͏und͏italienisch͏nicht͏exklusiv,͏ vgl.͏ Vorakten͏ act.͏ 115,͏ Beilage͏ 23d )͏ und͏ in͏ der͏ Serie͏A͏ (Saisons͏ 2009-2015)͏in͏allen͏Landessprachen͏ (französisch͏auf͏Grund͏eines͏Vorbehalts͏ für͏ Canal+͏ für͏ die͏ Saisons͏ 2012 -2015͏ nicht͏ ex klusiv;͏ Vorakten͏ act. 115,͏ Beilage͏ 23c ).͏ Von͏ diesen͏ Exklusivlizenzen͏ profitierte͏ wiederum͏ Teleclub͏als͏Tochtergesellschaft͏von͏Cinetrade. Der͏Pay -TV-Anbieter͏Canal+͏verfügt e͏ ebenfalls͏über͏Übertragungsrechte͏ für͏die͏Schweiz,͏namentlich͏für͏die͏Serie͏A ͏ (für͏ die͏Saisons͏ 2012/2013͏ bis͏ 2014/2015;͏nicht͏exklusiv ),͏Premier͏League͏und͏UEFA͏Champions͏League͏ (vgl.͏Vorakten͏act.͏57,͏Beilage͏4 ͏ act.͏115,͏Beilage͏23c ).͏ -- 109 of 226 -B-4003/2016 Seite 110 Das͏Angebot͏von͏ Sky͏Deutschland͏ konnte͏ in͏der͏Schweiz͏nur͏über͏Satellit͏ und͏nur͏direkt͏bei͏ Teleclub͏bezogen͏werden;͏es͏ stand͏ auf͏dem͏ relevanten͏ Bereitstellungsmarkt͏nicht͏zur͏Verfügung͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏588).͏ Zudem͏besteht͏ für͏die͏meisten͏ausländischen͏Fussballligen͏kein͏Angebot͏ im͏ Free -TV.͏ Wie͏ die͏ Vorinstanz͏ ausführt,͏ werden͏ beispielsweise͏ nur͏ gewisse͏Spiele͏der͏Deutschen͏Bundesliga͏im͏Free -TV͏(ARD͏und͏ZDF)͏übertragen͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏442͏inkl.͏Fn.͏521).͏Die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏zusätzlich͏genannten͏Spiele͏der͏UEFA͏Champions͏League͏und͏ UEFA͏Europa͏League͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 522)͏sind͏vorliegend͏nicht͏ als͏ disziplinierend͏ zu͏berücksichtigen.͏UEFA͏Champions͏und͏Europa͏League Spiele͏sind͏zwar͏attraktiv,͏aber͏ aufgrund͏der͏deutlich͏niedrigeren͏Austragungskadenz͏ höchstens͏ eine͏ Ergänzung͏ zu͏ den͏ in -͏ und͏ ausländischen͏ Fussballspielen.͏

8.7.2 Potentieller Wettbewerb und Stellung der Marktgegenseite Die͏Beschwerdeführerinnen͏weisen͏in͏ihrer͏Replik͏darauf͏hin,͏dass͏DAZN͏ 2016͏ die͏ Übertragungsrechte͏ für͏ die͏ englische͏ Premier͏ League͏ und͏ die͏ spanische͏La͏Liga͏für͏die͏Schweiz͏erworben ͏ habe.͏Zudem͏habe͏ Sky͏2017͏ das͏eigene͏Sky͏Sport -Angebot͏als͏Sport -Online-Angebot͏für͏die͏Schweiz͏ lanciert,͏worauf͏unter͏anderem͏die͏Spiele͏der͏Bundesliga͏zu͏sehen͏seien.͏ Somit͏hätten͏sich͏die͏Ausführungen͏in͏der͏Beschwerde͏zum͏bestehenden͏ potentiellen͏Wett bewerb͏als͏korrekt͏herausgestellt ͏ (vgl.͏Replik,͏Rz.͏68͏ff.). ͏ Auch͏in͏diesen͏Fällen͏war͏der͏Erwerb͏der͏genannten͏Übertragungsrechte͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ nicht͏ absehbar.͏ Abgesehen͏ davon͏ ist͏ angesichts͏lediglich͏einzelner͏hier͏relevante r͏ Übertragungsrechte͏kein͏ Markteintritt͏ in͏ hinreichender͏ Grösse͏ erkennbar͏ (vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.76),͏so͏dass͏weder͏DAZN͏noch͏Sky͏als͏relevante͏potentielle͏Konkurrenz͏ bezeichnet͏ werden͏ können. ͏ Es͏ gibt͏ darüber͏ hinaus͏ keinen͏Anlass,͏ den͏potentiellen͏Wettbewerb͏ auf͏ den͏ hier͏relevanten͏nationalen͏Märkten͏ für͏ausländische͏Fussballübertragungen͏ anders͏zu͏beurteilen͏als͏auf͏dem͏ entsprechenden͏Markt͏für͏Schweizer͏Fussballübertragungen. ͏ Was͏die͏Marktgegenseite͏betrifft,͏ ermöglichten͏die͏nur͏teilweise͏exklusiven͏ Übertragungsrechte͏ im͏Gegensatz͏zu͏den͏Märkten͏für͏Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏ ein͏Ausweichen͏der͏TV -Plattformanbieter͏auf͏ andere͏Pay -TV-Anbieter.͏Dokumentiert͏ist͏indessen͏ soweit͏hier͏interessierend͏ nur,͏ dass͏ Canal+͏ das͏ Recht͏ hatte,͏ Spiele͏ der͏ Serie ͏ A͏während͏der͏ Saisons͏2012 -2015͏ in͏französischer͏Sprache͏zu͏übertragen͏( vgl.͏ act.͏115,͏ Beilage͏23c;͏act.͏57,͏Antwort͏auf͏Frage͏6 ).͏ Davon͏dürfte͏auch͏Cablecom͏ profitiert͏haben,͏welche͏i n͏der͏Romandie͏ unter͏anderem͏Sport -Angebote͏ -- 110 of 226 -B-4003/2016 Seite 111 von͏ Canal+͏ verbreitet͏( vgl.͏ act.͏68,͏S.͏8).͏ Es͏ist͏jedoch͏kaum͏anzunehmen,͏ dass͏ Übertragungsrechte͏ für͏ französischsprachige͏ Übertragungen͏ einer͏ italienischen͏Liga͏ die͏ Stellung͏der͏ Marktgegenseite͏ spürbar͏gestärkt͏haben͏ dürften.

8.7.3 Zwischenfazit Teleclub͏ hatte͏ somit͏ ab͏2009͏ auf͏ den͏ drei͏n ationalen͏ Märkten͏ für͏die͏Bereitstellung͏ von͏ ausländischen͏ Fuss ballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga-Wettbewerbs͏(Bundesliga,͏Primera͏División͏&͏Copa͏del͏Rey,͏Serie͏A)͏ im͏Pay -TV͏ei ne͏marktbeherrschende͏Stellung͏ inne.

8.8 Stellung auf den relevanten Märkten: Fazit Teleclub͏ verfügte͏ somit͏ in͏ folgenden͏ Märkten͏ über͏ eine͏ marktbeherrschende͏Stellung͏( vgl.͏ Art.͏4͏Abs.͏2͏KG): - Nationaler͏Markt͏ für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏ Fussballübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV; - Nationaler͏Markt͏ für͏die͏Bereitstellung͏von͏Schweizer͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV; - Nationale͏Märkte͏ für͏ die͏Bereitstellung͏von͏ausländischen͏Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ (Bundesliga,͏ Primera͏División͏&͏Copa͏de l͏Rey,͏Serie͏A)͏im͏Pay -TV.

9. Missbräuchliches Verhalten im Sinne von Art. 7 KG

9.1 Generalklausel von Art. 7 Abs. 1 KG und Tatbestände nach Art. 7 Abs. 2 KG Zunächst͏ist͏das͏Verhältnis͏der͏in͏Art.͏7͏Abs.͏1͏KG͏erwähnten͏Missbrauchsformen͏ der͏ Behinderung͏ und͏ Ausbeutung͏ und͏ das͏ Verhältnis͏ von͏Art. 7͏ Abs. 1͏und͏Abs. 2͏KG͏zu͏klären:͏E.͏9.1.1͏f. Die͏Vorinstanz͏wirft͏Teleclub͏und͏Swisscom͏vor,͏sie͏ hätten͏ in͏Ausnützung͏ ihrer͏ beherrschenden͏Stellung͏ auf͏den͏vorgenannten͏Märkten͏ Geschäftsbeziehungen͏ verweigert,͏ Handelspartner͏ diskriminiert͏ und͏ unangemessene͏Geschäftsbedingungen͏erzwungen. Sodann͏ werden͏ deshalb͏ die͏ folgenden͏ Verhaltensweisen͏geprüft:

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B-4003/2016 Seite 112 Verweigerung von Geschäftsbeziehungen͏ (Art.͏ 7͏Abs.͏ 2͏ Bst.͏ a͏ KG):͏ E.͏9.2͏ff. - Verweigerte͏Bereitstellung͏der͏ Teleclub-Sportkanäle͏1 -3 - Verweigerte͏Bereitstellung͏ von͏"Teleclub͏en͏français". Diskriminierung von Handelspartnern͏ (Art.͏ 7͏ Abs.͏ 2͏ Bst.͏ b͏ KG):͏ E. 9.3͏ff. - Bereitstellung͏eines͏eingeschränkten͏Teleclub -Sportangebots͏(Kanäle͏ 1-3)͏ bei͏ einem͏ gegenüber͏ Swisscom -Kunden͏ teureren͏ Endkundenpreis͏für͏das͏ kombinierte͏Basis -͏ und͏Sportangebot͏ und͏ohne͏ Möglichkeit,͏anstelle͏eines͏gekoppelten͏Basis -͏ und͏Sportangebots͏Sport übertragungen͏mittels͏PPV͏zu͏beziehen - Nur͏ bestimmten͏TV -Plattformen͏ gebotene͏ Möglichkeit,͏ das͏Teleclub Programm͏selbst͏(direkt/parallel)͏zu͏vermarkten. Erzwingung unangemessener Geschäftsbedingungen͏ (Art.͏7͏Abs.͏ 2͏ Bst.͏c͏KG):͏E.͏9.4͏ff. - Vereinbarung͏von͏ Content-Akquisitionsklauseln͏ mit͏U PC͏ und͏Sunrise.

9.1.1 Behinderungs- und Ausbeutungsmissbrauch Marktbeherrschende͏ Unternehmen͏ verhalten͏ sich͏ unzulässig,͏ wenn͏ sie͏ durch͏den͏Missbrauch͏ihrer͏Stellung͏auf͏dem͏Markt͏andere͏Unternehmen͏ in͏ der͏ Aufnahme͏ oder͏ Ausübung͏ des͏ Wettbewerbs͏ behindern͏ oder͏ die͏ Marktgegenseite͏benachteiligen͏ (Art.͏7͏Abs.͏1͏KG).͏ Das͏ Kartellrecht͏ verbietet͏ eine͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏ nicht,͏ und͏ eine͏solche͏ist͏für͏sich͏allein͏auch͏nicht͏missbräuchlich,͏besteht͏doch͏der͏ Sinn͏ des͏ Wettbewerbs͏ gerade͏ darin,͏ durch͏ Markterfolg͏ und͏ internes͏ Wachstum͏eine͏dominiere nde͏Stellung͏zu͏erre ichen͏ (und͏diese͏Marktstellung͏mittels͏angemessener,͏d.h.͏leistungsbezogener͏Massnahmen͏zu͏bewahren).͏Marktbeherrschung͏wird͏allerdings͏dann͏problematisch,͏wenn͏als͏ qualifizierendes͏Element͏eine͏unzulässige͏Verhaltensweise͏hinzutritt,͏weshalb͏ das͏ marktbehe rrschende͏ Unternehmen͏ eine͏ besondere͏ Verantwortung͏für͏sein͏Marktverhalten͏trägt͏( vgl.͏ BGE͏ 146͏II͏217͏ E.͏4.1͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL";͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 10.1.1͏ "Publigroupe";͏ Urteil͏ des͏ BGer͏ 2C_113/2017͏ E.͏ 6.1,͏ "Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏ Zürich";͏ Urteil͏ d es͏ BVGer͏ B -2597/2017͏ vom͏ 19.͏ Januar͏ 2022͏ E.͏ 11.1,͏ "Kommerzialisierung͏ von͏ elektronischen͏ Medikamenteninformationen"͏ [angefochten͏ beim͏ BGer];͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏Art.͏ 7,͏ Rz.͏5͏f.).͏ Diese͏Verantwortung͏gilt,͏soweit͏ der͏ selbständige͏ wirtschaftliche͏ Handlungsspielraum͏ des͏ -- 112 of 226 -B-4003/2016 Seite 113 Unternehmens͏ nicht͏ durch͏ verbindliche͏ Vorgaben͏ aus geschlossen͏ wird͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏ BVGer͏B -7633/2009͏Rz. 461,͏"Preispolitik͏ADSL"). Das͏ von͏Art.͏ 7͏KG͏ verpönte͏missbräuchliche͏ Verhalten͏ kann͏ sich͏ gegen͏ andere͏ Anbieter͏ sowie͏ gegen͏die͏Marktgegenseite͏ richten.͏Gestützt͏darauf͏ unterscheidet͏Art.͏7͏Abs.͏1͏KG͏zwei͏Behinderungsformen:͏Durch͏den͏Missbrauch͏werden͏einerseits͏andere͏Unternehmen͏(i.d.R.͏aktuelle͏oder͏potentielle͏Konkurrenten,͏aber͏auch͏andere͏Marktteilnehmer)͏in͏der͏Aufnahme͏ (d.h.͏ durch͏ Errichtung͏ von͏ Marktzutrittsschranken)͏ oder͏ Ausübung͏ des͏ Wettbewerbs͏ behindert͏ (Behinderungsmissbrauch),͏ wodurch͏ das͏ behindernde͏Unternehmen͏ indirekt͏ eine͏stärkere͏wirtschaftliche͏Position͏erwirbt.͏ Durch͏den͏Missbrauch͏wird͏sodann͏andererseits͏die͏Marktgegenseite͏(d.h.͏ Lieferanten͏oder͏Abnehmer͏des͏behindernden͏Unternehmens)͏benachteiligt͏(Benachteiligungs -͏ bzw.͏Ausbeutungsmissbrauch),͏indem͏ diesen͏ direkt͏ zu͏ Gunsten͏ des͏ missbräuchlich͏ handelnden͏ Unternehmens͏ ausbeuterische͏Geschäftsbedingungen͏oder͏Preise͏aufgezwungen͏werden͏(vgl.͏ BGE͏ 146͏II͏217͏E.͏4.1,͏"Preispolitik͏Swisscom͏ADSL";͏ 139͏I͏72͏E. 10.1.1͏"Publigroupe";͏Urteil͏des͏BGer͏2C_113/2017͏E.͏6.1,͏"T icketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich";͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏45͏f.). Charakteristisch͏ für͏ die͏ Kategorie͏ des͏Ausbeutungsmissbrauchs͏ ist͏ das͏ Streben͏ des͏ marktbeherrschenden͏ Unternehmens͏ nach͏ ökonomischen͏ Vorteilen͏durch͏eine͏Beeinträchtigung͏d er͏Interessen͏von͏Handelspartnern͏ und͏ Verbrauchern͏ unter͏ Ausnutzung͏ seiner͏ marktbeherrschenden͏ Stellung.͏Behinderungsmissbrauch͏umfasst͏dagegen͏sämtliche͏Massnahmen͏ beherrschender͏ Unternehmen͏ ausserhalb͏ eines͏ fairen͏ Leistungswettbewerbs,͏ die͏sich͏ unmittelb ar͏ gegen͏ aktuelle͏ und͏potentielle͏ Wettbewerber͏ (Konkurrenten͏und͏Handelspartner)͏richten͏und͏diese͏in͏ihren͏Handlungsmöglichkeiten͏ auf͏ dem͏ beherrschten͏ Markt͏ oder͏ benachbarten͏ Märkten͏ einschränken͏(vgl.͏ BGE͏146͏II͏217͏E.͏4.1,͏"Preispolitik͏Swisscom͏ ADSL";͏ 139͏I͏72͏E.͏10.1.1͏"Publigroupe";͏Urteil͏des͏BGer͏2C_113/2017͏E. 6.1,͏"Ticketvertrieb͏Hallenstadion͏Zürich"). Gewisse͏Verhaltensweisen͏von͏marktbeherrschenden͏Unternehmen͏können͏zugleich͏behindernd͏und͏benachteiligend͏(ausbeutend)͏sein;͏insofern͏ ist͏ es͏ grundsätzlich͏ irrelevant,͏ ob͏ sich͏ eine͏ zu͏ beurteilende͏ Verhaltensweise͏ als͏das͏eine͏oder͏andere͏charakterisiert.͏ Allemal͏ ist͏ die͏Missbräuchlichkeit͏ einschliesslich͏ der͏ Wettbewerbsschädigung͏ der͏ strittigen͏ Verhaltensweise͏ in͏ einer͏ Einzelfallanalyse͏ festzustellen͏ (vgl.͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E. 4.1,͏"Preispolitik͏Swisscom͏ADSL";͏ 139͏I͏72͏E. 10.1.1͏"Publigroupe").

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B-4003/2016 Seite 114 Verdeutlicht͏ werden͏ die͏ Behinderung͏ und͏ Benachteiligung͏ nach͏ Art.͏ 7͏ Abs. 1͏KG͏durch͏die͏nicht͏abschliessende͏Liste͏von͏Verhaltensweisen͏in͏ Art.͏7͏Abs.͏2 ͏ KG.͏Ob͏die͏darin͏aufgeführten͏Verhaltensweisen͏missbräuchlich͏sind,͏ist͏allerdings͏im͏Einzelfall͏immer͏an͏den͏Anforderungen͏von͏Art. 7͏ Abs.͏1͏KG͏zu͏beurteilen,͏ da͏ die͏Tatbestände͏von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏KG͏nicht͏per͏ se͏eine͏unzulässige͏Verhaltensweise ͏ indizieren.͏ In͏ einem͏zweiten͏Schritt͏ sind͏ mögliche͏ Rechtfertigungsgründe͏ ("legitimate͏ business͏ reasons")͏ zu͏ prüfen͏(vgl.͏ BGE͏146͏II͏217͏E.͏4.2,͏"Preispolitik͏Swisscom͏ADSL";͏ 139͏I͏72͏ E. 10.1.2,͏"Publigroupe";͏Urteil͏des͏BGer͏2C_113/2017͏E.͏6.1,͏"Ticketvertrieb͏Hall enstadion͏Zürich";͏ Urteil des BVGer B-2597/2017 E. 11.5, 12.6.2, "Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen").

9.1.2 Rechtfertigungsgründe, rechtfertigende Effizienz und Verhältnismässigkeit Unzulässiges͏Verhalten͏liegt͏dann͏vor,͏wenn͏für͏die͏Benachteiligung͏bzw.͏ Ausbeutung͏oder͏die͏Behinderung͏ kein͏sachlicher͏Grund͏ besteht.͏Solche͏ Gründe͏ gelten͏ insbesondere͏dann,͏wenn͏sich͏das͏betreffende͏Unternehmen͏ für͏sein͏Verhalten͏ auf͏kaufmännische͏Grund sätze͏ (z.B.͏Verlangen͏der͏ Zahlungsfähigkeit͏ des͏ Vertragspartners)͏ stützen͏ kann.͏ Andere͏ sachliche͏ Gründe͏sind͏etwa͏veränderte͏Nachfrage,͏Kosteneinsparungen,͏administrative͏ Vereinfachungen,͏ Transport -͏ und͏ Vertriebskosten͏ oder͏ technische͏ Gründe.͏ Massstab͏für͏ die͏Frage,͏ob͏es͏sich͏um͏zulässige͏oder͏unzulässige͏ Verhaltensweisen͏handelt,͏bildet͏einerseits͏der͏Institutionen -͏ und͏andererseits͏der͏Individualschutz͏oder͏mit͏anderen͏Worten͏die͏Gewährleistung͏von͏ wirksamem͏Wettbewerb͏( vgl.͏ BGE͏ 146͏II͏217͏E.͏4.2,͏ "Preispolitik͏Swisscom͏ ADSL";͏ 139͏I͏72͏E.͏10.1.2,͏"Publigroupe" ).͏ Ob͏im͏Rahmen͏von͏Art.͏7͏KG͏ Effizienzgründe,͏ d.h.͏ das͏ Überwiegen͏ wettbewerbsfördernder͏ Wirkungen͏ (vgl.͏ PATRICK͏ L.͏ KRAUSKOPF/OLIVER͏ KAUFMANN,͏ Das͏System͏der͏Rechtfertigungsgründe͏im͏Kartellrecht:͏Einwendungen͏bei͏Wettbewerbsabreden,͏in͏ sic!͏ 2013͏S.͏67,͏S.͏68͏ff.͏[nachfolgend:͏Rechtfertigungsgründe͏bei͏Wettbewerbsabreden]),͏ geltend͏ gemacht͏ und͏ berücksichtigt͏ werden͏ können,͏ ist͏ vom͏ Bundesgericht͏ bisher͏ nicht͏ eindeutig͏ beantwortet͏ worden:͏ In͏ einem͏ früheren͏ Urteil͏ wies͏ es͏auf͏ die͏ entsprechende͏ Möglichkeit͏ hin͏ (vgl.͏ BGE͏ 129͏II͏497͏ E.͏6.5.4,͏" EEF/Watt͏Suisse͏AG "),͏während͏es͏in͏einem͏späteren͏ Urteil͏diese͏Frage͏für͏die͏schweizerische͏Praxis͏offen͏lies s͏ (vgl.͏ BGE͏146͏ II͏217͏E.͏4.2.͏"Preispolitik͏Swisscom͏ADSL",͏mit͏Hinweis͏auf͏Urteil͏EuGH͏ TeliaSonera,͏Rz.͏76,͏das͏Effizienzgründe͏ anerkennt,͏soweit͏diese͏ Verbrauchern͏ zukommen).͏ Sachliche͏ Gründe͏ zur͏ Rechtfertigung͏ eines͏ Behinderungs-͏ oder͏ eines͏ Ausbeutungs missbrauchs͏ müssen͏ vom͏ marktbeherrschenden͏ Unternehmen͏ hinreichend͏ detailliert͏ vorgetragen͏ werden͏ (vgl.͏ BGE͏ 146͏II͏217͏E.͏4.2 ͏ "Preispolitik͏Swisscom͏ADSL",͏ 139͏I͏72͏E.͏10.4.2͏ -- 114 of 226 -B-4003/2016 Seite 115 a. E.,͏ "Publigroupe").͏Zudem͏ist͏ das͏Verhältnismässigkeitsprinzip͏ zu͏ wahren,͏d.h.͏ das͏Verhalten͏des͏beherrschenden͏Unternehmens͏muss͏geeignet͏ sein,͏ das͏ von͏ ih m͏ angestrebte͏ Ziel͏ zu͏ erreichen ͏ und͏ es͏muss͏ zur͏ Erreichung͏dieses͏Ziels͏auch͏erforderlich͏sein,͏d.h.͏es͏dürfen͏keine͏als͏milder͏ zu͏beurteilenden͏alternativen͏Handlungsweisen͏zur͏Verfügung͏stehen,͏mit͏ welchen͏ dasselbe͏ Ziel͏ zu͏ erreichen͏ wäre͏ (vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.567;͏ MARC͏ AMSTUTZ/BLAISE͏ CARRON,͏BSK -KG,͏ Art.͏7,͏Rz.͏ 180;͏ PAT-RICK͏ L.͏ KRAUSKOPF͏ /͏ OLIVER͏ KAUFMANN,͏ Das͏System͏der͏Rechtfertigungsgründe͏im͏Kartellrecht:͏Einwendungen͏bei͏Marktmachtmissbrauch,͏in:͏sic!͏ 2013͏ S. 499,͏ S.͏ 502͏ f.;͏ JACQUELINE͏ A.͏ SIEVERS,͏ Legitimate͏ business͏ reasons͏ beim͏ Missbrauch͏ einer͏ marktbeherrschenden͏ Stellung͏ gemäss͏ Art.͏7͏KG,͏Zürich͏2014,͏S.͏82͏ff. ). Im͏vorliegenden͏Fall͏ ist͏zu͏prüfen,͏ob͏die͏Vorinstanz͏ den͏Beschwerdeführerinnen͏ zu͏ Recht͏ die͏ Verweigerung͏ von͏ Geschäftsbeziehungen͏ (Art. 7͏ Abs.͏ 2͏ Bst.͏ a͏ KG;͏ vgl.͏ E.͏ 9.2 ),͏ die͏ Diskriminierung͏ von͏ Handelspartnern͏ (Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏b͏KG;͏vgl.͏E.͏9.3 )͏ sowie͏die͏ Erzwingung͏unangemessener͏Geschäftsbedingungen͏(Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏c͏KG;͏vgl.͏E.͏9.4 )͏ vorgeworfen͏ hat.

9.2 Verweigerung von Geschäftsbeziehungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Bst. a KG

9.2.1 Rechtliche Grundlagen

9.2.1.1 Der͏ Grundsatz͏ der͏ Vertragsfreiheit͏ gilt͏ auch͏ für͏ ein͏ marktbeherrschendes͏ Unternehmen:͏Es͏ist͏ grundsätzlich͏frei ͏ in͏der͏ Wahl͏ seiner͏ Geschäftspartner,͏denn͏ eine͏beherrschende͏Stellung͏schafft͏ keinen͏generellen͏ Kontrahierungszwang͏ (vgl.͏ Botschaft͏vom͏23.͏ November͏1994͏zu͏einem͏ Bundesgesetz͏ über͏ Kartelle͏ und͏ andere͏ Wettbewerbsb eschränkungen;͏ BBl͏ 1995͏ 468͏ ff. ͏ [Botschaft͏ KG͏ 1995],͏ S.͏ 570;͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-831/2011͏ Rz. 776͏f.,͏"Six͏Group";͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏7,͏Rz.͏11;͏ HEINE-MANN/KELLERHALS,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 70;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.577;͏ AM-STUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 215;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏ Art.͏7,͏Rz.͏191͏f. ).͏Im͏Einzelfall͏kann͏die͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏aber͏missbräuchlich͏sein,͏ namentlich͏ wenn͏sie͏darauf͏ abzielt,͏ Konkurrenten͏vom͏Markt͏zu͏drängen͏oder͏ihnen͏den ͏ Marktzugang͏zu͏versperren͏( vgl.͏ HEINEMANN/KELLERHALS,͏ a.a.O.,͏S.͏70;͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏ -- 115 of 226 -B-4003/2016 Seite 116 Rz.͏2.577 ).͏ Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏ a͏ KG͏erlaubt͏eine͏Intervention͏durch͏die͏Wettbewerbsbehörden,͏ wenn͏folgende͏Tatbestandselemente͏kumulativ͏ gegeben͏sind:͏ a)͏ Marktbeherrschung͏durch͏ein͏Unternehmen ͏ (vgl.͏ vorne,͏ E.͏8.3),͏ b)͏ das͏ sich͏weigert,͏Geschäft sbeziehungen͏zu͏unterhalten, c)͏ die͏Verweigerung͏zeitigt͏wettbewerb sverfälschende͏ Effekte, d)͏ die͏Verweigerung͏ist͏ weder͏ objektiv͏gerechtfertigt͏ noch͏ auf͏Effizienzgründe͏ gestützt͏ (vgl.͏ AMSTUTZ/CARRON,͏ BSK -KG,͏Art. 7,͏ Rz.͏ 236͏ ff.;͏ WEBER/VOLZ, a.a.O., Rz. 2.580 ff.; RAMIN SILVAN GOHARI, Verweigerung von Geschäftsbeziehungen, Bern 2016, S. 647).͏

9.2.1.2 Die͏Geschäftsbeziehung͏kann͏ direkt͏( ausdrücklich,͏ explizit)͏oder͏ indirekt͏ (z.B.͏ mit͏einem͏ Ausweichmanöver,͏Verzögerungsstrategien͏oder͏ der͏ Forderung͏ unangemessener͏ Geschäftsbedingungen)͏ verweigert͏ werden͏ (vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.583͏f.;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏ Rz. 217;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏7,͏Rz.205;͏vgl.͏auch͏ GOHARI,͏ a.a.O.,͏S.͏117͏ff.͏und͏125͏ff.,͏welcher͏die͏ Terminologie͏"ausdrückliche͏und͏ konstruktive͏ Verweigerungen"͏ bevorzugt )͏ und͏ direkte͏ Konkurrenten͏ oder͏ Unternehmen͏vor -͏ oder͏nachgelagerter͏Marktstufen͏ betreffen͏ (vgl.͏ WEBER/ VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.582;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏Art. 7,͏ Rz. 195).͏ Der͏Tatbesta nd͏umfasst͏sowohl͏die͏Nichtaufnahme͏potentieller͏Geschäftsbeziehungen͏als͏auch͏die͏Einschränkung͏oder͏den͏Abbruch͏ bestehender͏ Geschäftsbeziehungen͏ (vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏ Art. 7,͏ Rz. 202;͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏7,͏Rz.͏10;͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.581;͏ AM-STUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 215;͏ GOHARI,͏a.a.O.,͏S. 112;͏ Botschaft͏ KG͏1995,͏S.͏570 ).͏ Tatbestandsvarianten͏sind͏die͏Weigerung,͏den͏ Zugang͏ zu͏ einer͏ wesentlichen͏Einrichtung͏ (essential͏facility)͏zu͏gewähren,͏sowie͏ die͏Verweigerung͏von͏Lizenzen͏an ͏ Immaterialgüterrechten͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-831/2011͏ Rz. 780,͏"Six͏Group";͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏ Art.͏7,͏Rz.͏229͏ff.,͏254͏ff.;͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏7,͏Rz. 13͏ff.;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz.͏ 2.597͏ff.,͏2.608͏ff.;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 215).

9.2.1.3 Mindestens͏ b ei͏ der͏ letztgenannten͏ Missbrauchsvariante͏ der͏ Zugangs-͏ und͏Lizenzverweigerung͏wird͏zudem͏ gefordert,͏ dass͏das͏verweigerte͏Gut͏für͏die͏Geschäftstätigkeit͏des͏(bestehen den͏oder͏möglichen)͏Geschäftspartners͏unerlässlich͏(objektiv͏n otwendig)͏ist͏( vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏ B-831/2011͏Rz. 976͏ff.,͏"Six͏Group";͏zum͏Merkmal͏der͏Unerlässlichkeit͏vgl.͏ auch:͏ Botschaft͏ KG͏ 1995,͏ S.͏ 571;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.585;͏ AM-STUTZ/CARRON,͏ BSK -KG,͏ Art. 7,͏ Rz. 218͏ ff.;͏ differenzierend:͏ STÄUBLE/ SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 207͏ff.,͏ 212͏ff.,͏238͏ ff.;͏ GOHARI,͏ a.a.O.,͏ -- 116 of 226 -B-4003/2016 Seite 117 S. 446).͏ Bei͏den͏Missbrauchsvarianten͏des͏Lieferabbruchs͏und͏der͏Lieferverweigerung͏ gilt͏ die͏Unerlässlichkeit͏nicht͏als͏zwingendes͏Tatbestandselement͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -831/2011͏Rz. 981͏ff.,͏"Six͏Group" ).͏ Für͏die͏ Beurteilung͏der͏Wettbewerbsbehinderung͏spielt͏die͏ Unerlässlichkeit͏ eines͏ Inputs͏ dennoch͏ eine͏Rolle,͏denn͏je͏wichtiger͏ein͏Prod ukt͏für͏ein͏nachfragendes͏ Unternehmen͏ ist,͏ desto͏ grösser͏ dürfte͏ die͏ Wettbewerbsbehinderung͏sein͏(vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art. 7,͏Rz.͏207).͏ Trotz͏dieses͏ Bezugs͏zur͏Wettbewerbsbehinderung͏wird͏die͏Unerlässlichkeit͏des͏Inputs͏ nachfolgend͏in͏einem͏eigenständigen͏Kapitel͏behandelt͏(vgl.͏E. 9.2.5). Ein͏Gut͏ist͏u nerlässlich,͏wenn͏d ie͏ Ausübung͏der͏ wirtschaftlichen͏ Tätigkeit͏ ohne͏das͏ entsprechende͏Pr odukt͏ nicht͏möglich͏ oder͏ zumutbar͏ ist,͏ weil͏kein͏ gleichwertiges͏Alternativprodukt͏vorhanden͏ist ͏ und͏es͏ dem͏nachfragenden͏ Unternehmen͏ innerhalb͏eines͏angemessenen͏Zeitraums͏ auch͏nicht͏möglich͏ist,͏das͏betreffende͏Produkt͏in͏ökonomisch͏und͏ sachlich͏ sinnvoller͏Art͏ und͏Weise͏selbst͏herzustellen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-831/2011͏Rz.͏993,͏ "Six͏Group";͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.585;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏ Art.͏7,͏Rz.͏ 220͏ff.;͏vgl.͏auch͏die͏Definition͏nach͏ GOHARI,͏a.a.O.,͏S. 598͏f. ).

9.2.1.4 Weiter͏ muss͏ d ie͏ Geschäftsverweigerung͏ den͏ Wettbewerb͏ beeinträchtigen.͏ Es͏wird͏ nicht͏zwingend͏eine͏ Beseitigung͏ des͏wirksamen͏Wettbewerbs͏ vorausgesetzt,͏ wie͏ teilweise͏ vertreten͏ wird ͏ (vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz. 2.592;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 225͏ff.,͏233 );͏ je͏ nach͏Missbrauchsvariante͏reicht͏ eine͏Wettbewerbsbehinderung͏ aus͏(vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-831/2011͏Rz. 1155͏ff.,͏"Six͏Group";͏ ohne͏weitere͏Differenzierung:͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art. 7,͏Rz.͏196 ).͏ So͏ muss͏ ein͏ Lieferabbruch͏oder͏ eine͏Liefer verweigerung͏na ch͏der͏Wettbewerbspraxis͏ keine͏vollständige͏Aufhebung͏des͏Wettbewerbs͏auf͏dem͏relevanten͏Markt͏ zur͏Folge͏haben;͏es͏genügt͏eine͏Wettbewerbsbeeinträchtigung ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B-831/2011͏Rz. 1156,͏"Six͏Group",͏mit͏Verweisen͏auf͏die͏europäische͏Praxis ).͏ Es͏müssen͏keine͏tatsächlichen͏Auswirkungen͏einer͏Verhaltensweise͏nachgewiesen͏werden;͏der͏Nachweis͏einer͏potentiell͏nachteiligen͏ Einwirkung͏ ist͏ bereits͏ ausreichend ͏ (vgl.͏ Urteil͏ de s͏ BVGer͏ B-831/2011͏Rz.͏ 1198͏ff.,͏"Six͏Group").͏ Schliesslich͏ist͏entgegen͏der͏Auffassung͏der͏Beschwerdegegnerin͏nicht͏erforderlich,͏dass͏im͏Falle͏des͏fehlenden͏Zugangs͏zum͏strittigen͏Gut͏ein͏faktischer͏Marktausschluss͏ des͏nachfragenden͏ Unternehmens͏ droht͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -831/2011͏ Rz. 1184͏ff.,͏" Six͏Group").

9.2.1.5 Als͏sachliche͏ Rechtfertigungsgründe͏ für͏die͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏kommen͏zunächst͏allgemeine͏ kaufmännische͏Grund -

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B-4003/2016 Seite 118 sätze͏ (z.B.͏Verlangen͏der͏Zahlungsfähigkeit͏des͏Vertragspartners)͏in͏Betracht͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 10.1.2,͏ "Publi groupe";͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE-KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏215).͏ Andere͏sachliche͏Gründe͏sind͏veränderte͏Nachfrage,͏ Kosteneinsparungen,͏ administrative͏ Vereinfachungen,͏ Transport -͏ und͏Vertriebskosten͏ sowie͏ technische͏Gründe͏ (vgl.͏BGE͏139͏I͏72͏E.͏10.1.2,͏ "Publigroupe",͏ mit͏ weiteren͏ Hinweisen).͏ Aus͏ Effizienzg ründen͏ ist͏ eine͏ Rechtfertigung͏von͏Geschäftsverweigerungen͏vor͏allem͏gestützt͏auf͏investitions-͏ oder͏ innovationsschützenden͏ Überlegungen͏ möglich͏ ( vgl.͏ WE-BER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.593;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 238;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏21 6͏ ff.;͏ SIEVERS,͏a.a.O.,͏S. 226);͏ andere͏ mögliche͏ Gründe͏sind͏ ein͏ besseres͏ Preis-/Leistungsverhältnis͏ oder͏ ein͏grösseres͏Produktesortiment͏für͏die͏Endkonsumenten ͏ (vgl.͏ BGE͏129͏II͏ 497͏ E.͏6.5.4,͏" EEF/Watt͏ Suisse͏AG ";͏ ROGER͏ GRONER,͏Missbrauchsaufsicht͏ über͏ marktbeherrschende͏ Unternehmen͏ –͏ quo͏ vadis?,͏ in͏ recht͏ 20/2002,͏ S. 63͏ ff.,͏ S. 70;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.565 ).͏ Keine͏ legitimitate͏ business͏ reasons͏ können͏ demgegenüber͏ das͏ Ansinnen͏ des ͏ Marktbeherrschers͏d arstellen,͏seine͏Marktanteile͏auf͏Kosten͏eines͏Konkurrenten ͏ beizubehalten͏(bzw.͏ sogar͏auszubauen)͏oder͏seine͏Marktmacht͏auf͏einen͏benachbarten͏Markt͏ auszudehnen,͏ indem͏ entweder͏ Wettbewerber͏aus͏diesem͏Markt͏verdrängt͏werden͏oder͏der ͏ Markteintritt͏potenziel ler͏Wettbewerber͏verhindert͏wird͏ (vgl.͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art. 7,͏Rz.͏ 239).

9.2.1.6 Subjektive͏ Beweggründe,͏ die͏ zu͏ einer͏ Wettbewerbsverfälschung͏ (d.h.͏ Behinderung͏ bzw.͏ Benachteiligung͏ von͏ Marktteilnehmern) ͏ führen,͏ sind͏ für͏ die͏ Beurteilung͏ nicht͏ massgebend͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-831/2011͏ Rz. 1130͏und͏1194,͏"Six͏Group").͏

9.2.1.7 Der͏Tatbestand͏der͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏hat͏ wettbewerbspolitisch͏zentrale͏Bedeutung,͏dient͏er͏doch͏indirekt͏auch͏der͏ besseren͏Verwirklichung͏der͏Verhinderung͏von͏anderen͏missbräuchlichen͏ Verhaltensweisen.͏ Erfahrungsgemäss͏ wagen͏ es͏ nämlich͏ kleinere͏ Unternehmen͏ aus͏Angst͏ vor͏ einem͏Abbruch͏ der͏ Geschäftsbeziehungen͏ meistens͏nicht,͏sich͏gegen͏marktbeherrschende͏Unternehmen͏in͏de m͏ihnen͏zustehenden͏Masse͏zu͏wehren,͏wenn͏sie͏von͏diesen͏abhängig͏sind ͏ (vgl.͏ Botschaft͏ KG͏ 1995,͏ S.͏ 570͏ f.;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.577;͏ STÄUBLE/ -- 118 of 226 -B-4003/2016 Seite 119 SCHRANER,͏ Dike-KG,͏ Art.͏ 7͏ Rz.͏ 198͏ f.;͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -831/2011͏ Rz. 778,͏"Six͏Group" ).

9.2.2 Vorgebrachte Argumente Die͏Vorinstanz͏ wirft͏Teleclub͏vor,͏von͏Dezember͏2010͏ bis͏mindestens͏Sommer͏2013͏ die͏Geschäftsbeziehung͏gegenüber͏ verschiedenen͏TV -Plattformanbietern͏in͏den͏ nationalen͏ Märkten͏ für͏die͏Bereitstellung͏von ͏ Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockey übertragungen͏ im͏ R ahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏in͏ungerechtfertigter͏Weise͏verweigert͏ zu͏haben͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏615͏ –͏ 720).͏ Bis͏zum͏2.͏Juni͏2012,͏als͏Teleclub͏bei͏Sunrise ͏ TV͏ aufgeschaltet͏ worden͏ sei,͏ habe͏ kein͏Anbieter͏ mit͏ IP -basierter͏ Plattform͏ (ausser͏ Swisscom)͏ das͏ Teleclub-Programm͏ verbreiten͏ können,͏ obwohl͏ verschiedene͏Plattformanbieter͏( DCG,͏YplaY,͏ Stafag,͏ Finecom,͏ Netplus,͏Ticonocom)͏ die͏ Bereitstellung͏ des͏Teleclub -Programmangebots͏ wiederholt͏ nachgefragt͏ hätten.͏ Zudem͏ erhalte͏ abgesehen͏ von͏ Cablecom͏ und͏ den͏ Partnern͏der͏DCG͏auch͏kein͏KNU͏ trotz͏entsprechender͏Nachfragen͏(namentlich͏durch͏Finecom͏für͏den͏QL -Verbund,͏französischsprachige͏Plattformanbieter)͏ das͏Teleclub -Programm͏für͏seine͏Plattform ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 622͏ ff.).͏ Angesichts͏der͏ geringeren͏ Bedeutung͏ für͏die͏ Kundengewinnung͏und͏ –bindung͏ stellten͏die͏ausländischen͏Fussballübertragungen͏im͏ Pay-TV͏im͏Gegensatz͏zu͏den͏inländischen͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏ im͏ Pay -TV͏ insgesamt͏ keinen͏ objektiv͏ notwendigen͏ Input͏ dar͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏6 46).͏Auch͏d ie͏fehlende͏Integration͏ des͏Teleclub -Programmangebots͏in͏die͏eigene͏TV -Plattform͏ sei͏nicht͏als͏ objektiv͏notwendiger͏ Input͏ für͏ die͏ KNU͏ zu͏ qualifizieren͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 647),͏ dies͏im͏ Gegensatz͏für͏ Betreiber͏einer͏IPTV -Plattform,͏die͏ keine͏and ere͏Möglichkeit͏ hätten,͏ als͏ das͏ Teleclub -Programmangebot͏ als͏ Vorleistung͏ zu͏ beziehen͏ und͏ in͏ die͏ eigene͏ TV -Plattform͏ zu͏ integrie ren͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 648).͏ Unerlässlich͏sei͏lediglich͏das͏für͏die͏KNU͏und͏Sunrise͏reduzierte͏Angebot͏ auf͏den͏Sportkanälen͏1͏b is͏3͏(Verfügung,͏Rz.͏620).͏ Weiter͏besteh e͏ für͏die͏ betroffenen͏Unternehmen͏auch͏keine͏Möglichkeit,͏das͏in͏Frage ͏ stehende͏ Produkt͏selbst͏zu͏produzieren ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏649).͏Daher͏stellten͏ für͏ TV-Plattformanbieter,͏ die͏Angebote͏auf͏der͏Basis͏der͏ IPTV-Technologie͏unterbreiten͏ woll ten,͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockey übertragungen͏ im͏ Pay-TV͏objektiv͏notwendige͏ Inputs͏dar͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏651).͏ Ohnehin͏ hätte͏ sie͏ die͏ objektive͏ Notwendigkeit͏ eines͏ Inputs͏ nach͏ der͏ Rechtsprechung͏des͏Bundesverwaltun gsgerichts͏gar͏nicht͏prüfen͏müssen͏( vgl.͏ Duplik,͏ Rz.͏ 15͏und͏80).͏ Eine͏Wettbewerbsbehinderung͏im͏ TV-Plattformmarkt͏ sei͏ mit͏ überwiegender͏ Wahrscheinlichkeit͏ nachgewiesen.͏ Diese͏ Wettbewerbswirkung͏ werde͏ zudem͏durch͏das͏Zusammenspiel͏mit͏den͏Fernmeldemärkten͏v erstärkt͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏652͏ff.).

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B-4003/2016 Seite 120 Dem͏halten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏entgegen,͏ die͏Vorwürfe͏der͏Vorin stanz͏ beruhten͏ auf͏ einer͏ mangelhaften͏ Untersuchung ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 591͏ ff.;͏Replik,͏Rz.͏1 61͏ff. ).͏ Die͏Vorinstanz͏gehe͏fälschlicherweise͏davon͏aus,͏ dass͏die͏in͏Frage͏stehenden͏Sportübertragungen͏für͏den͏Betrieb͏ einer͏TV -Plattform͏von͏herausragender͏Bedeutung͏seien͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏592).͏Zu͏dieser͏Fehleinschätzung͏sei͏die͏Vorinstanz͏vor͏allem͏gelangt,͏weil͏sie͏die͏relevanten͏Wettbewerbspar ameter͏für͏den͏Betrieb͏von͏ TV-Plattformen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏594͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏161͏ff.)͏sowie͏die͏ Bedeutung͏der͏Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏von͏Teleclub͏nur͏fehlerhaft͏und͏keineswegs͏umfassend͏untersucht͏habe͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏ 657͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏173͏ff.).͏Die͏wenigen͏Beweise͏habe͏sie͏ lediglich͏selektiv͏gewürdigt͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏719͏ff.;͏Replik,͏Rz. 179).͏ Weiter͏machen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend,͏ Teleclub͏ habe͏ mit͏allen͏fraglichen͏TV -Plattformen͏Geschäftsbeziehunge n͏unterhalten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 736͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 200͏ ff. ).͏ Sodann͏ sei͏ das͏Angebot͏ der͏ Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyligaspiele͏im͏Rahmen͏des͏auf͏Teleclub͏ Sport͏1͏bis͏3͏verfügbaren͏Umfangs͏für͏den͏Betrieb͏einer ͏ TV-Plattform͏objektiv͏ nicht͏ notwendig͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 757͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz. 204͏ ff.).͏ Auch͏ habe͏die͏Verweigerung͏zu͏ keiner͏Wettb ewerbsbehinderung͏geführt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏7 73͏ff.;͏Replik,͏Rz. 209͏ff. );͏namentlich͏verfolg ten͏ sie͏ keine͏Behinderung sstrategie͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 848͏ff.;͏ Replik,͏Rz. 182͏ ff.;͏Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏8 ).͏ Des͏Weiteren͏ hätten͏ sie͏kein͏ neues͏Erzeugnis͏behindert͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 839 ff.;͏Replik,͏Rz.͏224͏ ff.)͏ und͏ könne͏ sich͏ Teleclub͏ auf͏ Rechtfertigungsgr ünde͏ stützen͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 848͏ ff.;͏Replik,͏Rz. 226͏ff. ).͏ In͏Bezug͏auf͏Sunrise͏erklären͏ die͏Beschwerdeführerinnen,͏die͏Vorinstanz͏habe͏zu͏Recht͏eine͏Geschäftsverweigerung͏ gegenüber͏ Sunrise͏ in͏ Bezug͏ auf͏ die͏ Deutschschweiz͏ verneint;͏ auch͏ eine͏ Geschäf tsverweigerung͏ für͏ die͏ französischsprachige͏ Schweiz͏liege͏nicht͏vor͏(vgl.͏Replik,͏Rz. 290͏ff.). Die Beschwerdegegnerin argumentiert, entgegen͏den͏Ausführungen in der angefochtenen͏ Verfügung hätten die Beschwerdeführerinnen ihr gegenüber nicht͏nur͏in͏der͏französischen͏Schweiz,͏sondern auch in der Deutschschweiz Geschäftsbeziehungen verweigert. In Bezug auf die französische Schweiz habe sie überhaupt kein Angebot von den Beschwerdeführerinnen erhalten, obwohl sie letztere explizit danach angefragt habe. Zudem teile sie nicht die Einschätzung der Vorinstanz, wonach das Vollangebot an Kanälen für die Ausübung der wirtschaftlichen Tätigkeit nicht unerlässlich sei, da die Verweigerung des vollwertigen Sportangebots von Teleclub es ihr und anderen Anbieterinnen verunmögliche, im Wettbewerb auf dem -- 120 of 226 -B-4003/2016 Seite 121 nachfolgenden Markt für TV-Plattformen wirksam mit Swisscom TV konkurrieren zu können (vgl. Beschwerdeantwort, Rz. 25 ff.; Duplik, Rz. 34 ff.).

9.2.3 Umfang der Untersuchung der Wettbewerbsparameter und Würdigung der Beweise durch die Vorinstanz Auf͏ die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏aufgeworfenen͏ Rügen͏des͏Umfangs͏ der͏ Untersuchung͏ und͏ der͏ Beweiswürdigung͏ durch͏ die͏ Vorinstanz͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏591͏ff.;͏Replik,͏R z.͏161͏ff.),͏soweit͏nicht͏ im͏Folgenden͏ dazu͏Stellung͏genommen͏wird, ͏ ist͏ im͏Rahmen͏der͏materiellen͏Prüfung͏ einzugehen͏( vgl.͏E.͏9.2.4͏ff.;͏ zum͏Untersuchungsgrundsatz͏vorne,͏E.͏5.1). Die͏Beschwerdeführerinnen͏ kritisieren,͏die͏Vorinstanz͏gehe͏ohne͏Untersuchung͏ von͏der͏Gleichwertigkeit͏der͏TV -Plattformen͏aus͏und͏widerspreche͏ sich͏ diesbezüglich͏in͏der͏Verfügung͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏635͏ff.). ͏ In͏der͏ Tat͏erklärte͏die͏Vorinstanz ͏ zwar,͏ inhaltlich͏ sei͏ für͏die͏regionale͏Verbreitung͏ von͏Swisscom͏TV,͏ abgesehen͏vom͏Sportangebot,͏ kein͏wesentlicher͏Unterschied͏im͏Plattformangebot͏ersichtlich͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 671-673).͏ Technisch͏und͏vertraglich͏ aber͏ wies͏die͏Vorinstanz͏ sehr͏wohl͏ auf͏Unterschiede͏ zwischen͏d en͏Plattformen͏(Übertragungsqualität,͏benötigte͏Hardware,͏Programmauswahl,͏ Zusatzfunktionen͏ wie͏ Aufnahmemöglichkeit͏ und͏ Programmfunktion,͏Möglichkeit,͏die͏Fernsehplattform͏mit͏anderen͏Produkten͏ wie͏Internet͏und͏Mobilfunk͏gemeinsam͏zu͏beziehen,͏Plattformpre is,͏Wahl͏ des͏ Pay -TV-Programmpakets,͏ PPV,͏ VoD͏oder͏ PPC)͏ hin͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏366,͏381͏ff.),͏so͏ dass͏auch͏nach͏Ansicht͏der͏Vorinstanz ͏ mit͏Bezug͏auf͏ ihre͏technischen͏und͏vertraglichen͏Parameter ͏ eine͏ erhebliche͏ Vielfalt͏unter͏ den͏ Plattformen͏ besteht.͏ Fallrelevante͏ Unterschiede͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 644͏ff. ),͏ werden͏ im͏Folgenden͏ berücksichtigt. Soweit͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏machen,͏die͏Vorinstanz͏habe͏ nur͏ aktuelle͏ Marktverhältnisse͏ untersucht͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 661 ff.;͏ Replik,͏Rz.͏106͏ff.),͏ übersehen͏sie,͏dass͏die͏ Marktbefragungen͏der͏ Vorinstanz͏ auch͏auf͏die͏Vergangenheit͏fokussierten.͏In͏der͏ersten͏Marktbefragung͏vom͏30.͏Mai͏2012͏ (vgl.͏act.͏3)͏ waren͏dies͏die͏Fragen͏10b͏(" Hat͏Teleclub͏in͏den͏letzten͏Jahren͏versucht,͏sein͏Pay -TV-Programm͏über͏ Ihre͏ Plattform͏ zu͏verbreiten?"),͏10c͏(" Haben͏Sie͏in͏den͏letzten͏Jahren͏ versucht,͏für͏ Ihre͏TV -Plattform͏ das͏Teleclubangebot͏ zu͏bekommen? "),͏11b͏(" Haben͏Sie͏ in͏den͏letzten͏Jahren͏versucht,͏für͏Ihre͏TV -Plattform͏zusätzliche͏ Sportkanäle͏von͏Teleclub͏zu͏bekomm en?"),͏12b͏(" Haben͏Sie͏in͏den͏letzten͏Jahren͏ versucht,͏für͏Ihre͏TV -Plattform͏ zusätzliche͏Live -Spiele͏von͏Teleclub͏zu͏bekommen?").͏ In͏der͏zweiten͏Marktbefragung͏vom͏Juni͏2013͏(vgl.͏etwa͏Fra-- 121 of 226 -B-4003/2016 Seite 122 gebogen͏für͏Stadtantennen͏Baar,͏act.͏180)͏wurde͏etwa͏nach͏Verhandlungen͏mit͏Teleclub͏( vgl.͏ Frage͏1,͏ act.͏180)͏ und͏nach͏ Projektabrechnungen͏ der͏letzten͏ 5͏ Jahre͏für͏die͏Vermark tung͏des͏Teleclub -Programmangebots͏ (vgl.͏ Frage͏4,͏act.͏180)͏und͏nach͏Kundendaten͏ab͏2006͏( vgl.͏ Fragen͏5͏und͏ 6,͏act.͏180)͏gefragt.͏ Andere͏ Fragen͏waren͏ dagegen͏in͏der͏Tat͏gegenwartsbezogen,͏in͏der͏ersten͏Marktbefragung͏etwa͏die͏ Fragen͏9a͏(" Können͏über͏ Ihre͏TV -Plattform͏Angebote͏von͏Teleclub͏bezogen͏werden? "),͏10a͏("Sofern͏ Ihre͏Kunden͏kein͏Angebot͏von͏Teleclub͏beziehen͏können ͏ […],͏ Gibt͏es͏dafür͏ technische͏ Gründe?"),͏14͏(" Nennen͏Sie͏bitte͏die͏für͏die͏Kundengewinnung͏ bzw.͏Kundenbindung͏wichtigsten͏Leistungen͏und͏Inhalte,͏die͏ein͏Angebot͏ im͏Bereich͏Digital͏TV͏enthalten͏muss ")͏und͏15͏(" Beschreiben͏Sie͏bitte,͏welche͏Bedeutung͏der͏Live -Ausstrahlung͏exklusiver͏Spo rtereignisse͏für͏Kundengewinnung͏bzw.͏Kundenbindung͏auf͏Ihrer͏TV -Plattform͏zukommt "),͏in͏ der͏zweiten͏Marktbefragung͏ etwa͏die͏Frage͏" Wie͏wichtig͏ist͏die͏Verfügbarkeit͏der͏folgenden͏Sport -Ligen͏auf͏Ihrer͏TV -Plattform͏für͏die͏Kundengewinnung͏und͏Kundenbindung?"͏(vgl.͏act.͏214,͏Frage͏5).͏Da͏es͏bei͏zahlreichen͏ Fragen͏um͏Meinungen͏(zu͏Leistungen ͏ und͏Inhalten)͏ ging,͏konnte͏die͏Vorinstanz͏indessen͏kaum͏anders,͏als͏die͏Fragen͏gegenwartsbezogen͏zu͏formulieren.͏ Diesen͏Mangel͏ausgleichend͏ist͏jedoch͏zu͏berücksichtigen,͏dass͏ sich͏die͏Vorinstanz͏auch͏auf͏Marktforschungen͏vergangener͏Jahre͏ stützte͏ (vgl.͏ hinten,͏ E. 9.2.5.2). Auch͏wenn͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏bemängeln,͏dass͏die͏Vorinstanz͏z u͏ Unrecht͏auf͏die͏Bedeutung͏von͏Sportübertragungen͏im͏Ausland͏abgestellt͏ habe͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏676͏ff.),͏ist͏ ihnen͏entgegenzuhalten,͏dass͏sich͏ die͏Vorin stanz,͏ nicht͏nur͏auf͏ ausländische͏Literatur͏ (z.B.͏was͏die͏ objektive͏ Notwendigkeit͏ von͏Sportübertragungen͏ betrifft),͏ sondern͏ namentlich͏ auch͏ auf͏die͏ Stellungnahmen͏der͏TV -Plattformanbieter͏ gestützt͏ hat͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏628͏ff.).͏Die͏Kombination͏ dieser͏Antworten͏ mit͏ –͏ ausländischer͏ oder͏inländischer͏ –͏ Literatur͏ist͏geeignet,͏das͏Bewe isergebnis͏ zu͏stützen.

9.2.4 Geschäftsverweigerung

9.2.4.1 Überblick über die vorgeworfenen Geschäftsverweigerungen Die Vorinstanz erachtete das Tatbestandselement der Geschäftsverweigerung in folgender Hinsicht als erfüllt:

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B-4003/2016 Seite 123 - Zugang͏zu͏ eingeschränktem͏ Teleclub-Sportangebot͏ (vgl.͏nachfolgende͏ E.͏9.2.4.2͏ ff.):͏ Hierzu͏ gehören͏ o TV-Plattformanbieter,͏ die͏von͏Teleclub͏ zwar͏ keine͏ Möglichkeit͏ bekamen,͏ Teleclub͏ in͏ ihre͏ TV -Plattform͏ zu͏ integrieren,͏ ihren͏ Kunden͏aber͏mittels͏Signalanlieferung͏ beschränkten͏ Zugang͏zu͏ Teleclub,͏ namentlich͏ zu͏ den͏ Sportkanälen͏ 1 -3,͏ verschaffen͏ konnten͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏623) o Sunrise,͏ die͏ ihren͏Kunden͏ ab͏ Juni͏ 2012 ͏ wenigstens͏ die͏Teleclub-Sportkanäle͏1 -3͏anbieten͏konnte͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz. 159͏ und͏622 ); - Vollständige͏ Verweigerung͏ des͏Teleclub -Sportangebots͏ (vgl.͏ nachfolgende͏E.͏9.2.4.3͏ ff.):͏ TV-Plattformanbieter,͏ die͏vergeblich͏ve rsucht͏haben,͏mit͏Teleclub͏eine͏Geschäftsbeziehung͏einzugehen,͏die͏es͏ihnen͏ ermöglicht͏hätte,͏ihren͏Kunden͏das͏Sportangebot͏von͏Teleclub͏zugänglich͏zu͏machen͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏622) - Verweigerung͏des͏ französischsprachigen͏ Teleclub-Sportangebots͏ (vgl.͏ nachfolgende͏ E.͏ 9.2.4.4͏ ff.):͏ TV-Plattformanbieter,͏ die͏ vergeblich͏ versucht͏ haben,͏ das͏französischsprachige͏Teleclub -Angebot͏ zu͏erhalten͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏624).

9.2.4.2 Zugang zu eingeschränktem Teleclub-Sportangebot

9.2.4.2.1 Nach͏ den͏ Sachverhaltsermittlungen͏ der͏ Vorinstanz͏ erhielt͏ im͏ massgeblichen͏Untersuchungszeitraum͏ kein͏KNU͏(abgesehen͏von͏Cable com͏und͏den͏Partnern͏der͏DCG)͏das͏Teleclub -Programm͏für͏seine͏Plattform.͏ Verschiedene͏KNU͏hätten͏dabei͏selber͏um͏die͏Bereitstellun g͏nachgefragt,͏insbesondere͏Finecom.͏Zudem͏habe͏der͏Branchenverband͏Swiss cable͏ein͏Verhandlungsmandat͏gehabt͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏623). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ machen͏ hierzu͏ geltend,͏ eine͏ Geschäftsverweigerung͏ sei͏ erst͏ zu͏ bejahen,͏ wenn͏ eine͏ Geschäftsbez iehung͏ gänzlich͏ verweigert͏oder͏eine͏bestehende͏Geschäftsbeziehung͏eingeschränkt͏oder͏ abgebrochen͏werde.͏Teleclub͏habe͏aber͏sein͏Angebot͏ auf͏Teleclub͏1͏ –͏ 3͏ für͏die͏KNU͏ und͏ Sunrise͏ über͏den͏gesamten͏Untersuchungszeitraum͏ausgebaut͏und͏erweitert.͏Zudem͏missl inge͏der͏Vorinstanz͏nachzuweisen,͏dass͏ es͏überhaupt͏eine͏Anfrage͏gegeben͏habe,͏die͏Teleclub͏ hätte͏erfüllen͏können.͏ Pauschale͏ Ausführungen,͏ verschiedene͏ Plattformbetreiber͏ hätten͏ wiederholt͏ die͏ Bereitstellung͏ nachgefragt͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 736͏ ff.;͏ -- 123 of 226 -B-4003/2016 Seite 124 Replik,͏Rz.͏201͏f.),͏genügten͏nicht.͏ Denn͏alle͏ von͏der͏Vorinstanz͏genann ten͏ KNU͏ und͏ Kabelnetzverbände͏ hätten͏während͏des͏ganzen͏Untersuchungszeitraums͏Geschäftsbeziehungen͏mit͏Teleclub͏unterhalten,͏weil͏Teleclub͏in͏ den͏Kabelnetzen͏das͏umfassende͏Teleclub -Angebot͏inklusive͏Sportpaket͏ übertrage͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 740).͏ So͏ übertrage͏ Yplay,͏ das͏ sich͏ ursprünglich͏für͏Tel eclub͏auf͏ IPTV͏interessiert͏ habe,͏ das͏Teleclub -Angebot͏ per͏RF -TV͏in͏den͏FTTH -Netzen͏im͏gleichen͏Vertriebsmodell͏wie͏über͏die͏ Kabelnetze͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏742). Entgegen͏d iesen͏Bemerkungen͏ beschränkte͏sich͏ die͏Vorinstanz͏ allerdings͏ nicht͏auf͏ pauschale͏Ausführungen͏zu͏Nachfragen͏von͏Plattformbetreibern,͏ sondern͏ verweist͏auf͏Abschnitt͏A.4.3.5.8,͏in͏welchem͏sie͏ die͏ Anfragen͏ von͏ KNU͏und͏des͏ Branchenverbands͏Swisscable͏ nach͏Erweiterung͏des͏Sportangebots͏ mit͏Aussagen͏ aus͏ der͏ Marktbefragung͏ belegt͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏623,͏mit͏Verweis͏auf͏Rz. 222͏ff.). Der über Glasfasernetze verfügende TV-Plattformanbieter YplaY verfolgte das Ziel, Teleclub sowohl via RF-TV (Radio Frequency-Television, vgl. Rz. 66 der Verfügung) als auch via die eigene IPTV-Plattform zu verbreiten (act. 27, Antwort auf Fragen 8 und 10 und Beilage "Ablauf der Verhandlungen zwischen […] und Herrn […]"). Die Aufschaltung des Teleclubsignals via RF-TV gelang, während die Verhandlungen zur Verbreitung von Teleclub über IPTV abgebrochen wurden (vgl. Verfügung, Rz. 218; Beschwerde, Rz. 742; act. 252, Antwort auf Frage 1). Von welcher Seite die Verhandlungen abgebrochen wurden, ist aufgrund der Akten unklar (vgl. act. 252, Antworten von YplaY auf Frage 1): "Nachdem wir Teleclub auf dem RF-TV bekommen haben, haben wir unverzüglich die Gespräche für IP-TV aufgenommen. Es fanden 2 Meetings zwischen Herrn […] und Herrn […] statt. Im Prinzip ist Teleclub auf dem Standpunkt, dass wir die Verschlüsselung wie Sunrise oder Swisscom lösen müssen. Die Verhandlungen sind im Moment auf Eis gelegt, da keine kommerziell vernünftige Lösung gefunden werden konnte. Eine eigene Verschlüsselung ist unter den gegebenen Umständen nicht machbar." "Die Verhandlungen wurden abgebrochen - eine Weiterführung scheint nicht viel Sinn zu machen und ist nicht geplant. Es wurde auch geprüft, inwieweit Teleclub eine eigene IP-TV Box vertreiben könnte indem sie dann wie heute ihre Box in das Netz des Providers stellt. Auch dieser Ansatz scheint nicht sinnvoll zu sein aus der Sicht des Teleclub."

9.2.4.2.2 Eine͏ ähnliche͏ Situation͏ ist͏ bei͏ der͏ Stafag͏ Communications͏AG͏ (kurz:͏Stafag),͏die͏ihr͏TV -Angebot͏sowohl͏über͏Kabel -,͏als͏auch͏über͏G lasfasernetze͏vertreibt͏( vgl.͏ act.͏39,͏Antworten͏auf͏Fragen͏2͏und͏5),͏festzustellen.͏Sie͏konnte͏ihren͏Kunden͏das͏digitale͏Teleclub -Programm͏mittels͏eines͏ -- 124 of 226 -B-4003/2016 Seite 125 alternativen͏Zugangs͏ –͏ vorliegend͏via͏HF͏Overlay͏ –͏ anbieten͏( vgl.͏ act.͏227,͏ Antwort͏auf͏Frage͏3),͏inde ssen͏trotz͏Nachfragen͏nicht͏über͏ihre͏eigene͏TV Plattform͏(act.͏39,͏Antwort͏auf͏Frage͏10): "Telefongespräch mit Hr. […], CEO Teleclub, das letzte Gespräch fand Ende 2011 statt. Erneute Absage für die Einspeisung in die eigene TV-Plattform." Teleclub͏habe͏d ie͏Absage͏wie͏folgt͏begründet͏( vgl.͏ act.͏227,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏1): "Es gäbe einen Firmenbeschluss, keinen weiteren Netzen die Verbreitung über die eigene Plattform zu bewilligen. Deutliches und unabrückbares NoGo seitens Teleclub. Es wurde in Aussicht gestellt, dass allenfalls wieder Cl-Module zugelassen würden." Des͏Weiteren͏erklärte͏Stafag͏am͏10.͏Juli͏2013,͏ohne͏indessen͏ihre͏Aussage͏mit͏einem͏Vertragsentwurf͏oder͏einer͏Bestätigung͏durch͏Teleclub͏dokumentieren͏zu͏können͏( vgl.͏ act.͏227,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 2;͏act.͏317): "Es liegt ein Angebot der Teleclub vor, bei welchem wir die ganze Sportpalette (nicht nur 3 Sender) übertragen könnten. Das Angebot beinhaltet jedoch kein Einzelabruf sowie keine Uebertragung für die IP-TV-Netze. Die Stafag hat das Teilangebot abgelehnt, da wir die Programme auf unserer IP-TV-Plattform nicht übertragen dürfen (können)."

9.2.4.2.3 Wie͏die͏vorgenannten͏YplaY͏und͏Stafag͏hatten͏auch͏die͏KNU ͏ nur͏ die͏Möglichkeit,͏ihren͏Kunden͏mittels͏eines͏alternativen͏Zugangs͏(in͏casu͏ mittels͏Signalanlieferung)͏ Zugang͏z u͏den͏Teleclub -Sportkanälen͏1 -3͏zu͏gewähren͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 623 ͏ und͏ 647 ).͏ Diesbezüglich͏ wird͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ keine͏ (vollständige)͏ Geschäftsverweigerung͏ zu͏Lasten͏der͏KNU͏ vorgeworfen͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏620 ).͏Fakt͏ist,͏dass͏ Teleclub͏ Geschäftsbeziehungen͏ mit͏ diesen͏ Unternehmen͏ unterhielt,͏ wenn͏ auch͏ nicht͏im͏gewünschten͏Umfang͏und͏in͏der͏von͏diesen͏Unternehmen͏favorisierten͏Form.͏Insofern͏handelt͏es͏sich͏bei͏dieser͏Sachverhaltsvariante͏weder͏um͏die͏Nichtaufnah me͏potentieller͏Geschäftsbeziehungen͏noch͏um͏die͏ Einschränkung͏ oder͏ den͏ Abbruch͏ bestehender͏ Geschäftsbeziehungen͏ (vgl.͏ vorne,͏ E.͏9.2.1.2),͏sondern͏um͏eine͏ bloss͏teilweise͏Geschäftsverweigerung.͏Diese͏ist͏angesichts͏ der͏Tatsache,͏dass͏ in͏casu͏ eine͏ Geschäftsbeziehung͏ vorhanden͏ ist,͏ nachstehend͏ unter͏ dem͏Tatbestand͏der͏ Diskriminierung͏von͏Handelspartnern͏ zu͏prüfen͏(vgl.͏ hinten,͏ E. 9.3). Abgesehen͏ davon͏kann͏ es͏ genügen,͏ ein͏ Verhalten͏ auf͏ Verletzung͏ eines͏ einzigen͏Tatbestands͏von͏Art. 7͏Abs.͏2͏KG͏zu͏prüfen͏(vgl.͏Urteil͏des͏BGer͏ -- 125 of 226 -B-4003/2016 Seite 126 2C_113/2017͏E.͏6.3,͏" Ticketvertrieb͏ Hallenstadion͏Zürich ").͏ Entsprechend͏ des͏vorliegenden͏Beweisergebnisses͏ werden͏auch͏die͏Fälle͏YplaY,͏ Stafag͏ und͏ Sunrise͏ (bezüglich͏ des͏ deutschsprachigen͏Ang ebots)͏ unter͏ diesem͏ Aspekt͏zu͏beurteilen͏sein͏(vgl.͏ hinten,͏ E. 9.3).

9.2.4.3 Vollständige Verweigerung des Teleclub-Sportangebots

9.2.4.3.1 Die͏ Möglichkeit,͏ das͏ Teleclub -Programm͏ mittels͏ Signalanlieferung͏zugänglich͏zu͏machen,͏ fehlt͏ aus͏technischen͏Gründen͏ Betreibern͏ einer͏ IPTV -Plattform,͏ die͏ ein͏regionales͏Glasfasernetz͏oder͏ das͏Kupferanschlussnetz͏der͏Swisscom͏nutz en.͏Sie͏sind͏ darauf͏angewiesen,͏das͏Teleclub-Programmangebot͏ als͏ Vorleistung͏ beziehen͏ und͏ in͏ die͏ eigene͏ TV Plattform͏integrieren͏ zu͏können͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏648).͏ Diesen͏TV -Plattformbetreibern͏ ist͏ nach͏ den͏ Ermittlungen͏ der͏ Vorinstanz͏ das͏ Teleclub Sportangebot͏ vollständig͏ verweigert͏ worden;͏ davon͏ ausgenommen͏ sei͏ Sunrise͏TV͏und͏seit͏ Februar͏2013͏die͏Partner͏der͏ DCG͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏622). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ sind͏ der͏ Ansicht,͏ Teleclub͏ habe͏ gegenüber͏ Unternehmen͏ wie͏ Quickline,͏ Netstream,͏ Deep,͏ TV͏ Factory͏ oder͏ Netplus͏ keine͏Geschäfte͏verweigert,͏denn͏diese͏Unternehmen͏stellten͏Netzbetreibern͏wie͏Sunrise͏eine͏TV -Plattform͏im͏Wholesale͏be reit.͏Da͏Tele club͏weder͏ über͏ein͏Wholesale -Angebot͏noch͏über͏die͏erforderlichen͏Lizenzen͏dazu͏ verfüge,͏ sei͏ eine͏ Verweigerung͏ ausgeschlossen͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 743 f.).͏ Im͏Übrigen͏bestreiten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht,͏dass͏ Teleclub͏kleineren͏IPTV -Plattformen͏das͏Teleclub -Angebot͏nicht͏zur͏Verfügung͏gestellt͏hat͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏203͏a.E.);͏ sondern͏ sie͏berufen͏sich͏ dafür͏ auf͏Rechtfertigungsgründe͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏852͏ff.).

9.2.4.3.2 Teilt͏sich͏bei͏ der͏Weitergabe͏ von͏TV -Signalen͏ von͏der͏ Content-͏ bis͏zur͏ Konsumentenebene͏ (vgl.͏vorne,͏E.͏6.1)͏ die͏Distributionsebene͏ in͏ eine͏Wholesale -͏ und͏eine͏Retailstufe,͏verlängert͏ dies͏ zwar͏ die͏ Weitergabekette,͏ nicht͏aber͏ die͏Leistung en͏ der͏ inhalteproduzierenden͏ Content-͏ und͏ Programmebenen,͏die͏ sich͏dafür͏ ausschliesslich͏ an͏der͏Nachfrage͏der͏Zuschauer͏orientieren͏und͏ihr ͏ Signal͏gegen͏Entgelt͏ in͏die͏ Kette͏einspeisen.͏ Die͏Ausführungen͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ über͏ fehlende͏ Wholesale-Angebote͏und͏Lizenzrechte͏ ändern͏ darum͏ nichts͏an͏der͏Tatbestandsmässigkeit͏ ihrer͏ Verweigerung,͏ die͏ ihr͏ fehlendes͏ Wholesale-Angebot͏ gerade͏ -- 126 of 226 -B-4003/2016 Seite 127 manifestiert͏ (vgl.͏ auch͏ Vernehmlassung,͏ Rz.͏ 73).͏I ndessen͏ sind͏allfällige͏ Rechtfertigungsgründe͏zu͏prüfen͏ (vgl.͏E.͏9.2.8).͏

9.2.4.3.3 Bei͏ der͏ GGA͏ Maur,͏ welche͏ zu͏ den͏ Partnern͏ der͏ Digital͏ Cable͏ Group͏ (DCG)͏ gehört,͏ betrifft͏ die͏ vorgeworfene͏ Geschäftsverweigerung͏ nicht͏ die͏ Bereitstellung͏ für͏ das͏ Kabelnetz͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 623;͏ Beschwerde,͏Rz.͏740),͏sondern͏für͏verschiedene͏Glasfasernetze͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 622͏ und͏ 191 ff.).͏Am͏ 15.͏ Oktober͏ 2010͏ wandte͏ sich͏ die͏ GGA͏ Maur͏mit͏folgender͏E -Mail͏an͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏106,͏Beilage): "Die GGA Maur verbreitet seit 2006 das Angebot des Teleclub in ihrem Versorgungsgebiet. Seit 2009 bietet die GGA Maur auch in den so genannten Openaccess Glasfasernetzen der EW's in Zürich, Winterthur und Meilen ihre Dienstleistungen. Selbstverständlich würden wir in diesem Zusammenhang auch das Angebot des Teleclub in diesen Gebieten unseren Kunden anbieten. Ich möchte Sie deshalb anfragen, ob dies möglich ist und wir uns über einen Vertrag zur Gebietserweiterung unterhalten können." Nachdem͏ein͏Gespräch͏zwischen͏der͏GGA͏Maur͏und͏Teleclub͏stattgefunden͏hatte,͏antwortete͏Teleclub͏der͏GGA͏Maur͏mit͏E -Mail͏vom͏4.͏April͏2011͏ (vgl.͏ act.͏106,͏Beilage): "Nach entsprechenden Abklärungen technischer und lizenzrechtlicher Fragen sowie einer Diskussion innerhalb der Geschäftsleitung muss ich Ihnen mitteilen, dass eine Gebietserweiterung im gewünschten Sinne gegenwärtig nicht möglich ist. Wie ich Ihnen bereits anlässlich unseres Gespräches mitgeteilt habe, stehen dem Vorhaben insbesondere lizenzrechtliche Gründe entgegen. Der Aufwand, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen (sofern dies überhaupt möglich wäre), stünde in keinem Verhältnis zum Ertrag, selbst bei einer erfolgreichen Vermarktung auf der neuen Plattform." Im͏ Februar͏ 2013͏ schloss͏ Teleclub͏ mit͏ einer͏ Teilgruppe͏ der͏ DCG͏ (GGA͏ Maur,͏ Sasag͏Kabelkommunikation͏AG,͏ Stadtantennen͏AG͏ Baar,͏ WWZ͏Telekom͏AG )͏einen͏Vertrag,͏der͏die͏Verbreitung͏von͏Teleclub,͏darunt er͏Teleclub͏Sport͏1 -3,͏auch͏auf͏dem͏FTTH -Netz͏ermöglichte͏( vgl.͏ act.͏223,͏Beilage͏ "Vereinbarung͏betreffend͏Teleclub͏Digital",͏Ziff.͏1.1͏und͏2.1).

9.2.4.3.4 Bereits͏ die͏ Mygate͏AG,͏ deren͏ Kunden͏YplaY͏am͏ 1.͏ März͏ 2012͏ übernommen͏ hat,͏ hatte͏ versucht,͏ Teleclub͏ für͏ die͏ Ver breitung͏ auf͏ ihren͏ FTTH-Netzen͏ zu͏gewinnen͏ ( vgl.͏ Schreiben͏vom͏9.͏ November͏ 2009͏[act.͏ 27,͏Beilage]): "(…)͏Verschiedene͏Kunden͏fragen͏uns͏an,͏ob͏es͏möglich͏wäre,͏Teleclub͏anzubieten. Technisch wäre es bei uns gut möglich und einer Zusammenarbeit mit Ihnen steht aus unserer Sicht nichts im Wege. Ich bitte Sie, mir mitzuteilen, ob -- 127 of 226 -B-4003/2016 Seite 128 und allenfalls unter welchen Bedingungen Teleclub unseren Schweizer Kunden angeboten werden kann." Von͏Teleclub͏erhielt͏sie͏mit͏E -Mail͏vom͏18.͏Dezember͏2009͏folgenden͏B escheid͏( vgl.͏ act.͏27,͏Beilage ): "Aufgrund der mir damals nicht vorliegenden kurzen Dokumentation gehe ich davon aus, dass eine Zusammenarbeit aufgrund des verfolgten Geschäftsmodells eher nicht in Frage kommt, wir müssten allerdings, vielleicht doch im Rahmen eines Gespräches oder zumindest Telefonates die Einzelheiten klären." Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ bestreiten͏ nicht,͏ dass͏ Mygate͏ bis͏ zur͏ Übernahme͏durch͏YplaY͏keine͏Möglichkeit͏erhielt,͏Teleclub͏auf͏ihren͏Netzen͏zu͏ übertragen͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏219).͏ Der͏Hinweis͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏ dass͏die͏Verhandlungen͏abgebrochen͏worden͏seien͏(vgl.͏ Replik,͏ Rz.͏203),͏bezieht͏sich͏auf͏YplaY͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏220,͏mit͏Verweis͏auf͏ act.͏252,͏Antwort͏auf͏Frage͏1 ).

9.2.4.3.5 Die͏ Finecom͏Telecommunications͏AG,͏ eine͏10 0 %-ige͏Tochtergesellschaft͏der͏Besonet͏AG,͏ betreibt͏für͏die͏Partner͏im͏sog.͏"Quickline -Verbund"͏zwei͏verschiedene͏TV -Plattformen.͏Einerseits͏die͏digitale͏TV -Plattform͏"QL -DTV",͏die͏über͏verschiedene͏Kabelnetze͏betrieben͏wird,͏andererseits͏die͏interaktive͏TV -Plattform͏"QL͏Verte!",͏welche͏mittels͏Glasfasernetzen͏verfügbar͏gemacht͏wird͏( vgl.͏ act. 58,͏Antworten͏auf͏Fragen͏2b͏und͏ 4).͏ Über͏ keine͏ dieser͏ Plattformen͏ kann͏ Teleclub͏ bezogen͏ werden.͏ Der͏ Empfang͏von͏Teleclub -Programmen͏ist͏für͏die͏Kunden͏lediglich͏mittels͏s eparater͏S et-Top͏ Box͏ von͏Teleclub͏möglich;͏in͏diesem͏Fall͏übertragen͏die͏ Quickline-Partner͏ lediglich͏ das͏ Teleclub -Signal͏ ( vgl.͏ act.͏ 58,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏9,͏und͏Beilage͏"Signalanlieferungsvertrag͏für͏das͏Abonnementsfernsehprogramm͏Teleclub͏Digital"͏vom͏15. ͏ Dezember͏2009/25.͏Februar͏2010͏ zwischen͏Teleclub͏und͏Finecom͏Telecommunications͏AG). In͏Bezug͏auf͏die͏angestrebte͏Integration͏von͏Teleclub͏auf͏ihrer͏TV -Plattform͏ erklärte͏Finecom͏gegenüber͏Teleclub͏mit͏E -Mail͏vom͏28.͏Januar͏2011͏( vgl.͏ act.͏58,͏Beilage): "Unter anderem habe ich Ihnen erläutert, dass unser Partner allenfalls die Integration von Teleclub auf unserer interaktiven Verte-STB anstreben. Ich habe ihnen versprochen, dass ich mich bei Ihnen melden werde, sobald diesbezüglich im Quickline-Verbund eine klare Haltung besteht. Nachdem wir nun das Thema im Dezember ausführlich besprochen haben, freut es mich Ihnen mitzuteilen, dass wir gern Teleclub integrieren möchten (gleiches Modell wie bei den DCG-Partnern)."

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B-4003/2016 Seite 129 Am͏31.͏Januar͏2011͏antwortete͏Teleclub͏zun ächst͏folgendermassen͏( vgl.͏ act.͏58,͏Beilage): "Vielen Dank für ihre tolle Nachricht. Wir sind überzeugt, mit der Integration der Teleclubkanäle auf ihrer Settopbox ein für ihre Kabelnetzkunden absolut spannendes und attraktives Angebot zu bieten und freuen uns schon jetzt auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit." Am͏4.͏April͏2011͏liess͏Teleclub͏indessen͏verlauten͏( vgl.͏ act.͏58,͏Beilage): "Nach wie vor sind wir sehr zurückhaltend, was die Erweiterung der Gebiete mit einer parallelen Vermarktung des Teleclub-Angebotes anbelangt. (…)͏ Wir sind deshalb zum Schluss gekommen, dass wir Erweiterungen solcher parallelen Vermarktungsstrukturen nur dort eingehen möchten, wo die für uns resultierenden Nachteile durch steigende Abonnentenzahlen wettgemacht werden und diese steigenden Abonnentenzahlen durch entsprechende Minimumgarantien abgesichert sind. Sofern Sie Ihr Projekt auf dieser Basis weiterführen möchten, bitte ich um Angabe der nach Ihren Prognosen zu erwartenden Steigerung der Abonnentenzahlen im von Finecom versorgten Gebiet in den nächsten fünf Jahren -basierend auf dem bestehenden Teleclub Angebot, so dass wir die Eckpunkte einer solchen Kooperation prüfen könnten." Mit͏E -Mail͏vom͏15.͏April͏2011͏bekräftigte͏Finecom͏ihr͏Interesse,͏das͏Projekt͏ umzusetzen͏und͏die͏ Bereitschaft,͏gewisse͏Formen͏von͏Minimumgarantien͏ abzugeben͏( vgl.͏ act.͏58,͏Beilage).͏Dass͏Teleclub͏darauf͏nicht͏mehr͏geantwortet͏hat,͏wie͏Finecom͏in͏ihrer͏Antwort͏auf͏den͏Fragebogen͏vom͏12.͏Juni͏ 2013͏erklärt͏( vgl.͏ act.͏238,͏Antwort͏auf͏Frage͏1),͏ bestreiten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht.

9.2.4.3.6 Die͏ netplus.ch͏SA͏ (nachfolgend:͏netplus)͏ mit͏Sitz͏in͏Sierre͏ bietet͏ mittels͏ verschiedener͏ Partner͏ Telekommunikationsdienstleistungen͏ über͏ Kabel-͏ und͏Glas fasernetze͏an͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏206;͏act.͏242,͏Beilage͏ 1).͏Einer͏dieser͏Partner,͏ Sierre-Energie͏SA͏(kurz:͏Siesa),͏beabsichtigte,͏der͏ deutschsprachigen͏Kundschaft͏ auf͏ihrem͏neu͏entwickelten͏Glasfasernetz͏ Teleclub-Programme͏ anbieten͏zu͏können͏und͏teilte͏Teleclub͏mit͏Schreiben͏ vom͏10. November͏2006͏Folgendes͏mit͏( vgl.͏ act.͏48,͏Beilage):͏ "(…)͏ N ous serions intéressés à savoir si votre société pourrait envisager un partenariat commercial avec notre entité et à quelles conditions il serait possible de le mettre sur pied." Im͏selben͏Schreiben͏ erklärte͏Sierre -Energie,͏da ss͏sie͏auch͏ ein͏ VOD-System͏ anbieten͏werde,͏welche͏mit͏einer͏Verschlüsselung͏versehen͏sei͏und͏ sich͏deshalb͏für͏Pay -TV͏wie͏Teleclub͏eignen͏würde͏( vgl.͏ act.͏48.͏ Beilage):͏ -- 129 of 226 -B-4003/2016 Seite 130 "Parallèlement, nous allons également mettre en ligne une offre de vidéo à la demande. Pour ce faire, nous avons dû mettre en place une DRM que nous allons utiliser pour crypter certains programmes TV qui seront offerts sous forme de bouquets payants. Ce système a été validé par notre fournisseur de contenus. En cas d'accord avec votre société, ce même système servirait aussi à protéger vos programmes." Auf͏ dieses͏ Schreiben͏ hat͏ Sierre -Energie͏ SA͏nach͏ eigener͏Aussage͏ eine͏ negative͏Antwort͏erhalten͏( vgl.͏ act.͏48,͏Antwort͏auf͏Frage͏19). Die͏Anfrage͏seitens͏Swisscom,͏einen͏Layer͏1 -Zugang͏zum͏Glas fasernetz͏ von͏Sierre -Energie͏SA͏zu͏erhalten͏( vgl.͏ Schreiben͏vom͏26.͏August͏2010,͏ Beilage͏zu͏act.͏48),͏nutzte͏Sierre -Energie͏SA,͏um͏im͏Gegenzug͏nach͏einer͏ Teleclub-Offerte͏zu͏fragen͏(act.͏48,͏Beilage): "Après réflexion, nous sommes ouverts à discuter d'un accès sur nos fibres nues au niveau 'Layer 1' à la condition que de votre côté, vous nous donniez l'accès à l'offre Teleclub Sport live ainsi qu'aux chaînes en option Teleclub basic, Teleclub movie, Teleclub Sport et Teleclub Family." Mit͏Schreiben͏vom͏ 22.͏Dezember͏2011͏an͏Swisscom͏stellte͏Sierre -Energie͏ SA͏fest,͏dass͏sie͏auf͏ihre͏Teleclub -Offertanfrage͏keine͏Antwort͏bekommen͏ habe͏( vgl.͏ act.͏48,͏Beilage): "Or, à ce jour, nous n'avons jamais reçu de réponse sur la possibilité pour nous de commercialiser l'offre Teleclub." In͏der͏Tat͏hatte͏Swisscom͏weder͏im͏Schreiben͏vom͏18.͏ November͏2011͏ noch͏ vom͏ 12.͏ Dezember͏ 2011͏ auf͏ die͏Teleclub -Offertanfrage͏ Bezug͏ genommen͏( vgl.͏ act.͏48,͏Beilage).͏Wie͏einem͏Schreiben͏von͏Sierre -Energie͏ SA͏vom͏5.͏März͏2012͏zu͏entnehmen͏i st,͏habe͏Swisscom͏schliesslich͏anlässlich͏ eines͏Treffens͏ vom͏ 10.͏ Februar͏ 2012͏ erklärt,͏ dass͏ eine͏ Zusammenarbeit͏ in͏ Bezug͏ auf͏Teleclub͏ nicht͏ vorgesehen͏ sei͏ ( vgl.͏ act.͏ 48,͏ Beilage).

9.2.4.3.7 Auch͏ der͏ Internet͏ Service͏ Provider͏ Ticinocom͏ SA,͏ der͏ Internetdienstleistungen,͏Telefon͏und͏TV͏über͏DSL͏in͏der͏ganzen͏Schweiz͏anbietet,͏ war͏ an͏ einer͏ Zusammenarbeit͏ mit͏Teleclub͏ interessiert͏ und͏ gelangte͏ am͏ 5. Oktober͏2010͏mit͏folgender͏E -Mail͏an͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏1): "Wir sind daran interessiert, einen Teil oder das gesamte Teleclub Paket in unser IPTV-Angebot aufzunehmen bzw. zu wiederverkaufen. Ist das möglich, und wenn ja, unter welchen Bedingungen?"

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B-4003/2016 Seite 131 Darauf͏erhielt͏Ticinocom͏am͏5.͏Dezember͏2010͏folgende͏abschlägige͏Antwort͏von͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏1): "Teleclub wird nicht für den Wiederverkauf auf anderen IPTV-Plattformen angeboten." Am͏5.͏Juli͏2012͏bekundete͏Ticinocom͏ein͏weiteres͏Mal͏Interesse͏an͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏117,͏Beilage): "Wir sind sehr daran interessiert, einen Teil oder besser das gesamte Teleclub Paket in unser IPTV Angebot aufzunehmen." Eine͏Antwort͏von͏Teleclub͏ist͏nicht͏dokumentiert͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz. 230);͏ es͏wird͏indessen͏auch͏keine͏Antwort͏geltend͏gemacht.͏Im͏Laufe͏des͏Verfahrens͏teilte͏Ticinocom͏der͏Vorinstanz͏mit͏E -Mail͏vom͏19.͏Februar͏2014͏ mit,͏dass͏"in͏einigen͏Monaten"͏Teleclub͏für͏ihre͏Kunden͏mittels͏eigener͏S etTop͏ Box͏ und͏separatem͏Teleclub -Vertrag͏zugänglich͏gemacht͏würde͏( vgl.͏ act. 334).

9.2.4.4 Verweigerung des französischsprachigen Teleclub-Sportangebots

9.2.4.4.1 Sunrise͏ erhielt͏nach͏den͏Feststellungen͏ der͏Vorinstanz͏das͏französischsprachige͏Teleclub -Angebot͏während͏des͏Untersuchungszeitraums͏ trotz͏entsprechender͏Anfragen͏nicht͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏120͏und͏624 ).͏ Die͏ Beschwerdeführerinnen͏erklären,͏Sunrise͏habe͏von͏sich͏aus͏auf͏das͏französischsprachige͏ Te leclub-Sportangebot͏ verzichtet͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏109).͏ In͏den͏Akten͏ befindet͏sich,͏nebst͏undokumentierten͏Antworten͏von͏Sunrise ͏ (act. 262,͏Antworten͏auf͏Fragen͏1,͏6͏und͏ 12)͏namentlich͏eine͏Offertanfrage͏von͏Sunrise͏vom͏8.͏Juli͏2013 ͏ (vgl.͏ act.͏ 262,͏Beilage͏1): "Konkret interessieren wir uns für das lineare Angebot Sportsender 4-29 und das Angebot Teleclub Live Sport (Pay per View) sowie für das Paket Sports des französischsprachigen Teleclubangebots. Wir bitten Sie, uns bis zum 18. Juli 2013 ein entsprechendes schriftliches Angebot zu unterbreiten bzw. eine abschlägige Antwort entsprechend schriftlich zu begründen." Mit͏Schreiben͏vom͏16.͏Juli͏2013͏erklärte͏Telecl ub͏Sunrise,͏dass͏sie͏kein͏ entsprechendes͏Angebot͏unterbreiten͏könne͏( vgl.͏ act.͏262,͏Beilage͏2): "(…)͏haben͏wir͏Ihnen͏bereits͏zu͏Beginn͏unserer͏Gespräche͏und͏Zusammenarbeit mitgeteilt, dass das Sunrise zur Verfügung gestellte Teleclub-Angebot, insbesondere was den Bereich Sport anbelangt, demjenigen Programmangebot entsprechen würde, welches wir auf der CATV-Plattform verbreiten und -- 131 of 226 -B-4003/2016 Seite 132 eine͏Ausdehnung͏nicht͏möglich͏sei.͏(…)͏ Aus diesem Grund steht das gegenüber dem Kabelangebot erweiterte Sportangebot auf der Swisscom TV-Plattform nicht zur Disposition, wofür wir um Verständnis bitten." Zwar͏haben͏die͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏Ziff.͏1͏Abs.͏3͏der͏Eckpunkte Ergänzungsvereinbarung͏ vom͏ 22.͏ Mai͏ 2017͏ verwiesen͏ und͏ erklärt,͏ dass͏ Sunrise͏ auf͏ das͏ französischsprachige͏ Tele club-Angebot͏ verzichtet͏ ha be͏ (vgl.͏Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏109,͏mit͏Verweis͏auf͏Duplik͏ der͏ Beschwerdegegnerin,͏ Rz.͏ 37).͏ Nach͏ der͏ Vereinbarung͏ sind͏ die͏ Parteien͏ "auf͏Wunsch "͏ der͏Beschwerdegegnerin͏übereingekommen,͏ dass͏die͏ Verbreitung͏ und͏ Verma rktung͏ durch͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏ auf͏ das͏ deutschsprachige͏Teleclub -Angebot͏beschränkt͏sein͏solle͏(vgl.͏Beilage͏9͏ zur͏ Beschwerdeantwort).͏ Aus͏dieser͏ Vertragsklausel͏aus͏dem͏ Jahr͏ 2017͏ lässt͏sich͏jedoch͏nicht͏schliessen,͏ Sunrise͏ habe͏ im͏Jahr͏2013͏aus͏freie n͏ Stücken͏auf͏das͏französischsprachige͏Teleclub -Angebot͏verzichtet,͏zumal͏ sie͏aus͏dem͏vorzitierten͏Schreiben͏vom͏16. Juli͏ 2013͏schliessen͏musste,͏ dass͏s ie͏ kein͏ solches͏ Angebot͏erhalten͏w erde.

9.2.4.4.2 Auch͏die͏netplus.ch͏SA,͏welche͏die͏über͏FTTH,͏Kabel͏und͏DSL͏ verfügbare͏TV -Plattform͏ "netBox"͏betreibt͏( vgl.͏ act.͏242,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 2),͏ ersuchte͏Teleclub͏um͏eine͏Zusammenarbeit ͏ betreffend͏das͏französischsprachige͏Angebot͏von͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏242,͏Antwort͏auf͏Frage͏7;͏Verfügung,͏Rz. 210).͏ Mit͏Schreiben͏vom͏19.͏November͏2012͏wandte͏sich͏ netplus.ch͏mit͏folgender͏Erklärung͏ an͏Teleclub͏( vgl.͏ act.͏242,͏Beilage͏4): "Pour accompagner une belle croissance, nous cherchons sans cesse à enrichir notre offre TV. Teleclub étant incontestablement un leader de la diffusion de contenu notamment sportif en Suisse, nous serions très intéressés à discuter d'une éventuelle collaboration." Am͏1.͏März͏2013͏ erteilte͏ Teleclub͏gegenüber͏netplus.ch͏ eine͏Absage͏ (vgl.͏ act.͏ 242,͏Beilage͏6): "(…)͏ Aus oben genannten Gründen sehen wir leider keine Möglichkeit, dass Sie Ihren Kunden auf Ihrer Plattform netBox das Teleclub Programmangebot, oder Teile davon, anbieten können. Sollte sich die Ausgangslage in Zukunft ändern, so nehmen wir gerne wieder mit Ihnen Kontakt auf." Am͏9.͏Juli͏2013͏fand͏ein͏von͏Teleclub͏angeregtes͏Treffen͏zwischen͏Vertretern͏von͏Teleclub͏und͏netplus.ch͏statt,͏an͏welchem͏Teleclub͏nach͏Angaben͏ von͏netplus.ch͏nochmals͏auf͏die͏Unmöglichkeit,͏Teleclub -Inhalte͏an͏die͏TV Plattform͏von͏netplus.ch͏z u͏liefern,͏hinwies.͏Die͏Verbreitung͏des͏linearen͏ Teleclub-Programmangebots͏sei͏strategisch͏nicht͏vorgesehen.͏Zudem͏erlaube͏die͏Grösse͏des͏Markts͏in͏der͏Romandie͏und͏die͏Höhe͏der͏Kosten͏ -- 132 of 226 -B-4003/2016 Seite 133 keine͏Ausdehnung͏der͏Ausbreitung͏auf͏weitere͏Anbieter͏( vgl.͏ act.͏242,͏A ntwort͏auf͏Frage͏7b͏und͏Beilage͏8).

9.2.4.5 Fazit Zusammenfassend͏kann͏bezogen͏auf͏den͏massgeblichen͏Untersuchungszeitraum͏festgehalten͏werden,͏dass͏zahlreiche͏Unternehmen͏einen͏auf͏die͏ Sportkanäle͏1 -3͏eingeschränkten͏Zugang͏zum͏Teleclub͏Sportangebot͏hatten͏oder͏b ekamen:͏ Dazu͏gehören͏KNU͏ (nur͏via͏Signalanlieferung),͏Sunrise͏ (IPTV),͏Yplay͏(nur͏via͏RF -TV),͏sowie͏Stafag͏(nur͏via͏HF͏Overlay).͏Hervorzuheben͏sind͏Cablecom͏und͏die͏Partner͏der͏DCG,͏welche͏als͏einzige͏KNU͏ das͏ Teleclub -Programm͏ für͏ ihre͏ Plattform͏ erhie lten͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 623). Folgende͏Unternehmen͏hatten͏vergeblich͏versucht,͏Zugang͏zu͏Teleclub͏zu͏ erhalten:͏ Mygate͏AG͏und͏Sierre -Energie͏SA͏ (Verbreitung͏über͏FTTH ),͏ Ticinocom͏ SA͏ (IPTV),͏ Sunrise͏ und͏ netplus.ch͏ (bezüglich͏ Teleclub͏ en͏ français).͏ Diese͏Unterneh men͏hatten͏ gar͏keinen͏Zugang͏zu͏Sportkanälen͏ von͏Teleclub,͏d.h.͏auch͏nicht͏ einen͏auf͏die͏ Sportkanäle͏1 -3͏ eingeschränkten͏ Zugang.͏ Bei͏ Ticinocom͏ SA͏dauerte͏ die͏ Verweigerung͏ ab͏ Dezember͏ 2010.

9.2.5 Unerlässlichkeit / Objektive Notwendigkeit des Inputs

9.2.5.1 Argumente der Parteien Nach͏Ansicht͏ der͏ Vorinstanz͏ sind͏ Schweizer͏ Fussball übertragungen͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏im͏Pay -TV͏objektiv͏notwendig͏ als͏ Inputs͏für͏TV Plattformanbieter,͏ welche͏Angebote͏ auf͏ der͏ Basis͏ der͏ IPTV -Technologie͏ unterbreiten͏wollten͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏651).͏ In͏ihrer͏Duplik͏stellt͏die͏Vor instanz͏klar,͏dass͏von͏der͏hier͏noch͏zu͏prüfenden͏Geschäftsverweigerung͏ nicht͏nur͏das͏erweiterte͏Teleclub͏Sport -Programm,͏sondern͏das͏vollständige͏ Teleclub͏ Sport -Programm͏ (Teleclub͏ Sportkanäle͏ 1 -29)͏ be troffen͏ ist͏ (vgl.͏ Duplik,͏Rz.͏80). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ vertreten͏ die͏Ansicht,͏ selbst͏ wenn͏ T eleclub͏ Geschäftsverweigerungen͏vorzuwerfen͏wären,͏wäre͏kein͏objektiv͏notwendiger͏Input͏betroffen.͏ Jede͏Plattform͏habe͏ihr͏eigenes͏Sportangebot͏produzieren͏kön nen.͏Zudem͏habe͏sich͏nur͏ein͏ganz͏kleiner͏Teil͏der͏Zuschauer͏ überhaupt͏ für͏ das͏ (erweiterte)͏ Teleclub͏ Sport -Programm͏ interessiert.͏ Ob͏ die͏wenigen͏Fans͏des͏(erweiterten)͏Teleclub͏Sport -Programms͏deswegen͏ -- 133 of 226 -B-4003/2016 Seite 134 die͏TV -Plattform͏ gewechselt͏ hätten,͏ sei͏ fraglich;͏ den͏ Kunden͏ seien͏ Umstände͏ wie͏ Service͏ und͏Qualität͏ der͏ Plattform͏ wichtig ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏763͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏204͏ff.). ͏

9.2.5.2 Relevanz verschiedener Leistungen und Inhalte für TV-Plattformen

9.2.5.2.1 Die͏ Vorinstanz͏ hat͏ keine͏ Marktbefragung͏ unter͏ TV -Zuschauern͏ durchgeführt,͏ wie͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ zutreffend͏ festhalten͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏707͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏54).͏ Bei͏ der͏ Befragung͏der͏TV -Plattformanbieter͏ wurden͏ ihr͏indessen͏Marktforschungsstudien͏und͏Kundenbefragungen͏zugänglich͏gemacht,͏ worauf͏sie͏sich͏in͏de r͏Folge͏abgestützt͏hat͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏629͏ff.).

9.2.5.2.2 Im͏Rahmen͏der͏ersten͏Marktbefragung͏vom͏30.͏Mai͏2012͏ hat͏die͏ Vorinstanz͏ folgende͏Frage͏gestellt͏(vgl.͏act.͏3,͏Frage͏14): "Nennen Sie bitte die für die Kundengewinnung bzw. Kundenbindung wichtigsten Leistungen und Inhalte, die ein Angebot im Bereich Digital TV enthalten muss." Weiter͏wurde n͏die͏TV -Plattformanbieter͏ gefragt͏(vgl.͏act.͏3,͏Frage͏15): "Beschreiben Sie bitte, welche Bedeutung der Live-Ausstrahlung exklusiver Sportereignisse für Kundengewinnung bzw. Kundenbindung auf Ihrer TV-Plattform zukommt." Entgegen͏der͏Behauptung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 598͏ff.)͏ist͏ die͏erstgenannte͏ Frage͏ 14͏ nicht͏ungeeignet͏formuliert;͏sie͏ lässt͏ mit͏ den͏ verwendeten͏ Begriffen͏ "Kundengewinnung",͏ "Kundenbindung",͏"Leistungen͏und͏Inhalte"͏und͏"im͏Bereich͏Digital͏TV"͏viele͏Antworten͏ zu,͏nicht͏nur͏die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏behaupteten͏Aussagen͏ betreffend͏ die͏ Bedeutung͏ für͏ die͏ Vermarktung͏ des͏ eigenen͏ TV -Programmangebotes͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 600).͏ Dies͏ belegt͏ Swisscom͏ selbst͏mit͏ihrer͏Auskunft͏zu͏Frage͏14͏("Preis/Leistung,͏Servicequalität,͏Alles͏aus͏einer͏Hand͏=>͏Bundle͏mit͏Internet,͏Sprachtelefonie͏und͏Mobilfunk,͏ Aufnahmefunktion,͏ einfache͏ Bedienung,͏ Inhalte:͏ Sport inhalte͏ [z.B.͏ Live Ausstrahlungen]͏etc.,͏[lineares]͏Pay͏TV,͏Video͏on͏Demand,͏Pay -per-View,͏ Übertragungsqualität",͏vgl.͏act.͏101).͏Zudem͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏zahlreiche͏weitere͏TV -Plattformbetreiber͏hin,͏die͏ebenso͏mehrere͏für͏die͏Kundengewi nnung͏und͏ –bindung͏wichtige͏Leistungen͏und͏Inhalte͏aufzählten͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏604).͏Da͏die͏TV -Plattformen͏ihr͏An-- 134 of 226 -B-4003/2016 Seite 135 gebot͏auf͏die͏Kundenpräferenzen͏ausrichten,͏ist͏es͏letztlich͏kaum͏von͏Relevanz,͏auf͏welche͏Weise͏die͏Frage͏14͏tatsächlich͏verstanden͏wurde.͏Davon͏ scheinen͏ auch͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ auszugehen,͏ indem͏ sie͏ Antworten͏auf͏Frage͏14͏zitieren,͏ohne͏zu͏differenzieren,͏in͏welchem͏Sinn͏ das͏befragte͏Unternehmen͏die͏Frage͏verstanden͏haben͏könnte͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏639). Die͏Beschwerdeführerinnen͏ kritisieren͏ jedoch͏ in͏Bezug͏auf͏ die͏Frage͏14͏ des͏Auskunftsbegehrens͏zu͏Recht,͏dass͏weder͏eine͏Gewichtung͏verlangt,͏ noch͏gefragt͏worden͏sei,͏ob͏einzelne͏Leistungen͏und͏Inhalte͏im͏Falle͏ihres͏ Fehlens͏kompensiert͏werden͏könnten͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏607).͏Ind essen͏war͏es͏der͏Vorinstanz͏zumindest͏möglich,͏aufgrund͏der͏konkreten͏Auskünfte͏oder͏der͏Häufigkeit͏einer͏Antwort͏die͏Bedeutung͏einer͏Leistung͏oder͏ eines͏Inhalts͏zu͏eruieren.͏Zudem͏ergibt͏sich͏aufgrund͏von͏Formulierungen͏ wie͏ "müssen͏ Bestandteil͏ eines͏ Angeb ots͏ sein"͏ ( vgl.͏ act.͏ 94;͏ vgl.͏ auch͏ act. 47͏und͏68)͏die͏Antwort͏auf͏die͏Frage,͏welche͏Leistungen͏oder͏Inhalte͏ nicht͏ kompensiert͏ werden͏ können.͏ In͏ diesem͏ Sinne͏ erklären͏ einige͏ TV Plattformanbieter͏ausdrücklich,͏dass͏das͏TV -Geschäft͏ihr͏Kerngeschäft͏sei͏ (vgl.͏ act.͏36,͏38,͏39,͏44,͏45,͏47,͏51,͏60,͏63,͏68,͏70,͏89,͏90,͏95,͏106). Des͏Weiteren͏fehlt͏in͏den͏Fragebögen͏in͏der͏Tat͏eine͏Definition,͏was͏unter͏ "TV-Plattformanbieter"͏zu͏verstehen͏ist͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏606).͏Da͏die͏ angefragten͏Unternehmen͏indessen͏darau f͏hingewiesen͏wurden,͏dass͏für͏ Rückfragen͏ zwei͏ namentlich͏ genannte͏ Mitarbeitende͏ der͏ Vorinstanz͏ zur͏ Verfügung͏stünden,͏hätte͏bei͏einem͏Zweifel͏über͏die͏Erfüllung͏der͏TV -Plattformanbieter-Eigenschaft͏ eine͏entsprechende͏Nachfrage͏getätigt͏werden͏ dürfen.͏ Dass͏ trotzdem͏einige͏Fragebögen͏nicht͏ausgefüllt͏ wurden,͏ist͏zu͏ bedauern,͏lässt͏aber͏noch͏nicht͏den͏Schluss͏zu,͏dass͏die͏Marktbefragung͏ unvollständig͏war. Als͏ wichtige͏ Leistungen/Inhalte͏ wurden͏ von͏ den͏ TV -Plattformanbietern͏

30 Mal͏ "Sport"͏oder͏bestimmte͏Sportü bertragungen͏genannt͏( vgl.͏ act.͏15,͏ 21,͏22,͏24,͏30,͏35,͏36,͏38,͏39,͏40,͏44,͏47,͏48,͏51,͏55,͏58,͏60,͏63,͏67,͏68,͏70,͏ 84,͏90,͏93,͏94,͏95,͏97,͏104,͏106,͏108),͏teilweise͏sogar͏als͏einzige͏Antwort͏ (vgl.͏ act.͏ 15,͏ 24),͏ nur͏ wenige͏ TV-Plattformanbieter͏ nannten͏ Bündelangebote͏( vgl.͏ act.͏40,͏47,͏94)͏und͏kein͏einziger͏Anbieter͏die͏Art͏der͏Vermarktung.͏Weiter͏wurden͏aufgezählt:͏28͏Mal͏das͏Programmangebot͏respektive͏ die͏Programmvielfalt͏( vgl.͏ act.͏13,͏22,͏26,͏27,͏36,͏38,͏39,͏42,͏44,͏45,͏47,͏48,͏ 55,͏58,͏60,͏61,͏63,͏68,͏70,͏90,͏93,͏94,͏95,͏97,͏101,͏104,͏105,͏106),͏je͏16͏Mal͏ die͏Bild -͏ und͏Tonqualität/Übertragungsstabilität͏( vgl.͏ act.͏13,͏27,͏39,͏44,͏47,͏ 51,͏55,͏60,͏66,͏67,͏70,͏84,͏90,͏93,͏101,͏106)͏und͏Video͏on͏Demand͏( vgl.͏ act. 21,͏22,͏30,͏35,͏36,͏40,͏47,͏51,͏55,͏59,͏61,͏63,͏94,͏95,͏97,͏101),͏12͏Mal͏ -- 135 of 226 -B-4003/2016 Seite 136 zeitversetztes͏ Fernsehen͏ wie͏ Catch -up͏TV͏und͏Live -Pause͏( vgl.͏ act.͏ 21,͏ 35,͏36,͏38,͏40,͏47,͏48,͏55,͏61,͏63,͏93,͏95),͏10͏Mal͏Pay -TV-Angebote͏( vgl.͏ act.͏24,͏27,͏35,͏39,͏55,͏59,͏68,͏94,͏1 01,͏105),͏9͏Mal͏der͏(Endkunden -)Preis͏ respektive͏das͏Preis -/Leistungsverhältnis͏( vgl.͏ act.͏13,͏27,͏47,͏55,͏60,͏66,͏ 68,͏93,͏101),͏7͏Mal͏Plattformfunktionen͏wie͏Multiscreen,͏Sprachauswahl,͏ einfache͏Bedienbarkeit͏und͏Registrierung͏( vgl.͏ act.͏21,͏48,͏51,͏59,͏6 1,͏93,͏ 101),͏je͏5͏Mal͏Aufnahmefunktionen/Personal͏Video͏Recorder͏( vgl.͏ act.͏38,͏ 55,͏93,͏97,͏101)͏und͏Servicequalität͏( vgl.͏ act.͏26,͏47,͏60,͏101,͏106),͏3͏Mal͏ EPG͏ ( vgl.͏ act.͏ 47,͏ 59,͏ 61),͏ je͏ 2͏ Mal͏ "keine͏ Grundverschlüsselung"͏ ( vgl.͏ act. 14,͏66)͏und͏"alle͏Inha lte͏aus͏einer͏Hand"͏( vgl.͏ act.͏67,͏101)͏sowie͏je͏

1 Mal͏Hybrid͏Broadcasting͏Broadband͏TV͏( vgl.͏ act.͏55)͏und͏Vertragslaufzeit͏ (vgl.͏ act. 13).

9.2.5.2.3 Nach͏Ansicht͏von͏Swisscable͏kann͏eine͏digitale͏Pay -TV-Plattform͏ nur͏mit͏einem͏breiten͏(live)͏Sportprogramm͏langfrist ig͏wirtschaftlich͏rentabel͏ betrieben͏ werden͏ ( vgl.͏ act.͏ 108,͏ Antwort͏ auf͏ Frage͏ 6).͏ Aus͏ von͏ Swisscable͏in͏Auftrag͏gegebenen͏und͏der͏Vorinstanz͏eingereichten͏Marktforschungsstudien͏aus͏den͏Jahren͏2010͏bis͏2013͏ergibt͏sich,͏dass͏im͏Jahr͏ 2010͏ […] %͏(2011:͏ […] %;͏2012:͏ […] %)͏der͏Nicht -Nutzer͏von͏Swisscom͏ TV͏ als͏ Grund,͏ zu͏ Swisscom͏TV͏ wechseln͏ zu͏ wollen,͏ das͏ grössere͏ Live Sportangebot͏ bei͏ Swisscom͏ TV͏ angeben;͏ […] %͏ (2011:͏ […] %;͏ 2012:͏ […] %;͏2013:͏ […] %)͏der͏Swisscom -TV-Nutzer͏begründen͏ihren͏Wechsel͏ mit͏ dem͏ Live -Fussball-Angebot͏ und͏ […] %͏ (2011:͏ […] %;͏ 2012:͏ […] %;͏ 2013:͏ […] %)͏ mit͏ dem͏ Live -Eishockey-Angebot;͏ für͏ […] %͏ (2011:͏ […] %;͏ 2012:͏ […] %)͏der͏Swisscom -TV-Nutzer͏war͏das͏Live -Fussball-Angebot͏der͏ wichtigste͏Wechselgrund͏( vgl.͏ act.͏108,͏Beilage͏31,͏S.͏54͏ff.;͏ Beilage͏32,͏ S. 52͏ff.;͏Beilage͏33,͏S.͏34͏ff.;͏act.͏223,͏Auszug͏aus͏"Digital -TV͏Penetration͏ 2013͏ –͏ Ergebnisse͏Basisstudie").͏Auf͏ diese͏Studien͏ berief͏ sich͏auch͏ die͏ Digital͏Cable͏Group͏zur͏Untermauerung͏ihrer͏Aussage,͏wonach͏Liveübertragungen͏ von͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyspielen͏ (entweder͏ als͏ Pay -perChannel͏oder͏im͏Einzelabruf͏als͏Pay -per-View)͏eine͏grosse͏Bedeutung͏hätten͏( vgl.͏ act.͏223,͏Antwort͏auf͏Frage͏17). Auch͏Swisscom͏hat͏ihre͏neuen͏Kunden͏nach͏den͏Gründen͏gefragt,͏weshalb͏sie͏zu͏Swisscom -TV͏gewechselt͏ haben.͏Aus͏den͏vorgelegten͏Neukundenbefragungen,͏ die͏im͏ relevanten͏Untersuchungszeitraum͏ durchgeführt͏ wurden,͏ergibt͏sich,͏dass͏im͏Jahr͏2012͏ […] %͏(2013:͏ […] %)͏der͏Neukunden͏"exklusive͏Sportinhalte"͏als͏Grund͏für͏den͏Wechsel͏genannt͏haben;͏für͏ […] %͏waren͏die͏exklusiven͏Sportinhalte͏der͏Hauptgrund͏für͏den͏Wechsel͏ (vgl.͏ Beschwerdebeilage͏27,͏S.͏8͏f.).

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B-4003/2016 Seite 137 Cablecom͏ zitiert͏ eine͏ von͏ ihr͏ im͏ Dezember͏ 2012͏ in͏ Auftrag͏ ge gebene͏ Marktforschungsstudie;͏danach͏ geben͏[ …]͏ von͏1033͏ Befragten͏an,͏ dass͏ der͏Zugang͏von͏Sportinhalten͏bei͏Swisscom͏der͏Grund͏dafür͏sei,͏dass͏sie͏ sich͏für͏ein͏Swisscom -Fernsehangebot͏entschieden͏haben͏( vgl.͏ act.͏260,͏ Antwort͏ auf͏ Frage͏ D.3).͏ Das͏ Sportangeb ot͏ von͏ Swisscom͏ generiert͏ gemäss͏ der͏ Meinung͏ von͏ Cablecom͏ zudem͏ einen͏ erheblichen͏ wirtschaftlichen͏Mehrwert,͏der͏ […]͏ Mal͏höher͏liege͏als͏der͏Mehrwert,͏den͏Cablecom͏ mit͏dem͏eingeschränkten͏Sportangebot͏erzielen͏könne͏( vgl.͏ act.͏260,͏Antwort͏auf͏Frage͏D.3).͏ Sunrise͏ liess͏ im͏ September͏ 2013͏ eine͏ Marktbefragung͏ durchführen.͏ Die͏ Untersuchungsfrage͏lautete:͏"Welche͏Bedeutung͏haben͏Sportprogramme͏ (Pay͏per͏view͏oder͏Sportpakete)͏sowie͏die͏Verfügbarkeit͏einzelner͏Sportereignisse͏bei͏der͏Auswahl͏eines͏Digital -TV͏Prov iders?".͏Danach͏erklärten͏ […] %͏aller͏Befragten͏und͏ […] %͏der͏befr agten͏Männer͏zwischen͏20͏und͏

39 Jahren,͏dass͏Sportpakete͏eine͏wichtige͏oder͏sehr͏wichtige͏Rolle͏beim͏ Entscheid͏für͏einen͏Digital -TV͏Provider͏spielten.͏Weiter͏hat͏sich͏ergeben,͏ dass͏bei͏der͏A uswahl͏des͏TV -Providers͏die͏Verfügbarkeit͏von͏Hollywood Spielfilmen,͏ Serien͏ und͏ Dokumentationen͏ für͏ die͏ Kunden͏ wichtiger͏ als͏ Sport͏ist͏( vgl.͏ act.͏327,͏S.͏61͏ff.). Nach͏Auskunft͏der͏Wasserwerke͏Zug͏hat͏ […]͏ von͏100͏Kunden,͏deren͏Anschluss͏ im͏ Februar͏ 2011͏ plo mbiert͏ worden͏ ist,͏ angegeben,͏ wegen͏ des͏ Live-Sports͏zu͏Swisscom͏gewechselt͏zu͏haben͏( vgl.͏ act.͏232,͏Antwort͏auf͏ Frage͏7).͏Das͏beigelegte͏Auswertun gsblatt͏zeigt,͏dass͏ […]͏ von͏27 Kunden,͏ die͏ihre͏Kündigung͏begründet͏haben,͏als͏Grund͏den͏fehlenden͏Live -Sport͏ angeführt͏ haben͏ ( vgl.͏ act.͏ 232,͏ Beilage͏ "Plombierungen͏ Februar͏ 2011,͏ WWZ͏Rückfragen"). Auch͏die͏GGA͏Maur͏reichte͏bei͏der͏Vorinstanz͏eine͏Statistik͏zur͏Entwicklung͏der͏Plombierungen͏ein.͏Danach͏sind͏bei͏den͏seit͏2008͏erfolgten͏Kündigungen͏(Plombierungen)͏ […] %͏wegen͏des͏Sportangebots͏auf͏Swisscom͏ TV͏erfolgt͏( vgl.͏ act.͏258,͏Beilage͏1͏zu͏Frage͏3). Eine͏ähnliche͏Zahl͏nennt͏die͏Finecom͏Communications͏AG.͏Sie͏erklärte,͏ aufgrund͏ von͏regelmässigen͏ Kundenumfragen͏ zu͏ wissen,͏ dass͏ bei͏ rund͏ […] %͏der͏Kunden,͏welche͏sic h͏für͏Swisscom͏TV͏und͏gegen͏ihr͏Angebot͏ entschieden,͏der͏"Live͏Sport"͏(vor͏allem͏Schweizer͏Eishockey -͏ und͏Fussballspiele)͏das͏entscheidende͏Kriterium͏sei͏( vgl.͏ act.͏58,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 15).͏Stafag͏schätzte͏den͏entsprechenden͏Anteil͏auf͏"ca.͏ […]͏ der͏Kunde n"͏ ein͏(vgl.͏act.͏39,͏Antwort͏auf͏Frage͏15),͏Swisscom͏auf͏"schätzungsweise͏ […]͏ Prozent",͏ wobei͏ ungefähr͏ […] %͏ der͏ Swisscom͏ TV -Kunden͏ bereit͏ -- 137 of 226 -B-4003/2016 Seite 138 seien,͏für͏Sportinhalte͏zusätzlich͏zu͏bezahlen͏(vgl.͏act.͏101,͏Begleitschreiben͏S. 2͏und͏Antwort͏auf͏Frage͏15).͏Auf͏ die͏Relevanz͏von͏Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen,͏insbesondere͏von͏Spielen͏der͏lokalen͏Fussball -͏ oder͏Eishockeymannschaft͏(z.B.͏FC͏Sion),͏wiesen͏auch͏andere͏Anbieter͏ wie͏ Sinergy͏ Infrastructure͏ SA͏ ( vgl.͏ act.͏ 253,͏ Antwort͏ auf͏ Frage͏ 5)͏ und͏ Sierre-Energy͏ (vgl.͏ act.͏261,͏Antwort͏auf͏Frage͏5)͏hin,͏die͏sich͏auf͏Erfahrungen͏mit͏Kunden͏berufen. Ticinocom͏reichte͏zahlreiche͏Formulare͏ein,͏in͏welchen͏ehemalige͏Kunden͏ ihre͏Kündigung͏bei͏Ticinocom͏begründeten.͏Daraus͏ergibt͏sich,͏dass͏die͏ meisten͏Kunden͏zu͏Swisscom ͏ gewechselt͏haben,͏wobei͏hauptsächlich͏deren͏Bündelangebote͏Grund͏für͏den͏Wechsel͏waren.͏Vereinzelt͏wurde͏die͏ Kündigung͏ explizit͏ mit͏ dem͏ fehlenden͏ Live͏ Sport͏ (Hockey͏ und͏ Fussball)͏ begründet͏(vgl.͏act.͏117). Nach͏Aussage͏von͏YplaY͏ist͏die͏Live -Ausstrahlung͏ exklusiver͏Sportereignisse͏für͏Kundengewinnung͏bzw.͏Kundenbindung͏"enorm͏wichtig",͏daher͏ habe͏ sie͏ beharrlich͏ versucht͏ Teleclub͏ auf͏ das͏ Netz͏ zu͏ bekommen͏ ( vgl.͏ act. 27,͏Antwort͏auf͏Frage͏15).͏Die͏GIB -Solutions͏erklärte:͏"Wenn͏wir͏Kunden͏ an͏ unseren͏ Hauptkonku rrenten͏ Swisscom͏ verlieren,͏ dann͏ meistens͏ wegen͏den͏dort͏angebotenen͏Sportprogrammen͏mit͏den͏damit͏verbundenen͏exklusiven͏Ereignissen"͏(vgl.͏act.͏90,͏Antwort͏auf͏Frage͏15).

9.2.5.2.4 Die͏ von͏der͏Vorinstanz͏ eingeholten͏Auskünfte͏ belegen,͏dass͏der͏ generelle͏ Vorwurf͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏die͏Vorinstanz͏habe͏die͏für͏ den͏ Plattformmarkt͏ relevanten͏ Wettbewerbsparameter͏ nicht͏ untersucht͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 594͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz.͏ 161͏ ff.;͏ Stellungnahme͏ vom͏ 31. März͏ 2021,͏ Rz.͏ 37͏ ff. ),͏ nicht͏ zu trifft.͏ Entgegen͏ der͏ Ansicht͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏verkennt͏die͏Vorinstanz ͏ auch͏ nicht,͏dass͏TV -Plattformen͏"nur͏eine͏Anwendungsform͏eines͏Kommunikationsnetzes͏darstellen,͏ neben͏welcher͏gleichzeitig͏auch͏Internet͏und͏Telefon͏als͏weitere͏Anwendungen͏nachgefragt͏ werden"͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏617).͏So͏hält͏die͏Vor instanz͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏etwa͏fest,͏dass͏für͏den͏Entscheid͏ der͏Endkunden͏für͏eine͏bestimmte͏TV -Plattform͏verschiedene͏Kriterien͏bestünden,͏z.B.͏das͏Programmangebot,͏Plattformfunktionen,͏Serv icequalität͏ sowie͏etwaige͏Bündelangebote͏wie͏Triple -Play͏( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏286,͏ 643).

9.2.5.2.5 Aus͏ der͏ Marktbefragung͏ vom͏ 30.͏ Mai͏ 2012͏ ergibt͏ sich,͏ dass͏ "Sport"͏sowie͏ ein͏breites͏respektive͏vielfältiges͏Programmangebot "͏die͏ mit͏ Abstand͏am͏meisten͏genannte n͏ Wettbewerbsparameter͏ sind.͏Dieses͏Er-

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B-4003/2016 Seite 139 gebnis͏deckt͏sich͏mit͏ den͏zitierten͏ Kundenbefragungen͏und͏Marktforschungen͏ sowie͏ Äusserungen͏aus͏der͏Literatur,͏wonach͏Inhalte͏als͏sehr͏wichtig͏ ("content͏is͏king")͏angesehen͏werden,͏was͏selbst͏Swisscom͏in͏einer͏Medienmitteilung͏vom͏31.͏Oktober͏2006͏bei͏der͏Lancierung͏von͏Bluewin͏TV͏betonte͏(vgl.͏act. 448,͏Beilage͏4).͏ Nach͏ OSTERWALDER͏ sind͏massenattraktive͏ Inhalte,͏ namentlich͏ Sportveranstaltungen,͏ Key͏ Ingredient͏ für͏ den͏ wirtschaftlichen͏Multimedia -Erfolg;͏sie͏stellen͏nicht͏nur͏ für͏traditionelle͏Fernsehveranstalter,͏ sondern͏ auch͏ für͏ die͏Anbieter͏ von͏Telekommunikations -͏ und͏Netzwerkdienstleistungen͏einen͏erheblichen͏Marketing -͏ und͏Strategiewert͏ dar͏ (vgl.͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏27͏f.).͏Dies͏gilt͏namentlich͏auch͏für͏ den͏Pay -TV-Bereich:͏Neue͏Programmangebote͏sind͏nach͏ HOLTMANN͏ die͏ einzigen͏Mehrwerte,͏die͏eine͏"echte͏emotionale͏Komponente"͏in͏die͏Marketingbotschaften͏ der͏ Pay -TV-Plattformen͏ einbringen͏ könnten,͏ daher͏ sei͏ eine͏Plattform -Kommunikation,͏die͏primär͏technische͏Vorteile͏in͏de n͏Vordergrund͏der͏Kommunikation͏stelle,͏weniger͏erfolgreich͏als͏eine͏"Emotionalisierung͏ durch͏ beliebte,͏ hochwertige͏ Inhalte"͏ ( vgl.͏ HOLTMANN,͏ a.a.O.,͏ S. 191).͏Zu͏diesen͏Inhalten͏gehört͏namentlich͏der͏Fussball.͏Er͏weckt͏starke͏ Gefühle͏wie͏Leidenschaft,͏Freud e͏und͏Wut͏und͏ermöglicht͏quasi͏ein͏"Probeschnuppern͏an͏der͏Wechselhaftigkeit͏des͏Lebens",͏um͏aus͏der͏aktuellen͏ Alltagskultur͏auszubrechen͏( vgl.͏ MARC͏ SASSERATH,͏Fussball͏ist͏unser͏Leben͏ und͏ König͏ Fussball͏ regiert͏ die͏ [Marken -]Welt!,͏ in:͏ Kai -Uwe͏ Hellmann/Rüdiger͏ Pichler,͏ Ausweitung͏ der ͏ Markenzone,͏ Wiesbaden͏ 2005,͏ S. 133,͏mit͏Verweis͏auf͏Kooperationsstudie͏'Fussball͏ist͏unser͏Leben';͏ TIM͏ SCHMIDT/DIRK͏ WENTZEL,͏ Ökonomische͏ Fragen͏ der͏ Talentförderung͏ im͏ Fussball,͏ in:͏ Budzinski/Haucap/Stöhr/Wentzel͏[Hr sg.],͏ Zur͏Ökonomik͏von͏ Sport,͏Entertainment͏und͏Medien,͏Berlin͏2021,͏S.͏47 ).͏Auch͏für͏die͏Endkunden͏wird͏das͏TV -Angebot͏als͏"massgebliches͏Entscheidungskriterium"͏ und͏"Basisprodukt͏und͏Kernelement͏des͏modernen͏Triple -Play"͏beschrieben͏wird͏( vgl.͏ PARM͏ SANDHU,͏Der͏Weg͏zum͏Triple͏Play͏im͏Breitbandkabel͏ –͏ Erfolgsfaktor͏für͏die͏Zukunft,͏in:͏Kaumanns/Siegenheim/Sjurts,͏Auslaufmodell͏Fernsehen?,͏Wiesbaden͏2008,͏ S.͏322͏f.).͏Es͏wird͏daher͏ein͏steigendes͏Engagement͏der͏Infrastrukturbetreiber͏beim͏Erwerb͏von͏Inhalten͏ festgestellt,͏ um͏ den͏ Endkunden͏ einen͏ Kabel -͏ oder͏ DSL -Anschluss͏ schmackhaft͏zu͏machen͏( vgl.͏ FERDINAND͏ KAYSER,͏Die͏Rolle͏des͏Satelliten͏ im͏Wettbewerb͏der͏Infrastrukturen,͏in:͏Kaumanns/Siegenheim/Sjurts,͏Auslaufmodell͏Fernsehen?,͏Wiesbaden͏2008,͏S.͏344). Auch͏ Swisscom,͏die͏ in͏ihrer͏Antwort͏auf͏Frage͏14͏des͏Auskunftsbegehrens͏ vom͏30.͏Mai͏2012͏die͏Live -Ausstrahlung͏von͏Sportereignissen͏als͏ "ein͏ Element͏ unter͏ vielen͏ zur͏ Förderung͏ der͏ Kundengewinnung͏ bzw.͏ –bindung"͏ nannte,͏räumte͏ein,͏dass͏der͏Live -Sport͏in͏der͏We rbung͏für͏Swisscom͏TV͏ -- 139 of 226 -B-4003/2016 Seite 140 "im͏ Moment"͏ eine͏wichtige͏Rolle͏spiele͏( vgl.͏ act.͏101,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏ 15)͏ und͏ ein͏Kundenanteil͏von͏ […] %͏bis͏ […] %͏Sportinhalte͏als͏wichtig͏erachte͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏286;͏act.͏101,͏Antwort͏auf͏Frage͏15;͏Beschwerdebeilage͏27,͏S.͏ 26).͏ Entsprechend͏waren͏"Exklusive͏Sportinhalte"͏die͏einzigen͏TV -Inhalte,͏ die͏ anlässlich͏ von͏ Neukundenbefragungen͏ als͏ Bestellgrund͏für͏Swisscom͏TV͏angegeben͏wurden͏(vgl.͏Beschwerdebeilage͏27,͏ S.͏4͏ff.).͏

9.2.5.2.6 Soweit͏schliesslich͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏gelten d͏machen,͏ dass͏ gemäss͏einer͏ Präsentation͏von͏S wisscable͏aus͏dem͏Jahr͏2010͏(vgl.͏ Beschwerde,͏Abbildung͏ 20͏ in͏ Rz.͏ 671) ͏ exklusive͏ Sportinhalte͏ nicht͏ von͏ zentraler͏ Bedeutung͏ für͏ den͏ Erfolg͏ einer͏ TV -Plattform͏ seien͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏804͏ff.),͏ übersehen͏sie,͏ dass͏sich͏die͏ entsprechende͏ Aussage͏ von͏ S wisscable͏ auf͏ "Inhalte͏ für͏ Sport͏ und͏ Video͏ on͏ Demand"͏ und͏ nicht͏generell͏auf͏Sportinhalte͏auf͏einer͏TV -Plattform͏bez og.

9.2.5.2.7 Als͏ Zwischenfazit͏ aus͏ den͏ vorzitierten͏ M arktbefragungen,͏ Kundenbefragungen,͏ Marktforschungen͏ und͏Literaturmeinungen͏ kann͏festgehalten͏ werden,͏ dass͏ Sportinhalte͏ nicht͏ alleine͏ entscheidend͏ für͏ die͏ TV Plattformwahl͏sind.͏Wichtig͏sind͏aber͏generell͏attraktive͏Programminhalte,͏ wobei͏ exklusive͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ eine͏ herausragende͏Stel lung͏einnehmen.

9.2.5.3 Relevanz von Fussball- und Eishockeyübertragungen für Pay-TV-Plattformen

9.2.5.3.1 Im͏Rahmen͏der͏vorliegend͏abgegrenzten͏Märkte͏ist͏ weiter͏ zu͏untersuchen,͏ ob͏ konkret͏ Schweizer͏ Fussball-͏ und͏Eishockey übertragungen͏ sowie͏ ausländische͏Fussballübertragun gen͏ (Bundesliga,͏Primera͏División͏ &͏Copa͏del͏Rey,͏Serie͏A) ͏ im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏ wichtige͏ Inputs͏für͏ Pay-TV-Plattformen͏darstellen.

9.2.5.3.2 In͏ der͏ zweiten͏ Marktbefragung͏ vom͏ Juni͏ 2013 ͏ stellte͏ die͏ Vor instanz͏folgende͏ Frage: "Wie wichtig ist die Verfügbarkeit der folgenden Sport-Ligen auf Ihrer TV-Plattform für die Kundengewinnung und Kundenbindung?" 21͏ Unternehmen͏ erachteten͏ die͏ Super͏ L eague͏ (Fussball͏ Schweiz)͏ und͏

18 Plattformanbieter͏die͏National͏League͏A͏(Eishockey͏Schweiz)͏als͏"sehr͏ wichtig";͏ unter͏den͏als͏"sehr͏wichtig"͏genannten͏(und͏hier͏relevanten)͏ausländischen͏Fussballligen͏war͏die͏Bundesliga͏mit͏lediglich͏6͏Nennungen͏die͏

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B-4003/2016 Seite 141 bedeutendste͏( vgl.͏ act.͏214,͏216,͏218,͏221,͏222,͏223,͏227,͏228,͏234,͏235,͏ 236,͏238,͏242,͏251,͏252,͏253,͏257,͏259,͏260, ͏ 261,͏262,͏279).͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏halten͏diese͏Befragung͏ indessen͏ für͏mangelhaft,͏da͏die͏befragten͏Konkurrenten͏ein͏strategisches͏Interesse͏an͏der͏Befragung͏gehabt͏hätten,͏wie͏sie͏mehrfach͏betonen͏(vgl.͏Beschwerde,͏u.a.͏ Rz.͏9,͏37,͏270,͏805).͏Dass ͏ einzelne͏Antworten͏strategisch͏motiviert͏waren,͏ ist͏nicht͏ausgeschlossen.͏Dessen͏ungeachtet͏ist͏jedoch͏darauf͏hinzuweisen,͏dass͏die͏Antworten͏lediglich͏bestätigen,͏worauf͏bereits͏hingewiesen͏ wurde,͏nämlich͏dass͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahm en͏ einer͏Liga͏ wichtige͏TV -Inhalte͏sind͏(vgl.͏ vorne,͏ E.͏9.2. 5.2.7).

9.2.5.3.3 Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ wenden͏ weiter͏ ein,͏ das͏ Teleclub Sportabonnement͏werde͏insgesamt͏über͏alle͏TV -Plattformen͏nur͏von͏einer͏ sehr͏geringen͏Prozentzahl͏der͏TV -Kunden,͏nämlich͏weniger͏als͏ […] %͏beansprucht.͏Selbst͏wenn͏zu͏den͏Teleclub -Sport-Abonnenten͏die͏PPV -Kunden͏ hinzugerechnet͏ würden,͏ zei ge͏ sich,͏ dass͏ nur͏ ein͏ geringer͏ Teil͏ vom͏ Sportangebot͏tangiert͏werde,͏denn͏rund͏ […] %͏der͏Kunden͏von͏Swisscom͏ TV͏nutzten͏das͏PPV -Angebot͏überhaupt͏nicht͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏ 769͏ ff.,͏ 799͏ff.).͏ Aus͏Abbildung͏14͏ der͏angefochtenen͏Verfügung͏ ist͏ersichtlich,͏ dass͏ zwischen͏ Mai͏2010͏ und͏ Mai͏ 2013͏der͏Anteil͏von͏Sport -Abonnementen͏ gemessen͏am͏Total͏von͏ Teleclub-Abonnementen͏zunahm͏ (vgl.͏Verfügung,͏ Rz. 389).͏ Dieser͏Umstand͏spricht͏wiederum͏für͏ die͏Bedeutung͏des͏Teleclub-Sportangebots.

9.2.5.3.4 Entgegen͏den͏Ausführungen͏der͏B eschwerdeführerinnen͏trifft͏es͏ somit͏nicht͏zu,͏dass͏sich͏ nur͏ein͏ganz͏kleiner͏Teil͏der͏Zuschauer͏überhaupt͏ für͏ das͏ Teleclub͏ Sport -Programm͏ interessier t͏ und͏ nur͏ wenige͏ Sportfans͏ wegen͏des͏ Teleclub͏Sport -Programms͏ die͏TV -Plattform͏gewechselt͏ haben:͏ Aus͏den͏A ntworten͏der͏TV -Plattformanbieter͏ ergibt͏ sich,͏ dass͏ Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ i m͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ für͏ Pay-TV-Plattformen͏ wichtig͏sind͏ und͏zahlreiche͏TV -Abonnenten͏ wegen͏des͏Sportprogramms͏zu͏Swisscom͏TV͏gewechselt͏haben.͏ Ausländische͏Fussballübertragungen͏(Bundesliga,͏ Primera͏ División͏&͏Copa͏del͏ Rey,͏Serie͏A)͏ dürften͏dagegen͏von͏weniger͏grosser͏W ichtigkeit͏sein.͏ Angesichts͏ dieses͏ Beweisergebnisses͏ erweist͏es͏sich͏nicht͏mehr͏als͏nötig,͏ auf͏die͏von͏den͏ Beschwerdeführerinnen͏zitierte͏ Aussage͏der͏Beschwerdegegnerin͏ im͏ Verfahren͏ "Eishockey͏ im͏ Pay -TV"͏ einzugehen,͏ wonach͏ das͏ Interesse͏an͏Eishockey͏gering͏sei͏(vgl.͏Eingabe͏der͏Beschwerdeführerinnen͏vom͏1.͏April͏2022,͏mit͏Verweis͏auf͏Eingaben͏von͏Sunrise). ͏ -- 141 of 226 -B-4003/2016 Seite 142

9.2.5.3.5 Auch͏ die͏ von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ aufgezeigten͏ nachträglichen͏Marktentwicklungen͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏9͏ff.;͏Stellungnahme͏vom͏ 31.͏März͏2021,͏Rz.͏3 0͏ ff.)͏vermögen͏ an͏der͏Relevanz͏von͏Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ nichts͏ zu͏ ändern.͏ Zwar͏ sind͏ nachträgl iche͏ Entwicklungen͏zu͏berücksichtigen,͏ jedoch͏nur,͏ soweit͏sie͏zwingende͏Schlüsse͏ auf͏ die͏ frühere͏ Situation͏ zulassen͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E.͏ 9.2.2,͏ "Publigroupe").͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏haben͏aufgezeigt,͏wie͏sich͏konkurrierende͏TV -Plattformen͏ zwischen͏ 201 6͏ und͏ 2019͏ entwickelt͏ haben.͏ Namentlich͏U PC͏ habe͏trotz͏Lancierung͏von͏"MySports"͏ TV-Abonnenten͏verloren͏(Replik,͏Rz.͏19͏ff.;͏Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏36 ),͏und͏ bei͏Sunrise͏habe͏sich͏das͏Wachstum͏verlangsamt,͏obwohl͏auf͏Sunrise͏TV͏ seit͏Ende͏2017͏ das͏erweiterte͏Teleclub͏Sportangebot͏zur͏Verfügung͏stehe͏ (Replik,͏Rz.͏ 38).͏ In͏einer͏späteren͏Stellungnahme͏wiesen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏dass͏sowohl͏sie͏als͏auch͏Sunrise͏trotz͏gegenteiliger͏ Behauptungen͏ selbst͏ ohne͏ den͏ exkl usiven͏ Eishockey -Content͏ von͏ UPC͏ die͏Zahl͏ihrer͏TV -Abonnenten͏hätten͏steigern͏können͏(vgl.͏Stellungnahme͏ vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏36,͏104).͏ Bereits͏aufgrund͏des͏Umstands,͏dass͏ zwischen͏dem͏relevanten͏Untersuchungszeitraum ͏ (bis͏2013)͏und͏den͏von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ darge legten͏ Marktentwicklungen͏ (2016͏ –͏ 2019)͏ mindestens͏ 3͏ Jahre͏ liegen,͏ lassen͏ sich͏ keine͏ zwingenden͏ Rückschlüsse͏auf͏den͏relevanten͏Untersuchungszeitraum͏ziehen.͏Hinzu͏kommt,͏ dass͏die͏Marktverhältnisse͏in͏den͏Jahren͏2016͏ –͏ 2019͏nicht͏mit͏denjenigen͏ aus͏den͏Jah ren͏2006͏ –͏ 2013͏vergleichbar͏sind,͏zumal͏U PC͏ 2016͏die͏TV Übertragungsrechte͏für͏die͏Schweizer͏Eishockeyligen͏NLA͏und͏NLB͏erworben͏hat͏ (vgl.͏Replik,͏Beilagen͏2͏und͏3),͏Sunrise͏seit͏Ende͏2017͏ das͏vollständige͏Teleclub͏Sportangebot͏ übertragen͏darf͏(vgl.͏ Repli k,͏ Beilage͏19)͏ und͏ 2018͏ mit͏Salt͏TV͏ein͏neuer͏Anbieter͏in͏den͏Markt͏getreten͏ist͏(vgl.͏Replik,͏ Beilage͏ 21).͏ Immerhin͏ belegt͏ die͏ beiden͏ erstgenannten͏ Umstände,͏ dass͏die͏Be liebtheit͏von͏Sportübertragungen͏offenbar͏ungebrochen͏ist.

9.2.5.4 Umfang des objektiv notwendigen Inhalts Fraglich͏ist͏indessen͏weiter,͏ob͏das͏ vollständige͏ Teleclub-Sportprogramm͏ (Kanäle͏1 -29)͏ respektive͏ die͏ auf͏diesen͏Kanälen͏ausgestrahlten͏ Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏ zum͏objektiv͏notwendigen͏Inhalt͏gehört͏oder͏ob͏ es͏ lediglich͏ objektiv͏ notwendig͏ist,͏ die͏Sportkanäle͏1 -3͏ mit͏der͏entsprechend͏reduzierten͏Anzahl͏ Fussball-͏ und͏Eishockeyübertragu ngen͏ bereitzustellen,͏wie͏es͏Teleclub͏gegenüber͏KNU͏und͏Sunrise͏praktiziert e.͏ -- 142 of 226 -B-4003/2016 Seite 143 Hierzu͏führt͏die͏Vorinstanz͏aus,͏das͏auf͏die͏Sportkanäle͏1 -3͏reduzierte͏Angebot͏komme͏zumindest͏als͏Alternative͏zum͏Vollangebot͏in͏Frage;͏jedenfalls͏könne͏nicht͏gesagt͏werden,͏d ie͏Kanäle͏4 -24͏(resp.͏29)͏seien͏für͏die͏ Ausübung͏ der͏ wirtschaftlichen͏ Tätigkeit͏ unerlässlich͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 620). Die͏Vorinstanz͏errechnete͏anhand͏des͏Teleclub͏"Programm͏Guides",͏welche͏Spiele͏exklusiv͏auf͏den͏Kanälen͏4 -29͏übertragen͏wurden͏respektiv e͏ den͏Swisscom͏TV -Abonnenten͏vorbehalten͏waren͏(sog.͏"Exklusivitätsgrad͏ für͏verschiedene͏Programmtypen",͏vgl.͏Tabelle͏13): Programmtyp Saison Saison Saison Saison Saison Saison Saison Bundesliga 71.9 % 77.4 % 80.7 % 49.2 % 45.4 % 43.9 % 53.0 % Copa del Rey - - - - -- - 6.9 % Primera División (La Liga) - - - 21.2 % 19.3 % 23.7 % 29.9 % Schweizer Eishockey 31.7 % 25.6 % 27.5 % 47.1 % 45.1 % 47.2 % 49.7 % Schweizer Fussball 0.0 % 13.2 % 12.7 % 25.3 % 14.6 % 13.7 % 6.0 % Serie A - - 34.1 % 66.0 % 67.3 % 68.1 % 71.5 % Quelle: angefochtene Verfügung, Tabelle 13 "Exklusivitätsgrad für verschiedene Programmtypen" Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ beschreiben͏die͏ Sport -Kanäle͏4͏ bis͏ 24͏bzw.͏ 29͏als͏"Spill͏Over͏Kanäle"͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏911),͏da͏diese͏wegen͏ihrer͏ untergeordneten,͏oft͏auch͏nur͏regionalen͏Bedeutung͏und͏Zeitüberschneidungen͏ für͏ das͏Angebot͏ auf͏ den͏ Hauptkanälen͏ 1 -3͏ nicht͏ geeignet͏ seien͏ bzw.͏ nicht͏ ausgestrahlt͏ werden͏ könnten;͏ au f͏ diesen͏ Kanälen͏ werde͏kein͏ lineares͏ Programm͏ ausgestrahlt,͏ sondern͏ einzelne͏ Spiele͏ ( vgl.͏ act.͏ 201,͏ Rz. 26;͏Replik,͏Rz.͏13 ).͏Insofern͏seien͏diese͏Kanäle͏objektiv͏für͏den͏Betrieb͏ einer͏TV -Plattform͏nicht͏notwendig͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏911). Wie͏aus͏der͏obigen͏Tabelle͏erhellt,͏weisen͏die͏ausländischen͏Fussballligen͏ (abgesehen͏von͏der͏Copa͏del͏Rey),͏der͏Schweizer͏Eishockey͏(Exklusivitätsgrad͏von͏25.6͏bis͏49.7 %)͏und͏der͏Schweizer͏Fussball͏ während͏einer͏ -- 143 of 226 -B-4003/2016 Seite 144 Saison͏ (Exklusivitätsgrad͏ von͏ 25.3 %͏ in͏ de r͏ Saison͏ 2009/10)͏ einen͏sehr͏ hohen͏Exklusivitätsgrad͏auf.͏Da͏die͏ausländischen͏Fussballligen͏aufgrund͏ des͏Beweisergebnisses͏nicht͏als͏notwendiger͏Input͏zu͏qualifizieren͏sind,͏ spielen͏sie͏ vorliegend͏ keine͏Rolle͏mehr.͏ Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ bemängeln,͏ da ss͏ Spiele͏ in͏ den͏ Zweitligen,͏ welche͏auf͏ geringes͏Publikumsinteresse͏stiessen͏und͏auch͏nicht͏zu͏den͏ abgegrenzten͏ Märkten͏ zählten,͏ in͏ die͏ Exklusivitätsberechnungen͏ (Challenge͏League͏und͏NLB)͏geflossen͏seien͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏908).͏Dass͏ die͏Vorinstanz͏die͏ Zweitligen͏einberechnet͏hat,͏ist͏nicht͏zu͏beanstanden,͏ da͏sie͏entgegen͏den͏Ausführungen͏der͏Beschwerdeführerinnen͏zum͏relevanten͏Markt͏gehören.͏Ohnehin͏spielen͏die͏Challenge͏League͏und͏die͏NLB͏ für͏die͏Berechnungen͏nur͏eine͏untergeordnete͏Rolle,͏da͏Cinetra de͏die͏entsprechenden͏Übertragungsrechte͏erst͏für͏die͏Saison͏2012/13͏erwarb. Aufgrund͏der͏vorliegenden͏Auswertung͏ist͏erstellt,͏dass͏Eishockeyfans,͏die͏ lediglich͏im͏Free -TV͏und͏auf͏den͏Teleclub -Sportkanälen͏1 -3͏Schweizer͏Eishockeyübertragungen͏ konsumieren͏ konnten,͏ von͏ einem͏ Viertel͏ bis͏ zur͏ Hälfte͏aller͏Übertragungen͏ ausgeschlossen͏waren.͏ Die͏auf͏diese͏Kanäle͏ beschränkten͏Fussballfans͏verpassten͏während͏einer͏Saison͏ein en͏ Viertel͏ aller͏Übertragungen,͏in͏den͏übrigen͏Saisons͏deutlich͏weniger.͏Für͏ eingefleischte͏ Eishockey-͏ und͏ Fussballfans͏ dürfte͏ dies͏ eine͏ hohe͏ Quote͏ sein.͏ Indessen͏ist͏zu͏bedenken,͏dass͏ihnen͏immer͏noch͏ deutlich͏mehr͏ Spiele͏ als͏ auf͏Free -TV͏ zugänglich͏waren͏(vgl.͏E.͏ 8.5.1.2).͏ Die͏TV -Plattform͏Yplay,͏welche͏nach͏längeren͏Verhandlungen͏mit͏ Teleclub͏letztlich͏die͏Sportkanäle͏1 -3͏ übertragen͏konnte,͏erklärte͏in͏diesem͏Sinne:͏"Wir͏waren͏schon͏froh,͏das͏ Grundangebot͏ zu͏ bekommen "͏ (vgl.͏ act.͏ 27,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏ 11b).͏ Die͏ Spiele͏ im͏Grund -͏ respektive͏Kernangebot͏ wurden͏ den͏Zuschauern͏ zudem͏ im͏Rahme n͏von͏linearen͏Programmen͏(im͏Free -TV͏und͏auf͏den͏Teleclub͏ Sportkanälen͏1 -3)͏zugänglich͏gemacht.͏ Die͏verpassten͏Spiele͏wurden͏auf͏ den͏weniger͏attraktiven,͏weil͏nur͏einzelne͏Spiele͏ausstrahlenden͏Teleclub͏ Sportkanälen͏ 4-29͏gesendet.͏

9.2.5.5 Möglichkeit der Eigenproduktion Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerinnen (vgl. Beschwerde, Rz. 764 ff.) war es den TV-Plattformen aufgrund der Cinetrade zustehenden Exklusivitäten und erheblichen finanziellen und unternehmerischen Risiken, die mit der Herstellung eines eigenen Pay-TV-Angebots verbunden sind, auch nicht oder nur erschwert möglich, ein eigenes Sportangebot zu produzieren. Auf diese Umstände wurde bereits im Rahmen der Marktabgrenzung hingewiesen (vgl. E. 7.2.6). Insofern hat die Vorinstanz zu Recht -- 144 of 226 -B-4003/2016 Seite 145 die Möglichkeit für die konkurrierenden TV-Plattformen, das fragliche Sportangebot selbst zu produzieren, verneint (vgl. Verfügung, Rz. 649).

9.2.5.6 Fazit zur Unerlässlichkeit des Inputs Insgesamt͏ist͏mit͏der͏Vorinstanz͏und͏den͏Beschwerdeführerinnen͏dafür͏zu͏ halten,͏ da ss͏ die͏ auf͏ den͏ Teleclub-Sportkanälen͏ 4-24͏ (resp.͏ 29)͏ ausgestrahlten͏Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏ im͏Gegensatz͏zu͏den͏entsprechenden͏Übertragungen͏auf͏den͏Kanälen͏1 -3͏ nicht͏ zum͏objektiv͏notwendigen͏Inhalt ͏ einer͏TV Plattform͏gehören. Daher͏sind͏diejenigen͏Unternehmen,͏welchen͏mit͏den͏Teleclub -Sportkanälen͏1 -3͏ein͏Kernangebot͏bereitgestellt͏wurde͏(vgl.͏E.͏ 9.2.4.2.3͏ ff.:͏ KNU͏ wie͏ Cablecom,͏ Sunrise,͏ Yplay͏ und͏ Stafag)͏ von͏ der͏ hier͏ untersuchten͏ Geschäftsverweigerung͏ nicht͏ betroffen.͏ Die͏ entsprechenden͏ Fälle͏ werden,͏ wie͏bereits͏ausgeführt,͏unter͏dem͏Tatbestand͏der͏Diskriminierung͏behandelt͏werden͏(vgl.͏E.͏9.3).

9.2.6 Wettbewerbsbehinderung

9.2.6.1 Argumente der Parteien Die͏Vorinstanz͏untersuchte͏ die͏Wettbewerbswirkung͏von͏exklusiven͏Verträgen͏ in͏ zweiseitigen͏ Plattformmärkten,͏ die͏ Wirkungen͏ im͏TV -Plattformmarkt͏und͏in͏benachbarten͏Fernmeldemärkten͏und͏kam͏zum͏Schluss,͏dass͏ eine͏ Wettbewerbsbehinderung͏ im͏ TV -Plattformmarkt͏ mit͏ überwiegender͏ Wahrscheinlichkeit͏ nachgewiesen͏ sei.͏ Diese͏ Wettbewerbswirkung͏ werde͏ zudem͏ durch͏ das͏ Zusammenspiel͏ mit͏ den͏ Fernmeldemärkten͏ verstärkt͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏660͏ff.).͏Damit͏habe͏sie͏nachgewiesen,͏dass͏die͏Geschäftsverweigerung͏beziehungsweise͏der͏exklusive͏Vertrieb͏von͏Premium͏ Sport-Content͏ im͏ TV -Plattformmarkt͏ eine͏ Wettbewerbswirkung͏ entfalte.͏ Sodann͏seien͏keine͏technischen͏Hindernisse͏für͏die͏Lieferung͏der͏fraglichen͏Sportinhalte͏festgestellt͏w orden.͏Dies͏gelte͏erst͏recht͏für͏die͏von͏der͏ Verweigerung͏ betroffenen͏ IPTV -Plattformen,͏ welche͏ auf͏ derselben͏Technologie͏ wie͏ die͏ Technologie͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ basierten͏ ( vgl.͏ Duplik͏der͏Vorinstanz,͏Rz.͏73͏und͏90). Auch͏die͏Beschwerdegegnerin͏weist͏ darauf͏hin,͏dass͏sowohl͏ihre͏TV -Plattform͏als͏auch͏diejenige͏der͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏der͏IPTV -Technologie͏beruhten.͏Namentlich͏bestünden͏im͏IPTV -Netz͏keine͏durch͏begrenzte͏ -- 145 of 226 -B-4003/2016 Seite 146 Bandbreiten͏bedingten͏Kapazitätsprobleme,͏wie͏sie͏in͏Kabelnetzen͏vorliegen͏kön nten.͏Zudem͏wäre͏die͏Umsetzung͏von͏PPV͏während͏des͏Untersuchungszeitraums͏ technisch͏ machbar͏ gewesen.͏ Dies͏ zeige͏ sich͏ daran,͏ dass͏das͏von͏Netstream͏für͏sie͏entwickelte͏PPV -Angebot͏ heute͏(mit͏Anpassungen)͏auf͏der͏gleichen͏Plattform͏laufe,͏wie͏sie͏die͏Beschwe rdegegnerin͏ bereits͏ während͏ des͏ Untersuchungszeitraums͏ in͏ Betrieb͏ gehabt͏ habe.͏Der͏Umstand,͏dass͏sie͏gewisse͏Technologien͏wie͏PPV͏erst͏später͏ implementiert͏habe,͏hänge͏damit͏zusammen,͏dass͏sie͏kein͏PPV -Angebot͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏erhalten͏habe.͏A uch͏die͏Ausstrahlung͏des͏ vollständigen͏Premium -Sportangebots͏wäre͏ohne͏weiteres͏möglich͏gewesen͏( vgl.͏ Duplik͏der͏Beschwerdegegnerin,͏Rz.͏40͏ff.). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ vertreten͏ dagegen͏ die͏Ansicht,͏ es͏ habe͏ gar͏ keine͏Wettbewerbsbeeinträchtigung͏vorlieg en͏können,͏denn͏aufgrund͏der͏ technischen͏Schranken͏für͏die͏Übertragung͏des͏erweiterten͏Sportangebots͏ und͏von͏PPV͏fehle͏es͏an͏der͏Kausalität͏zwischen͏vermeintlich͏missbräuchlichem͏ Verhalten͏und͏angeblich͏wettbewerbswidrigen͏Auswirkungen͏( vgl.͏ Replik,͏Rz. 222).͏ Weiter͏weisen͏sie͏darauf͏hin,͏dass ͏ Wechselgründe͏und͏ Nutzerzahlen͏eine͏geringe͏Bedeutung͏des͏Sportangebots͏ zeigten͏ (vgl.͏Beschwerde,͏ Rz.͏ 795͏ ff.).͏ Diese͏ geringe͏ Bedeutung͏ werde͏ auch͏ durch͏ die͏ Marktforschungen͏von͏ Swisscable͏ belegt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 804͏ff.).͏ Drittplattformen͏ wiesen͏ einen͏ ungebrochen͏ guten͏ Geschäftsverlauf͏ auf͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏806͏ff.).͏Schliesslich͏sei͏das͏Teleclub -Sportangebot͏ in͏der͏Romandie͏fehlerhaft͏empirisch͏untersucht͏worden͏( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏809͏ff.).

9.2.6.2 Kausalität zwischen missbräuchlicher Verhaltensweise und Wettbewerbsbehinderung Wenn͏andere͏Wettbewerbsteilnehmer͏wirtschaftliche͏Massnahmen͏treffen,͏ um͏ die͏ durch͏ eine͏ unangemessene͏ Verhaltensweise͏ eines͏ marktbeherrschenden͏ Unternehmens͏ auftretenden͏ Einsc hränkungen͏ abzumildern,͏ entsteht͏ eine͏komplexe͏Gemengelage͏von͏verschiedensten͏ökonomischen͏ Wirkungsgründen͏ und͏ lassen͏sich͏die͏tatsächlichen͏Auswirkungen͏des͏unangemessenen͏Verhaltens͏nicht͏einwandfrei͏identifizieren.͏ Ein͏monokausaler͏ Nachweis͏ tatsächlich er͏Auswirkungen͏ allein͏ aufgrund͏ der͏ unangemessenen͏Verhaltensweise͏ kann͏ damit͏ nicht͏ vorausgesetzt͏ werden ͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -831/2011͏Rz.͏12 11,͏"Six͏Group"). In͏diesem͏Sinne͏erklärte͏die͏Vorinstanz,͏dass͏es͏beispielsweise͏nicht͏möglich͏sei,͏den͏Kunden verlust͏von͏Ticinocom͏aufgrund͏des͏fehlenden͏Sportangebots͏zu͏ermitteln,͏obwohl͏der͏Kundenverlust͏insgesamt͏erheblich͏und͏ -- 146 of 226 -B-4003/2016 Seite 147 keine͏ offensichtliche͏ (anderweitige)͏ Erklärung͏ hierfür͏ ersichtlich͏ sei͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏666).͏ Dass͏die͏Vorinstanz͏keine͏Aussage͏da rüber͏treffen͏ konnte,͏welcher͏Anteil͏am͏wettbewerblichen͏Erfolg͏einer͏TV -Plattform͏überhaupt͏auf͏das͏Sportangebot͏zurückgeführt͏werden͏könne͏(vgl.͏Beschwer de,͏Rz.͏796),͏kann͏ihr͏daher͏nicht͏zum͏Vorwurf͏gemacht͏werden. Soweit͏d ie͏Beschwerdeführerinnen͏gelt end͏machen,͏aufgrund͏der͏technischen͏Schranken͏für͏die͏Übertragung͏des͏erweiterten͏Sportangebots͏und͏ von͏ PPV͏ fehle͏ es͏ an͏ der͏ Kausalität͏ zwischen͏ vermeintlich͏ missbräuchlichem͏ Verhalten͏ und͏ angeblich͏ wettbewerbswidrigen͏Auswirkungen͏ (vgl.͏ Replik,͏Rz. 222),͏ täuschen͏sie͏über͏den͏Umstand͏hinweg,͏dass͏sie͏gar͏nie͏ beabsichtigt͏haben,͏anderen͏TV -Plattformen͏als͏Swisscom͏TV͏(früher͏Bluewin͏TV͏genannt)͏das͏vollständige͏Sportangebot͏bereitzustellen.͏In͏der͏ Vereinbarung͏zwischen͏S wisscom͏und͏Cinetrade͏vom͏28.͏Novembe r͏ /͏ 14.Dezember͏ 2006͏ betreffend͏ Beschaffung,͏ Produktion͏ und͏Aufbereitung͏ von͏ Event-Content͏ im͏ Bereich͏ Sport͏ (Sportübertragungen͏ und͏ "Teleclub͏ Live͏ [Event]")͏haben͏die͏Parteien͏Folgendes͏festgehalten͏(vgl.͏act.͏101,͏Beilage͏ 2): "Die Parteien beabsichtigen, den Kunden des IPTV-Services von FX ("Bluewin TV") unter Nutzung der Teleclub-Veranstalterkonzession ein umfangreiches und attraktives Angebot an [exklusiven] Live-Sportübertragungen und gegebenenfalls begleitenden Inhalten anzubieten. Ein Teil dieser Sportübertragungen soll im Rahmen des bestehenden Teleclub-Programmangebots von CT bzw. ihrer Tochtergesellschaft Teleclub AG, das via Kabel verbreitet wird, angeboten werden. Ein umfassenderes Angebot an solchen Sportübertragungen soll im Rahmen eines erweiterten Teleclub-Programmangebotes den Kunden von Bluewin TV angeboten werden." Entgegen͏ der͏ Behauptung͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021)͏kann͏aus͏dieser͏Vereinbarung͏eine͏Behinderungsstrategie͏ ni cht͏ nur͏ zu͏ Lasten͏ der͏ KNU͏ abgeleitet͏ werden,͏ sondern͏ auch͏ gegenüber͏ anderen͏ mit͏ Bluewin͏ TV͏ konkurrierenden͏ IPTV-Plattformen.͏ Zu͏diesem͏Schluss͏kam͏ implizit͏ auch͏die͏Vorinstanz͏(vgl.͏Vernehmlassung,͏Rz. 77),͏die͏auch͏zu͏Recht͏darauf͏hinwies,͏dass͏Art.͏7͏KG͏ keine͏ Behinderungsstrategie͏oder͏ -absicht͏voraussetzt͏ (vgl.͏Duplik,͏Rz. 70).͏D er͏ Nachweis͏ einer͏Ausbeutungs -͏ oder͏Behinderungsabsicht͏ erleichtert͏ lediglich͏ die͏Beurteilung͏der͏konkreten͏Wettbewerbshandlung ͏ (vgl.͏ MARBACH/ DUCREY/WILD,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 1 644;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏ Art.͏ 7,͏ Rz. 133,͏135).

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B-4003/2016 Seite 148 Die͏ Beschwerdegegnerin͏ erkennt͏ im͏ Verhalten͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ sogar͏ eine͏ viel͏ umfassendere͏ Behinderungsstrategie͏ als͏ die͏ vorgenannte:͏Sie͏hätten͏mehrere͏wettbewerbsbeschränkende͏Verhaltensweisen͏ –͏ Angebotsverweigerung,͏ diskriminierende͏ Konditionen,͏Angebotskoppelung,͏Akquisitionsverbot͏ –͏ zu͏einer͏Gesamtstrategie͏gegenüber͏praktisch͏ der͏ gesamten͏ Konkurrenz͏ verknüpft,͏ um͏ dank͏ ihrer͏ vertikal͏ integrierten͏ Konzernstruktur͏ –͏ Swisscom,͏ Cinetrade/Blue͏ Entertainm ent,͏ Teleclub͏ –͏ mehrere͏ Wertschöpfungsstufen͏ zu͏ kontrollieren͏ und͏ ihre͏ marktbeherrschende͏Stellung͏auf͏dem͏Pay -TV-Markt͏einerseits͏durch͏Behinderung͏der͏ konkurrierenden͏ Plattformanbieter,͏ andererseits͏ durch͏ Abschottung͏ des͏ vorgelagerten͏Markts͏der͏Rechteve rgabe͏zu͏festigen,͏mit͏Auswirkung͏auf ͏ die͏eng͏mit͏dem͏Pay -TV-Markt͏verbundenen͏Providermärkte͏ (Festnetz,͏Internet,͏ Mobilfunk)͏ auf͏ denen͏ der͏ Konzern͏ ebenfalls ͏ eine͏ starke͏ Stellung͏ innehabe͏(vgl.͏Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏12). ͏ Da͏ im͏ vorliegenden͏ Fall͏ eine͏ Behinderungsstrategie͏ nicht͏ nur͏ abstrakt͏ nachgewiesen͏ werden͏ kann,͏ erübrigt͏ sich͏ eine͏Auseinandersetzung͏ mit͏ dem͏ Urteil͏ des͏ Gerichts͏ der͏ Europäischen͏ Union͏ (EuG)͏ vom͏ 26.͏ Januar͏ 2022͏in͏Sachen͏Intel͏(Rechtssache͏T -286/09,͏u.a.͏Rz.͏125,͏144͏f. ),͏auf͏welches͏die͏Beschwerdeführerinnen͏mit͏Eingabe͏vom͏1.͏April͏2022͏ im͏Zusammenhang͏mit͏der͏Untersuchung͏von͏Wettbewerbsnachteilen͏ hingewiesen͏ haben. Die͏Frage,͏ob͏es͏gerechtfertigt͏war,͏die͏Bereitstellung͏der͏Teleclub -Kanäle͏ 1-3͏aus͏technischen͏Gründen ͏ zu͏verweigern,͏wird͏nachfolgend͏unter͏dem͏ Titel͏der͏Rechtfertigungsgründe͏behandelt͏werden͏(vgl.͏E.͏9.2. 8.1).

9.2.6.3 Anreize für exklusiven Betrieb bei vertikaler und zweiseitiger Marktstruktur Die͏Vorinstanz͏erklärt͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung,͏ für͏ein͏verti kal͏integriertes͏Unternehmen͏könne͏ der͏exklusive͏Vertrieb͏ eine͏lohnende͏Strategie͏sein,͏z.B.͏ aufgrund͏hoher͏Wechselkosten͏(lange͏Kündigungsfristen,͏ Bündelprodukte,͏einmalige͏Set -Up-Kosten,͏Hardware -͏ und͏Softwareunterschiede).͏ Im͏ vorliegenden͏ Fall͏ hätten͏ Swisscom͏ und͏ Cinetrade͏ eine͏ gemeinsame͏Strategie͏bezüglich͏der͏Beschaffung͏und͏Verwertung͏von͏Premium͏Content͏ verfolgt;͏insbesondere͏hätten͏sie͏die͏exklusive͏Verwertung͏ von͏Sportinhalten͏über͏Swisscom͏TV͏beschlossen.͏ Exklusivität͏könne͏nicht͏ nur͏bei͏einer͏ve rtikalen͏Marktstruktur,͏sondern͏auch͏bei͏einer͏zweiseitigen͏ Marktstruktur͏ eine͏ lohnende͏ Strategie͏ darstellen,͏ die͏ dazu͏ geeignet͏ sei,͏ den͏Wettbewerb͏im͏TV -Plattformmarkt͏langfristig͏zu͏behindern͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏660͏ff.).͏ -- 148 of 226 -B-4003/2016 Seite 149 Die͏von͏den͏Beschwerdeführerin nen͏aufgeworfene͏Frage,͏ diese͏Erwägungen͏ seien͏ für͏die͏Untersuchung,͏ob͏das͏Teleclub -Sportangebot͏eine͏wettbewerbliche͏Bedeutung͏auf͏dem͏Plattformmarkt͏habe,͏irrelevant͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏778;͏Replik,͏Rz.͏221 ),͏muss͏nicht͏abschliessend͏beantwortet͏werde n.͏ Denn͏d ie͏Ausführungen͏der͏Vorinstanz͏geben͏zumindest͏mögliche͏Erklärungen͏dafür,͏weshalb͏ein͏Pay -TV-Anbieter͏ein͏Angebot͏exklusiv͏ vertreibt,͏ obwohl͏ er͏ grundsätzlich͏ an͏ einer͏ möglichst͏ grossen͏ Zahl͏ von͏ Abonnenten͏interessiert͏sein͏müsste,͏da͏jeder͏zusätz liche͏Pay -TV-Abonnent͏ die͏ Pro -Kopf-Kosten͏ des͏ produzierten͏ Programms͏ reduziert ͏ (vgl.͏ MESSMER,͏a.a.O.,͏S.͏142;͏ HEINEMANN,͏Sportübertragungsrechte,͏Rz. 338;͏ SIEVERS,͏a.a.O.,͏S.͏225 ).

9.2.6.4 Wirkungen im TV-Plattformmarkt und in benachbarten Fernmeldemärkten

9.2.6.4.1 Die͏ Vorinstanz͏ stellte͏ fest,͏ die͏ Geschäftsverweigerung͏ habe͏ in͏ erster͏Linie͏Unternehmen͏betroffen,͏die͏mit͏der͏gleichen͏Technologie͏wie͏ Swisscom͏TV͏(IPTV)͏im͏Markt͏tätig͏seien;͏sie͏seien͏in͏der͏Ausübung͏des͏ Wettbewerbs͏auf͏dem͏Plattformmar kt͏behindert͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏65 8).͏ Nach͏Durchführung͏einer͏Untersuchung͏in͏Bezug͏auf͏Teleclub͏en͏français͏ kam͏ die͏ Vor instanz͏ zum͏ Schluss,͏ dass͏ das͏ Teleclub -Sportangebot͏ mit͏ überwiegender͏Wahrscheinlichkeit͏ einen͏starken͏Einfluss͏auf͏die͏Neukundengewinnung͏habe͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏666͏ff.). ͏ Zudem͏ sei͏der͏exklusive͏ Pay-TV-Content͏ dazu͏ geeignet,͏ den͏ Wettbewerb͏ auf͏ den͏ benachbarten͏ Fernmeldemärkten͏ zu͏ behindern.͏ Denn͏ wenn͏ ein͏ TV -Plattformbetreiber͏ aufgrund͏des͏nicht͏erhältlichen͏Teleclub -Sportangebots͏ei nen͏TV -Kunden͏ verliere,͏ verliere͏ er͏ diesen͏ wahrscheinlich͏ auch͏ für͏ die͏ benachbarten͏ Märkte͏(Breitbandinternet,͏Festnetztelefonie,͏evt l.͏auch͏Mobilfunk;͏vgl.͏Verfügung,͏Rz. 675͏ff.). Auch die Beschwerdegegnerin betont die Auswirkung des Verhaltens der Beschwerdeführerinnen auf die eng mit dem Pay-TV-Markt verbundenen Providermärkte, auf denen der Konzern ebenfalls eine starke Stellung innehabe (Festnetz, Internet, Mobilfunk). Diesen Märkten komme angesichts weitreichender Bündelung von TV-, Internet- und Mobilfunkdienstleistungen strategische Bedeutung zu (vgl. Stellungnahme vom 27. April 2021, Rz. 4, 8). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ argumentieren,͏ die͏ Vorinstanz͏ habe͏ k eine͏ Wettbewerbsbehinderung͏ auf͏ dem͏ TV -Plattformmarkt͏ beweisen͏ können.͏ Dies͏erstaune͏nicht,͏da ͏ die͏Wechselgründe͏und͏Nutzerzahlen͏eine͏geringe͏ Bedeutung͏ des͏ Sportangebots͏ zeigten,͏ diese͏ geringe͏ Bedeutung͏ auch͏ -- 149 of 226 -B-4003/2016 Seite 150 durch͏ die͏ Marktforschungen͏ von͏ Swisscable͏ belegt͏ würden,͏ Drittplattformen͏ einen͏ hervorragenden͏ Geschäftsverlauf͏ hätten͏ und͏ die͏ Empirische͏ Analyse͏der͏Vorinstanz͏zum͏Teleclub -Sportangebot͏in͏der͏Romandie͏fehlerhaft͏sei͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 794͏ ff.).

9.2.6.4.2 In͏der͏Literatur͏wird͏die͏Auffassung͏vertreten,͏dass͏die͏Verfügung͏ über͏ exklusive͏ Rechte͏Auswirkungen͏ auf͏ den͏ Wettbewerb͏ hat;͏ wer͏ über͏ exklusive͏Sp ortübertragungsrechte͏verfügt,͏hat͏einen͏Vorteil͏anderen͏Programmplattformen͏ gegenüber͏ (vgl.͏ HANS͏ HEGE,͏Medienpolitik͏und͏Regulierung͏vor͏den͏Herausforderungen͏der͏Digitalisierung,͏in:͏Kaumanns/Siegenheim/Siurts,͏ Auslaufmodell͏ Fernsehen?,͏ Wiesbaden͏ 2008,͏ S.͏ 401 ff.,͏ S. 409;͏ KLAMBAUER,͏a.a.O.,͏S.͏90;͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏S.͏27͏f. ).͏ Fraglich͏ ist,͏ob͏diese͏Aussage͏auch͏auf͏TV -Plattformen͏übertragbar͏ist,͏d.h.͏ vorliegend,͏o b͏ Swisscom͏TV͏mit͏seinen͏exklusiven͏Inhalten͏ einen͏wettbewerblichen͏Vorteil͏vor͏ anderen͏TV -Plattformen͏ha t.

9.2.6.4.3 Ob͏ TV-Plattformen͏ in͏ der͏ Romandie͏ im͏ Wettbewerb͏ behindert͏ waren,͏untersuchte͏die͏Vorinstanz͏in͏einer͏Empirischen͏Analyse ͏ (act.͏421):͏ Die͏Vor instanz͏hat͏ sich͏bei͏der͏Analyse͏der͏ Wettbewerbswirkungen͏der͏Geschäftsverweigerung͏ den͏ Umstand͏zu͏Nutze͏gemacht,͏dass͏Swisscom͏in͏ der͏französischsprachigen͏Schweiz͏im͏Gegensatz͏zur͏Deutschschweiz͏der͏ einzige͏Anbieter͏von͏Teleclub͏Sport͏war.͏Die͏Hypothese͏lautete:͏Sofern͏das͏ Sportangebot͏ bei͏ der͏ Wahl͏ der͏ TV -Plattform͏ eine͏ Rolle͏ spielt,͏ müsst e͏ Swisscom͏TV͏in͏der͏Romandie͏im͏Verhältnis͏signifikant͏erfolgreicher͏sein͏ als͏in͏der͏Deutschschweiz.͏Die͏empirische͏Auswertung͏hat͏ nach͏Aussage͏ der͏Vorinstanz͏ ergeben,͏dass͏Swisscom͏TV͏in͏der͏französischsprachigen͏ Schweiz͏wesentlich͏erfolgreicher͏in͏der͏N eukundengewinnung͏war͏als͏in͏ der͏Deutschschweiz.͏Es͏könne͏daher͏mit͏überwiegender͏Wahrscheinlichkeit͏ davon͏ausgegangen͏werden,͏ dass͏das͏Teleclub -Sportangebot͏ einen͏ starken͏ Einfluss͏ auf͏ die͏ Neukundengewinnung͏ habe ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 668͏ ff.).͏ Dagegen͏ wend en͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ ein,͏ dass͏ die͏ Entwicklung͏der͏Teleclub -Kundenzahlen͏(vgl.͏Abbildung͏20͏der͏Verfügung)͏ nicht͏auf͏einen͏besonderen͏Erfolg ͏ von͏Teleclub͏in͏der͏Romandie͏hinweis e:͏ Dass͏die͏Kundenzahlen͏mit͏Einführung͏eines͏neuen͏Angebots,͏konkret͏v on͏ Teleclub͏ en͏ français͏ im͏ September͏ 2012,͏ emporschnellen,͏ überrascht͏ in͏ der͏Tat͏nicht͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏814). ͏ Zudem͏trifft͏es͏zu,͏dass͏sich͏der͏ Kabelfernsehmarkt͏ in͏ der͏ Westschweiz͏ teilweise͏ von͏ demjenigen͏ in͏ der͏ Deutschschweiz͏ unterscheidet:͏ So͏ hatte ͏ das͏ grösste͏ KNU͏ in͏ der͏ Westschweiz,͏die͏ Services͏Industriels͏de͏Lausanne,͏im͏Jahr͏2010͏20͏Mal͏weniger͏Kunden͏als͏das͏grösste͏KNU͏der͏Deutschschweiz,͏Cablecom͏(vgl.͏ AN-DREA͏ ZANZI,͏"Kabelfernsehpreise͏in͏der͏Schweiz",͏Bern͏2010,͏S.͏8).͏ Indessen͏gibt͏es͏sowohl͏in͏der͏West -͏ als͏auch͏in͏der͏Deutschschweiz͏zahlreiche͏ -- 150 of 226 -B-4003/2016 Seite 151 kleine͏KNU;͏insofern͏muss͏von͏einer͏schweizweiten,͏und͏nicht͏nur͏auf͏die͏ Romandie͏ bezogenen͏ Zersplitterung͏ der͏ Kabelinfr astruktur͏ gesprochen͏ werden͏ (vgl.͏ ZANZI,͏ a.a.O.,͏Anhang͏ 1͏ " Daten͏ der͏ Kabelnetzbetreiber͏ mit͏ mehr͏als͏5'000͏Abonnenten ").͏ Auch͏war͏ nach͏einem͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏eingereichten͏Dokument͏ Ende͏2009͏der͏DOCSIS͏3.0 -Standard͏ in͏der͏Westschweiz,͏abgesehe n͏von͏Lausanne,͏noch͏nicht͏eingeführt͏(vgl.͏ Beschwerdebeilage͏41).͏ Entgegen͏der͏Aussage͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz. 820)͏ unterschieden͏sich͏die͏ Deutsch-͏ und͏Westschweiz͏ indessen͏ bezüglich͏der͏ von͏U PC͏ angebotenen͏HD -Optionen͏für͏ Teleclub͏ nicht.͏ Im͏ Untersuchungszeitraum͏ waren͏ in͏ keinem͏ der͏ beiden͏ Landesteile͏HD -Optionen͏verfügbar.͏Für͏die͏Deutschschweiz͏wurden͏diese͏ erst͏ im͏ Juli͏ 2015͏ eingeführt͏ (vgl.͏ Beschwerdebeilage͏ 12).͏ Der͏ Umstand,͏ dass͏Cablecom͏gemäss͏einer͏Untersuchung͏aus͏dem͏Jahr͏2 015͏von͏Westschweizern͏in͏Bezug͏auf͏Netzqualität͏und͏Zukunftstauglichkeit͏des͏Netzes͏ schlechter͏benotet͏wurde͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz. 826;͏Beschwerdebeilage͏ 42),͏ spielt͏im͏vorliegenden͏Zusammenhang͏keine͏Rolle,͏da͏diese͏Untersuchung͏ ausserhalb͏ des͏ Untersuchu ngszeitraums͏ gemacht͏ wurde.͏ Somit͏ konnten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ihre͏Behauptungen,͏wonach ͏ Qualität͏ und͏ Netzausbau͏ von͏ Kabel͏ in͏ der͏ Romandie͏ hinterherhink ten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏818),͏ nur͏teilweise͏belegen.͏ Gar͏nicht͏belegen͏konnten͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏ Unterschiede͏ zwischen͏ der͏ Romandie͏ und͏ der͏ Deutschschweiz,͏ was͏ die͏ geltend͏ gemachten͏ Qualitäts -͏ und͏ Imageprobleme͏ bei͏ Cablecom͏ betrifft,͏ da͏ die͏ entsprechenden͏ Beschwerdebeilagen͏ 27-35͏nicht͏zwischen͏diesen͏Sprachregionen͏unterscheiden.͏ Im͏Gegenzug͏ führte͏die͏Vorinstanz͏nicht͏aus,͏weshalb͏"bei͏den͏TV -Plattformen͏bezüglich͏ Sendervielfalt,͏Funktionalität͏und͏Bedienung͏kein͏wesentlicher͏Unterschied͏ festzustellen͏ist"͏(vgl.͏Empirische͏Analyse,͏S.͏11),͏während͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ immerhin͏ auf͏ ihr͏ "v iel͏ breiteres͏ Basispaket͏ an͏ Ethno -Sendern"͏hinwiesen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏828).͏Dass͏solche͏Sender͏namentlich͏in͏der͏international ͏ geprägten͏ Genferseeregion͏relevant͏sind,͏darf͏angenommen͏werden.͏ Zudem͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏ dass͏ sic h͏ die͏ Präferenzen͏ beim͏ Sportkonsum͏ zwischen͏ der͏ Deutschschweiz͏und͏der͏Romandie͏unterschieden;͏so͏sei͏in͏der͏Deutschschweiz͏ Fussball͏bedeutender͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏829),͏während͏die͏Vorinstanz͏ keine͏signifikanten͏Unterschiede͏zwischen͏den͏beiden͏Landest eilen͏festgestellt͏hat͏(vgl.͏Empirische͏Analyse,͏S.͏12),͏wobei͏sie͏sich͏auf͏die͏Auswertung͏der͏Zuschauerzahlen͏der͏SRG͏bezieht͏(vgl.͏act.͏279,͏Antwort͏auf͏Fragen͏7͏und͏8).͏Entgegen͏der͏Aussage͏der͏Vorinstanz͏lässt͏die͏"Übersicht͏ Zuschauerzahlen͏/͏Ratings͏F ussball"͏der͏SRG͏ auf͏sprachregionale͏Unterschiede͏bei͏der͏Beliebtheit͏von͏Fussballübertragungen͏schliessen:͏So͏waren,͏ gemessen͏ an͏ den͏ Marktanteilen,͏ die͏ von͏ der͏ SRG͏ übertragenen͏ -- 151 of 226 -B-4003/2016 Seite 152 Spiele͏ der͏ Super͏ League͏ in͏ den͏ Saisons͏ 2005/06͏ bis͏ 2012/13͏ in͏ der͏ Deutschschweiz͏beliebter͏ als͏in͏der͏Romandie͏und͏im͏Tess in͏ (vgl.͏act.͏279,͏ S.͏305).͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏in͏der͏Romandie͏im͏Gegensatz͏zur͏Deutschschweiz͏ mit͏ französischsprachigen͏ Canal+͏ ein͏ zweiter͏ Pay -TV-Anbieter͏ nebst͏Teleclub͏tätig͏ist͏(vgl.͏ Empirische͏ Analyse,͏S.͏12),͏was͏die͏Ver gleichbarkeit͏ trotz͏ grundsätzlicher͏ Verfügbarkeit͏ von͏ Canal+͏ in͏ der͏ Deutschschweiz͏weiter͏erschwert.͏Es͏ist͏somit͏aufgrund͏der͏festgeste llten͏Unterschiede͏fes tzuhalten,͏dass͏ die͏Empirischen͏Berechnungen͏bezüglich͏der͏ Wettbewerbswirkung͏(vgl.͏Empirische͏Analyse,͏S.͏11͏ff.)͏nur͏bedingt͏aussagekräftig͏sind.

9.2.6.4.4 Dennoch kann folgende Feststellung getroffen werden: Aufgrund des Beweisergebnisses ist erstellt, dass die auf den Teleclub Sportkanälen 1-3 übertragenen Schweizer Fussball- und Eishockeyübertragungen zum – merkantilistisch gesehen – objektiv notwendigen Inhalt einer Pay-TV-Plattform gehören (vgl. E. 9.2.5.6). TV-Plattformen, die ihren Abonnenten im Untersuchungszeitraum diese Übertragungen nicht anbieten konnten, war es im Gegensatz zu TV-Plattformen, die über diese Inhalte verfügten, nicht möglich, Neukunden unter Anpreisung von attraktiven Sportereignissen als neue Abonnenten zu gewinnen. Demzufolge waren die Geschäftsverweigerungen von Teleclub geeignet, die konkurrierenden TV-Plattformen, insbesondere IPTV-Plattformen, im Wettbewerb zu behindern.

9.2.6.4.5 Zudem͏vertritt͏die͏Vorinstanz͏die͏Ansicht,͏dass͏die͏Wettbewerbswirkung͏ des͏ fehlenden͏ Sportangebots͏ durch͏ den͏ Umsta nd͏ verschärft͏ werde,͏ dass͏ der͏ TV -Plattformmarkt͏ und͏ die͏ benachbarten͏ Fernmeldemärkte͏aufgrund͏von͏langen͏Kündigungsfristen,͏Bündelprodukten,͏einmaligen͏ Set -Up-Kosten͏ sowie͏ Hardware -͏ und͏ Softwareunterschieden͏ hohe͏ Wechselkosten͏aufweise͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 657͏f.,͏ 674).͏ Dagegen͏wenden͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ein,͏die͏Wechselkosten͏seien͏im͏relevanten͏Zeitraum͏äusserst͏gering,͏wenn͏nicht͏sogar͏"negativ";͏Wechselkosten͏ könnten͏in͏der͏Schweiz͏keine͏Rolle͏gespielt͏haben,͏was͏auch͏der͏Kundenzuwachs͏von͏Swissco m͏belege͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏787͏f.). ͏ Zudem͏weisen͏sie͏ auf͏eine͏Analyse͏des͏Preisüberwachers͏be treffend͏die͏Marktstellung͏von͏U PC͏ hin.͏Danach͏stellten͏der ͏ administrative͏Aufwand͏und͏die͏Risiken,͏die͏mit͏einem͏Anbieterwechsel͏verbunden͏ seien,͏keine͏erheblichen͏ Hürden͏für͏einen͏Anbieterwechsel͏da r͏(vgl.͏ (vgl.͏Analyse͏des͏Preisüberwachers͏vom͏17.͏ August͏2015͏"Marktstellung͏UPC ͏ Cablecom",͏Rz.͏ 122).͏ Dies͏ -- 152 of 226 -B-4003/2016 Seite 153 ändert͏ indessen͏nichts͏daran,͏dass͏ein͏Anbieterwechsel͏mit͏den͏von͏der͏ Vorinstanz͏genannten͏Wechselkosten͏verbunden͏ist. ͏

9.2.6.4.6 Was͏ die͏Auswirkungen͏ auf͏ die͏ benachbarten͏ Fernmeldemärkte͏ betrifft,͏ist͏ Folgendes͏auszuführen.͏ Zwischen͏2007͏und͏2012͏hat͏sich͏ in͏der͏ Schweiz͏ die͏ Anzahl͏ Verträge͏ für͏ Pakete͏ mit͏ Telefonie,͏ Breitbandinternet͏ und͏ Fernsehen͏ (sog.͏Triple -Play͏auf͏Festnetz)͏ mehr͏als͏ verzehnfacht.͏Zwischen͏2007͏und͏2011͏stieg͏auch͏die͏Anzahl͏Verträge͏mit͏Paketen͏für͏Breitbandinternet͏ und͏ Fernsehen͏ respektive͏ Telefonie͏ und͏ Fernsehen͏ (sog.͏ Double-Play͏auf͏Festnetz),͏allerdings͏deutlich͏weniger͏stark͏als͏im͏Triple Play-Bereich͏und͏mit͏sinkender͏Tendenz͏ab͏2011͏(vgl.͏ "Amtliche͏Fernmeldestatistik͏ 2012 ",͏ S.͏ 49,͏ <www.bakom.admin.ch>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 27.01.2022).͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏ IPTV͏ nur͏ mit͏einem͏Breitbandanschluss͏ des͏IPTV -Anbieters͏genutzt͏werden͏ kann͏(vgl.͏ Analyse͏ des͏Preisüberwachers͏vom͏17.͏August͏2015 ͏ "Marktstellung͏UPC͏ Cablecom",͏Rz.͏33).͏ Insofern͏ stieg͏ während͏ des͏ Un tersuchungszeitraums͏ die͏ Wahrscheinlichkeit,͏ dass͏ ein͏ mit͏ dem͏ TV -Angebot͏ seines͏Anbieters͏ unzufriedener͏ Kunde͏ zu͏ einem͏Anbieter͏mit͏dem͏gewünschten͏TV -Angebot,͏der͏zugleich͏Festnetztelefon-͏ und͏Internetdienstleistungen͏anbot,͏wechselte.͏ Denn͏das͏TV -Angebot͏ ist͏massgebliches͏Entscheidungskriterium͏für͏die͏Kunden;͏mit͏einem͏ attraktiven͏TV -Angebot͏ werden͏ den͏Kunden͏ die͏anderen,͏profitableren͏ Bestandteile͏ des͏ Triple -Play-Angebots͏ schmackhaft͏ gemacht͏ (vgl.͏ PARM͏ SANDHU,͏a.a.O.,͏S. 322͏ff.;͏ KAYSER,͏a.a.O.,͏S.͏ 344;͏ OSTERWALDER,͏a.a.O.,͏ S.͏26͏ff.;͏ Verfügung,͏Rz.͏676,͏mit͏Verweis͏auf͏Tagesanzeiger͏vom͏26.͏April͏ 2012͏ "Das͏ grosse͏ Geld͏ im͏ Wohnzimmer" ).͏ Für͏ die͏ Konkurrenten͏ von͏ Swisscom͏TV͏bedeutet͏dies͏der͏Verlust͏von͏Internet -,͏Telefon -͏ und͏TV -Vertragsbeziehungen͏gl eichzeitig,͏bei͏Quadruple -Play͏auch͏das͏Ende͏der͏Mobilfunk-Vertragsbeziehungen͏(vgl.͏NZZ͏vom͏31.͏Juli͏2015͏"Vom͏Stadion͏in͏ die͏Stube").͏ Damit͏ ist͏ ein͏fehlendes͏Sportangebot͏ im͏TV -Programm͏ dazu͏ geeignet,͏den͏Wettbewerb͏in͏den͏ benachbarten͏Fernmeldemärkte n͏ (Internetzugang,͏Festnetzt elefonie,͏Mobilfunk )͏ zu͏behindern,͏wie͏die͏Vorinstanz͏ zutreffend͏festgehalten͏hat.

9.2.7 Verhinderung eines neuen Erzeugnisses?

9.2.7.1 Die͏Beschwerdeführerinnen͏machen͏geltend,͏die͏Vorinstanz͏habe͏ zu͏ Unrecht͏ nicht͏ berücksichtigt,͏ dass͏ ihre͏ Verw eigerungshaltung͏ k ein͏ neues Erzeugnis͏ verhindert͏ habe.͏ Die͏ angefochtene͏ Verfügung͏ bewirke͏ sinngemäss͏ eine͏Zwangslizenz,͏indem͏ die͏Auffassung͏ vertreten͏werde,͏ Teleclub͏ hätte͏ das͏Sportangebot͏ lizenzieren͏ müssen.͏Der͏Europäische͏Gerichtshof͏ verlange͏ für͏ einen͏ solchen͏ Eingriff͏ aber,͏ dass͏ durch͏ die͏ Geschäftsverweigerung͏ein͏neues͏Erzeugnis͏verhindert͏worden͏sei.͏Bei͏der͏ -- 153 of 226 -B-4003/2016 Seite 154 Verbreitung͏von͏Teleclub͏durch͏andere͏Plattformen͏handle͏es͏sich͏um͏kein͏ neues͏ Erzeugnis;͏ es͏ gehe͏ nur͏ um͏ kartellrechtlich͏ verpöntes͏ Freerid ing.͏ Folglich͏sei͏der͏Tatbestand͏der͏Verweigerung͏der͏Geschäftsbeziehungen͏ schon͏ deshalb͏ nicht͏ erfüllt͏ ( vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 839͏ ff.;͏ Replik,͏ Rz. 224 ff.).͏ Die͏ Vorinstanz͏ hält͏ ihr͏ entgegen,͏ es͏ gehe͏ vorliegend͏ nicht͏ um͏ eine͏ Lizenz-,͏ sondern͏ um͏ eine͏ Liefe rverweigerung,͏ obwohl͏ die͏ angefochtene͏ Verfügung͏an͏verschiedenen͏Stellen͏die͏Terminologie͏"Zugang͏zu͏Sportinhalten"͏verwende͏ (vgl.͏ Duplik,͏Rz.͏ 15͏und͏ 91).͏

9.2.7.2 Bei͏der͏Missbrauchsvariante͏der͏Lizenzverweigerung͏ an͏Immaterialgüterrechten͏ wird͏ in͏ der͏ Tat͏ gefordert,͏ mit͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ müsse͏ nicht͏bloss͏ein͏Parallelverkauf͏derselben͏Ware,͏sondern͏ ein͏neues͏ Produkt͏respektive͏eine͏für͏die͏Konsumenten͏vorteilhafte͏Entwicklung͏verhindert͏ worden͏ sein,͏ deren͏ Verwirklichung͏ die͏ Lizenz͏ am͏ Immaterialgut͏ zwingend͏ voraussetze͏ (vgl.͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏DIKE -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏259;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 261).͏ Allerdings͏wird͏d iese͏ Bedingung͏ mit͏ keinem͏kartellrechtlichen͏Nachahmungsverbot͏ des͏ "Freeriding",͏ wie͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ geltend͏machen,͏ sondern͏ mit͏ der͏Anwendungsbeschränkung͏ für͏ gestützt͏auf͏Spezialgesetze͏des͏Immaterialgüterrechts͏ gewährte͏ und͏ von͏ Art. 3͏ Abs.͏ 2͏ KG ͏ teilweise͏ vorbehaltene͏ Ausschliesslichkeitsrechte͏an͏Immaterialgütern͏ begründet͏ (vgl.͏ AMSTUTZ/CAR-RON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏261 ).͏ Solche͏ Immaterialgüterrechte͏ bilden͏ Ausnahmen͏der͏ wettbewerbsrechtlich͏geschützten͏ Nachahmungsfreiheit.͏In͏ihrem͏Schutzbereich͏ist͏der͏ Tatbestand͏der͏Lizenzverweigerung͏auf͏Fälle ͏ beschränkt,͏da͏nicht͏bloss ͏ der͏ Parallelverkauf͏oder͏di e͏Nachahmung,͏sondern͏ darüber͏hinaus͏ eine͏vorteilhafte͏Weiterentwicklung͏des͏strittigen͏Produkts͏ verhindert͏ wird.

9.2.7.3 Vorliegend͏ sind͏ Verhaltensweisen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ in͏ Bezug͏ auf͏ die͏ Bereitstellung͏ von͏ Fussball-͏ und͏Eisho ckeyübertragungen͏ im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏ zu͏untersuchen.͏Fraglich͏ ist,͏ob͏ an͏diesen͏Übertragungen͏Immaterialgüterrechte͏bestehen͏bzw. ͏ für͏ die͏Bereitstellung͏der͏entsprechenden͏Signale͏Lizenzen͏vergeben͏ und͏ Lizenzverträge͏abgeschlossen͏w erden͏müssen. In͏den͏Signalanlieferungsverträgen͏von͏ Teleclub͏als͏Pay -TV-Veranstalterin͏ mit͏Kabelnetzbetreibern͏ wird͏ der͏Zugriff͏auf͏das͏technisch͏geschützte͏Sendesignal͏(zu͏den͏technischen͏Schutzmöglichkeiten͏vgl.͏ HILTY,͏Lizenzvertragsrecht,͏ S.͏ 44)͏ ohne͏ L izenzerteilung͏ (im͏ eigentlichen͏ oder͏ uneigentli-- 154 of 226 -B-4003/2016 Seite 155 chen͏Sinn)͏ versprochen.͏ Vertragsgegenstand͏ist͏ die͏Distribution͏von͏Signalen.͏ Dass͏es͏sich͏bei͏den͏Verträgen ͏ mit͏den͏IPTV -Plattformen,͏ zu͏ deren͏ Abschluss͏ sich͏Teleclub͏weigerte,͏anders͏verhalten͏hätte,͏ist͏nicht͏ersichtlich͏ (vgl.͏act.͏115,͏Beilage͏[13];͏act.͏68,͏Beilage͏[9.5],͏Ziff.͏5.1͏f.;͏act.͏93,͏ Beilage͏[10͏ff.],͏Ziff.͏1.1). Auch͏ aus͏ den͏ von͏ Cinetrade͏ abgeschlossenen͏ Medienrechtsverträgen͏ ergibt͏sich͏n icht,͏dass͏zur͏Bereitstellung͏der͏Sendesignale͏(Sub -)Lizenzen͏ an͏TV -Plattformen͏respektive͏ Kabelnetzbetreiber͏ vergeben ͏ werden͏ müssen:͏ So͏hat͏Cinetrade͏im͏Sommer͏2012͏mit͏der͏Swiss͏Football͏League͏des͏ Schweizerischen͏ Fussballverbandes͏ einen͏ Vertrag͏ betreffe nd͏ " Übertragung͏der͏Medien -͏ und͏Marketingrechte͏an͏der͏Super͏League͏und͏der͏Challenge͏League "͏abgeschlossen͏( vgl.͏ act.͏ 115,͏Beilage͏23a).͏Nach͏dessen͏ Ziffer͏2.1.1͏übertrug͏die͏Swiss͏Football͏League͏Cinetrade ͏ "die͏umfassenden͏und͏exklusiven͏Medienrechte͏ein schliesslich͏des͏Rechts͏zur͏Sublizenzierung͏an͏den͏vertragsgegenständlichen͏Spielen ".͏ Cinetrade͏verpflichtete͏ sich͏namentlich͏zur͏Live -Ausstrahlung͏aller͏180͏Spiele͏der͏Super͏League͏ im͏Pay -TV͏sowie͏zur͏Verwertung͏all͏dieser͏Spiele͏in͏Form͏von͏Highlights͏ auf͏ausgewählten͏Plattformen͏von͏Cinetrade͏bzw.͏ihr͏verbundener͏Unternehmen͏ (z.B.͏ Kabel,͏ IPTV,͏ Online -͏ und͏ Mobile -Plattformen;͏ vgl.͏ Ziff.͏ 3.3.2.4).͏ Cinetrade͏verpflichtet e͏sich͏ zudem,͏einen͏Teil͏der͏ihr͏übertragenen͏ Rechte͏ an͏ die͏ Schweizerische͏ Radio -͏ und͏ Fe rnsehgesellschaft͏ im͏ Rahmen͏ einer͏ Sublizenz͏ weiter͏ zu͏ übertragen ͏ und͏ mit͏ ihr͏ einen͏ Vertrag͏ abzuschliessen.͏ Dieser͏ Vertrag͏ sollte͏ unter͏ anderem͏ d as͏ Recht͏ und͏ die͏ Pflicht͏ zur͏Ausstrahlung͏ von͏ 36͏ (Free -TV)͏ Live -Spielen͏ auf͏ den͏ eigenen͏ Sendern͏ zum͏Inhalt͏haben͏ (vgl.͏ Ziff.͏2.1.3).͏ Der͏Vertrag͏verleiht͏ Cinetrade͏ somit͏ das͏Recht͏und͏die͏Pflicht,͏mit͏der͏SRG͏einen͏Sublizenzvertrag͏betreffend͏die͏Free -TV-Ausstrahlung͏abzuschliessen.͏ Die͏Vergabe͏von͏ Sublizenzen͏ an͏ TV -Plattformen͏ betreffend͏ die͏ Bereitstellung͏ der͏ Liga spiele͏ schreibt͏ der͏Vertrag͏nicht͏vor.

9.2.7.4 Auch͏ aus͏ den͏ Spezialgesetzen͏ des͏ Immaterialgüterrechts͏ lässt͏ sich͏ kein͏abweichender͏Schluss͏ ziehen.͏ Die͏Vorinstanz͏ führt͏ richtig͏aus,͏ dass͏den͏ Aufzeichnungen͏ von͏ Fussballspielen,͏ was͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ betrifft,͏ unabhängig͏ von͏ vielleicht͏ bestehenden͏ Immaterialgüterrechten͏ an͏ Teilinhalten͏ und͏ am͏ Sendesignal ͏ vor͏allem͏ vertraglich͏ erworbene͏ Nutzungsbefugnisse͏ zugrunde͏ liegen͏ (vgl.͏ vorne,͏ E.͏ 3. 3.2.4;͏ angefochtene͏ Verfügung,͏ Rz. 336).͏ Der͏ Missbrauchsvorwurf͏ betrifft͏ nicht͏ das͏ Teleclub-Sendesignal,͏ das͏ nach͏ Art.͏ 37͏ URG͏ Schutz͏ geniesst͏ und͏ als͏ "Abonnementsfernsehen"͏ der͏ individuellen͏ Verwertung͏ unterliegt͏ (vgl.͏ Art. 22͏Abs. 3͏URG;͏ BARRELET/EGLOFF,͏ a.a.O.,͏ Art.͏ 37,͏ Rz.͏ 5).͏ Sondern͏a llein͏ die͏ Weigerung͏ die͏ erworbenen͏ Tonbildaufnahmen͏ weiterzugeben,͏an͏ -- 155 of 226 -B-4003/2016 Seite 156 welchen͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ –͏ weder͏originär͏noch,͏wie͏ eben͏ausgeführt,͏ vertraglich,͏ geschweige͏denn͏"ausschliesslich"͏im͏Sinne͏von͏Art. 3͏ Abs. 2͏KG͏ –͏ ein͏ Immaterialgüterrecht͏ besessen͏haben͏ oder͏besitzen,͏ das͏ ihnen͏ ein͏ exklusives͏ Nutzungsrecht͏einräumt͏ (vgl.͏schon͏E. 3.3.2).

9.2.7.5 Die͏Vorinstanz͏hat͏den͏Sachverhalt͏somit͏zu͏Recht͏unter͏dem͏Tite l͏ der͏ Lieferverweigerung,͏ nicht͏ der͏ Lizenzverweigerung,͏ geprüft͏ und͏ hatte͏ nicht͏ zu͏untersuchen,͏ob͏ mit͏der͏Geschäftsverweigerung͏ein͏neues͏Produkt ͏ verhindert͏worden͏wäre.͏

9.2.8 Rechtfertigungsgründe

9.2.8.1 Technische Gründe

9.2.8.1.1 Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ machen͏ geltend,͏ d ie͏ Erstellung͏ eines͏Pay -TV-Angebots͏auf͏IPTV͏sei͏technisch͏und͏rechtlich͏komplex͏und͏ nicht͏mit͏der͏herkömmlichen͏Signalbereitstellung͏für͏Kabelnetze ͏ zu͏vergleichen.͏Noch͏im͏Jahr͏2012͏habe͏IPTV͏als͏Prototyp͏gegolten;͏technologisch͏ sei͏vieles͏ungew iss͏und͏instabil͏gewesen.͏Die͏Vorinstanz͏hätte͏die͏Realisierbarkeit͏von͏IPTV͏von͏unabhängiger͏Seite͏nachprüfen͏lassen͏müssen.͏ Es͏hätte͏sich͏herausgestellt,͏dass͏die͏Anbindung,͏Homologierung͏und͏der͏ Betrieb͏einer͏IPTV -Plattform͏teuer͏und͏aufwändig͏gewesen͏s ei͏und͏bleibe,͏ weil͏es͏an͏einheitlichen͏Standards͏fehle.͏Selbst͏im͏Jahr͏2016͏sei͏Sunrise͏ nicht͏ in͏ der͏ Lage,͏ für͏ das͏Teleclub -Angebot͏ die͏ erforderlichen͏ Plattform Funktionen͏vereinbarungsgemäss͏zu͏gewähren.͏ Probleme͏bestünden͏namentlich,͏wenn͏IPTV -Anbieter͏ einen͏"Managed͏Service"͏nutzten ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏852͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏227 ).͏ Weiter͏reichten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏die͏Expertise͏"Übertragung͏des͏erweiterten͏Sportangebots͏von͏ Teleclub͏2006͏bis͏2013"͏ein. Die͏ Vorinstanz͏ schloss͏ aus͏ tatsächlichen͏ Üb erlegungen͏ technische͏ Hindernisse͏als͏Rechtfertigungsgr und͏ aus;͏auch͏den͏betroffenen͏Plattformanbietern͏seien͏keine͏technischen͏Gründe͏für͏die͏Verweigerung͏bekannt.͏Ob͏ sich͏ ein͏ Plattformanbieter͏ die͏ Homologisierung͏ finanziell͏ leisten͏ könne͏ oder͏ wolle,͏ müss e͏ er͏ selber͏ beurteilen.͏ Gemäss͏ TV-Factory͏ und͏ Netstream,͏ die͏ auf͏ die͏ Bereitstellung͏ eines͏ Wholesale -TV-Signals͏ für͏ IPTV͏ spezialisiert͏ seien,͏ bestünden͏ keine͏Probleme͏mit͏der͏Signalsicherheit͏und͏ dem͏Rechteclearing.͏Netstream͏habe͏zudem͏für͏Sunrise͏bereits͏ eine͏Plattform͏erstellt,͏die͏offensichtlich͏sämtlichen͏Anforderungen͏von͏Teleclub͏bzw.͏ den͏Rechteinhabern͏genügt͏habe͏(Verfügung,͏Rz.͏68 5͏ff. ).

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B-4003/2016 Seite 157 Die͏Beschwerdegegnerin͏weist͏darauf͏hin,͏dass͏ihre͏TV -Plattform͏auf͏IPTV͏ und͏damit͏auf͏derselben͏Technologie͏wie ͏ jene͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ basiere.͏Damit͏sei͏eine͏systembedingte͏Unmöglichkeit͏der͏Umsetzung͏bereits͏ausgeschlossen.͏Sie͏habe͏bereits͏im͏Juni͏2006͏ein͏eigenes͏Internet TV-Paket͏mit͏20͏IPTV -Kanälen͏auf͏einer͏Webseiten -Plattform͏angeboten.͏ Zudem͏macht͏ sie͏geltend,͏zwischen͏der͏Leistungsfähigkeit͏einer͏selbst͏entwickelten͏Lösung͏und͏einer͏Lösung͏mit͏einer͏Partnerin͏ wie͏Netstream͏ bestehe͏ kein͏ systematischer͏ Unterschied.͏ Schliesslich͏ bezeichnet͏ sie͏ die͏ Qualifizierung͏ihres͏TV -Angebots͏als͏Prototyp en͏ als͏fa lsch͏und͏irreführend.͏ Ein͏Prototyp -Angebot͏sei͏nie͏Bestandteil͏der͏Verhandlungen͏gewesen.͏Im͏ Gegenteil͏sei͏es͏das͏erhoffte͏Verhandlungsziel͏der͏ Beschwerdegegnerin͏ gewesen,͏endlich͏ein͏vollständiges͏und͏ umfassendes͏Angebot͏zu͏erhalten͏ (vgl.͏ Duplik͏der͏Besch werdegegnerin,͏Rz.͏40͏ff.).

9.2.8.1.2 Zunächst͏ ergibt͏sich͏ aus͏ Antworten͏der͏beteiligten͏Akteure,͏dass͏ Teleclub͏Mygate͏AG͏nicht͏aus͏technischen͏Gründen,͏sondern͏aufgrund͏des͏ verfolgten͏Geschäftsmodells͏die͏Zusammenarbeit͏ verweigerte͏ (vgl.͏vorne,͏ E.͏9.2.4.3.4;͏act.͏27,͏Beilage).͏ Auch͏b ei͏Ticinocom͏waren͏keine͏technischen͏ Gründe͏ausschlaggebend͏ (vgl.͏ act.͏ 15,͏Antwort͏auf͏ Frage͏10a),͏ sondern͏ nach͏Aussage͏von͏Teleclub͏das͏fehlende͏Wholesale -Angebot͏(vgl.͏vorne,͏ E.͏9.2.4.3.7;͏act. 1).͏Seitens͏Sierre -Energie͏SA͏spi elten͏technische͏Gründe͏ ebenfalls͏ keine͏Rolle͏(vgl.͏vor ne,͏ E. 9.2.4.3.6;͏act.͏48,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 10a͏und͏Beilage).͏Des͏Weiteren͏scheiterte͏die͏Bereitstellung͏des͏Sportpakets͏ von͏ "Teleclub͏ en͏ français"͏ an͏ netplus.ch͏ und͏ Sunrise͏ offenbar͏ aus͏ strategischen͏ Gründen͏(vgl.͏vorne,͏ E. 9.2.4.4;͏act.͏242,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 7b͏und͏Beilage͏8;͏act.͏262,͏Beilage͏2). Die͏ von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏eingereichte͏Expertise͏ vom͏28.͏Juni͏ 2019͏ befasst͏sich͏nur͏mit͏der͏Bereitstellung͏des͏erweiterten͏Teleclub͏Sportangebots;͏ dieser͏ Umstand͏ ist͏ auf͏ die͏ entsprechende͏ Fragestellung͏ (vgl.͏ S. 3)͏zurückzuführen: "Wäre es Teleclub möglich gewesen, das 'erweiterte Teleclub Sportangebot' über andere TV-Anbieter als über Swisscom TV in der Schweiz im Untersuchungszeitraum zu vermarkten?" Daher͏ sind͏ keine͏ Rückschlüsse ͏ betreffend͏ die͏ hier͏ relevanten͏ Teleclub͏ Sportkanäle͏1 -3͏ möglich.͏

9.2.8.1.3 Die͏von͏der͏Geschäftsverweigerung͏betroffenen͏TV -Plattformen͏ basieren͏auf͏IPTV͏und͏damit͏auf͏derselben͏Technologie͏wie͏die ͏ TV-Platt-

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B-4003/2016 Seite 158 form͏von͏Swisscom,͏wie͏die͏ Beschwerdeführerinnen,͏die͏ Beschwerdegegnerin͏und͏die͏Vorinstanz͏ übereinstimmend͏ festhalten͏( vgl.͏act.͏202,͏S.͏21;͏ Duplik͏der͏Beschwerdegegnerin,͏Rz.͏40;͏ Verfügung,͏Rz.͏658).͏ Die͏von͏den͏ Beschwerdeführerinnen͏aufgezählte n͏ Umstände,͏ die͏ trotzdem͏ gegen͏die͏ Bereitstellung͏ der͏Teleclub -Sportkanäle͏ spr ächen͏ (Kosten͏und͏Aufw ände͏ bei͏ Anbindung,͏Homologierung͏ und͏ Betrieb͏ sowie͏bei͏Beizug͏eines͏"Managed͏Services" ),͏machen͏die͏Bereitstellung͏der͏fraglichen͏Sender͏nicht͏unmöglich,͏ sondern͏ höchstens͏aufwändig͏respektive͏teuer ͏ (vgl.͏auch͏Schreiben͏ Teleclub͏ an͏ Netplus.ch͏ vom͏ 1.͏ März͏ 2013͏ [act.͏ 242,͏ Beilage͏ 6]).͏ In͏ diesem͏Sinne͏weist͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏darauf͏hin,͏dass͏jeder͏Plattformbetreiber͏selbst͏entscheiden͏muss,͏ob͏er͏die͏ents prechenden͏Kosten͏ tragen͏könne͏oder͏wolle.͏ Dies͏gilt͏auch͏für͏die͏Aufwände ͏ und͏Risiken,͏die͏ bei͏ Beizug͏ eines͏"Managed͏ Services"͏ entstehen.͏ Solche͏haben͏offenbar͏ Ticinocom,͏das͏sein͏TV -Angebot͏über͏TV͏Factory͏bezieht,͏davon͏abgehalten,͏ auf͏ seiner͏ TV -Plattform͏ Canal+͏ aufzuschalten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 865,͏mit͏Verweis͏auf͏ act. 334,͏S.͏1 ).͏ Hingegen͏ ist͏nicht͏bekannt,͏dass͏ die͏Bereitstellung͏der͏Teleclub -Sportkanäle͏ledigl ich͏an͏der͏fehlenden͏Bereitschaft͏der͏IPTV -Plattformen,͏die͏Kosten͏ und͏Aufwände͏auf͏sich͏zu͏nehmen͏ respektive͏ sich͏ daran͏ zu͏ beteiligen,͏ gescheitert͏ wäre͏ (vgl.͏ etwa͏ Schreiben͏von͏Netplus.ch͏an͏Teleclub͏vom͏13.͏Mai͏2013͏ [act.͏242,͏Beilage͏ 7]).͏ Die͏ Berufung͏ d er͏ Beschwerdeführerinnen͏ auf͏ fehlende͏ technische͏ Machbarkeit͏und͏fehlendes͏Interesse͏der͏Plattformbetreiber͏verfängt͏damit͏ nicht.

9.2.8.2 Investitionsschutz

9.2.8.2.1 Soweit͏sich͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏ eine͏Abgeltung͏ ihrer͏ hohen͏ Investitionen͏respektive͏ Investitionsschutz͏ berufen͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz. 869͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏228͏ff.;͏Verfügung,͏Rz.͏684 ),͏ der͏zumindest͏für͏ die͏ Dauer͏ des͏ Markteintritts͏ gewährt͏ werden͏ sollte͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ vom͏31.͏März͏2021,͏Rz. 8),͏ anerkennt͏d ie͏Vorinstanz,͏ bei͏einem͏fairen͏und͏ regelmässigen͏Ausschreibungswettbewerb͏ könne͏ jede͏ Investition͏ im͏ Zusammenhang͏mit͏einer͏neuen͏Ausschreibung͏ unter͏gewissen͏Umständen͏ eine͏Geschäftsverweigerung͏rechtfertigen.͏Nach͏langjähriger͏europäischer͏ Praxis͏ bestehe͏ ein͏ fairer͏ und͏ regelmässiger͏Ausschreibungswettbewerb͏ dann,͏wenn͏die͏Übertragungsrechte͏in͏einem͏öffentlichen͏Ausschreibungsverfahren͏für͏nicht͏länger͏als͏ 3͏ Jahre͏vergeben͏würden.͏Zudem͏werde͏teilweise͏verlangt,͏dass͏die͏Übertragungsrechte͏in͏einzelne͏Pakete͏unterteilt͏ seien.͏Diese͏Anforderungen͏erfüllten͏die͏vorliegenden͏Ausschreibungsverfahren͏ jedoch͏ nicht,͏ sondern͏ die͏Rechte͏für͏Pay -TV͏ seien͏ jeweils͏in͏einem͏ einzigen͏Paket͏für͏einen͏Zeitraum͏von͏ 5͏ Jahren͏vergeben͏worden.͏Die͏Aus-- 158 of 226 -B-4003/2016 Seite 159 schreibungsbedingungen͏ seien͏ sodann͏ anges ichts͏ der͏ Cinetrade͏ eingeräumten͏Erstverhandlungs -͏ und͏Vorkaufsrechte͏nicht͏fair͏gewesen.͏Hinzu͏ komme,͏ dass͏ Cinetrade͏ die͏ wohl͏ finanzstärksten͏ potentiellen͏ Mitwerber͏ vertraglich͏zu͏einem͏Verzicht͏auf͏den͏Contenterwerb͏verpflichtet͏habe ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 698͏f f.).͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏bemängeln,͏die͏Vorinstanz͏ übernehme͏damit͏ ungeprüft͏die͏europäische͏Praxis.͏ Sie͏hätte͏auch͏die͏mitgliedstaatliche͏Praxis͏ in͏ der͏ EU,͏ etwa͏ in͏ Deutschland,͏ berücksichtigen͏ müssen.͏ Letztlich͏ müsse͏ jeder͏ Einzelfall͏ neu͏ beurteilt͏werden.͏In͏der͏Schweiz͏habe͏ vor͏dem͏ Auftreten͏ von͏ Teleclub͏ der͏ geringe͏ Entwicklungsstand͏ der͏ Sportübertragungen͏Investitionen͏in͏ überproportionalem͏ Umfang͏notwendig͏gemacht.͏ Da͏die͏Ligen͏das͏Ziel ͏ hätten,͏mit͏den͏Sportveranstaltungen͏möglichst͏viele͏ Marktteilnehmer͏ anzusprechen,͏ sei͏ es͏ nicht͏ problematisch,͏ dass͏ es͏ die͏ Verbände͏in͏der͏Schweiz͏vorzögen,͏die͏Rechte͏nur͏an͏einen͏Pay -TV-Veranstalter͏ und͏über͏ eine͏ längere͏ Zeitperiode͏zu͏vergeben.͏ Weiter͏ stellten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ klar,͏ dass͏ Cinetrade ͏ anlässlich͏ der͏ Rechtevergabe͏im͏ Jahr͏ 2006͏über͏ keine͏Erstverhandlungs -͏ und͏Vorkaufsrechte͏ verfügt͏habe;͏auf͏die͏späteren͏Vergaben͏in͏den͏Jahren͏20 11͏und͏2012͏hätten͏sie͏zudem͏keinen͏Einfluss͏gehabt.͏Schliesslich͏sei͏die͏Content -Akqusitionsklausel͏mit͏Sunr ise͏erst͏im͏2012͏und͏damit͏nach͏den͏Rechtevergaben͏ von͏2011/12͏vereinbart͏worden.͏Die͏mit͏Cablecom͏vereinbarte͏Content -Akquisitionsklausel͏ sei͏ von͏ der͏ Vorinstanz͏ als͏ "unproblematisch"͏ beurteilt͏ worden;͏ausserdem͏habe͏sich͏Cablecom͏darüber͏hinweggesetzt͏(vg l.͏Beschwerde,͏Rz.͏848͏ff.). Die͏Beschwerdegegnerin͏ist͏der͏Ansicht,͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ könnten͏sich͏vorliegend͏ nicht͏auf͏Investitionsschutz͏berufen.͏E inerseits͏fehle͏es͏ an͏ einem͏ fairen͏ und͏ regelmässigen͏ Ausschreibungsverfahren,͏ andererseits͏gelte͏der͏Investitionsschutz͏ohnehin͏nur͏für͏die͏ersten͏ 3͏ Jahre͏nach͏ dem͏Markteintritt͏(vgl.͏Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏8,͏38).

9.2.8.2.2 Die͏Lancierung͏neuer͏Produkte͏ ist͏ häufig͏mit͏erheblichen͏Kosten,͏ namentlich͏ für͏ die͏Marktforschung,͏ das͏Marketing ͏ und͏den͏Aufbau͏eines͏ Vertriebsnetzes,͏ verbunden.͏ Da͏ diese͏ Investitionen,͏ wenn͏ das͏ Produkt͏ scheiterte,͏ verloren͏ginge n,͏ wird͏in͏der͏Lehre͏die͏Auffassung͏vertreten,͏ ein͏ Unternehmen͏ könne͏ eine͏Geschäftsverweigerung͏unter͏Ums tänden͏mit͏ einem͏ auf͏ die͏ Anfangsphase͏der͏Produkteinführung͏limitierte n͏ Investitionsschutz͏ rechtfertigen͏ (vgl.͏ SIEVERS,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 142;͏ ZÄCH,͏ Kartellrecht,͏ Rz. 412).͏ Dieser͏Effizienzgrund͏ entspricht͏ der͏ Vertikalbekanntmachung͏der͏ Vorinstanz͏vom͏28.͏Juni͏2010͏(VertBek),͏wonach͏Unternehmen͏im͏Rahmen͏ -- 159 of 226 -B-4003/2016 Seite 160 der͏in͏Art.͏5͏Abs. 2͏KG͏genannten͏Rechtfertigungsgründe͏einen͏zeitlich͏begrenzten͏Schutz͏von͏Investitionen͏für͏die͏Erschliessung͏neuer͏räumlicher͏ Märkte͏oder͏neuer͏Produktmärkte͏geltend͏machen ͏ können͏(Ziff.͏16͏Abs.͏4͏ Bst.͏a͏VertBek;͏ ROLF͏ H.͏ WEBER/ADRIAN͏ BIERI,͏in:͏OFK -Wettbewerbsrecht͏ II,͏2.͏A.͏2021,͏VertBek͏Ziffer͏16,͏Rz.͏8͏f. ).͏ Doch͏ ist͏ daran͏zu͏erinnern,͏dass͏ das͏Bundesgericht͏ nicht͏beantwortet͏hat,͏ob ͏ sich͏ ein͏Verhalten͏durch͏die͏ Einrede͏de r͏Effizienz͏bzw.͏ü berwiegender͏ wettbewerbsfördernder͏W irkung͏ der͏ eigenen͏ Markttätigkeit͏ unter͏Art.͏ 7͏ KG͏ überhaupt͏ rechtfertigen͏ lässt͏ (vgl.͏vorne,͏E.͏9.1.2),͏so͏dass͏ auch͏das͏Vorbringen͏des͏Investitionsschutzes͏ als͏ Anwendungsfall͏ der͏ Effizienzeinrede͏ einer ͏ volkswirtschaftlichen͏ Überprüfung͏ bedarf.͏

9.2.8.2.3 Die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏gemachten ͏ Investitionen͏ erfolgten͏ im͏Zusammenhang͏mit͏Ausschreibungswettbewerben͏um͏ Übertragungsrechte.͏ In͏England,͏Italien͏und͏Spanien͏werden͏Live -Übertragungsrechte,͏ entsprechend͏ den͏ Entscheidungen͏ der͏ Europäischen͏ Kommission͏ i.S.͏ Premier͏ League͏und͏Bundesliga,͏ für͏eine͏(maximale)͏Laufzeit͏von͏ 3͏ Jahren͏vergeben,͏in͏Frankreich͏und͏Deutschland͏beträgt͏die͏Laufzeit͏ 4͏ Jahre͏(vgl.͏ Beschluss͏des͏deutschen͏Bundeskartellamts͏B6 -32/15͏vom͏11.͏April͏2016͏Rz.͏ 119,͏ "Verwertungsrechte͏ an͏ Fussballspielen͏ der͏ Bundesliga͏ und͏ der͏

2. Bundesliga",͏Rz.͏9͏und͏46͏ff.;͏Entscheidungen͏der͏Europäischen͏Kommission͏COMP/C -2/38.173͏vom͏22.͏ März͏2006,͏Rz.͏32͏"Joint͏selling͏of͏the͏ media͏rights͏to͏the ͏ FA͏Premier͏League";͏ COMP/C.2-37.398͏vom͏23.͏ Juli͏ 2003͏"UEFA͏Champions͏League";͏ ANDREAS͏ POLK,͏Zur͏Vergabe͏der͏Medienrechte͏in͏der͏Fussball -Bundesliga,͏in:͏Budzinski/Haucap/Stöhr/Wentzel͏ [Hrsg.],͏Zur͏Ökonomik͏von͏Sport,͏Entertainment͏und͏Medien,͏ Berlin͏2021,͏ S.͏15 ). In͏der͏Schweiz͏hat͏sich͏noch͏keine͏behördliche͏oder͏gerichtliche͏Praxis͏zu͏ den͏ Bedingungen͏ bei͏der͏Vergabe͏von͏medialen͏Übertragungsrechten͏ entwickelt͏ (vgl.͏auch͏Verfügung,͏Rz. 699).͏ Immerhin͏ist͏bekannt,͏was͏von͏den͏ massgeblichen͏Akte uren͏gewünscht͏ wird:͏ Am͏ 16.͏ März͏2016͏haben͏sich͏ Vertreter͏ von͏ Rechteinhabern,͏ Rechtevermittlern͏ und͏ Rechtenutzern͏ mit͏ der͏damaligen͏Bundesrätin͏Doris͏Leuthard͏zur͏Vergabe͏von͏Rechten͏von͏ Sportübertragungen͏ ausgesprochen͏ und͏ möglichst͏ transparente͏ und͏ offene͏Vergabeverfahren͏ gewünscht.͏ Die͏vergebenen͏Rechte͏ sollten͏ verhältnismässig͏ lange͏ (5͏ Jahre)͏ bei͏ den͏ Rechtenutzern͏ verbleiben,͏ da͏ "eine͏ Amortisation͏ der͏ Investitionen͏ gerade͏ im͏ kleinen͏ und͏ im͏ internationalen͏ -- 160 of 226 -B-4003/2016 Seite 161 Vergleich͏weniger͏lukrativen͏schweizerischen͏Sp ortrechtemarkt"͏bei͏Laufzeiten͏von͏"beispielsweise͏3͏Jahren"͏ schwierig͏wäre͏ (vgl.͏ Replik -Beilage͏ 43).

9.2.8.2.4 Wie͏bereits͏ausgeführt͏ (vgl.͏E.͏ 8.5.1.1),͏ wurden͏mit͏dem͏ ersten͏ Vertrag͏ zwischen͏ dem͏ Schweizerischen͏ Fussballverband͏ und͏ Cinetrade͏ Exklusivrechte͏ für͏ insg esamt͏ 6͏ Spielsaisons͏ (Saisons͏ 2006/07͏ bis͏ 2011/12),͏ mit͏dem͏ nachfolgenden͏ Vertrag͏ für͏ 5͏ Saisons͏ (Saisons͏2012/13͏ bis͏2016/17)͏ vergeben.͏Auch͏die͏Medienrechte͏für͏die͏exklusive͏Übertragung͏der͏Schweizer͏Eishockeyligen͏(vgl.͏E.͏ 8.6.1)͏erhielt͏Cinetrade͏für͏zunächst͏ sechs͏ (Saisons͏ 2006/07͏ bis͏ 2011/12),͏ danach͏ für͏ 5͏ Spielsaisons͏ (2012/13͏bis͏2016/17 ).͏ Damit͏übertrafen͏die͏Laufzeiten͏für͏die͏exklusiven͏ Medienrechte͏ in͏ der͏ Schweiz͏ die͏ im͏ europäischen͏ Umfeld͏ vereinbarten͏ Laufzeiten͏von͏ 3͏ bis͏ 4͏ Jahren͏deutlich.͏Insofern͏kann͏ im͏vorliegenden͏Fall͏ kaum͏ mehr͏ von͏ einem͏ regelmässigen͏ Ausschreibungswettbewerb͏ im͏ Sinne͏der͏europäischen͏Praxis͏gesprochen͏werden.͏ In͏der͏Schweiz͏ werden͏ längere͏Vertragslaufzeiten͏wie͏erwähnt͏ akzeptiert͏ und͏ zugleich,͏ international͏ betrachtet,͏ relativ͏ viele͏ Fussball-͏ und͏ Eishockeyspiele͏im͏Free -TV͏ausgestrahlt.͏Der͏Schweizerische͏Fussballverband͏ hat͏darauf͏hingewiesen,͏ dass͏ in͏England,͏Frankreich͏oder͏Italien͏ im͏Gegensatz͏zur͏Schweiz͏(36͏Spiele͏plus͏Highlight -Berichterstattung)͏ keine͏ und͏ in͏ Deutschland͏ nur͏ vereinzelte͏ Spiele͏ der͏ nationalen͏ Meisterschaften͏ im͏ Free-TV͏ übertragen͏ werden.͏ Zudem͏ werde͏ auf͏ der͏ Webseite͏ der͏ Swiss͏ Football͏ League͏ kostenlos͏ ein͏ exklusive r͏ Zusammenschnitt͏ der͏ besten͏ Szenen͏und͏aller͏Tore͏der͏fünf͏P artien͏der͏jeweiligen͏Runde͏der͏Challenge͏ League͏ veröffentlicht͏ (vgl.͏ act.͏ 371,͏ S.͏ 1 ͏ f.).͏ Dies͏ spricht͏ für͏ erhebliche͏ Markteinführungskosten,͏um͏ein͏ ausreichendes͏ Publikum͏ aufzubauen,͏das͏ noch͏weitere͏Fussball -͏ und͏Eishockeyspielübertragungen͏regelmässig͏i m͏ Bezahlfernsehen͏nachfragt.

9.2.8.2.5 Dass͏ Cinetrade͏ in͏ Bezug͏ auf͏ Erstvergaben͏ für͏ die͏ Fussballligasaisons͏ab͏2006/07͏ über͏keine͏Erstverhandlungs -͏ und͏Vorkaufsrechte͏ verfügte,͏trifft͏zu,͏doch͏wurde͏ bei͏der͏Erstvergabe͏ jeweils͏ ein͏Erstverhandlungs-͏ und͏Vorkaufsrecht͏ für͏die͏nächste͏Vergabe͏vereinbart͏(vgl.͏Vertrag͏ SFL-Cinetrade͏vom͏11.͏Mai͏2006͏S.͏2͏[act.͏371,͏Beilage͏12] ).͏ Dass͏sich͏die͏ SFL͏über͏das͏Erstverhandlungsrecht͏von͏Cinetrade͏hinweggesetzt͏hat ͏ und͏ nicht͏beabsichtigte,͏Cinetrade͏das͏Vorkaufsrecht͏zu͏gewähren,͏wie͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏machen,͏ändert͏ daran͏ nichts,͏ da͏ Cinetrade͏ auf͏ ein͏ gerichtliches͏ Verfahren͏ zur͏ Durchsetzung͏ dieser͏ Rechte͏ verzichtete.͏ Dies͏gilt͏auch͏für͏d ie͏mit͏Cablec om͏ nach͏den͏Erstvergaben͏(Mai͏2006)͏ im͏ Oktober͏ 2006͏ vereinbarte͏ Content -Akquisitionsklausel,͏ die͏ für͏ die͏ -- 161 of 226 -B-4003/2016 Seite 162 Vergaben͏ in͏ den͏ Jahren͏ 2011/2012͏ Wirkung͏ entfalten͏ (vgl.͏ bereits͏ E. 8.5.2.2).

9.2.8.2.6 Die͏Frage,͏ob͏sich͏die͏Beschwerdeführerinnen͏zumindest͏für͏die͏ Erstvergaben͏auf͏ Investitionsschutz͏ berufen͏können,͏ kann͏vorliegen d͏jedoch͏offengelassen͏werden.͏ Denn͏ wie͏sich͏noch͏erweist,͏vermochten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏nicht͏dar zutun,͏ inwiefern͏ihr͏Angebot͏an͏Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ im͏ gesamtwirtsch aftlichen͏ Sinne͏effizient͏ist,͏zumal͏es͏vor͏allem͏ihren͏eigenen͏Kunden͏zu gutekommt,͏ während͏ andere͏Endkonsumenten͏von͏diesem͏Angebot͏ komplett͏ ausgeschlossen͏werden͏ (vgl.͏nachfolgende͏E.͏9.3.5.3).͏ Insofern͏war͏ ihre͏Verweigerung͏ der͏ Zusammenarbeit͏ mit͏ andere n͏ IPTV -Plattformen͏ auch͏ unverhältnismässig.͏Als͏ milderes͏ Mittel͏ hätten͏ sie͏ diesen͏ Plattformen,͏ wie͏ bei͏ den͏ KNU,͏das͏Basis -Sportangebot͏von͏Teleclub͏(Kanäle͏1 -3)͏bereitstellen͏ können,͏ohne͏ihre͏Investitionen͏zu͏gefährden.͏

9.2.8.3 Weitere Argumente Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ rechtfertigen͏ ihr͏ Verhalten͏ des͏ Weiteren͏ damit,͏ dass͏ Teleclub͏ weder͏ ein͏ Wholesale -Angebot͏ offeriert͏ (Beschwerde,͏ Rz.͏743͏ff.)͏noch ͏ die͏erforderlichen͏Lizenzrechte͏für͏die͏Romandie͏ gehabt͏ habe͏ (vgl. Beschwerde.͏Rz.͏746͏ff. ).͏ Quickline,͏Netstream,͏Deep,͏TV͏Factory͏und͏Netplus͏ stellten͏ Netzbetreibern͏wie͏Sunrise͏eine͏TV -Plattform͏im͏ Wholesale͏bereit,͏führen͏sie͏aus.͏Mit͏ ihnen͏ könne͏Teleclub͏ ohne͏ eigenes͏ Wholesale-Angebot͏ und͏ ohne͏ die͏ erforderlichen͏ Lizenzrechte͏ keine͏ Geschäftsbeziehung͏eingehen͏ (Beschwerde,͏Rz.͏743͏ff.).͏ Von͏ den͏ genannten͏ Unternehmen͏ ist͏ Netplus.ch͏ erwiesenermassen͏ von͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ betroffen͏ (vgl.͏ E.͏ 9.2.4.4.2).͏ Aus͏ der͏ Korrespondenz͏zwischen͏Netplus.ch͏und͏Teleclub͏ergibt͏sich͏indessen͏nicht,͏dass͏ die͏Ge schäftsverweigerung͏ etwas͏ mit͏einem͏Wholesale -Angebot͏von͏Netplus.ch͏ zu͏tun͏hatte;͏ begründet͏ wurde͏ die͏Verweigerung͏ mit͏ dem͏ hohen͏ Aufwand,͏welchen͏die͏Homologierung͏und͏die͏ technische͏Signalaufbereitung͏ mit͏sich͏bringen͏ würden͏ (vgl.͏ Korrespondenz͏zwischen͏ Netplus.ch͏ und͏ Teleclub͏ [act.͏ 242,͏ Beilage n͏ 4-8]).͏ Hinzu͏ kommt,͏ dass͏ Teleclub͏ Sunrise͏ trotz͏Beizugs͏eines͏"Managed͏Services"͏(Netstream)͏die͏Spo rtkanäle͏1 -3͏ bereitgestellt͏hat.͏Sunrise͏erkennt͏zudem͏auch͏keinen͏systematischen͏Unterschied͏zwischen͏der͏Leist ungsfähigkeit͏einer͏selbst͏entwickelten͏Lösung͏ und͏ einer͏ Lösung͏ in͏ Zusammenarbeit͏ mit͏ einer͏ Partnerin͏ (vgl.͏ Duplik,͏ Rz. 43).

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B-4003/2016 Seite 163 Näher͏ substantiieren͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ das͏Argument͏ der͏ fehlenden͏Lizenzrechte͏für͏die͏Romandie͏nicht.͏Aus͏den͏einschlägigen͏Medienrechtsverträgen͏(vgl.͏act.͏370͏[Beilagen͏d1͏und͏d3]͏und͏act.͏371͏[Beilagen͏11͏und͏12])͏ergibt͏sich͏nicht,͏dass͏die͏Exklusiv rechte͏ für͏Sportübertragungen͏ auf͏ die͏ Deutschschweiz͏ oder͏ auf͏ die͏ deutsche͏ Sprache͏ eingeschränkt͏ wären.͏ Das͏Problem͏der͏fehlenden͏Lizenzrecht e͏für͏die͏Romandie͏ ist͏ offenbar͏auf͏ Spielfilme͏und͏Fernsehserien͏ beschränkt.͏Wie͏die͏Vor instanz͏ausführt,͏ hat͏Tele club͏(bzw.͏Cinetrade)͏als͏deutschsprachiger͏Pay TV-Anbieter͏ diese͏ Lizenzen͏nur͏für͏die͏deutschsprachige͏Schweiz͏erworben.͏Seit͏dem͏Zusammenschluss͏mit͏Swisscom͏hätten͏Cinetrade͏und͏Teleclub͏ hingegen͏ die͏Sportrechte͏wenn͏möglich͏für͏alle͏Sprachregionen͏der͏ Schweiz͏erworben͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏128). ͏ Indirekt͏bestätigen͏dies͏die͏ Beschwerdeführerinnen,͏indem͏ sie͏ pauschal͏ festhalten,͏Teleclub͏verfüge͏ in͏ der͏ Romandie͏ über͏ den͏ gesamten͏ Untersuchungszeitraum͏ nicht͏ über͏ die͏ erforderlichen͏ Lizenzrechte,͏ um͏ "die͏ Tele club͏ Pakete͏ einschliesslich͏ des͏Sportpakets͏mit͏Teleclub͏Sport͏1͏bis͏3"͏zu͏verbreiten "͏ (vgl.͏Beschwer de,͏Rz.͏748;͏Replik,͏Rz.͏203). Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ schliesslich͏ geltend͏ machen,͏ sie͏ hätten͏ keine͏Strategie͏ gehabt,͏ Drittplattformen͏das͏Teleclub -Angebot͏vorzuenthalten͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏848͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏226),͏ist͏auf͏ die͏ Vereinbarung͏ zwischen͏ Swisscom͏ und͏ Cinetrade͏ vom͏ 28. ͏ November͏ /͏ 14.͏ Dezember͏ 2006͏ betreffend͏ Beschaffung,͏ Produktion͏ und͏ Aufbereitung͏ von͏ Even tContent͏im͏Bereich͏Sport͏(vgl.͏act.͏101,͏Beilage͏2) ͏ zu͏verweisen,͏aus͏dem͏ sich͏eindeutig͏strategische͏Absichten͏ergeben ͏ (vgl.͏E. 9.2.6.2). Als͏Ergebnis͏besteht͏kein͏Rechtfertigungsgrund͏für͏das͏beschwerdeführerische͏Verhalten.

9.2.9 Verweigerung von Geschäftsbeziehungen: Fazit Es͏ ist͏ somit͏ erstellt,͏ dass͏Teleclub͏ ihre͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏ im͏ untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏missbraucht͏hat,͏indem͏sie͏ mehreren͏ Unternehmen͏ keinen͏Zugang͏zu͏ den͏als͏unerlässlich͏qualifizierten͏ Inhalten͏ der͏ Teleclub-Sportkanäle͏ 1-3͏ respektive͏ von͏ "Teleclub͏ en͏ français"͏ (Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungen͏im͏Rahmen͏eines͏Liga Wettbewerbs)͏ gewährt͏hat.͏ Dieses͏Verhalten͏war͏dazu͏geeignet,͏diese͏TV Plattformen͏gegenüber͏ Swisscom TV, das über diese Inhalte verfügte, im Wettbewerb zu behindern. Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ können͏ sich͏ auf͏ keine͏Gründe͏stützen,͏die͏ihr͏Verhalten͏rechtfertigen.͏Damit͏ist͏der͏Tatbestand͏der͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏(in͏Form͏der͏Lieferverweigerung)͏erfüllt͏(Art.͏7͏Abs.͏1͏B st.͏a͏KG).

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9.3 Diskriminierung von Handelspartnern im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Bst. b KG

9.3.1 Rechtliche Grundlagen Der͏ Tatbestand͏ der͏ Diskriminierung͏ von͏ Handelspartnern͏ gemäss͏ Art. 7͏ Abs.͏2͏Bst.͏b͏KG͏ist͏erfüllt,͏wenn͏folgende͏Tatbestandselemente͏kumulativ͏ gegeben͏ sind:͏ a)͏die͏ Marktbeherrschung͏ durch͏ein͏Unternehmen,͏ das b)͏seinen͏Handelspartnern͏ c)͏durch͏Diskriminierung͏ d)͏einen͏Wettbewerbsnachteil͏zufügt,͏ ohne͏dass e)͏ objektive͏ Rechtfertigungsgründe͏ vorliegen͏ (vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.625;͏ AMSTUTZ/CARRON,͏ in:͏ BSK -KG,͏ Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 299;͏ STÄUBLE/ SCHRANER,͏DIKE -Kommentar͏KG,͏a.a.O.,͏Art.͏7,͏Rz.͏291).͏ Diskriminiert͏werden͏Handelspartner͏ –͏ vertraglich͏oder͏durch͏an deres͏Verhalten͏des͏marktbeherrschenden͏Unternehmens.͏Handelspartner͏sind͏Personen,͏die͏im͏Verhältnis͏zum͏Marktbeherrscher͏auf͏einer͏vor -͏ oder͏nachgelagerten͏Wirtschaftsstufe͏stehen͏und͏mit͏diesem͏im͏geschäftlichen͏Kontakt͏sind͏(vgl.͏ BGE͏1 39͏I͏72͏E.͏10.2.2 ͏ "Publigroupe"). Diskriminierung͏bedeutet͏eine͏sachwidrige͏Benachteiligung͏der͏Handelspartner͏eines͏beherrschenden͏Unternehmens,͏ohne͏dass͏ihnen͏adäquate͏ Ausweichmöglichkeiten͏zur͏Verfügung͏stünden.͏Damit͏wird͏deren͏Stellung͏ im͏Wettbewerb͏auf͏vor -͏ oder͏nac hgelagerten͏Märkten͏beeinträchtigt,͏worin͏ der͏hauptsächliche͏Schutzzweck͏von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏b͏KG͏gesehen͏wird͏ (vgl.͏ BGE͏1 39͏I͏72͏E.͏10.2.2͏"Publigroupe" ).͏ Eine͏Diskriminierung͏ entsteht͏ insbesondere͏ dadurch,͏ dass͏ gleichartige͏Sachverhalte͏ ungleich͏ oder͏ungleichartige͏ Sachverhalte͏ gleichbehandelt͏ werden͏ (vgl.͏ BGE͏ 139͏ I͏ 72͏ E. 10.2.3͏ "Publigroupe";͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -Kommentar͏ KG,͏ a.a.O.,͏Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 288;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.623;͏ BORER,͏ a.a.O.,͏ Art. 7͏ KG,͏ Rz. 16).͏ Diskriminierungsgegenstand͏ sind͏ Preis -͏ oder͏ Geschäftsbedingungen;͏ dabei͏ ist͏ der͏ Begriff͏ "sonstige͏ Geschäftsbedingungen"͏weit͏zu͏verstehen͏(vgl.͏Botschaft͏ KG͏95,͏S.͏572).͏ -- 164 of 226 -B-4003/2016 Seite 165 Es͏wird͏zwischen͏direkter͏und͏indirekter͏Diskriminierung͏unterschieden.͏Direkte͏Diskriminierung͏bedeutet,͏dass͏das͏marktbeherrschende͏Unternehmen͏ ungleiche͏Geschäftsbedingungen͏ auf͏ gleichartige͏ Lagen͏anwendet,͏ indirekte͏ Diskriminierung͏ dagegen,͏ dass͏ gleiche͏ Geschäftsbedingungen͏ auf͏nicht͏gleichartige͏Situationen͏angewendet͏werden͏( vgl.͏ AMSTUTZ/CAR-RON,͏ BSK -KG,͏Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 301͏und͏306;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.623;͏ MICHAEL͏ TSCHUDIN,͏ Diskriminierung͏ als͏ kartellrechtlicher͏ Aufgreiftatbestand,͏in:͏Jusletter͏vom͏25.͏März͏2013,͏Rz.͏33). Im͏Falle͏von͏Preisen͏wird͏weiter͏zwischen͏Preisdiskr iminierung͏und͏anderen͏ Fällen͏ von͏ Preisdifferenzierung͏ unterschieden͏ (vgl.͏ hierzu:͏ ADRIAN RAASS,͏Preisdifferenzierung͏und͏Preisdiskriminierung͏im͏Kartellgesetz,͏in:͏ Jusletter͏vom͏24.͏September͏2018 ). Zudem͏wird͏zwischen͏der͏sog.͏ "primary͏line͏discriminatio n"͏und͏der͏sog.͏ "secondary͏line͏discrimination"͏unterschieden.͏Bei͏der͏"primary͏line͏discrimination"͏differenziert͏ein͏ vertikal͏integriertes͏Unternehmen͏die͏P reise͏zwischen͏eigenen͏nachgelagerten͏Einheiten͏und͏deren͏Konkurrenten.͏Bei͏der͏ "secondary͏ line͏ di scrimination"͏ differenziert͏ ein͏ Unternehmen͏ die͏ Preise͏ zwischen͏ Abnehmern,͏ welche͏ miteinander͏ im͏ Wettbewerb͏ stehen͏ (vgl.͏ RAASS,͏a.a.O.,͏Rz.͏43 ). Sachlich͏ gerechtfertigt͏ können͏ Differenzierungen͏ nach͏ der͏ Marktstufe ͏ (Grossisten-,͏ Detaillisten -͏ oder͏ Konsumentenstufe),͏ nach͏ den͏ Handels usanzen,͏nach͏den͏Nutzungsraten͏des͏Produktes͏oder͏ nach͏ unterschiedlichen͏ Transport-͏ und͏Distributionskosten͏sein͏(vgl.͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK KG,͏Art.͏7,͏Rz.͏ 332;͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.636).͏Als͏Effizienzgründe͏ werden͏ etwa͏ Einsparungen͏des͏marktmächtigen͏Unternehmens,͏bessere͏ Zahlungsmodalitäten͏ oder͏ der͏Aufbau͏von͏langfristigen͏Kooperationsprojekten͏genannt͏(vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz. 2.636).͏

9.3.2 Vorgebrachte Argumente zur Diskriminierung Die͏Vorinstanz͏wirft͏den͏Besc hwerdeführerinnen͏eine͏Diskriminierung͏ • durch͏unterschiedlichen͏Umfang͏ der͏weitergegebenen͏ Sportangebote͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏726͏ff.)͏ • durch͏ Koppelung͏ von͏ Basis -͏ und͏ Sportpaket͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 731 ff.) • durch͏ ungleiche͏ Erlaubnis͏ der͏ Direktvermarktung͏ ( vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 727)

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B-4003/2016 Seite 166 vor.͏ Zwar͏ sei͏ das͏ umfangreichere͏ Sportangebot͏ auf͏ Swisscom͏ TV͏ mit͏ Fr. 12.90͏teurer͏als͏das͏reduzierte͏Sportangebot͏auf͏den͏anderen͏Plattformen,͏das͏ Fr.͏ 9.90͏koste.͏Indessen͏könne͏das͏Teleclub -Sportangebot͏(PPC)͏ nur͏ zusammen͏mit͏dem͏Teleclub -Basisangebot͏ bezogen͏werden.͏ Dieses͏ koste͏ bei͏ Swisscom͏ TV͏ Fr.͏ 29.90,͏ statt͏ der͏ von͏ Teleclub͏ empfohlenen͏ Fr. 39.90.͏Im͏Ergebnis͏zahle͏ein͏Zuschauer͏für͏das͏umfangreichere͏Teleclub-Sportangebot͏ im͏ Bündel͏ mit͏ dem͏ Teleclub -Basisangebot͏ auf͏ Swisscom͏TV͏somit͏weniger͏als͏bei͏den͏anderen͏Plattformen,͏welche͏zudem͏ nur͏ das͏ beschränkte͏ Teleclub -Sportangebot͏ übertragen͏ könnten.͏ Hinzu͏komme,͏dass͏Swisscom͏im͏Gegensatz͏zu͏den͏anderen͏Plattformen͏ ihren͏Kunden͏den͏Bezug͏der͏Sportinhalte͏im͏Ra hmen͏von͏PPV͏anbieten͏ könne;͏Swisscom͏sei͏somit͏von͏der͏Koppelung͏nicht͏betroffen. ͏ Schliesslich͏ mache͏ Teleclub͏ auch͏ Unterschiede͏ bezüglich͏ der͏ Vertriebsstruktur:͏ Swisscom,͏Sunrise,͏Cablecom͏und͏die͏Partner͏der͏DCG͏könnten͏Teleclub͏ im͏ Gegensatz͏zu͏den͏ander en͏Plattformen͏über͏ die͏eigene͏ S et-Top͏ Box͏ vermarkten. Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ halten͏ dagegen,͏ die͏ Preisdifferenz͏ sei͏ ausschliesslich͏ darauf͏ zurückzuführen,͏ dass͏ Swisscom͏ von͏ Teleclub͏ niedrigere͏Entgelte͏erhalte.͏Die͏Unterschiede͏in͏der͏Vertriebsstruktur ͏ respektive͏ die͏bei͏einzelnen͏Plattformen͏praktizierte͏Parallelvermarktung͏diene͏weder͏ Teleclub͏ noch͏ den͏ Endkunden,͏ sondern͏ den͏ partikulären͏ Interessen͏ der͏ jeweiligen͏Plattform,͏da͏diese͏ einen͏ direkten͏Zugang͏zu͏den͏Kundendaten͏ von͏Teleclub͏und͏damit͏zu͏po tentiellen͏Kunden͏für͏sein͏eigenes͏Pay -TV-Angebot͏erhalte.͏Was͏die͏vorgeworfene͏Koppelung͏betreffe,͏sei͏festzuhalten,͏dass͏die͏deutschsprachigen͏Basis -͏ und͏Sportpakete͏von͏Teleclub͏auf͏ allen͏TV -Plattformen͏einschliesslich͏Swisscom͏TV͏nur͏gekoppelt͏angeboten͏würden.͏ Hauptgrund͏für͏die͏Koppelung͏von͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏sei͏ das͏international͏branchenübliche͏"buy͏through" -Modell,͏mit͏dem͏Teleclub͏ Verbundvorteile͏realisiere.͏ PPV͏sei͏keine͏Umgehung͏der͏Koppelung,͏sondern͏ein͏alternatives,͏differenziertes͏Produk t͏auf͏demselben͏Markt.͏ Im͏Verhältnis͏zu͏PPC͏sei͏der͏Einzelabruf͏ab͏einer͏gewissen͏Nutzungshäufigkeit͏ viel͏teurer.͏ Schliesslich͏seien͏die͏von͏der͏Vorinstanz͏behaupteten͏Ungleichbehandlungen,͏ aus͏ denen͏ keine͏ Wettbewerbsbehinderung͏ resultiere, ͏ sachlich͏gerech tfertigt͏(Beschwerde,͏Rz.͏878͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏230͏ff. ).͏ In͏Bezug͏auf͏die͏Beschwerdegegnerin͏bringen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏vor,͏ dass͏ deren͏Angebot͏im͏Jahr͏2012͏bloss͏als͏P rototyp͏angesehen͏worden͏ sei.͏Zudem͏verweisen͏sie͏für͏die͏technische͏Machbarkeit͏ auf͏das͏von͏ihnen͏ eingereichte͏Gutachten.͏Schliesslich͏erklären͏sie,͏dass͏gemäss͏den͏Vorbemerkungen͏zur͏Eckpunkte -Ergänzungsvereinbarung͏vom͏22.͏Mai͏2017͏ -- 166 of 226 -B-4003/2016 Seite 167 der͏ Beschwerdegegnerin͏ ein͏ diskriminierungsfreies͏Angebot͏ unterbreitet͏ worden͏sei͏ (vgl.͏Replik,͏Rz.͏29 8͏ ff.). Die͏Beschwerdegegnerin͏ kritisiert,͏dass͏ein͏Kunde͏von͏Swisscom͏TV͏das͏ umfangreichere͏Teleclub -Sportangebot͏günstiger͏beziehen͏konnte͏als͏auf͏ den͏anderen͏TV -Plattformen.͏Zudem͏erklärt͏sie,͏dass͏die͏Ungleichbehandlung͏mindestens͏bis͏zum͏Verfügungszei tpunkt͏sowie͏darüber͏hinaus͏an gedauert͏habe.͏Erst͏die͏"Eckpunkte -Ergänzungsvereinbarung"͏vom͏22.͏Mai͏ 2017͏habe͏ ein͏PPV -Angebot͏auch͏für͏die͏Kunden͏von͏Sunrise͏TV ͏ vorgesehen.͏Das͏weiterhin͏zwingend͏mit͏dem͏Movie -Paket͏gekoppelte͏Kombi Sportpaket͏auf͏Sunrise͏TV͏sei͏aber͏auch͏nach͏der͏Änderung͏aufgrund͏der͏ Ergänzungsvereinbarung͏immer͏noch͏teurer͏als͏das͏Kombi -Angebot͏von͏ Swisscom͏TV͏gewesen.͏Allerdings͏sei͏der͏Besch werdegegnerin͏weder͏im͏ Rahmen͏ der͏ Ergänzungsvereinbarung͏ 2017͏ noch͏ später͏ das͏ volle͏ Programm͏an͏Kanälen͏von͏Teleclub͏zur͏Verfügung͏gestellt͏ worden͏(vgl.͏Beschwerdeantwort,͏Rz.͏36͏ff.).͏ Weiter͏führt͏sie͏aus,͏dass͏sowohl͏die͏Umsetzung͏ von͏ PPV͏ als͏ auch͏ die͏ Au sstrahlung͏ des͏ vollständigen͏ Premium Sportangebots͏während͏des͏Untersuchungszeitraums͏technisch͏machbar͏ gewesen͏ wäre.͏ Des͏ Weiteren͏ könne͏ nicht͏ der͏ Wortlaut͏ eines͏ Vertrages͏ darüber͏entscheiden,͏welches͏Verhalten͏diskriminierend͏sei;͏dies͏sei͏der͏ Beurteilung͏ durch͏ die͏ Wettbewerbsbehörden͏ überlassen ͏ (vgl.͏ Duplik,͏ Rz. 36,͏ 39͏ff.).

9.3.3 Diskriminierung

9.3.3.1 Diskriminierung durch unterschiedlichen Umfang des Teleclub-Sportangebots Im͏ vorliegenden͏Fall͏ist͏unbestritten,͏dass͏die͏Abonnenten͏von͏Swisscom TV͏das͏vollständige͏T eleclub-Sportprogramm͏(Kanäle͏1 -29)͏zum͏Preis͏von͏ Fr.͏ 12.90͏beziehen͏ konnten.͏Dagegen͏bezahl ten͏die͏Abonnenten͏der͏anderen͏ TV -Plattformen͏ für͏ das͏ eingeschränkte͏ Teleclub -Sportprogramm͏ (Kanäle͏1 -3)͏ Fr.͏ 9.90͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏ 122͏und͏ 729).͏Da͏das͏deutschsprachige͏Teleclub -Sportprogramm͏ im͏Untersuchungszeitraum͏ nur͏zusammen͏mit͏dem͏Basis paket͏bezogen͏werden͏ konnte,͏ist͏der͏kombinierte͏Preis͏ (Preis͏ für͏ Basis -͏ und͏ Sportpaket)͏ massgebend:͏ Dieser͏ beläuft͏ sich͏ für͏ Swisscom-TV-Kunden͏ auf͏ Fr.͏ 42.80͏ (Fr. 29.90͏ für͏ das͏ Basispaket͏ +͏ Fr. 12.90͏ für͏ das͏ Sportpaket),͏ für͏ Kunden͏ anderer͏ TV -Plattformen͏ auf͏ Fr. 49.80͏(Fr.͏39.90͏für͏das͏Basispaket͏+͏Fr.͏9.90͏für͏das͏ Sportpaket;͏vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 122͏ und͏ 729;͏ act.͏ 68͏ [Vertrag͏ zwischen͏ Teleclub͏ und͏ Cablecom,͏Ziff.͏8.1];͏act.͏ 93͏[Vereinbarung͏zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise,͏ Ziff.͏7.2͏f.] ).͏Die͏Kunden͏anderer͏TV -Plattformen͏bezahl ten͏somit͏für͏das͏ -- 167 of 226 -B-4003/2016 Seite 168 kombinierte͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏von͏Teleclub͏Fr.͏7.–͏ mehr,͏ha tten͏aber͏ weniger͏Sportkanäle͏zur͏Verfügung.͏ Dabei͏ist͏ irrelevant,͏dass͏es͏sich͏bei͏ den͏ Sportkanälen͏ 4 -29͏ um͏ sog.͏ "Spill͏ Over͏ Kanäle"͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 911)͏handelt;͏Fakt͏ist,͏dass͏auf͏diesen͏Sendern͏zusätzliche͏Spiele͏gezeigt͏werden,͏ nach͏Aussage͏der͏Beschwerdegegnerin͏handelt͏es͏sich͏um͏ Programminhalte͏d es͏eigentlichen͏Kernangebots͏aus͏führenden͏Fussball -͏ und͏ Eishockey -Ligen͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ der͏ Beschwerdegegnerin͏ vom͏ 27.͏April͏2021,͏Rz.͏44).͏TV -Abonnenten,͏welche͏diese͏Spiele͏sehen͏woll ten͏ oder͏preissensible͏Konsumenten,͏die ͏ weniger͏für͏ das͏kombiniert e͏Basis -͏ und͏ Sportpaket͏ von͏ Teleclub ͏ zahlen͏ woll ten,͏ waren͏ gezwungen,͏ auf͏ die͏ Swisscom-TV-Plattform͏ zu͏ wechseln.͏ Insofern͏ sind͏ nicht͏ nur͏ Endkonsumenten,͏sondern͏auch͏die͏TV -Plattformen͏als͏direkte͏Handelspartner͏von͏ Teleclub͏von͏der͏unterschiedlichen͏Preis gestaltung͏von͏Teleclub͏betroffen͏ (vgl.͏auch͏Verfügung,͏Rz.͏767). ͏ Das͏ von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ aufgeworfene͏ Argument͏ der͏ unterschiedlich͏hohen͏Provisionen͏und͏Entgelte,͏ die͏Teleclub͏den͏TV -Plattformen͏ und͏ Kabelnetzbetreibern͏ für͏ die͏ Übertragung͏ des͏ T eleclub-Programms͏ entrichtet e͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 886),͏ hat͏ auf͏ die͏ Endkundenpreise͏von͏Teleclub͏keinen͏Einfluss,͏da͏diese͏ einheitlich͏ von͏Teleclub͏vorgegeben͏werden͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏756,͏mit͏Verweis͏auf͏die͏eingereichten͏ Verträge͏ mit͏ Teleclub;͏ act.͏ 68͏ [Vertrag͏ zwischen͏ Teleclub͏ und͏ Cablecom,͏Ziff.͏8.1];͏act.͏93͏[Vereinbarung͏zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise,͏ Ziff.͏7.2] ).͏ Für͏die͏Partner͏der͏DCG͏ist͏kein͏Endkundenpreis,͏sondern͏ein͏ Bezugspreis͏ von͏ Fr.͏ […]͏ für͏ das͏ Basisangebot͏ vorgegeben ͏ (vgl.͏ act. 67͏ [Vertrag͏zwischen͏Teleclub͏und͏den͏DCG -Partnern,͏Ziff.͏4.1.1]);͏angesichts͏ des͏ von͏Teleclub͏empfohlenen͏Verkaufspreises͏von͏Fr.͏39.90͏für͏das͏Basisangebot͏und͏Fr.͏9.90͏für͏das͏Zusatzpaket͏Sport͏ sowie͏der͏ übrigen͏ Vorgaben͏von͏Teleclub͏bezüglich͏der͏Preisgestal tung͏ (vgl.͏act.͏67͏[Vertrag͏zwischen͏Teleclub͏und͏den͏DCG -Partnern,͏Ziff.͏4.1.1͏ und͏5.2.1 ])͏ dürfte͏dieser͏ Umstand͏indessen͏kaum͏eine͏Rolle͏spielen.͏ Zusammenfassend͏kann͏festgehalten͏werden,͏ dass͏ die͏Abonnenten͏von͏ Swisscom͏TV͏für͏das͏kombinierte͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏ von͏Teleclub͏ einerseits͏ wenig er͏ als͏ Abonnenten͏ von͏ konkurrierenden͏ TV -Plattformen͏ zahlten͏ und͏ andererseits͏ im͏ Gegensatz͏ zu͏ diesen͏Abonne nten͏ das͏ vollständige͏Teleclub -Sportprogramm͏beziehen͏ konnten.

9.3.3.2 Diskriminierung durch Koppelung von Basis- und Sportpaket Was͏den͏bereits͏erwähnten͏Umstand͏betrifft,͏dass ͏ sowohl͏ bei͏Swisscom͏ TV͏als͏auch͏bei͏den͏anderen͏TV -Plattformanbietern͏ in͏der͏Deutschsc hweiz͏

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B-4003/2016 Seite 169 das͏ Sportpaket͏ nur͏ zusammen͏ mit͏ dem͏ Basispaket͏ bezogen͏ werden͏ konnte͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 731;͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 892),͏ macht͏ die͏ Vor instanz͏ geltend,͏dass͏die͏ Kunden͏von͏Swisscom͏TV͏dieser͏Koppelung͏von͏ Basis-͏ und͏Sportpaketen͏durch͏PPV -Bezüge͏entgehen͏ konnten͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz. 733).͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏sind͏der͏Ansicht,͏dass͏PPV͏ keine͏Umgehung͏der͏Koppelung,͏sondern͏ein͏alternatives,͏differenziertes͏ Produkt͏auf͏demselben͏Markt͏sei.͏Für͏den͏Preis,͏den͏ein͏Kunde͏monatlich͏ für͏das͏PPC -Sportpaket͏ zahle͏(Fr.͏12.90),͏könne͏er͏nur͏vier͏Sportveranstaltungen͏per͏PPV͏sehen͏( vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏898);͏er͏habe͏also͏eine͏nicht͏ vergleichbare͏Auswahl͏zur͏Verfügung.͏ Insofern͏ trifft͏zu,͏dass͏der͏Konsum͏ von͏ Sportveranstaltungen͏ per͏ PPV͏ ab͏ fünf͏ Bezügen͏ pro͏ Monat͏ im͏ Vergleich͏ zum͏ PPC -Angebot͏ preislich͏ unattraktiv͏ ist.͏ Dies͏ ändert͏ indessen͏ nichts͏am͏Umstand,͏dass͏der͏Konsum͏von͏Sportübertragungen͏per͏PPV͏ im͏Untersuchungszeitraum͏nur͏für͏Kunden͏von͏Swisscom͏TV͏möglich͏war,͏ da͏Teleclub͏den͏Konkurrenten͏von͏Swisscom͏TV ͏ diese͏Form͏des͏Konsums͏ vorenthielt͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏731 ),͏was͏auch͏die ͏ Antworten͏auf͏Frage͏9c͏ des͏ersten͏Auskunftsbegehrens͏ belegen͏(vgl.͏ act.͏ 14,͏22,͏24,͏26,͏27,͏39,͏ 42,͏44,͏45,͏47,͏55,͏58,͏60,͏66,͏67,͏68,͏70,͏84,͏90,͏93,͏94,͏95,͏101,͏105,͏106).

9.3.3.3 Diskriminierung bei der Erlaubnis zur Direktvermarktung Was͏s chliesslich͏ die͏ nur͏ teilweise͏zugelassene͏Direktvermarktung͏betrifft ͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏727),͏ haben͏e ntgegen͏der͏ Behauptung͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏619͏ff.)͏Untersuchungen͏stattgefunden;͏selbst͏die͏Beschwerdeführerinnen͏weisen͏darauf͏hin,͏dass͏einige͏Unternehmen͏zur͏Direktvermarktung,͏und͏Finecom͏zu͏den͏Vorteilen͏der͏Direktvermarktung͏befragt͏worden͏sin d͏( vgl.͏ act.͏185,͏214,͏227,͏235). ͏ Unbestritten͏ ist,͏dass͏Swisscom,͏Cablecom͏und͏die͏Partner͏der͏DCG͏im͏ Gegensatz͏ zu͏ den͏ anderen͏ TV -Plattformanbietern͏ Teleclub͏ parallel͏ vermarkten͏durften,͏d.h.͏das͏Teleclub -Angebot͏ wurde͏ in͏die͏TV -Plattform͏des͏ jeweiligen͏ Anbieters͏integriert͏und͏von͏diesem͏vermarktet͏(vgl.͏Verfügung,͏ Rz.͏94͏und͏103; ͏ Beschwerde,͏Rz. 888;͏ act.͏68͏[Vertrag͏zwischen͏Teleclub͏ und͏Cablecom,͏Ziff.͏ 6];͏ act.͏67͏[Vertrag͏zwischen͏Teleclub͏u nd͏den͏DCG Partnern,͏Ziff.͏5.3 ]).͏Die͏Beschwerdeführerinnen͏ machen͏nicht͏geltend,͏die͏ nicht͏ zur͏ Parallelvermarktung͏ zugelassenen͏ TV-Plattformanbieter͏ wären͏ nicht͏in͏der͏Lage͏gewesen,͏Teleclub͏in͏ihre͏TV -Plattformen͏ zu͏integrieren.͏ Die͏Abonnenten͏ dieser͏ Plattformanbieter͏ waren͏ daher͏ auf͏ separate͏ S etTop͏ Boxen͏ von͏Te leclub͏angewiesen,͏um͏die͏Teleclub -Programme͏empfangen͏ und͏weitergeben͏ zu͏können͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏727).͏ -- 169 of 226 -B-4003/2016 Seite 170

9.3.3.4 Fazit zu den vorgeworfenen Diskriminierungen Zusammenfassend͏ist͏festzuhalten,͏dass ͏ die͏Vorinstanz͏bezüglich͏des͏ Umfangs͏des͏Teleclub -Sportangebots,͏der͏Koppelung͏von͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏sowie͏ der͏ Erlaubnis͏ zur͏Direktvermarktung͏zu͏Recht͏eine͏Diskriminierung͏festgestellt͏ hat.

9.3.4 Wettbewerbsnachteil

9.3.4.1 Argumente der Parteien Nach͏Ansicht͏der͏ Vorinstanz͏ führen͏die͏diskriminierenden͏Verhaltensweisen͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏zu͏einer͏Marktverschliessung.͏ Sie͏ argumentiert,͏ der͏ je͏ nach͏ Plattform͏ unterschiedliche͏ Umfang͏ des͏ Teleclub Sportangebots͏sowie͏das͏unterschiedliche͏Preisniveau͏des͏Gesamtpakets͏ werde͏ a uch͏ von͏ der͏ überwiegenden͏ Mehrheit͏ der͏ Plattformanbieter͏ als͏ Wettbewerbsnachteil͏qualifiziert.͏Da͏die͏Ligaberichterstattung͏auf͏den͏Teleclub-Sportkanälen͏1 -3͏erheblich͏weniger͏umfangreich͏sei͏als͏auf͏den͏Teleclub-Sportkanälen͏ 1 -29͏ und͏ das͏ aufgrund͏ der͏ Kopp elung͏ reduzierte͏ Sportangebot͏ im͏ Endeffekt͏ teurer͏ als͏ das͏vollständige,͏ liege͏ ein͏ Wettbewerbsnachteil͏für͏die͏betroffenen͏TV -Plattformanbieter͏ auf͏der͏Hand͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 741͏ ff.).͏ Während͏ Teleclub͏ auf͏ allen͏ Plattformen͏ bei͏ den͏ Abonnenten͏ von͏ Teleclu b-Set-Top-Boxen͏ einen͏ massiven͏ Kundenrückgang͏verzeichne,͏ sei͏bei͏der͏Direktvermarktung͏eine͏Zunahme͏oder͏zumindest͏kein͏Verlust͏zu͏beobachten͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏746).͏Aufgrund͏der͏ Verfügbarkeit͏von͏PPV͏sei͏Swisscom͏von͏der͏Koppelung͏von͏Basis -͏ und͏ Sportpaket͏ im͏ Ergebnis͏ nicht͏ betroffen;͏ dies͏ beeinträchtige͏ den͏ Wettbewerb͏zwischen͏den͏Plattformanbietern ͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏748͏ff.). ͏ Auch͏ nach͏Ansicht͏der͏Beschwerdegegnerin͏stellt͏die͏Überlassung͏von͏lediglich͏ 3͏von͏29͏Kanälen͏eine͏rechtserhebliche͏Unglei chbehandlung͏dar,͏aus͏der͏ sich͏unmittelbar͏eine͏Wettbewerbsverzerrung͏ergebe͏(vgl.͏Stellungnahme͏ vom͏27.͏April͏2021͏Rz.͏46). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ halten͏ dagegen,͏ der͏ Wettbewerb͏ unter͏ den͏ TV-Plattformen͏habe͏im͏Untersuchungszeitraum͏nicht͏die͏geringste ͏ Beeinträchtigung͏gezeigt,͏vielmehr͏seien͏fortlaufend͏neue͏Wettbewerber͏in͏den͏ Markt͏eingetreten,͏während͏es͏keinen͏einzigen͏Marktaustritt͏gegeben͏habe ͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏901,͏906).͏Es͏könne͏keine͏Marktverschliessung͏gegeben͏haben,͏denn͏auf͏den͏überall͏ verfügbaren͏Sendern͏1 -3͏erscheine͏ein͏ umfassendes,͏hochwertiges͏Sportangebot.͏Die͏Vorinstanz͏hätte͏daher͏die͏ Frage͏ untersuchen͏ müssen,͏ ob͏ eine͏ Wettbewerbsbehinderung͏ auf͏ dem͏ -- 170 of 226 -B-4003/2016 Seite 171 TV-Plattformmarkt͏resultiere,͏weil͏Plattformen͏nicht͏das͏zusätzliche,͏erweiterte͏ S portangebot͏ hätten͏ übertragen͏ können ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 904 f.).͏ Dieses͏ erweiterte͏ Sportangebot͏ sei͏ objektiv͏ nicht͏ notwendig,͏ wie͏ die͏ Vorinstanz͏ im͏ Rahmen͏ der͏ behaupteten͏ Geschäftsverweigerung͏ festgestellt͏habe;͏im͏Rahmen͏der͏behaupteten͏Diskriminierung ͏ könne͏kein͏ anderer͏ Massstab͏ gelten͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 911͏ f.).͏ Die͏ Vorinstanz͏ habe͏ zudem͏ fälschlicherweise͏den͏Endkundenpreis͏beurteilt;͏selbst͏wenn͏ auf͏diesen͏abzustellen͏sei,͏sei͏angesichts͏von͏lediglich͏Fr.͏7.–͏ Preisunterschied͏bei͏monatlichen͏Tripl e-Play-Kosten͏von͏bis͏zu͏Fr.͏130.–͏ keine͏Wettbewerbswirkung͏festzustellen.͏ Die͏mit͏Swisscom͏im͏Wettbewerb͏stehenden͏Plattformen͏erhielten͏höhere͏Provisionen͏und͏hätten͏entsprechend͏höhere͏ Erträge;͏ diese͏ könnten͏ sie͏ im͏ Wettbewerb͏ einsetzen ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏916͏f.).͏Eine͏Wettbewerbswirkung͏der͏Parallelvermarktung͏ sei͏schon͏deswegen͏auszuschliessen,͏weil͏der͏Inhalt͏des͏Teleclub -Angebots͏ immer͏ gleich͏ sei ͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 918).͏ Schliesslich͏ sei͏ eine͏ Wettbewerbswirkung͏ aufgrund͏ des͏ fehlenden͏ PPV -Angebots͏ auszuschliessen.͏Bei͏Swisscom͏TV͏seien͏die͏Abrufzahlen͏für͏PPV͏stark͏rückläufig,͏ während͏ die͏ Zahl͏ der͏ Sport -Abonnemente͏ angestiegen͏ sei͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏922).͏

9.3.4.2 Prüfung der Wettbewerbsverfälschungen

9.3.4.2.1 Soweit͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏machen,͏es͏habe͏im͏ Untersuchungszeitraum͏keinen͏einzigen͏Marktaustritt͏gegeben,͏ist͏festzuhalten,͏dass͏sich͏ eine͏nachteilige͏Einwirkung͏auf͏den͏Wettbewerb͏nicht͏ mit͏ sofortigen͏ Marktaustritten͏ von͏ Wettbewerbern͏ äusse rn͏ muss.͏ Vielmehr͏ werden͏sie͏den͏Versuch͏unternehmen,͏durch͏geeignete͏und͏ihnen͏mögliche͏sonstige͏wirtschaftliche͏Massnahmen͏geschäftlichen͏Druck͏zu͏umgehen͏ oder͏ zumindest͏ abzufedern ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-831/2011͏ Rz. 1211,͏ "Six͏Group").͏

9.3.4.2.2 Aufgrund͏ des͏ U mstands,͏ dass͏ Teleclub͏ die͏ Endkundenpreise͏ festlegte͏(vgl.͏E.͏ 9.3.3.1),͏konnten͏die͏mit͏Swisscom͏ TV͏ konkurrierenden͏ TV-Plattformen͏das͏auf͏die͏Kanäle͏1 -3͏reduzierte͏Sportangebot͏nicht͏günstiger͏ anbieten.͏ Zudem͏ konnten͏ sie ͏ Gelegenheitskonsumenten͏ von͏ Sportübertragungen,͏welche͏das͏kombinierte͏Basis -͏ und͏Sportangebot͏von͏Teleclub͏ als͏ zu͏ teuer͏ erachten,͏ angesichts͏ eines͏ fehlenden͏ PPV -Angebots͏ auch͏nicht͏auf͏eine͏Alternative͏zum͏PPC -Angebot͏von͏Teleclub͏verweisen.͏ Sie͏waren͏daher͏im͏Wettbewerb͏um͏Kunden͏gegenüb er͏Swisscom͏dreifach͏ -- 171 of 226 -B-4003/2016 Seite 172 eingeschränkt,͏worauf͏bereits͏U PC͏C ablecom͏in͏ihrer͏Stellungnahme͏vom͏ 2.͏Juli͏2012͏hingewiesen͏hat͏(vgl.͏act.͏68,͏S.͏10):͏ Swisscom͏TV Andere͏TV -Plattformanbieter Umfang͏des͏ Teleclub-Sportangebots͏ (PPC) Kanäle͏1 -29 Kanäle͏1 -3 Preis͏des͏kombinierten͏Basis -͏ und͏Sportangebots͏von͏Teleclub͏(PPC) Fr.͏42.80 Fr.͏49.80 Möglichkeit,͏anstelle͏ eines͏gekoppelten͏ Basis-͏ und͏Sport angebots͏Sportübertragungen͏mittels͏ PPV͏anzubieten Ja Nein Diese͏ Unterschiede͏ haben͏ nach͏ Aussage͏ von͏ U PC͏ Cablecom͏ dazu͏ geführt,͏ dass͏ U PC͏ C ablecom͏ seit͏ dem͏ Beginn͏ des͏ Vertriebs͏ von͏Teleclub Produkten͏über͏ ihre͏ Digital͏TV -Plattform͏im͏Sommer͏2007͏und͏dem͏Start͏ der͏digitalen͏TV -Plattform͏von͏Swisscom͏ bis͏zum͏Jahr͏ 2012͏ ca.͏ […] %͏der͏ Teleclub-Kunden͏verloren͏hat.͏ Sie͏hätten͏ aufgrund͏der͏attraktiveren͏kommerziellen͏ Angebot e͏ auf͏ die͏ Swisscom -Plattform͏ gewechselt͏ (act.͏ 68,͏ S. 9 f.).͏ Aus͏ der͏entsprechenden͏Beilage͏ist͏ersichtlich,͏dass͏ ihre͏ Teleclub-Teilnehmerzahlen͏zwischen͏Januar͏2007͏und͏Mai͏2012͏ tatsächlich͏ von͏ […]͏ auf͏ […]͏ gesunken͏sind͏(vgl.͏act.͏68,͏Beilage͏6.6). ͏ Auch͏andere͏TV -Plattformanbieter͏weisen͏auf͏Kunden rückgänge͏hin,͏die͏ auf͏das͏unvollständige͏Teleclub -Sportangebot͏oder͏die͏fehlende͏Möglichkeit,͏Teleclub -Sportübertragungen͏per͏PPV͏zu͏konsumieren,͏zurückzuführen͏sind.͏ Dabei͏handelt͏es͏sich͏ausschliesslich͏um͏Unternehmen,͏die͏ihren͏ Kunden͏ die͏ Sportkanäle͏1 -3͏von͏Teleclub͏zur͏ Verfügung͏stellen͏ (vgl.͏ die͏ Antworten͏auf͏Frage͏7͏des͏Auskunftsbegehrens͏vom͏30.͏Mai͏2012͏[act. 3]),͏ womit͏ entgegen͏der͏ Kritik͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏"wettbewerbliche͏ Relevanz͏ des͏ Deltas",͏ d.h.͏ des͏ erwe iterten͏ Sportangebots͏ (Kanä le͏ 4-29)͏untersucht͏wurde͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏903͏ff.,͏907͏ff.).͏ So͏wurde͏ namentlich͏ausgeführt:

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B-4003/2016 Seite 173 "Kunden welche das Pay per View Angebot haben möchten, sind gezwungen, auf das Swisscom TV Angebot zurückzugreifen. Damit sind wir Kabelnetzanbieter per se benachteiligt" (act. 24, Antwort auf Frage 18). "Nach unseren Kundenbefragungen bei einem Anbieterwechsel zu Swisscom haben ca. 1/3 der Kunden angegeben, dass der Hauptentscheidungsgrund der Abruf der Sportveranstaltungen sei" (…)͏ "Dabei ist zu bemängeln, dass (…)͏ keine Sportkanäle on Demand bezogen werden können" (act. 39, Antworten auf die Fragen 15 und 18). "Die allermeisten Wechsel zu Swisscom-TV werden mit den fehlenden Sportangeboten, insbesondere auch die fehlende Übertragung von Eishockeyspielen, begründet" (act. 42, Antwort auf Frage 15). "In der Region Basel hat der Fussballclub FC Basel eine sehr grosse Bedeutung, daher ist auch das Interesse an den Spielen gross. In der Vergangenheit wurden wir sehr oft von Abonnenten angefragt, ob wir nicht auch über ein Angebot wie Swisscom mit den Live-Spielen verfügen. Wir sind davon überzeugt, dass – wenn wir ebenfalls Live-Spiele anbieten würden – neue Kunden hinzugewinnen könnten und bestehende Kunden mehr Dienste bei uns abonnieren würden. Zudem sinkt die Zahl der Teleclub-Abonnenten in unserem Einzugsgebiet in den letzten Jahren kontinuierlich. Mit zusätzlichen Exklusiv-Angeboten via Teleclub könnte dieser Trend sicherlich gestoppt bzw. ins Gegenteil gekehrt werden" (act. 47, Antwort auf Frage 15).

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B-4003/2016 Seite 174 "Es͏geht͏(…)͏im͏Zusammenhang͏mit͏dem͏Teleclub͏vor͏allem͏um͏die͏Möglichkeit͏ 'Live Sport' anzubieten. Die interaktive TV-Plattform QL Verte! kann technisch auch das Modell, pay per view' abbilden und gerade dies ist im Wettbewerb mit der Swisscom der entscheidende Faktor im Zusammenhang mit der Digitalisierung im TV-Bereich" (…)͏"Kunden,͏die͏sich͏gegen͏QL͏entscheiden,͏tun͏ dies vornehmlich auf Grund des fehlenden sportlichen Inhalts. Ein weiteres wichtiges Feature ist die Sendervielfalt"͏ (…)͏ " Aufgrund von regelmässigen Kundenumfragen wissen wir, dass bei rund […] % der Kunden, welche sich für Swisscom TV und gegen das QL-DTV-Angebot entscheiden, der 'Live Sport' (vor allem Schweizer Eishockey- und Fussballspiele) das entscheidende Kriterium ist" (…)͏"Es͏ist͏aus͏unserer͏Sicht͏nicht͏problematisch,͏dass͏ Teleclub gewisse Rechte am Schweizer Sport exklusiv erwirbt. Es ist jedoch inakzeptabel, dass diese Rechte im relevanten Bereich - sprich der Möglichkeit auf 21 Kanälen alle Spiele zu sehen bzw. 'pay per view' - von Teleclub exklusive der Swisscom für deren TV-Angebot zur Verfügung gestellt werden (act. 58, Antworten auf Fragen 12b, 14, 15 und 18). "Pay-per-View wird nur im swisscom tv angeboten. Der hbbtv-Standard würde sich eignen, um ein solches Angebot für alle Anbieter zu starten"͏ (…)͏ "Wir können die Wünsche der Kunden nach grösserer Vielfalt nicht erfüllen. Wir sind beschränkt auf die 3 Sportkanäle von Teleclub und das in schlechter Bildqualität" (act. 60, Antwort auf Fragen 11, 12, 15 und 18). "Sport kann nur live die ganze Spannung und Emotionen auslösen und den Kunden begeistern. 20 - 30 Prozent des Kundenpotenzials sind langfristig nicht zu halten, wenn ein Konkurrent Sport live exklusive anbieten kann" (act. 67, Antwort auf Frage 15). "Wenn wir Kunden an unseren Hauptkonkurrenten Swisscom verlieren, dann meistens wegen den dort angebotenen Sportprogrammen mit den damit verbundenen exklusiven Ereignissen" (act. 90, Antwort auf Frage15). "Für einen signifikanten Teil des Endkundenmarkts sind diese exklusiven Sportereignisse der entscheidende Faktor bei der Auswahl des Anbieters. Wer diese Ereignisse nicht anbieten kann, ist nicht in der Lage, den gesamten Markt anzusprechen. Zudem verlieren Anbieter, welche die fraglichen Sportereignisse nicht im Angebot führen, auch bestehende Festnetz- oder Internetkunden an Swisscom, da letztere ihr TV-Angebot nur im Paket mit Festnetztelefonie und Internet vermarktet" (act. 93, Antwort auf Frage 15). "Viele Kunden begründen die Kündigungen immer wieder mit dem im Kabelnetz fehlenden Angeboten von Live Sport Übertragungen. In unserem Gebiet verstärkt Spiele der Tigers, etc." (act. 94, Antwort auf Frage 18). "Für Swisscom TV bedeutet die Live-Ausstrahlung exklusiver Sportereignisse ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, der nachweislich dazu führt, dass viele Kunden der GGA Maur aus diesem Grund kündigen" (act. 106, Antwort auf Frage 15).

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9.3.4.2.3 Es͏trifft͏zwar͏zu,͏dass͏die͏Sportkanäle͏4 -29͏bei͏der͏Beurteilung͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ als͏ nicht͏ ob jektiv͏ notwendig͏ qualifiziert͏ wurden,͏ wie͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ geltend͏ machen͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏911).͏ Dennoch͏wurden͏die͏fehlenden͏Sportkanäle͏von͏den͏TV -Plattformen͏ als͏ Nachteil͏ im͏ Wettbewerb͏ mit͏ Swisscom͏TV͏ kritisiert,͏ wie͏ soeben͏ gezeigt͏wurde.͏ Zudem͏sind͏i m͏vorliegenden͏Zusammenhang͏ die͏Nachteile͏ des͏höheren͏Preises͏und͏der͏fehlenden͏PPV -Ausweichmöglichkeit,͏ zu͏ berücksichtigen;͏ diese͏ Umst ände͏ spielten͏ bei͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ keine͏Rolle. Entgegen͏der͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏wird͏ die͏fehlende͏Verfügbarkeit͏ von͏ Sportübertragungen͏ per͏ PPV͏ von͏ den͏TV -Plattformanbietern͏als͏Wettbewerbsnachteil͏erachtet,͏wie͏verschiedene͏Stellungnahmen͏ zeigen͏ (vgl.͏ namentlich͏ die͏ vorzitierten͏ Stellungnahmen͏ von͏ act.͏ 24,͏ 39,͏ 58und͏60).͏ Dies͏ist͏nachvollz iehbar,͏stellt͏diese͏Funktion͏doch͏eine͏interessante͏Alternative͏zum͏gekoppelten͏Basis -͏ und͏Sportangebot͏dar,͏ die͏ entsprechend͏ vermarktet͏ werden͏ kann,͏ z.B.͏ als͏ Einsteigerangebot͏ (vgl.͏ "Swisscom͏entdeckt͏den͏TV -Sport",͏ 2.͏September͏2008,͏ <www.werbewoche.ch>,͏zuletzt͏ abgerufen͏ am͏27.01.2022 ).͏ Dagegen͏werden͏die͏höheren͏Endkundenpreise͏von͏ den͏Plattformanbietern͏ nur͏vereinzelt͏ kritisiert͏ (vgl.͏ act.͏68,͏S.͏9͏f.;͏act.͏84,͏Antwort͏auf͏Frage͏ 18)͏ und͏ dürften͏ demnach͏ aus͏ deren͏ Sicht͏ kein͏ entscheidender͏ Wettbewerbsfaktor͏sein.͏Aus͏Endkundensicht͏darf͏aber͏nicht͏davon͏ausgegangen͏ werden,͏dass͏der͏ Preisunterschied͏ von͏Fr.͏7.–͏ vernachlässigbar͏ ist,͏wie͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏argumentieren͏(vgl.͏Besc hwerde,͏Rz.͏917),͏summiert͏sich͏doch͏der͏Preisunterschied͏ bei͏gleichzeitig͏geringerem͏Umfang͏ des͏Sportangebots͏ auf͏Fr.͏84.–͏ pro͏Jahr.

9.3.4.2.4 Was͏ des͏Weiteren͏ die͏ Parallelvermarktung͏ betrifft,͏vermögen͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏keine͏Wettbewerbswirkung͏zu͏erkennen,͏weil͏der͏ Inhalt͏ des͏ Teleclub -Angebots͏ der͏ gleiche͏ bleibe͏ (vgl.͏ Beschwerd e,͏ Rz. 918).͏Die͏Vorinstanz͏stellte͏dagegen͏fest,͏dass͏ bei͏ Plattformen͏mit͏Direktvermarktung͏ eine͏Zunahme͏oder͏zumindest͏kein͏Verlust͏von͏Teleclub Abonnenten͏ zu͏ beobachten͏ sei,͏ ohne͏ dies͏ weiter͏ zu͏ substantiieren͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 746).͏Dies͏trifft͏ indessen͏namentlich͏nicht͏auf͏C ablecom͏zu,͏ die͏einen͏Kundenrückgang͏zwischen͏ […]͏ und͏ […]͏ zu͏beklagen͏hatte,͏wie͏ bereits͏ausgeführt͏wurde͏(vgl.͏E.͏ 9.3.4.2.2).͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏die͏Parallelvermarktung͏primär͏einen͏Komfortvorteil͏für͏die͏Kunden͏darstellt.͏ So͏erklärte͏Finecom͏auf͏die͏Frage,͏welche͏Vorteile͏die͏Endkunden͏haben,͏wenn͏ -- 175 of 226 -B-4003/2016 Seite 176 Teleclub͏ vom͏ Plattformanbieter͏ vermarktet͏ wird͏ (act.͏ 238,͏ Antwort͏ auf͏ Frage͏10): "Für den Endkunden besteht der grosse Vorteil, dass er nicht zwei STB und somit auch nur eine zusätzliche Fernbedienung benötigt. Diese Erleichterung macht das Fernseh-Erlebnis in vielen Bereichen wie bspw. dem Zapping deutlich kundenfreundlicher Zudem hat der Kunde einen Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen, was die Kommunikation mit dem Kunden vereinfacht und die Servicequalität verbessert. Auch erhält der Kunde so nur eine Rechnung von einem Anbieter. Nicht zuletzt profitiert er bei Bündel-Angeboten von einem attraktiveren Preis-Leistungsverhältnis. Überdies schlagen sich die tieferen Kosten in günstigeren Konditionen für die Endkunden nieder." Nebst͏dem͏Komfortvorteil͏für͏die͏Endkunden͏erschliesst͏sich͏aus͏der͏Antwort͏von͏Finecom,͏dass͏die͏Parallelvermarktung͏angesichts͏der͏ direk ten͏ Kommunikationsmöglichkeit͏mit͏den͏Endkunden͏auch͏für͏die͏Plattformbetreiber͏von͏Vorteil͏ist͏oder͏zumindest͏sein͏kann.͏Diese͏Möglichkeit͏können͏ sie͏grundsätzlich͏für͏ eigene͏Informationen,͏ Werbung͏ oder͏ andere͏Leistungen͏ nutzen.͏ Der͏wettbewerbliche͏Effek t͏ des͏genannten͏ Komfortvorteils͏ sowie͏der͏direkten͏ Kommunikationsmöglichkeit͏ dürfte͏ jedoch͏ angesichts͏ der͏ Tatsache,͏ dass͏ im͏ Übrigen͏ der͏ gleiche͏ Inhalt͏ ausgestrahlt͏ wird,͏ kaum͏ bestimmbar͏ sein.͏ Abgesehen͏davon͏ erachtet es das Bundesverwaltungsgericht als erwiesen, dass bereits die Diskriminierung durch unterschiedlichen Umfang des Teleclub-Sportangebots und durch die unterschiedliche Verfügbarkeit von Teleclub-Sportübertragungen per PPV zu einer Wettbewerbsbehinderung auf dem TV-Plattformmarkt führt.

9.3.5 Rechtfertigungsgründe

9.3.5.1 Technische Gründe

9.3.5.1.1 Dass͏ nur͏ Swisscom͏ TV͏ die͏ PPC-Übertragung͏ des͏ erweiterten͏ Sportangebots͏von͏Teleclub͏sowie͏von͏einzelnen͏Fussball -͏ und͏Eishockeyspielen͏per͏ PPV͏ anbieten͏durfte,͏rechtfertigen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ mit͏technischen͏Gründen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏ 880,͏ 899,͏924͏ff. ).͏ Hierzu͏ reichten͏sie͏ das͏Gutachten͏ "Übertragung͏des͏erweiterten͏Sportangebots͏ von͏Teleclub͏2006͏bis͏2013"͏ vom͏28.͏Juni͏2019͏ein. ͏ Dieses͏ kommt͏zum͏ Schluss,͏ während͏des͏gesamten͏Untersuchungszeitraums͏sei͏Swisscom͏ -- 176 of 226 -B-4003/2016 Seite 177 die͏einzige͏TV -Anbieterin͏in͏der͏Schweiz͏gewesen,͏die͏das͏erweit erte͏Teleclub-Sportangebot͏ einschliesslich͏ PPV͏ für͏ Live -Sport͏ den͏ Endkunden͏ überhaupt͏ habe͏bereitstellen͏können͏(vgl.͏Gutachten,͏S.͏6). ͏ Entscheidend͏ sei͏ gewesen,͏ ob͏ die͏ konkrete͏ Belegung͏ des͏ verfügbaren͏ Bandbreitenspektrums͏ es͏ zuliess,͏ zusätzlich͏ das͏ erweiterte͏ Teleclub Sportangebot͏neben͏den͏weiteren͏Diensten͏zu͏übertragen͏(vgl.͏Gutachten,͏ S.͏27).͏ Die͏Prämisse͏des͏Gutachtens,͏dass͏ bei͏den͏Kabelnetzen͏ eine͏ totale͏ Bandbreite͏von͏5͏bis͏862͏MHz͏ zur͏Verfügung͏stehen͏muss͏(vgl.͏Gutachten,͏ S.͏ 26,͏Bild͏5 ),͏ ist͏ aufgrund͏der͏technischen͏Literatur͏nachvollziehbar͏(vgl.͏ ULRICH͏ FREYER,͏ Nachrichten -Übertragungstechnik,͏ München͏ 2017,͏ S. 472).͏ Das͏ Gutachten͏ nimmt͏ zudem͏ an,͏ dass͏ das͏ erweiterte͏Teleclub Sportprogramm͏ im͏ Umfang͏ von͏ 26͏Kanälen͏ (ab͏Septembe r͏ 2010)͏ einen͏ Bandbreitenbedarf͏von͏80͏MHz͏ hat,͏und͏ im͏Jahr͏2014͏ ca.͏60͏MHz͏für͏den͏ Rückkanal,͏ ca.͏ 20.5͏ MHz͏ für͏ UKW,͏ ca.͏ 300͏ MHz͏ für͏ analoge͏ TV -Programme,͏ca.͏350͏MHz͏für͏digitale͏TV -Programme͏und͏ca.͏100͏MHz͏für͏Internet͏ und͏Telefonie͏beansprucht͏wurden͏( vgl.͏Gutachten,͏ S.͏26,͏Bild͏5 ).͏ Dabei͏ setzt͏ es͏ die͏ Implementierung͏ des͏ DOCSIS͏ 3.0 -Standards͏ (vgl.͏ hierzu:͏ ANDRES͏ KELLER,͏Breitbandkabel͏und͏Zugangsnetze,͏2. Aufl.,͏Heidelberg͏2011,͏S.͏334͏ff.)͏ sowie͏des͏DVB -C-Standards͏voraus͏( vgl.͏Gutachten,͏S.͏20͏ff.).͏ Folgende͏KNU͏haben͏laut͏dem͏Gutachten͏DOCSIS͏3.0͏während͏des͏Untersuchungszeitraums͏implementiert,͏wobei͏sich͏das͏Gutachten͏ diesbezüglich͏ auf͏ die͏ Untersuchung͏ von͏ Cablecom͏ und͏ KNU͏ des͏ Quickline-Verbunds͏ beschränkt͏ hat:͏ WWZ͏ (anfangs͏ 2008),͏ Cablecom͏ (2009),͏ Flims͏Electric͏ (2011)͏ sowie͏EWA͏und͏EBL͏ im͏Jahr͏2013͏( vgl.͏Gutachten,͏S.͏23͏[ Bild͏4 ]͏und͏S.͏40͏[Tabelle͏13] ).͏ Diese͏und͏andere͏Unternehmen͏verfügten͏über͏Bandbreiten͏von͏ 856͏MHz͏ respektive͏860͏MHz͏ (vgl.͏ Gutachten,͏S.͏40,͏53͏f.):͏Cablecom͏(856͏MHz͏ab͏2009),͏EBL͏(860͏MHz͏ab͏ 2013),͏Energie͏Seeland͏(856͏MHz͏ab͏2013),͏InterGGA͏(856͏MHz͏ab͏2013),͏ WWZ͏ (860͏ MHz͏ ab͏ 2007),͏ Renet͏ (856͏ MH z͏ ab͏ 2008),͏ Flims͏ Electric͏ (856 MHz͏ab͏2010),͏GBM͏(860͏MHz͏ab͏2011),͏EWA͏ (856͏MHz͏ab͏2012)͏ und͏Valaiscom͏(860͏MHz͏ab͏2011). ͏ Mindestens͏d iese͏vom͏Gutachten͏genannten͏ Unternehmen͏hätten͏ somit͏grundsätzlich,͏ d.h.͏ unter͏ Umständen͏ unter͏Verzicht͏auf͏die͏Übertragung͏anderer͏Programme, ͏ über͏die͏erforderliche͏ Bandbreite͏ verfügt,͏ um͏ das ͏ erweiterte͏ Teleclub -Sportprogramm͏ zu͏ übertragen.͏

9.3.5.1.2 Zwar͏ waren͏ Kabelnetzbetreiber,͏ die͏ Radio -͏ und͏ Fernsehprogramme͏analog͏und͏digital͏anboten,͏bis͏zum͏Ende͏des͏Untersuchungszeitraums͏ verpflichtet,͏ gewisse͏ in -͏ und͏ ausländische͏ Programme͏ in͏ beiden͏ Technologien͏ zu͏ verbreiten͏ (Art.͏ 59͏ und͏ 60͏ RTVG),͏ was͏ entsprechende͏

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B-4003/2016 Seite 178 Übertragungskapazitäten͏erforderte.͏ Denn͏e in͏analoges͏TV -Programm͏beansprucht͏einen͏Kanal͏von͏7͏oder͏8͏MHz͏(vgl.͏ ERIC͏ KARSTENS,͏Fernsehen͏ digital,͏S.͏64͏und͏66;͏Gutachten͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏S.͏26,͏Bild͏5;͏ "Wie͏funktioniert͏digitales͏Fernsehen?",͏S.͏29,͏< www.suissegital.ch>,͏zuletzt͏abgerufen͏am͏27.01.2022 ),͏während͏d urch͏die͏digitale͏Datenkompression͏pro͏Frequenz͏oder͏Kanal͏über͏zehnmal͏mehr͏Signale͏übertragen͏werden͏können͏ (vgl.͏ OSTERWALDER,͏ a.a.O.,͏S.͏22;͏ Beschwerdeentscheid͏der͏ REKO/WEF͏ vom͏ 20.͏ März͏ 2003͏ i.S.͏ Cablecom/Teleclub,͏ Sachverhalt͏ Bst. A.,͏in:͏RPW͏2003/2͏S.͏406͏ff.;͏ Entscheid͏des͏Bundesrats͏vom͏5.͏Juni͏ 2001,͏in:͏ VPB͏65.88͏ E.͏2;͏ KAUMANNS/SIEGENHEIM/SJURTS͏ [Hrsg.],͏ Auslaufmodell͏Fernsehen?,͏ a.a.O.,͏ S. 188,͏ 222,͏ 334).͏ Die͏analoge͏Verbreitungspflicht͏(Must͏Carry -Pflicht)͏wurde͏in͏zwei͏Schritten͏aufgehoben͏(vgl.͏Verordnung͏ des͏ UVEK͏ vom͏ 5. Oktober͏ 20 07͏ über͏ Radio͏ und͏ Fernsehen͏ [SR 784.401.11],͏Änderung͏vom͏13.͏Mai͏2013): ͏ Per͏1.͏Juni͏2013͏entfiel͏die͏ Aufschaltverpflichtung͏ für͏ die͏ ausländischen͏ Programme͏ (ARD,͏ ORF͏ 1,͏ France͏ 2,͏ Rai͏ Uno,͏ ARTE,͏ 3͏ Sat,͏ TV5,͏ Euronews),͏ ab͏ 1. Januar͏ 2015͏ konnte͏auch͏auf͏die͏analoge͏Verbreitung͏der͏inländischen͏Must -Carry-TV-Programme͏ verzichtet͏ werden͏ (SRG -Programme,͏ regionale,͏ konzessionierte͏ Programme).͏ Bei͏Abgabe͏ eines͏ kostenlosen͏ Digital/Analog -Wandlers͏(Konverter)͏für͏den͏Empfang͏eines͏gleichwertigen͏digitalen͏Grundangebots͏wurden͏Kabelnetzbetreiber͏schon͏vor͏diesem͏Zeitpunkt͏von͏allen͏ analogen͏ Must -Carry-Pflichten͏ entbunden͏ (vgl.͏ "Kabelnetzbetreiber͏ können͏analoge͏Programme͏frei͏wählen",͏< www.bakom.admin.ch>,͏zuletzt͏abgerufen͏ am͏ 27.01.2022 ).͏ 2011͏ strahlten͏ die͏ KNU͏ nach͏ Angaben͏ von͏ Swisscable͏54͏analoge͏Programme͏ aus͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏Swis scable͏ vom͏15.͏Oktober͏2012͏S.͏7͏[act. 119]).͏Da͏die͏Must -Carry-Pflichten͏ je͏nach͏ Region͏ lediglich͏ 18͏ bis͏ 20͏ analoge͏ TV -Programme͏ betraf͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ Swisscable͏ vom͏ 15. Oktober͏ 2012͏ S.͏ 7͏ f.͏ [act.͏ 119];͏ "Übersicht͏ Must-Carry-Programme",͏ < www.bakom.admin.ch>,͏ zuletzt͏ abgerufen͏ am͏ 27.01.2022),͏ hätten͏ die͏KNU͏ die͏ Bandbreite͏für͏analoge͏ Programme͏bis͏ auf͏126͏bis͏160͏MHz͏reduzieren͏können.͏Die͏so͏freigewordene͏Kapazität͏ von͏140͏bis͏174͏MHz͏hätten͏sie͏grundsätzlich͏für͏das͏erweiterte͏Teleclub Sportprogramm͏ mit͏einer͏geschätzten͏Bandbreite͏von͏80͏MH z͏beanspruchen͏können͏( vgl.͏Stellungnahme͏Swisscable͏vom͏15.͏Oktober͏2012͏S.͏7͏ [act.͏119] ).͏ Zu͏diesem͏Schluss͏kam͏offenbar͏auch͏das͏Gutachten,͏wenn͏es͏ etwa͏in͏Bezug͏auf͏Quickline͏ festhält,͏ dass͏die͏Kapazitäten͏"nicht͏auf͏allen͏ zum͏ Verbund͏ gehörenden͏ Kabelnetzen"͏ vorhanden͏ gewesen͏ seien͏ (vgl.͏ -- 178 of 226 -B-4003/2016 Seite 179 Gutachten,͏S.͏57).͏Mit͏anderen͏Worten͏mussten͏einige͏KNU͏des͏Quickline Verbunds͏genügend͏Kapazitäten͏aufgewiesen͏haben.͏

9.3.5.1.3 Hinsichtlich͏ des͏ DVB -C-Standards͏ präzisiert͏ das͏ Gutachten,͏ dass͏dieser͏vor͏2013͏keine͏PPV -Funktionalität͏vorgesehen͏habe,͏so͏dass͏ der͏Einzelabruf͏der͏Live -Events͏auf͏Kabel͏nur͏in͏einer͏technisch͏proprietären,͏sehr͏aufwändigen͏Lösung͏zu͏realisieren͏gewesen͏wäre͏(vgl.͏Gutachten,͏S.͏28).͏ UPC͏ habe͏ PPV͏während͏des͏ganzen͏Untersuchungszeitraums͏ nicht͏angeboten͏(vgl.͏Gutachten,͏S.͏40͏ff.͏und͏S.͏66,͏Tabelle͏14͏"Entwicklung͏ der͏TV͏und͏VoD -Angebote͏von͏UPC͏ von͏2005 -2013").͏ Zu͏Quickline͏ hält͏das͏Gutachten͏fest,͏dass͏d ie͏ab͏August͏2010͏vermarktete͏T V-Plattform͏ "Quickline͏Verte!"͏zwar͏Funktionen͏wie͏Videos͏auf͏Abruf͏ermöglicht ͏ habe;͏ damit͏ sei͏ aber͏ der͏ Einzelabruf͏ von͏ Live -Inhalten͏ nicht͏ möglich͏ gewesen͏ (vgl.͏Gutachten,͏S.͏52͏ff.). ͏ Dagegen͏erklärte͏ein͏KNU͏gegenüber͏der͏Vor instanz,͏d er͏hbbtv -Standard͏ würde͏sich͏ eignen,͏um͏ein͏Angebot͏für͏Live Spiele͏von͏Teleclub͏ zu͏starten͏ (vgl.͏act.͏60,͏Antwort͏auf͏Frage͏12a).͏ Des͏ Weiteren͏führte͏ Cablecom͏ an͏der͏Anhörung͏ vom͏7.͏März͏2016͏ vor͏der͏Vor instanz͏ aus,͏ seit͏ die͏ Übertragungen͏ im͏ Kabelnetz͏ für͏ digitale͏ TV -Inhalte͏ nach͏DVB -Standard͏erfolg ten,͏ hätten͏ Kabelnetzbetreiber͏auch͏die͏Möglichkeit͏PPV -lnhalte͏anzubieten.͏Der͏Umstand,͏d ass͏ dies͏nicht͏getan͏werde, ͏ liege͏ eher͏ an͏den͏fehlenden͏Inhalten͏als͏an͏den͏fehlenden ͏ Funktionalitäten͏ der͏Plattformen͏(vgl.͏act. 476,͏S.͏ 4).

9.3.5.1.4 Da͏ während͏des͏Untersuchungszeitraums͏ offenbar͏weder͏Cable com͏noch͏der͏Quickline -Verbund͏über͏ein͏PPV -Angebot͏für͏Live -Spiele͏ verfügten͏und͏der͏entsprechende͏DVB -C-Standard͏erst͏2013͏eingeführt͏wur de,͏muss͏davon͏ausgegangen͏werden,͏dass͏für͏die͏KNU͏keine͏oder͏nur͏ eine͏erschwerte͏Möglichkeit͏bestanden͏hätte,͏Live -Spiele͏per͏PPV͏anzubieten.͏

9.3.5.1.5 Hinsichtlich͏Sunrise͏stellte͏das͏Gutac hten͏fest,͏dass͏ es͏Sunrise͏ durch͏die͏Implementierung͏von͏ADSL͏2+,͏den͏Einsatz͏von͏VDSL͏und͏Partnerschaften͏mit͏anderen͏Netz -Anbietern͏seit͏anfang s͏ 2012͏möglich͏gewesen͏ sei,͏eine͏höhere͏Anzahl͏an͏TV -Kanälen͏in͏SD͏(17͏Kanäle͏ab͏Mai͏2012)͏ und͏HD͏(20͏Kanäle͏ab ͏ September͏2012)͏zu͏transportieren͏und͏zusätzliche͏ TV-Applikationen͏zu͏vermarkten͏ (vgl.͏Gutachten,͏S.͏5 9͏ f.).͏ Die͏TV -Plattformen͏von͏Swisscom͏und͏Sunrise͏beruhten͏zwar͏beide͏auf͏DSL,͏doch͏seien͏ die͏TV -Angebote͏völlig͏unterschiedlich͏aufgebaut͏und͏implement iert;͏so͏sei͏ Sunrise͏auf͏Netstream͏angewiesen,͏u m͏den͏Endkunden͏einen͏IPTV -Service͏anbieten͏zu͏können͏("Managed͏Service").͏Sunrise͏bzw.͏ihre͏Partner͏ hätten͏ ein͏ PPV -Angebot͏ erst͏ auf͏ der͏ 2016͏ eingeführten͏ Sunrise͏TV͏ Box͏ UHD͏als͏Funktion͏ermöglicht͏und͏ab͏Dez ember͏2017͏kommerziell͏realisiert ͏ -- 179 of 226 -B-4003/2016 Seite 180 (vgl.͏Gutachten,͏S.͏62͏f.).͏ Die͏Funktion͏ "PPV͏von͏Live -TV"͏ habe͏während͏ des͏gesamten͏ –͏ langen͏ –͏ Untersuchungszeitraums͏(2005 -2013)͏nur͏Swiss com͏ angeboten͏ (vgl.͏ Gutachten,͏ S.͏ 14).͏ Das͏ Gutachten͏ kommt͏ z um͏ Schluss,͏" dass͏auc h͏die͏IPTV -Plattform͏von͏ Sunrise͏während͏des͏gesamten͏Untersuchungszeitraums͏nicht͏in͏der͏Lage͏war,͏das͏erweiterte͏Teleclub͏ Sportangebot͏einschliesslich͏PPV͏für͏Live -Inhalte͏zu͏übertragen"͏(vgl.͏Gutachten,͏ S.͏ 64).͏ Das͏ Gutachten͏ macht͏ indessen͏ keine͏ explizi te͏Aussage͏ darüber,͏ob͏ Sunrise͏ das͏erweiterte͏Sportangebot͏von͏Teleclub͏ ohne͏ PPV͏ für͏Live -Inhalte͏hätte͏übertragen͏können ͏ (vgl.͏Gutachten,͏S.͏64).͏Die͏Beschwerdegegnerin͏macht͏ diesbezüglich͏ geltend,͏sie͏hätte͏das͏vollständige͏ Teleclub-Sportangebot͏ im͏ Untersuchungszeitraum͏ ohne͏ Weiteres͏ ausstrahlen͏ können,͏ da͏ ihre͏ IPTV -Plattform͏ systembedingt͏ nicht͏ allfälligen ͏ Bandbreitenbeschränkungen͏der͏Kabelnetze͏unterlegen͏wäre.͏Des͏Weiteren͏ist͏in͏der͏Tat͏nicht͏ersichtlich,͏weshalb͏der͏Bei zug͏eines͏"Managed͏Service"͏ im͏ Vergleich͏zu͏ einer͏ selbst͏ entwickelten͏ IPTV-Lösung͏ die͏Qualität͏ oder͏den͏Umfang͏des͏Angebots͏ grundsätzlich͏negativ͏beeinflussen͏sollte ͏ (vgl.͏ Duplik͏ der͏ Beschwerdegegnerin,͏ Rz. 43,͏ 46).͏ Zudem͏ weist͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏darau f͏hin,͏dass͏das͏von͏Netstream͏für͏sie͏entwickelte͏ PPV-Angebot͏ heute͏(mit͏Anpassungen)͏auf͏der͏gleichen͏Plattform͏wie͏während͏ des͏ Untersuchungszeitraums͏ laufe.͏ Das͏ Parteigutachten͏ unterliege͏ der͏irrigen͏Vorstellung,͏PPV͏habe͏erst͏mit͏der͏"Aruba"͏ Set-Top͏Box͏ ("STB")͏ implementiert͏werden͏können,͏demgegenüber͏laufe͏PPV͏einwandfrei͏und͏ nachweislich͏auch͏auf͏der͏älteren͏"Entone"͏STB.͏Spätestens͏mit͏der͏Einführung͏von͏ADSL2+͏in͏ihrem͏Netz͏ab͏2008͏sei͏die͏Übertragung͏von͏PPC͏ und͏PPV͏ohne͏ weiteres͏ möglich͏gewesen͏(v gl.͏ Duplik͏der͏Beschwerdegegnerin,͏ Rz. 44͏ und͏ Fn.͏ 6 ).͏ Dass͏ diese͏ Anwendungsmöglichkeiten͏ bestanden,͏ bestreiten͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏ substantiiert.͏Sie͏weisen͏ auf͏einen͏Widerspruch͏der͏Beschwerdegegnerin͏ betreffend͏den͏für͏die͏Entwicklung͏der͏PPV -Funktion͏nötigen͏Aufwand͏sowie͏erneut ͏ auf͏das͏Gutachten͏hin͏ (vgl.͏Stellungnahme͏vom͏31.͏März͏2021,͏Rz.͏111͏ff.).͏ Das͏ Gutachten͏ erwähnt͏ zwar͏ die͏ von͏ der͏ Beschwerdegegnerin͏ genannte͏ "Entone"͏ STB͏ (vgl.͏Gutachten,͏Tabelle͏S.͏14),͏äussert͏sich͏aber͏weder͏zur͏" Aruba"͏STB͏ noch͏zu͏ allenfalls͏inexistenten͏ PPV-Möglichkeiten͏der͏"Entone"͏STB. ͏ Hinzu͏ kommt,͏ dass͏ selbst͏ das͏ Gutachten͏ davon͏ ausgeht,͏ dass͏ Sunrise͏Abrufe͏ von͏Live -TV-Sendungen͏hätte͏anbieten͏können,͏wenn͏sie͏Netstream͏mit͏ der͏ Implementierung͏ dieser͏ Funktion͏ beauftragt͏ hätt e͏ (vgl.͏ Gutachten,͏ S. 60).͏ Schliesslich͏ qualifiziert͏ das͏Gutach ten͏ Sunrise͏TV͏ anders͏ als͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ respektive͏der͏von͏ihnen͏zitierte͏SRF -Beitrag͏ nicht͏ als͏ Prototypen.͏ Damit͏ vermochten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏ über-- 180 of 226 -B-4003/2016 Seite 181 zeugende͏Darlegung͏der͏ Beschwerdegegnerin,͏ dass͏ sie͏ das͏erweiterte͏Teleclub-Sportangebot͏in͏Form͏von͏PPC͏hätte͏übertragen͏ und͏ Live-Sport͏als͏ PPV͏anbieten͏ können,͏nicht͏zu͏entkräften.

9.3.5.1.6 Als͏ Fazit͏ ist͏festzuhalten,͏dass͏ entgegen͏den͏Schlüssen͏des͏Privatgutachtens͏ zahlreiche͏KNU͏durch͏Kapazitätserweiterungen͏und͏Sunrise͏ durch͏ Einführung͏von͏ADS L+͏ im͏ Laufe͏des͏ Untersuchungszeitraums͏ die͏ Möglichkeit͏gehabt͏hätten,͏auch͏das͏erweiterte͏Sportprogramm͏von͏Teleclub͏ auszustrahlen.͏ Dagegen͏ hätten͏ die͏ KNU͏ im͏ Gegensatz͏ zu͏ Sunrise͏ PPV͏für͏Live -Sport͏mutmasslich͏ nur͏unter͏erschwerten͏Bedingungen͏ anbieten͏kön nen.

9.3.5.2 Höhere Provisionen bei den Drittplattformen Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ machen͏ geltend,͏ die͏ Preisunterschiede ͏ gegenüber͏Swisscom͏TV͏ seien͏angesichts͏der͏höheren͏Provisionen͏für͏die͏ Drittplattformen͏gerechtfertigt;͏diese͏seien͏das͏Ergebnis͏von͏Verhandlungen͏und͏reflektierten͏die͏unterschiedlichen͏Kosten͏der͏vielen͏verschiedenen͏Plattformen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏939͏ff.). Die͏Vorinstanz͏weist͏darauf͏hin,͏dass͏die͏Provisionen͏der͏Vertragspartner͏ stark͏variierten,͏demzufolge͏müssten͏auch͏die͏Endkundenpreise͏ bei͏allen͏ betroffenen͏Plattformanbietern͏unterschiedlich͏sein,͏dies͏sei͏aber͏ –͏ ausser͏ bei͏Swisscom͏ –͏ nicht͏der͏Fall.͏Somit͏erfolge͏die͏Festlegung͏des͏Endkundenpreises͏ nicht͏ in͏ Abhängigkeit͏ von͏ der͏ Provision ͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz. 755).͏ Aus͏den͏Akten͏ ergibt͏sich͏ beispielhaft,͏dass͏Te leclub͏sowohl͏Sunrise͏als͏ auch͏ U PC͏ eine͏ umsatzabhängige͏ Provision͏ bezahlt:͏ Die͏ Grundprovision͏ beträgt͏bei͏Sunrise͏ […] %͏ und͏erhöht͏sich͏ mit͏steigender͏Abonnentenzahl͏ (vgl.͏Vereinbarung͏zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise͏betreffe nd͏Teleclub͏Digital͏vom͏11./21.͏Mai͏2 012,͏Ziff.͏8.1͏[act.͏93]),͏bei͏U PC͏ […] %͏(bei͏Verbreitung͏ über͏ die͏Teleclub -Plattform)͏ respektive͏ […] %͏ (bei͏ Verbreitung͏über͏ die͏Plat tform͏von͏U PC),͏wobei͏ sie͏ sich͏nur͏beim͏Modell͏"Verb reitung͏über͏ die͏Plattform͏von͏U PC"͏mit͏steigender͏Abonnentenzahl͏erhöht͏( vgl.͏act. 68,͏ Antwort͏auf͏F rage͏9a,͏ Beilagen͏9.4͏ [Ziff.͏9.3]͏ und͏9.5͏ [Ziff.͏7.1] ).͏ Ungeachtet͏ dieser͏ Unterschiede͏ in͏ der͏ Provision͏ sind͏ die͏Teleclub -Endkundenpreise͏ bei͏Sunrise͏ und͏ UPC͏ gleich͏hoch͏ (vgl.͏E.͏9.3.3.1).͏ Wie͏die͏Vorinstanz͏kann͏ auch͏das͏Bundesverwaltungsgericht͏keine͏Abhängigkeit͏des͏Endkundenpreises͏von͏der͏durch͏Teleclub͏geleisteten͏Provision͏feststellen. ͏ Der͏ Rechtfertigungsgrund͏ überzeugt͏ nicht.

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9.3.5.3 Investitionsschutz Die͏Beschwerdeführerinnen͏bringen͏ weiter͏ vor,͏Swisscom͏habe͏sich͏mass geblich͏an͏der͏Realisierung͏und͏Produktion͏des͏Inhalts͏beteiligt͏und͏dabei͏ namhafte͏finanzielle͏Beiträge͏geleistet͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏880). ͏ Vorliegend͏ seien͏alle͏Effizienzkriterien͏erfüllt:͏Es͏werde͏ein͏zusätzliches͏Angeb ot͏ realisiert,͏das͏den͏Kunden͏ohne͏die͏Zusammenarbeit͏nicht͏zur͏Verfügung͏ stünde.͏D ie͏Zusammenarbeit͏sei͏unverzichtbar,͏um͏dieses͏erweiterte͏Angebot͏ zu͏ realisieren,͏ negative͏Auswirkungen͏ auf͏ den͏ TV -Plattformmarkt͏ seien͏nicht͏ersichtlich͏und͏der͏TV -Plattformwettbewerb͏werde͏durch͏die͏Zusammenarbeit͏von͏Swisscom͏und͏Teleclub͏sehr͏belebt.͏Zu͏berücksichtigen͏ sei͏namentlich͏auch,͏dass͏Swisscom͏TV͏in͏seinen͏Anfangszeiten͏ein͏gerichtlich͏ festgestelltes͏ Gebietsmonopol͏ der͏ Kabelnetze͏ habe͏ aufbrechen͏ müssen,͏um͏überh aupt͏als͏TV -Plattform͏Fuss͏zu͏fassen͏(vgl.͏Beschwerde,͏ Rz.͏ 943͏ ff.).͏ Schliesslich͏ weisen͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ darauf͏ hin,͏ dass͏die͏Koppelung͏des͏Sportpakets͏an͏das͏Basispaket͏gerechtfertigt͏sei:͏ Hauptgrund͏für͏die͏Koppelung͏sei͏das͏ international͏branchenübliche͏"buy͏ through"-Modell,͏ mit͏ dem͏Teleclub͏ Verbundvorteile͏ realisiere,͏ die͏ es͏ erst͏ ermöglichten,͏ dass͏ das͏ Sportpaket͏ für͏ lediglich͏ Fr.͏ 12.90͏ respektive͏ Fr. 9.90͏angeboten͏werden͏könne͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏893͏ff.).͏ Nach͏Auffassu ng͏der͏ Vorinstanz͏kann͏ weder͏ die͏Kombination͏von͏Angebots-͏ und͏Preisdifferenzierung͏ noch͏die͏Koppelung͏von͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏volkswirtschaftlich͏effizient͏sein.͏Zudem͏stehe͏einem͏allfälligen͏wettbewerbsfördernden͏Effekt͏durch͏den͏Neueintritt͏in͏den͏TV -Markt͏ein͏wettbewerbsverzerrender͏Effekt͏im͏Breitbandinternet͏gegenüber.͏Es͏lägen͏daher͏ keine͏ Effizienzgründe͏ vor,͏ welche͏ eine͏ Diskri minierung͏ rechtfertigen͏ könnten͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏761͏f f.). Zu͏berücksichtigen͏ist,͏dass͏es͏sich͏bei͏den͏geltend͏ gemachten͏Effizienzvorteilen͏nicht͏um͏rein͏betriebswirtschaftliche͏Zugewinne͏an͏Leistungsfähigkeit͏handeln͏darf.͏Nötig͏ist͏eine͏gesamtwirtschaftliche͏Betrachtung,͏d.h.͏ die͏Effizienzvorteile͏müssen͏zumindest͏teilweise͏über͏den͏Markt͏an͏weitere͏ Marktteilnehmer͏ weitergegeben͏ werden͏ (vgl.͏ Botschaft͏ des͏ Bundesrats͏ vom͏22.͏Februar͏2012͏zur͏Änderung͏des͏Kartellgesetzes͏und͏zum͏Bundesgesetz͏ über͏ die͏ Organisation͏ der͏ Wettbewerbsbehörde,͏ BBl͏ 2012͏ 3905͏ S. 3943;͏ BORER,͏ a.a.O.,͏ Art.͏ 5,͏ Rz.͏ 46;͏ PATRICK͏ L.͏ KRAUSKOPF͏ /͏ FELIX͏ SCHRANER,͏Kartellrechtliche͏Compliance:͏Praxistipps͏für͏Unternehmen͏und͏ Manager,͏Schulthess͏Manager͏Handbuch͏2017,͏S.͏65;͏ KRAUSKOPF/KAUF-MANN,͏ Rechtfertigungsgründe͏ bei͏ Wettbewerbsabreden,͏ S.͏ 71;͏ WEBER/ VOLZ,͏a.a.O.,͏Rz.͏2.376 ).͏So͏können͏etwa͏verbessert e͏Produkte͏Effizienzvorteile͏darstellen͏(vgl.͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏5,͏Rz.͏48;͏ SCHWALBE/ZIMMER,͏ -- 182 of 226 -B-4003/2016 Seite 183 Kartellrecht͏und͏Ökonomie,͏2.͏Aufl.͏2011,͏S.͏426,͏439),͏allerdings͏nur͏unter͏ der͏ soeben͏ erläuterten͏ Voraussetzung,͏ dass͏ sie͏ nicht͏ nur͏ der͏ eigenen͏ Kundschaft,͏sond ern͏dem͏Markt͏insgesamt͏zu gutekommen. Grundsätzlich͏ist͏festzuhalten,͏dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏mit͏ihren͏ Investitionen͏ in͏ ein͏breite s͏ Sportangebot͏im͏Pay -TV͏ein͏Angebot͏geschaffen͏ haben,͏ das͏ den͏ (sportbegeisterten)͏ Endkonsumenten ͏ zugutekommt,͏ aber͏ mit͏ einer͏ kombinierten͏ Angebots -͏ und͏ Preisdifferenzierung͏ sowie͏ letztlich͏mit͏Marktverlusten͏ anstatt͏ zusätzlicher͏ Nachfrage͏bei͏den͏Konkurrentinnen͏von͏Swisscom͏ einhergeht.͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏Swisscom -Kunden͏ für͏ den͏ Bezug͏ des͏ neuen͏ TV -Angebots͏ einen͏ Breitband-Internetanschluss͏ von͏ Swisscom͏ benötigen͏ (vgl.͏ act.͏ 101,͏ Antwort͏ auf͏ Frage͏ 17;͏ act. 448,͏ Beilage͏ 4 ),͏ was͏ die͏ ohnehin͏ starke͏Stellung͏ von͏ Swisscom͏ auf͏ dem͏Markt͏für͏Breitbandinternet͏ (vgl.͏etwa͏das͏ Gutachten͏der͏WEKO͏vom͏ 3. September͏2007,͏ "Schneller͏Bitstromzugang ",͏ in:͏ RPW͏2008/1͏S.͏222 ff.,͏ S.͏ 229)͏ und͏ damit͏ verbundenen͏ Märkten͏ verstärkte.͏ Daher͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ zu͏ Recht͏ festgestellt,͏ dass͏ die͏ Kombination͏ von͏Angebots -͏ und͏ Preisdifferenzierung͏trotz͏ Schaffung͏eines͏ neuen͏TV -Angebots͏ volkswirtschaftlich͏nicht͏effizient͏sein͏kann.͏ Des͏Weiteren͏ gelang͏es͏d en͏Beschwerdeführerinnen͏ auch͏ nicht͏ darzulegen,͏ inwiefern͏es͏ verhältnismässig͏sein͏ sollte,͏eine͏geringere͏Anzahl͏Sportkanäle͏mit͏einem͏höheren͏Endkundenpreis͏zu͏kombinieren;͏als͏milderes͏Mittel͏ wäre͏etwa͏die͏Bereitstellung͏einer͏ höheren͏ Anzahl͏ Sportkanäle,͏ das͏ Senken͏ des͏ Endkundenpreises͏ auf͏ Swisscom-Niveau͏ oder͏zumindest͏eine͏zeitliche͏Limitierung͏der͏ kombinierten͏ Angebots -͏ und͏ Preisdifferenzierung͏ in͏ Frage͏ gekommen.͏ Dieselbe͏ Überlegung͏hindert͏ die͏Rechtfertigung͏ als͏ neu͏ geschaffenes͏ Produkt͏ gegenüber͏ dem͏ Vorwurf͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ (vgl.͏ vorne,͏ E. 9.2.8.2.2). Was͏ die͏ Koppelung͏ von͏ Basis -͏ und͏ Sportpaket͏ betrifft,͏ haben͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏zu͏Recht͏darauf͏hingewiesen,͏dass͏das͏Sekretariat͏ der͏ Vorinstanz͏ im͏ Verfügungsantrag͏ eine͏ solche͏ als͏ branchenüblich͏ bezeichnet͏hat.͏Zudem͏hat͏ es͏ argumentiert,͏die͏mit͏der͏Koppelung͏verbundenen͏Effizienzgewinne͏(Ve rbundvorteile͏und͏tiefere͏Transaktionskosten,͏die͏ zu͏ tieferen͏ Endkundenpreisen͏ und͏ besserem͏ Spielfilmangebot͏ führen ͏ könnten)͏ vermöchten͏ möglicherweise͏ die͏Abschottungswirkung͏ de r͏ Koppelung͏ aufzuwiegen͏ (vgl.͏ Verfügungsantrag͏ vom͏ 21.͏ Juli͏ 2015,͏ Rz.͏ 606͏ [act.͏ 407]).͏ In͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏werden͏nunmehr͏keine͏"legitimate͏business͏reasons"͏hinsichtlich͏der͏diskriminierenden͏Koppelung͏anerkannt,͏ da͏ sie͏ auf͏ einem͏ von͏ hohen͏ Wechselkosten͏ und͏ neuen͏ Netzwerktechnologien͏geprägten͏Markt͏ zu͏Gunsten͏von͏Swissco m͏eine͏grosse͏ Wettbewerbsbeeinträchtigung͏entfalte͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏763). ͏ -- 183 of 226 -B-4003/2016 Seite 184 Es͏trifft͏zu,͏dass͏die͏deutschsprachigen͏Basis -͏ und͏Sportpakete͏auf͏allen͏ TV-Plattformen͏ einschliesslich͏ Swisscom͏ TV͏ nur͏ gekoppelt͏ angeboten͏ werden͏(vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏731;͏ Beschwerde,͏Rz.͏892).͏Insofern͏betreffen͏ Vor-͏ und͏Nachteile͏der͏Koppelung͏alle͏TV -Plattformen͏und͏deren͏Kunden.͏ Im͏ vorliegenden͏ Fall͏ sind͏ aber͏ nicht͏ allfällige͏ Effizienzgewinne͏ aufgrund͏ der͏Koppelung,͏sondern͏aufgrund͏der͏sich͏aus͏der͏Koppelung͏ergebenden͏ Diskriminierung͏ zu͏beurteilen.͏ Dabei͏geht͏es͏wie͏bereits͏ausgeführt͏um͏die͏ Möglichkeit͏der͏Swisscom -Kunden,͏der͏Koppelung͏mittels͏Bezug͏von͏PPV Sportinhalten͏zu͏entgehen.͏Diesbezüglich͏vermochten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏ darzulegen,͏ inwiefern͏die͏ damit͏ erzielten͏ Effizienzgewinne͏ im͏eingangs͏genannten͏Sinne͏ wettbewerbsfördernd͏sind.

9.3.5.4 Abwehrhandlung Schliesslich͏ erklären͏ die͏ Beschwerdeführerinnen,͏ Teleclub͏ sei͏ von͏ verschiedenen͏ KNU,͏ allen͏voran͏ Cablecom͏ und͏ Finecom,͏ bei͏der͏Aufschaltung͏des͏HD -Programmangebots͏und͏auch͏mit͏der͏Verwendung͏unsicherer͏ Verschlüsselungsmethoden͏ diskriminiert͏ und͏ im͏ Wettbewerb͏ behindert͏ worden.͏In͏einer͏solchen͏Situation͏könne͏Teleclub͏kein͏D iskriminierungsvorwurf͏ gemacht͏ werden͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 949͏ f.,͏ mit͏ Verweis͏ auf͏ act. 362).͏Dabei͏verweisen͏sie͏auf͏das ͏ Urteil͏des͏BGer͏2A.142/2003͏ in͏Sachen͏ "Cablecom/Teleclub".͏ Danach͏ ist͏ es͏ nicht͏ zum͏ Vornherein͏ ausgeschlossen,͏dass͏eine͏marktbeherrschende͏Unternehmung͏ihre͏beanstandete͏ Verhaltensweise͏ damit͏ rechtfertigt,͏ dass͏ sie ͏ eine͏ in͏ einem͏ anderen͏ Bereich͏ marktbeherrschende͏ Anbieterin͏ daran͏ hindern͏ will,͏ ihrerseits͏ Marktzutrittsschranken͏ zu͏ errichten͏ und͏ dort͏ wirksamen͏ Wettbewerb͏ zu͏ verunmöglichen͏ (vgl.͏ Urteil͏des͏BGer͏2A.142/2003 ͏ E. 5.2.2,͏ "Cablecom/Teleclub").͏Inwiefern͏die͏Beschwerdeführerinnen͏mit͏ihrem͏Verhalten͏eine͏allenfalls͏unzulässige͏Verhaltensweise͏ der͏ von͏ ihnen͏genannten͏ KNU͏verunmöglichen͏ können͏(im͏Sinne͏der͏bundesgerichtlichen͏Rechtsprechung),͏ ist͏ nicht͏ersichtlich.͏ Soweit͏ sie͏ sich͏mit͏ihrem͏Ar gument͏ implizit͏auf͏Notwehr͏als͏(übergesetzlichen)͏ Rechtfertigungsgrund͏ berufen͏ (vgl.͏ KRAUSKOPF/KAUFMANN,͏ Rechtfertigungsgründe͏bei͏Wettbewerbsabreden,͏a.a.O.,͏ S.͏68͏ ff.͏ [nachfolgend:͏ Rechtfertigungsgründe͏ bei͏ Wettbewerbsabreden] )͏ und͏ ein͏ solcher͏ überhaupt͏ anerkannt͏werden͏kann,͏ sind͏verschiedene͏Voraussetzungen͏zu͏erfüllen;͏so͏ist͏e ine͏Notwehrhandlung͏ausgeschlossen,͏wenn͏staatliche͏Behörden͏ (Wettbewerbsbehörden͏ oder͏ Gerichte)͏ einen͏ hinreichend͏ effektiven͏ Rechtsschutz͏ gewährleisten͏ (vgl.͏ KRAUSKOPF/KAUFMANN,͏ Rechtfertigungsgründe͏ bei͏ Wettbewerbsabreden,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 70).͏ Dass͏ dies͏ vorliegend͏nicht͏der͏Fall͏ist,͏wird͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏zu͏Recht͏nicht͏ -- 184 of 226 -B-4003/2016 Seite 185 geltend͏gemacht.͏ Demzufolge͏können͏sie͏sich͏nicht͏auf͏eine͏legitime͏Abwehrhandlung͏als͏Rechtfertigung sgrund͏stützen.

9.3.5.5 Fazit Rechtfertigungsgründe Die͏Beschwerdeführerinnen͏können͏sich͏daher͏ weder͏auf͏ Effizienzgründe͏ noch͏ auf͏ andere͏Gründe͏ berufen,͏ um͏ ihr͏ diskriminierendes͏ Verhalten͏ zu͏ rechtfertigen.

9.3.6 Diskriminierung von Handelspartnern: Fazit Es͏ergibt͏sich,͏dass͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ihre͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏im͏untersuchungsrelevanten͏Zeitraum͏missbraucht͏ha ben,͏indem͏ Teleclub͏ den͏ mit͏Swisscom͏TV͏konkurrierenden͏TV -Plattformen͏ das͏kombinierte͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏zu͏einem͏für͏die͏ Endkonsumenten͏im͏Vergleich͏zu͏Swisscom͏TV͏teureren͏Preis͏bei͏gleichzeitig͏auf͏die͏Sportkanäle͏ 1-3͏eingeschränkter͏Auswahl͏bereit stellte.͏Des͏Weiteren͏hatten͏die͏Abonnenten͏der͏mit͏Swisscom͏TV͏konkurrierenden͏Plattformen͏keine͏Möglichkeit,͏ der͏ Koppelung͏vo n͏Basis -͏ und͏Sportpaketen͏durch͏PPV -Bezüge͏ zu͏ entgehen.͏ Schliesslich͏ bot͏ Teleclub͏ nur͏ vereinzelten͏ TV -Plattformen͏ die͏ Möglichkeit,͏das͏Teleclub -Programm͏selbst͏(direkt/parallel)͏zu͏vermarkten. ͏ Zumindest͏d ie͏Diskriminierung͏durch͏unterschiedlichen͏Umfang͏de s͏Teleclub-Sportangebots͏und͏durch͏die͏unterschiedliche͏Verfügbarkeit͏von͏Teleclub-Sportübertragungen͏per͏ PPV͏ waren͏dazu͏geeignet,͏ die͏mit͏ Swiss com͏TV͏konkurrierenden͏TV -Plattformen͏im͏Wettbewerb͏gegenüber͏Swiss com͏TV͏zu͏behindern.͏Schliesslich͏können͏si ch͏d ie͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏keine͏Gründe͏stützen,͏die͏ihr͏Verhalten͏rechtfertigen.͏Damit͏ist͏der͏ Tatbestand͏der͏Diskriminierung͏von͏Handelspartnern͏erfüllt͏(Art.͏7͏Abs.͏1͏ Bst.͏b͏KG).

9.4 Erzwingung unangemessener Preise oder sonstiger Geschäftsbedingungen im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Bst. c KG

9.4.1 Rechtliche Grundlagen Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏c͏KG͏erlaubt͏eine͏Intervention͏durch͏die͏Wettbewerbsbehörden,͏wenn͏folgende͏Tatbestandselemente͏kumulativ͏gegeben͏sind:͏ a)͏ Marktbeherrschung͏durch͏ein͏Unternehmen,͏das͏ b)͏ durch͏ Erzwingung͏ gegenüber͏ der͏ Marktgegenseite͏ (d.h.͏ dem͏ Vertragspartner͏als͏Nachfrager)͏ -- 185 of 226 -B-4003/2016 Seite 186 c)͏ unangemessene͏Preise͏oder͏sonstige͏Geschäftsbedingungen͏ durchsetzen͏kann,͏ d) ohne͏ dass͏ objektive͏ Rechtfertigungsgründe͏ vorliegen͏ (vgl.͏ BVGE͏ 2011/32͏E. 12.1,͏"Terminierungspreise͏Mobilfunk";͏ AMSTUTZ/CARRON,͏ BSK-KG,͏Art. 7,͏Rz.͏37 4͏ ff.).͏ Das͏Merkmal͏des͏"Erzwingens"͏ist͏unter͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏c͏KG͏selbständig͏ zu͏prüfen͏und͏ergibt ͏ sich͏nicht͏ bereits͏ aus͏der͏marktbeherrschenden͏Stellung͏ (vgl.͏BGE͏137͏II͏199͏E.͏4.3.4,͏"Terminierungspreise͏Mobilfunk").͏Ein͏ Zwang͏ liegt͏ in͏ der͏ Regel͏ vor,͏ wenn͏ für͏ die͏ betroffene͏ Marktgegenseite͏ keine͏zumutbaren͏Ausweichmöglichkeiten͏zu͏den͏Produkten͏oder͏Dienstleistungen͏bestehen,͏die͏unangemessenen͏Preisen͏o der͏Geschäftsbedingungen͏unterliegen͏( vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 2.668͏f.).͏ Teilweise͏wird͏ gefordert,͏dass͏nur͏marktbezogene͏Ausweichmöglichkeiten͏für͏die͏Beurteilung͏einer͏Erzwingung͏in͏Betracht͏fallen.͏Andere,͏z.B.͏rechtliche͏Ausweichmöglichkeiten͏ (Rec htsbehelfe),͏ stünden͏ den͏ Marktteilnehmern͏ üblicherweise͏nicht͏ unmittelbar͏ als͏angebots -͏ und͏nachfragegesteuerte͏Transaktionsmöglichkeiten͏ zur͏ Verfügung͏ (vgl.͏ etwa:͏ MICHAEL͏ VLCEK,͏ Die͏ Erzwingung͏ unangemessener͏ Preise͏ im͏ Kartell -͏ und͏ Fernmelderecht,͏ Zürich͏ 2013,͏ Rz. 469͏und͏473;͏implizit͏auch͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz. 2.669,͏welche͏ zumutbare͏Ausweichmöglichkeiten͏ zu͏ "Produkten͏ und͏ Dienstleistungen"͏ nennen).͏ Indessen͏ lässt͏ d as͏ Bundesgericht͏ auch͏ rechtliche͏ Ausweichmöglichkeiten͏ wie͏ das͏ vorne͏ erwähnte͏ fernmelderechtliche͏ Interkonnektionsverfahren͏(nach͏aArt.͏11͏Abs.͏3͏FMG͏[AS͏1997͏2187])͏genügen͏ (vgl.͏ BGE͏137͏II͏199͏E.͏5.4,͏"Terminierungspreise͏Mobilfunk"). Preise͏ oder͏Geschäftsbedingungen͏ sind͏unangemessen,͏wenn͏sie͏offensichtlich͏ missbräuchlich͏ sind,͏ nämlich͏ in͏ einem͏ offensichtlichen͏ Missverhältnis͏zum͏Wert͏der͏Leistung͏stehen͏( vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz. 2.662;͏ LUCAS͏ DAVID/RETO͏ JACOBS,͏ Schweizerisches͏ Wettbewerbsrecht,͏ 5.͏Aufl.͏ 2012,͏Rz. 731).͏ Ziel͏der͏Missbrauchskontrolle͏ist͏der͏Schutz͏des͏ Wettbewerbs,͏ nicht͏ der͏ Schutz͏ einzelner͏ Unternehmen,͏ welche͏ sich͏ selbstverschuldet͏von͏einem͏marktbeherrschenden͏Unternehmen͏übervorteilen͏lassen͏( vgl.͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz. 2.662;͏ DUCREY,͏a.a.O.,͏Rz.͏1679).͏ Geschäftsbedingungen͏ sind͏ grundsätzlich͏ unange messen,͏ wenn͏ sie͏ das͏ marktbeherrschende͏ Unternehmen͏ exzessiv͏ begünstigen͏ (vgl.͏ AMSTUTZ/ CARRON,͏ BSK -KG,͏Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 403 ).͏ Die͏ Unangemessenheit͏ ist͏ somit͏ im͏ Rahmen͏einer͏Abwägung͏zwischen͏den͏Interessen͏des͏marktbeherrschenden͏Unternehmens͏und͏der͏Wirtschaf tsfreiheit͏des͏Geschäftspartners͏ zu͏ bestimmen͏und͏hat͏sich͏am͏Grundsatz͏der͏Verhältnismässigkeit͏zu͏orientieren͏ (vgl.͏ AMSTUTZ/CARRON,͏ BSK -KG,͏ Art.͏ 7,͏ Rz.͏ 404;͏ WEBER/VOLZ,͏ -- 186 of 226 -B-4003/2016 Seite 187 a.a.O.,͏ Rz.͏ 2.682͏ und͏ 2.686;͏ STÄUBLE/SCHRANER,͏ DIKE -KG,͏ Art.͏ 7,͏ Rz. 413).͏

9.4.2 Vorgebrachte Argumente Die͏ Vorinstanz͏ wirft͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ vor,͏ Teleclub͏ habe͏ mit͏ Cablecom͏ und͏ Sunrise͏ eine͏ sog.͏ Content -Akquisitionsklausel͏ vereinbart͏ bzw.͏ auferlegt.͏ Diese͏ verbiete͏ es͏ den͏ grössten͏ Konkurrentinnen͏ von͏ Swisscom͏im͏TV -Plattformwettbewerb,͏Content͏zu͏akquirieren,͏was͏einem͏ Konkurrenzverbot͏auf͏einem͏vorgelagerten͏Markt͏gleichkomme.͏Cablecom͏ und͏Sunrise͏hätten͏nicht͏auf͏ein͏anderes͏Produkt͏ausweichen͏können,͏sondern͏seien͏zwingend͏auf͏Teleclub͏für͏den͏Bezug͏von͏Live -Übertragungen͏ der͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeymeisterschaft͏ angewiesen͏ gewesen.͏Es͏bestehe͏auch͏kein͏Austausch͏von͏Leistung͏und͏angemessener͏Gegenleistung͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏783͏ff.). Die͏Beschwerdeführerinnen͏halten͏dagegen,͏die͏Content -Akquisitionsklausel͏ sei͏ von͏ der͏ Vorinstanz͏ im͏ Rahmen͏ der͏ Untersuchung͏ i.S.͏ Teleclub/Cablecom/Swisscom͏als͏kartellrechtlich͏unbedenklich͏eingestuft͏worden.͏Abgesehen͏davon͏sei͏ sie͏ angemessen,͏da͏sie͏Teleclub͏keineswegs͏ stark͏begünstige͏und͏weder͏Cablecom͏noch͏Sunrise͏offensichtlich͏a usgebeutet͏ würden;͏ sie͏stelle͏einen͏angemessenen͏Gegenwert͏ zum͏Ausdünnungsverbot͏und͏des͏Verbots͏zur͏Kundenabwerbung͏dar. ͏ Die͏Klausel͏ sei͏ weder͏gegenüber͏Cablecom͏noch͏gegenüber͏Sunrise͏erzwungen͏worden,͏ sondern͏ das͏Ergebnis͏von͏Verhandlungen,͏bei͏denen͏Te leclub͏wenig͏Spielraum͏ gehabt͏ habe.͏ Cablecom͏ sei͏ mit͏ der͏ Klausel͏ explizit͏ einverstanden͏ gewesen͏ und͏ Sunrise͏ sei͏ sie͏ gleichgültig͏ gewesen.͏ Des͏ Weiteren͏ sei͏ in͏ Bezug͏auf͏Sunrise͏eine͏Wettbewerbsbehinderung͏schon͏deshalb͏ausgeschlossen,͏weil͏sich͏Sunrise͏nich t͏um͏Content͏für͏eigene͏Pay -TV-Angebote͏ im͏Sportbereich͏bemühe;͏in͏Bezug͏auf͏Cablecom͏sei͏sie͏ausgeschlossen,͏ weil͏sich͏Cablecom͏nicht͏an͏die͏Klausel͏gehalten͏habe.͏Schliesslich͏sei͏die͏ Content-Akqusitionsklausel͏aus͏wirtschaftlichen͏und͏Effizienzgründen͏g erechtfertigt,͏da͏ohne͏sie͏das͏Geschäftsmodell͏von͏Teleclub͏sinnentleert͏und͏ die͏ wirtschaftliche͏ Existenz͏ von͏ Teleclub͏ in͏ Frage͏ gestellt͏ sei͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏ 952͏ff.;͏Replik,͏Rz. 234͏ff.).͏ Zudem͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏dass͏die͏Co ntent-Akquisitionsklausel͏während͏des͏ untersuchungsrelevanten͏ Zeitraums͏ nie͏ zur͏ Anwendung͏ habe͏ kommen͏ können,͏da͏in͏diesem͏Zeitpunkt͏keine͏Versteigerungen͏stattgefunden͏hätten.͏ Entsprechend͏ werde͏ in͏ der͏ Eckpunkte -Ergänzungsvereinbarung͏ mit͏ Sunrise͏ festgeha lten,͏ dass͏ die͏ Klausel͏ nicht͏ zur͏Anwendung͏ gelangt͏ sei͏ und͏ersatzlos͏gestrichen͏werde͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏304͏f.).

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B-4003/2016 Seite 188 Die͏Beschwerdegegnerin͏weist͏darauf͏hin,͏dass͏der͏Content -Akquisitionsklausel͏ k eine͏ Gegenleistung͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ gegenübergestanden͏ habe.͏Insofern͏sei͏d iese͏Bestimmung͏ in͏ihrem͏Falle͏ einseitig͏erzwungen͏ worden.͏ Das͏Content -Akquisitionsverbot͏ habe͏ einzig͏der͏Verhinderung͏von͏ Wettbewerb͏auf͏den͏Beschaffungsmärkten͏für͏exklusive͏Pay TV͏ Übertragungsrechte͏ gedient.͏ Die͏ Klausel͏ habe͏ ihren͏ Verhaltensspielraum͏ insofern͏ beschränkt,͏ als͏sie͏ ihre͏Geschäftspolitik͏ auf͏die͏vereinbarte͏ Klausel͏ habe͏ ausrichten͏ müssen͏ und͏damit͏eine͏eigenständige͏Akquisition ͏ von͏Übertragungsrechten͏gar͏nicht͏als͏Option͏in͏Betracht͏ habe͏ ziehen͏ können.͏ Insofern͏ habe͏ sich͏ das͏ Content -Akquisitionsverbot͏ (zumindest)͏ bis͏ zum͏Zeitpunkt͏aus gewirkt,͏ als͏es͏von͏der͏ Vorinstanz͏ ausdrücklich͏als͏nichtig͏bezeichnet͏ worden͏sei,͏was͏(frühestens)͏im ͏ Zeitpunkt͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏gesch ehen͏sei͏ (vgl.͏Beschwerdeantwort,͏Rz.͏56͏ff.).͏ Die͏in͏ der͏Ergänzungsvereinbarung͏2017͏enthaltene͏Erklärung,͏wonach͏die͏Klausel͏nicht͏zur͏Anwendung͏gelangt͏sei,͏sei͏inhaltlich͏weder͏korrekt͏noch͏vermöchte͏sie͏die͏durch͏die͏Klausel͏erreichte͏Wettbewerbsverzerrung͏rückwirkend͏zu͏relativieren͏(vgl.͏Dupli k,͏Rz.͏51).

9.4.3 Beweiswürdigung

9.4.3.1 Die Vertragsklauseln betreffend den Content-Erwerb In͏Ziffer͏4.2͏des͏Vertrags͏vom͏Oktober͏2006͏"über͏die͏Verbreitung͏und͏Vermarktung͏ des͏ Teleclubprogrammangebots͏ durch͏ Cablecom"͏ hat͏ sich͏ Cablecom͏gegenüber͏Teleclub͏für͏mindesten s͏ 5͏ Jahre͏(Ziff.͏13)͏verpflichtet,͏ "keine͏ Contentakquisition͏ hinsichtlich͏ der͏ im͏ Zeitpunkt͏ des͏Abschlusses͏ dieses͏Vertrags͏im͏Teleclub -Kabelangebot͏enthaltenen͏Programme͏zu͏betreiben,͏solange͏und͏soweit ͏ der͏betreffende͏Content͏im͏Tel eclub͏Kabelangebot͏enthalten͏ist"͏(act.͏68,͏Beilage͏9.5,͏Ziff.͏4.2 ).͏ Im͏ Gegenzug͏ verpflich-tete͏sich͏Teleclub,͏von͏einer͏Ausdünnung͏des͏Programmangebots͏zugunsten͏von͏Teleclub -Angeboten͏auf͏anderen͏Verbreitungsplattformen͏Abst and͏ zu͏nehmen͏ und͏das͏Teleclub -Kabelangebot͏i n͏den͏Pro grammsegmenten͏ "Premium-Spielfilm"͏ und͏ "Sportfarben"͏ mindestens͏im͏bestehenden͏Rahmen͏ zu͏ erhalten͏ (act.͏ 68,͏ Beilage͏ 9.5,͏ Ziff.͏ 4.2;͏ nachfolgend:͏ "Ausdünnungsverbot").͏ In͏vergleichbarer͏Weise͏hat͏sich͏S unrise͏in͏Ziffer͏3͏der͏Vereinbarung͏vom͏ Mai͏2012͏betreffend͏"Teleclub͏Digital"͏gegenüber͏Teleclub͏für͏mindestens͏ 3͏Jahre͏(Ziff.͏13)͏verpflichtet,͏keine͏Content -Akquisition͏hinsichtlich͏der͏im͏ Zeitpunkt͏des͏Vertragsabschlusses͏im͏"Teleclub͏Digital" -Angebot͏ enthaltenen͏SD -Programme͏zu͏betreiben͏oder͏solchen͏Content͏auf͏der͏"Sunrise͏ TV"-Plattform͏zu͏vertreiben,͏solange͏und͏soweit͏der͏ betreffende͏Content͏ -- 188 of 226 -B-4003/2016 Seite 189 im͏"Teleclub͏Digital" -Angebot͏enthalten͏ist͏(Beilage͏act.͏93,͏Ziff.͏3 ).͏ Im͏Gegenzug͏hat͏Teleclub͏die͏Absicht ͏ bekundet,͏ das͏ Teleclub͏Digital -Angebot͏in͏ den͏ Programmsegmenten͏ "Premium͏Spielfilm "͏ und͏ "Sportfarben͏ "mindestens͏ im͏ bei͏ Vertragsschluss͏ bestehenden͏ Rahmen͏ zu͏ erhalten "͏ (Beilage͏ act.͏93,͏Ziff.͏3 ). In͏der͏ Eckpunkte-Ergänzungsvereinbarung͏ zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise͏ vom͏22.͏Mai͏2017 ͏ wurde͏festgehalten,͏dass͏die͏vorgenannte͏Ziffer͏3͏betreffend͏die͏Erhaltung͏des͏Kernangebots ͏ nicht͏zur͏Anwendung͏gelangt͏sei͏ und͏als͏ersatzlos͏gestrichen͏gelte͏(vgl.͏Beilage͏9͏z ur͏Beschwerdeantwort,͏ Ziff.͏12).

9.4.3.2 Prüfung der faktischen Ausweichmöglichkeiten Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ machen͏ nicht͏ geltend,͏ dass͏ Cablecom͏ und͏ Sunrise͏eine͏andere͏Möglichkeit͏gehabt͏hätten,͏als͏die͏ Inhalte͏der͏ Teleclub-Sportkanäle͏1 -3͏ über͏Teleclub͏zu͏bez iehen.͏Stattdessen͏führen͏sie͏aus,͏die͏ Content-Akquisitionsklausel͏sei͏bei͏Cablecom͏das͏Ergebnis͏von͏Verhandlungen͏gewesen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏960),͏und͏Sunrise͏sei͏die͏Klausel͏ gleichgültig͏gewesen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏972),͏zudem͏sei͏sie͏nicht͏zur͏ Anwendung͏gelangt͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏304). Die͏ Vorinstanz͏ befragte͏sowohl͏ Cablecom͏ als͏ auch͏ Sunrise͏ zu͏den͏ Verhandlungen,͏ die͏ letztlich͏ zur͏ Content -Akquisitionsklausel͏ geführt͏ haben͏ (vgl.͏Auskunftsbegehren͏vom͏12.͏Juni͏2013,͏act.͏ 186͏f.͏[je͏Fragenkomplex͏ A.]).͏ Die͏Vorinstanz͏erhielt͏folgende͏Antworten:͏ Cablecom͏ erklärte,͏ angesichts͏ der͏marktbeherrschenden͏Stellung͏von͏Teleclub͏im͏ Premium͏Pay TV-Geschäft͏ habe͏ die͏konkrete͏Befürchtung͏bestanden,͏dass͏Teleclub͏sein͏ Angebot͏über͏die͏Kabelnetze͏systematisch͏ausdünnen ͏ könnte,͏um͏so͏der͏ in͏den͏Markt͏eintretenden͏konzernverbundenen͏Swisscom͏einen͏Wettbewerbsvorteil͏zu͏verschaffen;͏daher͏sei͏das͏Ausdünnungsverbot͏von͏fundamentaler͏Bedeutung͏gewesen.͏Cablecom͏habe͏nur͏die͏Wahl͏gehabt,͏auf͏ die͏Verpflichtung͏zum͏Erhalt͏des͏K ernangebots͏zu͏verzichten,͏was͏aus͏damaliger͏ Sicht͏ nicht͏ akzeptabel͏ gewesen͏sei,͏ oder͏ das͏Akquisitionsverbot͏ zu͏akzeptieren.͏Anders͏wäre͏es͏nicht͏zu͏einer͏vertraglichen͏Einigung͏gekommen͏(act.͏260,͏Antwort͏auf͏Frage͏2d). ͏ Nach͏Aussage͏von͏Sunrise͏wäre͏ ein͏Z ustandekommen͏des͏Vertrages͏ohne͏die͏das͏Content -Akquirierungsverbot͏ enthaltende͏ Ziffer͏ 3͏ "wohl͏ gescheitert"͏ (vgl.͏ act.͏ 262,͏Antwort͏ auf͏ Frage͏8e).͏ Dass͏dies͏zumindest͏bei͏Cablecom͏der͏Fall͏gewesen͏wäre,͏wird͏ durch͏eine͏ Aussage͏von͏Teleclub͏im͏Rahmen͏der͏U ntersuchung͏ "32-0153:͏ Teleclub/Cablecom/Swisscable"͏ ("Die͏in͏Ziffer͏4.2͏vorgesehenen͏Garantien͏ -- 189 of 226 -B-4003/2016 Seite 190 sind͏eine͏Grundvoraussetzung͏für ͏ die͏Zusammenarbeit͏ z wischen͏Cable com͏ und͏Teleclub͏ im ͏ Rahmen͏ der͏ abgeschlossenen͏ Verträge ")͏ bestätigt͏ (vgl.͏act.͏448,͏Beilage͏ 2,͏Rz.͏4). Diese͏Aussagen͏zeigen͏den͏Druck͏auf,͏dem͏Cablecom͏und͏Sunrise͏a ngesichts͏des͏Umstands,͏dass͏die͏Teleclub -Sportkanäle͏1 -3͏respektive͏die͏entsprechenden͏Sportübertragungen͏nur͏via͏Teleclub ͏ erhältlich͏waren,͏ausgesetzt͏ware n.

9.4.3.3 Prüfung der rechtlichen Ausweichmöglichkeiten Die͏Beschwerdeführerinnen͏ weisen͏ darauf͏hin,͏eine͏Erzwingung͏ sei͏auch͏ ausgeschlossen,͏weil͏eine͏behördliche͏Überprüfung͏ bei͏der͏Vorinstanz͏ im͏ Rahmen͏ des͏ Untersuchungsverfahrens͏ 32 -0153͏ in͏ Sachen͏ Teleclub/ Cablecom/Swisscable͏ angestrengt͏worden͏sei͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz. 964͏ und͏968;͏act.͏448,͏Rz. 588͏ff.). Diese͏ Sachlage͏ präsentiert͏sich͏ wie͏folgt:͏ Mit͏Schreiben͏vom͏16.͏November͏ 2006͏ beantragte͏ Teleclub͏ bei͏der͏ Vorinstanz͏ die͏ Einstellung͏des͏ von͏Teleclub͏ angestrengten͏ Untersuchungsverfahrens͏ 32-0153͏ gegen͏ Cablecom͏ (vgl.͏ act.͏ 448,͏ Beilage͏ 1). ͏ Nach͏ einer͏ entsprechenden͏Aufforderung͏ der͏ Vorinstanz͏ erörterte͏ Teleclub͏ mit͏ Eingabe͏ vom͏ 2.͏April͏ 2007͏ die͏ Hintergründe͏bezüglich͏Ziffer͏4.2͏des͏Vertrags͏über͏die͏Verbreitung͏und͏Vermarktung͏des͏Teleclub -Programmangebots͏durch͏Cablecom͏ (vgl.͏act. 448,͏Beilage͏ 2).͏ Schliesslich͏ stellte͏ die͏ Vorinstanz͏ das͏ Verfahren͏ 32-0153͏ am͏ 4. Juni͏ 2007͏ ein͏ (vgl.͏ RPW͏ 2007/3,͏ S.͏ 400).͏ Im͏ Begleitschreiben͏ vom͏ 5. Juni͏2007͏ zur͏Einstellungsverfügung͏ teilte͏ das͏Sekretariat͏ Teleclub͏mit,͏ "dass͏die͏uns͏mit͏dem͏Anzeigenrückzug͏eingereichten͏Verträge͏nach͏Auffassung͏ des͏ Sekretariats͏ aufgrund͏ der͏ vorliegenden͏ Umstände͏ und͏ der͏ von͏Ihnen͏gemachten͏Erläuterungen͏keine͏Klau seln͏enthalten,͏die͏wettbewerbsrechtlich͏problematisch͏erscheinen"͏(vgl.͏act.͏448,͏Beilage͏3). Es͏trifft͏somit͏zu,͏dass͏die͏mit͏Cablecom͏vereinbarte͏Content -Akquisitionsklausel͏behördlich͏überprüft͏worden͏ist.͏ Soweit͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ jedoch͏die͏Au ffassung͏vertreten,͏mit͏der͏Überprüfung͏der͏strittigen͏Klausel͏ durch͏das͏Sekretariat͏der͏Wettbewerbskommission͏sei͏eine͏rechtliche͏Ausweichmöglichkeit͏geschaffen͏worden,͏irren͏sie͏sich:͏Das͏Bundesgericht͏anerkannte͏im͏Fall͏ "Terminierungspreise͏Mobilfunk"͏ lediglich͏ein͏ausserhalb͏ der͏ Kartellrechtsordnung͏stehendes͏Verfahren,͏ in͏jenem͏ Fall͏war͏ es ͏ das͏ Interkonnektionsverfahren,͏ als͏ rechtliche͏Ausweichmöglichkeit͏ (vgl.͏ BGE͏ 137͏II͏199͏E. 5.4,͏"Terminierungspreise͏Mobilfunk" ).͏Ein͏solches͏Verfahren͏ ist͏im͏vorli egenden͏Verfahren͏nicht͏ersichtlich.

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9.4.4 Rechtliche Würdigung Bei͏den͏strittigen͏Content -Akquisitionsklauseln͏handelt͏es͏sich͏um͏eine͏Geschäftsbedingung,͏ die͏ einem͏ Konkurrenzverbot͏ auf͏ einem͏ vorgelagerten͏ Markt͏gleichkommt,͏wie͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏festgeha lten͏hat͏(vgl.͏Verfügung,͏ Rz.͏ 783),͏ wurden͏ doch͏ Cablecom͏ und͏Sunrise͏ vertraglich͏ daran͏ gehindert,͏bei͏zukünftigen͏Vergaben͏von͏Spielfilm -͏ und͏Sportübertragungsrechten͏mitzubieten͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏794). Zwingt͏ ein͏ marktbeherrschendes͏ Unternehmen͏ einem͏ G eschäftspartner͏ für͏einen͏bestimmten͏Geschäftsbereich͏ein͏Konkurrenzverbot͏auf,͏so͏kann͏ darin͏unter͏Umständen͏eine͏nach͏Art.͏7͏KG͏unzulässige͏Verhaltensweise͏ liegen͏(vgl.͏BGE͏124͏III͏495 ͏ E.͏2a,͏mit͏Verweis͏auf͏ DALLAFIOR,͏in:͏Homburger͏et͏al.,͏Kommentar͏zum ͏ schweizerischen͏Kartellgesetz,͏Art. 7,͏Rz.͏122͏ f.;͏ URS͏ EGLI,͏ Die͏Bedeutung͏des͏Kartellrechts͏in͏der͏Vertragspraxis͏ [2.͏Teil ],͏ in:͏recht͏ 2014͏S.͏67,͏S.͏72 ).͏ Teleclub͏ bezweckte͏ mit͏den͏Content -Akquisitionsklauseln,͏ sein͏ Angebot͏ zu͏ schützen,͏indem͏TV -Plattformbetreiber͏wie͏Cablecom͏daran͏gehindert͏werden,͏die͏wichtigsten͏Programme͏von͏Teleclub͏in͏ihr͏Programm͏zu͏übernehmen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏985).͏Ansonsten͏würden͏in͏den͏Worten͏von͏Teleclub͏"die͏Vermarktungsanstrengungen͏und͏schlussendlich͏auch͏das͏Geschäftsmodell͏von͏Teleclub͏zu͏Nichte͏gemacht"͏(vgl.͏Schreiben͏vom͏2.͏April͏ 2007͏von͏Teleclub͏an͏die͏Vorinstanz,͏ act.͏448,͏Beilage͏2,͏Rz.͏5͏ff.). ͏ Durch͏ die͏ Content-Akquisitionsklauseln͏ war͏es͏Swisscom͏möglich,͏das͏Teleclub Angebot͏auf͏ihrer͏Plattform͏weiter͏auszubauen,͏während͏ das͏Teleclub -Angebot͏bei͏Cablecom͏und͏Sunrise͏eingeschränkt͏blieb.͏ Obwohl͏ Cinetrade͏aufgrund͏de r͏ Verträge͏ vom͏11.͏Mai͏2006͏mit͏der͏ Swiss͏ Football͏League͏ und͏vom͏ 31.͏Mai͏2006͏mit͏der͏Schweizeri schen͏Eishockey͏ Nationalliga͏ bereits͏ über͏ Erstverhandlungs -͏ und͏ Vorkaufsrecht e͏ für͏ die͏ nächste͏Vergabe͏der͏ Fussball,͏und͏Eishockey -Verwertungsrechte͏ verfügte͏ (vgl.͏ Vorakten͏act. 371,͏ Beilage͏ 12,͏S.͏2;͏act.͏370,͏Beilage͏d1,͏S. ͏ 2),͏ auferlegte͏Teleclub͏Cablecom͏und͏Sunrise͏ein͏weitreichende s͏Content -Akquisitionsverbot.͏ Damit͏sicherte n͏ sich͏Cinetrade͏und͏Teleclub͏mehrfach͏gegen͏ allfällige͏ Content-͏ oder͏Rechte -Übernahmen͏durch͏Cablecom͏oder͏Sunrise͏ ab.͏ Cablecom͏wurde͏im͏Gegenzug͏le diglich͏ein͏Ausdünnungsverbot͏ hinsichtlich͏des͏Teleclub -Programms͏zugesichert;͏ Sunrise͏ musste͏sich͏sogar͏ mit͏einer͏entsprechenden͏Absichtserklärung͏zufriedengeben,͏die͏Sunrise͏ aber͏offenbar͏nicht͏anrufen͏musste͏(vgl.͏Eckpunkte -Ergänzungsvereinbarung͏vom͏22.͏Mai͏2017,͏Ziff.͏12͏[Beilage͏9͏der͏Beschwerdeantwort]).͏ Mit͏ anderen͏ Worten͏ verfügten͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ zusammen͏ über͏ -- 191 of 226 -B-4003/2016 Seite 192 mehrere͏Instrumente͏zur͏ Sicherung͏der͏Investitionen,͏ während͏das͏Ausdünnungsverbot͏ nur͏ den͏ status͏ quo͏ zu͏ Gunsten͏ von͏ Cablecom͏ sich erstellte͏und͏damit͏ für͏Teleclub͏kaum͏mit͏Nachteilen͏verbunden͏war.͏Damit͏ erweist͏sich͏das͏ mit͏Cablecom͏und͏Sunrise͏vereinbarte͏ Content-Akquisitionsverbot͏als͏unverhältnismässig͏streng,͏um͏die͏Interessen͏der͏Be schwerdeführerinnen͏zu͏schützen;͏ es͏ist͏deshalb͏als͏unangemessene͏Geschäftsbedingung͏zu͏qualifizieren. Um͏ein͏ Pay-TV-Basisangebot͏im͏Bereich͏des͏Sports͏ (Teleclub-Sportkanäle͏ 1-3)͏ aufrechtzuerhalten,͏war͏Cablecom͏auf͏eine͏Vertragsbeziehung͏mit͏Teleclub͏angewiesen.͏ Im͏Fall͏von͏Sunrise͏war͏ die͏ Vertragsbeziehung͏nötig,͏ um͏ überhaupt͏ ein͏ entsprechendes͏Angebot͏ aufzubauen.͏ Soweit͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏umgekehrt͏geltend͏machen,͏Teleclub͏sei͏für͏die͏Verbreitung͏ seiner͏ Programme͏ von͏ Cablecom ͏ abhängig͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz. 963),͏ist͏darauf͏hinzu weisen,͏dass͏dies͏in͏Bezug͏auf͏Sunrise͏nicht͏der͏ Fall͏sein͏konnte;͏dennoch͏hat͏Teleclub͏mit͏beiden͏Parteien͏ähnliche͏Klauseln͏ vereinbart.͏ Der͏ Umstand,͏ dass͏Cablecom͏ und͏ Sunrise͏ die͏fragliche͏ Geschäftsbedingung͏durch͏Unterzeichnung͏des͏Vertrags͏akzeptierten,͏ändert͏nichts͏am͏ökonomischen͏Druck,͏dem͏Cablecom͏und͏Sunrise͏ausgesetzt͏waren͏(vgl.͏ AMSTUTZ/CARRON,͏BSK -KG,͏Art.͏7,͏Rz. 377). Wie͏ ausgeführt͏ erweist͏sich͏ die͏ Prüfung͏der͏ strittigen͏ Klausel͏ durch͏ das͏ Sekretariat͏ der͏ Wettbewerbskommission͏ nicht͏ als͏ rechtliche͏ Ausweichmöglichkeit.͏ Zudem͏ weist͏ die͏ Vorinstanz͏ zu͏ Recht͏ darauf͏ hin,͏ dass͏ das͏ Verfahren͏nach͏dem͏Preisüberwachungsgesetz͏vom͏20.͏Dezember͏1985͏ (PüG;͏SR͏942.20)͏nicht͏zur͏Anwendung͏gelangen͏kann,͏da͏vorliegend͏nicht͏ Preise,͏sondern͏sonstige͏Geschäftsbe dingungen͏ zu͏prüfen͏ sind. Mit͏der͏strittigen͏Klausel͏wurden͏Cablecom͏und͏Sunrise͏daran͏gehindert,͏ durch͏den͏Erwerb͏von͏medialen͏Verwertungsrechten͏ein͏eigenes͏Pay -TV-Basisangebot͏ im͏Bereich͏des͏Sports͏ aufzubauen,͏womit͏sie͏in͏ihrer͏Wettbewerbsfreiheit͏behi ndert͏wurden.͏ Für͏Sunrise,͏das͏sich͏nach͏den͏Aussagen͏der͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏um͏Content͏für͏eigene͏Pay -TV-Angebote͏ im͏ Sportbereich͏ bemüht e͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏ 977;͏ Replik,͏ Rz. 305),͏war͏das͏Content -Akquisitionsverbot͏zumindest͏geeignet,͏sie͏im͏ Wettbewerb͏zu͏behindern,͏was͏nach͏der͏Rechtsprechung͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏genügt͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏BVGer͏ B -831/2011͏ Rz.͏ 1202͏ ff.,͏ "Six͏Group").͏ In͏diesem͏Sinne͏erklärt͏die͏Beschwerdegegnerin,͏dass͏die͏ Klausel͏ihren͏Verhaltensspielraum͏ insofern͏besc hränkt͏habe,͏ als͏sie͏ihre͏ Geschäftspolitik͏auf͏die͏vereinbarte͏Klausel͏habe͏ausrichten͏müssen͏und͏ damit͏ eine͏ eigenständige͏Akquisition ͏ von͏ Übertragungsrechten͏ gar͏ nicht͏ als͏ Option͏ habe͏ in͏ Betracht͏ ziehen͏ können͏ (vgl.͏ Beschwerdeantwort,͏ -- 192 of 226 -B-4003/2016 Seite 193 Rz. 58).͏ Auch͏ für͏ Ca blecom͏ wirkte͏ sich͏ das͏ Verbot͏ zumindest͏ potentiell͏ nachteilig͏aus͏ (vgl.͏Stellungnahme͏der͏Beschwerdegegnerin͏vom͏27.͏April͏ 2021,͏ Rz.͏47),͏ s elbst͏ wenn͏sich͏Cablecom͏ teilweise͏ nicht͏ an͏das͏Verbot͏ gehalten͏ hat,͏ wie͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ vorbringen͏ (vgl.͏ B eschwerde,͏Rz.͏979),͏ was͏indessen͏angesichts͏der͏Gegenmassnahmen͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏zu͏r elativieren͏ist͏(vgl.͏E.͏8.5.2.2).͏

9.4.5 Rechtfertigungsgründe Die͏Content -Akquisitionsklausel͏ist͏nach͏Auffassung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏aus͏wirtschaftlichen͏und͏ Effizienzgründen͏gerechtfertigt,͏da͏ohne͏ die͏ Content -Akquisitionsklauseln͏ das͏ Geschäftsmodell͏ "sinnentleert͏ und͏ die͏wirtschaftliche͏Existenz͏ von͏Teleclub͏in͏Frage͏gestellt"͏wäre ͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏984͏ff.).͏ Sie͏substantiieren͏jedoch͏nicht,͏weshalb͏einzi g͏die͏ strittigen͏Klauseln͏zur͏ Erhaltung͏ihres͏Geschäftsmodells͏beitragen͏konnten,͏zumal͏Cinetrade͏bereits͏über͏ein͏Erstverhandlungs -͏ und͏Vorkaufsrecht͏ für͏weitere͏Vergaben͏von͏medialen͏Verwertungsrechten ͏ verfügte͏(vgl.͏vorstehende͏E.͏9.4.4 ).͏Zudem͏wären͏andere,͏weniger͏in͏die͏Wirtschaftsfreiheit͏ der͏Konkurrentinnen͏eingreifende͏ Mittel͏denkbar͏gewesen,͏z.B.͏die͏Zusicherung͏von͏Sublizenzen͏an͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ oder͏zumindest͏ ein͏zeitlich͏oder͏sachlich͏ weiter͏ eingeschränktes͏Content -Akquisitionsverbot. Wie͏ bereits͏ unter͏ dem͏Tatbestand͏ der͏ Diskriminierung͏ festgehalten͏ (vgl.͏ E. 9.3.5.4),͏können͏sich͏ die͏Beschwerdeführerinnen͏ zur͏Rechtfertigung͏ihres͏Verhaltens͏auch͏nicht͏darauf͏berufen,͏dass͏sie͏damit͏auf͏Gegenmassnahmen͏von͏Cablecom͏reag ieren͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏966͏f.).

9.4.6 Vertrauensschutz Weiter͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏dass͏das͏vorgeworfene͏Verbot͏der͏Content -Akquisition͏bereits͏in͏der͏Untersuchung͏Teleclub/ Cablecom/Swisscom͏beurteilt͏und͏für͏ kartellrechtlich͏unproblematisch͏befunden͏worden͏sei͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏953͏ff.)͏und͏ berufen͏ sich͏damit͏ wie͏ vor͏ der͏ Vorinstanz͏ (vgl.͏ Stellungnahme͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ vom͏ 29.͏Oktober͏2015͏ Rz.͏585͏ff.,͏act.͏448)͏ auf͏den͏Vertrauensschutz.͏ Die͏Vorin stanz͏hält͏dagegen,͏ Swisscom͏ könne͏ nichts͏zu͏ihren͏Gunsten͏aus ͏ jenem͏ Verfahren͏ableiten,͏ da͏ das͏Verhalten͏von͏Swisscom͏nicht͏Gegenstand͏des͏ Verfahrens͏ gewesen͏sei͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏272͏ff.).

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B-4003/2016 Seite 194 Der͏in͏Art.͏9͏BV͏verankerte͏Grundsatz͏von͏Treu͏und͏ Glauben͏verleiht͏einer͏ Person͏Anspruch͏auf͏ Schutz͏des͏berechtigten͏Vertrauens͏in͏ behördliche͏ Zusicherungen͏ oder͏ sonstiges,͏ bestimmte͏ Erwartungen͏ begründendes͏ Verhalten͏der͏Behörden͏ (BGE͏ 143͏V͏341͏ E.͏5.2.1;͏ 129͏I͏161͏E.͏4.1 ).͏ Vorausgesetzt͏wird,͏dass͏ die͏B ehörde͏in͏einer͏konkreten͏Situation͏mit͏Bezug͏ auf͏bestimmte͏Personen͏gehandelt͏hat,͏die͏Behörde͏für͏die͏Erteilung͏der͏ betreffenden͏Auskunft͏ zuständig͏ war͏ oder͏ wenn͏ sie͏ der͏ Bürger͏ aus͏ zureichenden͏Gründen͏als͏zuständig͏betrachten͏konnte,͏der͏Bürger͏die͏Unrichtigkeit͏der͏Auskunft͏nicht͏ohne͏weiteres͏erkennen͏konnte,͏er͏ zudem͏ im͏ Vertrauen͏auf͏die͏Richtigkeit͏der͏Auskunft͏Dispositionen͏getroffen͏hat,͏die͏ nicht͏ohne͏Nachteil͏rückgängig͏gemacht͏werden͏können,͏und͏die͏gesetzliche͏Ordnung͏seit͏der͏Auskunfterteilung ͏ keine͏Änderung͏erfahren͏hat͏( BGE͏ 143͏V͏341͏ E.͏5.2.1;͏ 121͏II͏473͏E.͏2c;͏117͏Ia͏285͏E.͏2b). Im͏Rahmen͏der͏Untersuchung͏"32 -0153:͏Teleclub/Cablecom/Swisscable"͏ hatte͏ das͏Sekretariat͏ mit͏ Begleits chreiben͏vom͏ 5.͏ Juni͏ 2007͏ zur͏ Einstellungsverfügung͏vom͏4. Juni͏ 2007͏ Teleclub͏mit geteilt,͏"dass͏die͏uns͏mit͏dem͏ Anzeigenrückzug͏eingereichten͏Verträge͏nach͏Auffassung͏des͏Sekretariats͏ aufgrund͏ der͏ vorliegenden͏ Umstände͏ und͏ der͏ von͏ Ihnen͏ gemachten͏ Erläuterungen͏keine͏Klauseln͏enthalten,͏die͏wettbewerbsrechtlich͏problematisch͏erscheinen"͏(vgl.͏act.͏448,͏Beilage͏3). Da͏sich͏dieses͏Schreiben͏des͏Sekretariats͏auf͏Klauseln͏bezog,͏die͏Teleclub͏ und͏Cablecom͏miteinander͏vereinbart͏hatten,͏können͏die͏Beschwerdeführerinnen͏von͏vornherein͏nichts͏zu͏ihren͏Gunsten͏in͏Bezug͏auf͏die͏mi t͏Sunrise͏vereinbarten͏Klauseln,͏die͏sich͏inhaltlich͏ und͏vom͏Zeitpunkt͏des͏Vertragsschlusses͏ unterscheiden,͏ableiten. In͏Bezug͏auf͏die͏mit͏Cablecom͏abgeschlossenen͏Klauseln͏ist͏zu͏berücksichtigen,͏dass͏das͏Sekretariat͏seine͏diesbezügliche͏Erklärung͏unter͏V orbehalten͏abgab,͏wies͏es͏doch͏ ausdrücklich͏ darauf͏hin,͏dass͏die͏rechtliche͏ Einschätzung͏der͏"Auffassung͏des͏Sekretariats" ͏ (und͏damit͏nicht͏der͏Gesamtbehörde)͏entspreche͏und͏ aufgrund͏der͏"vorliegenden͏Umstände"͏und͏ der͏"von͏Ihnen͏gemachten͏Erläuterungen"͏e rfolgte.͏Die͏Berufung͏auf͏den͏ Vertrauensschutz͏scheitert͏auch͏daran,͏dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏substantiieren,͏welche͏ Dispositionen͏ sie͏ aufgrund͏der͏behördlichen͏ Auskunft͏ getroffen͏ haben,͏die͏nicht͏ohne͏Nachteil͏rückgängig͏gemacht͏werden͏ können.͏ Der͏vorgebrachte͏Verzicht͏auf͏die͏Ausdünnung͏des͏Pay -TV-Angebotes͏auf͏den͏Kabelnetzen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1029)͏ erfolgte͏mit͏ der͏ Vertragsunterzeichnung͏ mit͏ Cablecom͏ und͏ damit͏ erst͏ nach͏ dem͏ Schreiben͏des͏Sekretariats.

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9.4.7 Erzwingung unangemessener Geschäftsbedingungen: Fazit Die͏von͏Teleclub͏ mit͏Cablecom͏ und͏Sunrise͏vereinbarte͏Content -Akquisitionsklauseln͏sind͏im͏Verhältnis͏zu͏den͏von͏Teleclub͏zugesicherten͏Gegenleistungen͏ als͏ unangemessen͏ zu͏ werten.͏ Cablecom͏ und͏ Sunrise͏ war en͏ hinsichtlich͏der͏ Inhalte͏ der͏Teleclub -Sportkanäle͏1 -3͏ auf͏ Teleclub͏ angewiesen.͏Sie͏hätte n͏ weder͏ auf͏Angebote͏anderer͏Anbieter͏ausweichen͏können ͏ noch͏standen͏ihnen͏rechtliche͏Ausweichmöglichkeiten͏zur͏Verfügung,͏um͏ dem͏ökonomischen͏Druck͏ von͏Teleclub͏ zu͏entgehen.͏ Dadurch͏ waren͏sie͏ in͏ ihrer͏ Wettbewerbsfähigkeit͏ benachteiligt. ͏ Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ können͏ sich͏ schliesslich͏ weder͏ auf͏ Rechtfertigungsgründe͏ noch͏ auf͏ den͏ Vertrauensschutz͏stützen. Als͏ Ergebnis͏ ist͏festzuhalten,͏dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏gegenüber͏ Cablecom͏und͏ Sunrise͏unangemessene͏ Geschäftsbedingungen͏ im͏Sinne͏ von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏c͏KG͏erzwungen͏ haben.

9.5 Fazit zum missbräuchlichen Verhalten gemäss Art. 7 KG Die͏Vorinstanz͏hat͏den͏Beschwerdeführerinnen͏ somit͏zurecht: • eine͏Verweigerung͏von͏Geschäftsbeziehungen͏durch͏Lieferverweigerung͏ im͏Sinne͏von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏a͏KG, • eine͏ Diskriminierung͏ von͏ Handelspartnern͏ durch͏ unterschiedliche͏ Sportangebote,͏Koppelung͏von͏Basis -͏ und͏Sportpaket͏ und͏ungleiche͏ Erlaubnis͏der͏Direktv ermarktung͏ im͏Sinne͏von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏b͏KG, • die͏ Erzwingung͏ unangemessener͏ Geschäftsbedingungen ͏ durch͏ Vereinbarung͏von͏ Content-Akquisitionsklauseln͏ im͏Sinne͏von͏Art.͏7͏Abs.͏2͏ Bst.͏c͏KG vorgeworfen.

10. Massnahmen Erachtet͏die͏ Wettbewerbskommission͏ eine͏Wet tbewerbsbeschränkung͏als͏ unzulässig,͏ordnet͏sie͏auf͏Antrag͏des͏Sekretariats͏die͏notwendigen͏Massnahmen͏ an͏ (Art.͏ 30͏Abs.͏ 1͏ KG;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O,͏ Rz.͏ 3.168).͏ Die͏ zu͏ treffenden͏Massnahmen͏dienen͏dem͏Schutz͏des͏wirksamen͏Wettbewerbs͏ (Art.͏1͏KG)͏nach͏einem͏Ver stoss͏gegen͏das͏Wettbewerbsrecht͏(vgl.͏Urteil͏ -- 195 of 226 -B-4003/2016 Seite 196 des͏BVGer͏B -5161/2019͏E.͏4.2.4,͏ "Bauleistungen͏Graubünden"͏ [angefochten͏beim͏BGer] ).͏Als͏Massnahmen͏können͏Unterlassungen͏oder͏ein͏aktives͏Handeln,͏z.B.͏das͏Abschliessen͏eines͏Vertrags͏oder͏die͏Verpflichtung,͏ Abnehmer͏unter͏bestimmten͏Bedingungen͏zu͏beliefern,͏angeordnet͏werden͏(vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -2597/2017͏E.͏14.3,͏ "Kommerzialisierung͏von͏ elektronischen͏ Medikamenteninformationen";͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz. 3.168;͏ BEAT͏ ZIRLICK͏ /͏ CHRISTOPH͏ TAGMANN,͏BSK -KG,͏Art.͏30,͏Rz.͏59;͏ PATRICK͏ KRAUSKOPF͏ /͏ OLIVIER͏ SCHALLER͏ /͏ SIMON͏ BANGERTER,͏ in:͏ Geiser/Krauskopf/Münch,͏ Schweizerisches͏ und͏ europäisches͏ Wettbewerbsrecht,͏ Basel͏ 2005,͏ Rz. 12.85;͏ GOHARI,͏ a.a.O.,͏ S.͏ 743;͏ BILGER,͏ a.a.O.,͏ S. 360).͏ Die͏ Vorinstanz͏ verzichtete͏ im͏ vorliegenden͏ Fall͏ auf͏ die͏Anordnung͏ von͏ Massnahmen.͏Diesen͏Verzicht͏begründete͏sie͏im͏Zusammenhang͏mit͏der͏ Geschäftsverweigerung͏und͏den͏Diskriminierungen͏mit͏der͏Ungewissheit͏ der͏nächsten͏Vergaben͏und͏der͏kurzen͏Restdauer͏der͏laufenden͏Verg abeperiode͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏824͏ff.,͏841 ).͏Hinsichtlich͏der͏Erzwingung͏unangemessener͏Geschäftsbedingungen͏ erübrige͏sich͏die͏Anordnung͏einer͏ Massnahme,͏da͏die͏strittigen͏Vertragsklauseln͏kartellrechtswidrig͏und͏damit͏zivilrechtlich͏nichtig͏seien͏(Art.͏ 20͏OR).͏Insofern͏ergebe͏sich͏die͏Nichtigkeit͏von͏Gesetzes͏wegen͏und͏müsse͏nicht͏speziell͏im͏Dispositiv͏angeordnet͏werden͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏834͏ff.). Nachdem͏die͏Beschwerdegegnerin͏im͏vorinstanzlichen͏Verfahren͏noch͏die͏ Anordnung͏ von͏ Massnahmen͏ gefordert ͏ hatte͏ (vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 839),͏ verzichtete͏sie͏im͏Beschwerdeverfahren͏auf͏entsprechende͏Anträge.͏Der͏ Verzicht͏ auf͏ die͏Anordnung͏ von͏ Massnahmen͏ ist͏ somit͏ unbestritten͏ und͏ muss͏vorliegend͏nicht͏weiter͏geprüft͏ werden.

11. Sanktionierung Ein͏ Unternehmen,͏das͏sich͏nach͏Art.͏7͏KG͏unzulässig͏verhält,͏wird͏mit͏einem͏Betrag͏bis͏zu͏10͏Prozent͏des͏in͏den͏letzten͏ 3͏ Geschäftsjahren͏in͏der͏ Schweiz͏ erzielten͏ Umsatzes͏ belastet,͏ wobei͏ sich͏ der͏ Betrag͏ nach͏ der͏ Dauer͏ und͏ der͏ Schwere͏des͏ unzulässigen͏ Verhalte ns͏ bemisst.͏ Der͏ mutmassliche͏Gewinn,͏den͏das͏Unternehmen͏dadurch͏erzielt͏hat,͏ist͏angemessen͏zu͏berücksichtigen͏(Art.͏49a͏Abs.͏1͏KG). Die͏ Belastung͏ entfällt͏unter͏anderem,͏wenn͏die͏Wettbewerbsbeschränkung͏ bei͏Eröffnung͏der͏ Untersuchung͏länger͏ als͏ 5͏ Jahre͏ n icht͏mehr͏ ausgeübt͏ worden͏ist͏(Art.͏49a͏Abs.͏3͏Bst.͏b͏KG).

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11.1 Sanktionierbarkeit und Vertrauensschutz Die͏Beschwerdeführerinnen͏bringen͏ auch͏in͏diesem͏Zusammenhang ͏ vor,͏ ihr͏Verhalten͏sei͏aufgrund͏des͏Vertrauensschutzes͏nicht͏sanktionierbar.͏ Sie͏ könnten͏ sich͏ a uf͏ zwei͏ Vertrauensgrundlagen͏ in͏ Form͏ der͏ behördlichen͏ Auskunft͏ berufen:͏ einerseits auf͏ die͏ Untersuchung͏ Teleclub/Cablecom/ Swisscable,͏welche͏mit͏Einstellungsverfügung͏der͏Vorinstanz͏vom ͏ 4.͏Juni͏ 2007͏abgeschlossen͏ worden͏sei,͏ und͏ andererseits͏ auf͏ die͏Markt beobachtung͏Lieferverträge,͏ welche͏mit͏Schreiben͏des͏Sekretariats͏der͏Vorinstanz͏ vom͏5.͏Juni͏2007͏eingestellt ͏ worden͏ sei͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏994 -1041).͏ Dass͏sich͏die͏Beschwerdeführerinnen͏im͏Zusammenhang͏mit͏ der͏Untersuchung͏"32 -0153:͏Teleclub/Cablecom/ Swisscable"͏ nicht͏auf͏den͏Vertrauensschutz͏berufen͏können,͏wurde͏bereits͏ausgeführt͏(vgl.͏E.͏9.4.6). Was͏die͏Marktbeobachtung͏Lieferverträge͏betrifft,͏ist͏erstellt,͏dass͏das͏Sekretariat͏ der͏ Vorinstanz͏ aufgrund͏ einer͏Anzeige͏ der͏ damaligen͏ Cablecom͏ GmbH͏ gegen͏ die͏ Teleclub͏AG͏ vom͏ 21.͏ September͏ 2004 ͏ eine͏ Marktbeobachtung͏ ein leitete͏ (Marktbeobachtung͏ "Lieferverträge͏ Teleclub";͏ vgl.͏ act. 436).͏Gemäss͏den͏Ausführungen͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ging͏es͏ bei͏der͏M arktbeobachtung͏ um͏Exklusivlizenzen͏für͏einen͏grossen͏Teil͏der͏ verfügbaren͏ "Premium" -Inhalte͏ für͏ Pay͏ TV;͏ während͏ des͏ Zeitraums͏ der͏ Marktbeobachtung͏ hätten͏ Cinetrade/Teleclub͏ die͏ exklusiven͏ Schweizer͏ Fussball-͏ und͏Eishockeyübertragungsrechte͏ erworben,͏was͏d em͏Sekretariat͏habe͏bekannt͏sein͏müssen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1015 ͏ ff.).͏Im͏Rahmen͏ der͏Untersuchung͏" 32-0153:͏Teleclub/Cablecom/Swisscable "͏teilte͏die͏Vor instanz͏ den͏Beschwerdeführerinnen͏ mit͏S chreiben͏vom͏5.͏Juni͏2007 ͏ Folgendes͏mit͏ (vgl.͏Beschwerdebeilag e͏7): "In Bezug auf die Angelegenheit 21-0224 betreffend Lieferverträge Teleclub verzichtet das Sekretariat auf die Eröffnung eines Verfahrens und stellt die Marktbeobachtung ein." Aufgrund͏dieser͏Aussage͏des͏Sekretariats͏und͏dem͏zeitlichen͏Zusammenhang͏ mi t͏ der͏ Vergabe͏ der͏ exklusiven͏ Schweizer͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungsrechte͏ durfte͏ Teleclub͏ entgegen͏ der͏ Ansicht͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏nicht͏ davon͏ausgehen,͏ dass͏die͏damals͏kürzlich͏erworbenen͏exklusiven͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungsrechte͏ kartellrechtlich͏nicht͏zu͏beanstanden͏ seien͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1020).͏ Es͏handelte͏ sich͏ lediglich͏ um͏ eine͏Auskunft͏ zum͏ Stand͏ der͏ Marktbeobachtung͏ "Lieferverträge͏ Teleclub".͏ Dies͏ ergibt͏ sich͏ auch͏ aus͏ dem͏ Schreiben͏ des͏ -- 197 of 226 -B-4003/2016 Seite 198 Sekretariats͏ vom͏11.͏September͏2015,͏i n͏welchem͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ mitgeteilt͏wurde,͏ dass͏das͏Sekretariat͏ im͏Rahmen͏dieser͏Marktbeobachtung͏keine͏eigenen͏Ermittlungen͏vor genommen͏habe;͏d as͏Dossier͏ enthalte͏ lediglich͏den͏Rechtsschriftenwechsel͏in͏Bezug͏auf͏die͏Anzeige͏der͏ Cablecom͏GmbH͏ (vgl.͏ act.͏ 436).͏ Hätte͏das͏Sekretariat͏einen͏Zusammenhang͏mit͏der͏Vergabe͏der͏Fussball -͏ und͏Eishockeyübertragungsrechte͏im͏ Jahr͏2006͏herstellen͏wollen,͏hätte͏es͏zwingend͏weite re͏ Ermittlungen͏ tätigen͏müssen,͏da͏die͏Marktbeobachtung͏durch͏eine͏Anzeige͏der͏Cablecom͏ aus͏dem͏Jahr͏2004͏ausgelöst͏worden͏war.͏ Auch͏die͏Vorinstanz͏vertrat͏i n͏ der͏ (rechtskräftigen;͏ vgl.͏ Verfügung,͏ Rz.͏ 37 )͏ Zwischenverfügung͏ vom͏ 5. Oktober͏2015͏ die͏Meinung,͏ dass͏die͏ Marktbeobachtung͏ "Lieferverträge͏ Teleclub"͏ k eine͏weitere͏Interpretation͏der͏Ausführungen͏des͏Sekretariats͏ vom͏5.͏Juni͏2007͏zulassen͏würden ͏ (act.͏443,͏Rz.͏22). ͏ Nach͏dem͏Gesagten͏fehlt͏es͏an͏einem͏Anhaltspunkt ͏ dafür,͏dass͏das͏Sekretariat͏der͏Vorins tanz͏ mit͏ihrer͏Aussage͏zur ͏ Marktbeobachtung͏ "Lieferverträge͏ Teleclub"͏ zugleich͏ die͏ exklusiven͏ Fussball -͏ und͏ Eishockeyübertragungsrechte͏ kartellrechtlich͏ qualifiziert͏ hat;͏ mithin͏ können͏ sich͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ auch͏ nicht͏auf͏diese͏Aussage͏als͏Vertr auensgrundlage͏ berufen.͏

11.2 Grundsatz ne bis in idem Zudem͏ rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏ die͏Vorinstanz͏ habe͏ mit͏der͏angefochtenen͏ Verfügung͏ den͏ Grundsatz͏ von͏ "ne͏ bis͏ in͏ idem"͏ missachtet.͏ Denn͏ die͏ Vorinstanz͏und͏ ihr͏ Sekretariat͏ hätten͏ die͏ Content -Akquisitionsklausel͏ im͏ Rahmen͏ der͏ rechtskräftig͏ eingestellten͏ Untersuchung͏ Teleclub/Cablecom/Swisscable͏bereits͏beurteilt͏und͏im͏Rahmen͏der͏Marktbeobachtung͏ Lieferverträge͏ bereits͏ die͏ Vergabe͏ exklusiver͏ Pa y͏ TV -Rechte͏ untersucht.͏ Damit͏würden͏ bereits͏geprüfte͏und͏beurteilte͏Sachverhalte͏erneut͏ geprüft͏ und͏sanktionier t͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1042 -1064). Nach͏dem͏Grundsatz͏"ne͏bis͏in͏idem"͏ (Verbot͏der͏Doppelbestrafung)͏ darf͏ niemand͏wegen͏einer͏ Straftat,͏für͏ wel che͏er͏ nach͏dem͏Gesetz͏und͏dem͏ Strafverfahrensrecht͏eines͏Staates͏rechtskräftig͏verurteilt͏oder͏freigesprochen͏worden͏ist,͏in͏einem͏Strafverfahren͏desselben͏Staates͏erneut͏verfolgt͏ oder͏ bestraft͏ werden͏ (vgl.͏ u.a.͏ Art.͏ 4͏ Ziff.͏ 1͏ zum͏ 7.͏ Zusatzprotokoll͏ zur͏ EMRK͏vom͏22.͏November͏1984;͏ SR͏0.101.07).͏Das͏Prinzip͏ist͏nur͏verletzt,͏ wenn͏ derselbe͏ Sachverhalt͏ in͏ zwei͏ voneinander͏ unabhängigen͏ Strafverfahren͏verfolgt͏und͏beurteilt͏ wird ͏ (vgl.͏BGE͏ 137͏I͏363͏E.͏2.1;͏ Urteile͏ des͏ BGer͏1C_26/2018͏ vom͏15.͏Juni͏2018͏E.͏6.1;͏6B_1053/2017͏vom͏17.͏Mai͏ 2018͏E.͏4.1 ).͏ -- 198 of 226 -B-4003/2016 Seite 199 Die͏ i m͏ Rahmen͏ der͏ Untersuchung͏ "32 -0153:͏ Teleclub/Cablecom/ Swisscable"͏ erläuterte͏Content -Akquisitionsklausel,͏die͏zwischen͏Cablecom͏und͏ Teleclub͏vereinbart͏worden͏war, ͏ respektive͏das͏entsprechende͏Verhalten͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ waren͏ nicht͏ Gegenstand͏ jenes͏ Untersuchungsverfahrens.͏ Gegenstand͏ war͏ das͏ Verhalten͏ von͏ Swisscable͏ und͏ Cablecom,͏dementsprechend͏lautete͏das͏Dispositiv͏der͏ abschliessenden͏ Verfügung:͏ "Die͏Unte rsuchung͏gegen͏Cablecom͏ und͏Swisscable͏wird͏eingestellt"͏ (vgl.͏ RPW͏2007/3,͏ S.͏ 409,͏Teleclub͏AG/Cablecom͏ GmbH/Swisscable).͏ Der͏Vertrag͏mit͏der͏strittigen͏Content -Akquisitionsklausel͏ wurde͏lediglich͏gegen͏Ende͏des͏Verfahrens͏vom͏Sekretariat͏ im͏Hinblick͏auf͏ die͏Einstellung͏des͏Untersuchungsverfahrens͏ eingefordert͏ (vgl.͏Vernehmlassung,͏ Rz.͏95).͏Hinzu͏kommt,͏dass͏die͏im͏Zusammenhang͏mit͏der͏Content -Akquisitionsklausel͏ gemachten͏ Äusserungen͏des͏Sekretariats͏ mit͏ Vorbehalten͏ erfolgten͏ (vgl.͏ bereits͏ vorne,͏ E. 9.4.6).͏ Was͏den͏ Fall͏"Lieferverträge͏Teleclub"͏ betrifft,͏ verzichtete͏das͏Sekretariat͏der͏Vorinstanz͏auf͏die͏Eröffnung͏ eines͏Verfahrens͏und͏stellte͏die͏Marktbeobachtung͏ein͏(vgl.͏Schreiben͏vom͏ 5.͏Juni͏2007;͏Beschwerdebeilage͏7). Somit͏ kam͏es͏ in͏keinem͏der͏genannten͏Fällen͏ zu͏ einem͏eigentlichen͏Untersuchungsverfahren͏(nach͏Art.͏27͏ff.͏KG)͏mit͏einer͏vollständigen͏und͏verbindlichen͏Prüfung͏des͏Marktverhaltens͏der͏Beschwerdeführer innen.͏Entsprechend͏ist͏ der͏ Grundsatz͏"ne͏bis͏in͏idem" ͏ mangels͏recht skräftiger͏Entscheidung͏gar͏nicht͏anwendbar ͏ (vgl.͏Urteil͏des͏BGer͏2C_484/2010͏ E.͏7.1,͏ "Publigroupe"͏[ in͏ BGE͏ 139͏I͏72͏ nicht͏publizierte͏Erwägung ]).

11.3 Vorwerfbarkeit

11.3.1 Allgemeines Eine͏ Sanktionierung͏ nach͏Art.49a͏Abs.1͏KG͏setzt͏ein͏Verschulden͏im͏Sinne͏ der͏Vorwerfbarkeit͏des͏sanktionierten͏Unrechts͏gegenüber͏dem͏beschuldigten͏Unternehmen͏als͏subjektives͏Tatbestandsmerkmal͏voraus͏(vgl.͏BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 8.5.2,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL";͏ Urteil͏ des͏ B Ger͏2C_484/2010͏E.12.2.2,͏" Publigroupe"͏ [in͏BGE͏139͏I͏72͏ nicht͏ publizierte͏Erwägung];͏ Urteile͏des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.1.1,͏ "Kommerzialisierung͏ von͏ elektronischen͏ Medikamenteninformationen";͏ B-771/2012͏ und͏ B-880/2012͏ des͏ BVGer͏ E. 9.3.1͏ resp.͏ E.͏ 11.1.1,͏ "Strassen-͏ und͏Tiefbau͏ Kanton͏Aargau",͏mit͏Hinweisen͏auf͏die͏jüngere͏kartellrechtliche͏Rechtsprechung͏ des͏ Bundesverwaltungsgerichts).͏ Massgebend͏ ist͏ eine͏ Sorgfaltspflichtverletzung͏(durch͏aktives͏Handeln͏oder͏Unterlassung)͏oder͏ein͏objektiver͏ Sorgfaltsmang el͏ im͏ Sinne͏ eines͏ Organisationsverschuldens (vgl. BGE͏ 146͏II͏ 217͏ E. 8.5.2,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ADSL";͏ Urteil͏ des͏BGer͏ -- 199 of 226 -B-4003/2016 Seite 200 2C_484/2010͏E.12.2.2,͏" Publigroupe"͏ [in͏BGE͏139͏I͏72͏ nicht͏ publizierte͏Erwägung];͏Urteil e͏ des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.1.2,͏ "Kommerzialisierung͏ von͏ elektronischen͏ Medikamenteninformationen";͏ B-831/2011͏ Rz.͏ 1488,͏ "Six͏Group";͏ BORER, a.a.O.,͏Art.͏49a͏KG,͏Rz. 11;͏ PATRICK͏ L.͏ KRAUSKOPF,͏ DIKE-KG,͏ Art. 49a͏ Abs.͏ 1 -2,͏ Rz.͏ 26;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏ Rz.͏ 3.220 ).͏ Musste͏ einem͏ Unternehmen͏ bzw.͏ den͏ Organen͏ aufgrund͏ der͏ Umstände͏ bewusst͏gewesen͏sein,͏dass͏ein͏Verhalten͏heikel͏war͏und͏eine͏Sanktionierung͏drohte,͏und͏sah͏es͏gleichwohl͏nicht͏von͏seiner͏Verhaltensweise͏ab,͏ liegt͏ regelmässig͏ ein͏ solcher͏ Mangel͏ vor͏ (vgl. ͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.1.2,͏ "Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏Medikamenteninformationen";͏ KRAUSKOPF,͏ DIKE -KG,͏Art. 49a͏Abs.͏ 1 -2,͏ Rz. 26,͏ mit͏Verweis͏auf͏Urteil͏des͏BGer͏2C_484/2010͏E.12.2.2,͏" Publigroupe"͏ [in͏ BGE͏139͏I͏72͏ nicht͏ publizierte͏Erwägung]),͏da͏die͏Unternehmen͏über͏die͏ Regeln͏ des͏ KG,͏ die͏ dazu͏ ergangene͏ Praxis͏ und͏ die͏ einschlägigen͏ Bekanntmachungen͏ informiert͏ sein͏ müssen͏ (vgl.͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 8.5.2,͏ "Preispolitik͏Swisscom͏ADSL",͏mit͏Verweisen). Soweit͏ ein͏ Konzern͏als͏Unternehmen͏ im͏Sinne͏von͏Art. 2͏Abs. 1bis KG͏zu͏ qualifizieren͏ ist,͏ sind͏ Sorgfaltspflichtverletzungen,͏ die͏ im͏ Konzern͏ eintreten,͏auch͏ohne͏Weiteres͏diesem͏als͏massgeblichem͏Kartellrechtssubjekt͏ zuzurechnen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -7633/2009͏ Rz. 678,͏ "Preispolitik͏ ADSL",͏mit͏Verweis͏auf͏Urteil͏des͏BGer͏2C_484/2010͏E.3.4,͏" Publigroupe"͏ [in͏BGE͏139͏I͏72͏ nicht͏ publizierte͏Erwägung];͏Urteil͏des͏BVGer͏B -831/2011͏ Rz.͏ 1494,͏ "Six͏ Group";͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 8.5.2,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL",͏mit͏Verweisen).

11.3.2 Vorgebrachte Argumente Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ bringen͏ vor,͏ sie͏ seien͏ bezüglich͏ der͏ sachlichen͏ Marktabgrenzung͏ einem͏ unvermeidbaren͏ Sachverhaltsirrtum͏ unterlegen,͏da͏die͏vorgenommene͏Marktabgrenzung͏mangels͏entsprechender͏ Praxis͏ der͏ Vorinstanz͏ und͏ Rechtsprechung͏ nicht͏ vorhersehbar͏ gewesen͏ sei͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1072͏ff.).͏ Zudem͏ hätten͏sie͏sich͏in͏einem͏unvermeidbaren͏Rechtsirrtum͏befunden.͏ Denn͏mit͏d em͏Verhalten͏der͏Vorinstanz͏ im͏Rahmen͏der͏Untersuchung͏Teleclub/Cablecom/Swisscable ͏ und͏den͏Lieferverträgen͏Teleclub͏sei͏bei͏ihnen͏ hinsichtlich͏der͏vermeintlichen͏Wettbewerbswidrigkeit͏der͏Content -Akquisitionsklausel͏und͏der͏mit͏den͏Ligaverbänden͏vereinbar ten͏Exklusivität͏ eine͏Fehlvorstellung͏ hervorgerufen͏worden.͏ Sie͏seien͏auch͏in͏keiner͏Weise͏auf͏den͏in͏Frage͏kommenden ͏ Tatbestand͏von͏Art.͏7͏KG͏oder͏ die͏ entsprechende͏Fallpraxis͏hingewiesen͏ worden.͏ Sie͏hätten͏weder͏gewusst,͏ noch͏hätten͏sie͏wissen͏können,͏da ss͏sie͏ sich͏nicht͏rechtmässig͏verhalten͏hätten ͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1078͏ff.). ͏ -- 200 of 226 -B-4003/2016 Seite 201 Die͏Vorinstanz͏vertritt͏ demgegenüber͏ die͏Ansicht,͏weder͏das͏Kartellgesetz͏ noch͏ das͏ Verwaltungsverfahrensgesetz͏ enthalte͏eine͏ Regelung͏ hinsichtlich͏ eines͏solchen͏ Sachverhaltsirrtums.͏Abgesehen͏davon͏habe͏Swisscom͏ gewusst,͏ dass͏ eine͏ Nachfrage͏ der͏ TV -Plattformanbieter͏ nach͏ dem͏ Teleclub-Sportangebot͏und͏mithin͏auch͏ein͏entsprechender͏Markt͏bestanden͏ habe͏ und͏dass͏sie͏als͏einzige͏Anbieterin͏die͏fraglichen͏Inhalte͏bereitgestellt͏ habe.͏Dabei͏sei͏es͏unerheblich,͏dass͏in͏der ͏ bisherigen͏Praxis͏kein͏entsprechender͏Bereitstellungsmarkt͏abgegrenzt͏worden ͏ sei.͏ Ein͏Sachverhaltsirrtum͏liege͏somit͏nicht͏vor͏respektive͏sei͏vermeidbar͏gewesen͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏851͏ ff.).͏ Swisscom͏ habe͏auch͏ nicht͏aus͏zureichenden͏ Gründen͏ annehmen͏ können,͏sie͏sei͏zur͏Erzwingung͏der͏vorliegenden͏Geschäftsbedingungen͏ berechtigt.͏ Ein͏ Rechts-͏ bzw.͏Verbotsirrtum͏ sei͏deshalb͏ zu͏verneinen͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏ 855͏ff.).

11.3.3 Zum Sachverhalts- und Rechtsirrtum im Kartellrecht In͏ der͏ Literatur͏ wird͏ gefordert,͏ ein͏ entschuldbarer͏ Sachverhalts -͏ oder͏ Rechtsirrtum͏ sei͏i m͏ Kartellrecht͏unter͏Umständen͏ zu͏berücksichtigen͏(vgl.͏ BORER,͏a.a.O.,͏Art.͏49a,͏Rz.͏13;͏ PHILIPPE͏ SPITZ,͏Ausgewählte͏Problemstellungen͏im͏Verfahren͏und͏be i͏der͏praktischen͏Anwendung͏des͏revidierten͏ Kartellgesetzes,͏in:͏sic!͏ 2004͏553,͏565 ).͏ Bislang͏ist͏aber͏ nach͏der͏Rechtsprechung͏ noch͏nicht͏anerkannt,͏ob͏sich͏ein͏Unternehmen͏überhaupt,͏und͏ allenfalls͏unter͏welchen͏Voraussetzungen,͏auf͏falsche͏Vorstellungen͏ über͏ den͏Sachverhalt͏oder͏die͏Rechtslage͏berufen͏kann.͏ Insbesondere͏ist͏unklar,͏ob͏und͏inwieweit͏allenfalls͏strafrechtliche͏Grundsätze͏für͏die͏Beurteilung͏ herangezogen͏ werden͏ können ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -7633/2009͏ Rz. 700,͏"Preispolitik͏ADSL").͏

11.3.4 Vorwerfbarkeit im vorliegenden Fall Ein͏Sachverhaltsirrtum͏würde͏voraussetzen,͏dass͏bei͏den͏Verantwortlichen͏ der͏ Swisscom -Gruppe͏ eine͏ Fehlvorstellung͏ über͏ relevante͏Aspekte͏ des͏ Sachverhalts͏bestanden͏hätte͏(vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -7633/2009͏Rz.͏70 1,͏ "Preispolitik͏ADSL").͏ In͏Bezug͏auf͏die͏Marktabgrenzung͏können͏sich͏die͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏in͏einem͏Sachverhaltsirrtum͏befunden͏haben. ͏ Denn͏d urch͏ihre͏ Tätigkeit͏im͏Pay -TV-Geschäft͏wussten͏ sie͏ um͏die͏Vielschichtigkeit͏dieses͏ Geschäfts,͏was͏sich͏auc h͏an͏den͏komplexen͏Verträgen͏zeigt,͏welche͏sie͏ mit͏TV -Anbietern͏wie͏Sunrise͏abgeschlossen͏haben. ͏ So͏werden͏in͏der͏Vereinbarung͏zwischen͏Teleclub͏und͏Sunrise͏betreffend͏Teleclub͏Digital͏(vgl.͏ -- 201 of 226 -B-4003/2016 Seite 202 act.͏93,͏Beilage)͏namentlich͏folgende͏technischen͏und͏wirtschaftl ichen͏Vorgänge͏ erwähnt:͏ Anlieferung͏ und͏ Bereitstellung͏ des͏ (Fernseh -)Signals͏ (Ziff. 1.1,͏4.1),͏Übernahme,͏Aufbereitung,͏Verschlüsselung,͏Zuführung͏und͏ Verbreitung͏des͏Signals͏(Ziff.͏4.2,͏4.4,͏4.6),͏Vermarktung͏und͏Vertrieb͏eines͏ Abonnementsfernsehangebots͏ (Ziff.͏ 1.1,͏ 7͏ ff.),͏ Übertragung͏ eines͏ Programms͏über͏eine͏TV -Plattform͏und͏die͏Ermöglichung͏dessen͏Empfangs͏ (Ziff.͏1.2,͏4.2,͏4.4),͏Bestimmung͏des͏Umfangs͏des͏Programmangebots͏und͏ dessen͏ Zusammenfassung͏ in͏ Paketen͏ durch͏ den͏ Programmanbieter͏ (Ziff. 2.1,͏ 2.3,͏ 7.3),͏ Abonnierung͏ von͏ Programmpaketen͏ durch͏ Kunden͏ (Ziff. 2.2,͏7.4)͏sowie͏Integration͏eines͏EPG͏(Ziff.͏4.8).͏ Dass͏diese͏und͏weitere͏Bereiche͏des͏Pay -TV-Geschäfts͏zumindest͏theoretisch͏von͏Missbräuchen͏betroffen͏sein͏können,͏was͏im͏Hinblick͏auf͏die͏entspre chende͏Untersuchung͏eine͏Marktabgrenzung͏erforderlich͏macht,͏liegt͏auf͏der͏Hand͏und͏ musste͏ auch͏ den͏ Verantwortlichen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ bewusst͏ sein.͏ Auch͏aufgrund͏der͏zahlreichen͏Anfragen͏von͏TV -Plattformanbietern͏ wussten͏ sie,͏ dass͏ eine͏Nachfrage͏ n ach͏dem͏Teleclub -Sportangebot͏ und͏ somit͏ auch͏ ein͏ entsprechender͏ Markt͏ bestanden͏ hat.͏ Insofern͏ spielt͏ es͏ keine͏Rolle,͏dass͏die͏Vorinstanz,͏w ie͏bereits͏erwähnt,͏noch͏nie͏einen͏Bereitstellungsmarkt͏ betreffend͏ Pay -TV-Inhalte͏ abgegrenzt͏ hat͏ (vgl.͏ E. 7.2.4.1) Was͏die͏übrigen͏Sachverhaltselemente͏betrifft,͏ wussten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ insbesondere,͏dass͏sie͏die͏hier͏strittigen͏Fussball -͏ und͏Eishockeyrechte͏exklusiv͏innehatten,͏und͏dass͏sie͏die͏daraus͏produzierten͏Inhalte͏in͏unterschiedlichem͏Ausmass͏und͏zu͏ unterschiedlichen͏Preisen͏an͏ Swisscom,͏ andere͏ IPTV -Unternehmen͏ und͏ KNU͏ zur͏ Verfügung͏ stellten,͏ wenn͏sie͏diese͏überhaupt͏zur͏Verfügung͏stellten͏(vgl.͏E.͏9.2͏f f.,͏insb.͏9.3.3 ).͏ Zudem͏schlossen͏sie͏bewusst͏Verträge͏mit͏Cablecom͏und͏Sunrise͏ab,͏die͏ diese͏Unter nehmen͏daran͏hindern͏sollten,͏selbst͏exklusiven͏Content͏zu͏erwerben͏(vgl.͏E.͏9.4).͏Die͏Beschwerdeführerinnen͏waren͏sich͏somit͏der͏relevanten͏Sachverhaltselemente͏bewusst,͏weshalb͏ihnen͏die͏vorgehend͏geprüften͏missbräuchlichen͏Verhaltensweisen͏zum͏Vorwurf͏z u͏machen͏sind. Was͏ den͏ geltend͏ gemachten͏ Rechtsirrtum͏ betrifft,͏ berufen͏ sich͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏wiederum͏auf͏das͏ Verhalten͏der͏Vorinstanz͏ (respektive͏ seines͏ Sekretariats)͏ in͏ der͏ Untersuchung͏ Teleclub/Cablecom/ Swisscable͏und͏ in͏ der͏ Marktbeobachtung͏ Lieferverträge͏Teleclub.͏Diese͏Umstän de͏konnten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏indessen͏mangels͏ einer͏vollständigen͏ und͏ verbindlichen͏ Prüfung͏ des͏ Marktverhaltens͏ nicht͏ in͏ einen͏ Rechtsirrtum͏versetzen͏ (vgl.͏E.͏11.2).

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11.4 Sanktionsbemessung

11.4.1 Allgemeines Sind͏ die͏Tatbestandsvoraussetzungen͏ von͏Art.͏ 49a͏Abs.͏ 1͏ KG͏ erfüllt,͏ ist͏ das͏ Unternehmen͏ zu͏ sanktionieren;͏ die͏ Sanktion͏ beträgt͏ in͏ keinem͏ Fall͏ mehr͏als͏10͏Prozent͏des͏in͏den͏letzten͏drei͏Geschäftsjahren͏in͏der͏Schweiz͏ erzielten͏Umsatzes͏(maximale͏Sankti on;͏Art.͏49a͏Abs.͏1͏KG;͏Art.͏7͏der͏KG Sanktionsverordnung͏vom͏12.͏März͏2004,͏SVKG,͏SR͏251.5;͏BGE͏146͏II͏ 217͏E.͏9.1,͏"Preispolitik͏Swisscom͏ADSL").͏Der͏Betrag͏bemisst͏sich͏dabei͏ nach͏der͏Dauer͏und͏der͏Schwere͏des͏unzulässigen͏Verhaltens.͏Der͏mutmassliche͏Ge winn,͏den͏das͏Unternehmen͏dadurch͏erzielt͏hat,͏ist͏angemessen͏zu͏berücksichtigen͏(Art.͏49a͏Abs.͏1͏KG;͏Art.͏2͏Abs.͏1͏SVKG).͏Im͏Rahmen͏der͏konkreten͏Sanktionsbemessung͏wird͏der͏im͏Einzelfall͏auszusprechende͏Betrag͏innerhalb͏des͏abstrakten͏ –͏ in͏Art.͏49a͏Abs. 1͏KG͏festgelegten͏ –͏ maximalen͏Sanktionsrahmens͏anhand͏der͏in͏Art. 2͏ff.͏SVGK͏enthaltenen͏ Kriterien͏ in͏ drei͏ Schritten͏ bestimmt͏ (vgl.͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 9.1,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL";͏ 144͏ II͏ 194͏ E.͏ 6.2,͏ "Bayerische͏ Motoren͏ Werke";͏ Urteil͏ des͏ BGer͏ 2C_484/2 010͏ E. 12.3.1,͏ " Publigroupe"͏ [in͏ BGE͏ 139͏I͏72͏ nicht͏ publizierte͏Erwägung] ): Ermittlung des Basisbetrags (Art. 3 SVKG; vgl. nachstehend), Berücksichtigung der Dauer des Verstosses (Art. 4 SVKG) sowie erschwerender und mildernder Umstände (Art. 5 und

6 SVKG). Bei der Festsetzung der Sanktion ist das Prinzip der Verhältnismässigkeit zu beachten (Art. 2 Abs. 2 SVKG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 BV). Der Basisbetrag bildet je nach Schwere und Art des Verstosses bis zu

10 Prozent des Umsatzes, den das betreffende Unternehmen in den letzten drei Geschäftsjahren auf den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt hat (vgl. Art. 3 SVKG) und wird ebenfalls in drei Schritten ermittelt: Feststellung der relevanten Märkte, Umsatz auf diesen und Anpassung der Sanktionshöhe an die objektive Schwere des Verstosses (vgl. BGE 146 II

217 E. 9.1, "Preispolitik Swisscom ADSL"; 144 II 194 E. 6.2, "Bayerische Motoren Werke"; vgl. auch: FRANZ͏ BÖNI/ALEX͏ WASSMER,͏Die͏Höhe͏des͏erwirtschafteten͏Gewinns͏als͏Parameter͏bei͏der͏Festlegung͏von͏Kartell geldbussen,͏in:͏Europäisches͏Wirtschafts -͏ und͏Steuerrecht͏[EWS]͏2017͏S.͏241͏ ff.;͏ KRAUSKOPF,͏ DIKE -KG,͏ Art.͏ 49a͏ Abs.͏ 1 -2,͏ Rz.͏ 30͏ ff.;͏ WEBER/VOLZ,͏ a.a.O.,͏Rz. 3.232͏ff. ). Grundsätzlich͏ entspricht͏ der͏ für͏ die͏ Sanktionierung͏ massgebliche͏ relevante͏Markt͏dem͏sachlich,͏räumlich͏und͏zeitlich͏relevanten͏Markt,͏auf͏dem͏ die͏ marktbeherrschende͏ Stellung͏ des͏ Unternehmens͏ gegeben͏ ist.͏ Wirkt͏ -- 203 of 226 -B-4003/2016 Seite 204 das͏marktbeherrschende͏Unternehmen͏darüber͏hi naus͏mit͏seiner͏wettbewerbswidrigen͏Verhaltensweise͏auf͏sonstige͏Märkte͏(Sekundär -͏ oder͏Tertiärmärkte)͏ein,͏so͏sind͏diese͏ebenfalls͏in͏die͏Sanktionsbemessung͏mit͏einzubeziehen.͏Dies͏gilt͏insbesondere͏für͏diejenigen͏Missbrauchsformen͏des͏ Art.͏7͏KG,͏die͏sich ͏ bereits͏aufgrund͏ihrer͏tatbestandlichen͏Ausgestaltung͏ auf͏mehrere͏Märkte͏erstrecken.͏Ansonsten͏könnte͏eine͏sich͏auf͏verschiedenen͏ Märkten͏ einstellende͏ Kartellrendite͏ gar͏ nicht͏ abgeschöpft͏ werden͏ (vgl.͏Urteile͏des͏BVGer͏ B-2597/2017 E. 15.2.3.5, "Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen"; B-831/2011͏Rz.͏1569͏ff.,͏"Six͏ Group";͏ B -7633/2009͏ Rz.͏ 723,͏ " Preispolitik͏ ADSL",͏ bestätigt͏ durch͏ BGE͏ 146͏II͏217͏E.͏9.2.1).͏ In͏zeitlicher͏Hinsicht͏ist͏eine͏Sanktionierung͏nach͏Sinn͏und͏Zweck͏der͏Regelung͏in͏Art.͏49a͏KG͏an͏den͏Umsatz͏anzuknüpfen,͏der͏mit͏dem͏wettbewerbswidrigen͏Verhalten͏am͏engsten͏in͏Zusammenhang͏steht.͏Dabei͏handelt͏es͏sich͏regelmässig͏um͏den͏Umsatz,͏der͏bei͏Beendigung͏des͏jeweils͏ untersuchten͏ wettbewerbswidrigen͏ Verhaltens͏ erzielt͏ wur de.͏ Dadurch͏ kommt͏ dem͏Unternehmen͏keine͏Möglichkeit͏zu,͏den͏Umsatz͏zwischen͏einer͏ Beendigung͏ der͏ wettbewerbswidrigen͏ Verhaltensweise͏ und͏ dem͏Abschluss͏des͏Kartellsanktionsverfahrens͏durch͏geeignete͏Massnahmen͏zu͏ vermindern,͏ um͏ eine͏ Busse͏ möglichst͏ gering͏ z u͏ halten͏ (vgl.͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B -823/2016͏ vom͏ 2.͏ April͏ 2020͏ E.͏ 6.1.2,͏ "Flügel͏ und͏ Klaviere";͏ B-581/2012͏ E.͏ 9.2.3,͏ "Nikon";͏ B -831/2011͏ Rz. 1584,͏ "Six͏ Group";͏ B-7633/2009͏Rz.͏727,͏" Preispolitik͏ ADSL").͏ Auf͏einen͏anderen͏Zeitpunkt͏ist͏ nur͏in͏Ausnahmefällen͏ dann͏abzustellen,͏wenn͏die͏besonderen͏Umstände͏ des͏Einzelfalls͏dies͏nahelegen.͏ So͏wäre͏der͏Abschluss͏des͏Beschwerdeverfahrens͏als͏massgeblicher͏ Zeitpunkt͏zu͏qualifizieren,͏wenn͏ein͏Unternehmen͏ angesichts͏ der͏ aufschiebenden͏ Wirkung͏ einer͏ Beschwerde͏ das͏ wettbewerbswidrige͏Verhalten͏während͏des͏Beschwerdeverfahrens͏fortgeführt͏hat,͏um͏ die͏sich͏aus͏der͏wettbewerbswidrigen͏Verhaltensweise͏ergebenden͏Vorteile͏maximal͏auszunutzen ͏ (vgl.͏Urteile͏des͏BVGer͏B -831/2011͏ Rz.͏158 5,͏"Six͏Group";͏B -7633/2009͏Rz.͏72 8,͏" Preispolitik͏ ADSL"). Die͏ Schwere des Verstosses (vgl. Art. 3 SVKG) ist objektiv, d.h. verschuldensunabhängig, zu berücksichtigen (vgl.͏ BGE͏ 146͏ II͏ 217͏ E.͏ 9.2.3.2,͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL";͏ 144͏ II͏ 194͏ E. 6.4,͏ "Bayerische͏ Motoren͏ Werke";͏ Urteil͏des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.2.4.1,͏ "Kommerzialisierung͏ von͏elektronischen͏Medikamenteninformationen";͏ DOSS,͏ a.a.O.,͏Rz.͏ 285;͏ CHRISTOPH͏ TAGMANN,͏ Die͏direkten͏Sanktionen͏nach͏Art. 49a͏Abs.͏1͏Kartellgesetz,͏Zürich͏2007,͏S.͏230;͏ ROLF͏ DÄHLER͏ /͏ PATRICK͏ L.͏ KRAUSKOPF,͏Die͏ Sanktionsbemessung͏und͏die͏Bonusregelung,͏in:͏Stoffel/Zäch͏[Hrsg.],͏Kar-- 204 of 226 -B-4003/2016 Seite 205 tellgesetzrevision͏ 2003,͏ Zürich͏ 2004,͏ S. 139).͏ Massgebend͏ ist͏ das͏ abstrakte͏Gefährdungspotential,͏ und͏zu͏berücksichtigen͏s ind͏namentlich͏ der͏ Grad͏der͏Beeinträchtigung͏des͏Wettbewerbs,͏die͏Wirksamkeit͏des͏Verstosses͏und͏die͏Anzahl͏der͏Beteiligten͏( vgl.͏ BGE͏146͏II͏217,͏E.͏9.2.3.2͏" ͏ Preispolitik͏ Swisscom͏ADSL";͏144͏II͏194͏E. 6.4,͏" Bayerische͏Motoren͏Werke ";͏ Urteil͏des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.2.4.1,͏ "Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏ Medikamenteninformationen" ).͏ Die͏ Erläuterungen͏ zu͏ Art.͏ 3͏ Bst. d͏SVKG͏gehen͏davon͏aus,͏dass͏sich͏bei͏Missbräuchen͏von͏marktbeherrschenden͏Unternehmen͏nach͏Art. ͏ 7͏KG͏der͏Basisbetrag͏"regelmässig͏ im͏ oberen͏ Drittel͏ des͏ Rahmens",͏ d.h.͏ bei͏ 7 -10 %,͏ bewegt͏ (vgl.͏ DOSS,͏ a.a.O.,͏Rz.͏285͏Fn.͏800;͏ TAGMANN/ZIRLICK,͏BSK -KG,͏Art. 49a,͏Rz.͏55).͏Es͏ ist͏jedoch͏im͏Einzelfall͏zu͏beurteilen͏(vgl.͏Urteile͏des͏BVGer͏ B-2597/2017͏ E. 15.2.4.2,͏ "Kommerzialisierung͏ von͏ elektronischen͏ Medikamenteninformationen";͏ B-2977/2007͏ E. 8.3.4,͏ "Publigroupe";͏ B-7633/2009͏ Rz. 713,͏ "Preispolitik͏ ADSL";͏ DOSS,͏ a.a.O.,͏ Rz. 285;͏ TAGMANN/ZIRLICK,͏ BSK -KG,͏ Art. 49a,͏Rz.͏54). Der͏Basisbetrag͏ wird͏ um͏bis͏zu͏50͏Pr ozent͏erhöht,͏wenn͏der͏Wettbewerbsverstoss͏ zwischen͏ 1͏ und͏ 5͏ Jahren͏ dauerte.͏ Dauerte͏ der͏ Wettbewerbsverstoss͏mehr͏als͏ 5͏ Jahre,͏so͏wird͏der͏Basisbetrag͏für͏jedes͏zusätzliche͏ Jahr͏mit͏einem͏Zuschlag͏von͏je͏bis͏zu͏10͏Prozent͏erhöht͏(vgl. ͏ Art.͏4͏SVKG).͏ Unter͏Be rücksichtigung͏eines͏gewissen͏zulässigen͏Schematismus͏und͏des͏ Verhältnismässigkeitsprinzips͏ist͏es͏nicht͏bundesrechtswidrig,͏den͏Basisbetrag͏ um͏ jeweils͏ 10͏ Prozent͏ pro͏ angefangenes͏ Jahr͏ für͏ die͏ Dauer͏ von͏

1 bis͏ 5͏ Jahren͏stufenweise͏zu͏erhöhen͏(vgl.͏BGE͏146͏I I͏217͏E.͏9.3,͏"Preispolitik͏ Swisscom͏ADSL";͏ Urteil͏ des͏ BGer͏2C_484/2010͏ E.͏ 12.3.4,͏ "Publigroupe",͏ in͏BGE͏139͏ I͏ 72͏ nicht͏publizierte͏Erwägung ). Hinsichtlich͏des͏konkreten͏Sanktionsbetrages͏kommt͏der͏rechtsanwendenden͏Wettbewerbsbehörde͏erhebliches͏Ermessen͏zu͏(vgl.͏Urteil͏des͏BVGer͏ B-2977/2007͏E. 8.3.4,͏"Publigroupe";͏ DOSS,͏a.a.O.,͏Rz. 278;͏ KRAUSKOPF,͏ DIKE-KG,͏Art. 49a͏Abs.͏1 -2,͏Rz.͏29;͏ TAGMANN/ZIRLICK,͏BSK -KG,͏Art.͏49a,͏ Rz.͏18).͏In͏dieses͏dürfen͏die͏Rechtsmittelinstanzen͏nicht͏leichthin,͏sondern͏ nur͏ bei͏ pflichtwidriger͏ Ermessensausübung͏ eingreifen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏B -2977/2007͏E. 8.3.7,͏"Publigroupe").

11.4.2 Vorgebrachte Argumente Die͏Vorinstanz͏le gte͏die͏ Maximalhöhe͏der͏Sanktion͏auf͏Fr. ͏ […]͏ (10 %͏des͏ in͏ den͏ Geschäftsjahren͏2012͏ bis͏ 2014͏ erzielten͏Gesamtumsatzes͏ in͏ der͏ Schweiz)͏und͏die͏Obergrenze͏des͏Basisbetrags͏auf͏ Fr. […]͏ (10 %͏des͏mit͏

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B-4003/2016 Seite 206 Swisscom͏TV͏ inkl.͏Teleclub͏ in͏den͏Jahren͏2011͏bis͏2013͏generi erten͏Umsatzes)͏ fest.͏ Da͏ sie͏ die͏ Geschäftsverweigerung͏ als͏ mittelschweren͏ Verstoss͏ qualifizierte,͏ setzte͏ sie͏ den͏ Basisbetrag͏ bei͏ einem͏ Prozentsatz͏ von͏ […] %͏an͏( Fr.͏ 35'205'155.–).͏Ausgehend͏von͏einer͏Dauer͏des͏Verstosses͏von͏rund͏7͏Jahren͏(Oktober͏2006͏bis ͏ mindestens͏Sommer͏2013)͏errechnete͏ sie͏ einen͏ Zuschlag͏ von͏ 70 %͏ (+͏ Fr. 24'643'609.–͏ =͏ Fr. 59'848'764.–).͏Da͏sie͏im͏gleichen͏Verfahren͏mehrere͏Tathandlungen͏zu͏ beurteilen͏ hatte,͏ erhob͏sie͏ unter͏ dem͏Titel͏ "wiederholter͏ Verstoss"͏ einen͏ weiteren͏Zuschlag͏von͏2 0 %͏(+͏ Fr.͏ 11'969'753.–).͏Auf͏diese͏Weise͏errechnete͏ die͏ Vorinstanz͏ eine͏ Verwaltungssanktion͏ in͏ der͏ Höhe͏ von͏ Fr. 71'818'517.–.͏ Dieser͏Betrag͏sei͏für͏ den͏Swisscom -Konzern͏ zumutbar͏ (vgl.͏angefochtene͏Verfügung,͏Rz. 861͏ff.). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏argumentieren͏zusammenf assend,͏ die͏Maximalsanktion͏ und͏ der͏ Basisbetrag͏ seien͏ falsch͏ berechnet,͏ die͏ Art͏ und͏ Schwere͏ des͏angeblichen͏Verstosses͏falsch͏beurteilt ͏ und͏ die͏Dauer͏ des͏ angeblichen͏ Verstosses͏ unzutreffend͏ bestimmt͏ worden.͏ Des͏ Weiteren͏ werde͏ fälschlicherweise͏ von͏ einem͏ wiederholten͏ Verstoss͏ ausgegangen ͏ und͏hätten͏ mildernde͏ Umstände͏berücksichtigt͏ werden͏sollen.͏Schliesslich͏ sei͏ die͏Sanktion͏unverhältnismässig͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1082͏ff.). Für͏d ie͏Beschwerdegegnerin͏ wiegen͏ die͏ Verstösse͏der͏Swisscom -Gruppe͏ schwer͏ (vgl.͏Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏17͏f.).͏ Zudem͏kritisiert͏ sie,͏f ür͏die͏Bestimmung͏des͏relevanten͏Umsatzes͏zur͏Festlegung͏des͏Basisbetrags͏ müssten͏ die͏drei͏Geschäftsjahre͏vor͏dem͏Entscheiddatum͏der͏ Vorinstanz͏ (2013-2015)͏ respektive͏vor͏dem͏Entscheid͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏ herangezogen͏ werden.͏ Zudem͏ müsse͏ der͏ Dauerzuschlag͏ aufgrund͏ des͏ fortgesetzten͏ missbräuchlichen͏ Verhaltens͏ auf͏ mindestens͏

100 %͏angehoben͏werden͏ (vgl.͏Beschwerdeantwort,͏Rz.͏103͏ff.;͏ Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏5 1͏ ff.).

11.4.3 Berechnung der Maximalsanktion Zur͏Berechnung͏der͏Maximalsanktion͏hat ͏ die͏Vorinstanz͏auf͏die͏Umsätze͏ der͏Jahre͏2012͏bis͏2014͏ ([…]͏ Mio.͏ Fr.)͏ abgestellt͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz. 860͏ ff.).͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏machen͏geltend,͏ für͏die͏Berechnung͏der͏ Maximalsanktion͏seien͏entsprechend͏der͏Praxis͏der͏Vorinstanz͏die͏letzten͏drei͏ Geschäftsjahre͏vor͏Erlass͏der͏angefochtenen͏Verfügung ͏ massgebend.͏Da͏ die͏angefochtene͏Verfügung͏im͏Jahr͏2016͏erla ssen͏worden͏sei,͏wären͏die͏ Jahre͏2013͏bis͏2015͏relevant͏ gewesen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1083͏f.).

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B-4003/2016 Seite 207 In͏ihrer͏Vernehmlassung͏ räumt͏die͏Vorinstanz͏ein,͏dass͏sie͏korrekterweise͏ den͏ Umsatz͏ von͏ 2013͏ bis͏ 2015͏ hätte͏ berücksichtigen͏ müssen͏(vgl.͏ Vernehmlassung,͏ Rz.͏ 97 ).͏ Soweit͏ gemäss͏ dem͏ Vorgesagten͏ auf͏ die͏ letzten͏ drei͏vor͏Erlass͏der͏Verfügung͏abgeschlossenen͏Geschäftsjahre ͏ abzustellen͏ist͏(vgl.͏etwa͏ TAGMANN/ZIRLICK,͏BSK -KG,͏Art.͏49a,͏Rz.͏12a),͏wären͏in͏ der͏ Tat͏ diese͏ Umsatzjahre͏ massgebend.͏ Die͏ so͏ korrigierte͏ Berechnu ng͏ würde͏jedoch,͏ wie͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏geltend͏macht,͏zu͏einer͏höheren͏ Maximalsanktion͏ führen͏ ([…]͏ Mio.͏ Fr.),͏ da͏ statt͏ des͏ Umsatzes͏ von͏ 2012͏ ([…]͏ Mio.͏ Fr.)͏ der͏ Umsatz͏ von͏ 2015͏ ( […]͏ Mio.͏ Fr.)͏ heranzuziehen͏ wäre.͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏diese͏Umsatzjahre͏nic ht͏mit͏den͏massgebenden͏Umsatzjahren͏für͏die͏Berechnung͏des͏Basisbetrags͏übereinstimmen͏würden ͏ (vgl.͏ hinten,͏ E.͏11.4.5.2).͏ Wird͏wie͏ im͏Urteil͏"Swisscom͏ADSL"͏für͏die͏Berechnung͏der͏Maximalsanktion͏und͏des͏Basisbetrags͏ auf͏dieselbe͏Regelung͏und͏damit͏auf͏ die͏gleichen͏ Geschäftsjahre͏ab gestellt͏ (vgl.͏Urteil͏des͏ BVGer͏B -7633/2009͏Rz.͏785,͏ "Preispolitik͏ ADSL"),͏ wären͏für͏die͏Berechnung͏der͏Maximalsanktion͏vorliegend͏die͏Jahre͏2011͏bis͏2013͏relevant. ͏ In͏ diesen͏ Jahren͏ ergab͏ sich͏ ein͏ kumulierter͏ Umsatz͏ von͏ […]͏ Mio.͏ Fr.͏ (vgl.͏ act. 385͏Ziff.͏1). Letztlich͏kann͏die͏Frage,͏ob͏auf͏die͏Geschäftsjahre͏2011͏ bis͏ 2013,͏2012͏ bis͏ 2014͏ oder͏ 201 3͏ bis͏ 2015͏ abzustellen͏ist,͏offenbleiben,͏ da͏ sich͏ –͏ wie͏ sich͏ aus͏ den͏ nachfolgenden͏ Erwägungen͏ ergibt͏ –͏ am͏ konkreten͏ Sanktionsbetrag͏nic hts͏ ändert͏ (vgl.͏Vernehmlassung,͏Rz.͏97;͏Duplik,͏Rz. 102).

11.4.4 Bestimmung der für die Sanktionsbemessung relevanten Märkte Die͏ Vorinstanz͏ stellte͏ zur͏ Umsatzberechnung͏ auf͏ die͏ mit͏ Swisscom͏ TV͏ (inkl.͏Teleclub)͏ in͏den͏Jahren͏2011͏bis͏2013͏generierten͏ Umsätze͏ab͏( vgl.͏ Verfügung,͏Rz. 865͏ff.).͏ Im͏Verfahren͏vor͏dem͏Bundesverwaltungsgericht͏ verweist͏ die͏ Vorinstanz͏ auf͏ die͏ neuste͏ Rechtsprechung͏ des͏ Bundesgerichts͏und͏Bundesverwaltungsgerichts,͏wonach͏nicht͏nur͏der͏Markt͏massgebend͏sei,͏auf͏dem͏die͏marktbeherrschende͏St ellung͏des͏Unternehmens͏ gegeben͏sei.͏Vielmehr͏seien͏auch͏vor -͏ oder͏nachgelagerte͏Märkte͏sowie͏ sonstige,͏von͏der͏Verhaltensweise͏betroffene͏Märkte͏in͏die͏Sanktionsbemessung͏einzubeziehen͏(vgl.͏Duplik,͏Rz.͏103). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ kritisieren,͏ d ie͏ Vorinstanz͏ ziehe͏ zur͏ Berechnung͏des͏Basisbetrags͏fälschlicherweise͏die͏Umsätze͏von͏Swisscom͏mit͏ Swisscom͏TV͏und͏Teleclub͏bei,͏statt͏auf͏diejenigen͏auf͏den͏relevanten͏Pay TV-Bereitstellungsmärkten͏abzustellen.͏Indem͏ d ie͏Vorinstanz͏zudem͏ das͏ -- 207 of 226 -B-4003/2016 Seite 208 gesamte͏Swisscom͏TV -͏ bzw.͏Teleclub -Angebot͏berücksichtige,͏dehne͏sie͏ diese͏auch͏sachlich͏zu͏weit͏aus͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1085͏ff.). ͏ Im vorliegenden Fall haben sich die Beschwerdeführerinnen auf den nationalen Märkten für die Bereitstellung von Schweizer Fussball- und Eishockeyübertragungen sowie von bestimmten ausländischen Fussballübertragungen (Bundesliga, Primera División & Copa del Rey, Serie A) im Rahmen eines Liga-Wettbewerbs im Pay-TV missbräuchlich verhalten (vgl. E. 8.8, 9.2.9, 9.3.6, 9.4.7 und 9.5). Relevant für die Sanktionsbemessung sind aber nicht nur die Märkte, wo die relevanten Handlungen zwar begangen wurden, auf welchen die Beschwerdeführerinnen aber gerade auch aufgrund der Verweigerung͏ von Geschäftsbeziehungen einen relativ geringen Umsatz erzielt haben (vgl. Verfügung, Rz. 866). Vielmehr wirken sich die missbräuchlichen Verhaltensweisen auch auf die Pay-TV- und Free-TV-Endkundenmärkte aus: Kunden, die Übertragungen auf Teleclub-Sportkanälen konsumieren wollen, die ihr TV-Plattformanbieter nicht zur Verfügung stellt, müssen zu Swisscom TV, welches das vollständige Teleclub-Programmangebot zur Verfügung stellt, wechseln. Damit hat das missbräuchliche Verhalten Auswirkungen auf die unter Umständen kostenpflichtigen Free-TV-Angebote von Swisscom TV sowie auf Teleclub-Angebote ausserhalb der hier relevanten Sportübertragungen und sind auch diese Märkte für die Sanktionsbemessung relevant (vgl. BGE 146 II 217 E. 9.2.1 "Swisscom ADSL", vgl. Art. 11 Abs. 2 Bst. a und b VKU). Darum ist es entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen (vgl. Beschwerde, Rz. 1104 ff.) sachgerecht und entspricht es der aktuellen Rechtsprechung, dass die Vorinstanz auf alle Umsätze abgestellt hat, die Swisscom mit Teleclub und Swisscom TV generiert hat (vgl. Verfügung, Rz. 867 ff.). Zu͏Gunsten͏der͏Beschwerdeführerinnen͏hat͏die͏Vorinstanz͏darauf͏verzichtet,͏ die͏ Umsätze͏ der͏ benachbarten͏ Fernmeldemärkte͏ (Breitbandinterne t,͏ Festnetztelefonie,͏ evt.͏ auch͏ Mobilfunk)͏ einzubeziehen,͏ auf͏ die͏ sich͏ das͏ missbräuchliche͏Verhalten͏der͏Beschwerdeführerinnen͏aufgrund͏der͏branchenüblichen͏ Triple -͏ und͏ Quadruple -Play-Angebote͏ ebenfalls͏ nachteilig͏ ausgewirkt͏hat͏ (vgl.͏E.͏9.2.6.4.6;͏vgl.͏Ve rfügung,͏Rz.͏871 ).͏ Insofern͏stösst͏ die͏Rüge͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏die͏ Vorinstanz͏ habe͏ für͏die͏Umsatzberechnung͏ einen͏ zu͏ weiten͏ Markt͏ herangezogen,͏ ins͏ Leere͏ (vgl.͏ auch͏ Duplik͏der͏Vorinstanz,͏Rz. 103).

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11.4.5 Obergrenze des Basisbetrags

11.4.5.1 Weiter͏ machen͏ die͏ Besc hwerdeführerinnen͏ geltend,͏ die͏ Vorin stanz͏habe͏für͏die͏Berechnung͏des͏Basisbetrags͏zu͏Unrecht͏auf͏die͏Umsätze͏der͏Jahre͏2011͏bis͏2013͏abgestellt,͏massgebend͏wären͏aber,͏wenn͏ überhaupt͏und͏im͏Zweifel͏("in͏dubio͏pro͏reo")͏die͏Umsätze͏der͏Jahre͏2010͏ bis͏2012,͏da͏ihr͏angeblicher͏Kartellrechtsverstoss͏maximal͏bis͏Ende͏Mai͏ 2013͏gedauert͏habe͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1118͏ff.). Die͏ Vorinstanz͏ hält͏ die͏ von͏ ihr͏ als͏ massgeblich͏ erachteten͏ Umsatzjahre͏ (2011͏bis͏2013)͏nach͏wie͏vor͏als͏korrekt,͏da͏das͏missbräuchliche͏Verh alten͏ bis͏ins͏Jahr͏2013͏angedauert͏habe͏(vgl.͏Vernehmlassung,͏Rz.͏99). Demgegenüber͏geht͏die͏Beschwerdegegnerin͏davon͏aus,͏dass͏das͏missbräuchliche͏Verhalten͏der͏Beschwerdeführerinnen͏im͏Verfügungszeitpunkt͏ noch͏ nicht͏ beendet͏ gewesen͏ sei;͏ der͏ Zeitpunkt͏ der ͏ Beendigung͏ sei͏ von͏ Amtes͏ wegen͏ festzustellen.͏ Es͏ sei͏ auf͏ die͏ drei͏ Geschäftsjahre͏ vor͏ dem͏ Entscheiddatum͏der͏Vorinstanz͏(2013 -2015)͏oder͏spätere͏Geschäftsjahre͏ abzustellen.͏Werde͏an͏der͏Abgrenzung͏eigenständiger͏relevanter͏Märkte͏ für͏Fussball͏und͏Eishockey ͏ festgehalten,͏seien͏die͏drei͏Geschäftsjahre͏vor͏ Erlass͏des͏Entscheids͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏massgebend,͏da͏in͏ diesem͏Fall͏die͏marktbeherrschende͏Stellung͏der͏Swisscom -Gruppe͏bis͏im͏ Sommer͏ 2017͏(im͏ Fall͏ der͏ Eishockeyübertragungen)͏ respektive͏ bis͏ zu m͏ heutigen͏Tag͏(im͏Fall͏der͏Fussballübertragungen)͏fortgedauert͏habe͏(vgl.͏ Beschwerdeantwort,͏ Rz.͏ 103͏ ff.;͏ Stellungnahme͏ vom͏ 27.͏ April͏ 2021,͏ Rz. 51 ff.).

11.4.5.2 Soweit͏ der͏ Vorwurf͏ der ͏ Beschwerdegegnerin͏ zutrifft,͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏hätten͏ das͏wettbewerbswi drige͏Verhalten͏auch͏nach͏ Erlass͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏weitergeführt,͏ und͏soweit͏" besondere͏ Umstände͏des͏Einzelfalls "͏ vorliegen,͏ würde͏es͏die͏aktuellere͏ Rechtsprechung͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏nahelegen,͏auf͏Umsätze͏abzustellen,͏die͏spätestens͏b is͏zum͏ Abschluss͏des͏Beschwerdeverfahrens͏ generiert͏ worden͏ sind͏ (vgl.͏ Urteile͏ des͏ BVGer͏ B -831/2011͏ Rz. 1585,͏ "Six͏ Group";͏ B-7633/2009͏Rz.͏728,͏"Swisscom͏ADSL").͏ Da͏in͏den͏genannten͏ Urteilen͏das͏jeweilige͏wettbewerbswidrige͏Verhalten͏vor͏Erlass͏der͏ angefochtenen͏Verfügung͏beendet͏wurde͏(vgl.͏Urteile͏des͏BVGer͏B -831/2011͏ Rz.͏ 1587,͏ "Six͏Group";͏B -7633/2009͏Rz.͏ 730,͏ " Preispolitik͏ ADSL"),͏ hatte͏ das͏ Bundesverwaltungsgericht͏ keine͏ Veranlassung,͏ die͏Thematik͏ des͏ in͏ -- 209 of 226 -B-4003/2016 Seite 210 das͏Beschwerdeverfahren͏hinein͏fortgesetzt en͏wettbewerbswidrigen͏Verhaltens͏genauer͏zu͏untersuchen.͏ Wie͏ Swisscom͏in͏ihrem͏Geschäftsbericht͏2016͏ zutreffend͏ schreibt,͏hat͏i m͏ Jahr͏2016͏die͏Wettbewerbsdynamik͏vor͏allem͏im͏Bereich͏der͏Fernsehinhalte͏ zugenommen,͏ da͏ nationale͏ Kabelanbieter͏ die͏ Übertragu ngsrechte͏ der͏Schweizer͏Eishockeyligen͏ab͏der͏Saison͏2017/2018͏erworben ͏ hätten,͏ die͏zu rzeit͏noch͏bei͏Teleclub͏lägen͏(vgl.͏Geschäftsbericht͏Swisscom͏2016,͏ S.͏43).͏Damit͏ hat͏sich͏die͏Situation͏der͏Beschwerdeführerinnen͏im͏Bereich͏ der͏Schweizer͏Eishockeyübert ragungen͏grundlegend͏verändert͏ (vgl.͏Replik,͏Rz.͏275).͏ Es͏ist͏durchaus͏möglich,͏dass͏die͏Untersuchung͏und͏Verfügung͏ der͏ Vorinstanz͏ eine͏ Zurückhaltung͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ bei͏ der͏Rechtevergabe͏von͏201 6͏ und͏die͏ damit͏verbundene͏ bessere͏Verteilung͏ der͏Ü bertragungsrechte͏unter͏den͏Wettbewerbern͏beeinflusst͏haben.͏Damit͏können͏ die͏mit͏Swisscom͏TV͏(inkl.͏Teleclub)͏ab͏Saison͏2017/2018͏gemachten͏ Umsätze͏ nicht͏ mehr͏ repräsentativ͏ für͏ das͏ wettbewerbswidrige͏ Verhalten͏in͏den͏Jahren͏2006͏bis͏2013͏sein ͏ (vgl.͏auch͏U rteil͏des͏BVGer͏ B-846/2015͏ vom͏19.͏Dezember͏2017͏E.͏9.2.2,͏" Hors-Liste͏Medikamente ").͏ Hinzu͏kommt,͏dass͏ das͏Abstellen͏auf͏während͏des͏Beschwerdeverfahrens͏ generierte͏Umsätze͏entsprechende͏Instruktionsmassnahmen͏des͏Bundesverwaltungsgerichts͏ oder͏eine͏Rück weisung͏an͏die͏Vorinstanz͏zur͏weiteren͏ Abklärung͏ des͏ sanktionsrelevanten͏ Sachverhalts͏ nötig͏ machen͏ würden ͏ (vgl.͏Urteil͏des͏BGer͏2C -149/2018͏vom͏4.͏Februar͏ 2021͏E.͏8.5.2,͏"Hors Liste͏Medikamente").͏Dies͏würde͏zu͏einer͏Verfahrensverzögerung͏führen,͏ die͏anges ichts͏der͏bereits͏sehr͏langen͏Verfahrensdauer͏nicht͏zielführend͏ ist.͏

11.4.5.3 Für͏die͏Umsatzberechnung͏ ist͏somit͏ an͏den͏Umsatz͏anzuknüpfen,͏ der͏ mit͏ dem͏ wettbewerbswidrigen͏ Verhalten͏ am͏ engsten͏ in͏ Zusammenhang͏steht.͏ Im͏vorliegenden͏Fall͏hat͏die͏Vorinstanz͏das͏Verh alten͏der͏Beschwerdeführerinnen͏in͏den͏Jahren͏2006͏bis͏2013͏untersucht͏und͏in͏diesen͏Jahren͏Zuwiderhandlungen͏festgestellt ͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏817).͏ Den͏ Beginn͏ der͏ Geschäftsverweigerung͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ zu͏ Recht͏ auf͏ die͏ erste͏klar͏belegte͏ Verweigerung͏und͏damit͏auf͏den͏Dezember͏2010͏festgelegt.͏Dabei͏handelt͏es͏sich͏um͏den͏Fall͏Ticinocom͏SA͏(vgl.͏E. 9.2.4.3.7).͏ Die͏Verweigerung͏dauerte͏mindestens͏bis͏zum͏ Ende͏des͏ Untersuchungszeitraums͏ im͏Sommer͏2013͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏626,͏720 ).͏ Die͏Disk riminierung͏ ist͏ für͏ den͏ ganzen͏ Untersuchungszeitraum͏ (Oktober/November͏ 2006͏bis͏Sommer͏2013)͏ belegt,͏da͏Teleclub͏Swisscom͏seit͏der͏Lancierung͏ von͏Swisscom͏TV͏im͏November͏2006͏gegenüber͏den͏konkurrierenden͏TV Plattformen͏bevorzugte͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏730;͏ E.͏9.3 ).͏ Schliesslich͏dau-- 210 of 226 -B-4003/2016 Seite 211 erte͏auch͏die͏Erzwingung͏unangemessener͏Geschäftsbedingungen͏während͏des͏ganzen͏Untersuchungszeitraums,͏wurde͏doch͏die͏Vereinbarung͏ zwischen͏Teleclub͏und͏Cablecom͏im͏Oktober͏2006 ͏ abgeschlossen͏und͏galt͏ bis͏ Ende͏ Juni͏2013͏(vgl.͏E.͏ 8.5.2.2,͏mit͏Verweis͏auf͏ Vereinbarung͏vom͏April͏ 2012͏betreffend͏"Vor sorgliche͏Verlängerung͏des͏von͏U PC͏C ablecom͏per͏ 23.͏Juli͏2012͏gekündigten͏'Vertrags͏über͏die͏Verbreitung͏und͏Vermarktung ͏ des͏ Te leclub-Programmangebots͏ durch͏ C ablecom'").͏ Die͏ entsprechende͏ Vereinbarung͏ mit͏Sunrise͏ galt͏ ab͏ Mai͏2012͏ (vgl.͏E.͏ 8.5.2.2).͏ Dass͏im͏Jahr͏ 2013͏keine͏Ausschreibungen͏stattfanden,͏wie͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ geltend͏machen͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1119),͏ist͏vorliegend͏nicht͏von͏Relevanz,͏ mussten͏ die͏Parteien͏ doch͏ihre͏Ge schäftspolitik͏auf͏die͏vereinbarte͏ Klausel͏ausrichten͏und͏ konnten͏ damit͏keine͏eigenständige͏Akquisition͏von͏ Übertragungsrechten͏betreiben͏(vgl.͏Beschwerdeantwort͏Sunrise,͏Rz. 58).͏ Entgegen͏ der͏Auffassung͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ trifft͏ es͏auch͏ nicht͏ zu,͏d ass͏das͏Ende͏der͏Kartellrechtsverstösse͏in͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏nicht͏genau͏bestimmt͏sei͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1119),͏ist͏doch͏ hinsichtlich͏der͏Erzwingung͏unangemessener͏Geschäftsbedingungen͏belegt,͏ dass͏ die͏ im͏ Oktober͏ 2006͏ abgeschlossene͏ Vereinbaru ng͏ zwischen͏ Cablecom͏ und͏Teleclub͏bis͏Ende͏Juni͏2013͏galt,͏und͏die͏entsprechende͏ Vereinbarung͏ zwischen͏Sunrise͏und͏Teleclub͏ vom͏Mai͏2012͏betreffend͏"Teleclub͏Digital"͏ auf͏eine͏Laufzeit͏von͏mindestens͏ 3͏ Jahren,͏d.h.͏bis͏mindestens͏2015,͏ angelegt͏war͏ (vgl.͏E.͏ 8.5.2.2).͏ Mindestens͏bis͏zu͏diesem͏Zeitpunkt͏dauerten͏auch͏noch͏die͏ ab͏ Dezember͏2010͏ belegten͏ Geschäftsverweigerungen͏ und͏die͏Diskriminierung͏an.͏ Somit͏stehen͏die͏ Umsätze͏der͏ Geschäftsjahre͏2011͏bis͏2013͏mit͏ dem͏ untersuchten͏ wettbewerbswidrigen͏ Verhalten͏ am͏engsten͏in͏Zusammenhang͏und͏die͏entsprechende͏Umsatzberechnung͏der͏Vorinstanz͏ist͏nicht͏zu͏beanstanden. Ausgehend͏von͏den͏relevanten͏Umsätzen ͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏ in͏ den͏Jahren͏2011͏(Fr. […]),͏2012͏(Fr. […])͏und͏2013͏(Fr. […])͏ist͏ mit͏der͏Vorinstanz͏ von͏einer͏oberen͏Grenze͏des͏Basisbetrags͏von͏Fr. […]͏ auszugehen͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏874͏ff.).͏

11.4.6 Berücksichtigung der Art und Schwere des Verstosses

11.4.6.1 Unter͏dem͏Titel͏" Art͏und͏Schwere͏des͏Verstosses "͏fokussierte͏die͏ Vorinstanz͏auf͏ den͏Tatbestand͏der͏Geschäftsverweigerung,͏da͏sie͏die͏entsprechende͏Verhaltensweise͏der͏Beschwerdeführerinnen͏als͏ die͏ schwerwiegendste͏ unter͏ den͏ drei͏ vorgeworfenen͏ Verhaltensweisen͏ qualifizierte͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏880). ͏ Dies͏ist͏aufgrund͏der͏ wettbewerbspolitisch͏zentralen͏ Bedeutung͏ dieses͏Tatbestandes͏(vgl.͏ vorne,͏ E.͏9.2.1.7)͏nicht͏zu͏be-- 211 of 226 -B-4003/2016 Seite 212 anstanden.͏ Die͏Vorinstanz͏ bezeichnet͏ die͏ Geschäftsverweigerung͏ der͏Beschwerdeführerinnen͏ als͏ nicht͏besonders͏schwerwiegend͏ respektive͏ mittelschweren͏ Verstoss͏ und͏setzte͏ den͏Basisbetrag͏bei͏einem͏Prozentsatz͏ von͏ […] %͏ an.͏ Zwar͏ stelle͏ der͏ hier͏ relevante͏ Sport -Content͏ einen͏ sehr͏ wichtigen͏Faktor͏im͏Plattformwe ttbewerb͏dar͏ und͏seien͏ insbesondere͏die͏ neuen͏IPTV -Technologien͏ bzw.͏die͏neuen͏Wettbe werber͏auf͏den͏Glasfaserinfrastrukturen͏betroffen.͏Doch͏sei͏gemäss͏ihren͏Beobachtungen ͏ kein͏ Konkurrent͏ aufgrund͏ der͏ missbräuchlichen͏ Verhaltensweisen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ aus͏dem͏Markt͏ausgeschieden ͏ und͏habe͏S wisscom͏ mit͏dem͏Eintritt͏in͏den͏TV -Plattformmarkt͏überhaupt͏erst͏ Wettbewerb͏ auf͏ diesem͏Markt͏geschaffen͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏879). Die͏Beschwerdeführerinnen͏halten͏dagegen,͏e s͏handle͏sich͏allenfalls͏um͏ leichte͏Verstösse,͏weshalb͏der͏Basisbetrag͏deutlich͏unterhalb͏von͏ […] %͏ anzusetzen͏ sei.͏ Im͏ Entscheid͏ in͏ Sachen͏ "Badezimmer"͏ habe͏ die͏ Vorinstanz͏zudem͏bei͏der͏Art͏und͏Schwere͏des͏Verstosses͏ausdrücklich͏auch͏ eine͏subjektive͏Kompo nente͏berücksichtigt;͏entsprechend͏wären͏die͏für͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏nicht͏vorhersehbare͏Marktabgrenzung͏sowie͏der͏ Vertrauensschutz͏basisbetragsmindernd͏zu͏berücksichtigen͏gewesen͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏1 110͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏252͏f. ).͏Unter͏Hinweis͏auf ͏ den͏Fall͏ Eishockey͏im͏ Pay -TV͏machen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏geltend,͏ dass͏ der͏Prozentsatz͏höchstens͏ […] %͏betragen͏dürfe͏(vgl.͏Stellungnahme͏vom͏ 31.͏März͏2021,͏Rz.͏22͏ff.,͏101). Die͏ Beschwerdegegnerin͏ argumentiert,͏ die͏ Verstösse͏ der͏ Swisscom Gruppe͏wöge n͏schwer.͏Nicht͏ nur͏ hätten͏die͏Beschwerdeführerinnen͏fast͏ die͏ gesamte͏ Konkurrenz͏ auf͏ dem͏ TV -Plattformmarkt͏ über͏ Jahre͏ hinweg͏ durch͏ eine͏ Kombination͏ verschiedener͏ unzulässiger͏ Verhaltensweisen͏ systematisch͏behindert͏und͏dadurch͏den͏Wettbewerb͏auch͏auf͏benac hbarten͏Märkten͏geschwächt,͏die͏Beschwerdeführerinnen͏hätten͏darüber͏hinaus͏ auch͏ für͏ eine͏ eigentliche͏ Abschottung͏ des͏ vorgelagerten͏ Beschaffungsmarkts͏gesorgt.͏Erschwerend͏komme͏hinzu,͏ dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ihr͏Verhalten͏selbst͏nach͏Erlass͏der͏ang efochtenen͏Verfügung͏ nur͏teilweise͏aufgegeben͏hätten͏(vgl.͏Stellungnahme͏vom͏27.͏April͏2021,͏ Rz.͏17͏f.).

11.4.6.2 Nach͏der͏aktuellen͏Rechtsprechung͏des͏Bundesgerichts͏sind͏subjektive͏Gründe͏bei͏der͏Schwere͏des͏Verstosses͏nicht͏zu͏berücksichtigen͏ (vgl.͏ BGE͏146͏II͏21 7,͏E.͏9.2.3.2͏"͏Preispolitik͏Swisscom͏ADSL";͏144͏II͏194͏ E.͏6.4,͏"Bayerische͏Motoren͏Werke" ͏ e͏contrario),͏dies͏gilt͏somit͏auch͏für͏ die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏geltend͏gemachten͏Gründe͏(überraschende͏ Marktabgrenzung,͏ Vertrauensschutz).͏ Selbst͏ wenn͏ subj ektive͏ -- 212 of 226 -B-4003/2016 Seite 213 Komponenten͏eine͏Rolle͏spielen͏würden,͏wäre͏hier͏kein͏vergleichbarer͏Fall͏ gegeben͏wie͏im͏ Entscheid͏in͏Sachen͏"Badezimmer ":͏Dort͏ bezog͏die͏Vor instanz͏den͏ Umstand͏einer͏eingestellten͏Vorabklärung͏vor͏einer͏erneuten͏ Untersuchungseröffnung͏ in͏ die͏ Beurt eilung͏ der͏ Schwere͏ des͏ Verstosses͏ ein͏ (vgl.͏ RPW͏ 2019/3b,͏ 927͏ ff.,͏ Rz.͏ 2599,͏ "Badezimmer͏ [2. Teil]"͏ [nicht͏ rechtskräftig]).͏ Von͏ der͏ (vollständigen)͏ Geschäftsverweigerung͏ war en͏ mindestens͏ fünf͏ IPTV-Unternehmen͏betroffen͏(vgl.͏E.͏ 9.2͏ff. ),͏welchen͏mit͏den͏Fu ssball-͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ von͏Teleclub͏ ein͏wichtiger͏ Pay -TV-Content͏ vorenthalten͏ wurde.͏ Da͏ zwei͏ dieser͏ Unternehmen͏ ( Mygate͏AG͏ und͏ Sierre Energie͏SA )͏Fernsehen͏via͏Glas faser͏verbreiten͏ und͏bereits͏im͏November͏ 2006͏(Sierre -Energie͏SA)͏respektive͏im͏November͏2009͏(Mygate͏AG)͏Anfragen͏bei͏Teleclub͏tätigten,͏kann͏den͏Beschwerdeführerinnen͏nicht͏gefolgt͏ werden,͏dass͏ die͏verweigerte͏Verbreitung͏über͏FTTH͏ bereits͏in͏zeitlicher͏ Hinsicht͏ weniger͏ ins͏Gewicht͏fallen.͏ Da͏sich͏a ndere͏TV -Anbieter͏ mit͏ einem͏ eingeschränkten͏ Teleclub-Angebot͏ respektive͏mit͏einer͏blossen͏Signalanlieferung͏ (statt͏einer͏Bereitstellung͏auf͏ihrer͏TV -Plattform)͏ begnügen͏ mussten,͏waren͏letztlich͏alle͏TV -Plattformen͏ausser͏Swiss com͏von͏den͏Verhaltensweisen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ betroffen,͏ wenn͏ auch͏ in͏ unterschiedlichem͏Ausmass.͏ Positiv͏ins͏Gewicht͏fällt ͏ jedoch,͏dass͏ Swisscom͏mit͏ dem͏Eintritt͏in͏den͏TV -Plattformmarkt͏überhaupt͏erst͏ Wettbewerb͏auf͏diesem͏Markt͏geschaffen͏hat,͏w ie͏die͏Vorinstanz͏zu͏Recht͏hervorhebt. ͏ Es͏ist͏ daher͏nicht͏zu͏beanstanden,͏dass͏die͏Vorinstanz͏von͏einem͏mittelschweren͏Verstoss͏und͏einem͏Basissatz͏von͏ […] %͏ausging.

11.4.6.3 Daran͏ändert͏auch͏der͏ parallel͏hängige͏ Fall͏"Eishockey͏im͏Pay TV"͏ nichts.͏Dort͏ war͏nachwe islich͏nur͏ein͏Unternehmen͏(Swisscom),͏beschränkt͏ auf͏ einen͏ Markt͏ ( nationaler͏ Markt͏ für͏ die͏ Bereitstellung ͏ von͏ Schweizer͏Eishockeyübertragungen͏ im͏Rahmen͏eines͏Liga -Wettbewerbs͏ im͏Pay -TV),͏ von͏der͏ Geschäftsverweigerung͏durch͏UPC͏ betroffen.͏Zudem͏ dauerte͏ da s͏ UPC͏ durch͏ die͏ Vorinstanz͏ vorgeworfene͏ Verhalten͏ deutlich͏ weniger͏lang.͏Insgesamt͏ging͏die͏Vorinstanz͏von͏einem͏leichten͏bis͏mittelschweren͏ Verstoss͏ aus͏ (vgl.͏ Verfügung͏ der͏ WEKO͏ vom͏ 7.͏ September͏ 2020,͏ Rz.͏360,͏417,͏ "Eishockey͏im͏Pay -TV").͏ Entgegen͏der͏Ans icht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ist͏es͏daher͏bereits͏aufgrund͏des͏unterschiedlichen͏ Ausmasses͏der͏Wettbewerbsbeschränkung͏nicht͏angezeigt,͏den͏Basissatz͏ auf͏das͏Niveau͏des͏Falles͏"Eishockey͏im͏Pay -TV"͏zu͏senken.͏ Der͏Basisbetrag͏beträgt͏somit͏ Fr.͏ 35'205'155.–.

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11.4.7 Zuschlag für die Dauer des beanstandeten Verhaltens Die͏Vorinstanz͏hat͏für͏die͏Dauer͏von͏7͏Jahren͏(Oktober͏2006͏bis͏mindestens͏Sommer͏2013)͏Wettbewerbsverstösse͏festgestellt͏und͏daraus͏einen͏ Zuschlag͏von͏70 %͏errechnet͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏883). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ rügen,͏ die͏ von͏ der͏ Vorinstanz͏ festgestellte͏ Dauer͏der͏Verstösse͏treffe͏nicht͏zu.͏So͏ könnten͏ ihnen͏m angels͏marktbeherrschender͏Stellung͏im͏Jahr͏2006͏in͏diesem͏Jahr͏gar͏keine͏missbräuchlichen͏Verhaltensweisen͏vorgeworfen͏werden.͏ Auch͏ habe͏die͏erst͏nach͏der͏ Vergabe͏der͏schweizerischen͏Fussball -͏ und͏Eishockeyrechte͏im͏Frühjahr͏ 2006͏vereinbarte͏Content -Akquisitionsklausel͏in͏jenem͏Jahr͏noch͏gar͏keine͏ Wirkung͏erzielen͏können.͏Zudem͏habe͏die͏Vorinstanz͏das͏Ende͏der͏missbräuchlichen͏Verhalten sweise͏fälschlicherweise͏auf͏Ende͏2013͏angesetzt.͏ Im͏ Jahr͏ 2013͏ hätten͏ aber͏ gar͏ keine͏ Ausschreibungen͏ stattgefunden.͏ Schliesslich͏hätte͏die͏Vorinstanz͏die͏Dauer͏der͏Kartellrechtsverstösse͏nach͏ Monaten͏bestimmen͏müssen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1121͏ff.). ͏ In͏ein er͏weiteren͏Eingabe͏weisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏darauf͏hin,͏dass͏die͏Vor instanz͏den͏Sachverhalt͏lediglich͏ für͏die͏Zeit͏von͏2006͏ bis͏(Sommer)͏2013͏ untersucht͏habe,͏daher͏müsse͏sich͏die͏Dauer͏des͏im͏vorliegenden͏Verfahren͏sanktionierbaren͏Verhaltens͏au f͏die͏Dauer͏dieses͏Untersuchungszeitraums͏beschränken,͏da͏eine͏Aussage͏über͏die͏Markt -͏ und͏Wettbewerbsverhältnisse͏ nach͏ diesem͏ Zeitraum͏ ohne͏ vertiefte͏ Untersuchung͏ nicht͏ möglich͏sei͏(vgl.͏Replik,͏Rz.͏271͏ff.,͏278͏ff.). Auch͏nach͏Auffassung͏der͏Beschwerdege gnerin͏trifft͏die͏der͏Sanktionsberechnung͏zugrunde͏gelegte͏Dauer͏des͏Verstosses͏nicht͏zu.͏ Die͏Beschwerdeführerinnen͏ hätten͏ ihre͏ missbräuchliche͏ Verhaltensweise͏ während͏ der͏ gesamten͏ Zeitdauer͏ des͏ Untersuchungsverfahrens͏ und͏ darüber͏ hinaus͏ fortgeführt.͏ Die͏ m issbräuchlichen͏ Verhaltensweisen͏ seien͏ zumindest͏ bis͏ zum͏ Mai͏ 2016͏ zu͏ berücksichtigen.͏ Aufgrund͏ der͏ Exklusivrechte͏ sei͏ die͏ Marktstellung͏der͏Beschwerdeführerinnen͏unverändert͏geblieben,͏weshalb͏ keine͏ vertiefte͏ Untersuchung͏ des͏ Sachverhalts͏ mehr͏ nötig͏ sei.͏ Die͏ Vor instanz͏habe͏den͏Sachverhalt͏weitgehend͏auch͏für͏die͏Jahre͏nach͏2013͏ erhoben͏ (vgl.͏Beschwerdeantwort,͏Rz.͏106͏ff.;͏ Duplik͏der͏Beschwerdegegnerin,͏Rz.͏ 17͏ff.,͏28 ).͏ Für͏den͏ effektiven͏ Dauerzuschlag,͏der͏ von͏Amtes͏wegen͏zu͏bestimmen͏ sei,͏sei͏auf͏das͏Da tum͏des͏Gerichtsurteils͏abzustellen͏ (vgl.͏Beschwerdeantwort,͏Rz.͏108;͏ Stellungnahme͏der͏Beschwerdegegnerin͏vom͏27.͏April͏2021,͏Rz.͏58). Was͏ die͏ Forderung͏ der͏ Beschwerdegegnerin͏ betrifft,͏ für͏ die͏ Dauer͏ des͏ rechtswidrigen͏Verhaltens͏auch͏die͏Verhaltensweisen ͏ ab͏dem͏Jahr͏ 2013͏ -- 214 of 226 -B-4003/2016 Seite 215 zu͏berücksichtigen,͏ist͏ auf͏E.͏2. 3.4͏ zu͏verweisen,͏wonach͏der͏Streitgegenstand͏ auf͏den͏Zeitraum͏von͏2006͏bis͏2013͏ beschränkt͏ist.͏ Wie͏bereits͏festgestellt͏wurde,͏haben͏sich͏die͏Beschwerdeführerinnen͏ mindestens͏ von͏ Oktober͏ 2006͏ bis͏ Ende͏ 2013,͏ d.h.͏ 7͏ Jahre, ͏ missbräuchlich͏ verhalten͏ (vgl.͏ E. 11.4.5.3).͏ Der͏ von͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ vorgebrachte͏ Einwand,͏dass͏die͏Content -Akquisitionsklausel͏erst͏nach͏den͏Ver gaben͏der͏Schweizer͏Fussball -͏ und͏Eishockeyrechte͏(Frühjahr͏2006)͏vereinbart͏worden͏sei͏ und͏erst͏später͏Wirkung͏entfaltete,͏spielt͏ebenso͏wenig ͏ eine͏Rolle͏ wie͏der͏Umstand,͏dass͏im͏Jahr͏2013͏keine͏entsprechenden͏Ausschreibungen͏ sta ttfanden͏ (vgl.͏ E.͏ 11.4.5.3).͏ Der͏ von͏ der͏ Vorinstanz͏ bestimmte͏ Zuschlag͏ von͏70 %͏ für͏die͏Dauer͏ der͏Wettbewerbsverstösse͏(vgl.͏ Art.͏4͏SVKG)͏ist͏somit͏nicht͏zu͏beanstanden.

11.4.8 Mehrere Tathandlungen als erschwerender Umstand

11.4.8.1 Die͏Vorinstanz͏erhöhte͏den͏ gemäss͏Art.͏3͏und͏4͏SVKG͏errechneten͏Sanktionsbetrag͏um͏20 %,͏weil͏die͏Beschwerdeführerinnen͏wiederholt͏ gegen͏das͏Kartellgesetz͏verstossen͏hätten͏( vgl.͏ Art.͏5͏Abs.͏1͏Bst.͏a͏SVKG).͏ Ihnen͏ seien͏ vier͏ unterschiedliche͏ Verhaltensweisen͏ vorzuwerfen.͏ Da͏ die͏ Geschäftsverweigerung͏und͏die͏beiden͏Diskriminierungshandlungen͏in͏einem͏engen͏Sachzusammenhang͏stünden,͏könne͏von͏zwei͏"Tatkomplexen"͏ gesprochen͏werden͏(vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏885͏ff.). Die͏ Beschwerdeführerinnen͏ wenden͏ ein,͏ ein͏ Wiederholungszuschlag͏ sei͏ nur͏dann͏ zulässig,͏wenn͏das͏betreffende͏Unternehmen͏von͏der͏Vorinstanz͏ bereits͏einmal͏rechtskräftig͏für͏eine͏gleichartige͏Tat͏verurteilt͏worden͏sei,͏ was͏ nicht͏ zutreffe.͏ Zudem͏ sei͏ d ie͏ Vorinstanz͏ fälschlicherweise͏ von͏ zwei͏ Tatkomplexen͏ (Verweigerung/Diskriminierung͏ u nd͏ Content -Akquisitionsverbot)͏ausgegangen;͏es͏liege͏ aber͏ nur͏ein͏Tatkomplex͏vor,͏zumal͏die͏Content-Akquisitionsklausel͏in͏einem͏engen͏Zusammenhang͏mit͏den͏ander en͏ Missbrauchsvorwürfen͏stehe.͏Soweit͏die͏Vorinstanz͏in͏ihrer͏bisherigen͏Praxis͏ mehrfache,͏ den͏ gleichen͏ Markt͏ betreffende͏ Kartellverstösse͏ sanktioniert͏habe,͏habe͏sie͏diese͏stets͏in͏einem͏Verfahren͏unter͏Festsetzung͏eines͏ einmaligen͏Basisbetrags͏beurteilt.͏An͏diese͏in͏früheren͏Jahren͏angewendete͏ Sanktionsbemessungsmethode͏ sei͏ die͏ Vorinstanz͏ gebunden.͏ Schliesslich͏ übersehe͏ die͏ Vorinstanz,͏ dass͏ entsprechend͏ den͏ EU -Bussgeldleitlinien͏gleichartige͏Zuwiderhandlungen͏vorliegen͏müssten,͏was͏vorliegend͏nicht͏der͏Fall͏sei͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏113 3͏ ff.).

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11.4.8.2 Aus͏dem͏Verweis͏auf͏die͏EU -Bussgeldleitlinien͏(vgl.͏ Ziff.͏ 28͏der͏ Leitlinien͏für͏das͏Verfahren͏zur͏Festsetzung͏von͏Geldbussen͏gemäss͏A rtikel͏ 23͏Absatz͏ 2͏ Buchstabe͏ a)͏ der͏ Verordnung͏ [EG]͏ Nr.͏ 1/2003͏ [2006/C͏ 210/02])͏ können͏die͏Beschwerdeführerinnen͏von͏vornherein͏nichts͏zu͏ihren͏Gunsten͏ableiten,͏da͏sich͏die͏ EU-Leitlinien͏ –͏ anders͏als͏ Art.͏5͏Abs.1͏ Bst.͏a͏SVKG͏ –͏ ausdrücklich͏auf͏ein͏erneutes͏Begehen͏einer͏"gleichartigen͏ oder͏ähnlichen͏Zuwiderhandlung"͏beziehen.͏ Entgegen͏der͏Ansicht͏der͏Beschwerdeführerinnen͏ können͏ zudem͏ nicht͏nur͏ wiederholte͏ Fälle͏ nach͏ einer͏ r echtskräftigen͏ Feststellung͏ eines͏ Kartellrechtsverstosses͏ unter͏ den͏ erschwerenden͏ Umständen͏ gemäss͏ Art. 5͏ Abs. 1͏Bst.͏a͏SVKG͏(wenn͏das͏Unternehmen͏"wiederholt͏gegen͏das͏Kartellgesetz͏ verstossen͏ hat")͏ erschwerend͏ berücksichtigt͏ werden,͏ sondern͏ auch͏ mehrere͏ Kartellrechtsverstösse,͏ die͏ innerhalb͏ eines͏ Verfahrens͏ zu͏ sanktionieren͏ sind͏ (vgl.͏ Urteile͏ des BVGer B-2597/2017 E. 15.2.4.12, "Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen"; B-8386/2015͏vom͏24.͏Juni͏2021,͏E.͏10.4.6͏"Swiss com͏WAN"͏ [beide͏Entscheide͏ angefochten͏ beim͏ BGer];͏ TAGMANN/ZIRLICK,͏ BSK -KG͏ Art.͏ 49a͏ Rz. 67; Verfügung͏der͏WEKO͏vom͏19.͏Dezember͏2016,͏in:͏RPW͏2020/3,͏ S.͏1201,͏ Rz. 524͏"Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏Medikamenteninformationen"͏ 3/3;͏ Verfügung͏ der͏ WEKO͏ vom͏ 22.͏ April͏ 2013,͏ in:͏ RPW͏ 2013/4͏S. 524͏ff.,͏Rz.͏97 7,͏"Wettbewerbsabreden͏im͏Strassen -͏ und͏Tiefbau͏ im͏Kanton͏Zürich ";͏a.͏A.͏ PETER G. PICHT,͏OFK -Wettbewerbsrecht͏II,͏ 2.͏Aufl.͏ 2021,͏Art.͏5͏SVKG,͏Rz. 6).͏

11.4.8.3 Die͏Vorinstanz͏geht͏von͏zwei͏Tatkomplexen͏ (Verweigerung/Diskriminierung͏und͏ Erzwingung͏unangemessener͏Geschäftsbedingungen ),͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏von͏einem͏Tatkomplex͏aus.͏Da͏die ͏ vorne͏festgestellte͏Diskriminierung͏ (vgl.͏E.͏9.3͏ff.)͏ darin͏bestand,͏dass͏bestimmten͏TV Plattformen͏ die͏ Bereitstellung͏ zwar͏ nicht͏ al ler,͏ aber͏ eines͏Teils͏ der͏Teleclub-Sportkanäle͏verweigert͏wurde,͏ist͏die͏Zusammenfassung͏der͏von͏den͏ Beschwerdeführerinnen͏ praktizierten͏ Geschäftsverweigerungen͏ (vgl.͏ E. 9.2 ff.)͏ und͏Diskriminierungen͏in͏einem͏Tatkomplex͏nachvollziehbar.͏Die͏ Erzwingung͏ una ngemessener͏ Geschäftsbedingungen͏ (vgl.͏ E.͏ 9.4͏ ff.)͏ hat͏ dagegen͏das͏Cablecom͏und͏Sunrise͏auferlegte͏Verbot,͏bestimmten͏eigenen͏TV -Content͏zu͏akquirieren,͏ und͏nicht͏die͏Bereitstellung͏von͏Teleclub Sportkanälen,͏ zum͏ Gegenstand.͏ Die͏ entsprechenden͏ Verhaltenswe isen͏ hätte͏die͏Vorinstanz͏ohne͏Weiteres͏in͏einem͏separaten͏Untersuchungsverfahren͏beurteilen͏können;͏sie͏stehen͏somit͏ nicht͏in͏einem͏unauflösbaren͏ Zusammenhang͏ mit͏der͏Geschäftsverweigerung͏und͏der͏Diskriminierung.͏ -- 216 of 226 -B-4003/2016 Seite 217 Die͏ Zusammenfassung͏ der͏ missbräuchlichen͏ Verhaltensweisen͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏in͏zwei͏Tatkomplexen͏ist͏insofern͏ zutreffend. Im͏ Zusammenhang͏mit͏ ihrer͏ Rüge,͏ die͏ Vorinstanz͏ habe͏ bezüglich͏Art.͏ 5͏ Abs.͏1͏Bst.͏a͏SVKG͏ihre͏Praxis͏geändert,͏verweisen͏die͏Beschwerdeführerinnen͏auf͏Verfügungen͏der͏Vorinstanz͏und͏ erklären,͏soweit͏die͏Vorinstanz͏ in͏ihrer͏bisherigen͏Praxis͏mehrfache,͏den͏gleichen͏Markt͏betreffende͏Kartellverstösse͏sanktioniert͏habe,͏habe͏sie ͏ diese͏stets͏ im͏gleichen͏ Verfahren͏ unter͏ Festsetzung͏ eines͏ gemeinsamen͏ Basisbetrags͏ beur teilt͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏1144 ).͏ Dabei͏verkennen͏sie,͏dass͏die͏von͏ihnen͏genannten͏ Fälle͏anders͏als͏der͏vorliegende͏Fall͏gelagert͏waren.͏So͏hat͏im͏ Fall͏"Publikation͏ v on͏Arzneimi ttelinformationen"͏ das͏ sanktionierte͏ Unternehmen͏ lediglich͏einen͏ Tatbestand,͏den͏Tatbestand͏ der͏Diskriminie rung͏von͏Handelspartnern͏( Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏b͏KG ),͏ durch͏zwei͏unterschiedliche͏Verhaltensweisen͏ erfüllt͏ (vgl.͏ RPW͏2008/3,͏S.͏385͏ff.,͏Rz. ͏ 170,͏215 ).͏ Im͏ Fall͏"Hors Liste͏Medikamente"͏ wurden͏ betreffend͏drei͏von͏unterschiedlichen͏Herstellern͏ produzierte͏ Medikamente͏ drei͏ nebeneinander͏ bestehende͏ vertikale͏ Wettbewerbsabreden͏(abgestimmte͏Verhaltensweise)͏im͏Sinne͏von͏Art.͏4͏ Abs. 1͏und͏Art.͏5͏Abs.͏4͏KG͏ festgestellt,͏wobei͏ jedes͏der͏d rei͏ herstellenden͏ Unternehmen͏ separat͏ sanktioniert͏ wurde͏ (vgl.͏ RPW͏ 2010/4,͏ S.͏ 649͏ ff.,͏ Rz. 302,͏ 380͏ f.).͏Im͏ Fall͏"Flughafen͏Zürich͏AG͏ (Unique)͏ –͏ Valet͏ Parking"͏ erfüllte͏das͏sanktionierte͏Unternehmen͏den͏Tatbestand͏der͏ Verweigerung͏ von͏Geschäftsbeziehungen,͏wobei͏dessen͏Verhalten͏gegenüber͏einem͏anderen͏Unternehmen͏auch͏als ͏ Diskriminierung͏von͏Handelspartnern͏ hätte͏ qualifiziert͏ werden͏ können,͏ was ͏ die͏ Vorinstanz͏ le tztlich͏ offenliess͏ (vgl.͏ RPW͏2006/4,͏S.͏625͏ff.,͏Rz.͏ 195,͏210,͏ 275).͏ Insofern͏muss͏in͏jenem͏Fall͏ von͏einem͏Tatkomplex͏ausgegangen͏werden.͏ Aus͏den͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏genannten͏Fällen͏lässt͏sich͏daher͏nicht͏der͏Schluss͏ziehen,͏ die͏Vorinstanz͏habe͏ ihre͏Praxis͏geändert.͏Vielmehr͏kommt͏darin͏zum͏Ausdruck,͏dass͏die͏Praxis͏auf͏fallspezifischen͏Besonderheiten͏beruht,͏wie͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏ bezüglich͏ anderer͏ Verfahren͏ selbst͏ eingestehen͏ (vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1143).

11.4.8.4 Im͏Fall͏von͏zwei͏im͏gleichen͏Unte rsuchungszeitraum͏praktizierter͏ Abreden͏erhob͏die͏Vorinstanz͏gestützt͏auf͏Art.͏5͏Abs.͏1͏Bst.͏a͏SVKG͏einen͏ Zuschlag͏von͏20 %͏ (vgl.͏ Verfügung͏der͏ WEKO͏ vom͏18.͏Oktober͏2010,͏ in:͏ RPW͏2010/4͏S.͏717͏ff.,͏ Rz.͏ 413͏f.,͏ "Baubeschläge͏für͏Fenster͏und͏Fenstertüren").͏ Noch͏höhere͏Zuschläge͏ (50͏bis͏200 %)͏ erhob͏die͏Vorinstanz͏in͏anderen͏Fällen͏ mit͏ drei͏bis͏mehr͏als͏20 ͏ horizontalen͏Abreden,͏die͏in͏den͏gleichen͏ Untersuchungszeitraum͏ fielen͏ und͏ im͏ gleichen͏ Verfahren͏ beurteilt͏ wurden͏ (vgl.͏ Verfügung͏ der͏ WEKO͏ vom͏ 22.͏April͏ 20 13,͏ in:͏ RPW͏ 2013/4͏ S. 524͏ff.,͏ Tabelle͏in͏ Rz.͏ 978,͏ 981,͏ "Wettbewerbsabreden͏im͏Strassen -͏ und͏ -- 217 of 226 -B-4003/2016 Seite 218 Tiefbau͏im͏Kanton͏Zürich ";͏Verfügung͏der͏ WEKO͏ vom͏16.͏Dezember͏2011,͏ in:͏RPW 2012/2͏S.͏270͏ff.,͏ Rz.͏11 26͏ff.,͏ "Wettbewerbsabreden͏im͏Strassen -͏ und͏Tiefbau͏ im͏ Kanton͏Aargau ").͏ In͏ einem͏ jüngst͏ ergangenen͏ Entscheid͏ erachtete͏ das͏ Bundesverwaltungsgericht͏ ein en͏ Zuschlag͏ von͏ 12 %͏ im͏ Falle͏einer͏Koppelung͏(Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏f͏KG)͏und͏Einschränkung͏des͏Absatzes͏ der͏ Konkurrenten͏(Art.͏ 7͏Abs.͏ 2͏Bst.͏ e͏KG)͏ im͏Rahmen͏von͏ zwei͏ voneinander͏ getrennten͏ Handlungen͏ als͏ angemessen͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏B -2597/2017͏E.͏15.2.6.21,͏ "Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏ Medikamenteninformationen").͏ Im͏vorliegenden͏Fall͏sind͏missbräuchliche͏ Verhaltensweisen͏ im͏ Rahmen͏ von͏ zwei͏ Tatkom plexen͏ zu͏ sanktionieren.͏ Ein͏ Zuschlag͏ von͏ 20 %͏ ist͏ angesichts͏ der͏ vorstehend͏ genannten͏ Zuschlagspraxis͏ nicht͏zu͏beanstanden.͏ Da͏beide͏Tatkomplexe͏über͏den͏gesamten͏ Untersuchungszeitraum͏ begangen͏ wurden,͏ ist͏ es͏ gerechtfertigt,͏ diesen͏Zuschlag͏auf͏dem͏um͏den ͏ Dauerzuschlag͏erhöhten͏Basisbetrag͏zu͏ erheben.͏

11.4.9 Besonders hoher Gewinn als erschwerender Umstand Da͏die͏Vorinstanz͏keinen͏über͏den͏" Normalgewinn"͏ hinausgehenden͏besonders͏hohen͏ Gewinn͏ (vgl.͏ Art.͏5͏Abs.͏1͏Bst.͏b ͏ SVKG)͏ erkannte,͏unterliess͏ sie͏e ine͏ Sanktionserhöhung͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏ 890),͏was͏unbestritten͏geblieben͏ist.

11.4.10 Mildernde Umstände Bei͏ mildernden͏ Umständen,͏ insbesonder e͏ wenn͏ das͏ Unternehmen͏ die͏ Wettbewerbsbeschränkung͏nach͏dem͏ ersten͏Eingr eifen͏des͏Sekretariats͏ der͏Wett bewerbskommission,͏s pätestens͏aber͏vor͏der͏Eröffnung͏eines͏Verfahrens͏beendet,͏wird͏der͏Betrag͏nach͏den͏Artikeln͏3͏und͏4͏vermindert ͏ (vgl.͏ Art.͏6͏Abs.͏1͏SVKG).͏ Daneben͏kommen͏ weitere,͏nicht͏genannte͏mildernde͏ Umstände͏in͏ Betracht,͏z.B.͏eine͏einvernehmliche͏Regelung͏oder͏Kooper ation͏ (vgl.͏ Urteile͏ des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.2.7.8,͏15.2.7.12,͏ "Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏Medikamenteninformationen"; ͏ B-506/2010͏ vom͏ 19.͏ Dezember͏ 2013͏ E.͏ 14.4.6,͏ "Gaba";͏ DÄHLER/KRAUSKOPF,͏ a.a.O.,͏ S. 143;͏ DOSS,͏a.a.O.,͏Rz.͏304;͏ DAVID͏ BRUCH͏ /͏ BEAT͏ ZIRLICK,͏Schadenersatz͏ und͏ Sanktionsbemessung,͏ in:͏ Jusletter͏ 2. März͏ 2020,͏ Rz. 12;͏ PICHT,͏ a.a.O.,͏Art.͏ 6͏ SVKG,͏ Rz.͏ 1,͏ 8͏ff.,͏ 14͏ff.,͏ 17͏ff. ),͏ nicht͏ aber͏ abgebrochene͏ Verhandlungen͏über͏eine͏einvernehmliche͏Regelung͏(vgl.͏Urteil͏des͏BVGer͏ B-2597/2017͏E.͏15.2.7.11,͏ "Kommerzialisierung͏von͏elektronischen͏Medikamenteninformationen").

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B-4003/2016 Seite 219 Die͏ Vorinstanz͏ hat͏ keine͏ mildernden͏ Umstände͏ festgestellt,͏ da͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ die͏ missbräuchlichen͏ Verhaltensweisen͏ weder͏ eingestellt͏hätten͏noch͏eine͏überdu rchschnittliche͏Kooperation͏vorliege͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏892).͏Dies͏wird͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏zwar͏nicht͏ bestritten.͏Sie͏machen͏aber͏ geltend,͏ die͏Vorinstanz͏ hätte͏im͏vor liegenden͏ Fall͏ mildernde͏ Umstände͏ berücksichtigen͏ müssen,͏ da͏ sie͏ trotz͏ Kenntn is͏ der͏Art͏und͏Weise͏der͏Rechtevergabe͏sowie͏des͏Cablecom -Vertrags͏ bei͏ der͏Regelung͏der͏Rechtevergabe͏ untätig͏geblieben͏und͏den͏Markt͏auf͏nicht͏ vorhersehbare͏Weise͏abgegrenzt͏ habe.͏Zudem͏habe͏sie͏nicht͏berücksichtigt,͏dass͏die͏Beschwerdeführerinnen͏Wettbew erb͏geschaffen͏und͏das͏Monopol͏der͏KNU͏durchbrochen͏hätten͏(vgl.͏Beschwerde,͏Rz.͏1148͏ff.). Dass͏die͏Vorinstanz͏darauf͏ verzichtet͏ hat,͏ die͏Rechtevergabe͏zu͏regeln,͏ kann͏nicht͏ zu͏einer͏ Minderung͏der͏Sanktion͏führen,͏da͏von͏der͏Vorinstanz͏ –͏ auch͏angesichts͏i hrer͏eingeschränkten͏Kapazität͏ –͏ nicht͏überall͏und͏jederzeit͏Markteingriffe͏zur͏Vermeidung͏von͏Wettbewerbsverstössen͏erwartet͏werden͏können.͏ Auch͏die͏von͏den͏Beschwerdeführerinnen͏als͏überraschend͏ bezeichnete͏ Marktabgrenzung͏ kann͏ nicht͏ sanktionsmildernd͏ berücksichtigt͏werden.͏Vielmehr͏wurde͏bereits͏dargelegt,͏dass͏s ie͏mit͏einer͏ solchen͏ rechnen͏ mussten͏ (vgl.͏E.͏11.3.4;͏ vgl.͏ auch͏ BGE͏146͏II͏217͏E. 9.4͏ "Preispolitik͏ Swisscom͏ ADSL",͏in͏welchem͏die͏Erstmaligkeit͏einer͏Kosten Preis-Schere͏nicht͏als͏mildernder͏Umstand͏qualifiziert͏wurde).͏ Des͏Weiteren͏ hat͏ die͏ Vorinstanz͏ den͏ Umstand,͏ dass͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ Wettbewerb͏in͏den͏TV -Plattformmarkt͏gebracht͏haben,͏ bereits͏bei͏der͏Beurteilung͏der͏Schwere͏des͏Verstosses͏ berücksichtigt͏(vgl.͏E.͏ 11.4.6).͏Somit͏ ist͏eine͏Verminderung͏des͏Sanktionsbetrags͏nicht͏angezeigt.͏

11.4.11 Verhältnismässigkeit Schliesslich͏ rügen͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏ die͏Sanktion͏sei͏unverhältnismässig͏ (vgl.͏ Art.͏2͏Abs.͏2 ͏ SVKG͏ i.V.m.͏Art.͏5͏Abs.͏2͏BV). ͏ So͏sei͏es͏nicht͏ angemessen,͏dass͏die͏Vorinstanz͏bei͏der͏Berechnung͏des͏Basisbetrages͏ auf͏einen͏viel͏breiteren͏Markt͏als͏den͏von͏ihr͏für͏das͏vorgeworfene͏missbräuchliche͏Verhalten͏als͏relevant͏bezeichneten͏Markt͏abstelle.͏Zud em͏beziehe͏sich͏das͏vorgeworfene͏Verhalten͏auf͏einen͏Bruchteil͏des͏gesamten͏ von͏Teleclub͏bereitgestellten͏Programms.͏Die͏Sanktion͏betrage͏praktisch͏ […]͏ von͏Teleclub;͏ dies͏ sei͏ ein͏ zu͏ korrigierendes͏ Missverhältnis͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏Rz.͏1150͏ff.;͏Replik,͏Rz.͏ 259͏f. ). Wie͏bereits͏ausgeführt,͏hat͏die͏Vorinstanz͏ im͏vorliegenden͏Fall͏ zu͏Recht͏ auf͏weitere͏betroffene͏ TV-Märkte͏abgestellt͏und͏entsprechend͏höhere͏ Umsätze͏ (Swisscom͏TV͏ inkl.͏ Teleclub)͏ festgestellt͏ (vgl.͏E. 11.4.1͏und͏11.4.4).͏ -- 219 of 226 -B-4003/2016 Seite 220 Da͏die͏Vorinstanz͏des͏Weiteren͏z u͏Gunsten͏der͏ Beschwerdeführerinnen͏ darauf͏ verzichtet͏ hat,͏ die͏ Umsätze͏ der͏ benachbarten͏ Fernmeldemärkte͏ einzubeziehen͏ (vgl.͏ E.͏ 11.4.4)͏ und͏die͏ Beschwerdeführerinnen͏ nicht͏ geltend͏machen,͏ die͏San ktion͏ sei͏ im͏Sinne͏der͏finanziellen͏Tragfähigkeit͏unverhältnismässig͏(vgl.͏ Urteil͏des͏BVGer͏B -823/2016͏E.͏6.1.1,͏ "Flügel͏und͏ Klaviere",͏mit͏Verweis en),͏ stösst͏die͏Rüge͏der͏Beschwerdeführerinnen,͏die͏ Sanktion͏sei͏unverhältnismässig,͏ins͏Leere.͏

11.4.12 Ergebnis zum Sanktionsbetrag Der͏von͏der͏Vorinstanz͏verfügte͏Sanktionsbetrag͏von͏ Fr.͏ 71'818'517.–͏ ist͏ somit͏zu͏bestätigen.͏Er͏setzt͏sich͏gemäss͏den͏vorstehenden͏Ausführungen͏ wie͏folgt͏zusammen: Obergrenze͏Basisbetrag͏(Art.͏3͏ SVKG) Fr. […].– Basisbetrag͏unter͏Berücksichtigung͏der͏Art͏und͏Schwere͏des͏ Verstosses͏(Art.͏3͏SVKG)͏ Fr. 35'205'155.– Erhöhung͏des͏Basisbetrags͏aufgrund͏der͏Dauer͏des͏Verstosses͏ (Art.͏4͏SVKG) Fr. 24'643'609.– Zuschlag͏wegen͏erschwerender͏ Umstände:͏Wiederholter͏Verstoss͏ (Art.͏5͏Abs.͏1͏Bst.͏a͏SVKG) Fr. 11'969'753.– Total Fr. 71'818'517.–

12. Ergebnis betreffend materielle Prüfung und Sanktion Als͏ Ergebnis͏ folgt,͏ dass͏ die͏ Beschwerdeführerinnen͏ ihre͏ beherrschende͏ Stellung͏auf͏de n͏ nationalen͏Märkten͏für͏die͏ Bereitstellung͏von͏Schweizer͏ Fussball-͏ und͏ Eishockeyübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏im͏Pay -TV͏und͏auf͏den͏nationalen͏Märkten͏für͏die͏Bereitstellung͏von͏ ausländischen͏ Fussballübertragungen͏ im͏ Rahmen͏ eines͏ Liga -Wettbewerbs͏(Bundesliga,͏Primera͏ División͏&͏Copa͏del͏Rey,͏Serie͏A)͏im͏Pay -TV͏ -- 220 of 226 -B-4003/2016 Seite 221 missbraucht͏ha ben,͏indem͏sie͏ gegenüber͏ verschiedenen͏TV -Plattformanbietern͏ keinen͏Zugang͏zu͏d en͏als͏unerlässlich͏qualifizier ten͏Inhalten͏der͏ Teleclub-Sportkanäle͏ 1 -3͏ respektive͏ von͏ "Teleclub͏ en͏ français"͏ gewährt͏ und͏damit͏ Geschäftsbeziehungen͏ verweigert͏(Art.͏7͏Abs.͏1͏KG͏i.V.m.͏Art.͏7͏ Abs. 2͏Bst.͏a͏KG),͏ andere͏TV -Plattformen͏ durch͏unterschiedlichen͏Umfang͏ des͏Teleclub -Sportangebots͏und͏durch͏die͏unterschiedliche͏Verfügbarkeit͏ von͏Teleclub -Sportübertragungen͏per͏P PV͏ diskriminiert͏ (Art. 7͏Abs.͏1͏KG͏ i.V.m.͏Art.͏7͏Abs.͏2͏Bst.͏ b͏ KG)͏ sowie͏ gegenüber͏ Cablecom͏und͏Sunrise͏ mit͏ einer͏Klausel͏betreffend͏das͏Verbot͏der͏Contentakquirierung͏ unangemessene͏ Geschäftsbedingungen͏ erzwungen͏ haben͏ (Art.͏ 7͏Abs.͏ 1͏ KG͏ i.V.m.͏ Art. 7͏Abs. 2͏ Bst.͏ c͏KG).͏ Da für͏ sind͏ sie͏ von͏der͏Vorinstanz͏zu͏ Recht͏ mit͏ einer͏Verwaltungssanktion͏ in͏der͏Höhe͏von͏ Fr. 71'818'517.–͏ nach͏Art.͏49a͏ KG͏ belastet͏worden.͏ Die͏ Beschwerde͏ ist͏ somit͏ abzuweisen.

13. Verfahrenskosten und Parteientschädigung

13.1 Vorinstanzliche Verfahrenskosten

13.1.1 Die͏Vorinstanz͏hat͏den͏Beschwerdeführerinnen͏aufgrund͏ihres͏Zeitaufwandes͏von͏1 '931,7͏Stunden͏eine͏Gebühr͏von͏ Fr.͏ 381'817.50͏auferlegt͏ (vgl.͏Verfügung,͏Rz.͏918). ͏ Diese͏ Kostenrechnung͏ verletzt͏ nach͏Ansicht͏ der ͏ Beschwerdeführerinnen͏ das͏Äquivalenzprinzip.͏Zudem͏rügen͏sie,͏dass͏ die͏Kosten,͏die͏auf͏die͏Untersuchung͏ des͏ eingestellten͏ Sachverhalt s͏ (Untersuchungshandlungen͏ gegen͏ den͏ ehemaligen͏ Verwaltungsratspräsidenten͏ und͏CEO͏ von͏Cinetrade)͏ zurückgingen,͏ nicht͏ ausgesondert͏ worden͏seien͏ (vgl.͏ Beschwerde,͏ Rz.͏117 3͏ff.,͏Duplik,͏Rz.͏263͏f. ).͏ Aufgrund͏ letzterer͏ Rüge͏ korrigierte͏ die͏ Vorinstanz͏ den͏ Zeitaufwand͏ auf͏ 1'902.45͏Stunden͏und͏reduzierte͏entsprechend͏die͏ vorinstanzlichen͏ Verfahrenskosten͏auf͏ Fr.͏ 376'492.50͏ (vgl.͏Vernehmlassung,͏ Rz.͏102;͏Duplik,͏ Rz.͏112 ). Dies͏ führt͏ zu͏ einer͏ entsprechenden͏ Korrektur͏ von͏ Dispositiv -Ziffer͏ 2͏ der͏ angefochtenen͏Verfügung͏und͏somit͏zu͏ einer͏teilweisen͏Gutheissung͏der͏ Beschwerde.

13.1.2 Die͏ Vorinstanz͏ erhebt͏ unter͏ anderem͏ Gebühren͏ für͏ Verfügungen͏ über͏die͏Untersuchung͏von͏Wettbewerbsbeschränkungen͏ (Art.͏53a͏Abs.͏1͏ Bst.͏ a͏ KG ).͏ Die͏ Gebühr͏ wird͏ im͏ Detail͏ durch͏ den͏ Bundesrat͏ geregelt͏

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B-4003/2016 Seite 222 (Art. 53a͏Abs.͏3͏KG).͏ Gestützt͏hierauf͏hat͏der͏Bundesrat͏die͏Gebührenverordnung͏KG͏ vom͏ 25.͏ Febr uar͏ 1998͏ erlassen͏ (GebV-KG,͏SR͏251.2).͏ Gemäss͏ dieser͏ ist͏ gebührenpflichtig,͏ wer͏ ein͏ Verwaltungsverfahren͏ verursacht͏hat͏(Art.͏2͏GebV -KG).͏ Die͏Gebühr͏ bemisst͏sich͏ nach͏dem͏Zeitaufwand͏ (Art.͏53a͏Abs.͏2 ͏ KG;͏ Art.͏4͏ Abs.͏1͏ GebV-KG),͏wobei͏ ein͏Stundenansatz͏von͏ Fr.͏ 100.–͏ bis͏Fr.͏ 400.–͏ gilt͏ (Art.͏4͏ Abs.͏2͏ GebV-KG).͏ Das͏ Äquivalenzprinzip͏ verlangt͏ in͏ Konkretisierung͏ des͏ Verhältnismässigkeitsgrundsatzes͏insbesondere,͏dass͏eine͏Gebühr͏in͏ keinem͏offensichtlichen͏ Missverhältnis͏ zum͏ objektiven͏ Wert͏ der͏ bezogenen͏ Leistun g͏ steh t͏ und͏sich͏in͏vernünftigen͏Grenzen͏beweg t͏ (vgl.͏BGE͏ 139͏III͏334͏ E.͏3.2.4;͏ 128͏ I͏ 46͏ E.͏ 4a;͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏ B -105/2019͏ vom͏ 1. September͏ 2020͏ E. 4.3.1).͏ Die͏Gebühr͏erscheint͏ selbst͏ mit͏ dem͏korrigierten͏Wert͏von͏ Fr.͏ 376'492.50͏ zwar͏hoch,͏ist͏ jedoch͏mit͏der͏Anzahl͏Stunden͏und͏dem͏angewandten͏Stundensatz͏ausgewiesen͏ (vgl.͏ Verfügung,͏Rz.͏918;͏Vernehmlassung,͏Rz.͏112,͏ Fn.͏ 251;͏ Beilage͏ zur͏ Vernehmlassung͏"Abrechnung͏ nach͏KG -Gebührenverordnung͏ –͏ Cinetrade͏AG").͏ Die͏ Stundensätze͏ von͏ Fr.͏ 130.–͏ bis͏ Fr. 290.–͏ bewegen͏ sich͏im͏ unteren͏bis͏ mittleren͏Rahmen͏dessen,͏was͏Art. 4͏Abs.͏2͏ GebV-KG͏ vorgibt.͏ Den͏ geltend͏ gemachten͏ Stundenaufwand͏ erklärt͏ die͏ Vorinstanz͏ zu͏ Recht͏ mit͏ der͏ Komplexität͏ der͏ Untersuchung͏ und͏ der͏ Schwierigkeit͏des͏Verfahrensgegenstandes,͏was͏s ich͏auch͏am͏Umfang͏der͏ eingereichten͏Eingaben͏zeige͏(vgl.͏ Duplik,͏Rz.͏112 ).͏ Des͏Weiteren͏ist͏auf͏ den͏Umfang͏der͏angefochtenen͏Verfügung͏(219͏Seiten)͏sowie͏auf͏die͏Anzahl͏der͏teilweise͏äusserst͏umfangreichen͏Aktenstücke͏(491)͏hinzuweisen.͏ Die͏ korrigierte͏ Gesamthöhe͏der͏ Gebühr͏ erscheint͏ insgesamt͏ als͏verhältnismässig͏ und͏ verletzt͏ somit͏ das͏ Äquivalenzprinzip͏ nicht ͏ (vgl.͏ Urteil͏ des͏ BVGer͏B -105/2019͏E.͏4.3. 4).

13.2 Verfahrenskosten und Parteientschädigung für das vorliegende Verfahren Die͏ Beschwerdeinstanz͏auferlegt͏die͏Kosten͏des͏Beschwerdeverfahrens͏in͏ der͏R egel͏der͏unterliegenden͏Partei͏ (Art.͏63͏Abs.͏1͏VwVG).͏Die͏Spruchgebühr͏bemisst͏sich͏nach͏Umfang͏und͏Schwierigkeit͏der͏Streitsache,͏Art͏der͏ Prozessführung͏und͏finanzieller͏Lage͏der͏Part eien͏(Art.͏63͏Abs.͏4 bis͏ Bst.͏b͏ VwVG;͏ Art.͏2͏Abs.͏1͏des͏Reglements͏vom͏21.͏Februar͏2008͏über͏die͏Kosten͏ und͏ Entschädigungen͏ vor͏ dem͏ Bundesverwaltungsgericht ͏ [VGKE,͏ SR 173.320.2]).͏Art.͏4͏VGKE͏sieht͏bei͏vermögensrechtlichen͏Streitigkeiten͏ mit͏ einem͏ Streitwert͏ von͏ über͏ 5͏ Mio.͏ Fr.͏ eine͏ Gerichtsgebühr͏ zwischen͏ -- 222 of 226 -B-4003/2016 Seite 223 Fr. 15'000.–͏ und͏ Fr.͏ 50'000.–͏ vor.͏Angesichts͏des͏ausgewiesenen͏Vermögensinteresses͏ der͏ vorliegenden͏ Streitigkeit͏ (Sanktionsb etrag͏ von͏ 71,8͏ Mio.͏ Fr.)͏ist͏die͏Gerichtsgebühr͏ (inkl.͏ Kosten͏für͏Zwischenverfügung͏vom͏ 21. März͏ 2017 )͏ streitwertabhängig͏ auf͏ Fr.͏ 50'000.–͏ festzusetzen͏ (Art.͏ 2͏ Abs.͏1͏VGKE͏i.V.m.͏Art.͏4͏VGKE).͏Diese͏ist͏den͏ nur͏minimal͏obsiegenden͏ Beschwerdeführerinnen͏ auf zuerlegen.͏ Diese͏ Gebühr͏ wird͏ nach͏ Rechtskraft͏des͏Urteils͏ dem͏ am͏ 23. August͏2016͏ von͏den͏Beschwerdeführerinn en͏ geleisteten͏Kostenvorschuss͏von͏ Fr.͏ 50'000.–͏ entnommen. Da͏ die͏ Beschwerdegegnerin͏ bei͏ diesem͏ Ausgang͏ des͏ Verfahrens͏ als͏ grösstenteils͏ obsiegend͏ g ilt͏ und͏ in͏ ihrem͏ subsubeventualiter͏ gestellten͏ Rechtsbegehren͏ auf͏ Beschwerdeabweisung͏ (vgl.͏ Rechtsbegehren͏Ziff.͏ 4͏ der͏ Beschwerdeantwort͏ vom͏ 6.͏ Dezember͏ 2019)͏ Recht͏ bekommt,͏ ist͏ ihr͏ zulasten͏ der͏ Beschwerdeführerinnen͏ eine͏ Parteientschädigung͏ in͏ der͏ Höhe͏vo n͏ Fr. 18'500.–͏ zuzusprechen͏ (Art.͏64͏Abs.͏1͏VwVG;͏Art.͏7͏VGKE).

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B-4003/2016 Seite 224 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.

Die͏ Beschwerde͏ wird͏ teilweise͏ gutgeheissen,͏ und͏ die͏ Verfahrenskosten͏ gemäss͏ Ziffer͏2͏der͏Verfügung͏der͏Vorin stanz͏vom͏9.͏Mai͏2016͏ werden͏ auf͏ Fr. 376'492.50͏reduziert.

2.

Soweit͏weitergehend͏wird͏die͏Beschwerde͏abgewiesen.

3.

Die͏ Kosten͏ des͏ Beschwerdeverfahrens͏ von͏ Fr. 50'000.–͏ werden͏ den͏ Beschwerdeführerinnen͏ auferlegt͏und͏ nach͏Eint ritt͏der͏Rechtskraft͏dieses͏ Urteils͏dem͏in͏gleicher͏Höhe͏geleisteten͏Kostenvorschuss͏entnommen.

4.

Der͏ Beschwerdegegnerin͏ wird͏ zulasten͏ der͏ Beschwerdeführerin nen͏ für͏ das͏Beschwerdeverfahren͏eine͏Parteientschädigung͏von͏Fr.͏ 18'500.–͏ zugesprochen.

5.

Dieses͏ Urteil͏geht͏an͏die͏Beschwerdeführerinnen,͏die͏Beschwerdegegnerin,͏ die͏ Vorinstanz͏ und͏ das͏ Eidgenössische͏ Departement͏ für͏ Wirtschaft,͏ Bildung͏und͏Forschung. Für͏die͏Rechtsmittelbelehrung͏wird͏auf͏die͏nächste͏Seite͏verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: David Aschmann Kathrin Bigler Schoch -- 224 of 226 -B-4003/2016 Seite 225 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:͏ 7.͏Juni͏2022 -- 225 of 226 -B-4003/2016 Seite 226 Zustellung͏erfolgt͏an: – die͏Beschwerdeführerinnen͏ (Gerichtsurkunde)͏͏ – die͏Beschwerdegegnerin͏ (Gerichtsurkunde)͏͏ – die͏Vorinstanz͏ (Ref-Nr.͏32 -0243;͏Gerichtsurkunde) – das͏Eidgenössische͏Departement͏für͏Wirtschaft,͏ Bildung͏und͏Forschung͏WBF͏(Gerichtsurkunde)

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