RRB Nr. 1033/2012
Werkhof Glattbrugg, Umbau und Sanierung, gebundene Ausgabe
3. Oktober 2012Deutsch6 min
Source zh.ch
Werkhof Glattbrugg, Umbau und Sanierung, gebundene Ausgabe
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 3. Oktober 2012
1033. Werkhof Glattbrugg (Gebäudeumbau und -sanierung)
Erwägungen
A. Ausgangslage In den 70er-Jahren erstellte der Kanton Zürich eine Reihe von Werk- hofensembles, bestehend aus Dienstgebäude, Werkstattgebäude und Einstellhalle (EH), die – ganz dem damaligen Zeitgeist entsprechend – aus Betonfertigteilen zusammengefügt wurden. Der Werkhof Glatt- brugg ist eines dieser Ensembles. Das Dienstgebäude des Werkhofs Glattbrugg genügt den heutigen betrieblichen und energetischen Anforderungen nicht mehr. Das selek- tiv durchgeführte Planerauswahlverfahren sollte aufzeigen, wie vorfabri- zierte Systembauten optimiert und deren Gebäudehüllen energetisch saniert werden können, ohne ihren charakteristischen Ausdruck zu op- fern. Gleichzeitig soll auch das Innenleben des bestehenden Dienst- gebäudes den heutigen Nutzungsanforderungen angepasst werden. Das Werkstattgebäude und die Einstellhalle sollen mit kleineren baulichen Massnahmen betrieblich optimiert sowie deren Aussenhüllen instand gesetzt werden.
B. Projektbeschrieb Obwohl das Dienstgebäude nicht denkmalgeschützt ist, soll der Aus- druck des Hauses, der im Wesentlichen auf der Ablesbarkeit von Raster und Füllelementen gründet, trotz energetischer und schalltechnischer Optimierung der Fassade erhalten und in Bezug auf die Materialität weitergedacht werden. Die Stützen- und Deckenverkleidung aus Beton, die das Bild der heutigen Fassade prägen, bleiben bestehen. Die «Füllungen» zwischen diesem Raster werden abgebrochen und durch einen neuen Aufbau mit verputzter Wärmedämmung ersetzt. Das Gebäude erhält einen neuen Haupteingang an der Westfassade und soll bis auf die Skelettstruktur entrümpelt und die gesamte innen- räumliche Aufteilung soll neu organisiert werden. Die Dienstwohnung wird aufgehoben. Beide Obergeschosse werden bis auf den Treppenhauskern und die Tragstruktur zurückgebaut. Die Büroräume werden durch ein Trennwand- system eingeteilt, beruhend auf einzelnen Elementen, die eine grosse Flexibilität zulassen.
Das Dienstgebäude erhält einen neuen Erdgasanschluss und eine neue Gasheizung. Die Heizungsanlage wird so geplant, dass sie zu einem spä- teren Zeitpunkt mit einer Erdsonden-Wärmepumpe ergänzt werden kann. Die Garderoben, die Sanitärbereiche, sämtliche innenliegenden Räume und der Aufenthaltsraum werden mechanisch gelüftet. Alle sani- tären Leitungen werden ausgetauscht. Die Möglichkeit, zu einem späte- ren Zeitpunkt Warmwasser mittels einer Solaranlage zu erzeugen, wird vorbereitet. Die Elektro-Hauptverteilanlage wird teilweise ersetzt. Im Werkstattgebäude werden die bestehenden Stahlstrukturen mit Füllelementen aus Beton vollständig saniert. Die Stahlteile werden von Rost befreit und erhalten einen neuen Anstrich als Korrosionsschutz. Alle Fenster werden instand gesetzt und defekte Teile ausgetauscht. Alle Falttore werden durch Metall-Hubtore ersetzt. Das Flachdach wird bis auf die Dichtungsbahnen zurückgebaut, undichte Stellen repariert und durch einen neuen Aufbau mit Extensivbegrünung ersetzt. Im Innern wird die Malerei aufgehoben. Alle Wände und Decken werden neu gestrichen. Die Arbeitsplätze in der Werkstatt müssen auf mindestens 16 °C beheizt werden können. Die Heizkörper werden mit Thermostat- ventilen ausgerüstet. In der Einstellhalle werden die bestehenden Stahlstrukturen mit Füll- elementen aus Beton vollständig saniert. Die Stahlteile werden von Rost befreit und erhalten einen neuen Anstrich als Korrosionsschutz. Un- dichte Stellen im Dach werden repariert. Der heute überdeckte Aussen- raum wird durch das Schliessen mit Metalltoren zur Halle. Ein neuer Zwischenboden wird eingezogen. Im neu geschlossenen Teil werden zwei neue Luftheizapparate installiert, um – wie in der Halle – Frost- sicherheit zu gewährleisten. Im Bereich des neuen Zwischenbodens müssen die Elektroinstallationen ergänzt werden. Die neuen Tore wer- den elektrisch betrieben. Dies bedingt Kabelkanäle sowie einen Ersatz der Sicherungsverteilung. Im Fassadenanschlussbereich rund um das Dienstgebäude werden die bestehenden Kiesrabatten durch Asphaltbelag ersetzt. Es werden zehn neue Parkplätze erstellt. Die heutige Aussentreppe zum Untergeschoss ins Dienstgebäude wird abgebrochen, da sie nicht mehr benötigt wird. Im Bereich von Grabarbeiten werden die Beläge wiederhergestellt und schadhafte Stellen repariert.
C. Finanzierung Der Kostenvoranschlag des Hochbauamtes für das Bauprojekt be- trägt Fr. 7 000 000 (Kostenstand 6. Juli 2012). Er gliedert sich wie folgt: Tabelle 1: Baukostenplan Baukostenplan (BKP) Arbeitsgattung Kosten in Franken 1 Vorbereitungsarbeiten 569 300 2 Gebäude 5 207 400 4 Umgebung 44 800 5 Baunebenkosten und Übergangskonten 192 000 6 Reserve 621 700 9 Ausstattung 364 800 1–9 Total Anlagekosten 7 000 000 Die Anlagekosten von insgesamt Fr. 7 000 000 enthalten den umfas- senden Umbau und die Sanierung des Werkhofes, um diesen den heu- tigen Nutzeranforderungen und dem Stand der Technik anzupassen. Die Fassade des Dienstgebäudes wird energetisch und schallschutz- mässig saniert. Im Gebäudeinnern bleibt der Stützraster bestehen, alle Räume werden neu angeordnet. Sämtlicher Innenausbau wird erneu- ert. Beim Werkstattgebäude und der Einstellhalle werden die Fassaden saniert und die Dächer repariert. Im Inneren werden leichte Anpassun- gen an die heutigen Nutzerbedürfnisse vorgenommen. Die Umgebung wird neben der Erstellung neuer Parkplätze geringfügig angepasst. Für die Verwirklichung des Vorhabens ist eine gemäss § 37 Abs. 2 lit. b und lit. d CRG gebundene Ausgabe von Fr. 7 000 000 zulasten der Investi- tionsrechnung, Konto 8400.50410 00000, Hochbauten (Objekt Nr. 84H- 10033) zu bewilligen. Die Projektierungskosten von Fr. 450 000 gemäss Verfügung der Baudirektion vom 18. März 2011 sind in den gesamten Anlagekosten enthalten. Diese Verfügung ist bezüglich der Ausgaben- bewilligung aufzuheben. Es fallen keine betrieblichen und personellen Folgeaufwendungen an. Die Finanzierung erfolgt über die Investitionsrechnung der Baudi- rektion und geht zulasten der Leistungsgruppe Nr. 8400, Tiefbauamt. Das Vorhaben ist im Entwurf zum Budget 2013 und im KEF 2013–2016 eingestellt (Planjahre 2014 und 2015). Tabelle 2: Investitionen Jahre 2013 2014 2015 Investitionskosten in Franken 1 680 000 4 150 000 1 170 000
Tabelle 3: Bau- und Kapitalfolgekosten Investitionskategorie Kostenanteil Anteil Nutzungsdauer Kapitalfolgekosten/Jahr (Fr.) (Bauteilgruppe) Fr. in % Jahre Abschreibung Kalk. Zinsen Total Hochbauten Rohbau 1 1 647 054 23,5% 80 20 600 20 600 41 200 Hochbauten Rohbau 2 1 287 362 18,4% 40 32 200 16 100 48 300 Hochbauten Ausbau 1 509 097 21,6% 30 50 300 18 900 69 200 Hochbauten Installationen 2 145 001 30,6% 30 71 500 26 800 98 300 Mobile Ausstattung 411 486 5,9% 10 41 100 5 200 46 300 Total 7 000 000 100,0% 215 700 87 600 303 300 Die Kapitalfolgekosten setzen sich zusammen aus den nutzungsdau- ergewichteten, kalkulatorischen Abschreibungskosten und den kalku- latorischen Zinskosten von 2,5% jährlich auf dem hälftig gebundenen Kapital. Die durchschnittlichen Kapitalfolgekosten belaufen sich somit auf insgesamt Fr. 303 300 pro Jahr.
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für den Umbau und die Sanierung des Werkhofs Glattbrugg wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 7 000 000 zulasten der Investitionsrech- nung der Leistungsgruppe Nr. 8400, Tiefbauamt, bewilligt.
II. Diese Ausgabenbewilligung wird nach Massgabe des Schweizeri- schen Baupreisindexes gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Stand 6. Juli 2012)
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Volkswirtschaftsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli