RRB Nr. 1111/2010
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 3. Serie
14. Juli 2010Deutsch18 min
Source zh.ch
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 3. Serie
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 14. Juli 2010
1111. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2010, 3. Serie) Gemäss § 61 Abs. 3 des Gesetzes über Controlling und Rechnungs- legung kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allge- meinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge bis 10 Mio. Franken bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 500 000 nicht über- steigen. Zulasten dieses Gesamtbetrages sind bis anhin Fr. 6 039 200 gespro- chen (einschliesslich eines mit RRB Nr. 1503/2007 festgelegten jähr- lichen Betrages von Fr. 200 000 zugunsten des Kontos «Staatsbeiträge an Kongresse, Veranstaltungen usw.»). Somit stehen dem Regierungsrat zulasten der Quote 2010 noch Fr. 3 960 800 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zustän- digen Fachdirektionen im Rahmen einer 3. Serie 2010 die folgenden Beitragsleistungen aus dem Lotteriefonds:
1. Investitionen Kammerspiele Seeb Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung Kammerspiele Seeb: Die Stiftung ist Organisation Eigentümerin der Liegenschaft, in welcher der Verein Kammerspiele Seeb seit 2006 ein Thea- ter betreibt. Projektrahmen Vor rund fünf Jahren hat die Stiftung mit einem vergleichsweise bescheidenen Kosten- aufwand von rund 1,6 Mio. Franken und mit einem Kantonsbeitrag von Fr. 50 000 das Ge- bäude der früheren Handorgelfabrik Bachen- bülach erworben und darin das inzwischen über die Region hinaus gut eingeführte und mit viel Erfolg betriebene Kleintheater «Kammer- spiele Seeb» eingerichtet. Aus Spargründen wurden damals meist kostengünstige und ent- sprechend einfache technische Ausrüstungen eingebaut, die wegen der starken Nutzung be- reits erhebliche Verschleisserscheinungen auf- weisen und/oder dem heutigen Standard des Theaterbetriebes nicht mehr genügen.
Projektinhalt Die Stiftung plant, die Infrastruktur im Büh- nen-, Licht- und Tonbereich zu modernisieren. So sollen die handbetriebenen Bühnenzüge, die Scheinwerfer und die pannenanfällige Lichtsteuerung ersetzt werden. Ebenso ist eine Erweiterung der Beschallungsanlage vor- gesehen. Die Bühne soll mit einer Drehbühne ausgerüstet und der Eingangsbereich (Wind- fang) neu gestaltet werden. Gesamtkosten Fr. 166 206 Gewünschter Betrag Fr. 146 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung beträgt rund Fr. 20 000. Eine Beteiligung durch Stiftungen und andere Ins- titutionen ist nicht vorgesehen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern befürwortet eine Beitragsleistung von Fr. 146 000, weist aber darauf hin, dass nicht alle vorgesehenen Anschaffungen be- triebsnotwendig seien. Die Baudirektion emp- fiehlt – mit Hinweis auf die erst fünf Jahre alten Einrichtungen – einen Beitrag von Fr. 100 000. Die Stiftung hat die Kammerspiele zu einer für die Region bedeutenden Kulturinstitution gemacht. Somit ist ein grosszügiger Beitrag angebracht. Die Stiftung muss sich jedoch auch um Beiträge Dritter bemühen. Bewilligter Betrag Fr. 130 000
2. Jubiläumsinvestitionen Bereiche Bildung, Freizeit Gesuchstellende Stiftung Pipistrello: Sie hat den Zweck, den Organisation Circolino Pipistrello und seine Animations- arbeit in Schulen, Bildungs- und Freizeitstät- ten jeglicher Art sowie in Alters- und Behin- dertenheimen zu fördern. Projektrahmen Der 1981 gegründete Mitspielzirkus unter- nimmt jährlich von April bis Oktober eine Tour- nee, bei der er jeweils eine Woche an einem Standort bleibt. Dort zeigt er eine eigene Produktion und erarbeitet mit Schülerinnen
und Schülern, Jugendlichen und/oder mit Menschen mit einer Beeinträchtigung parallel eine zweite Produktion. Mehr als die Hälfte der Projektwochen und Aufführungen von Pipistrello werden im Kanton durchgeführt. Das Winterquartier des Circolino befindet sich in Rikon (Gemeinde Zell, Tösstal). Dort wird jeweils die neue Stammproduktion vor- bereitet. Im Sommer steht das Quartier für Kinder-Ferienkurse und für kulturelle Veran- staltungen zur Verfügung, es wird auch an Dritte vermietet. Projektinhalt Die Stiftung muss – nach 30-jährigem Betrieb – ihr Winterquartier energetisch sanieren und gleichzeitig die Sicherheit und Arbeitsbedin- gungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbei- ter verbessern. Zudem geht die Stiftung davon aus, dass nach erfolgter Sanierung die Vermie- tung der Räumlichkeiten leichter möglich sein wird. Die Mieteinnahmen entlasten die Be- triebsrechnung. Gesamtkosten Fr. 655 000 Gewünschter Betrag Fr. 430 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistungen des Circolino bzw. der Stiftung decken rund einen Drittel der anfal- lenden Kosten. Von der Standortgemeinde Zell wird ein kleiner Beitrag erhofft. Von einer Stiftung ist ein Beitrag von Fr. 24 500 zugesi- chert. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion wünscht vor allem aus sozialpädagogischen Gründen eine Beitragsleistung. Auch die Baudirektion und die Direktion der Justiz und des Innern befürworten einen Beitrag. Der Circolino be- zieht bedeutend mehr Kinder und Jugendliche in seine Arbeit ein als vergleichbar organisierte Zirkusse. Aus diesem Grund ist eine anteil- mässig höhere Beitragsleistung als bei ande- ren Mitspielzirkussen gerechtfertigt. Die Tätig- keit des Pipistrello findet weitgehend in der Landschaft statt, was einem Legislaturziel des
Regierungsrates entspricht. Seine Projektwo- chen für die Primarschulen sind im Kanton be- liebt und erfolgreich und zudem kulturpoli- tisch und sozialpädagogisch wertvoll. Bewilligter Betrag Fr. 370 000
3. 10. Internationales Polizeimusikfestival Bereiche Kultur, Freizeit Gesuchstellende Verein policemusicfestival: Der Zweck des Organisation Vereins besteht in der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Internationalen Poli- zeimusikfestivals in Zürich. Projektrahmen Das Internationale Polizeimusikfestival Zürich findet seit 1981 statt. Vom 1. bis 4. September 2010 kommt es zur 10. Durchführung. Ihre Teilnahme bereits zugesagt haben Musikkorps aus den USA, Australien, Südafrika, Grossbri- tannien, Holland und China. Der Kanton wird durch die Korpsmusik der Kantonspolizei ver- treten. Projektinhalt Das Festival wird auf dem Münsterhof eröff- net. Am zweiten Tag folgen verschiedene Kon- zerte in der Stadt. Die Parade durch die Innen- stadt findet am 4. September 2010 statt, die grossen Shows im Hallenstadion am 3. und 4. September 2010. Gesamtkosten Fr. 1 833 350 Gewünschter Betrag Fr. 200 000 Übrige Finanzierung Mehr als die Hälfte der Kosten soll durch Ticketeinnahmen gedeckt werden. Der Rest- betrag muss durch Sponsoren und die öffent- liche Hand finanziert werden. Die Stadt Zü- rich wird den Anlass voraussichtlich mit einem Beitrag von rund Fr. 300 000 unterstützen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Sicherheitsdirektion und die Direktion der Justiz und des Innern emp- fehlen eine Beitragsleistung von insgesamt Fr. 200 000, je hälftig als A-Fonds-perdu-Beitrag und als Defizitgarantie. Bewilligter Betrag Fr. 200 000
Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an folgende Auflagen gebunden: – Entsprechend anderen Beitragsleistungen an Grossanlässe wird der Beitrag aufgeteilt. Fr. 100 000 können als A-Fonds-perdu-Bei- trag sofort ausbezahlt werden. Der Rest- betrag wird im Sinne einer Defizitgarantie erst nach Vorliegen der Schlussabrechnung und nur im benötigten Umfang ausbezahlt. – Ein Überschuss aus dem Anlass muss aus- schliesslich für das nächste Festival zurück- gestellt werden.
4. Publikation «Spätromanische Wandmalereien vom Hochrhein bis zu den Alpen» Bereiche Kultur, Denkmalpflege Gesuchstellende Benteli-Verlag, Bern: Der Verlag hat sich auf Organisation die Herausgabe von Publikationen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Kunstgeschichte spezialisiert. Projektrahmen Die spätromanischen Wandmalereien zwischen Hochrhein und Alpen sind wenig bekannt. Im Buch werden rund 20 Kirchenbauten und deren Wandmalereien aus dem 12. und 13. Jahrhun- derts erstmals umfassend und in ihrem kultur- historischen Zusammenhang dargestellt. Der Autor, ein Kunsthistoriker aus Affoltern a. A., beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema. Projektinhalt Der Kanton ist im Werk gut vertreten, unge- fähr 40% des Textes beziehen sich auf Zürcher Objekte. Das rund 350-seitige Buch wird etwa 350 Abbildungen enthalten. Es erscheint in einer Auflage von 800 Exemplaren. Der Ver- kaufspreis beträgt voraussichtlich Fr. 98. Gesamtkosten Fr. 118 200 Gewünschter Betrag Fr. 10 000 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 28 600 erwartet. Der Nationalfonds hat Fr. 43 780 zugesagt. Die Kantone Graubünden und Thurgau beteiligen sich mit je Fr. 4000. Die Kantone Bern und Schaffhausen haben eine Mitfinanzierung ab- gelehnt.
Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung von Fr. 10 000. Es ist zu erwarten, dass hier ein fundiertes Grundla- genwerk entsteht. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton gratis 22 Beleg- exemplare abgegeben werden.
5. Publikation «Ganz Europa blickt auf uns» Bereich Bildung Gesuchstellende Verlag hier + jetzt, Baden: Der Verlag hat sich Organisation auf die Herausgabe von sozial- und kulturge- schichtlichen Publikationen spezialisiert. Projektrahmen Die ersten Studentinnen in der Schweiz – vor allem an den Universitäten Zürich und Bern – waren Russinnen. Dieser Tatsache geht die Publikation «Ganz Europa blickt auf uns» nach. Im Zentrum der Publikation steht Virgi- nija Schlykowa (1853–1949). Sie promovierte 1876 als Medizinerin, der späteren Zürcher Bürgerin blieb jedoch die Arbeit als Ärztin verwehrt. Nach Aufenthalten in Stockholm, Kairo und Nizza wurde sie Lehrerin an der Pflegerinnenschule in Zürich. Projektinhalt Das Buch entstand in Zusammenarbeit einer Historikerin und einer Slawistin. Es schöpft aus Nachlässen in Privatbesitz und aus russi- schen Archiven und umfasst rund 280 Seiten mit 120 Abbildungen. Vorgesehen ist eine Auf- lage von 2500 Exemplaren. Der Verkaufspreis beträgt Fr. 48. Gesamtkosten Fr. 66 200 Gewünschter Betrag Fr. 6 000 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 35 200 erwartet. Die Stadt Zürich, die Kantone Bern und Graubünden haben Beiträge von insgesamt Fr. 11 500 zugesichert. Von Stiftungen werden Fr. 13 000 erwartet. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 6000. Bewilligter Betrag Fr. 6 000
6. Jubiläum «150 Jahre studentische Vertretung an der ETH Zürich» Bereich Bildung Gesuchstellende Verband der Studierenden an der ETH Zürich Organisation (VSETH): Der VSETH ist der Dachverband aller studentischen Vereinigungen an der ETH Zürich. Er vertritt die Interessen der Studierenden gegenüber der Schulleitung und Dritten und steht den Studierenden mit Dienstleistungen zur Verfügung. Projektrahmen Der VSETH feiert 2011 sei 150-jähriges Beste- hen. Aus diesem Anlass möchte der Verband unter anderem eine Publikation herausgeben. Sein Ziel ist es, einerseits die bewegte Ge- schichte von 150 Jahren studentischer Vertre- tung an der ETH aufzuarbeiten und ander- seits die studentische Mitwirkung sicht- und begreifbar zu machen. Projektinhalt Die geplante Publikation wird in 1500 Exemp- laren erscheinen und auf rund 160 Seiten fünf Schwerpunktkapitel enthalten (Frühzeit, Akademisierung des Polytechnikums, VSETH zwischen Patriotismus und Antikommunis- mus, VSETH zwischen Protesten und Jugend- unruhen, dynamische Studienlandschaft). Der Verkaufspreis wird zwischen Fr. 30 und Fr. 40 liegen. Gesamtkosten Fr. 146 204 Gewünschter Betrag Fr. 10 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung des VSETH beträgt Fr. 50 000. Aus dem Verkauf der Publikation werden Fr. 7000 erwartet. Die ETHZ wird sich voraussichtlich mit einem hohen Beitrag be- teiligen. Der Restbetrag muss durch Beiträge von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 10 000. Die Ver- bindung des VSETH zum Kanton ist eng. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegexemplare abgegeben werden.
7. Jubiläum 100 Jahre Volkshaus Zürich Bereiche Soziales, Kultur Gesuchstellende Volkshausstiftung Zürich: Die Stiftung betreibt Organisation das Volkshaus mit dem Zweck, der Bevölke- rung zweckmässig ausgestattete Versammlungs- räume zu massvollen Preisen zur Verfügung stellen zu können. Projektrahmen Das Volkshaus Zürich wurde 1910 eröffnet. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden Ver- anstaltungs- und Kulturhaus mit jährlich mehr als 2500 Veranstaltungen. Zur Feier des 100- jährigen Bestehens im Herbst 2010 plant die Stiftung mehrere Aktivitäten: Neben Jubi- läumsveranstaltungen (Konzert, Lesung, Kin- dertage, Festakt) sind bauliche Massnahmen und die Herausgabe einer Publikation zur Ge- schichte des Hauses vorgesehen. Projektinhalt In der Publikation sollen vor allem die sozial- und kulturgeschichtlichen Bezüge des Volks- hauses dargstellt werden (Geschichte der Volkshaus-Idee, die Bedeutung des Volkshau- ses im Roten Zürich, die Entwicklung des Bade- und Saunabetriebes usw.). Geplant ist ein rund 160-seitiges, illustriertes Buch, das in einer Auflage von 1500 Exemplaren im Verlag hier + jetzt in Baden erscheinen soll. Die Kosten für das Buch betragen Fr. 110 000. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 38. Gesamtkosten Jubiläumsanlass Fr. 320 000 Gewünschter Betrag Fr. 50 000 Übrige Finanzierung Aus dem Verkauf werden Fr. 16 700 erwartet. Die restlichen Kosten sollen durch einen Bei- trag der Stadt Zürich und allenfalls durch eine Eigenleistung der Volkshausstiftung gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und Innern wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 50 000. Dem Volkshaus kommt in kulturel- ler, politischer und sozialer Hinsicht grosse Bedeutung zu. Die Texte der Publikation stammen von namhaften Verfasserinnen und Verfassern, das grafische Konzept wird von
Studierenden der Berufsschule für Gestaltung erstellt. Deshalb ist eine qualitativ hochste- hende Publikation zu erwarten. Bewilligter Betrag Fr. 50 000 Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an die Auflage gebunden, dass dem Kanton sieben Beleg- exemplare abgegeben werden.
8. Kauf und Sanierung Backdeckkreuzer «Frösch» Bereich Denkmalpflege; Industriearchäologie Gesuchstellende Stiftung Oldtimer Boote Zürichsee: Die Stif- Organisation tung, hervorgegangen aus dem Oldtimer Boot Club Zürichsee, wurde 2009 errichtet. Projektrahmen Der Backdeckkreuzer «Frösch» wurde 1921 auf der Zürichsee-Werft Suter & Portier in Meilen gebaut. Beim Schiff handelt es sich aus Sicht der Denkmalpflege um einen wertvollen Zeu- gen der Schifffahrt auf dem Zürichsee. Das Schiff ist zu weiten Teilen original erhalten. Projektinhalt Durch den Kauf des Schiffes möchte die Stif- tung das Boot vor dem Verkauf (allenfalls ins Ausland) retten. Nach einer sorgfältigen Res- taurierung (Einbau eines Dieselmotors, Ver- bessern der Sicherheitseinrichtung) ist die Zukunft des Schiffes gesichert. Es wird dann der Öffentlichkeit zugänglich, indem es (in einer Art Schiffs-Mobility) von Interessierten – allenfalls mit Kapitän – gemietet werden kann. Der erfolgreiche Betrieb der vom Kan- ton mitfinanzierten M/L AJAX beweist, dass das Angebot, historische Schiffe mieten zu können, einem Bedürfnis entspricht. Gesamtkosten Fr. 295 000 Gewünschter Betrag Fr. 195 000 Übrige Finanzierung Die Stiftung leistet an die Sanierung des Schif- fes einen Beitrag von Fr. 98 000. Der offene Restbetrag muss durch Zuwendungen von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleistung. Mit dem Beitrag wird sicher- gestellt, dass ein zürcherisches Kulturgut dem Kanton erhalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann.
Bewilligter Betrag Fr. 100 000 Auflage Die Gewährung des Beitrags ist an folgende Auflage gebunden: Das Schiff wird gemäss dem offenen Nutzungs- konzept eingesetzt, das allen Interessierten zu günstigen Bedingungen die Nutzung des Schiffs ermöglicht.
9. Jubiläum «Kulturschiene» Bereich Kultur Gesuchstellende «Kulturschiene» in Herrliberg-Feldmeilen: Organisation Die «Kulturschiene» ist eine private Kultur- initiative, die im ehemaligen SBB-Güterschup- pen Herrliberg Ausstellungen, Konzerte, Le- sungen und Theaterdarbietungen durchführt. Projektrahmen Die Institution besteht seit zehn Jahren. Schon mehrfach erhielt sie Projektbeiträge der Di- rektion der Justiz und des Innern. Der Betrieb funktioniert nur dank grosser ehrenamtlicher Arbeit. Aus Anlass des Jubiläums wird ein Jubiläumsprogramm «Variationen» durchge- führt. Projektinhalt «Variationen» umfasst acht musikalische Dar- bietungen (zum Teil verbunden mit Lesungen) und fünf Ausstellungen. Gesamtkosten Fr. 120 300 Gewünschter Betrag Fr. 10 000 Übrige Finanzierung Aus Eintritten und der Eigenleistung der «Kulturschiene» kann rund ein Viertel der Kos- ten gedeckt werden. Die Gemeinden Herrli- berg und Meilen haben je einen Beitrag von Fr. 5000 bewilligt. Der Restbetrag muss durch Beiträge von Dritten gedeckt werden. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern wünscht eine Beitragsleistung von Fr. 10 000. Die «Kulturschiene» verfügt über einen ausgezeichneten Ruf. Es ist gerechtfer- tigt, die bisherige verdienstvolle Arbeit und das grosse ehrenamtliche Engagement der Be- teiligten mit einem Beitrag zu honorieren. Bewilligter Betrag Fr. 10 000
10. Jubiläum Winterthurer Musikfestwochen Bereich Kultur Gesuchstellende Verein Winterthurer Musikfestwochen: Der Organisation Verein wurde 1976 gegründet. Sein Ziel ist, der zeitgenössischen, aktuellen Musik eine Platt- form zu bieten. Projektrahmen Der Verein veranstaltet jedes Jahr das Festival Musikfestwochen mit Darbietungen aus den Bereichen Rock, Pop, Jazz, Klassik, Perfor- mance, Film, Tanz und Kleinkunst. Die Fach- stelle Kultur hat den Verein seit 2006 regel- mässig mit Beiträgen zwischen Fr. 10 000 und Fr. 25 000 unterstützt. Die Stadt Winterthur leistet jährlich rund Fr. 197 000. Die meisten Veranstaltungen an den Musikfestwochen sind kostenlos zugänglich, was einem breiten Publikum den Zugang ermöglicht (2009: rund 50 000 Besuchende). Projektinhalt Aus Anlass des 35-jährigen Bestehens möchte der Verein seine Büro- und Informatikinfra- struktur erneuern (Telefonanlage, Laptop), zusätzliches Material anschaffen (Schnellzel- te) und mit einem neuen Logo auftreten. Die Kosten für die Investitionen betragen ins- gesamt Fr. 96 528. Während des Festivals 2010 soll auf dem Kirchplatz eine zweite Jubiläums- bühne aufgestellt und als Plattform für bisher vernachlässigte bzw. neue musikalische In- halte genutzt werden. Zudem plant der Verein – als Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre – eine Jubiläums-CD mit Aufnahmen von Bands aus der Grossregion Winterthur. Gesamtkosten Fr. 168 980 Gewünschter Betrag Fr. 168 980 Übrige Finanzierung Der Verein wünscht den gesamten Betrag vom Kanton. Der Lotteriefonds übernimmt nie die gesamten ausgewiesenen Kosten. Der Verein muss sich um Beiträge von Stiftungen oder Dritten bemühen. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Direktion der Justiz und des Innern wünscht eine Beitragsleistung von
Fr. 169 000. Der Verein ist seit Anbeginn seiner Tätigkeit ein fester und wichtiger Bestandteil des Kulturangebotes der Stadt Winterthur. Aufgrund der grosszügigen Unterstützung der Stadt kann beim vorliegenden Projekt auf eine direkte Mitfinanzierung durch die Stadt Winterthur verzichtet werden. Bewilligter Betrag Fr. 150 000
11. Jubiläum Rote Fabrik Bereich Kultur Gesuchstellende Verein IG Rote Fabrik: Der Verein ist verant- Organisation wortlich für den Betrieb im selbstverwalteten Kulturzentrum Rote Fabrik, das vor allem zeit- genössischer und kritischer Kultur verpflichtet ist. Er feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Be- stehen. Projektrahmen Die IG erhält von der Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern seit meh- reren Jahren einen jährlichen Betriebsbeitrag, der seit 2009 Fr. 247 500 beträgt. Die Stadt Zü- rich leistet Betriebsbeiträge von jährlich mehr als 2 Mio. Franken. Wegen des Jubiläums plant die IG kulturelle Aktionen und Veranstaltun- gen, aber auch Infrastruktur-Massnahmen. Die Jubiläumsaktivitäten sind mit insgesamt Fr. 380 000 veranschlagt. Projektinhalt Die IG möchte am Seeufer eine Bühne errich- ten, die es ermöglicht, in der Sommersaison jeweils mit wenig Aufwand Veranstaltungen und Filmvorführungen durchzuführen. Zudem ist für den Clubraum eine neue Tonanlage not- wendig. Die Kosten für beide Vorhaben be- tragen Fr. 70 000. Im Veranstaltungsbereich wünscht die IG eine Unterstützung für zwei Veranstaltungsreihen («Stadt» und «Bunker- festival»): Einerseits sind kürzere Performan- ces an öffentlichen Plätzen bzw. in den Quar- tieren der Stadt geplant, anderseits sollen an zwei Wochenenden in ausgewählten Zivil- schutzbunkern Präsentationen (Ausstellun- gen, Produktionen usw.) stattfinden. Beiden
Vorhaben ist gemeinsam, dass damit nicht das klassische Stammpublikum der Roten Fabrik, sondern ein neues Publikum erreicht werden soll (Kosten beider Vorhaben insgesamt Fr. 175 000). Gesamtkosten Jubiläumsaktivitäten Fr. 380 000 Gewünschter Betrag Fr. 100 000 Übrige Finanzierung Mit dem Erlös aus Eintritten und der Eigen- leistung des Trägervereins soll die Hälfte der Kosten gedeckt werden. Zur Deckung des of- fenen Restbetrages werden eine stadtnahe Stiftung und Private um Beiträge ersucht. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Baudirektion und Direktion der Justiz und des Innern empfehlen eine Bei- tragsleistung von Fr. 100 000. Da die Stadt Zü- rich die IG mit einem sehr viel höheren Be- triebsbeitrag unterstützt als der Kanton, ist es gerechtfertigt, bei der Finanzierung der Jubilä- umsaktivitäten von der Stadt keinen direkten Beitrag zu erwarten. Bewilligter Betrag Fr. 100 000
12. Kinderparcours «Mein Körper gehört mir» Bereiche Soziales, Bildung Gesuchstellende Verein Fachstelle Limita: Der Verein betreibt Organisation die gleichnamige Fachstelle. Seit zwölf Jahren ist sie im Bereich der Früherkennung und Prä- vention sexualisierter Gewalt tätig. Projektrahmen Dunkelfeldstudien weisen darauf hin, dass etwa jedes 4. Mädchen und jeder 10. Junge im Laufe der Kindheit von sexueller Ausbeutung durch Erwachsene oder ältere Jugendliche be- troffen sind. Eine der entsprechenden Präven- tions-Strategien setzt auf Aufklärung und Er- ziehung mit dem Ziel, den Schutz der Kinder zu erhöhen. Die Stiftung Kindschutz Schweiz übernahm 2005 von einer deutschen Fachstelle ein Prä- ventions-Kinderparcoursprojekt und beauf- tragte den Verein Limita, diesen Parcours an schweizerische Verhältnisse anzupassen und
Begleitmaterialien für Lehrpersonen und El- tern bereitzustellen. Nach einer Testphase von drei Jahren ist der Parcours nun einsatzbereit und steht interessierten Kantonen zur Ver- fügung. Bereits in dieser Testphase arbeitete Limita mit dem Amt für Jugend und Berufsbe- ratung und dem Volksschulamt der Bildungs- direktion zusammen. Projektinhalt Mit dem Parcours sollen vor allem Schülerin- nen und Schüler der 2. bis 4. Primarklasse er- reicht werden. Das Hauptziel besteht darin, die Kinder altersgemäss aufzuklären und sie in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Selbst- bewusstsein und in ihren Abwehrstrategien zu stärken. Limita möchte im Kanton auf diesem Wege über den Zeitraum von zwei Jahren rund 60 Primarschulen zu rund zwölf Klassen (insgesamt 720 Schulklassen) erreichen. Vor- gesehen sind auch Begleitveranstaltungen für Lehrpersonen und Eltern. Darüber hinaus soll an den jeweiligen Standorten eine Gruppe von Fachleuten gebildet werden, welche ihr Wissen auch nach Abschluss des Ausstellungs- projektes einbringt und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Gesamtkosten Fr. 696 640 Gewünschter Betrag Fr. 353 000 Übrige Finanzierung Die Eigenleistung von Limita beträgt rund Fr. 30 000. Von den Schulgemeinden wird ein Beitrag von insgesamt Fr. 313 400 erwartet. Seitens einer Stiftung sind Fr. 34 000 zuge- sichert. Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Bildungsdirektion empfiehlt einen Beitrag von Fr. 353 000. Sie beurteilt den geplanten Kinderparcours als sinnvolles, pra- xisnahes und stufengemässes Präventions- angebot für Schülerinnen und Schüler, Lehr- personen und Eltern. Bewilligter Betrag Fr. 353 000
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 3636 3 000 000): in Franken
1. Kammerspiele Seeb Investitionsbeitrag 130 000
2. Stiftung Circolino Pipistrello Investitionsbeitrag 370 000
3. Verein Polizeimusikfestival A-Fonds-perdu-Beitrag 100 000 Defizitgarantie 100 000
4. Benteli-Verlag Druckkostenbeitrag 10 000
5. Verlag «hier + jetzt» Druckkostenbeitrag 6 000
6. Verband der Studierenden an der ETH Jubiläums-/Druckkostenbeitrag 10 000
7. Volkshausstiftung Jubiläums-/Druckkostenbeitrag 50 000
8. Stiftung Oldtimer Boote Zürichsee Investitionsbeitrag 100 000
9. Kulturinitiative Kulturschiene Jubiläumsbeitrag 10 000
10. Winterthurer Musikfestwochen Jubiläumsbeitrag 150 000
11. Verein IG Rote Fabrik Jubiläumsbeitrag 100 000
12. Fachstelle Limita Ausstellungsbeitrag 353 000 Total 1 489 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi