RRB Nr. 1117/2017
Lotteriefonds, Inlandhilfe 2017, Ermächtigung
29. November 2017Deutsch25 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 29. November 2017
1117. Lotteriefonds (Inlandhilfe 2017)
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung Zweck der Inlandhilfe (IH) ist es mitzuhelfen, die Lebensgrundlage der Bergbevölkerung zu sichern. Dies erfolgt durch die gezielte Unterstützung von ausgewählten Projekten in finanzschwachen Gebieten der Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis. Insbesondere unterstützt der Kan- ton dabei – Präventionsmassnahmen, um dadurch mögliche Schadensereignisse zu verhindern oder mindestens zu verringern, – Massnahmen zum Beheben von Unwetterschäden sowie – regional wichtige Natur- und Umweltschutzprojekte sowie bedeutende Kultur- und Alpwirtschaftsvorhaben.
1.2 Allgemeines Der Kanton arbeitet für die IH mit folgenden Hauptpartnern zusam- men: – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB) und – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Diese Organisationen unterbreiten dem Kanton jeweils vor der eigent- lichen Gesuchseingabe mehrere Projekte, aus denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Gesuchseingabe getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise IH-Ge- suche ein. Dazu zählen Organisationen, die Arbeitseinsätze (Arbeitswo- chen) im Berggebiet durchführen (Stiftung Umwelt Einsatz Schweiz, Stif- tung Bergwaldprojekt).
1.3 Rahmenkredit Mit Beschluss vom 6. Juli 2015 bewilligte der Kantonsrat einen Rah- menkredit von insgesamt 24 Mio. Franken für die Entwicklungszusammen- arbeit (EZA) und die IH 2015–2017 bzw. von 8 Mio. Franken pro Jahr (Vorlage 5167). Der Regierungsrat ist nicht an eine hälftige Aufteilung der Gelder zwischen IH und EZA gebunden. Vielmehr kann er die Gel- der bedarfsgerecht zusprechen.
1.4 Vergabekriterien Mit Beschluss vom 23. November 2011 legte der Regierungsrat geän- derte Vergabekriterien (Richtlinien) für die EZA und die IH fest (vgl. An- hang zur Vorlage 4856). Diese wurden erstmals für den Rahmenkredit 2011–2014 (Vorlage 4856, KRB vom 9. Juli 2012) abgewandt und im Rah- menkredit 2015–2017 (abgesehen von geringfügigen redaktionellen Än- derungen) inhaltlich unverändert übernommen.
2. Gesuchseingabe 2017
2.1 Allgemeines Die SPB, die SL und die Stiftung Bergwaldprojekt haben dem Kanton insgesamt 17 (2016: 18) Projekte in der Gesamtsumme von Fr. 4 309 800 (Fr. 5 688 300) eingereicht. Die Gesuchdossiers gingen zur Prüfung an die jeweils fachlich zuständigen Direktionen: Sämtliche Eingaben gingen an die Baudirektion, sechs Gesuche an die Volkswirtschaftsdirektion und ein Gesuch an die Bildungsdirektion. Deren Beurteilungen waren entschei- dend für die Berücksichtigung der Projekte bzw. für das Festlegen der jeweiligen Beitragshöhe.
2.2 Abgelehnte und zurückgestellte Gesuche Von den insgesamt 17 Eingaben wurden drei Gesuche abgelehnt bzw. im Antrag nicht berücksichtigt. Bei zwei Gesuchen besteht die Möglich- keit, dass sie nach einer Überarbeitung dem Kanton im kommenden Jahr erneut zur Prüfung vorgelegt werden.
2.2.1 Abgelehntes Gesuch Gesuchstellende Organisation, Begründung der Ablehnung Projektbezeichnung SPB: Sammelprojekt Instandstellung Er- Dem Vorhaben kommt zweite Priorität zu. schliessung (SIE) Sanierung der Forststrasse Aufgrund der nur begrenzt verfügbaren Mittel 2016/2017 (Gemeinde Val Müstair, GR) wird das Projekt nicht berücksichtigt.
2.2.2 Zurückgestellte Gesuche
Gesuchstellende Organisation, Begründung der Zurückstellung Projektbezeichnung SL: Erhalt der Agrarforstlandschaft Chiazza Das Projekt ist noch zu wenig ausgereift: in Aurigeno (Gemeinde Maggia, TI) Klare Prioritäten und Schwerpunkte sind noch nicht ersichtlich. Zudem ist die Finanzierung des Projekts teilweise unsicher. Eine Überar- beitung des Projekts ist daher erforderlich. SL: Ökologische Aufwertung der Terrassen- Mit RRB Nr. 1531/2010 wurde das Projekt landschaft (Gemeinde Mergoscia, TI) bereits einmal aus dem Lotteriefonds mit Fr. 196 000 unterstützt. Aufgrund der nur be- grenzt verfügbaren Mittel kann das Projekt 2017 nicht berücksichtigt werden. Da das Vorhaben jedoch sinnvoll und notwendig ist, besteht die Möglichkeit, das Projekt 2018 nochmals einzureichen.
3. Ausgewählte Einzelprojekte Es werden nur Projekte berücksichtigt, die durch die zuständigen Fach- direktionen zur Mitfinanzierung empfohlen wurden. In mehreren Fällen kürzt der Kanton den nachgesuchten Betrag. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Fehlbeträge haben die gesuchstellenden Organisationen ent- weder durch (zusätzliche) Eigenleistungen oder Spendengelder, durch eine zeitliche Staffelung der Projekte oder durch eine Verringerung des Projektumfanges aufzufangen. Zudem ist die Auszahlung in mehreren Fällen – wie das bei Fondsbeiträgen gängige Praxis ist – an die Erfüllung von Auflagen geknüpft. Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Angegeben sind dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die jeweiligen Organisationen vom Kanton wünschen.
3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (Projekte Nrn. 1–7) Anzahl Gesamtsumme in Franken Geprüfte Projekte 8 2 355 000 Berücksichtigte Projekte 7 1 871 000
1) Löschkosten und Sofortmassnahmen zur Bewältigung der Waldbrandschäden vom Winter 2016/2017 Region/Kanton Mesocco, GR Verantwortlich Gemeinde Mesocco für das Projekt Projektziel Erhalt und Wiederaufbau des Schutzwaldes rund um Mesocco GR nach dem Waldbrand vom 27. Dezember 2016 Projektbeschrieb Im Dezember 2016 ereignete sich in der Ge- meinde Mesocco ein grossflächiger und lang- anhaltender Waldbrand, von dem rund 120 ha Schutzwald betroffen waren. Mit dem gewünsch- ten Betrag sollen einerseits ein Teil der entstan- denen Löschkosten gedeckt und anderseits So- fortmassnahmen zur Prävention eines grossflä- chigen Borkenkäferbefalls im Schutzwald un- terstützt werden. Diese bestehen erstens in der Räumung vorhandener Käfernester im unzu- gänglichen Gelände und zweitens im Bau von Begehungswegen und einer einfachen proviso- rischen Unterkunft, um die laufende Überwa- chung des Waldes zu gewährleisten. Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner; Strassenbe- nützerinnen und -benützer der durch das betrof- fene Gebiet verlaufenden Kantons- und Natio- nalstrassen (A13); Wanderinnen und Wanderer Kosten Fr. 1 691 000 Finanzierung Bund Fr. 270 000 Standortkanton/-region Fr. 985 000 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 436 000 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 371 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die geplanten Sofortmassnah- men sind notwendig und zweckmässig. Sie tra- gen dazu bei, die Schutzwirkung des Waldes gegen Lawinen, Rutschungen und Steinschlag wiederherzustellen. Aufgrund gewisser Unsi- cherheiten betreffend der schlussendlich noch offen bleibenden Restkosten und der begrenz- ten Mittel des Lotteriefonds für die Inlandhilfe ist eine Kürzung des gewünschten Beitrags an- gebracht. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 152 000
2) Lawinenverbauungen Giumella Region/Kanton Gemeinde Rossa, GR Verantwortlich Gemeinde Rossa für das Projekt Projektziel Lawinenverbauungen in Rossa GR zum Schutz der Einwohnerinnen und Einwohner Projektbeschrieb Immer wieder gehen beim Dorf Rossa Lawi- nen nieder. Diese haben häufig erhebliche Sach- schäden und Todesopfer zur Folge. Um das be- stehende Gefahrenpotenzial für Menschen und Sachwerte zu vermindern, soll die Lawinen- verbauung Giumella errichtet werden. Unter anderem sind Schneebrücken und -netze vor- gesehen. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung; Strassenbenützerinnen und -benützer; Nutze- rinnen und Nutzer der Infrastruktur, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen Kosten Fr. 5 828 300 Finanzierung Bund Fr. 2 610 000 Standortkanton/-region Fr. 1 856 000 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 1 362 300 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Aufgrund der Gefährdung von Menschenleben und Sachwerten durch Lawi- nen in Rossa besteht Handlungsbedarf. Die Er- richtung einer Lawinenüberbauung bietet ge- eigneten Schutz vor grossen Schadensereignis- sen und ist somit sinnvoll und zweckmässig. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 Auflage Es gelten die gleichen Auflagen wie in der Sub- ventionsverfügung des BAFU (Subventionsver- fügung Nr. 1306, Lawinenverbauung Giumella, Gemeinde Rossa, 29. November 2016).
3) Ausbau der Günerstrasse im Rahmen der Gesamtmelioration Gün-Neukirch, Fraktion Safien Region/Kanton Gemeinde Safiental, GR Verantwortlich Gemeinde Safiental für das Projekt Projektziel Erhaltung und Förderung wettbewerbsfähiger gesunder Landwirtschaftsbetriebe durch Schaf- fung optimaler Bewirtschaftungsparzellen und deren Erschliessung Projektbeschrieb Die Wettbewerbsfähigkeit der sechs Haupter- werbsbetriebe im Gebiet Gün-Neukirch im vor- deren Teil der Gemeinde Safiental soll mit einer Gesamtmelioration verbessert werden. Dazu sollen optimale Bewirtschaftungseinheiten ge- schaffen und die Erschliessung verbessert wer- den. Bestehende Güter- und Waldstrassen, die den heutigen land-, alp- und forstwirtschaftli- chen Ansprüchen nicht mehr genügen, sollen ausgebaut werden. Der Vollausbau der Güner- strasse steht dabei im Zentrum. Diese Strasse erschliesst nicht nur alle ganzjährig bewohn- ten Höfe und Siedlungen im Gebiet Gün, son- dern auch einen Grossteil der landwirtschaft- lichen Nutzflächen und die Alp Gün. Darüber hinaus wird sie auch forstwirtschaftlich genutzt. Begünstigte Lokale Bevölkerung; Alpbewirtschafterinnen und -bewirtschafter; 45 beteiligte Grundeigen- tümerinnen und Grundeigentümer; 17 Land- wirtschaftsbetriebe Kosten Fr. 5 319 000 Finanzierung Bund Fr. 2 650 500 Standortkanton/-region Fr. 1 855 350 Dritte Fr. 81 975 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 731 175 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 318 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Der Ausbau der Günerstrasse ist von alpwirtschaftlicher Bedeutung, da ohne Strassenausbau das mittelfristige Überleben der Alp Gün infrage gestellt würde. Aufgrund der schwierigen Geologie und der grossen Ero-
sionsgefährdung ist dazu ein Vollausbau not- wendig. Das Projekt wurde 2016 zur Überarbeitung zu- rückgewiesen. Alle offenen Fragen wurden in der Zwischenzeit zufriedenstellend geklärt. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 318 000 4) Folgeprojekt SON GION 2016/17 (Baptisterium) Region/Kanton Gemeinde Sils im Domleschg, GR Verantwortlich Förderverein Hohen Rätien für das Projekt Projektziel Sicherung der frühchristlichen Taufkapelle (Bap- tisterium) mit Taufbecken Projektbeschrieb Das 1999 entdeckte Baptisterium mit Taufbe- cken aus dem 5./6. Jh. gilt als eines der ältesten Bauwerke nördlich der Alpen. Das Vorhaben hat zum Ziel, das Baptisterium zu sichern, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu werden verschiedene Massnah- men ergriffen; unter anderem soll das Baptiste- rium restauriert und eine Zufahrtsstrasse zur Anlage gebaut werden. Begünstigte Kultur- und Geschichtsinteressierte; Wande- rinnen und Wanderer Kosten Fr. 1 449 800 Finanzierung Bund Fr. 287 500 Standortkanton/-region Fr. 501 300 Dritte Fr. 444 400 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 216 600 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 159 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Baptisterium gilt als Zeit- zeuge nationaler Bedeutung, ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes RhB (Albulabahn) und somit schützenswert. Die angestrebten Massnahmen zur Erhaltung und Sicherung des Bauwerks sind notwendig und sinnvoll, um die Taufkapelle für kommende Generationen zu bewahren. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 159 000
5) Sanierung Alp- und Fussweg Garzotto–Motterascio Region/Kanton Gemeinde Blenio, TI Verantwortlich Patriziato Generale Aquila-Torre-Lottigna, für das Projekt Gemeinde Blenio Projektziel Sanierung Alp- und Fussweg Garzotto–Motte- rascio Projektbeschrieb Der Fussweg vom Stausee Luzzone hinauf zur SAC-Hütte Motterascio wird von Bergwande- rinnen und Bergwanderer der Greina-Route und von Landwirtinnen und Landwirten, die ihr Vieh auf die Alp Rafuisc-Motterascio und Alp Motterascio treiben, genutzt. Die Alp Mot- terascio wurde 2003 saniert, um eine langfristige Nutzung und Bewirtschaftung der Greina-Hoch- ebene zu sichern. Der Lotteriefonds beteiligte sich damals an diesem Vorhaben. Aufgrund starker Niederschläge hat der Zu- gangsweg zu den Alpen in den letzten Jahren enorme Schäden erlitten. Das Projekt sieht die Sicherung und Sanierung dieses Alp- und Fuss- weges vor, damit die Greina auch zukünftig be- wirtschaftet und gepflegt und die Sicherheit der Wanderinnen und Wanderer gewährleistet wer- den kann. Der Weg soll so ausgebaut werden, dass er auch grossen Wasser- und Schneemen- gen standhalten kann. In Rutschgebieten sind zusätzlich Verbauungen und Verankerungen geplant. Begünstigte Alpbewirtschafterinnen und -bewirtschafter, Wanderinnen und Wanderer Kosten Fr. 1 118 306 Finanzierung Eigenmittel Fr. 50 000 Bund Fr. 249 293 Standortkanton/-region Fr. 458 400 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 360 613 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Der Alp- und Fussweg ist in so schlechtem Zustand, dass sich teilweise sogar Rinder beim Auf- oder Abstieg verletzen. Eine Sanierung ist deshalb notwendig. Nur so kann eine sichere Alperschliessung gewährleistet und
die Bewirtschaftung der Greina nachhaltig si- chergestellt werden. Diese ist wichtig, um die Einzigartigkeit der Vegetation, der Biodiversi- tät und des landschaftlichen Erscheinungsbil- des sicherzustellen. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 6) Sanierung Güterweg Obergurtnellen «Holzrieri–Diessenbrunnen» Region/Kanton Gurtnellen, UR Verantwortlich Korporationsbürgergemeinde Gurtnellen für das Projekt Projektziel Verbreiterung und Sanierung des Güterweges «Holzrieri-Diessenbrunnen», um Zugang zu Alpen und landwirtschaftlichen Nutzflächen sicherzustellen Projektbeschrieb Der knapp 3 km lange und 2 m breite Güterweg erschliesst drei Alpen und 36 ha landwirtschaft- liche Nutzfläche, die vor allem von Stufenbe- trieben bewirtschaftet werden. Zudem ist er Teil des Hauptwanderweges Arni–Gurtnellen. Das Befahren des Weges ist wegen der Weg- breite und der teilweise schadhaften Stützbau- werke aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu- mutbar. Das Projekt sieht die Sanierung des Güterweges und dessen Verbreiterung auf 2,6 m vor. Damit soll einerseits das mittelfristige Über- leben der betroffenen landwirtschaftlichen Stu- fenbetriebe und der drei Alpen sichergestellt werden. Anderseits soll die Verbreiterung des Weges die lokale Holznutzung (vor allem Brenn- holztransport) vereinfachen, den Zugang zum Schutzwald sicherstellen und ein unfallfreies Kreuzen der verschiedenen Wegnutzenden er- möglichen. Begünstigte Lokale Bevölkerung; Alpbewirtschafterinnen und -bewirtschafter; Landwirtinnen und Land- wirte; Wegnutzende Kosten Fr. 1 912 000 Finanzierung Eigenmittel Fr. 173 000 Bund Fr. 570 000 Standortkanton/-region Fr. 817 000 Dritte Fr. 5 000
Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 347 000 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Ohne Sanierungsmassnahmen an der betroffenen Strasse ist das mittelfristige Überleben der durch sie erschlossenen land- wirtschaftlichen Stufenbetriebe und der drei Alpen infrage gestellt. Nach forstwirtschaftli- chen Gesichtspunkten wird mit der Sanierung und Verbreiterung der Strasse zudem ein Mehr- wert geschaffen. Die Kosten sind verhältnis- mässig. Zudem unterstreicht die breite Kosten- trägerschaft die Bedeutung des Projekts. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrags ist an zwei Auf- lagen gebunden: Erstens müssen die Verant- wortlichen ein Reglement für die Benützung der Strasse erstellen. Zweitens sollen auch die Fe- rienhausbesitzerinnen und -besitzer im betrof- fenen Gebiet einen finanziellen Beitrag zum Projekt leisten. Der Beitrag des Kantons wird erst ausbezahlt, wenn die Gesuchstellerin dem Lotteriefonds den Nachweis erbracht hat, dass die Auflagen erfüllt sind. 7) Erstellung Güterweg Holden–Breitebnet–Riedlig Region/Kanton Bürglen, UR Verantwortlich Wegbaugenossenschaft Holden–Breitebnet– für das Projekt Riedlig Projektziel Verbesserung der Erschliessungsverhältnisse dank eines neuen Güterwegnetzes (Hauptweg und Nebenwege) Projektbeschrieb Das Gebiet Holden–Breitebnet–Riedlig bei Bürglen ist steil und nur über eine Personenseil- bahn und steile Fuss- und Viehtriebwege erreich- bar. Mit dem neuen rund 5 km langen Hauptweg «Holden-Breitebnet-Riedlig» (3 m breit) und den daran anschliessenden Nebenwegen (2,8 m breit) von insgesamt 1,3 km Länge sollen die Erschliessungsverhältnisse verbessert werden. Dies kommt unter anderem den fünf im betrof-
fenen Gebiet liegenden Stufenbetrieben zugute. Da das Gelände an gewissen Stellen sehr steil ist, sind lokal berg- und talseitige Stützmauern von 5 m bis 7 m Höhe erforderlich. Der Bau der Strasse ermöglicht und vereinfacht zudem die Pflege des Schutzwaldes im Erschliessungspe- rimenter, der die Bevölkerung und die Natur vor Erosion, Lawinen und Steinschlag schützt. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner des Gebiets; Landwirtinnen und Landwirte der Stufenbe- triebe Kosten Fr. 2 968 000 Finanzierung Eigenmittel Fr. 312 000 Bund Fr. 957 000 Standortkanton/-region Fr. 1 249 000 Dritte Fr. 10 000 Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 440 000 soll über Dritte und den Kanton Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 318 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die geplanten Güterwege sind Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Pflege des Schutzwaldes und der landwirtschaft- lichen Nutzung des Projektgebiets. Zudem kann ohne zeitgemässe Erschliessung die Be- triebsnachfolge langfristig nicht gesichert wer- den. Der Bau eines Güterwegnetzes ist somit sinnvoll und zweckmässig. Unter Berücksichti- gung des bautechnisch anspruchsvollen Gelän- des sind die Baukosten (Fr. 490/m2) angemes- sen. Darüber hinaus unterstreicht die breit ab- gestützte Kostenträgerschaft die Bedeutung des Infrastrukturprojekts. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 318 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrags ist an folgende Auflage gebunden: Die Verantwortlichen müs- sen ein Reglement für die Benützung der Strasse erstellen. Der Beitrag des Kantons wird erst aus- bezahlt, wenn die Gesuchstellerin dem Lotterie- fonds den Nachweis erbracht hat, dass die Auf- lage erfüllt ist.
3.2 Projekt der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (Projekte Nrn. 8–13) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 8 1 554 800 Berücksichtigte Projekte 6 1 127 000
8) Instandstellung des Weilers Germanionico Region/Kanton Gemeinde Serravalle, TI Verantwortlich Fondazione per la difesa e la valorizzazione für das Projekt del nucleo di Germanionico – Luigi Scossa- Baggi e fratelli Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Projektziel Erhalt und Aufwertung des Weilers Germanio- nico und dessen Umgebung (1. Etappe des Bau- projekts) Projektbeschrieb Der Weiler Germanionico im Valle Malvaglia (Seitental des Valle di Blenio) ist seit dem Jahre 1500 praktisch unverändert geblieben. Er ist des- halb von grossem kulturellem Wert und wird so- wohl im «Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeu- tung (ISOS)» aufgeführt als auch durch das Tessiner Kulturgütergesetz geschützt. Auch die umgebende Kulturlandschaft weist schützens- werte Elemente wie Trockenmauern und Ähn- liches auf. Das Gesamtprojekt sieht vor, die be- stehenden Gebäude fachgerecht zu sanieren. Im Rahmen des eingereichten Projekts sollen 7 der 17 Gebäude restauriert werden, da diese teilweise in einem problematischen Zustand sind. Es sollen insbesondere die Dächer neu ge- deckt und die darunterliegenden Holzkonstruk- tionen erneuert werden, wobei der originale Charakter der Gebäude bewahrt werden soll. Begünstigte Landwirtsfamilie in Germanionico; Talbewoh- nerinnen und -bewohner; Besucherinnen und Besucher des Tals/Weilers Kosten Fr. 1 208 000 Finanzierung Eigenmittel (Fondazione) Fr. 30 000 Bund Fr. 355 000 Standortkanton/-region Fr. 445 000 Dritte Fr. 70 000
Restfinanzierung Der offene Restbetrag von Fr. 308 000 soll über den Lotteriefonds des Kantons Zürich gedeckt werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 2,3% PBK Fr. 308 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Dank der Sanierung der Ge- bäude bleibt ein wertvolles, einzigartiges Kul- turerbe von nationaler Bedeutung erhalten. Durch die Instandstellung des letzten zu Wohn- zwecken genutzten Hauses können zudem die Bewirtschaftung des Weilers und die Pflege der umliegenden Landschaft sichergestellt werden. Das geplante Vorhaben, die Gebäude schritt- weise zu sanieren und sie so als historische Zeit- zeugen zu erhalten, ist sinnvoll und notwendig. Beitrag des Kantons einschliesslich 2,3% PBK Fr. 308 000 9) Förderung landschaftlich und ökologisch wertvoller Alleen und Strukturen Region/Kanton Gemeinde Scuol, GR Verantwortlich Fundaziun Pro Terra Engiadina für das Projekt Gemeinde Scuol Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Projektziel Pflege und Aufbau der landschaftsprägenden und ökologisch wertvollen Strukturen im Pro- jektgebiet, insbesondere der Alleen und Baum- reihen Projektbeschrieb Das Projekt will die ökologisch und landwirt- schaftlich wertvollen Strukturen in der Ge- meinde Scuol fördern. Neben dem Unterhalt und der Pflege von bestehenden Alleen und Baumreihen sollen Neupflanzungen solcher Landschaftselemente erfolgen. Zudem sollen vorhandene landschaftsprägende und ökolo- gisch wertvolle Strukturen wie Trockenstein- mauern, Hecken, Trockenwiesen und Flach- moore gepflegt werden. Verschiedene Freiwilli- geneinsätze und Kurse zum Thema Pflege und Unterhalt von Landschaftsstrukturen ergänzen die erwähnten Massnahmen. Begünstigte Lokale Bevölkerung; Touristinnen und Touris- ten; Teilnehmende der Kurse/Einsätze
Kosten Fr. 399 520 Finanzierung Bund Fr. 102 800 Standortkanton/-region Fr. 122 000 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 174 720 sollen durch Dritte und den Kanton Zürich übernommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 122 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Projekt wertet eine in der Schweiz einmalige, kleinräumig gegliederte und strukturreiche Terrassenlandschaft auf. Es dient dem Erhalt und der Förderung der grossen Strukturvielfalt dieser Landschaft und ermög- licht deren nachhaltige Pflege. Mit dem Pro- jekt kann ein Beitrag zur Bewahrung der gros- sen Biodiversität im Gebiet geleistet werden. Nicht zuletzt sind diese Landschaft und das Wissen um deren Pflege für die lokale Bevöl- kerung identitätsstiftend. Aufgrund einer gewissen touristischen Bedeu- tung des Projektgebiets ist jedoch eine Kürzung des ersuchten Betrags um Fr. 22 000 angemes- sen. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 100 000 10) Sicherung und Instandstellung Maiensässe Chant Sura / Chant Dadaint Region/Kanton Gemeinde Valsot/GR Verantwortlich Fundaziun Pro Terra Engiadina für das Projekt Gemeinde Valsot Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Projektziel Wiederaufbau der historischen Bausubstanz der beiden Maiensässe Chant Sura und Chant Dadaint Projektbeschrieb Die auf rund 1800 m ü. M. gelegenen Maiensässe sollen fachgerecht und unter Berücksichtigung der alten Bausubstanz wieder aufgebaut wer- den. Auch die Instandsetzung der historischen Strukturen in der Umgebung wie Bewässerungs- gräben, alte Wege und Heuschleifwege ist ge- plant. Die Landschaftspflege wird im Rahmen von Freiwilligeneinsätzen gesichert. Dabei sol- len die Maiensässe als Unterstände für Werk-
zeuge und für Pausen zur Verfügung stehen. Zu Erhalt und Vermittlung des Wissens über die historische Bauweise der Maiensässe und zur Nutzung der Gemeinschafts-Voralpen ist aus- serdem die Erstellung eines Kulturlandschafts- führers mit Informationen zur Landschafts- und Nutzungsgeschichte geplant. Begünstigte Einwohnerinnen und Einwohner; lokale Bevöl- kerung, Geschichts- und Kulturinteressierte Kosten Fr. 742 000 Finanzierung Bund Fr. 140 000 Standortkanton/-region Fr. 260 000 Dritte Fr. 100 000 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 242 000 sollen durch den Kanton Zürich übernommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 242 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Durch die geplante Instandset- zung der Maiensässe bleiben wichtige Teile der Geschichte, Kultur und traditionellen Bauweise des Unterengadins erhalten. Wegen des rasch fortschreitenden Zerfalls von Mauern und Bal- ken sind Bauarbeiten an der Chant Sura und der Chant Dadaint dringend nötig. Überdies gewinnt das vorliegende Projekt durch die geplanten Freiwilligeneinsätze zugunsten der Landschafts- pflege überregionale Bedeutung. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 242 000 11) Wiederinstandsetzung der Kulturlandschaft Cavergno Region/Kanton Gemeinde Cevio, TI Verantwortlich Patriziato di Cavergno für das Projekt Projektziel Wiederinstandsetzung der Kulturlandschaft von Cavergno Projektbeschrieb Oberhalb des Dorfes Cavergno befinden sich zahlreiche, durchschnittlich 4 m hohe Trocken- steinterrassen zum Schutz vor Steinschlag und zur Gewinnung von Kulturland. Diese Struktu- ren sind am Zerfallen, weshalb eine Instandset- zung notwendig ist. Auch die Restaurierung eini- ger historischer Kulturgüter, namentlich acht der sich dort befindlichen Splüi (stallähnliche
Bauten unter Felsblöcken), eines alten landwirt- schaftlichen Lagergebäudes und einer histori- schen Wasserfassung, ist geplant. Zudem sollen Natur und Landschaft im Projektgebiet durch landschaftspflegerische Massnahmen aufgewer- tet werden (Entbuschung, Renaturierung usw.). Schliesslich soll eine Auswahl von seltenen Tier- arten wissenschaftlich untersucht und kartogra- fisch dargestellt werden, damit künftig gezielte Massnahmen zu deren Schutz ergriffen werden können. Begünstigte Lokale Bevölkerung; Geschichts- und Kultur- interessierte Kosten Fr. 494 000 Finanzierung Bund Fr. 105 000 Standortkanton/-region Fr. 222 250 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 166 750 sollen vom Lotteriefonds des Kantons Zürich übernommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 166 500 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die mächtigen Trockensteinmau- ern sowie die grosse Splüi-Dichte sind einzig- artig für das Maggiatal und den Kanton Tessin und daher schützenswert. Da sowohl an den Trockenmauern als auch an den meisten Splüi nur geringfügige Eingriffe notwendig sind, um sie nachhaltig zu erhalten, kann mit einem ver- hältnismässig geringen Mittelaufwand eine grosse Wirkung erzielt werden. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 166 000 12) Biotopaufwertung und Landschaftsentwicklung Meiental Region/Kanton Gemeinde Wassen, UR Verantwortlich Amt für Raumentwicklung Kanton Uri für das Projekt Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Projektziel Erhaltung, Aufwertung und Erweiterung der ökologischen, landschaftlichen und kulturellen Vielfalt des Meientals Projektbeschrieb Dank vielfältiger kleinräumiger Strukturen und Biotope ist das Meiental landschaftlich und öko- logisch äusserst wertvoll. Die Erhaltung dieser Kulturlandschaft bedarf einer aufwendigen
Pflege, die aufgrund der starken Abnahme von Landwirtschaftsbetrieben immer schwieriger zu bewerkstelligen ist. Verbuschte und verwaldete Flächen, zerfallene Trockensteinmauern und sich daraus ergebende abnehmende Artenviel- falt und Landschaftsqualität sind die Folge. Das geplante Projekt will die vorhandenen land- wirtschaftlichen und ökologischen Werte sichern und fördern. Der Fokus liegt dabei auf der Ver- grösserung und Vernetzung der Biotope, der ge- zielten Förderung bestimmter Arten und der Erhaltung der Struktur- und Artenvielfalt im land- und alpwirtschaftlich genutzten Gebiet und im Wald. Konkret sind insgesamt 52 Auf- wertungsmassnahmen geplant, darunter das Ab- holzen und Entbuschen landwirtschaftlicher Nutzflächen und die Sanierung von Trocken- mauern. Begünstigte Lokale Bevölkerung, Gäste Kosten Fr. 723 000 Finanzierung Bund Fr. 140 830 Standortkanton/-region Fr. 281 670 Dritte Fr. 89 430 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 211070 sollen durch den Lotteriefonds des Kantons Zürich über- nommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 211 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Spuren von Unternutzung, Verbuschung, Verwaldung und Zerfall von Stein- mauern sind im Meiental teilweise deutlich sicht- bar. Die geplanten Massnahmen sind daher not- wendig und sinnvoll, um die Besonderheiten der Landschaft und die Qualität der Lebensräume langfristig zu erhalten. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 211 000
13) Instandstellung des Polenweges Tomülpass Region/Kanton Gemeinde Safiental, GR Verantwortlich Gemeinde Safiental für das Projekt Naturpark Beverin Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Projektziel Nachhaltige Sicherung und Sanierung des his- torisch bedeutsamen Polenweges Projektbeschrieb Der Weg, der von Safien Thalkirch über den Tomülpass nach Vals führt, wurde während des Zweiten Weltkrieges von internierten polni- schen Soldaten gebaut. An vielen Stellen zei- gen sich heute Erosionsschäden aufgrund des über Jahrzehnte vernachlässigten Unterhalts. Die Projektverantwortlichen wollen den his- torischen Verkehrsweg nun fachgerecht sanie- ren und so dessen Erhalt sichern. Dazu sollen die grössten Erosionsschäden beseitigt, die Tro- ckenmauern stabilisiert und die beschädigten Entwässerungsvorrichtungen wiederhergestellt werden. Begünstigte Einheimische; Alpbewirtschafterinnen und -be- wirtschafter; Wanderinnen und Wanderer; Ge- schichts- und Kulturinteressierte Kosten Fr. 433 934 Finanzierung Bund Fr. 105 573 Standortkanton/-region Fr. 200 291 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 128 070 sollen durch den Lotteriefonds des Kantons Zürich über- nommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9% PBK Fr. 128 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Das Projekt ermöglicht den lang- fristigen Erhalt eines bedeutenden bautechni- schen Denkmals nationaler Bedeutung. Da die Sanierung des Polenweges auch die At- traktivität der Region für Touristinnen und Tou- risten steigert, ist eine Senkung des Beitrags um Fr. 28 000 gerechtfertigt. Beitrag des Kantons einschliesslich 9% PBK Fr. 100 000
3.3 Projekt der Stiftung Bergwaldprojekt (Projekt Nr. 14) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 400 000 Berücksichtigte Projekte 1 400 000
14) Bergwaldeinsätze von Freiwilligen und Schülern in den Kantonen Graubünden und Uri Regionen/Kantone Zahlreiche Einsatzorte in den Kantonen Grau- bünden und Uri Verantwortlich Stiftung Bergwaldprojekt für das Projekt Projektziel Durchführung von Projektwochen für Freiwil- lige und Schülerinnen und Schüler aus dem Kan- ton Zürich, in denen die Teilnehmenden ver- schiedene Waldarbeiten erledigen Projektbeschrieb Seit einigen Jahren bietet die Stiftung Berg- waldprojekt Projektwochen für Schülerinnen und Schüler und Freiwillige an. Während einer Woche dürfen die Teilnehmenden unter fach- licher Anleitung verschiedene Waldarbeiten wie Jungwaldpflege und Altholzverwertung aus- führen. Dadurch erhalten sie nicht nur einen umfassenden Einblick in das Ökosystem Wald im Berggebiet, sondern leisten gleichzeitig auch einen wertvollen praktischen Beitrag zur Er- haltung, Pflege und zum Schutz des Waldes und der alpinen Kulturlandschaft. Die Stiftung plant, ihr Projekt 2017–2020 fort- zuführen. Pro Jahr möchte sie zwölf Projekt- wochen in den Kantonen Graubünden und Uri anbieten. Für das Jahr 2017 plant die Stiftung sechs Wochen für Schülerinnen und Schüler der Kantonsschulen Limmattal und Küsnacht und der Oberstufenschule Dietikon. Diese sollen allesamt im Kanton Graubünden stattfinden. Des Weiteren sieht die Stiftung für das Jahr 2017 sechs Freiwilligen-Projektwochen vor; eine im Kanton Uri und fünf im Kanton Graubünden. Begünstigte Lokale Bevölkerung; Teilnehmende der Projekt- wochen; Touristinnen und Touristen
Hinweis Für eine Arbeitswoche werden je nach Grup- pengrösse und -art Kosten zwischen Fr. 20 600 und Fr. 39 000 budgetiert. Davon können jeweils zwischen Fr. 10 000 und Fr. 25 000 durch Bei- träge von Sponsoren und von den Kantonen und Gemeinden, in denen die Arbeitswochen statt- finden, gedeckt werden. Mit dem ersuchten Bei- trag will die Stiftung zwölf Projektwochen pro Jahr für den Zeitraum von 2017 bis 2020 finan- zieren. Geplant sind jeweils sechs Wochen mit Freiwilligen und sechs Wochen mit Schülerin- nen und Schülern, die vorwiegend aus dem Kan- ton Zürich stammen. Kosten für 48 Projektwochen Fr. 1 321 046 Finanzierung Eigenmittel Fr. 296 400 Kanton GR Fr. 327 600 Kanton UR Fr. 31 440 Dritte Fr. 262 200 Restfinanzierung Die offenen Kosten von Fr. 403 406 sollen durch Dritte und den Lotteriefonds des Kantons Zü- rich übernommen werden. Gewünschter Beitrag einschliesslich 9,8% PBK Fr. 400 000 Beurteilung Das Vorhaben entspricht den Richtlinien des Lotteriefonds. Die Stiftung leistet einen wert- vollen Beitrag zu Erhalt, Pflege und Schutz des Waldes im Berggebiet und bietet den Teilneh- menden gleichzeitig lehrreiche Einblicke in das Ökosystem Wald im Berggebiet. Somit dient das Vorhaben auch dazu, Teile der Öffentlichkeit für die Belange des Waldes zu sensibilisieren. Eine Unterstützung des Projektes ist daher sinnvoll. Beitrag des Kantons einschliesslich 9,8% PBK Fr. 400 000
4. Überblick Im Rahmen der Inlandhilfe 2017 werden in den Kantonen GR, TI und UR die unten aufgelisteten Vorhaben unterstützt. Kanton Organisation Nr. Projekt in Franken in Franken GR SPB 1 Löschkosten und Sofortmass- 152 000 nahmen, Gemeinde Mesocco SPB 2 Lawinenverbauungen 500 000 Giumella, Rossa SPB 3 Ausbau der Günerstrasse 318 000 Gesamtmelioration Gün- Neukirch, Safien SPB 4 Folgeprojekt SON GION 2016/17, 159 000 Baptisterium, Domleschg SL 9 Förderung landschaftlich und 100 000 ökologisch wertvoller Alleen und Strukturen, Scoul SL 10 Instandstellung Maiensässe 242 000 Chant Sura / Chant Dadaint, Valsot SL 13 Instandstellung des Polenweges 100 000 am Tomülpass, Safiental SBW 14 Bergwaldeinsätze von Frei- 400 000 willigen und Schülern Total Graubünden 1 971 000 TI SPB 5 Sanierung Alp- und Fussweg 212 000 Garzotto–Motterascio, Blenio SL 8 Instandstellung des Weilers 308 000 Germanionico, Serravalle SL 11 Wiederinstandsetzung der Kultur- 166 000 landschaft Cavergno, Cevio Total Tessin 686 000 UR SPB 6 Sanierung Güterweg «Holzrieri– 212 000 Diessenbrunnen», Gurtnellen SPB 7 Erstellung Güterweg Holden– 318 000 Breitebnet–Riedlig, Bürglen SL 12 Biotopaufwertung und Land- 211 000 schaftsentwicklung Meiental, Wassen Total Uri 741 000 Total alle Kantone 3 398 000
5. Auflagen Für alle zugesprochenen Beiträge gelten – zusätzlich zu den im Einzel- fall auferlegten – folgende Auflagen: – Die Beitragsempfänger verpflichten sich, geeignete Massnahmen zur Verhinderung einer Zweckentfremdung der Mittel, insbesondere durch Korruption, Annahme von unrechtmässigen Leistungen zwecks Er- zielens von Vorteilen oder den Rückfluss von Teilen einer vertragli- chen Zahlung («Kick-back») zu treffen. – Der Lotteriefonds darf sich nicht an der Überfinanzierung eines Vor- habens beteiligen. Sind die Kosten eines Projekts geringer als die Bei- träge, die eine Organisation für die Durchführung eines Vorhabens erhalten hat bzw. ergibt sich aus den finanziellen Zuwendungen zu- gunsten eines Projekts ein Gewinn oder eine Überfinanzierung, wird der Lotteriefonds eine anteilmässige Rückvergütung verlangen.
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): in Franken – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 1 871 000 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 1 127 000 – der Stiftung Bergwaldprojekt 400 000 Total 3 398 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi