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Entscheid

RRB Nr. 1139/2014

Kantonsspital Winterthur, Spitalrat, Amtsdauer 2015-2019, Wahl

29. Oktober 2014Deutsch9 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 29. Oktober 2014

1139. Kantonsspital Winterthur, Spitalrat, Erneuerungswahl

Erwägungen

1. Ausgangslage Mit dem Gesetz über das Kantonsspital Winterthur (KSWG, LS 813. 16) ist das Kantonsspital Winterthur (KSW) als Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit geschaffen wor- den. Die oberste Führungsverantwortung des Spitals obliegt dem Spital- rat (§§ 9 ff. KSWG). Dieser wird vom Regierungsrat gewählt (§ 8 Ziff. 6 KSWG); die Wahl ist vom Kantonsrat zu genehmigen (§ 7 Ziff. 4 KSWG).

2. Aufgabe des Spitalrates und Anforderungsprofil Der Spitalrat legt im Rahmen seiner strategischen Führung die Un- ternehmensstrategie und die Geschäftsfelder des KSW fest und verfügt über die wichtigsten Organisations-, Finanz- und Personalkompeten- zen. Er ist verantwortlich für die Erfüllung der staatlichen Leistungsauf- träge. Er schliesst Leistungsvereinbarungen mit den zuständigen Direk- tionen des Regierungsrates ab, stellt Antrag zum Budget, verabschiedet den Entwicklungs- und Finanzplan zur Kenntnisnahme an den Regie- rungsrat und erstellt die Rechenschaftsberichte. Aus der Aufgabenstellung ergibt sich das Anforderungsprofil für das Gremium als Ganzes, seine Mitglieder sowie für die Präsidentin oder den Präsidenten des Spitalrates. Dieses umfasst Kenntnisse in gesundheits- politischen Fragestellungen, ein profundes Verständnis von betriebswirt- schaftlichen Zusammenhängen sowie für die strategische und finanzielle Unternehmensführung. Von der Präsidentin oder dem Präsidenten sind die Fähigkeit zur strategischen Gesamtschau, ein integratives Führungs- verhalten, Entschlusskraft und Durchsetzungsvermögen sowie die Fähig- keit zu fordern, das KSW und den Spitalrat vor Mitarbeitenden und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Gesamthaft soll der Spitalrat eine ausgeprägte Fähigkeit zur Strategie- entwicklung und -beurteilung aufweisen. Aus diesem Grund ist eine aus- gewogene Zusammensetzung aus Persönlichkeiten anzustreben, die eine breite Erfahrung aus den Bereichen Unternehmensführung, Unterneh- mensfinanzen, Unternehmensentwicklung, Kommunikation, Medizin und Pflege einbringen können.

Mit Blick auf die am 30. Juni 2015 ablaufende Amtsperiode 2011– 2015 wurde das bisherige Anforderungsprofil evaluiert; es erscheint bei leicht veränderter Gewichtung im Wesentlichen weiterhin zweckmässig.

3. Rückblick auf die bisherigen Amtsperioden Für die ersten zwei Amtsperioden des Spitalrates erarbeitete die Ge- sundheitsdirektion unter Beachtung des erwähnten Anforderungspro- fils Wahlvorschläge zuhanden des Regierungsrates. Der Regierungsrat folgte 2006 und 2011 den Vorschlägen der Gesundheitsdirektion (RRB Nrn. 1216/2006 und 608/2011). Die Wahl wurde vom Kantonsrat jeweils genehmigt (Vorlagen Nrn. 4347 bzw. 4802). Nach einem Blick zurück auf die bisherige Tätigkeit kann festgehal- ten werden, dass der Spitalrat das KSW seit der Verselbstständigung kom- petent geführt und die Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben jederzeit gewährleistet hat. Das Gremium bildet in seiner derzeitigen Zusammen- setzung eine ausgewogene Mischung aus ökonomischem, betrieblichem und medizinischem Fachwissen. Der Spitalrat ist ein Garant für eine qualifizierte strategische Führung des KSW.

4. Ausblick Im Hinblick auf die am 1. Juli 2015 beginnende dritte Amtsperiode des Spitalrates des KSW sind drei Rücktritte zu verzeichnen: Der derzei- tige Präsident des Gremiums, Ulrich Baur, der bisherige Vizepräsident, Hans-Ulrich Vollenweider, und Dr. Christoph Bovet haben auf das Ende der laufenden Amtsperiode ihren Rücktritt erklärt. Für das Präsidium des Spitalrates konnte mit Dr. Franz Studer eine ausgewiesene Fachkraft im Bereich der Strategie- und Unternehmens- entwicklung sowie Unternehmensführung gewonnen werden. Nach einer juristischen Ausbildung an der Universität Zürich war Franz Studer zu- nächst als Rechtsanwalt und anschliessend in verschiedenen leitenden Funktionen bei der Bühler AG, Uzwil, beschäftigt, zuletzt als Leiter einer Division mit globalen Geschäftstätigkeiten. 2007 erwarb Franz Studer einen Executive MBA HSG an der Universität St. Gallen und 2014 ein Certificate in Corporate Governance der INSEAD Business School in Paris. Heute ist Franz Studer als Investment Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei der EGS Beteiligungen AG, einem Unternehmen der Ernst Göhner Stiftung, in Zürich tätig. Als Verwaltungsrat mehrerer schweizerischer KMU hat Franz Studer den Grundstein zur nachhalti- gen Unternehmensentwicklung gelegt und in dieser Funktion Erfahrun- gen bei der Umsetzung von Grossprojekten gesammelt.

Als neues Mitglied des Spitalrates stellt sich sodann Dieter Keusch zur Verfügung, der noch bis Ende November 2014 als Chief Executive Offi- cer des Kantonsspitals Baden tätig ist. Nach einem juristischen Studium an der Universität Fribourg und verschiedenen Praktika und Tätigkei- ten in Verwaltung und Industrie ist Dieter Keusch seit rund 25 Jahren in verschiedenen Funktionen im Kantonsspital Baden aktiv, zunächst als Leiter Personal und Recht, anschliessend als Verwaltungsdirektor. Nach der Umwandlung des Spitals in eine Aktiengesellschaft wurde Dieter Keusch zum ersten CEO berufen. Er hat ein von Grösse und Leistungs- umfang her mit dem KSW vergleichbares Spital über Jahre erfolgreich geführt und dort insbesondere auch den Übergang vom kantonalen Be- trieb in eine modere Aktiengesellschaft mitgestaltet. Dieter Keusch kann damit als ausgewiesener Kenner des Spitalbusiness bezeichnet werden. Zur Ergänzung des Spitalrates konnte ausserdem Prof. Dr. med. Markus Furrer gewonnen werden. Nach Staatsexamen 1983 und Dissertation 1984 war Markus Furrer in verschiedenen Spitälern als Assistenzarzt und Ober- arzt tätig. Seit 1996 arbeitet er am Kantonsspital Graubünden, zuerst als Leitender Arzt und seit 2003 als Chefarzt und Departementsleiter Chir- urgie. Markus Furrer nimmt zudem die Funktion des ärztlichen Direk- tors und des stellvertretenden CEO am Kantonsspital Graubünden wahr. Aufgrund einer Arbeit über chirurgische Onkologie ist Markus Furrer seit 1998 Privatdozent im Fach Chirurgie an der Universität Bern. Mar- kus Furrer ist Mitglied verschiedener medizinischer Gesellschaften und präsidierte unter anderem die Schweizerische Gesellschaft für Thorax- chirurgie und auch die Schweizerische Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefässchirurgie. Er ist Gründungsmitglied und erster Präsident der Academia Raetica, einer Dachorganisation der universitär forschenden Institutionen in der Region Südostschweiz. Mit seinen Erfahrungen als Chefarzt und Departementsleiter in einem grossen Spital bringt Markus Furrer ideale Voraussetzungen für den Spitalrat mit und stellt sicher, dass die medizinische Fachkompetenz im Spitalrat vertreten ist. Mit Blick auf die mittelfristige Entwicklung des KSW ist die Wahl von Dr. Franz Studer, Dieter Keusch und Prof. Dr. Markus Furrer ideal. Un- vereinbarkeiten oder Interessenkonflikte mit weiteren Funktionen der neu gewählten Mitglieder des Spitalrates liegen nicht vor. Die anderen, bis- herigen Mitglieder des Spitalrates stellen sich für die neue Amtsperiode zur Verfügung. Die ausgewogene Kombination von fachlichem und unter- nehmerischem Wissen und Erfahrung bleibt erhalten und wird mit zu- sätzlichem Wissen und Entrepreneurship ergänzt.

5. Wahl des Präsidenten und der weiteren Mitglieder des Spitalrates Als Präsident bzw. als weitere Mitglieder des Spitalrates des Kantons- spitals Winterthur werden vorgeschlagen: Präsident: – Dr. Franz Studer, geboren 1965, studierte Jurisprudenz an der Univer- sität Zürich, wo er auch promovierte. Nach der Zulassung als Rechts- anwalt war er zunächst als freischaffender Rechtsanwalt tätig. Ab 1999 war er in verschiedenen leitenden Funktionen in der Industrie tätig. 2007 erwarb Franz Studer den Executive MBA an der Universität St. Gallen, 2014 das Certificate in Corporate Governance der INSEAD Business School Paris. Derzeit arbeitet Franz Studer als Investment Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei der EGS Beteiligun- gen AG, einem Unternehmen der Ernst Göhner Stiftung, in Zürich. Weitere Mitglieder: – Barbara Brühwiler, geboren 1957, absolvierte eine Ausbildung als Pfle- gefachfrau und absolvierte ein Nachdiplomstudium in Management im Gesundheitswesen an der Universität Bern. 2007 erwarb Barbara Brühwiler einen Master of Health Administration (MHA). Sie war lang- jährig im Universitätsspital Zürich (USZ) tätig, zuletzt als Direktorin Pflege und HRM und Mitglied der Spitaldirektion. Seit 2011 ist sie in der Führungs- und Organisationsberatung selbstständig. Barbara Brüh- wiler ist Verwaltungsrätin in der Solothurn Spitäler AG und Stiftungs- rätin im Diakoniewerk Neumünster – Schweizerische Pflegerinnen- schule und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Akademie der Me- dizinischen Wissenschaften (SAMW). – Prof. Dr. med. Markus Furrer, geboren 1958, studierte Medizin an der Universität Basel. Er arbeitet seit 1996 am Kantonsspital Graubün- den in Chur und ist dort seit 2003 Chefarzt und Departementsleiter Chirurgie. Markus Furrer nimmt zudem die Funktion des ärztlichen Direktors und des stellvertretenden CEO am Kantonsspital Graubün- den wahr. – Dieter Keusch, geboren 1953, studierte Jurisprudenz an der Univer- sität Fribourg. Er arbeitet seit 1988 in verschiedenen Funktionen am Kantonsspital Baden, dessen CEO er bis 30. November 2014 noch ist. – Dr. phil. Barbara Meili, geboren 1957, promovierte an der Universität Zürich in deutscher Literaturgeschichte. Nach einer Tätigkeit als Lek- torin in einem Buchverlag war sie PR-Redaktorin und Leiterin Unter- nehmenspublizistik bei der Zürcher Kantonalbank und anschliessend

Leiterin der Konzernkommunikation bei Rieter, Winterthur. Seit 2001 ist Barbara Meili als selbstständige Unternehmensberaterin für Kom- munikation tätig. Zudem ist sie Präsidentin der SRG Zürich Schaff- hausen und Mitglied im Verwaltungsrat eines mittelständischen Unter- nehmens. – Nicolas Galladé, geboren 1975, ist seit 2010 Stadtrat von Winterthur und Vorsteher des Departements Soziales. Nach einer Banklehre und der Matur auf dem zweiten Bildungsweg arbeitete er bei einer Bank und anschliessend als Lokaljournalist. Bis zu seiner Wahl in den Stadt- rat war er bei der SP Schweiz als Mediensprecher, Wahlkampf- und Kampagnenleiter tätig. Erfahrung im Gesundheitswesen bringt er auf- grund der Funktion als Vorsteher des Departements Soziales mit, dem die städtischen Pflegezentren und die Spitexdienste sowie die Sucht- prävention und Suchthilfe angehören. – Kurt Roth, geboren 1950, studierte Mathematik an der ETH Zürich. Er hatte verschiedene Führungsfunktionen in der Versicherungswirt- schaft inne, insbesondere in den Bereichen Personenversicherung und Krankenrückversicherung. Während mehreren Jahren war er auch Leiter der IV-Stelle des Kantons Thurgau. Kurt Roth ist seit 1998 Ge- meindepräsident von Wiesendangen im Nebenamt und seit 2014 Vor- standsmitglied im Alterszentrum im Geeren, Seuzach. Die Vertretung der Gesundheitsdirektion, die mit beratender Stimme im Spitalrat des KSW Einsitz nimmt, wird von der Gesundheitsdirektion bestimmt. Sie ist von der Erneuerungswahl nicht betroffen.

6. Entschädigung Die Entschädigung der Präsidentin bzw. des Präsidenten und der wei- teren Mitglieder des Spitalrates wird als Jahrespauschale ausgerichtet. Sie beträgt weiterhin Fr. 40 000 für die Präsidentin bzw. den Präsidenten und Fr. 20 000 für jedes weitere stimmberechtigte Mitglied des Spitalrates. Die Abgeltung der Spesen ist vom Spitalrat zu regeln.

7. Amtsdauer Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Die dritte Amtsperiode beginnt am 1. Juli 2015 und endet am 30. Juni 2019.

Dispositiv

Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Als Präsident des Spitalrates des Kantonsspitals Winterthur wird für die Amtsdauer ab 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2019 gewählt: Dr. iur. Franz Studer, geboren 1965, Ricketswilerstrasse 11, 8405 Winter- thur.

II. Als weitere Mitglieder des Spitalrates des Kantonsspitals Winter- thur werden für die Amtsdauer ab 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2019 ge- wählt: Barbara Brühwiler, geboren 1957, Wirzenweid 46, 8053 Zürich; Prof. Dr. Markus Furrer, geboren 1958, Wingertstrasse 3, 7012 Felsberg; Dieter Keusch, geboren 1953, Schulstrasse 7, 5234 Villigen; Dr. Barbara Meili, geboren 1957, Freiestrasse 131, 8032 Zürich; Nicolas Galladé, geboren 1975, Lagerhausstrasse 6, 8400 Winterthur; Kurt Roth, geboren 1950, Mühlestrasse 15, 8542 Wiesendangen.

III. Die Präsidentin bzw. der Präsident des Spitalrates wird mit einer Jahrespauschale von Fr. 40 000 pro Jahr entschädigt. Jedes weitere stimm- berechtigte Mitglied des Spitalrates wird mit einer Jahrespauschale von Fr. 20 000 pro Jahr entschädigt.

IV. Die Wahl des Präsidenten und der weiteren stimmberechtigten Mit- glieder des Spitalrates des Kantonsspitals Winterthur bedarf der Geneh- migung durch den Kantonsrat.

V. Mitteilung an die Gewählten sowie an die Gesundheitsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi