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Entscheid

RRB Nr. 1188/2016

Lotteriefonds, Entwicklungszusammenarbeit 2016

7. Dezember 2016Deutsch42 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 7. Dezember 2016

1188. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Entwicklungszusammenarbeit 2016

Erwägungen

1. Einleitung

1.1 Allgemeines Mit Beschluss vom 6. Juli 2015 bewilligte der Kantonsrat für die Jahre 2015 bis 2017 einen Rahmenkredit von 24 Mio. Franken für die Inland- hilfe (IH) und die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) (Vorlage 5167). Die somit jährlich verfügbare Gesamtsumme von 8 Mio. Franken kann flexibel auf die beiden Bereiche IH und EZA aufgeteilt werden.

1.2 Zielsetzung und Partner Mit seinen EZA-Beiträgen will der Kanton: – die betroffene Bevölkerung vor allem in den Bereichen Armutsbekämp- fung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei der Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen unterstützen (Hilfe zur Selbsthilfe) und dabei vor allem Projekte aus den Bereichen Innovation und Ge- sundheit fördern, – helfen, langfristig ein besseres Gleichgewicht innerhalb der internatio- nalen Gemeinschaft zu erreichen, und so einen Beitrag zur Verbesse- rung der internationalen Stabilität leisten, – verdeutlichen, dass die Unterstützung der EZA nicht nur Bundessache, sondern eine Verpflichtung der Gemeinwesen aller Stufen darstellt, und – dem zürcherischen Engagement im EZA-Bereich im Rahmen der Bei- tragsgewährung einen zunehmend höheren Stellenwert einräumen.

1.3 Gesuchseingaben 2016 reichten folgende 32 Organisationen und Institutionen (2015: 23) insgesamt 37 (37) Gesuche mit einer Gesamtsumme von Fr. 8 951 270 (Fr. 9 730 129) ein: Aqua Alimenta, Biovision, Brücke – Le Pont, Christoffel Blindenmis- sion Schweiz (CBM), Fastenopfer, Green Cross Schweiz, HEKS, Helve- tas, Horyzon, Iamaneh Schweiz, IKRK, Interteam, Kinderspital Zürich, Kirchgemeinde Maur, Medair, MediCuba-Suisse, Mission am Nil Inter- national, Nouvelle Planète, Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH), ROKPA Schweiz, Save the Children, Solidar Suisse, Solidarität Dritte Welt (SDW), SolidarMed, SSOR, Swisscontact, TearFund, Terre des hommes (tdh), Terre des hommes Schweiz, VEBO, Völkerkundemuseum und WWF Schweiz.

Die Gesuche von Green Cross Schweiz (2 Gesuche) und von ROKPA Schweiz mussten abgelehnt werden (vgl. Ziff. 1.5). Die übrigen eingereichten Gesuche verteilen sich wie folgt: – 12 Gesuche für Vorhaben in Afrika (2014: 12), – 8 Gesuche für Vorhaben in Asien (13), – 5 Gesuche für Vorhaben in Lateinamerika (6) und – 6 Gesuche für Vorhaben in (Süd-)Osteuropa (6).

1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge Im vorliegenden Antrag ist (mit Ausnahme der PHZH) jede gesuchstel- lende Organisation mit je einem Projekt berücksichtigt (von der PHZH wurden zwei Projekte übernommen). Alle Organisationen mussten, so- fern sie zwei oder mehr Projekte einreichten, diese priorisieren. Die Pro- jekte erster Priorität wurden ausnahmslos berücksichtigt. Der Kanton kann das Vorhaben einer Organisation des öffentlichen Rechts bzw. ein besonders innovatives Vorhaben als Schwerpunktvor- haben definieren und dadurch einen Beitrag bis Fr. 500 000 gewähren. Ge- stützt auf die Mitberichte der Direktion der Justiz und des Innern, der Ge- sundheitsdirektion und der Bildungsdirektion, wurden sechs Eingaben als Schwerpunktvorhaben bestimmt. Es sind dies: – Projekt Nr. 9 des Völkerkundemuseums der Universität Zürich in Uganda mit Fr. 196 000, – Projekt Nr. 15 des Kinderspitals Zürich in Armenien mit Fr. 500 000, – Projekt Nr. 23 der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Maur in Kolumbien mit Fr. 400 000, – Projekt Nr. 28 des Vereins zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa VEBO in Rumänien mit Fr. 216 000, – Projekt Nr. 30 der Pädagogischen Hochschule Zürich in Süd- und Ost- europa mit Fr. 500 000 und – Projekt Nr. 31 der Pädagogischen Hochschule Zürich in Südosteuropa mit Fr. 136 000. Die Finanzdirektion hat beim Regierungsrat Inlandhilfe-Beiträge von Fr. 3 038 000 beantragt. Somit stehen höchstens Fr. 4 962 000 für Beiträge an die Entwicklungshilfe zur Verfügung. Die Summe der Schwerpunkt- vorhaben und der mit erster Priorität gewünschten Projektbeiträge über- steigt den genannten Betrag. Es wurden daher Kürzungen an den nach- gesuchten Beiträgen (nicht an den Schwerpunktvorhaben) notwendig. Folgende Höchstbeiträge wurden pro Organisation festgelegt: – Hilfswerke aus dem Kanton Zürich erhalten einen Beitrag von höchs- tens Fr. 127 000 – Ausserkantonale Hilfswerke erhalten einen Beitrag von höchstens Fr. 100 000

Die EZA-Leistungen 2016 des Kantons verteilen sich wie folgt auf die Kontinente: Franken % – für Afrika (Projekte Nrn. 1–12) 1 532 000 31 – für Asien (Projekte Nrn. 13–20) 1 369 000 28 – für Lateinamerika (Projekte Nrn. 21–25) 854 000 17 – für (Süd-)Osteuropa (Projekte Nrn. 26–31) 1 206 000 24 Total 4 961 000 100,0

1.5 Nicht berücksichtigte Gesuche Die Gesuche von Green Cross Schweiz und ROKPA Schweiz muss- ten abgelehnt werden, da sie nicht den Beitragskriterien entsprachen. Beide Organisationen konnten den Nachweis, dass sie im laufenden oder im vergangenen Jahr DEZA-Gelder erhalten, nicht bzw. nicht rechtzeitig liefern. Drei Gesuche – allesamt Eingaben zweiter Priorität – konnten auf- grund der vorgegebenen Beitragssumme des Lotteriefonds nicht berück- sichtigt werden: Hilfswerk/Organisation Projektbezeichnung, Land Betrag in Franken – Horyzon Bildung für junge Frauen und Mädchen in Slums, Haiti 120 000 – Helvetas Projekt on Farm Water Management: Bessere Lebens 250 000 bedingungen dank Wasser sparenden Bewässerungs- technologien, Kirgistan – Solidar Suisse Jugend und Arbeit, Bolivien 150 000

2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte (2.1 bis 2.4) enthält in knapper, zum Teil stichwortartiger Form die grundlegenden An- gaben zum jeweiligen Projekt: – Im Berichtspunkt «Grundinformationen» finden sich die Ausgangslage bzw. die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben. – Unter «Hauptziel(e)» werden die übergeordneten Ziele des Vorha- bens erwähnt. Eine detaillierte Auflistung aller Einzelziele wäre zu um- fangreich. – Unter «Projektinhalte» werden die wichtigsten Einzelmassnahmen auf- gelistet, mit denen die angestrebten Hauptziele erreicht werden sollen. Auch hier wird auf eine detaillierte Auflistung verzichtet. – Nach Möglichkeit wird beim Punkt «Begünstigte» jeweils unter direkt Begünstigten und indirekt Begünstigten unterschieden. – In der Rubrik «Gesamtkosten» finden sich die jeweiligen Projektbe- gleitkosten (PBK), welche die Organisation ausweist. Es werden nur Projekte berücksichtigt, die einen Projektbegleitkostenanteil von höchs- tens 10% ausweisen.

Auf eine Erwähnung der jeweiligen Partnerorganisationen wird aus Platzgründen verzichtet. Erstmals berücksichtigt im Rahmen eines Sammelantrages wird das im Kanton Zürich angesiedelte Hilfswerk Nouvelle Planète.

2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–12) 1) Projekt Capacity Building of Community Councils: Entwicklung durch ausgebildete Gemeinderäte Organisation HELVETAS Swiss Intercooperation Staat/Region Äthiopien, Region Amhara Grundinformationen Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 85% der Einwohnerinnen und Einwohner leben auf dem Land und betreiben vorwiegend Land- und Viehwirtschaft. In vielen Gemein- den Äthiopiens sind Entwicklungsvorhaben schwierig, weil die Strukturen auf Gemeinde- und Bezirksebenen schlecht funktionieren. Die Mitglieder der Gemeindeparlamente kennen ihre Rechte und Pflichten zu wenig und kön- nen kaum lesen und schreiben. Deshalb können sie die Arbeit der Exekutive nur ungenügend überwachen und die Anliegen der Bevölkerung nicht einbringen. Hauptziele Ausbildung von Gemeinde- und Bezirksräten und weiteren Behörden, um die Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern Projektinhalte – Sensibilisierung und Stärkung der Bevölke- rung und der Gemeinderäte – Aus- und Weiterbildung von Gemeinderäten und Behörden – Institutionalisierung von angemessenen Sys- temen und Prozessen Begünstigte – Direkt vom Projekt profitieren 3800 Perso- nen (ausgebildete Ratsmitglieder, Kommis- sionsmitglieder und Behörden) – Zusammen mit den bisherigen Gemeinden, die nun weniger intensiv begleitet werden, sind es rund 6600 Mitglieder von Gemeinde- räten und 1500 Personen auf Bezirksebene

– Allgemein profitiert die gesamte Bevölke- rung von den besseren öffentlichen Diensten (Partnergemeinden: 12 000 Familien / Partner- distrikte: 280 000 Familien) Gesamtkosten Fr. 290 507 Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000 2) Gemeindebasierte frühkindliche Förderung in Burkina Faso Organisation Save the children Schweiz Staat/Region Burkina Faso, fünf ländliche Gemeinden der Regionen Hauts-Bassins und Cascades Grundinformationen Das Projekt widmet sich der frühkindlichen För- derung und Betreuung in ländlichen Gebieten in Burkina Faso, wo nur 2–3% der Kinder eine Vorschule besuchen. Gleichzeitig testet das Pro- jekt ein Selbstfinanzierungsmodell, um Früh- förderungsstrukturen zu etablieren und dauer- haft zu erhalten. Hauptziel Dauerhafter Zugang zu frühkindlichen Förde- rungsprogrammen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren Projektinhalte – Fünf Vorschulen (sogenannte Bisongos) wer- den geprüft, weiterentwickelt und verbessert – Einkommensförderung von Müttern mit Kleinkindern (Aktivitäten in Landwirtschaft und Viehzucht); diese können so die Bison- gos bezahlen und sie indirekt mitfinanzieren – Partizipation der Dorfgemeinschaften und Eigenverantwortung für Bisongos fördern – Koordination mit staatlichen Stellen und Wei- tergabe von Erkenntnissen Begünstigte – 250 Kinder (Förderung in Bisongos) und de- ren Mütter (Einkommensförderung) – 15 Kleinkindbetreuerinnen und -betreuer und 15 Köchinnen und Köche – Fünf Schulleitungsausschüsse und Mütterver- einigungen – Indirekt die Familien und die ganze Dorfge- meinschaft Gesamtkosten Fr. 334 825 Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 127 000

3) Faire Arbeit für Kleinbauern sichert Existenzen Organisation Solidar Suisse Staat/Region Burkina Faso, Plateau Central Grundinformationen In Zusammenarbeit mit regional aktiven Bau- ernorganisationen fördert Solidar Suisse den nachhaltigen und ressourcenschonenden Acker- bau und die Viehzucht. Im Vordergrund stehen die Vermittlung von Fachwissen, die Bereitstel- lung von Produktionsmitteln sowie die Alpha- betisierung und Entlastung der Frauen in der Kinderbetreuung. Hauptziel Einkommensförderung und grössere Ernäh- rungssicherheit Projektinhalte – Ausbildung in nachhaltigen Anbaumethoden (Erhaltung Bodenfruchtbarkeit, Wasserkon- servierung) – Alphabetisierung von 240 Erwachsenen – Förderung von 60 alphabetisierten Erwach- senen in Französisch – Entlastung in der Kinderbetreuung – ermög- licht Teilnahme für Frauen an Weiterbildun- gen Begünstigte – Rund 3000 Mitglieder der regionalen Bau- ernorganisation; mit ihren Familien zusam- men rund 15 000 Personen Gesamtkosten Fr. 803 511 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000 4) Panzi Zentrum Organisation Mission am Nil International Staat/Region Demokratische Republik Kongo, Süd-Kivu, Bu- kavu Grundinformationen Im Osten der D. R. Kongo gehören systema- tische Plünderungen, Vergewaltigungen und Morde zum Alltag. Dies lähmt die Initiative der Bevölkerung. Das «Panzi-Zentrum» stellt 70 Ausbildungsplätze für Frauen und Männer zur Verfügung, die in drei Jahren eine Ausbil- dung zur Schneiderin bzw. zum Schneider oder zur Schreinerin bzw. zum Schreiner ab- solvieren können. Zusätzlich wird auch Gar- tenbau gelehrt und die Menschen tragen so zur

Selbstversorgung des Zentrums bei. Der zweite Schwerpunkt ist die Betreuung und Wieder- eingliederung von Frauen, die vergewaltigt und deshalb von ihrer Familie verstossen wurden. Hauptziel Berufsbildung zu Schneiderin und Schneider oder Schreinerin und Schreiner sowie Rehabili- tation von traumatisierten Frauen Projektinhalte – Berufsbildung: dreijährige Ausbildung zu Schneiderin und Schneider oder Schreine- rin und Schreiner – Absolventinnen und Absolventen erhalten eine Tretnähmaschine oder eine Werkzeug- kiste als Startkapital – Rehabilitation im Panzi-Zentrum (Seminare und Therapien, auch in Form des Erlernens eines einfachen Handwerks) – Kinderbetreuung und wenn möglich Einschu- lung der Kinder Begünstigte – 70 Lernende in Ausbildung – 20–25 Frauen und 40–50 Kinder zur Rehabili- tation pro Jahr – Teilnahme an Seminaren: rund 5000 Personen – Indirekt begünstigt sind allgemein die Fa- milien und die Dorfgemeinschaften Gesamtkosten Fr. 618 600 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6,8% PBK) Fr. 127 000 5) Nachhaltige Energiegewinnung aus Holz Organisation WWF Schweiz Staat/Region Madagaskar, Mahafaly-Landschaft Grundinformationen In Madagaskar verwenden fast 96% der ländli- chen Bevölkerung gesammeltes Holz als Haupt- quelle der Kochenergie. In städtischen Zentren wird häufig Holzkohle verwendet. Die Wälder in der Region Mahafaly werden deshalb unkon- trolliert zur Gewinnung von Brennholz und Holzkohle genutzt. Der WWF hat sich zum Ziel gesetzt, sparsame Kochherde einzuführen und die Gewinnung von Holz in kontrollierte Bah- nen zu lenken.

Hauptziel Erhalt der Mahafaly-Landschaft Projektinhalte – Investitionen in die Wiederaufforstung er- leichtern durch nachhaltige Finanzierungs- mechanismen und Zusammenarbeit mit der lokalen Dorfgemeinschaft – Ausbildung von Handwerkerinnen und Hand- werkern zur Herstellung von hochwertiger, erschwinglicher Kochausstattung – Ausbildung der Forstverwaltung zur Sensi- bilisierung Begünstigte – Elf Köhlergemeinschaften und zwei Verei- nigungen von Baumpflanzern (rund 225 Per- sonen) – Allgemein der private Sektor, fünf Hand- werksunternehmen, Handwerkerinnen und Handwerker aus drei Gemeinden (Aus- und Weiterbildung) – 30 000 Haushalte (bessere Kochausstattung) Gesamtkosten Fr. 523 321 Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 8,5% PBK) Fr. 127 000 6) Programm zum Aufbau einer flächendeckenden Gesundheits- versorgung in der Gemeinde Ndindy Organisation Nouvelle Planète Staat/Region Senegal, Gemeinde Ndindy Grundinformationen Die Gemeinde Ndindy gehört zu den ärmsten Gemeinden des Landes und umfasst 43 Dörfer und rund 20 000 Personen. Das Hauptproblem der Gemeinde ist die mangelhafte medizinische Betreuung. Dies ist vor allem zurückzuführen auf die veraltete und ungenügende Infrastruk- tur, das ungenügende Fachwissen des medizi- nischen Personals und die mangelhafte Koor- dination zwischen den einzelnen Strukturen. Die Gemeinde möchte diese Probleme ange- hen, indem sie in jedem Bezirk eine Kranken- station errichtet. Hauptziel Zugang für alle Einwohnerinnen und Einwoh- ner zu einer qualitativ guten Gesundheitsein- richtung im Umkreis von 5 km vom Wohnort

Projektinhalte – Bau von drei Krankenstationen (Coucky Gouye, Merina Syll und Mbobène) – Krankenstationen werden mit Esel, Karren und Motorrad ausgestattet – Bau eines neuen Gesundheitszentrums in Ndindy (Krankenstation und Frauenklinik) – Alle Gemeindekrankenpfleger begleiten die Chefkrankenpflegerin oder den Chefkran- kenpfleger während zwölf Wochen (Aus- und Weiterbildung) – Anlegung eines ersten Grundstocks von Me- dikamenten – Kampagnen (Sensibilisierung, Impfungen) Begünstigte – Rund 20 000 Einwohnerinnen und Einwoh- ner der Gemeinde Ndindy – Indirekt: Gesundheitsdistrikt Diourbel Gesamtkosten Fr. 240 917 Gewünschter Beitrag Fr. 114 474 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7% PBK) Fr. 100 000 7) Ländliche Entwicklung durch integrierte Friedensförderung Organisation TearFund Schweiz Staat/Region Südsudan, Lakes State und Jonglei State Grundinformationen Der Südsudan steht seit der Unabhängigkeits- erklärung im Jahre 2011 immer noch vor gros- sen Herausforderungen. Wegen der Grenzzie- hung und Nationalitätsproblemen kommt es immer wieder zu Unruhen und Konflikten. Im Projektgebiet Boma County ist die Gewaltbe- reitschaft unter den Jugendlichen extrem gross. Weniger als 40% der Kinder und Jugendlichen schliessen die Primarschule ab. Im zweiten Pro- jektgebiet Rumbek East County besteht unter den Jugendlichen ebenfalls eine grosse Gewalt- bereitschaft. Dort schliessen sogar nur 10% der Schülerinnen und Schüler die Primarschule ab. Laut Gesundheitsstudien hat der Südsudan zudem eine der höchsten Mütter- und Kinder- sterblichkeitsraten der Welt. Den Einrichtun- gen mangelt es an Infrastruktur und Zugang zu sauberem Wasser.

Hauptziel Schaffung von friedensfördernden Strukturen durch Stärkung des Bildungs- und Gesundheits- sektors Projektinhalte – Zugang zur Bildung gewährleisten (Einschu- lungsrate vor allem bei Mädchen erhöhen, Bildungsdepartement stärken, Alphabetisie- rungsrate erhöhen) – Basisgesundheitsleistungen und Kompeten- zen der Gesundheitsbehörde verbessern – Friedensförderung: Freizeitangebote für Ju- gendliche und Verbreitung von Friedensbot- schaften mit digitalen Audio-Playern, Frie- densseminare und Diskussionsforen Begünstigte – Direkt und indirekt insgesamt 125 898 Per- sonen Gesamtkosten Fr. 1 226 000 Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 127 000 8) Bildung und Gesundheit mit einem gender-gerechten Ansatz zur ländlichen Entwicklung in Tansania 2016 Organisation Stiftung Solidarität Dritte Welt (SDW) in Zu- sammenarbeit mit Mission 21 Staat/Region Tansania, Region Mbeya, sechs Distrikte Grundinformationen Die abgelegene Projektregion Mbeya, im Süd- westen des Landes, weist eine sehr grosse Ar- mut auf. Die Bevölkerung in Mbeya hat eine sehr hohe HIV-Infektionsrate und kaum Zu- gang zu guter medizinischer Versorgung. Viele Waisenkinder haben keinen Zugang zur Schu- le und die Mehrheit der Bevölkerung schliesst höchstens die Primarschule ab. Ein grosses Problem ist auch die Gewalt gegen Frauen und deren schlechterer Zugang zu Bildung und Füh- rungspositionen. Hauptziel Bildung und Gesundheit in der Region Mbeya fördern Projektinhalte – Berufsbildungszentren für junge Erwachsene und vor allem für Waisenkinder – Frauenförderung durch Aus- und Weiterbil- dung (Schulungen, Beratung, Austausch zwi- schen den Frauen)

– Gewaltprävention und Konfliktbewältigung (Workshops, Sensibilisierung) – Medizinische Grundversorgung und Natur- heilkunde (auch Weiterbildungen und Auf- klärungsarbeit) – Begleitung und Pflege von HIV/Aids-Betrof- fenen sowie Aufklärung und Prävention Begünstigte – Allgemein: Bevölkerung der Region Mbeya (3 Mio.) – Direkt rund 2000 Jugendliche und ihre Fa- milien im Bereich Bildung – Direkt rund 2000 Personen im Bereich Ge- sundheit – Indirekt durch Kampagnen > 500 000 Perso- nen Gesamtkosten Fr. 671 550 Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000 9) «Sicht-Weisen – Points of View. Eine Museumskooperation zwischen der Schweiz und Uganda» Organisation Völkerkundemuseum der Universität Zürich Staat/Region Uganda, mehrere Regionen Grundinformationen Die Museen in Uganda sind mit schwierigen strukturellen Bedingungen konfrontiert. Gleich- zeitig bestehen aber grosse innovative Ambi- tionen, die Museen weiterzuentwickeln und sie vermehrt als soziale Kontaktzonen zu nutzen. Die gemeinsam entwickelte Ausstellung zum Thema «Milchkultur in Uganda und in der Schweiz» verbindet beide Länder thematisch. Ausserdem ist Milch für beide Länder von gros- ser wirtschaftlicher, nutritiver und gesellschaft- licher Bedeutung. In Uganda besteht ein gros- ses Interesse daran, relevantes Wissen zu loka- len, aber auch fremdländischen (schweizeri- schen) Milchkulturen und Milchpraktiken zu erkunden. Hauptziel Aufzeigen von individuellen Handlungsmög- lichkeiten im Hinblick auf die technologischen und sozio-kulturellen Entwicklungen im Be- reich der Milchwirtschaft

Projektinhalte – Drei Ausstellungen: temporär für sechs Mo- nate im Uganda Museum, permanent im Igon- go Cultural Centre und eine mobile Ausstel- lung (Besuch von rund 25 Dörfern jährlich) – Weitere Begleitveranstaltungen: Workshops, Führungen, weitere museumspädagogische Angebote Begünstigte – Bevölkerung in der weiteren Region um Kampala – Die besuchten Dörfer der mobilen Ausstel- lung (geschätzte Bevölkerung: 20 000 Perso- nen) – Igongo Cultural Centre (rund 25000 Besuche- rinnen und Besucher jährlich) – Rund 75 000 Besucherinnen und Besucher des Uganda Museums Gesamtkosten Fr. 606 978 Gewünschter Beitrag Fr. 196 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6,59% PBK) Fr. 196 000 10) HIV/Aids- und Tuberkulose-Behandlung für die ländliche Bevölkerung Organisation SolidarMed, Schweizer Organisation für Ge- sundheit in Afrika Staat/Region Zimbabwe, Provinz Masvingo, drei Distrikte Grundinformationen Zimbabwe ist eines der Länder, das weltweit am stärksten von der doppelten Epidemie durch HIV/Aids und Tuberkulose betroffen ist. Fast 70% der Menschen, die 2014 an Tuberkulose erkrankten, haben auch HIV/Aids. Diese dop- pelte Epidemie stellt hohe Anforderungen an das Gesundheitssystem, das in Zimbabwe nur ungenügend ausgebildet ist. Hinzu kommt die immer häufiger anzutreffende Antibiotikare- sistenz bei Tuberkulose-Erregern. In der Pro- jektregion benötigen etwa 80% der Menschen eine lebenslange medikamentöse Therapie. Die steigende Zahl von Infizierten verschlimmert die ohnehin schon schwierige Situation zusätz- lich. Da die beiden Krankheiten oft gleichzei- tig auftreten, sollen Diagnose und Behandlung für beide Krankheiten durch die gleiche Fach-

kraft erfolgen. Dies vermindert Wartezeiten und lange Wege bei der Überweisung in andere Kli- niken. Hauptziel Vorbeugung, Diagnose und Behandlung der doppelten Epidemie an allen Gesundheitsein- richtungen in der Projektregion ermöglichen Projektinhalte – Klinisch-medizinische Beratung des Gesund- heitspersonals (Behandlung von Kindern, Do- sierung Medikamente) – Unterstützung bei der Supervision der Ge- sundheitszentren – Schulungen von Fachkräften – Unterstützung des Transports von Laborpro- ben und Instandhaltung von Laborgeräten – Neubau einer HIV-Klinik – Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Aufsuchen von Patientinnen und Patienten, die nicht zur Nachkontrolle erscheinen Begünstigte – 105 000 HIV-infizierte Erwachsene und Kin- der – medizinische Fachkräfte (Weiterbildung) Gesamtkosten Fr. 555 800 Gewünschter Beitrag Fr. 190 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 11) FCP – Farmer Communication Programme. Wissensverbreitung zu ökologischen Landwirtschaftsmethoden in Afrika über verschiedene Kanäle Organisation Biovision – Stiftung für ökologische Entwick- lung Staat/Region Uganda, Kenia, Tansania, Äthiopien Grundinformationen Für 80% der Landbevölkerung in Afrika stellt die Landwirtschaft nach wie vor die Hauptein- kommensquelle dar. Die meisten Kleinbäue- rinnen und Kleinbauern in Ostafrika betreiben Subsistenzwirtschaft; die Erträge reichen knapp zum Überleben. Pflanzenschädlinge allein sind verantwortlich für bis zu 80% der Erntever- luste. Durch das Bevölkerungswachstum bis 2025 wird die Nachfrage nach Nahrungsmitteln nochmals stark ansteigen. Ausserdem ist der Zu- gang zu landwirtschaftlicher Aus- und Weiter- bildung und lokal relevanten Basisinformatio-

nen in Afrika oft nicht vorhanden. Es ist daher entscheidend, dass ärmere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern über die Mittel und Wege zur Ver- besserung ihrer wirtschaftlichen Lage informiert und beraten werden. Hauptziel Nachhaltige Verbesserung der Ernährungssi- cherheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbau- ern in Ostafrika Projektinhalte – Über verschiedene Medien Zugang zu Infor- mationen bezüglich ökologischer Landwirt- schaft schaffen (Bauernzeitungen, Radiosen- dungen, Internet-Informationsplattformen, Beratung im Feld) – Zwei-Weg-Kommunikation zwischen der Wissenschaft und Praxis im Feld (ermöglicht effizientes Feedback-System, Einbezug der Bauern in die Forschung) Begünstigte – 90 000 Bäuerinnen und Bauern profitieren von den lokalen Informationszentren – Über Radio werden bis zu 3,7 Mio. Klein- bäuerinnen und Kleinbauern erreicht – 272 000 Bäuerinnen und Bauern lesen das Magazin TOF (The Organic Farmer) – 30 000 Nutzerinnen und Nutzer aus 56 afri- kanischen Staaten und 231 Staaten weltweit besuchen monatlich die Website Infonet-Bio- vision Gesamtkosten Fr. 1 249 304 Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 8,8% PBK) Fr. 127 000 12) Blühende Perspektiven für Kleinbauernfamilien Organisation Aqua Alimenta Staat/Region Westafrika: Burkina Faso (Schwerpunktland), Mali (im Süden), Niger (im Südwesten), Togo (im Norden) Grundinformationen Burkina Faso und auch die anliegenden Staa- ten Mali, Niger und Togo gehören zu den ärms- ten Ländern der Welt. Die meisten Bewohne- rinnen und Bewohner arbeiten in der Land- wirtschaft, überwiegend als Selbstversorgerin- nen bzw. -versorger. Der Klimawandel erschwert den Anbau von Nahrungsmitteln zunehmend

und führt in weiten Landesteilen zu existenziel- len Hungerkrisen. Nicht nur das Klima, son- dern auch die unangepasste Bewässerungsland- wirtschaft ist ein grosses Problem. In den länd- lichen Regionen wird weniger als 10% des geschätzten Potenzials für die Bewässerung ge- eigneter Böden genutzt. Die Regierungen be- vorzugen Bewässerungsgrossprojekte mit teu- ren, für Kleinproduzentinnen und -produzen- ten unerschwinglichen Technologien. Neben sesshaften Kleinbauernfamilien leben in Bur- kina Faso auch nomadische und halb-nomadi- sche Viehzüchter. Hier nimmt die Haltung von Nutztieren einen hohen Stellenwert ein. Was- serknappheit stellt allerdings auch in der Vieh- haltung ein ständiges Risiko dar. Hauptziel Ernährung und Lebensgrundlage von ländlichen Kleinbauern- und Viehzüchterfamilien durch die Förderung der Selbsthilfekräfte sichern Projektinhalte – Produktion von 1400 Pedalpumpen – Einrichten von 1200 Bewässerungssystemen – Bau von 200 Rohrbrunnen und 10 Viehträn- ken als Pilotanlagen für Gemeinden – Aufbau von vier Aussenstellen zur Kunden- betreuung und Unterhalt der Bewässerungs- systeme – Ausbildung und Wissenssicherung – Aufbau eines Partnernetzes Begünstigte – Rund 5000 Kleinbauernhaushalte (30000 Per- sonen), davon 200 Frauengruppen à 20 Per- sonen – Tausende von Nutztieren der Viehzüchterfa- milien profitieren von den neuen Viehtränken Gesamtkosten Fr. 1 285 422 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9,1% PBK) Fr. 120 000

2.2 Projekte in Asien (Projekte Nrn. 13–20) 13) Afghanistan – Berufsbildung von und für Menschen mit Behinde- rung. Unterstützung der Schule für Orthopädietechnik 2016. Organisation Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Staat/Region Afghanistan, Kabul Grundinformationen In Afghanistan sind schätzungsweise 450 000 bis 650 000 Menschen auf orthopädische Hilfsmit- tel und physische Rehabilitation angewiesen. Das IKRK und andere nicht staatliche Organi- sationen betreiben 17 über das Land verteilte Rehabilitationszentren, die Hilfe für diese Men- schen anbieten. Das IKRK betreibt ausserdem zusammen mit der Universität Kabul und dem Gesundheitsministerium eine Berufsschule für Orthopädietechnik, die eine dreijährige Lehre in diesem Bereich anbietet. Die Studierenden setzen sich grösstenteils aus ehemaligen Patien- tinnen und Patienten zusammen. Hauptziel Durchführung eines weiteren dreijährigen Aus- bildungslehrgangs für Orthopädietechnikerin- nen und Orthopädietechniker Projektinhalte – Start eines weiteren dreijährigen Ausbildungs- lehrgangs für Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechniker für rund 20 Auszubil- dende – Weiterbildung von rund elf ausgewählten Technikerinnen und Technikern zu Werkstatt- leiterinnen und -leitern (Kombination Fern- studium und praktische Ausbildung) – Wartung der Schulungsräumlichkeiten Begünstigte – Direkt: 30 afghanische Orthopädietechnike- rinnen und Orthopädietechniker – Indirekt: rund 130 892 Patientinnen und Pa- tienten der Rehabilitationszentren sowie deren Familien Gesamtkosten Fr. 646 583 Gewünschter Beitrag Fr. 215 000 Hinweis Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Flücht- lingsproblematik und im Sinne einer Ausnahme erhält das IKRK dieses Jahr einen höheren Bei- trag, als für ausserkantonal domizilierte Orga- nisationen vorgesehen. Gewünschter Beitrag Fr. 215 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6,5% PBK) Fr. 215 000

14) Stärkung der Gesundheit von Müttern, Säuglingen und Kindern im zentralen Hochland Afghanistans und in Kandahar Organisation Medair Staat/Region Afghanistan, Region Kandahar und zentrales Hochland Grundinformationen In Kandahar und den umliegenden Regionen des zentralen Hochlands haben viele Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Es feh- len grundlegende sanitäre Einrichtungen, was zu einer schlechten Wasser- und Hygienesitua- tion führt. Ausserdem hat der Grossteil der Be- völkerung aufgrund von Dürre und Erntever- lusten keinen ausreichenden Zugang zu Nah- rung. Diese und weitere Faktoren begünstigen, vor allem bei kleinen Kindern, eine chronische Unterernährung. Die Abgeschiedenheit der Dörfer führt ebenfalls dazu, dass sich negative Folgen verstärken. Hauptziel Verminderung der Mütter- und Kindersterb- lichkeit Projektinhalte – Hilfe zum Anlegen von privaten Gemüse- gärten – Massnahmen zur Identifizierung und Behand- lung von Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren – Sicherstellen der Trinkwasserversorgung und Angebote zur Hygieneschulung – Zugang zu grundlegenden sanitären Einrich- tungen (Bau und Sanierung von Trinkwasser- brunnen) Begünstigte – Direkt: 58 105 Personen – Indirekt: 41 895 Personen Gesamtkosten Fr. 8 262 934 Gewünschter Beitrag Fr. 275 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 15) Partnerschaft Kinderspital Zürich mit Kinderspital «Arabkir» in Eriwan Organisation Kinderspital Zürich Staat/Region Armenien, Eriwan und übrige Regionen Grundinformationen Seit dem Katastropheneinsatz von Prof. E. Leu- mann (Kinderspital Zürich) in Eriwan nach dem Erdbeben im Dezember 1988 besteht eine enge Entwicklungszusammenarbeit mit Prof.

A. Babloyan, Direktor des Kinderspitals «Ar- abkir». 2007 ist das Kinderspital «Arabkir» in Eriwan zu einem Schwerpunktengagement des Kinderspitals Zürich im Ausland geworden. Hauptziel Ausbau der pädiatrischen Vorsorge und nach- haltige Verbesserung von medizinischer Diag- nostik, Behandlung und Betreuung Projektinhalte – Aus- und Weiterbildung in Eriwan durch Ärz- tinnen und Ärzte und Fachpersonen des Kin- derspitals Zürich – Weiterbildung am Kinderspital Zürich für Fachpersonen aus Eriwan – Informationsaustausch und Beratung per E- Mail – Anschaffung von Instruktionsmaterial (Lehr- bücher, Zeitschriften), Unterstützung bei der Beschaffung von Geräten und Reagenzien Begünstigte – Direkt: Hunderte von armenischen Kinder- ärztinnen und -ärzten sowie weitere Fach- personen – Indirekt: Tausende kranke Kinder und deren Familien Gesamtkosten Fr. 1 100 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 1,4% PBK) Fr. 500 000 16) Land für kastenlose Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Organisation HEKS – Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Staat/Region Indien, Bundesstaaten Andhra Pradesh und Telangana Grundinformationen In ländlichen Gebieten lebt 30% der indischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze mit we- niger als einem US-Dollar pro Tag. Das indi- sche Kastensystem betont die bereits beste- henden sozialen Unterschiede zusätzlich und führt zur Diskriminierung von Minderheiten, die zum Beispiel keiner Kaste angehören. Die sogenannten Dalits sowie die indigene Bevöl- kerung der Adivasi werden systematisch aus- geschlossen und haben kaum Chancen, aus eigener Kraft ihre Lage zu verbessern. Laut in- discher Gesetzgebung steht den meisten Dalit-

und Adivasi-Kleinbäuerinnen und -bauern eige- nes Land zu. In der Realität gibt es jedoch grosse politische, administrative und sozio- ökonomische Hindernisse. In Andhra Pradesh und Telangana wurde der Staat im Jahre 2014 zweigeteilt. Dies verstärkte die administrativen Blockaden, da noch immer unklar ist, welche Behörde wofür zuständig ist. Hauptziel Zugang zu Land und gesteigerte Produktion für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Projektinhalte – Landtitel für 33 000 Kleinbauernfamilien in 16 Distrikten (elektronische Datenbank mit Anspruchsberechtigten, Gesuchstellende durch Bewilligungsprozess begleiten, Infor- mationsaktivitäten, um öffentlichen Druck auszuüben) – 25 000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sol- len mittels angepassten Saatguts und öko- logischer Anbauweise ihre Produktion ver- bessern (Wissensvermittlung im Bereich des ökologischen Düngens und zum Anbau von Mischkulturen) Begünstigte – 40 000 landlose Dalit- und Adivasi-Familien (rund 200 000 Personen) – 16 Distrikt- und 1 Bundesstaatverwaltungen (Weiterbildung) Gesamtkosten Fr. 1 245 226 Gewünschter Beitrag Fr. 320 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7% PBK) Fr. 127 000 17) Einkommensförderung von Menschen mit Behinderungen in Madhya Pradesh Organisation Christoffel Blindenmission Schweiz (CBM) Staat/Region Indien, Madhya Pradesh, fünf Bezirke Grundinformationen 37% der Bevölkerung in Madhya Pradesh lebt unter der Armutsgrenze. Die meisten Angehö- rigen der dort ansässigen Volksstämme gehö- ren zu den Minderheiten des indischen Kasten- Systems, den Unberührbaren. Durch die sehr heissen und trockenen Sommer und die von heftigen Monsunregen geprägten Winter hat der Binnenstaat sehr schwierige Bedingungen. Die zentralen Einnahmequellen sind Land-

wirtschaft, Verkauf von Waldprodukten sowie Vieh- und Fischzucht. Zwar gibt es behördli- che Förderprojekte, jedoch geschehen viele Pla- nungsfehler und es gibt wenig finanzielle Un- terstützung insbesondere für Minderheiten und Menschen mit Behinderungen. Eine Analyse im Jahr 2012 ergab, dass Menschen mit Behin- derungen nur wenige Arbeitsmöglichkeiten ha- ben und praktisch vom bestehenden Arbeits- markt ausgeschlossen werden. Hauptziel Einkommensförderung und Integration von Menschen mit Behinderungen in Madhya Pra- desh Projektinhalte – Menschen mit Behinderungen in die Erwerbs- genossenschaft integrieren (Schulungen und Analysen) – Zugang zu Spareinlagen und bezahlbaren Krediten und Finanzdienstleistungen für Menschen mit Behinderungen verbessern (Schulungen) – Menschen mit Behinderungen im biologi- schen Anbau integrieren (Schulungen, Bau von neuen Anlagen) – Bau eines Weizenproduktionsbetriebes Begünstigte – Direkt rund 36 000 Personen in fünf Bezir- ken, davon 12 000 Menschen mit Behinderun- gen – Indirekt die 30 Projektangestellten und 500 Schulungsleiterinnen und -leiter sowie die Dorfgesellschaft im Allgemeinen Gesamtkosten Fr. 1 351 240 Gewünschter Beitrag Fr. 405 372 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6% PBK) Fr. 127 000 18) 60 Dörfer verbessern ihre Lebenssituation durch Bienenhaltung Organisation Stiftung Fastenopfer Staat/Region Laos, sieben Bezirke Grundinformationen Die Menschen in den abgelegenen Gebieten des nördlichen Laos sind stark von den natür- lichen Ressourcen abhängig. Drei Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Da die Reisernte nicht für das ganze Jahr aus- reicht, dient der Wald mit seinen Pilzen, Klein-

tieren und Früchten als zusätzliche lebens- wichtige Nahrungsquelle. Auch Bienenjagen und Bienenhaltung hatten schon immer Tradi- tion in dieser Region. Honig ist nicht nur Nah- rungsmittel, sondern auch Medizin und bringt den Familien zusätzliches Einkommen. Bienen spielen zudem eine zentrale Rolle bei der Be- stäubung und Befruchtung der gesamten Flora. Die Bienenhaltung ist deshalb ein guter Ein- stieg, um den Erhalt der natürlichen Ressour- cen zu fördern. Hauptziel Bienenhaltung und die organische Landwirt- schaft in der Region fördern Projektinhalte – Workshops zu Bienenhaltung und organi- scher Landwirtschaft – Beratung zur Bienenhaltung und praktische Umsetzung – Vermittlung von Vermarktungsaspekten des Honigs und weiterer landwirtschaftlicher Pro- dukte – Durchführung einer jährlichen lokalen Bie- nen-Messe Begünstigte – Rund 600 Bienenhalter-Familien in 60 Dör- fern – Jugendliche und vor allem Frauen profitie- ren von den Workshops und den Schulungen Gesamtkosten Fr. 569 435 Gewünschter Beitrag Fr. 180 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 19) Wiedereingliederung für Jugendliche mit Behinderungen und Traumata Organisation Horyzon – Die Schweizer Entwicklungsorga- nisation für Jugendliche Staat/Region Palästina, Westjordanland Grundinformationen Der palästinensisch-israelische Konflikt führ- te in den letzten Jahren zu Tausenden von Ver- letzten, die lernen müssen, mit bleibenden Be- hinderungen zu leben. Darunter fallen auch posttraumatische Störungen wie Depressionen, Verfolgungswahn oder Apathie. In Palästina gibt es zwar Institutionen, die sich auf medizi- nische Rehabilitation spezialisiert haben, je-

doch wenig bis fast keine Wiedereingliederungs- programme. Junge Erwachsene und Familien müssen selbst zurück ins Leben finden und mit Behinderungen oder psychischen Problemen ohne Hilfe eine Perspektive für ein selbststän- diges Leben aufbauen. Hauptziel Kinder und junge Erwachsene mit Behinde- rungen und Traumata bei der sozialen und be- ruflichen Wiedereingliederung unterstützen Projektinhalte – Erarbeitung eines individuellen Rehabilita- tionsprogramms (therapeutische Massnah- men, Förderung der Selbstständigkeit) – Anwendung EMDR-Therapie zur Trauma- Behandlung und Weiterbildung von Thera- peuten – Hilfe bei der Wiedereingliederung in den be- ruflichen Ausbildungsprozess – Umbau von Häusern, sodass sie rollstuhl- freundlich werden Begünstigte – Körperlich behinderte und/oder traumati- sierte Kinder und junge Erwachsene (rund 800 Personen) sowie deren Familien (rund 1500 Bezugspersonen) im Westjordanland Gesamtkosten Fr. 1 298 000 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 20) Projekt WASH: Verbesserte Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene in 92 Primarschulen Organisation Terre des hommes (Tdh) – Kinderhilfe weltweit Staat/Region Pakistan, Nowshera Grundinformationen Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KPK), die an Afghanistan grenzt, hat neben Terroran- schlägen und Naturkatastrophen mit struktu- reller Armut, mangelndem Zugang zu saube- rem Trinkwasser sowie mit einem tiefen Bil- dungstand (vor allem bei Mädchen) zu kämp- fen. Die Alphabetisierungsrate Pakistans liegt bei 58%, im Projektgebiet ist sie noch viel tiefer. 2010 wurden die Schulgebäude und Infra- strukturen der Provinz KPK von einer schwe- ren Überschwemmung stark beschädigt oder

vollständig zerstört. In 60% der Schulen fehlte es noch 2013 an sanitären Anlagen. Dies und mangelndes Wissen führen zu grossen Hygie- ne- und gesundheitlichen Problemen. Hauptziel Gewährleistung des Zugangs zu sauberem Trink- wasser und funktionstüchtigen Sanitäranlagen für Kinder Projektinhalte – Sanierung und Bau von hochwasserbestän- digen WASH-Infrastrukturen (Rohrbrunnen, Handwaschstationen) – Vermittlung von Hygienepraktiken – Aktiver Einbezug der Gemeinschaft durch Einschulungskampagnen und Hygieneförde- rung Begünstigte – 26 836 Kinder in 92 Primarschulen und deren Familienmitglieder – Lehrer und Wachpersonen (Weiterbildung) Gesamtkosten Fr. 1 744 320 Gewünschter Beitrag Fr. 192 814 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

2.3 Projekte in Lateinamerika (Projekte Nrn. 21–25) 21) Ausbildung und Arbeitsrechte ermöglichen bessere Lebens- bedingungen für mehr als 17 000 Personen Organisation Brücke – Le Pont Staat/Region Brasilien, Bundesstaat Piauí Grundinformationen Piauí zählt zu den drei ärmsten Bundesstaaten Brasiliens. Diese Regionen leiden seit Langem unter Trockenheit und werden von staatlichen Programmen selten berücksichtigt. Weitere Faktoren wie Budgetkürzungen und die unsi- chere Wasserversorgung tragen dazu bei, dass sich die Situation weiter verschärft. Migration ist dann oft die einzige Lösung. Für in der Land- wirtschaft Tätige kann Migration gleichbedeu- tend sein mit Zwangsarbeit und Sklaverei. Es handelt sich vor allem um ein System der Schuld- knechtschaft: Arbeiterinnen und Arbeiter wer- den in den Betrieben festgehalten, bis sie ihre Schulden abbezahlt haben, und ihnen werden die Identitätspapiere und Arbeitsbewilligun- gen entzogen. Es kommt auch oft vor, dass sie körperlich bedroht oder bei ihren Fluchtver- suchen getötet werden.

Hauptziel Gezielte Ausbildung und Begleitmassnahmen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen Projektinhalte – Ausbildungen in verschiedenen Bereichen: Werbetechnikerin/-techniker, Maurer, Coif- feuse/Coiffeur – Begleitmassnahmen auf dem Arbeitsmarkt: Suche von Praktikumsplätzen, Beratung bei Bewerbungen – Unterstützung des Autonomieprozesses von Opfern der Sklaverei oder von Gruppen ge- fährdeter Arbeitender – Sensibilisierung und Verbreitung von kon- textbezogenen Informationen zu zeitgenös- sischen Formen der Sklaverei Begünstigte – Direkt und indirekt profitieren mehr als 17 000 Personen, die in ländlichen Gebieten und in prekären Verhältnissen leben Gesamtkosten Fr. 733 333 Gewünschter Beitrag Fr. 280 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000 22) Jugendliche entwickeln Alternativen zur Migration Organisation Terre des hommes Schweiz Staat/Region El Salvador, Departamento Chalatenango Grundinformationen Chalatenango gehört zu den ärmsten Depar- tementen in El Salvador, die Armutsrate liegt bei 45%. Es gibt kaum Einkommensmöglich- keiten für Jugendliche und die Abwanderungs- rate ist überdurchschnittlich hoch, worunter auch die Zurückgebliebenen leiden. Viele Men- schen leben von den sogenannten remesas; Geld-Überweisungen von Verwandten aus dem Ausland. Diese remesas verringern die Motiva- tion vieler Menschen, nach eigenen Einkom- mensmöglichkeiten zu suchen. Hauptziel Integration der Jugendlichen in ihren Gemein- den Projektinhalte – Einkommensförderung der Jugendlichen (Machbarkeitsanalysen, Workshops, hand- werkliche Ausbildungen, Vermittlung von Praktika und psychosoziale Begleitung) – Erarbeitung von Geschäftsplänen für die Ju- gendlichen und Starthilfe für Projekte

– Unterstützung bei der Gründung von Jugend- gruppen und Begleitung kultureller Initiati- ven der Jugendlichen Begünstigte – Direkt rund 450 Jugendliche und ihre 150 Fa- milien in 22 Gemeinden – Indirekt rund 2000 Jugendliche Gesamtkosten Fr. 528 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 23) Heilpädagogisches Kompetenzzentrum ALUNA in Cartagena/Kolumbien Organisation Evangelisch reformierte Kirchgemeinde Maur Staat/Region Kolumbien, Provinz Bolivar, Cartagena de In- dias Grundinformationen Der Staat Kolumbien bietet keine heilpädago- gische Ausbildung an, weswegen Kinder mit Be- hinderung nicht weiter gefördert werden kön- nen. In Kolumbien fehlen das nötige Personal und die entsprechenden Einrichtungen dafür. Hauptziel Verbesserung der individuellen Fähigkeiten der 850 behinderten Kinder im heilpädagogischen Zentrum ALUNA Projektinhalte – Tagesschule für 700 Kinder und Jugendliche, grösstenteils mit Mehrfachbehinderungen – ALUNA móvil: Ein Team besucht 300 Säug- linge und Kinder mit Behinderung in Aus- senquartieren der Stadt und unterstützt de- ren Mütter – Mütterbildung: Kurse für Betreuerinnen eines Kinderhortes, die auch behinderte Kinder betreuen, sowie Kurse in Erziehung und elementaren Ernährungsfragen für Mütter – Interne Aus- und Weiterbildung von Fach- personal Begünstigte – 850 Kinder im Zentrum ALUNA, davon 300 Kinder im Projekt ALUNA móvil Gesamtkosten Fr. 395 000 / Jahr Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 3% PBK) Fr. 400 000

24) Prävention HIV/Aids-STI in der Provinz Matanzas Organisation MediCuba-Suisse Staat/Region Kuba, Provinz Matanzas Grundinformationen Seit 2003 unterstützt MediCuba-Suisse den Auf- bau von HIV- und Aids-Präventionszentren. Es sollen freiwillige Promotorinnen und Pro- motoren aus den Zielgruppen ausgebildet und in die Beratungs-, Aufklärungs- und Sensibi- lisierungsarbeit einbezogen werden. In der Phase 4 des Projekts ist das Ziel nun, durch die Virenkontrolle und die medizinische Beglei- tung von HIV-Infizierten Neuansteckungen zu verhindern. Gleichzeitig sollen weiterhin Per- sonen zur Präventionsarbeit ausgebildet werden. Hauptziel Verhinderung von Neuansteckungen mit HIV Projektinhalte – Optimierung der Medikamente und Viren- lastkontrolle (Einrichtung Labor, Weiterbil- dung von Fachpersonal) – Selbstschutz und Verhinderung von Neuan- steckungen mit HIV-Infektion – Personen mit HIV-Infektion werden in die Präventionsarbeit und die Beratung invol- viert – Stärkung der Koordination und Capacity De- velopment Begünstigte – 468 Personen mit HIV-Infektion in der Pro- vinz Matanzas – 12 300 Personen der Zielgruppen (Homose- xuelle und Bisexuelle) – 300 Personen mit HIV-Infektion aus angren- zenden Regionen – Weiterbildungen für rund 1000 Personen Gesamtkosten Fr. 342 000 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000

25) Verbesserte Ernährungssicherheit für 10 000 kleinbäuerliche Familien in Nicaragua Organisation Interteam Staat/Region Nicaragua, verschiedene Departemente Grundinformationen In der zentralen Trockenzone im Norden von Nicaragua sind eine besondere Zunahme der Armut und eine Verschlechterung der Ernäh- rungssicherheit zu beobachten. Obwohl politi- sche Bestrebungen der Regierung zur Siche- rung der Ernährung, zur Schaffung von Ein- kommen und zum Schutz der natürlichen Res- sourcen zugenommen haben, werden Strategien auf nationaler und regionaler Ebene kaum ent- wickelt oder gar nicht umgesetzt. Die prekären Armutsverhältnisse führen zu einer Migration von jungen Erwachsenen in die Städte oder ins Ausland und verändern die Familienstrukturen. Alleinerziehende Mütter leben oftmals in absoluter Armut und ihre Kin- der sind so zur Kinderarbeit gezwungen. Die Kinder können deswegen weder zur Schule gehen noch eine Ausbildung absolvieren. Hauptziel Ernährungssicherheit von 10 000 kleinbäuerli- chen Familien in der nördlichen Trockenzone Nicaraguas verbessern Projektinhalte – Anpassung an den Klimawandel (Verbesse- rung der Bodenfruchtbarkeit mit organischen Materialien, Entwicklung von Lehrmitteln) – Steigerung der Einkommen (Aufbau eines Lehrgangs, Aufbau von Wertschöpfungsket- ten) – Stärkung von Organisationen, die kleinbäu- erliche Familien unterstützen Begünstigte – Direkt: 101 000 Menschen in kleinbäuerli- chen Familienbetrieben, darunter 35 000 Kin- der und 29 000 Jugendliche – Indirekt: 125 000 Menschen, die in kleinbäu- erlichen Familienbetrieben leben und arbei- ten – 260 Mitarbeitende von lokalen Partnerorga- nisationen Gesamtkosten Fr. 726 700 Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9,08% PBK) Fr. 100 000

2.4 Projekte in (Süd-)Osteuropa (Projekte Nrn. 26–31) 26) Jugendliche integrieren sich erfolgreich in die Arbeitswelt Organisation Swisscontact – Stiftung für technische Entwick- lungszusammenarbeit Staat/Region Albanien, neun Distrikte Grundinformationen Die Chance, in Albanien als Jugendlicher eine Arbeit zu finden, ist äussert gering. Die Jugend- arbeitslosigkeit liegt bei 25%. Die wichtigste Ursache für die hohe Arbeitslosigkeit ist das un- zureichende und unterfinanzierte Ausbildungs- system. Die Qualität der Berufsausbildungen und die Berufsberatungen sind mangelhaft. Be- sonders Personen aus benachteiligten Grup- pen oder Migrantinnen und Migranten haben grosse Schwierigkeiten beim Zugang zum Ar- beitsmarkt. Hauptziel Einführung und landesweite Verbreitung des Coaching-Cycle: Benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen und sie ins gesell- schaftliche Leben integrieren Projektinhalte – Berufsausbildung und Arbeitsmarktintegra- tion der benachteiligten Jugendlichen – Ausbildung von Coaches – Stärkung der Partnerorganisation bei der Im- plementierung und Qualitätssicherung – Verbesserung der Rahmenbedingungen (offi- zielle Anerkennung des Coaching-Cycle) Begünstigte – 1000 Jugendliche aus besonders benachtei- ligten Gruppen Gesamtkosten Fr. 572 000 Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 127 000 27) Frauenhaus für gewaltbetroffene Frauen und Kinder Organisation Iamaneh Schweiz Staat/Region Bosnien-Herzegowina, Republika Srpska (ser- bische Entität), Modrica Grundinformationen In Bosnien-Herzegowina ist Gewalt gegen Frau- en und insbesondere häusliche Gewalt ein weit verbreitetes Phänomen. Häusliche Gewalt wird als Familienangelegenheit betrachtet und viele offizielle Vertreterinnen und Vertreter sind der Ansicht, dass weibliche Opfer selber schuld

seien. Es wird erwartet, dass die Frau über die Taten schweigt und die gewalttätige Beziehung aufrechterhält, da die familiären Verpflichtun- gen über den individuellen Rechten der Frau stehen. Der Staat bietet keine juristische oder faktische Hilfe an, und auch Frauenhäuser kön- nen nur vorübergehend Schutz bieten. Auf- grund der wirtschaftlichen Lage sind die Frauen zudem oft gezwungen, danach in die Familie des Gewalttäters zurückzukehren. Hauptziel Sicherheit, Schutz und Rehabilitation für Opfer von Gewalt Projektinhalte – Psychosoziale Rehabilitation und Unterstüt- zung für Frauen und Kinder (rechtlicher Bei- stand, Therapien, Beratung und Begleitung, Selbsthilfegruppen und Nachbetreuung) – Beratungszentrum für gewaltbetroffene Frau- en mit SOS-Telefon, Familien- und Paarthe- rapien, Beratung für junge Paare (präventiv) – Implementierung eines Triage-Systems (Tref- fen mit lokalen Behörden, Konferenzen, Mo- nitoring der Institutionen im Bereich Opfer- schutz) – Ökonomisches Empowerment von Frauen (Entwicklung eines spezifischen Programms, Begleitung im Unabhängigkeitsprozess) Begünstigte – 150 Frauen und 200 Kinder (Opfer, die im Frauenhaus aufgenommen wurden) – 30 dysfunktionale Familien und 30 Ehepart- ner – 210 Vertreterinnen und Vertreter der Insti- tutionen auf Gemeinde- und Bundesebene – Rund 5000 Bürgerinnen und Bürger durch Flyer und Medien Gesamtkosten Fr. 294 800 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

28) Bleib draussen! Soziale Integration und Rückfallprävention von Strafentlassenen Organisation Verein zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa VEBO Staat/Region Rumänien, drei Bezirke Grundinformationen Fast die Hälfte aller Insassen in den rumäni- schen Gefängnissen sind Wiederholungstäter, da es seitens der Gefängnisse und der Bewäh- rungshilfe nur spärlich Resozialisierungsbemü- hungen und Wiedereingliederungsprogramme gibt. In Rumänien herrscht die Meinung, dass Strafentlassene weder Hilfe noch Unterstüt- zung verdienen, weswegen es für Non-Profit- Organisationen (NPO) nicht attraktiv ist, die- sen Bereich zu unterstützen. Hauptziel Programme zur Rückfallprävention weiterent- wickeln und implementieren Projektinhalte – Unterstützungsangebote von NPO für Insas- sen und Strafentlassene entwickeln – Teilnahme von Gefängnisinsassen an Pro- grammen zur Rückfallprävention – Aufbau eines Netzwerks von privaten und öffentlichen Institutionen, welche die Straf- fälligen nach der Entlassung begleiten Begünstigte – Direkt rund 300 Insassen, indirekt ihre 700 Fa- milienmitglieder und die Gesellschaft allge- mein, die durch die Verminderung von Straf- taten sicherer werden sollte Gesamtkosten Fr. 271 690 Gewünschter Beitrag Fr. 216 010 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9,98% PBK) Fr. 216 000 29) «Aktuelles Projekt» der SSOR Organisation Schweizerische Stiftung für Orgeln in Rumä- nien (SSOR) Staat/Region Rumänien, Region Siebenbürgen/Transsilvanien Grundinformationen Das «Basisprojekt» der SSOR wird seit 2003 durchgeführt und hat das Ziel, das handwerk- liche Qualitätsniveau in Rumänien zu steigern. Dazu werden junge Menschen von Schweizer Lehrpersonal vor Ort zu Orgelbauern und Schreinern ausgebildet. Die angebotenen Aus- bildungsmöglichkeiten wirken dem verbreite-

ten Drang nach Auswanderung in den Westen entgegen und decken den Bedarf an qualitativ hochstehender handwerklicher Arbeit in Rumä- nien. Das «Aktuelle Projekt» strebt die selbst- ständige Weiterführung der Ausbildung durch lokales Personal an, sodass das Schweizer Lehr- personal bis 2018 abgezogen werden kann, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleis- ten. Hauptziel Ausbildung von lokalem Personal, um Schwei- zer Lehrkräfte zu ersetzen Projektinhalte – Aus- und Weiterbildung («Masterpro- gramm») für ausgebildete Handwerkerinnen und Handwerker und die rumänischen Un- ternehmensleiterinnen und -leiter (Schwei- zer Lehrpersonal soll nur noch unterstützend tätig sein) – Weiterhin Grundausbildung für Lehrlinge anbieten Begünstigte – Primär Kinder aus armen Familien (da Aus- bildung kostenlos) – Direkt 25 ausgebildete Lehrlinge und 26 Be- schäftigte – Lokale Kirchgemeinden (Orgelrestauration) Gesamtkosten Fr. 170 000 Gewünschter Beitrag Fr. 130 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 5,9% PBK) Fr. 127 000 30) CORE – Children of Refugees in Education. Life Skills und überfachliche Kompetenzen von Kindern in Flüchtlingslagern unter Nutzung ihrer Herkunftssprache. Organisation Pädagogische Hochschule Zürich, Zentrum für Internationale Bildungsprojekte (IPE) Staat/Region Süd- und Osteuropa, Erstankunftsländer von Flüchtlingen Grundinformationen Die Europäische Kommission schätzt, dass von Anfang 2016 bis Ende 2017 insgesamt 3 Mio. Flüchtlinge Europa erreichen und Asyl bean- tragen werden. Die meisten davon halten sich in den Flüchtlingslagern, vor allem in Grie- chenland, Italien, der Türkei, Makedonien und Serbien, auf. Gemäss UNICEF sind von den 60 Mio. Flüchtlingen weltweit etwa 50% Kin-

der und Jugendliche. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu Bildungsangeboten in den Camps und es besteht die Gefahr, dass eine «verlorene Generation» ohne angemessene Bil- dung aufwächst. Was vor allem fehlt, sind An- sätze zur Förderung von überfachlichen Kom- petenzen und Life Skills, um gerade im Falle von Traumatisierungen den Glauben an sich selbst wieder zu entwickeln und sich Kompe- tenzen anzueignen, die für die Integration in eine neue Gesellschaft unabdingbar sind. Hauptziel Förderung von Life Skills und überfachlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingslagern unter Nutzung ihrer Her- kunftssprache Projektinhalte – Entwicklung von Unterrichtsmaterial ein- schliesslich Apps sowie einer Website für den Unterricht – Übersetzung der in Englisch entwickelten Materialien in die fünf grossen Migrations- sprachen: Arabisch, Kurdisch, Dari und Pasch- to (Afghanistan), Tigrinya (Eritrea) sowie Somali – Informationsveranstaltungen für die Schul- behörden/Ministerien der betreffenden Län- der – Online-Weiterbildungsprogramm für Sozial- arbeitende, Lehrpersonen und freiwillige Hel- ferinnen und Helfer in Flüchtlingslagern und Durchgangszentren – Nach der Testphase: Implementierung in fünf Flüchtlingslagern in Griechenland, Italien, Serbien, Makedonien und der Türkei Begünstigte – Kinder und Schülerinnen und Schüler; direkt rund 1000 bis 1500, indirekt rund 6000 – Lehrpersonen/Freiwillige/Sozialarbeitende; direkt rund 500; indirekt 2500 – Über- und Nicht-Regierungsorganisationen; direkt involviert etwa 20, indirekt 40 – Schulbehörden und Ministerien; direkt invol- viert rund 10, indirekt 20 Gesamtkosten Fr. 624 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 500 000

31) Partizipation konkret – Videosequenzen als Weiterbildungstool für Schule, Jugendarbeit und Elternhaus in den Ländern Südosteuropas Organisation Pädagogische Hochschule Zürich, Zentrum für Internationale Bildungsprojekte (IPE) Staat/Region Südosteuropa, sieben Länder (Makedonien, Serbien, Montenegro, Kroatien, Bosnien-Her- zegowina, Kosovo und Albanien) Grundinformationen Das Projekt, das auf den vorangehenden Pro- jekten «Living Democracy South East Europe» und «Democratic School Governance» auf- bauen kann, fördert die aktive Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schule, mit dem Zweck, diese aktiv mitzugestalten und dabei Demokratie zu lernen und zu erle- ben. Schülerinnen und Schüler sollen ihre eige- nen Anliegen einbringen können und bei Ent- scheidungen einbezogen werden. Wichtig ist, dass die Meinung der Kinder und Jugendlichen ernst genommen wird und dem Kind verständ- lich gemacht werden muss, wie seine Meinung berücksichtigt wurde. Die aktive Partizipation kann z. B. durch einen Klassenrat oder durch Schülerparlamente gefördert werden. Hauptziel Wichtigkeit der Partizipation von Kindern und Jugendlichen aufzeigen und diese in Schule, Familie und Freizeit fördern Projektinhalte – Erkennen von Partizipation in verschiedenen Settings und deren Bedeutung – Entwicklung eines Kriterien-Rasters und eines Online-Weiterbildungsprogramms – Übersetzung der entwickelten Lernmateria- lien – An drei Pilotschulen: Indikatoren für Partizi- pation anhand von Unterrichtsvideos filmen – Testen von Inputvideos, Unterrichtsvideos und Testimonials Begünstigte – Lehrpersonen/Familien; direkt rund 250, in- direkt rund 1250 – Ministerien und Schulbehörden; direkt invol- viert 20, indirekt 40 Gesamtkosten Fr. 187 800 Gewünschter Beitrag Fr. 136 600 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 136 000

3. Übersichtstabellen

3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Organisationen Organisation Nr. Staat(-en) Beitrag in Franken Aqua Alimenta 12 Westafrika 120 000 Biovision 11 Ostafrika 127 000 Brücke – Le Pont 21 Brasilien 127 000 Christoffel Blinden- 17 Indien 127 000 mission Fastenopfer 18 Laos 100 000 Helvetas 1 Äthiopien 127 000 HEKS 16 Indien 127 000 Horyzon 19 Palästina 100 000 Iamaneh 27 Bosnien-Herzegowina 100 000 IKRK 13 Afghanistan 215 000 Interteam 25 Nicaragua 100 000 Kinderspital Zürich 15 Armenien 500 000 Kirchgemeinde Maur 23 Kolumbien 400 000 Medair 14 Afghanistan 100 000 MediCuba Suisse 24 Kuba 127 000 Mission am Nil 4 D. R. Kongo 127 000 International Nouvelle Planète 6 Senegal 100 000 Pädagogische Hoch- 30 Süd- und Osteuropa 500 000 schule Zürich (PHZH) 31 Südosteuropa 136 000 Save the children 2 Burkina Faso 127 000 Solidar Suisse 3 Burkina Faso 127 000 Solidarität Dritte Welt 8 Tansania 127 000 (SDW) SolidarMed 10 Zimbabwe 100 000 SSOR 29 Rumänien 127 000 Swisscontact 26 Albanien 127 000 TearFund Schweiz 7 Südsudan 127 000 Terre des hommes (Tdh) 20 Pakistan 100 000 Terre des hommes 22 El Salvador 100 000 Schweiz VEBO 28 Rumänien 216 000 Völkerkundemuseum 9 Uganda 196 000 WWF Schweiz 5 Madagaskar 127 000 Total 4 961 600

3.2 Übersicht zum Engagement in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Afrika Äthiopien 1 127 000 127 000 Burkina Faso 2 127 000 3 127 000 254 000 D. R. Kongo 4 127 000 127 000 Madagaskar 5 127 000 127 000 Ostafrika 11 127 000 127 000 Senegal 6 100 000 100 000 Südsudan 7 127 000 127 000 Tansania 8 127 000 127 000 Uganda 9 196 000 196 000 Westafrika 12 120 000 120 000 Zimbabwe 10 100 000 100 000 Afrika total 1 532 000 Asien Afghanistan 13 215 000 14 100 000 315 000 Armenien 15 500 000 500 000 Indien 16 127 000 17 127 000 254 000 Laos 18 100 000 100 000 Palästina 19 100 000 100 000 Pakistan 20 100 000 100 000 Asien total 1 369 000 Lateinamerika Brasilien 21 127 000 127 000 El Salvador 22 100 000 100 000 Kolumbien 23 400 000 400 000 Kuba 24 127 000 127 000 Nicaragua 25 100 000 100 000 Lateinamerika total 854 000 Europa Albanien 26 127 000 127 000 Bosnien-Herzegowina 27 100 000 100 000 Rumänien 28 216 000 29 127 000 343 000 Südosteuropa 30 500 000 31 136 000 636 000 Europa total 1 206 000 Total 4 961 000

3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projektes wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 3, 11, 12, 16, 18, 25 Ernährung, Umwelt 5, 11, 12, 18 Gewerbe, Handwerk, Kleinunternehmen, 3, 4, 17, 25 Einkommensförderung Sozialpolitik, Bildung, Verwaltung 1, 7, 8, 9, 13, 15, 21, 22, 26, 28, 29, 30, 31 Gesundheit 6, 7, 8, 10, 14, 15, 19, 20, 23, 24 Frauenförderung 3, 4, 27 Förderung von Kindern und Jugendlichen 2, 7, 8, 22

Dispositiv

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgenden Organisationen EZA-Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3636 3 00000): Organisation in Franken – Aqua Alimenta 120 000 – Biovision 127 000 – Brücke – Le Pont 127 000 – Christoffel Blindenmission 127 000 – Fastenopfer 100 000 – Helvetas 127 000 – HEKS 127 000 – Horyzon 100 000 – Iamaneh 100 000 – IKRK 215 000 – Interteam 100 000 – Kinderspital Zürich 500 000 – Kirchgemeinde Maur 400 000 – Medair 100 000 – MediCuba Suisse 127 000 – Mission am Nil International 127 000 – Nouvelle Planète 100 000 – Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) 636 000 – Save the children 127 000

Organisation in Franken – Solidar Suisse 127 000 – Solidarität Dritte Welt (SDW) 127 000 – SolidarMed 100 000 – SSOR 127 000 – Swisscontact 127 000 – TearFund Schweiz 127 000 – Terre des hommes (Tdh) 100 000 – Terre des hommes Schweiz 100 000 – VEBO 216 000 – Völkerkundemuseum 196 000 – WWF Schweiz 127 000 Total 4 961 000

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi