RRB Nr. 1308/2020
Anfrage Urs Hans, Turbenthal, betreffend Auffällige Zunahme der Fallzahlen zu Covid, Beantwortung
23. Dezember 2020Deutsch4 min
Source zh.ch
Anfrage Urs Hans, Turbenthal, betreffend Auffällige Zunahme der Fallzahlen zu Covid, Beantwortung
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 386/2020
Sitzung vom 23. Dezember 2020
1308. Anfrage (Auffällige Zunahme der Fallzahlen zu Covid) Kantonsrat Urs Hans, Turbenthal, hat am 19. Oktober 2020 folgende An- frage eingereicht: Der Regierungsrat hat es nicht für notwendig erachtet, die Fragen 1 bis 5 der Anfrage KR-Nr. 353/2020 zum PCR-Test zu beantworten. Ich erwarte diesmal eine Antwort auf alle Fragen. Alle Medien berichten stündlich wie in einem Kanon über das Ansteigen der Fallzahlen in unse- rem Kanton. Niemand hinterfragt aber, wie diese Zahlen generiert wer- den. Man vertraut blind dem Drosten-Test und den neuen Antikörper- Tests, welche dem Coronastab des Bundesrates den Vorwand liefern, die zweite Welle zu bewirtschaften. Dass diese Tests bis zu 90% falsch- positiv ausfallen kümmert weder das BAG noch den einseitig zusam- mengestellten Coronastabs. Gemäss aktueller «Public health surveillance for COVID-19» Publi- kation der WHO vom 7. August 2020 (https://apps.who.int/iris/rest/bit vZwXSr6pVsyiCMClmdplibKicWWFGjnxwg), sind die Mitgliedsstaa- ten verpflichtet (Überwachung der Labortestdaten), personenbezogene Einzeldaten gesondert aufzuführen und zu übermitteln. Demzufolge müssen diese Daten dem Kanton, der Kantonsärztin, bzw. dem BAG auch detailliert vorliegen. Auffällige Zunahme von Fällen in Gemeinden des Kantons Zürich von KW 39 zu KW 40: Bezirke KW 39 KW 40 Bülach 46 103 Horgen 49 106 Meilen 41 67 Uster 50 85 Winterthur 56 96 Dietikon 70 94 Zürich 329 525 Quelle: https://www.zh.ch/de/politikstaat/opendata.html?keywoard=ogd&fbclid=lwAR3LJCPU3VZ_KCDCgF5Cecv12_
Erwägungen
1. In welcher der aufgeführten Gemeinden haben beginnend ab KW 39 oder vorher, serologische Studien zur Feststellung von Antikörpern begonnen? Bitte genaue Teilnehmerzahlen gesondert nach Immunitas, UZH-Zürich und Anderen, aufgeschlüsselt nach Alter und Geschlecht der einzelnen Studienreihen angeben.
2. Signifikante Steigerungen der Fallzahlen in der KW 40, sind ausschliess- lich in den Personengruppen 20–29 und 30–39 festzustellen, welche Rolle spielen dabei Teststrategien des Kantons oder der Studienrei- hen? Geänderte Teststrategien sind der WH anzuzeigen. Falls ja: welche Teststrategie, wurde vor oder während Beginn der KW 39 an die WHO mit welchem Ziel gemeldet?
3. Bei wie vielen Personen aus diesen Studienreihen insgesamt, wurde eine Covid-19-Infektion diagnostiziert? Wie viele Personen wurden wie oft hintereinander, in einer Testreihe positiv getestet? Wie viele Per- sonen sind aufgrund der Feststellung aus diesen Studien in Isolation gesetzt worden? Wie viele Personen sind wegen des Kontakts zu diesen Personen in Quarantäne gesetzt worden. Bei wie vielen dieser Perso- nen in Quarantäne wurde ein Test, mit welchem Ergebnis, durchge- führt?
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Anfrage Urs Hans, Turbenthal, wird wie folgt beantwortet: Zu Frage 1: Das schweizweite Forschungsprogramm «Corona Immunitas» unter- sucht, wie viele Personen sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS- CoV-2 infiziert haben (www.corona-immunitas.ch). Die im Rahmen des Programms vorgenommenen serologischen Tests zeigen Antikörper an und geben darüber Aufschluss, ob sich eine Person mit dem Virus infi- ziert hat. Die Tests im Forschungsprogramm Corona Immunitas wurden je nach Region zwischen Mai und Oktober 2020 durchgeführt. Inzwi- schen gibt es 40 Einzelstudien in verschiedenen Kantonen bzw. Regionen (www.corona-immunitas.ch/programm/studien). Die Teilnehmerzahl variiert je nach Studie. Eine der serologischen Bevölkerungsstudien im Kanton Zürich, die das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Univer- sität Zürich mit Unterstützung der Gesundheitsdirektion durchführt, hat bereits im Juni 2020 begonnen (und damit lange vor der Kalender- woche 39). Die Studie fusst auf einer bevölkerungsrepräsentativen Stich-
probe, die sich über den ganzen Kanton verteilt. Es wurden zufällig aus- gewählte Personen ab 18 Jahren aus dem Kanton zur Teilnahme ange- schrieben. Die Studie ist noch nicht abgeschlossen. Zu Frage 2: Der Kanton Zürich hält sich an die Beprobungskriterien, die das Bun- desamt für Gesundheit in der Teststrategie festlegt (www.bag.admin.ch/ bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle- ausbrueche-epidemien/novel-cov/testen.html). Die Teststrategie wurde in der gefragten Zeit (vor oder während Beginn der Kalenderwoche 39) nicht angepasst. Darüber hinaus entzieht sich den Kenntnissen des Re- gierungsrates, weshalb die Teststrategie oder allfällige Änderungen der WHO gemeldet werden sollten. Zu Frage 3: Mit den serologischen Tests werden Antikörper nachgewiesen, nicht eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 diagnostiziert. Diese Daten sind nicht meldepflichtig, da keine Diagnose einer akuten Infektion gestellt wird. Daher werden diese Personen auch nicht in Isolation oder Qua- rantäne gesetzt.
II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungs- rates sowie an die Gesundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli